mamasbusiness

papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Szenen aus unserem Alltag

Mal wieder ein paar kurze Szenen aus unserem Alltag. Mehr geht grad leider nicht…

Unser Leben ist zur Zeit wirklich ruhig. Man kann sagen: Wir genießen die Adventszeit in vollen Zügen und ruhen aus.

Man kann aber auch sagen: Wir kommen einfach zu nichts anderem.

Ein krankes Kind hängt im Wohnzimmer rum, ein kleines Kind hängt an meinem Hosenbein rum. Wir sitzen wirklich viel auf der Couch, lesen vor, hören Hörspiele und wuseln so vor uns hin.

Wir zünden Adventskerzen an.
Wir essen Mandarinen und Marzipankartoffeln.
Wir hören Pentatonix und Rolf Zuckowski.
Wir summen „Oh Holy Night“ und „In der Weihnachtsbäckerei“.
Wir freuen uns jeden Morgen über ein neues Türchen.

 

Die Kinder haben jeden Tag einen Gutschein für uns.

****

Mal schaffe ich, ein paar Blätter im Garten zu harken. Mal schaffe ich, Wäsche zu waschen und sie auch im gleichen Monat zusammengefaltet wieder in den Schrank zu legen.

Mal schaffe ich, etwas zu backen oder ein Fenster zu putzen, damit die Kinder es mit Sternen bekleben können. Mal schaffe ich, mit einer Freundin ein paar WhatsApp-Nachrichten hin und her zu schreiben, ohne dass inzwischen Tage vergehen.

Fast alle Geschenke der Kinder sind schon da und auch eingepackt. Das ist früh in diesem Jahr.. aber die Gefahr, dass etwas gefunden wird, war mir zu groß.
Als die großen Jungs am Wochenende also bei Oma und Opa waren, haben wir eingekauft und gleich verpackt und beschriftet. Kann sich ja sonst kein Mensch mehr merken, was wo drin ist.

Am Wochenende wollen wir auf den Weihnachtsmarkt gehen, Plätzchen backen und das Lebkuchenhaus bauen – und dann könnte es sein, dass am 10. Dezember schon fast alle Weihnachts-Aktionen abgehakt sind und wir uns auf Weihnachten freuen können.

****

Emilian geht gern in die Schule, wenn er nicht gerade krank ist. Er lernt viel und ist ein guter Schüler. Zuhause begeistert er uns mit sehr viel Witz und Humor, mit einem guten Gedächtnis, mit Intelligenz und wirklich guten Dance-Moves.

Liam ist ein großer Vorschul-Junge geworden. Er hat Feuer unterm Hintern, er hat eine blühende Fantasie, viel Mitgefühl und jede Menge gute Ideen. Er kann genauso gut eine durch den Garten sausende brüllende Kanone sein – aber auch der kleine blonde Junge, der an meiner Hand geht und philosophisch über die Welt nachdenkt.

Jari ist ein sehr fröhlicher und süßer kleiner Kerl. Mit fast 11 Monaten macht er erste Schritt-Versuche, hat keinen einzigen Zahn und wird hier von einem mehr geliebt, als vom anderen.
Jeder hat mit Jari so sein Ritual, sein Spiel.
Er juchzt vor Freude, wenn die Brüder den Raum betreten, er ist am liebsten immer an einem von uns dran – und keiner kann ihm für sein Klammern böse sein.
Nachdem wir den letzten der drei übriggebliebenen kleinen Nuckel auch verloren hatten, konnten wir ihm endlich endlich die nächste Größe angewöhnen. Statt kleiner durchsichtiger Nuckel, die nie irgendjemand wiedergefunden hat, habe ich jetzt große Nuckel am Bett, die im Dunkeln leuchten!!

Er versucht, einen Brotkrümel aufzuheben

Es ist schade, dass der Haushalt und die to-do-Listen in jede kleine Lücke gepresst werden müssen – aber diese Entschleunigung und Ruhe tut uns wirklich gut.

Ich bin gestern und heute lange mit den Jungs durch die Stadt spaziert. (Unser Auto ist nämlich in der Werkstatt…) Wir haben gefüllte Stiefel bei dm abgeholt, die ich gestern heimlich abgegeben hatte. (Rätselhafte, Stifte, Badeschaum und eine Orange war drin. Keine Süßigkeiten. Das finde ich ganz toll.)
Wir haben PokémonGo gespielt und uns die Weihnachtslichter angeguckt.

Wir lesen zuhause immernoch unsere Korsika-Reisebücher – gerade ist „Karlsson vom Dach“ dran. Weder die Jungs noch ich kannten die Geschichte bisher, und so lachen wir über den kleinen dicken Mann, wir sagen „Das stört doch keinen großen Geist!“ und verdrehen die Augen über die Streiche, die Karlsson spielt.

Jari hat im Wohnzimmer ein Spiele-Schubfach bekommen und entdeckt so langsam Autos, Würfel und Bücher. Er hat eine Box mit 9 kleinen Büchern von meiner Oma bekommen. Er stürzt sich juchzend darauf und kann es kaum erwarten, die Bücher auszukippen. Solche kleinen Wiederholungs-Spiele, wie umkippen, runterfallen lassen, wegschmeißen machen ihm gerade richtig Spass.

Zusammen haben wir ein neues Spiel ausprobiert, das Ravensburger uns zur Verfügung gestellt hat. Dabei geht es um Schnelligkeit und ganz viel Spaß. Seht selbst:

Ich wünsche euch und uns
Gesundheit, Ruhepausen
und eine entspannte Vorweihnachtszeit!

Keine Kommentare »

Hallo Dezember!

Mit einigen Umwegen sind wir inzwischen auch in schöner Weihnachtsstimmung angekommen.
Ein krankes Kind, viele Vorbereitungen und wenig Schlaf haben die Stimmung ein bißchen gedrückt..

… aber wir haben das Haus geschmückt, Lebkuchen-Anhänger von Frau Frische Brise und Schoko-Minz-Kekse von Pia gebacken. Diese beiden Rezepte meiner Blogger-Kolleginnen werden für immer zu unserer Weihnachtszeit gehören. Genauso gehört die Musik von Pentatonix und Rolf Zuckowski dazu.

Die ersten Schnee-Bilder von Freunden im Internet, das Öffnen des 1. Türchens heute Morgen und die vielen Heimlichkeiten und Bastel-Arbeiten machen die Stimmung perfekt. Ach ja, Dezember!

Im Dezember werde ich…

… Kerzen anzünden.
… Plätzchen backen.
… die Kinder für ein Wochenende zu Oma und Opa bringen.
… mit dem Mann Geschenke einkaufen. Offline.
… ein Lebkuchen-Haus bauen.
… Weihnachtsfeiern feiern.
… noch an den wunderschönen Kino-Film von gestern denken.
(Wir durften die Vor-Premiere von „Bo und der Weihnachtsstern“ sehen!)
… Sterne an die Fenster kleben.
… Weihnachtsgeschichten vorlesen.
… den 1. Geburtstag meines Neffen feiern.
… mit der Familie zusammen sein.
… 11 Monate mit Jari feiern.
… viele kleine Kinderschuhe befüllen.
… in die Bücherei gehen.
… mit den Kindern auf den ersten Schnee warten.
… Geschenke verpacken.
… mich an den glücklichen Kindergesichtern erfreuen.
… zur Ruhe kommen und genießen.
… dankbar auf das Jahr 2017 zurückschauen.
… feierlich das Jahr 2018 begrüßen.

Keine Kommentare »

Aus meinem Kopf-Chaos

Irgendwie hat sich mein Kopf-Chaos nicht so richtig beruhigt, nachdem mein Mann wieder bei uns gelandet ist. Der Grund dafür ist: In ein paar Tagen geht es für uns auf eine große Reise.
Zu fünft im Auto, ungefähr 1.400km.

Das an-alles-Denken-müssen und dazu nicht-gut-schlafen-können ist eine ganz schlechte Kombination.
Nachdem ich also mehrmals meine Gedanken einfach nicht mehr ordnen konnte und schon eine midlife-, Stress- oder sonstige Krise herannahen sah, hat mein Mann, der tolle Coach, sich mit mir hingesetzt, mir lange zugehört und dann eine große Liste für uns beide erstellt. Jetzt wissen wir, wer wann was machen möchte und kann und muss.

Bücher zur Bücherei bringen und neue Vorlese-Bücher für die Fahrt holen, Baby-Reisepass holen, Nägel lackieren für den Strand (ich, nicht er), Brei für Jari planen und kaufen, Kinderzimmer aufräumen, Koffer packen, Auto packen, Route festlegen… und sowas eben.

Und so sehr wir es auch lieben, Listen abzuhaken… mit einem kleinen Baby läuft der Zeitplan meist doch anders. Die Tage sind gefüllt von „Ich komm‘ hier zu nix!“ und „Ja.. das wollte ich heute eigentlich schaffen!“

Ich bin heute (in der größten Oktoberhitze übrigens) mit Jari gelaufen… zum Einkaufen, zur Schule, zum Einkaufen, zur Kita… und ich war über 3 Stunden unterwegs. Zwar glücklich und in Flipflops, aber.., ne?

Es ist wirklich anstrengend – und es wird sich zuspitzen, bis wir endlich alle im Auto sitzen, Berlin hinter uns lassen, die ersten Brote auspacken und ab in den Süden fahren!

Mein Mann hat mir ein Schmuckstück aus Kalifornien mitgebracht. Einen goldenen Armreif, auf dem ganz miniklein und unscheinbar „Choose Joy“ steht. Und ich trage ihn an jedem Tag. Und ich lese diese beiden Wörter und entscheide mich für die Fröhlichkeit. Zufriedenheit. Dankbarkeit.

Eine glückliche Mutter ist eine bessere Mutter

Wie oft habe ich das schon hier geschrieben? Auch für mich! In den letzten Wochen traf das nicht so oft auf mich zu.

Und so entscheide ich mich im größten Chaos,
trotz dreckiger Küche (sowas mache ich selten und ungern),
trotz schmutziger Böden (es ist rekordverdächtig, wie lange unser heller Küchenfußboden nicht gesaugt wurde),
trotz riesiger, riesiger! Wäscheberge,
trotz unbarmherziger Listen…

… Spass zu haben. Zeit mit den Jungs zu verbringen. Zu lachen. Dazusitzen. Jari zu knutschen. Eine Atempause zu haben. Ein selbstgekochtes, neues Mittag von meinem Mann zu genießen. Auf der Couch einzuschlafen. Mein Hörbuch zu hören.

Die beiden Jungs sind heute nach Schule und Kita lange durch den Garten gestromert. Sie brauchten einfach sich und Ruhe. Platz und Sonne war auch da.

Irgendwann bat ich Emilian, mal auf den Kirschbaum zu klettern und alle Blätter abzuschütteln. Wenn ich irgendwann mal Zeit zum Laub harken hätte, sollte es sich wenigstens lohnen. Als Liam dann sah, wie viele Blätter da heruntersegelten, flitze er in den hinteren Teil des Gartens, holte eine Harke und begann zu harken.

Später riefen sie mich. Sie hatten mehrere kleine Eimer mit Laub gefüllt und wollten, dass ich die Eimer in die große Tonne leerte, weil sie sich vor dem Gestank, der angeblich aus der Tonne kam, ekelten. Und so ging das ein paarmal.

Jari war im Wohnzimmer eingeschlafen, ich fand die Luft draussen so gut und als die beiden Herren verkündeten, sie „hätten jetzt Feierabend“, schnappte ich mir die Harke. Es lag wirklich nicht mehr viel Laub auf dem Boden.

Und die beiden Jungs saßen neben mir auf der Gartenbank, Arm in Arm (wirklich!) und Liam sagte: „Ich erinnere mich grad, wie wir hier draussen im Sommer zusammen gegessen haben…“ (sehnsuchtsvoller Blick).

Ich harkte meine Kirschblätter weiter zusammen, glücklich darüber, das erste Mal in Flipflops Laub zu harken und glücklich über eine tolle neue Harke, die wir vor ein paar Wochen bei Lidl für 3 Euro aus der „Alles muss raus“-Kiste gegriffen haben.

Weil ich mich davor ekele, das nasse Laub mit den Händen in die Tonne zu werfen, bat ich die Jungs nochmal um Hilfe. Liam entschied gönnerhaft, seinen Feierabend um eine Stunde zu verschieben – und wir hatten viel Spaß dabei, die Blätter in den Eimer und dann in die Tonne zu schmeißen. So richtig mit in-den-Laubhaufen-schmeißen und die-anderen-mit-Blättern-abwerfen und so.

Nach kurzer Zeit hatten wir fast den ganzen Vorgarten geharkt und ich stellte begeistert fest, dass die Jungs in diesem Jahr zum ersten Mal wirklich eine Hilfe waren. Nicht diese „Mama, ich helfe dir und du musst dich aber tausendmal bücken und alles dauert viel länger und du hast eigentlich doppelt so viel Arbeit“-Hilfe, sondern es ging wirklich, wirklich schneller und ich hatte weniger Arbeit.

 

Am Abend nahm ich mir einen weiteren Punkt meiner Liste vor. Er war zwar nicht für heute vorgesehen, aber es passte dann einfach gut.

Vor einer Weile habe ich begonnen, im Internet (Danke an unzählige Pinterest-Mamas!!!) nach Ideen für Beschäftigungen auf langen Autofahrten zu suchen.
Weil wir etwas mit Reiseübelkeit zu kämpfen haben und ich nicht viel Extra-Zeug mitnehmen wollte, habe ich heute ein paar Such-und Spiel- und Bingo-Listen für die Jungs ausgedruckt und einlaminiert. (Passende Stifte habe ich heute auch gekauft!)
Und diese Listen wollte ich euch mal zeigen:

Das habe ich alles auf Pinterest gefunden und ich bin sehr glücklich darüber! Natürlich werde ich euch erzählen, ob mein Plan aufging. Auf Facebook und Instagram werde ich sicherlich auch mal zwischendurch ein Lebenszeichen von uns schicken.

Eine andere Pinterest-Idee habe ich meiner Mama geschickt und die hat sie sofort umgesetzt:

Seht ihr, was das ist?
Ein Waschlappen, natürlich, mit Nähten.
In dem Waschlappen sind drei verschieden große Murmeln drin und die Nähte bilden ein Labyrinth.
Sicherlich werden die Jungs sich damit nicht 15 Stunden beschäftigen, aber wenn sie mal nicht nach unten sehen oder denken wollen, wird das eine perfekte ruhige Übung sein.

Ausserdem gibt es kleine Süßigkeiten und Überraschungen. Meine Tante hat sogar Tüten mit Büchern geschickt. Wir werden Hörspiele hören, schlafen, vorlesen und essen.

Weil ich das Laminiergerät gerade am Wickel hatte, habe ich den Kindern noch einen Wunsch erfüllt. (Der fällt jetzt wieder eher in die Kategorie „Choose Joy, obwohl auch andere Aufgaben dran wären“)

Zusammen haben wir schöne Blätter gesammelt und gepresst. Ich habe sie einlaminiert und werde sie ausschneiden. Dann hängen wir sie an die Fenster oder an eine Schnur vor das Fenster.
Und bestimmt auch im nächsten Jahr werden die Blätter aus der Herbstkiste kommen und uns eine Freude machen.

Und so wechseln Anspannung und Entspannung, Zeitrduck und Langeweile, Vorfreude und Sorge, Aufregung und Stress sich ab.

Ich werde mich aus dem Urlaub oder nach dem Urlaub mit tollen Fotos und Berichten hier wieder melden. Bestimmt.

Keine Kommentare »

Warten, warten, warten..

Schule, Kita und Home-Office laufen wieder. Der Wochen-Alltag läuft genauso weiter wie im letzten Jahr und wir versuchen, wieder Schritt zu halten. Vor allem ich. Eigentlich nehme ich jetzt lieber mal das Auto und lasse den Mann die zu-Fuß-Dienste übernehmen.

Es ist jetzt nicht so, dass ich in jeder Minute in mich horche und auf das Baby warte – aber dass es in den nächsten Wochen jederzeit losgehen könnte, wissen wir auch.

Ich bin echt glücklich, dass zuhause alles vorbereitet ist. Und ich bin ein bißchen überrascht, wie oft ich einfach auf der Couch liege und – nicht viel tue. Einige Nächte sind so schlecht, da brauche ich einfach einen Mittagsschlaf. Die langen, langen Nächte, in denen wir alle komplett durchschlafen konnten, sind schließlich bald vorbei. Und wir konnten mit unseren Jungs fast immer gut schlafen.

Immer und immer wieder denke ich daran, wie und wann und vor allem, wo es wohl losgeht. Ich denke an die Geburt und versuche, mich an Einzelheiten der letzten beiden Geburten zu erinnern. Ich versuche, abzuschätzen, zu hoffen oder sogar die Geschehnisse mit meinen Gedanken dazu zu zwingen, schön und einfach zu werden.
Ich denke manchmal, dass ich mit zwei Geburten ein bißchen Erfahrung und Gelassenheit haben könnte… und ich weiß aber, dass jede Geburt anders ist und ich überhaupt nichts planen kann! Gerade das dritte Kind soll ja so überraschend sein, höre ich immer wieder. Ich weiß, dass ich vorher schon Angst hatte und aufgeregt war – ich weiß aber auch, dass ich schon am nächsten Tag alles nicht mehr so schlimm fand. Das sind so Erinnerungen, an die ich mich klammere.

Es ist wunderschön und gleichzeitig zum verrückt-werden, dass ich in dieser Situation einfach gar nichts planen und vorher wissen kann. Es gibt nicht viele Momente im Leben, in denen ich echt unentspannt und unsicher bin – aber das jetzt ist so eine.
Ich hoffe und vertraue, dass alles gut wird, so wie es wird. Dass es für mich und die Kinder und den Mann und die Babysitter passt. Es muss einfach.

Wir haben viele Notfall-Kontakte, die Freunde und Verwandten sind informiert, die Schul- und Kita-Pläne sind aufgeschrieben und Erzieher und Lehrer wissen Bescheid und fiebern mit. Spannend!

Es ist ja eigentlich auch so, dass mit der Geburt nicht alles vorbei und überstanden ist. Im Gegenteil vielleicht. Die kurzen Nächte, die Nach-Schmerzen, die neuen Alltags-Planungen und Emotionen mal fünf, die aufeinander treffen, fangen dann erst an! Aber da bin ich noch nicht.

Die beiden anderen Kinder kamen vor dem Termin und ziemlich überraschend – ich erinnere mich daran, wie ich mit dem neuen Baby nachhause gekommen bin und eigentlich war alles so wie immer. Aber andererseits auch gar nicht. Einige Listen oder Aufgaben lagen da, Wäsche und Zeug in der Küche stand herum, weil wir einfach so aufgebrochen sind. Und dann kam ich zurück, immer nicht viel später, und trotzdem war alles so komplett anders!

Wie oft ich daran denke, wie es wohl sein wird, zum ersten Mal mit dem kleinen Bruder nachhause zu kommen! Vielleicht sind die Jungs im Bett, vielleicht in der Schule und Kita, vielleicht haben wir schön viel Zeit und Ruhe, um zu fünft in unserem Haus anzukommen. Haach, ist das aufregend! Diese Gedanken und Träume, die ich mir ja wahrscheinlich realistischer vorstellen kann, als die Geburt, geben mir gute Laune und Kraft.

Für meinen Mann steht in der nächsten Woche eine Dienstreise im Kalender. Von Sonntag bis Donnerstag.
Ich sag euch, das ist eine Entscheidung, die es in sich hat.
Habt ihr euch als werdende Mama mal gefragt, wen ihr im Notfall mit ins Krankenhaus ZUR GEBURT nehmen würdet?

Es gibt da schon Menschen, die ich mitnehme würde. Es gibt auch Leute, die bei mir schlafen könnten, mich fahren könnten, die mich fahren wollen, des Tempos wegen, die die Jungs bringen und holen könnten.. Aber das passt nicht immer zu jeder Tageszeit. Da müssen eigene Dienste beachtet und eigene Kinder versorgt werden. Und dann hab ich im Hinterkopf, wie flott meine Geburten sein können und dass das dritte Kinder bei meiner Mama am allerschnellsten kam…

In den letzten Tagen habe ich mich stündlich umentschieden.
„Klar, du kannst fahren. Es fühlt sich noch nichts nach Geburt an.“
„Nein, du fährst auf gar keinen Fall. Ich schaff das nicht!!!“
„Ach, bestimmt ist alles ruhig. Du fährst einfach.“
„Lieber doch nicht. Stell dir mal vor, dass Baby kommt schnell zuhause oder in einem fremden Auto…“

Also, ich bin stark und es fälllt mir schwer, um Hilfe zu bitten und Hilfe anzunehmen. Und ich kriege als Mama viel auf die Reihe. Aber in dieser Woche kam ich da an meine Grenzen. Im Moment haben wir uns zu 99% entschieden, dass mein Mann hier bleibt und per Webcam an seinem Seminar teilnimmt. Sowas geht ja heut alles.

Und ich bin erleichtert, wie gut es mir seitdem geht! Wirklich. Ich bin viel entspannter, ich habe weniger Panik vor der Geburt und bin wieder gelassener. Viel gelassener.
Es geht eben um eine Geburt, um ein drittes Kind, um Schmerzen und unmenschliche, außergewöhnliche Zustände… und da brauche ich meinen Mann an meiner Seite!

Ich mache hier im Haus viele Dinge bewusst „zum letzten Mal“.
Zum letzten Mal, bevor wir fünf sind.
Beim Haare waschen und Nägel lackieren denke ich: Ist das jetzt das letzte Mal?
Ich habe die Bäder geputzt, Wäsche gewaschen, Türen und Schränke gewischt, Zimmer entrümpelt… Alles andere kommt dann zum Frühjahrsputz dran und bis dahin kann und will ich mir Zeit für uns, für das neue Kindchen und für mich nehmen. Ob das funktioniert?

Es ist nicht so, dass sich jede Sekunde nur um das Baby dreht. Das möchte ich für mich und für die Jungs jetzt noch nicht.
Hausaufgaben, Schlafenzeiten, Mittagspause, Verabredungen und Einkäufe laufen weiter, wie bisher. So lange es geht.
Aber andererseits bietet sich die Jahreszeit eben auch an, innezuhalten, zu genießen und zu warten, auf den Frühling zum Beispiel…

Und in ein paar Tagen wird der kleine Bruder hier einziehen!

Keine Kommentare »

WmdedgT?

Es gibt Blogger, die immer am 5. des Monats aufzählen, was sie so gemacht haben. Das heißt dann: „WmdedgT?“ (Was machst du eigentlich den ganzen Tag?)
Ich konnte und wollte bis jetzt irgendwie noch nicht mitmachen, aber weil ich zur Zeit so wenig zum Bloggen komme und hier so viel passiert, erzähle ich euch, was ich heute eigentlich alles so gemacht habe:

Mein Wecker klingelte um 6:40 Uhr. Beim gestrigen Elterngespräch bekamen wir zwar viele Lobesworte über Liam zu hören, allerdings bat man uns, ein bisschen früher in die Kita zu kommen. Diese Uhrzeit auf meinem Wecker war also neu, aber noch nicht ganz so früh, wie ich eigentlich gern aufstehen würde. Spätestens im September..

Es gab schnell Paprika, Birne und Kaffee, weil die Jungs beide in der Kita Frühstück bekommen würden und weil wir so eben mehr Zeit hatten. Außerdem bekamen wir gestern zum ersten Mal eine Bio-Kiste geliefert. Später mehr dazu, aber so gab es zum Frühstück eben Birne.

image

Auf dem Kalenderblock von „Der Sendung mit der Maus“ ging es um eine Sonnenfinsternis und wir unterhielten uns über Planeten und Licht und Schatten.

Mein Plan ging auf, Papa durfte ausschlafen und guter Dinge zogen wir uns rechtzeitig an und los in Richtung Kindergarten. (Wenn es nämlich zu knapp fürs Büro wird, smse ich den Lieblingsmann aus dem Bett und er bringt die Jungs in die Kita) Es kam mir draußen nicht mehr ganz so kalt vor und ich wünschte, ich hätte etwas mehr Zeit für Frühlingsgefühle.

image

 

Angesichts des leeren Fahrradständers quiekte Liam vor Freude, denn scheinbar war noch kein Kind vor uns mit dem Rad gekommen und wir hatten freie Platzwahl.

Weil Liams Erzieherinnen noch im Gespräch waren, brachte ich beide Jungs in den Gruppenraum von Emilian. Die Trennung fällt ihm seit ein paar Tagen nicht so leicht, aber heute, mit Liam an der Hand und noch vielen letzten Umarmungen, ging es. Ich hatte gut geplant, war im Zeitplan und konnte im Fahrstuhl noch die letzten Tränchen trocknen.

Auf dem Fahrrad traf ich unterwegs bekannte Mütter und kam kurz vor dem Chef im Büro an. Vor ein paar Tagen hatte er darum gebeten, bei Dienstbeginn um 9:00 Uhr bitte um 8:50 Uhr zu erscheinen. Für viele vielleicht selbstverständlich, für uns sind das kostbare Minuten, die irgendwie in den Morgen passen müssen. Weil aber der Fahrradweg auch nur 10 Minuten lang ist und ich nicht auf Bus-Abfahrzeiten und Ampeln (naja…) angewiesen bin, kriege ich das hin.

Bis ich einen „richtigen“ Arbeitsauftrag bekam, half ich so hier und da. Viele Abläufe müssen genau erklärt und gezeigt werden und so dauert es manchmal eine Weile, bis sich mir wieder ein neues Gebiet erschließt und ich selbstständig arbeiten kann. Mit Hilfe einer Vorgabe meiner Kollegin schrieb ich dann 40 Rechnungen, zeigte sie dem Chef, unterschrieb sie und … wollte sie gerade in Briefumschläge stecken. In dem Moment (und kurz vor Feierabend…) trat dann aber der Chef an meinen Tisch, um mir feierlich zu eröffnen, dass ich morgen zum ersten Mal allein im Büro sein würde. Er erklärte mir einerseits hundert Dinge, auf die ich zu achten hatte und andererseits hundert Dinge, die ich in meinen unglaublichen 3 Arbeitsstunden am Freitag erledigen könnte…
Bis zum Feierabend schaffte ich dann mein anderes Zeug nicht mehr ganz… ich blieb länger und hab ja morgen noch Zeit für den Rest 😉

Die frische Luft auf dem Rad tat mir gut. Ich mag diesen Job, weil ich komplett abschalten kann. Als Mutter als Erzieherin zu arbeiten, hätte vielleicht mehr mit meiner Leidenschaft zu tun gehabt, aber auch mehr an meinen Kräften gezehrt. Im Büro tauche ich ein und bin da. Genauso tauche ich dann auch wieder auf und bin weg. Sozusagen.

Zuhause erwarteten mich frisch geschmierte Brote. Ich saß einfach nur so da, still, bis mein Mann fragte, ob ich krank sei. Aber von 24 Stunden sind 3 Minuten Stille eigentlich gar nicht schlecht. Wir tranken einen Kaffee zusammen und eine Freundin rief an und fragte, ob sie spontan mit Kuchen vorbei kommen könnte. Klar!

Ich schnappte mir das Fahrrad, um die Jungs abzuholen. Wenn es schon so 14:30 Uhr ist, vermisse ich sie bis dahin richtig. Ich liebe es, sie gut gelaunt zu sehen und mit ihnen Pläne für den Nachmittag zu machen. Heute wollten wir Ostereier bemalen. Papa hatte mit ihnen ein paar Eier ausgeblasen – und eine Tatsache wie diese lässt mich im Büro so gut abschalten.

Wir besprachen mit Liams Erzieherin, dass er morgen die DiscoLampe + Gitarre mitbringen könnte. Das Elterngespräch hat beiden Seiten ein paar mehr Facetten des kleines Liams gezeigt und nun wollen beide Seiten den Liam kennenlernen, den sie noch nicht kennen. Sozusagen.

Durch ein bißchen Sonne radelten wir nachhause. Nach so einem langen Kita-Tag verschwinden die Jungs gern mal einfach im Zimmer oder im Garten. Und dann spielen sie und ruhen sich aus.
Unsere Freundin kam mit viel leckerem Kuchen und wir redeten eine Weile.

Emilian grub eine Lego-Anleitung wieder aus und Liam verschwand im Playmobil-Leben. Das Ostereier-Ding verschoben wir auf morgen, stattdessen gab es für Emilian ein Hörspiel, für Papa eine Pizza und Liam und ich fuhren schnell zu dm. Ganz stolz zog er seine neuen Schuhe an, zu den ich euch auch noch ’ne Geschichte erzählen muss:

Im Oktober bewarb ich mich auf dem Blogger-Café für Eltern für einen Produkttest. Winterschuhe sollten es sein… aber es kam erstmal gar nichts. Später verzögerte sich die Aktion, weil zuerst Schuhe für Flüchtlingskinder hergestellt wurden. Ich muss ja sagen, dass das den Laden für mich nur sympathischer machte.
Es gab noch einmal Probleme mit der Zustelladresse und außerdem kamen die Schuhe aus der Schweiz… und dann wurde es März… und ich erinnerte mich an die Schuhgrößen, die ich für die Jungs angegeben hatte. Die Schuhe für Emilian hätte ich ja zur Not Liam im nächsten Winter geben können… vielleicht.
Und dann kam das Paket mit so einem lieben Brief.. und in den Boxen waren wunderschöne, absolut stylische, moderne Halbschuhe. Aaaah! (Später mehr auch dazu!)

image

Liam war beim Einkaufen ganz aufmerksam und geduldig – bis er sehr dringend aufs Klo musste.
Bei dm gab es mal eine Kundentoilette, irgendwann.
Ich hatte keine Lust, mich zu beeilen, weil es offensichtlich sehr dringend war. Und so tat ich, was ich noch nie getan habe und auch so eigentlich nicht tun wollte. Ich legte ihn auf den Wickeltisch und schnallte ihm noch einmal eine Windel um. Das Gefühl kam ihm überhaupt kein bißchen mehr vertraut vor und er fragte mich dann laut und ernst, wie denn das „Geschäft“ in die Windel kommen könnte, wenn doch die Unterhose auch da wäre. Und so.
Kurz vor der Kasse „ent-wickelte“ ich ihn dann wieder, mein Plan war aufgegangen und Liam konnte sich mit Sicherheit nicht mehr erinnern, dass er jemals in echt Windeln getragen hatte…

Als wir wieder zuhause waren, gab es ein schnelles Abendbrot, Liam schnippelte sich eine Paprika und der Mann verschwand zur Bandprobe. Ziemlich schnell waren die Jungs im Bett und ein „Ich schlaf jetzt, Emilian!“ war das letzte, was zu hören war. Ich schnappte mir den Staubsauger und setzte mich danach an diesen Blog-Eintrag.

So ein voller Tag – und noch dazu vergeht keine Minute, in der ich nicht an die Kindergeburtstage denke.

Der Mann verreist am Sonntag Abend und so habe ich zumindest Liams Kitafrühstück + Party allein in der Hand.
In der Kita fragen die Eltern nach Geschenk-Ideen.
In letzter Minute füllen wir die Amazon-Liste mit kleinen Wünschen.
Überall in der Küche flattern Listen mit Snack-Ideen, Gästelisten, Pinterest-Links und Kinderspielen.
Zwei Jungs-Geburtstage innerhalb sechs Tagen haben Vor- und Nachteile.

Ich würde gern die Terrasse fegen, Frühlingsblumen pflanzen, Kuchen backen und Bücher lesen… Weitere Testprodukte mit Rabatt-Codes für euch liegen hier herum – später mehr. Nach Ostern spätestens nehme ich mir Zeit dafür!

image

Backen, Schminken, Lesen, Fotos der Kinder sortieren, Karten schreiben…
(Keine Ahnung, warum da Hanteln liegen)

Ich merke, wie sehr ich das alles jetzt aber auch liebe. Meine Jungs, ihre Wünsche, ihre Partys und Freunde, Essen planen und machen… Dazu die Sonne und Pinterest und gute Freunde an der Seite – perfekt!

Jeden Tag blättern die Kinder Kataloge („Wunschbücher“) durch und kreuzen großzügig an. Es fällt mir schwer, unser mini-Einkommen jetzt so zusammenzuhalten, aber die Bio-Kiste und die wunderbaren Schuhe zeigen mir wirklich, wie Gott uns versorgt und weiß, was wir wann brauchen.

Unser Wochenende wird voll und toll, am Samstag werde ich Fotos für euch machen und dann geht die Geburtstagswoche los!

Keine Kommentare »