Wörter raten

Ich weiß nicht, wer sich mehr freut, wenn wir merken, dass wir das gleiche Wort meinen.. Emilian oder ich. Dabei ist es für ihn gar kein Spiel oder ein Ratewort.. er redet einfach, wie er es kennt und meint selbstverständlich das Wort, das er sagt – und ich höre es und suche wie wild in meinem Kopf nach Ähnlichkeiten oder Situationen, in denen er das Wort gelernt hat.
Vor ein paar Tagen habe ich diese bunten Müsli-Ringe gekauft, die wir dann manchmal morgens essen. Man kann dabei nämlich auch die Farben lernen! Das Wort „lila“ mag er sehr, aber wenn er es sagt, hört es sich so an: „Juja“.
Wenn er jetzt diese Frühstücksringe essen möchte, sagt er „Juja“. Und ich rate. Es gibt eine Tante von Emilian, deren Name so ähnlich klingt, dann sagt er das Wort „Schuh“ auch irgendwie, dass es sich wie „Juuuh“ anhört.. gar nicht so einfach.
Wenn er einfach zur Packung rennen und sie mir zeigen würde..
Die Freude ist aber groß, wenn ich verstehe und ihm helfen kann. Er lächelt dann wie verrückt und manchmal ist er richtig verlegen, weil ich mich so über sein Wort und mein Verständnis freue!

Heute morgen habe ich ihn aus dem Bett geholt und er weiß, dass er dann seine warme Milch zum Trinken bekommt. Wenn er die Flasche in der Hand hat, tippelt er in unser Schlafzimmer, weil unser Bett sein Lieblingsplatz zum Milch trinken ist. Er lag dann heute im Schlafsack auf unserem Bett, die Flasche bereit und ich sah in seinem Gesicht, dass er nach einem Wort suchte. Gestern war die Milch zu heiß und er fragte mich immer, ob „Heii“ oder „Waaam“ und deswegen war mir klar, dass er heute lieber auch vorher mal fragen wollte. Sein Wort hörte sich ungefähr so an „Hack“ und ich war der Meinung, es sei irgendeine Mischung aus „warm“ und „heiß“. Ich erklärte dass die Milch nicht warm sei und er sofort trinken könnte, aber das war nicht das, was er fragen wollte. Dann fiel mir ein, dass „Hack“ ja „Schlafsack“ heißen könnte und fragte „Ach, möchtest du deinen Schlafsack ausziehen?“ Erleichtertes Strahlen!
Als der Schlafsack ausgezogen war, musste er von Mamas Bett zu Papas Bett und dann aufs Kopfkissen rutschen, weil Papas Kopfkissen der beste Platz zum Kuscheln ist. Er wollte mit Papas Decke zugedeckt werden, wunderte sich noch kurz über die Schlafsachen, die da zum Vorschein kamen und erst dann konnte in Ruhe und im Liegen die Milch getrunken werden.
Wie gut, dass wir uns verstehen!

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