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12 Monate mit Jari

auf 20. Januar 2018

Morgen feiern wir den 1. Geburtstag von Jari!

Wir freuen uns darauf und sind sehr glücklich über den kleinen Bruder. Besonders ich hänge jetzt in Gedanken immer mal wieder im letzten Januar. Diese Tage des Wartens, diese Ungewissheit, die Vorwehen und der erste Besuch im Krankenhaus, Fehlalarm. Dann diese Blitz-Geburt und mein dritter Sohn in meinen Armen.

Trotz aller Aufregung wird das aber wohl der ruhigste Geburtstag aller 12 Kindergeburtstage, die ich schon gefeiert habe.

Jari ist gesund und glücklich. Er hat alles, was er braucht! Er selbst spürt von der Aufregung nichts. Wir werden morgen einfach die Gelegenheit nutzen, die Familien wieder an einem Tisch zu haben, Käsekuchen essen und uns über Jari freuen.
Es gibt ein Geburtstags-T-Shirt und Luftballons.
Mehr nicht.

Diese Entspannung und Zufriedenheit, die ich gleich nach der Geburt des dritten Kindes geübt und genossen habe, hält bis jetzt.
Sicher trägt unsere Erfahrung und Ausgeglichenheit, auf jeden Fall aber auch die größer gewordene Familie und die Hilfsbereitschaft der Jungs dazu bei. Wir haben uns zu fünft gut gefunden.

Trotz der drei Krankenhaus-Besuche war das Jahr mit Baby ganz toll. Urlaube, Ausflüge, Partys, Wanderungen… haben wir alles gut geschafft.
An den überraschenden Wechsel zur Flaschen-Nahrung haben wir uns trotz erster Schockstarre gut gewöhnt. Noch immer bekommt er ein paar Flaschen am Tag und das können wir inzwischen mit links, mit Baby auf dem Arm und fast blind anrühren.

Noch immer schläft Jari im Beistellbett an unserem Bett – ich glaube, inzwischen länger als die anderen beiden damals. Er wird nachts noch ein- oder zweimal kurz wach. Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass er noch da schläft. Auch wenn Durchschlafen wirklich wirklich toll wäre – dieses in-der-Nacht-aufstehen-und-rumlaufen kann ich nicht. Geht nicht.

In diesen Tagen jetzt kommt der erste Zahn!
Aber selbst dieses kleine Drücken im Mund lässt ihn nicht sehr quengelig werden. Natürlich ist er manchmal weinerlich, hungrig, müde, erkältet, unruhig oder ängstlich – aber die meiste Zeit ist er zufrieden und fröhlich, übermütig und schelmisch – und immer in der Nähe von einem von uns.

Ich schrieb mal, dass ich nicht sagen kann, wer von uns Jari am meisten liebt. So ist es noch immer.
Und diese Liebe wächst, je mehr „etwas mit Jari anzufangen ist“ und er die Liebe erwidert. Er ist soo glücklich, wenn er im Zimmer der Jungs spielen kann – und sogar in ihr Bett darf. Niemand kann ihn so zum Lachen bringen wie Emilian oder Liam!
Wenn er den Schlüssel in der Tür hört und weiß, dass Papa nachhause kommt, dann fliegt er fast zur Tür. Und auf Papas Arm, da ist sein liebster Platz!

Noch immer „krabbelt“ er mit einem Bein und zieht das andere hinterher. Irgendwie. Aber eigentlich kann er längst laufen. Wenn er die Hände voll hat oder vergisst, dass es zwei freie Schritte vom Stuhl zur Couch sind, dann läuft er diese Schritte, ohne nachzudenken.

Er beginnt langsam, Bücher irgendwie aufzuklappen und anzuschauen. Er liebt es, an einer Zahnbürste zu lutschen (an einer neuen), oder sich auch mal das Zahnpasta der Jungs aufs T-Shirt zu drücken, während ich dusche.
Mehrmals am Tag nutzt er eine freie Sekunde, um die Treppe hochzuklettern. Das macht er sehr gut und sicher, aber seit letzter Woche gucken wir doch genauer hin. Er ekelt sich vor Körnerkissen. Sehr!
Er lernt sehr schnell. Wenn er beispielsweise meine Hanteln im Wohnzimmer findet, nimmt er sie in die Hand, versucht meine Bewegungen nachzuahmen und dreht sich zum Bildschirm um, um den Fitness-Film zu suchen.

Den Augenblick der verdächtigen Stille kennen wir, genau so seine Töne, die wichtig erzählen und berichten wollen, seine Beschwerde-Rufe und sein Such-Ton. Mit komischem lauten Krächzen zeigt er, dass er ungeduldig oder hungrig ist. Wir erinnern ihn an unsere Babyzeichen und er macht erste Versuche, sie nachzuahmen.

Im Moment lachen wir alle sehr über seine Mund-Pups-Geräusche, sein Kopfnicken-üben, sein stolzes Klatschen einfach so und seine Grimassen. Er lacht neuerdings, in dem er den Mund weit aufreißt und laut die Luft einsaugt. So witzig! Er reißt die Arme hoch, wenn wir fragen: „Wie groß ist Jari???“

****

Wenn wir am Morgen aufwachen, sind Papa und Emilian schon auf dem Schulweg. Liam kommt dann ins Schlafzimmer und begrüßt Jari. Wie verschlafen Jari auch sein mag – wenn er am Morgen seine Brüder erblickt, leuchtet sein Gesicht.
Liam zieht ihm dann den Schlafanzug aus und nimmt ihn auf eine erste Erkundungstour mit, während ich ins Bad gehe.

Wir frühstücken entweder bevor, oder nachdem ich Liam in die Kita gebracht habe. Jari mag Toast mit Frischkäse oder Marmelade – neuerdings verschlingt er auch eine große Portion Haferflocken mit Obst. Trotz eigentlich keiner Zähne, haben wir inzwischen aufgehört, den Mittagsbrei zu pürieren und es schmeckt ihm. Er liebt es, mit zwei Fingern die Erbsen unter den Nudeln zu suchen.

Am Vormittag wuselt er um mich herum, spielt hier, sabbert da, entdeckt seine Schätze und genießt es, Mama und Papa allein zu haben.

Wenn er müde wird, bekommt er entweder sein Mittag oder, wenn es schneller gehen muss, eine Flasche. Denn der Abhol-Gang beider Jungs dauert manchmal bis zu zwei Stunden. Wenn Jari satt und warm im Kinderwagen liegt, kann er da bis zu drei Stunden schlafen. Meist ist das sein Mittagsschlaf, an frischer Luft. Es kommt aber auch vor, dass er tagsüber zwei kürzere Schläfchen auf der Couch macht.

Am Nachmittag verbringen wir die Zeit zuhause, wenn keine Termine anstehen. Jari will überall dabei sein, wird mal gelockt und mal weggetragen, wird gefüttert und bespaßt, ausgetrickst und zum Lachen gebracht. Er ist immer im Mittelpunkt, obwohl unser Nachmittag sich nicht so sehr um ihn dreht, wie der Vormittag. Das ist ein deutlicher Unterschied zu den ersten beiden – aber uns fünfen geht es sehr gut damit.

Zu fünft essen wir Abendbrot, alle an einem Tisch, voll und gelebt vom Tag. Wir genießen den vollen Tisch, den Austausch und das Zusammen-sein.

Im Moment ist es so, dass wir viele Abend-Termine haben und einer von uns beiden meist allein die Kinder ins Bett bringt. Das sind erst gegen 20:00 Uhr die großen Jungs und Jari schläft unten auf der Couch oder auf unserem Arm ein, während wir schreiben, lesen, netflixen, reden, Sport machen, aufräumen oder chillen. Wieder gönnen wir ihm und uns diese Zeit zu zweit/dritt und beenden den Tag ganz ruhig.

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Diese letzten ersten 12 Monate mit Jari waren voll und schön. Er gehört so sehr dazu, dass wir uns ihn nicht mehr wegdenken können. Jeder von uns hat eine eigene Beziehung mit Ritualen und Besonderheiten mit ihm.
Oft fragen mich Mütter mit einem Kind, wie das so mit mehreren Kindern ist. Ob das Erste sehr vernachlässigt werden würde, wenn ein Zweites kommt? Ob das Herz genug Platz hat, man könne sich ja schließlich nicht teilen.

Es ist immer genug Platz im Herzen. Mit vielen Kindern wird die Liebe der Eltern nicht weniger, sondern mehr. Sie läuft über. Und dieser Bund zwischen Geschwistern verbindet ein Leben lang.


2 Antworten für “12 Monate mit Jari”

  1. Sieglinde Meyer sagt:

    Herzlichen Glückwunsch zu Jaris 1. Geburtstag. Ich freue mich mit Euch, Ihr lieben Eltern und Ihr lieben Brüder mit, dass Ihr so ein süßes und liebenswertes Geschenk vor einem Jahr von Gott erhalten habt. Ich wünsche Euch gemeinsam alles, alles Liebe. Gottes Segen und viel Freude. Herzlich Eure Sieglinde.

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