Szenen aus dem Alltag

20. Juni 2026

Die letzten „Szenen aus dem Alltag“ habe ich im Mai 2025 geschrieben. Da hat die Kleine ungefähr gerade ihre ersten Schritt gemacht. Seitdem ist hier natürlich einiges passiert. Die Minuten, die ich am Tag für mich alleine habe.. oder jedenfalls in Ruhe, sind sehr wenig geworden. Die Aufgabenliste ist lang und die Tage fliegen.. so richtige Mama-Sätze sind das. Manchmal bin ich überfordert und genervt, manchmal wehmütig und traurig, manchmal kann ich kaum glauben, dass ich dieses Leben leben darf, manchmal habe ich Lust auf mehr Kinder oder suche mir mehr neue Projekte – ich versuche, bewusst zu leben und sehr dankbar für alles zu sein!

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  • Unser Podcast läuft sehr gut, es gibt bereits 11 Folgen! Dort erfahrt ihr auf jeden Fall viel von unserer Familie. Wir teilen Tipps, Vorlieben, aktuelle Themen und wie es uns sonst so gut.
  • Wir schauen fast jedes Spiel der Fußball Weltmeisterschaft und sind fröhlich mit dabei. Mich faszinieren die Überraschungen, die einige Spiele so mit sich bringen. Besondere Spieler, besondere Lebensgeschichten, besondere Ergebnisse. Dass die Hintergründe der WM ethisch fraglich sind, ist uns bewusst. Mit diesem Bewusstsein müssten wir wahrscheinlich auf viel mehr Marken, Geschäfte, Aktivitäten verzichten..
  • Gestern habe ich traditionell das Midsommar Fest in meinem Garten gefeiert. Es gehört einfach schon so dazu und wie immer war es ein sehr schöner langer Abend – diesmal ohne Regen mit perfektem Wetter!
  • Gerade sitze ich hier bei 30 Grad und leichtem Regen auf der Couch. Die beiden kleineren Jungs spielen fröhlich,(Werbelink) der Mann ist in Kassel unterwegs, der Große ist mit seinen Pfadfinder-Freunden am Wochenende auf dem Fahrrad unterwegs und die Kleine schläft. 2 Stunden Ruhe für mich!
  • Die Tochter ist 22 Monate alt und sie verzaubert uns alle! Sie hat viel Energie – hätte sie einen Schrittzähler, würde sie uns wahrscheinlich alle überholen – aber sie ist dabei nicht wild oder anstrengend. Sie hat Witz und Humor, sie fängt an, wenige Minuten alleine zu spielen, ein Buch anzuschauen oder für sich zu sein, sie hört viel Musik und singt und plappert oft vor sich hin. An ihrer Sprache merken wir, wie aufmerksam sie die Welt um sich herum wahrnimmt und verarbeitet. Es ist ein großes Geschenk für mich oder uns, nochmal ganz neu diesem kleinen Mädchen unsere Welt zu zeigen.
  • Anfang Juni haben mein Mann und ich angefangen, gemeinsam nach der ADF Methode zu fasten. (Alternate Day Fasting) Wir haben im Laufe des Lebens verschiedene Fasten-Methoden ausprobiert und haben uns jetzt entschieden, das gemeinsam zu machen. Ich stille nur noch nachts, sodass das auch kein Hinderungsgrund mehr war. Abgesehen davon, dass Fasten hart ist und eine Herausforderung sein kann, staunen wir, wie gut es uns gelingt und wie schnell Unterschiede sichtbar werden. Beim ADF Fasten handelt es sich um Intervall-Fasten, bei dem wir 1 Tag essen. 1 Tag fasten, 1 Tag essen, 1 Tag fasten usw.. Hier kommt unsere Inspiration her. (Werbelink) Ich finde, den Kindern hungrig essen zu machen oder zu verzichten oder anderen beim Essen zuzusehen, ist eine starke Übung für die innere Einstellung und die Willenskraft. So viel wird im Kopf entschieden.
  • Der Garten bringt mich immer wieder an großes Glück und an meine Grenzen. Mit der Zeit lerne ich, was gut wächst, was ich schaffe, was die Kinder lernen und helfen können und was wir einfach schön finden. Die warmen feuchten Tage helfen sehr beim Wachsen und über eigene Blumen oder kiloweise Süßkirschen freuen wir uns natürlich total. Andererseits tragen sowohl zwei kleine Äpfelbäume, als auch der Pflaumenbaum keine Früchte, Unkraut wie Ackerschachtelhalm macht mich verrückt und es fällt mir manchmal nicht leicht, meinen Garten nicht mit anderen Gärten zu vergleichen. Auch da weiß ich eigentlich, dass der Garten die Phasen einer Familie mit aushalten muss und jetzt einfach nicht die Phase vom Landlust-Style dran ist.
  • Nach seiner Faszination für Steine und Gestein hat der Jüngste eine große Liebe für Insekten und Käfer entdeckt. Er findet sie und sammelt und beobachtet und lernt und teilt sein neues Hobby mit den Kindern aus seiner Klasse. Im Garten hat er eine Ecke, in der er bauen und spielen darf. Denn Käfer im Garten sind schließlich auch gut gegen Nacktschnecken.
  • Ein guter Freund von uns hat ein Buch geschrieben, das People are the Wealth heißt. (Menschen sind der Reichtum) Ich erlebe das so stark! Durch alle Lebensbereiche, Altersgruppen, Aktivitäten und Situationen zieht sich ein großes Netzwerk von Menschen, das mit der Zeit eher größer, als kleiner wird. Wir sind so sehr verbunden, weltweit würde ich sagen, und das macht sich in allen Lebenslagen bemerkbar. Ich werde niemals bereuen, mir immer mehr Zeit für Menschen genommen zu haben, als für Geld, Dinge, Karriere, Urlaube…
  • Durch die langen kalten Tage ist mir manchmal noch gar nicht bewusst, dass bald Ferien sind. Aber die Jungs feiern Notenschluss, der Große hat seinen MSA Abschluss und den Platz für die Oberstufe in der Tasche, der Mittlere hat Klasse 8 erfolgreich abgeschlossen und der Kleine wird nach dem Sommer in Klasse 4 eine neue Lehrerin bekommen. Wir sind gespannt! Das Lernen oder Verstehen fällt den Jungs in unterschiedlichen Fächern unterschiedlich schwer, aber auch da ist es mir viel wichtiger, dass sie gute Freunde und Mitschüler sind, als immer nur gute Noten zu schreiben. Wenn ich sehe, wie Freunde aus der Oberschule mit in den Teens-Kreis der Kirche kommen oder der Kleine am Abend die Schulfreunde und Nachbarn beim Fußball spielen auf der Strasse versammelt, wenn anderen Eltern auffällt, wie wenig unsere Jungs zocken oder wenn andere Kinder sich einfach gern bei uns aufhalten, dann macht mich das sehr glücklich.
  • Wir haben uns nicht besonders um einen Sommerurlaub gekümmert, weil im Herbst eine große Reise nach Brasilien geplant war. Alle Teilnehmer des „Praktikums“, das wir damals in Kalifornien gemacht haben, werden sich in Brasilien treffen uns sozusagen ein Klassentreffen feiern. Es wäre eine kurze, intensive, aber besondere Reise geworden, die Kinder hätten eine Schulbefreiung gebraucht und wir haben uns entschieden, als Familie die Einladung anzunehmen. Nun wurde uns relativ plötzlich mitgeteilt, dass wir zwar eingeladen werden und alls Kosten übernommen werden – dass wir aber die Flüge für die 4 Kinder selbst zahlen müssten. Nach kurzer Überlegung, wer fliegt und wer nicht, haben wir uns entschieden, als Familie zu verzichten und nur mein Mann (als Mitglied des Leitungsteams) wird teilnehmen. Das war nicht leicht zu verkraften – und nun werden wir im Sommer neben den Kindercamps und einer Woche Ostseeurlaub wieder viel Zeit in und um Berlin/Brandenburg verbringen. Ich weiß, dass es gut wird und dass wir absolut das Beste daraus machen werden. Ein bißchen schade ist es trotzdem.
  • Unser Wohnzimmer ist fast fertig umgestylt. Wir haben fast alle schwarzen Möbel verschenkt oder verkauft und haben gebrauchte weiße Möbel gekauft. Die dunkle Couch kommt noch weg, die ist wirklich „zerlebt“ und den Tisch + Stühle wollen wir nicht austauschen, sondern weiß streichen. Ich bin mal gespannt, wie das klappt.
  • Unseren 19. Hochzeitstag haben wir am Abend mit einem Essen im Restaurant gefeiert. Zum ersten Mal haben die Jungs die Schwester ins Bett gebracht. Ich war so dankbar, dass das geklappt hat.. denn mit der wenigen Zeit für mich selbst kommt natürlich auch wenig Ruhezeit für unsere Ehe. Es geht uns besser, als im ersten Jahr mit dem 4. Baby. Wir lernen, gut zu kommunizieren und auf alle sechs Bedürfnisse zu achten. Und die Kinder gehören einfach zu uns. Trotzdem schätzen wir natürlich ungestörte Zweisamkeit besonders. Ich mag es nicht, unsere oder irgendeine Beziehung als „Arbeit“ zu bezeichnen. Kommunikation und Vertrauen funktioniert nicht einfach so alleine – aber ich würde auch sagen, dass ich unsere Freundschaft und Beziehung noch wie am Anfang sehr wertvoll finde.
  • Als Mütterpflegerin arbeite ich noch nicht wieder. Ich vermittle und vernetze und warte auf den richtigen Zeitpunkt. Bis die Tochter erst 2027 in den Kindergarten gehen wird, möchte ich meine Vormittage mit ihr verbringen. Wir haben viele Verabredungen mit meinen Freundinnen, wir besuchen eine Krabbelgruppe und meine Mama-Gruppe, wir wuseln uns durch Garten, Wäsche und Haushalt und ich finde es so besonders, zu erleben, wie sie immer mehr ein großer Mensch wird. Familien kann ich immernoch später begleiten und unterstützen.
  • Ich sehe an den Entwicklungen aller 4 Kinder, dass wir richtig entschieden haben, viel Zeit für die Familie zu geben. Und wenn es soweit ist und die Kinder bereit sind, werden sie schon zeigen, welche Wege sie ohne uns gehen können. Das sieht bei jedem Kind anders aus. Im Rückblick möchte ich mir als neue Mama immer sagen: „Es wird schon alles!“ Kinder, die in Geborgenheit und Sicherheit aufwachsen können, werden einfach andere Entscheidungen als Heranwachsende treffen.
  • In meinem vollen Alltag schätze ich vor allem die vielen Freundschaften. Austausch. Reden. Beten. Ausrichten. Ablenken. Unterstützen. Das ist für mich so wertvoll. Ob zu zweit oder auf einer riesigen Kleidertauschparty. Ob per Sprachnachricht oder beim Spaziergang. Wir sollten dieses Leben nicht allein leben. Und das ist für mich in allem Gewusel auch ein großer Wert, dieses „nie allen sein“.

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