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Christmas like crazy

auf 5. Dezember 2014

Bevor der nächste Besuch in ungefähr 15 Stunden ankommt und ich in den nächsten Tagen sicher wenig Zeit zum Bloggen haben werde, schreibe ich euch noch schnell was.

Dieser Blog-Eintrag war nicht geplant.
Aber wir haben heute etwas erlebt.. und wir wissen nicht so ganz, was wir davon halten sollen.

Nachdem es uns die Entfernung von zuhause und das Wetter etwas schwerer gemacht hat, in Weihnachtsstimmung zu kommen, geht das nach zwei kühleren Regentagen, der frühen Dunkelheit und den Adventskalendern etwas besser. Ein bißchen. Im Großen und Ganzen fühlt sich hier für uns nichts wie Weihnachten an.

Orange County ist sich aber nicht zu schade, es mal wieder richtig krachen zu lassen. Sowieso wird der kleinste Grund gefunden, Partys zu feiern und nachdem es an Thanksgiving kaum etwas zum Dekorieren gab, geht jetzt die Post ab. Hallo? Es ist Weihnachten! Aufgeblasene Schnee- und Weihnachtsmänner winken am Strassenrand, Tannenbäume werden verkauft, bekannte Weihnachtslieder tönen aus jedem Lautsprecher (I’m dreaming of a white christmas – Hä?), es gibt Apple Cider überall (was kein Vergleich zum heimatlichen Glühwein ist!) und es gibt Stiefel und Mäntel… aber das hatten wir ja im September bei 30 Grad auch schon. Jetzt sind’s halt 20 Grad.

Und dann gibt es Lichtershows.
Zeremonien, die wie Silvester gefeiert werden.
Jede größere Firma, die einen ansehnlichen Weihnachtsbaum zu bieten hat, lädt zum feierlichen „Tree Lighting“ ein. Zusammen wird von 10 rückwärts gezählt und -BÄM- Stecker rein und Licht an. So ähnlich ist das. Einige Einkaufszentren machen das von Thanksgiving bis Weihnachten ab 17:00 Uhr einmal in der Stunde. Dazu gibt es fetzige Musik, manchmal gibt es eine Disney-Weihnachts-Parade usw.

Der Weihnachtsbaum der Kirche wird morgen abend feierlich zum Leuchten gebracht – nebenbei gibt es Programm, sowas wie einen kleinen Weihnachtsmarkt und das Ganze dauert ungefähr 4 Stunden. Auf einer Seite im Internet wurden uns ein paar Lichtershows in der Nähe vorgeschlagen und für heute haben wir uns mal eine rausgesucht.

Nach ein paar Recherchen stellte ich fest, dass es sich dabei um geschmückte Privathäuser handeln muss, die so sehr leuchten, dass sie schon als Attraktion in Orange County gelten. Immer wieder gehörte diese eine Adresse zu den berühmten Lichtershows in Orange County. Wir fuhren los und kamen in eine Gegend, in der mindestens jedes zweite Haus für deutsche Verhältnisse sehr, sehr geschmückt war. Scheinbar hatten die Nachbarn sich da abgesprochen, denn sonst wäre das für einige vermutlich ein Grund, umzuziehen.

Die Lichter waren bunt, zierten die Häuser, Dächer, Fenster, Büsche, Bäume.. es blinkte nicht und war einfach sehr schön anzusehen. Die Kinder waren begeistert. Wir wussten aber, dass wir nach einem blinkenden Haus suchen mussten.
Wir bogen in eine Strasse ein…

Und da war es!
So ein Haus, wie man es aus den youtube-Videos kennt.. ihr könnt! euch! das! nicht! vorstellen!

 

Wir parkten, wie alle anderen, irgendwo in der Nähe und liefen zurück zum Haus.

Es war dunkel und die Lichter waren wunderschön zu sehen, nicht zu übersehen! Es gibt 212 Kanäle mit eingespeicherten Lightshows. Passend zu 18 verschiedenen Liedern. Über 120.000 blinkende Lichter. Die Musik kann man im Radio hören, wenn man einen bestimmten Kanal einschaltet. Sehr angenehm für die Nachbarschaft. Aus kleinen Boxen lief diese Musik leise am Strassenrand, sodass man Bild + Ton gleichzeitig genießen konnte, wenn man genau vor dem Haus stand.

 

Als wir da so standen und filmten und staunten und starrten, fiel uns auf, dass andere Besucher auch in das Haus gingen. Wir hinterher. Und was wir da sahen, machte uns sprachlos. Mich. Das passiert selten. Meine Worte, meine Videos und Fotos können nicht annähernd beschreiben, wie es im Haus aussah!

Das, liebe Freunde, war die VOLLE amerikanische Dröhnung. Aber richtig!

 

In dem Haus wohnt eine Familie, die.. sagen wir mal.. Weihnachten liebt. Sehr.
Es waren gerade nicht viele Besucher da, so konnten wir uns mit der Frau des Hauses unterhalten.

Schon seit 5 Jahren Jahren, immer am 19. August, fängt sie an, ihr Haus weihnachtlich zu dekorieren. Im August. Es ist nämlich so, dass diese Familie in diesem Haus wohnt. Das ist kein Museum. Aber es ist offen für Besucher. Auf dem Teppich klebt Folie, weil nämlich zwischen Thanksgiving und Weihnachten an jedem Abend zwischen 18:00 Uhr und 23:00 Uhr viele Menschen kommen, staunen und gehen.

Wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, was Wohnzimmer, Küche, Bad und Flur ist – vor allem aber sieht man Weihnachten. Die Frau hat kleine Dörfer mit hunderten Häusern aufgebaut. Wie bei einer Modell-Eisenbahn. Ein Mickey Maus Dorf, ein Dorf, wo die Spielzeuge für die Kinder zu Weihnachten hergestellt werden, der Nordberg natürlich mit Anna und Elsa, ein Zug der fährt, ein Rentier, das fliegt. Es gibt keine einzige Weihnachtsdekoration, die sie nicht hat! Rudolph, Schneemann, Weihnachtsbäume, glänzende Kugeln in allen Größen, Kunstschnee, Lichter, Spieluhren – es ist unglaublich!

 

 

Unsere Jungs weinten, als wir wieder gehen mussten.

Ich bin so beeindruckt von dieser Familie. Natürlich kann man sagen, sie haben einen kleinen… Weihnachts-Schaden oder so. Aber sie lieben es! Und sie wohnen dort! Oma und Opa begrüßen und verabschieden die Gäste an der Tür. Die Kinder rennen zwischen den Beinen der Gäste durch, die sich sogar vor den Bäumen und Tieren fotografieren. Die Hausdame wird nicht müde, mit einem Lächeln ihre Geschichte zu erzählen und zu betonen, dass ihr die vielen strahlenden Gesichter die Mühe wert waren. (Und ihr Mann ist übrigens Bürgermeister von Laguna Hills)

Und das glaube ich ihr!
Wisst ihr, warum?
Ich habe natürlich nach dem Haken gesucht, nach einer Spendenbüchse oder so.
Aber im Gegenteil: Vor dem Haus (haben wir später erst gesehen) stehen ein paar Gartenstühle neben einem kleinem Feuerchen. Der Hausherr (oder ein Freund) bietet einen Stuhl an und dann verteilt er heißen, leckeren Apple Cider und warme, selbstgemachte kleine Mutzen mit Puderzucker. Wie vom Weihnachtsmarkt in Berlin. Wie krass, oder? Sie öffnen ihr Haus einen Monat lang an jedem Abend (ausser montags) und versorgen die Besucher auch noch mit leckeren Kleinigkeiten. 100.000 Besucher waren es im letzten Jahr!

Im Flur stand eine Bank, die voll beladen mit Spielzeugen war.
Immer am Freitag können die Besucher ein neu verpacktes Geschenk mitbringen, um einer Organisation zu helfen, Kindern an Weihnachten eine Freude zu machen. Jedes Jahr werden ungefähr 2.000 Spielzeuge gesammelt.

Die Familie betont, dass es ihnen ganz allein darum geht, Kinder glücklich zu machen und ein Strahlen auf ihr Gesicht zu zaubern. Deshalb nehmen sie am Haus oder auf der Strasse kein Geld ein und deshalb bezahlen sie ihre Lichter und Dekorationen aus eigener Tasche.

Und deshalb haben sie einen eigenen Blog-Eintrag von mir verdient!

 

Wenn ihr mal in Orange County seid, geht in die 25473 Nellie Gail Road, Laguna Hills.

Hier ist die Homepage der Familie mit einigen Videos.

 

Und hier sind meine Videos:

 

Habt ihr Emilians Kommentar gehört?

 

 

 


Eine Antwort für “Christmas like crazy”

  1. […] zu Halloween, Thanksgiving und Weihnachten lassen es die Amerikaner aber richtig krachen. Und wie auch bei den anderen Festen genieße ich es, […]

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