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papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Soviel kostet ein Schulleben

Wir haben in dieser Woche die letzten neuen Schulbücher für Emilian bestellt und bekommen.
Zu meiner Zeit gab es die alten Bücher von der nächsten höheren Klasse – heute werden sie neu gekauft. Wir hoffen, dass der Duden vielleicht noch für ein nächstes Kind genommen werden kann – wenn die Lehrerin sich dann auch für den Verlag entscheidet.

Über 50€ haben uns die Schulhefte und -bücher für die 1. Klasse und jetzt auch wieder für die 2. Klasse gekostet. Dafür brauchen wir für die Materialliste jetzt nur teilweise neu einkaufen.

Habt ihr euch schon gefragt, wie teuer so ein Schulleben für ein Kind eigentlich ist?

Mir geht es so, dass mich diese Summen erschlagen – aber natürlich würde ich mich aus diesem Grund nie gegen ein Kind entscheiden – oder dagegen, ein Kind in die Schule zu schicken.

Es gibt Beträge, die geben wir nur einmal für alle Kinder aus, man kann gebraucht kaufen oder selbst kreativ werden und sparen – es gibt ein paar Möglichkeiten. Aber alles in allem, von der Einschulung bis zum Abschlussfest nach dem 12.Schuljahr… da kommt was zusammen:

20.000,00 Euro
Zwanzigtausend Euro

Eine umfangreiche Analyse von idealo hat kürzlich herausgefunden, wie teuer ein Schulleben in Deutschland ist. Unglaublich, oder?

Der Betrag ist allerdings abhängig davon, wo in Deutschland wir leben. Er wird von Klasse zu Klasse kleiner, beinhaltet auch Bücher, Essensgeld und Klassenfahrten und am Anfang der Schulzeit geht ein großer Teil an den Hort, der ja frei wählbar ist. Trotzdem: 20.000,00 Euro sind eine ordentliche Summe.

* Im Osten wird mehr Geld für die Einschulungsfeier ausgegeben. (Hätte ich mir denken können)

* In Berlin werden durchschnittlich 225,00 Euro für Schultüte und den ersten Schulranzen ausgegeben.

* Von allen Bundesländern wird im Saarland das meiste Geld für Schulbücher ausgegeben. Und Berlin ist auf Platz 2 …

* Auf dem letzten Platz der Ausgaben für das Schulessen steht Brandenburg.

* In Niedersachsen kostet ein Schulkind fast doppelt so viel wie in Mecklenburg-Vorpommern.

* Schulmaterial: Die größten Investitionen sind Rucksäcke, Sportbekleidung, Taschenrechner und Zirkel.

* Durchschnittlich 7.900 Euro zahlen Eltern mit einem schulpflichtigen Kind in der Nachmittagsbetreuung.

Tja, ordentliche Zahlen!
Es gibt Ausgaben, die einfach gemacht werden müssen. Dafür darf unser Kind eben eine Schule besuchen, wird betreut und mit Essen versorgt.
Und bei anderen Dingen lohnt sich ein Preisvergleich, es muss nicht unbedingt das teuerste Label auf allem Zubehör sein.

Wir haben ein Schuljahr mit einem Kind hinter uns – ich bin gespannt, was da auf uns zukommt!

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White Chocolate Chip Cookies

Zu Mamas Geburtstag habe ich Cookies gebacken. Mal wieder. Ich liebe Cookies!
Man muss nicht filigran malen oder dekorieren können, nichts kann verkleben oder zusammenstürzen. Es gibt sooo viele Rezepte – und Cookies gehen immer.
Diesmal hatte ich viele gebacken und sie sind auch noch komisch auseinander gelaufen und riesig geworden.. aber alles wurde aufgegessen. Alles!

Auf Grund großer Nachfrage veröffentliche ich das Rezept mal hier. Danke, dass ihr alle meine Blog-Leser seid!

Ich werde das Rezept allerdings nicht abtippen, ohne meine Heldin Cynthia Barcomi  zu erwähnen! Aus ihrer Feder, aus ihrem Kopf stammt das Rezept. Auf Wunsch einer bekannten Berliner Politikerin, schreibt sie im Backbuch, hat sie das Rezept entwickelt.
Ihre beiden Läden in Berlin (Barcomi’s Deli und die Kaffeerösterei) sind eine Reise wert! Allein schon wegen der Lachs-Bagel. Und kennt ihr schon den Cheesecake-Probierteller?
Cookies könnt ihr dort natürlich auch essen. Und kaufen.

White Chocolate Chip Cookies

300g Mehl
125g Stärke
1 TL Natron
1 TL Backpulver
1 TL Salz (mein eigener Geheimtipp: grobkörniges Meersalz!)

250g weiche Butter
220g brauner Zucker
170g weißer Zucker
2 Eier
1 TL Vanilleextrakt

(Kleiner Tipp:
Denkt am besten gar nicht weiter darüber nach, wie viel Butter und Zucker und Schokolade in das Rezept kommt. Tut es lieber nicht.

Noch ein Hinweis:
Vanille-Extrakt ist eine Vanilleschote in 250ml Wodka oder Rum (40%) eingelegt. Meine Schote liegt da schon seit ein paar Jahren drin.. so lecker!! Passt in fast alle Rezepte! Bitte wöchentlich schütteln.)

400g weiße Schokolade
125g Macadamianüsse, geröstet und leicht gesalzen, grob gehackt oder komplett

1. Mehl, Stärke, Natron, Backpulver und Salz in eine Schüssel sieben.

2. Mit einer Küchenmaschine oder einem Handmixer in einer zweiten Schüssel Butter und beide Zuckersorten verschlagen, bis die Masse ganz hell und cremig ist. Die Eier nacheinander hineinschlagen. Vanille unterrühren. Die Geschwindigkeit reduzieren und 5-10 Sekunden lang die Mehl-Backpulver-Mischung untermischen.

3. Schokolade und Nüsse mit einem Holzlöffel oder Teigschaber unterheben. Sofort backen oder mit Klarsichtfolie bedeckt in den Kühlschrank legen. Der Teig kann portionsweise verarbeitet werden und hält sich bis zu einer Woche im Kühlschrank.

4. Ofen auf 175 Grad vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen.

5. Mit einem Esslöffel, Teigportionierer oder mit der Hand (mein bevorzugtes Arbeitsgerät!) kleine Haufen Teig auf das Backblech setzen. Darauf achten, dass alle Plätzchen die gleiche Größe haben! Abhängig von der Größe der Cookies und der Einstellung Ihres Ofens in 11-14 Minuten goldbraun backen.

6. Nach dem Backen 10 Minuten auf einem Metallgitter auskühlen lassen.

Bake someone happy!

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Letzter Eintrag vor den Sommerferien

Ich habe jetzt hier lange nichts geschrieben.. und es ist nicht so, dass ich in meinem Leben gerade viel zu tun habe… aber ich schaffe nicht immer das, was ich gern machen würde.

Ich liege zwar täglich zum Mittagsschlaf in der Sonne, spaziere ganz viel, habe Freunde, backe Cookies und esse mit meinem Mann, ich spiele mit den Kindern im Wasser, lese vor, pflanze meine Blumen und bewundere meine Tomaten – aber ich bin sowas von fremdbestimmt: ein Kind links, eins rechts und eins aufm Schoß.

Sie zerren nicht an meinen Händen, aber an meinen Nerven. Ich bin so froh, dass ich zuhause sein und für sie da sein darf! Denn so kurz vor den Sommerferien zerren nicht nur die Kinder an meinen Nerven.

Sommerfeste, Abschiedsgeschenke, Schulkram, Geburtstagsfeiern (jede Menge unserer Freunde haben irgendwie Mitte Juli Geburtstag), Gartenarbeit, Wäsche…
Ich finde Sand aus Kinderhosen in meinem Bett.
Ich bekomme eine Bücherliste für einen Zweitklässler.
Ich plane „Danke“-Geschenke für Lehrer und Erzieher.
Ich koche Babybrei.
Ich wische Spuren von nackten Zehen vom Boden.
Ich schlafe zu wenig.
Ich darf meine Pflanzen nicht vertrocknen lassen.
Ich kann fast nicht mehr durch die Fenster sehen.. fast.

Und dann ist da mittendrin dieser kleine süße Jari, der am Ende der Woche schon sechs Monate alt ist. Ein halbes Jahr!
Er bringt mir kurze Nächte und Rückenschmerzen, er tatscht auf meine Brille, zieht an meinen Haaren und spuckt meine Kleidung voll – aber er ist mein allerliebstes Sommerbaby!
Ich kann nicht sagen, wer von uns ihn am meisten liebt. Er lächelt und strahlt uns mit leuchtenden Augen an. Er strampelt vor Freude, wenn ein Bruder sich neben ihn legt. Er fängt an, zu plappern und zu erzählen. Er schlabbert unseren Möhrenbrei. Er wächst. Er verfolgt alles, was sich bewegt. Er liebt es, mittags draussen zu schlafen und die Blätter an den Bäumen zu sehen.
Wir sind wirklich ganz verliebt in ihn!

Liam hätte gern ein Haustier.
Und weil wir über Hasen, Meerschweinchen oder ähnliches grad (noch) nicht nachdenken, sammelt er mit Zärtlichkeit Regenwürmer, Kellerasseln oder Schnecken.
Heute sind drei Schnecken in ein Glas eingezogen und er hat bittere Tränen geweint, weil das Glas nicht neben seinem Bett stehen durfte.
Liam ist gern lange draussen im Garten, auch mal allein. Er kann ganz toll erzählen, was in seinem Kopf passiert, was in der Kita gemacht wurde oder was ihn wundert. Er stellt sehr gute Fragen. Natürlich darf Liam in den Ferien zuhause bleiben, auch wenn die Kita geöffnet ist. Im September wird er ein Vorschulkind!

Emilian ist ein großer schlauer Junge geworden. Die Schule tut ihm gut. Er schlampert wie ein ganz normaler Junge, er vergisst mal Hausaufgaben und schnattert im Unterricht, er steckt mal das Heft seines Sitznachbars ein und lässt den Sportbeutel liegen – aber er ist ein beliebter, intelligenter, toller Schüler, ab September in der 2. Klasse!
Er ist selbstsicher und cool, mit Spielkarten zum Tauschen lernt er, eigenes Spielzeug wertzuschätzen und Verhandlungen zu führen. Wir machen uns langsam Gedanken über erstes Taschengeld. (Wie und wann habt ihr damit angefangen?)
Er ist ein liebevoller großer Bruder, der gern sein Wissen weitergibt und die Spielzeit mit Liam am Nachmittag genießt.
Morgen bekommt er sein erstes Zeugnis!

Wie im letzten Eintrag erwähnt, haben wir eine lange Ferienliste. Ich freue mich sehr darauf! Die ersten Übernachtungen sind schon geplant. Und wir alle freuen uns darauf, einfach mal in den Tag zu leben. Wirklich.

Ab und zu werde ich hier mal ein paar Sommerbilder zeigen oder ein paar geplante Beiträge (zum Beispiel Kindersprüche) veröffentlichen… aber mehr nicht.
Folgt mir gern auf Facebook oder Instagram – da gibts immerhin Fotos.

Habt einen schönen Sommer!

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12 von 12 im Juli

Es ist Juli.
Meine Güte.. seit Mo-na-ten warte ich auf den Sommer, und jetzt…
Egal. Lassen wir das.

Es ist Juli.
Und das war unser 12. Juli 2017:

1. Liam kann es jeden Morgen kaum erwarten, Jari zu begrüßen, nach dem er ihn die ganze Nacht nicht gesehen hat. Jeden Morgen.

 

2. Ich bringe einer Freundin, die gerade ein Baby bekommen hat, Mittag und frische Blumen.
Bis jetzt dachte ich übrigens, Jari wäre mein kleines, neugeborenes Baby… Ähm, ist er nicht.

 

3. Ich sehe mir kurz die Videos der „neuen“ Kelly Family an. Haaaach. Die Musik haut mich jetzt noch nicht unbedingt so vom Hocker… aber diese Menschen singen zu hören und zu sehen, macht schon was mit mir. Diese Phase gehörte fest zu meiner Jugend.

 

4. Im Kindergarten gibt es eine neue Magnetwand, an die Kunstwerke der Kinder gehängt werden. Ich find’s toll und Liam ist stolz!

 

5. Ich entscheide mich dafür, die Kinder zu Fuß abzuholen. Es endet wieder damit, dass wir alle nass werden. Noch nie war ich so oft im Regen unterwegs. Ich mag es nicht, aber es ist warm und wir machen das Beste daraus! Ich habe rosa Gummistiefel und einen rosa Schirm (der auf dem Foto ist von meinem Mann) – und Emilian geht mal wieder barfuß nachhause.

 

6. Weil Jari im Kinderwagen auch ein bißchen nass geworden ist, baden wir ihn schnell.
Wir kommen auf 
DIE BESTE IDEE überhaupt und legen ihn in die Wanne – in warmes, nur zentimeterhohes Wasser. Er strampelt vergnügt, saugt an seinem Zeh und wird warm und sauber. Natürlich haben wir ihn nicht aus den Augen gelassen und aufgepasst, dass er sich nicht auf den Bauch dreht. Diese Badezeit macht ihm sehr viel Spaß und ist unkompliziert und rückenfreundlich für uns.

 

7. Bei Instagram gibt es gerade eine „Leben mit Kind“-Reihe, zu der Eltern täglich Fotos zeigen.
Heute hieß das Thema: „Ohne geht’s nicht“.
Ich schreibe über unseren Glauben, ohne den es in unserer Familie nicht geht.

 

8. Darauf habe ich mich schon so lange gefreut: Unsere Sommer-Liste!

 

9. Wir beenden zusammen einen Film, den wir sehr mögen.

 

10. Am Abend treffe ich mich mit Freundinnen und laufe – durch den Regen.

 

11. Emilians Rucksack wird vorbereitet. Er macht morgen mit seiner Klasse einen Abschluss-Ausflug.

 

12. Und jetzt wartet noch ein abendliches Ritual auf mich. Gute Nacht!

Caro sammelt alle „12 von 12“ Blogs und da bin ich heute glatt die Nummer 160!

(Beitrag enthält Affiliate-Links.)

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Ein Erlebnis und ein Bekenntnis

Wir waren zu einer Geburtstagsfeier eingeladen!
Im Prenzlauer Berg, an der Schönhauser Allee, gibt es ein kleines süßes Café.
Und dort gab es eine Feier zum 30. Geburtstag von…

FlikFlak

 

 

 

 

Quelle: www.flikflak.com

Wer von euch kennt das???

Ich muss ehrlich sagen, dass ich vor dieser Einladung noch nie von flikflak gehört habe. Wahrscheinlich bin ich zu jung… oder es liegt eben daran, dass ich aus dem Osten komme. Und wir hatten ja nichts…

Gibt es hier Leser, die sagen: „Jaa! Meine erste Kinder-Uhr kam von flikflak!“ ?

Seit 30 Jahren gibt es nämlich diese Uhren aus der Schweiz. Und die sind nicht nur wasserdicht, stossfest, maschinenwaschbar und hautfreundlich – sondern auch echt süß und kinderfreundlich.

Schaut euch auf der Seite mal ein bißchen um!

Ihr werdet viele Informationen, kleine Filme und den Hinweis zu einer tollen „Wir lernen die Uhr“-App finden!
Ich habe die App schon aufs Handy und iPad geladen und werde sie meinem Großen sofort zeigen, wenn er aus der Schule kommt! Am Ende der 1. Klasse fangen sie bereits an, erste Uhrzeiten zu lernen.

***

Im Café Milchbart durften wir nun also Geburtstag feiern!

Es gab die süßesten Kuchen (süß im doppelten Sinn), leckere Limonade und überhaupt fehlte es an nichts! Die Kinder durften basteln, toben und sich schminken lassen. Wir saßen im Hinterhof mitten in Berlin, trafen andere Blogger-Familien und sahen den Kindern beim Spielen zu.

In der Goodie-Bag, die wir zum Abschied bekamen, fanden wir tolle Schätze. Die neue Brotbox wurde heut gleich für die Schule gepackt!

Gegen 18:00 Uhr machten wir uns auf den Weg nachhause.
Wir waren mitten im Prenzlauer Berg und verabredeten uns kurz mit meiner Schwester. Die Sonne schien warm, das Leben tobte in diesem Kiez, den ich so liebe.
An einem Bücherladen konnte ich nicht vorbei gehen und die Jungs durften sich ein Buch aussuchen.

Während wir so vom U-Bahnhof Schönhauser Allee zum U-Bahnhof Eberswalder Str. flanierten und mit der Linie M10 ein paar Stationen fuhren, stellte ich doch schweren Herzens fest: Mit Kindern möchte ich hier nicht wohnen.

Ich entschuldige mich für meine spießbürgerliche Haltung und ich hätte tatsächlich nicht gedacht, dass ich mich einmal auf die Seite der Spießer stellen würde… aber es ist soweit.

Ich liebe den Prenzlauer Berg … und wäre ich allein mit meinem Mann unterwegs gewesen, so wäre ich in jedes kleine Lädchen gegangen. Ich hätte mich in ein vietnamesisches Restaurant gesetzt, ich hätte nebenan einen Cocktail getrunken und hätte mich über die Namen der Geschäfte gefreut, die nirgendwo so kreativ sind, wie hier. Ich hätte Postkarten und Second-Hand-Spielzeug gekauft. Ich hätte mich an die Strasse in die Sonne gestellt und den Straßenmusikern gelauscht. Und ich wäre wahrscheinlich erst gegen 23:00 Uhr schweren Herzens in die S-Bahn Richtung Süden gestiegen. Raus aus der Stadt, in meinen Spießer-Garten…

Meine Kinder sind es gewohnt, frei zu sein und Platz zu haben, auch mal auf der Strasse zu spielen. Im Hinterhof sollte man den Ball nicht ganz so sehr kicken. Im Hausflur sollte man nicht ganz so laut rufen. Und aus dem kleinen Café sollte man nicht auf die Strasse und auf den Fahrradweg stürmen.

Ich weiß, dass wir es der Großzügigkeit unserer Familien zu verdanken haben, dass wir überhaupt aus der Platte in Hohenschönhausen in ein Häuschen im Grünen ziehen konnten.
Ich möchte nicht sagen, dass mir andere Kinder in anderen Bezirken leid tun. Ich möchte niemanden bemitleiden oder verurteilen. Andere Kinder sind cool und welt-offen und kommen mit jedem schnell in Kontakt. Meine Kinder bleiben stehen und staunen, wenn sie eine Person im U-Bahnhof schlafen sehen, wenn sie eine Person ohne Arme im Rollstuhl sitzen sehen, wenn sie eine Person mit rosa/grünen Haaren sehen. Meine Kinder könnten noch nicht in eine Strassenbahn einsteigen und allein ein paar Stationen fahren. Und meine Kinder verpassen Kindercafés und Spielplatzfreundschaften.
Für meinen Coffee to go muss ich schon ein paar Schritte gehen und fancy Sirup gibts nicht dazu. Ich weiß nicht, wo hier in der Nähe so ein kleiner cooler Postkarten-Laden ist und die Restaurant-Auswahl ist klein.
Ich liebe es, dass im Prenzlauer Berg das Leben direkt vor der Haustür stattfindet. Dass man hören kann, welche Musik die Nachbarn gern hören und riechen kann, was in anderen Familien zum Abendessen gekocht wird. Ein Teil von mir liebt dieses Leben.
Ich bin gern hier, ab und zu, auch mit Kindern, ab und zu. Denn das gehört zu mir, zu Berlin. Zu unserer Stadt.

Das „normale Leben“ auf der Schönhauser Allee fand Liam so aufregend und er fragte mich, welche Party hier stattfindet.
Ich war damit beschäftigt, die Kinder bei mir zu halten, zu gucken, wo sie hinfassen und hintreten, Pollern auszuweichen und dabei nicht in ein Fahrrad zu laufen, die Jungs von coolen Sport-Wetten-Geschäften loszureißen. Ich finde es wirklich toll dort – nur eben nicht mit Kindern.

Mir ist schon aufgefallen, wie toll und sicher die Kiez-Kinder Fahrrad fahren und sich sicher durch die Strassenbahnen hangeln. Wie Hinterhöfe von Familien geteilt werden und sowieso: Der Style im Prenzlauer Berg ist einmalig.

Aber ein anderer Teil in mir liebt eben den Stadtrand. Als wir dann, weit weit draußen, aus der S-Bahn ausstiegen, sagte Liam: „Mama! Wie still es hier ist. Fast wie am See!“

Und so träume ich also dem wilden, bunten Leben in Mitte hinterher, der Strassenmusik und der Cockail HappyHour, die ich verpasse, während ich spät am Abend noch die Wäsche in den Garten hänge, ein paar Himbeeren nasche und mit meinem Mann in absoluter Ruhe auf der Terrasse ein Glas Wein trinke. Ich Spießer.

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