mamasbusiness

papa. mama. zwei kinder. haus und garten. berlin.

Endlich wieder neue Kindersprüche

Ich habe und meine Mama hat auch die letzten Kindersprüche der Jungs gesammelt. Viel Spaß!

Neue Kindersprüche

* Emilian fragt, ob er im Auto einen Film gucken könnte. Als wir es nicht erlauben, fragt er, ob er wenigstens mit dem iPad spielen dürfte. Wir sagen wieder Nein und er schimpft: „Manno! Ich werde netter zu meinen Kindern sein !!“

* Liam rennt die Treppen nach oben, schmeißt sich ins Bett und spürt, wie sehr sein Herz klopft. Er erinnert sich, dass wir darüber geredet haben, dass Gott in unserem Herzen wohnt und sagt ganz beeindruckt: „Der Geist klopft!“

* Es gibt einen kleinen polnischen Jungen in Emilians Kitagruppe, der ihm sehr ähnlich sieht. Er ist ungefähr 4 und ich sage Emilian, dass er mich an den kleinen Kita-Emilian von früher erinnert.
Er sagt: „Nein. Der ist aber Polner.“

* Wir sehen bei meiner Oma, wie das Regenwasser in den Garten fließt und ganz braun wird. Liam stellt fest: „Das Wasser, das kommt ist schmutziger und das andere ist saubiger.“

* Ich mache mir am Morgen die Haare auf und Liam sagt: „Du siehst irgendwie kömisch aus…“

* Liam zeigt auf die Flagge von Belgien: „Ist das Süddeutschland?“

* Emilian ist ganz im EM-Fieber: „Wie heißt nochmal der mit der Eiche, der Torwart von uns?“ (Er meint Bürk.)

* Nach einem verlorenen Finale trauern wir für Dortmund und reden über Mats Hummels, der zu Bayern wechseln wird. Emilian sagt: „Ach, Mats Hummels geht zu Bayern? Ist doch gut für ihn. Dann hat er auch einen Pokal.“

* Emilian hat in der Kita Angst vor dem Schwimmen. Liams Gruppe ist vor seiner Gruppe dran und kann nicht schwimmen gehen, weil das Wasser sich nicht heizen lässt.
Ich habe dann später Emilian gefragt, wie es beim Schwimmen war.
Er strahlt und erzählt: „Ich hab gebetet, dass irgendwas fehlt und – die Wärme hat gefehlt.“ Später betet er noch, dass die Kinder die schwimmen wollten, wieder fröhlich werden.

* Liam liebt es, die Kaffeemaschine zu bedienen und er sagt dann: „Bitte Mama, dass ich dir den Kaffee gemacht hab.“

* Als unser Baby noch nicht ganz offiziell ist, kann Liam das kaum aushalten: „Oh, armes Bibi. Keiner weiß von ihn.“

* Zu den Fussball-Stickern, die wir doppelt haben, sagt Liam: „Die können wir abschenken.“

* Im Restaurant tue ich so, als würde ich Alkohol bestellen. Liam ruft über den ganzen Tisch: „Bitte nicht, Mama!“

* Liam erinnert sich an ein Familienfoto aus Kalifornien und sagt: „Weißt du, was ich vermisse? Das Kleid aus Kalifornien. Das finde ich so süß. Kannst du das wieder anziehen? Aber nicht, dass es platzt!“

* Liam hilft beim Tragen, dann war er müde und fragt, ob wir eine Pause machen können: „Dann können wir essen und ich kann mich schüllen!“

* Mama sagt: „Liam, vermisse ich dich eigentlich, wenn du im Urlaub bist?“ Er sagt: „Na. Aber. Du hast doch Freunde in der Gemeinde.“

* Emilian denkt an seine Schulfächer und erzählt von Mathe.
Liam sagt: „Ich kann auch auf einer Matte turnen!“

* Liam sieht einen BH auf dem Boden liegen.
„Oh, eine Baby-Mütze… für Zwillinge!“

Und jetzt die Sprüche aus dem Ostsee-Urlaub

* Wir stehen im Stau, fahren von der Autobahn ab und Emilian fragt: „Wann sind wir denn da?“
Oma: „Vielleicht noch zwei Stunden …“
Emilian: „Wie lange muss ich zählen?“
Oma: „Bis 9427.“
Emilian: „Also, zwei mal bis 60??“

* Opa und Emilian unterhalten sich darüber, wie Muslima schwimmen gehen. Mit einer Burka, da gucken nur die Augen raus. Liam schnappt nur die letzten Worte auf und sagt: „Nein, soo tief gehe ich nicht ins Wasser!“

* Liam hat einen Mückenstich auf dem Rücken. Emilian stellt fest: „Bestimmt hat ihn die Mücke auf den Rücken gestochen, weil sie dachte, da kommt er nicht ran zum Kratzen!“

* Es gibt Spaghetti und Tomatensoße. Emilian möchte nur Nudeln, fängt an und sagt: „Ein bisschen Salz könnte noch ran.“

* Liam trägt seine Badeschuhe am dem Schippenstiel. Einer rutscht ab und fällt runter. Oma sagt: „Schnell wieder anhängen.“ Er: „Wieso schnell??“

* Wir hören eine Führung im Doberaner Münster. Der Mann sagt: „Gibt es noch Fragen?“ Liam: „Woher weiß der das alles?“

* Wir gucken einen Film über Afrika und sehen Buschbrände. Liam: „Warum gibt es da keine Feuerwehr?“

* Wir laufen über den Zeltplatz. Emilian sagt: „Guck mal, hier wohnen ganz ordentliche Leute, die hängen ihre Wäsche nach Farben geordnet auf.“

* Wir sagen den Jungs, dass es dieses Mal zu Hause nicht so eine Überraschung wie beim letzten Mal das Hochbett geben wird. Emilian: „Die Überraschung dieses Mal ist der größer gewordene Bauch von Mama.“

* Liam hat viele kleine Abschürfungen, an beiden Knien, ein Ellbogen und an der Stirn. Er zieht Bilanz: „Schade, dass Heidis rote Geburtstags-Party schon vorbei ist, sonst hätte ich voll viel Rot!“

* Liam ist mit Opa allein im Wohnwagen. Als Oma zurückkommt, sagt er: „Oma, wusstest Du, dass Opa auch Popo abwischen kann?“

* Ich bin mit Liam am Strand, er „kocht“ für mich Suppe in seinem kleinen Eimer. Ich lobe immer wieder, wie gut es schmeckt. Er sagt: „Also, die Käsesuppe bei uns in der Kita schmeckt RICHTIG gut!“

 

Wie ihr seht, werden die Kindersprüche inzwischen auch mal höchst philosophisch, bevor wir dann bald mit einem nächsten Kind von vorn anfangen.

Keine Kommentare »

Ein neuer Alltag.

Unser Leben ist ruhig geworden.
Die vollen schönen Sommertage sind vorbei und auch die Einschulung, auf die wir monatelang hingefiebert haben. Ich habe versucht, die ersten Schulwochen ruhig zu halten und das ist uns erstaunlich gut gelungen.

Jeden Morgen um 6:00 Uhr klingelt mein Wecker. Das ist eine Umstellung, auch der Zeitdruck, der dahinter steht. In der Kita können wir so zwischen 8:00 Uhr und 9:00 Uhr antanzen – in der Schule gibt es nicht viel Freiraum.
Montags müssen beide Punkt 8 in ihren Räumen sein – da gehen wir dann verpennt zu viert aus dem Haus. Aber an den anderen Tagen gehe ich 7:30 Uhr mit Emilian aus dem Haus, bin dann so 8:15 Uhr wieder da und drehe dann mit Liam meine Runde. Ich fahre mit dem Fahrrad und obwohl es schon echt kalt morgens ist, macht die Sonne das frühe Aufstehen noch leicht. Wenn ich kurz nach 9:00 Uhr wieder zuhause ankomme, dann kann es schon mal vorkommen, dass ich erstmal auf die Couch falle, eine Folge meiner Serie gucke, mit dem Mann frühstücke oder einfach einschlafe. Manchmal geht das und diesen Luxus gönne ich mir.

Der frühe Start bringt nämlich ungewohnt lange ruhige Vormittage mit sich. Das ist auch eine Veränderung, die ich grad sehr schätze. Heute habe ich mit einer Freundin gefrühstückt, ich schaffe wieder sowas wie Haushalt oder Herbstdeko ohne Kinder und bis Januar werde ich diese Zeit sehr genießen.

Zwischen 12:30 Uhr und 14:00 Uhr werden die Kinder wieder abgeholt. Emilian isst kein Mittag in der Schule und dieser Teil des Tages muss sich noch einspielen. Ich mag es nicht so, mit Kochen und Essen erst gegen 15:00 Uhr fertig zu sein, aber manchmal reicht auch ein kleiner Snack und wir essen am Abend warm.

Emilian hat nicht wirklich sowas wie Hausaufgaben auf, aber kleine freiwillige Übungen macht er schnell und gern. Langsam landen die ersten Arbeitsblätter in den Heftern, ich sehe erste „Prima! Weiter so!“-Stempel auf den beschriebenen Seiten und die ersten Buntstifte müssen angespitzt werden. Heute ist das erste Paar Schuhe verschwunden – wir hoffen, dass es bald wieder auftaucht – und auch die ersten kleinen Kämpfe oder Diskussionen mit Kindern oder Erwachsenen hat er hinter sich.

Wenn ich nicht wüsste, dass Emilian vor ein paar Wochen noch ein Kindergarten-Junge war, würde ich es nicht glauben. Einfach der Zustand, Schulkind zu sein, hat ihn verändert.
Wenn Liam ihn mit abholt, zeigt er seinem kleinen Bruder cool den Schulhof, er flitzt um die Ecken, um die er im Juli noch vorsichtig geschlichen ist, er verabschiedet sich am Morgen tapfer von Mama und er rollt schonmal die Augen, wenn eine Erzieherin ihn zurechtweist. Das alles ist normal und hält sich in Grenzen, er ist ein ziemlich cooler Schuljunge.
Nach 7 Tagen neben seinem Kita-Freund wurden sie nun auseinander gesetzt. Emilian sitzt neben einem ruhigen blonden Mädchen und fragte mich heute, ob er sie mal zum Spielen einladen kann.

Es gibt einen Jungen in seiner Klasse, der bestimmt zwei Köpfe größer als Emilian ist. Emilians Hausschuhe passen fast in die Hausschuhe dieses Jungen. Die Eltern dieses Jungen merkten am ersten Elternabend vor der Einschulung an, dass ihr Sohn doch sehr Respekt vor der Schule hätte und eher ängstlich und schüchtern sei. Heute lag Emilian hier weinend unterm Bett im Gästezimmer, weil eben dieser Junge ihn geärgert hätte…
Gestern waren sie Freunde, ich glaube, sie verstehen sich gut – aber ich lerne jetzt, mit solchen Situationen umzugehen. Ich lerne, dass es wohl nicht immer mein Sohn ist, der einsteckt, wenn andere austeilen. Ich lerne, dass Emilian lernen kann, Probleme allein zu klären und den Mund aufzumachen. Und ich lerne, wo ich ihn stärken und ihm zur Seite stehen kann.

Weil ich aber das Gefühl habe, dass es allen Lehrern und Erziehern echt wichtig ist, dass die Erstklässler gut ankommen, dass die Eltern auch in der zweiten Woche noch im Klassenraum Tschüß sagen dürfen  und dass das Miteinander und der Umgang auf dem ganzen Schulgelände hell und freundlich ist, fällt es mir ganz leicht, meinen Großen gehen zu lassen und ihn sein Ding machen zu lassen.

Noch ist er so stolz und zeigt mir jede neue Aufgabe, die er geschafft hat. Er erzählt, wie die Lehrerin die Klasse lobt. Er lernt mehr Kindernamen. Er winkt auf dem Weg nachhause seinen Freunden. Er gibt mir jede wichtige Nachricht weiter, die von den Lehrern kommt und er beantwortet – zu seiner Zeit – fast alle Fragen, die ich stelle.

Es heißt immer, alles steht und fällt mit der Klassenlehrerin – und eben darauf hat man vorher ja keinen Einfluss. Aber ich bin wirklich glücklich, dass es uns allen nach den ersten Wochen so gut geht.

Meine Mama und ich hatten beide die Idee, meinen letzten Blog-Eintrag an meine allererste Klassenlehrerin zu schicken. Wir haben noch Kontakt und es ist verrückt, an meine ersten Schultage im Jahr 1991 zu denken und zu wissen, dass meine Lehrerin von damals jetzt liest, wie mein Sohn seine ersten Tage meistert. Ist das nicht cool?

Obwohl ich kalte Füße und raue, trockene Haut echt nicht mag und so viele Kleinigkeiten aus Frühling und Sommer vermisse, geht es mir zur Zeit mit dem Herbst-Gefühl gar nicht so schlecht. Ja tatsächlich, sowas aus meinem Mund – oder aus meinen Fingern.

Ich habe tolle Umstands-Oberteile für kältere Tage, ich habe uns schönen Tee gekauft und ich freue mich, dass der Garten mal aufhört, schnell zu wachsen.
Es wird viel Platz schaffen, alle Sommerschuhe und das Schwimm-Zubehör aus dem Flur zu räumen und auf jedem Nachhauseweg bleiben wir unter einem Kastanienbaum stehen, um die leere Brotbox mit den glänzenden runden Dingern zu füllen.
Ich liebe es, Zeit dafür zu haben.
Ich liebe es, im Herbst Dinge zu tun, die man im Herbst tut.
Blätter sammeln. Das Gesicht in die tiefstehende Sonne zu halten. Chai Latte trinken. Kürbissuppe machen. Blätter pressen. Pflaumenmarmelade kochen. Apfelkuchen backen.

In den ungemütlicheren Monaten werde ich mich dann ablenken oder ausruhen, mich nach langer Zeit wieder auf ein Baby vorbereiten und mit den Jungs in die Bücherei gehen.
Jetzt sprechen mich täglich andere Mamas oder Erzieherinnen auf den Babybauch an und freuen sich, wenn ich auf ihre vorsichtige Frage mit einem Nicken antworte. Heute schätzte jemand, dass ich im 2. Monat sein könnte. Na, fast. Schon 24 Wochen ist das Beebi bei mir!
Aber der kleine Bauch hat natürlich Vorteile und es geht mir richtig gut!

Bis Januar werde ich abends ausgehen, verreisen, durchschlafen, meine Kurven betonen, meine langen Haare lieben, Freunde besuchen und ins Kino gehen… wer weiß, wie das neue Jahr für uns startet!

Keine Kommentare »

Nach 4 Schultagen

Nach der Einschulung, die mich ziemlich überrascht hat und die ja so entspannt war, hatte ich kaum mehr Sorgen wegen der Schule und so. Aufgeregt war ich schon. Das ist ja auch immerhin ein riesiger Schritt!

Ich hab mir in den letzten Wochen mal bewusst gemacht, dass ja die Kindergarten-Zeit eigentlich so kurz ist und bei vielen auch schnell aus der Erinnerung verschwindet – dagegen ist die Schulzeit gefühlt ewig und bleibt auch ewig in Erinnerung – gut oder schlecht.
Als ich das festgestellt habe, wurde für mich dieser Wechsel leichter. Die Kindergarten-Zeit war schön und behütet und eine gute Voraussetzung. Emilian konnte in Ruhe und Sicherheit wachsen und lernen. Er wurde angenommen und herausgefordert. Eher diesem heilen Umfeld trauere ich wohl hinterher…

Emilian war am Montag morgen wieder früh wach und fertig angezogen. Wir alle haben uns gleichzeitig fertig gemacht und hatten viel Zeit. In die erste Brotbox kam ein Apfel, ein Müsliriegel, ein Brot mit Käse und eins mit Marmelade. Ich frage ihn, was da rein soll und wir probieren, was schmeckt, was zu viel ist und was sich vielleicht auch gut tauschen lässt.
Die Schultasche war schon gepackt, da musste ja eigentlich noch nichts rein.

Bis zur Ecke gingen wir zusammen, der Abschied war kurz schwer und dann bin ich mit Liam Richtung Kita gegangen und die anderen beiden Richtung Schule.

Als ich den Mann zum Frühstück wieder zuhause traf, fiel mir mit einem riesigen Schreck ein, dass die ganze schwere IKEA Tüte mit allen Heften und Ordnern noch zuhause im Wohnzimmer stand. Mein lieber Mann scherzte, wie schlecht es unserem Kind jetzt gehen würde, am ersten Tag gleich ohne Unterrichtsmaterialien da zu stehen…
Mir war schon klar, dass die Klasse wahrscheinlich weder am ersten Tag gleich loslegen und schreiben würde – noch wollte ich die Mutti sein, die peinlich mitten in den Unterricht platzt – also musste ich eben die 3 Stunden aushalten.

In der kompletten ersten Woche war der Unterricht erst wegen Eingewöhnung, später wegen Hitzefrei schon um 11:45 Uhr vorbei. Uns blieb also zwischen dem Schulanfang um 8:45 Uhr (auch noch Eingewöhnungsphase) mit 15-minütigem Schulweg zurück und wieder hin nicht so viel Zeit an den Vormittagen. Manchmal fuhr ich mit dem Fahrrad, dann saß Emilian auf dem Rückweg im Korb. Liam wurde dann kurz vor 13:00 Uhr abgeholt… Für mich fühlt sich diese Woche wie ein Marathon an und meine Knochen und Muskeln beschweren sich bereits.

Ich konnte es also am ersten Tag kaum abwarten, mit der großen besagten IKEA Tüte zur Schule zu laufen.
Mit anderen Mamas und Papas – wir sehen uns jetzt fast alle zweimal täglich – stand ich vor der Klassenzimmertür.
Die Tür ging auf und kleine Menschen mit großen Taschen auf dem Rücken, mit müden Augen und roten Wangen, stolperten uns entgegen. Die Lehrerin sah ähnlich geschafft aus und kam hinterher, um die Eltern zu begrüßen.

Ich ging mit Emilian in den Klassenraum, um endlich sein Fach einzuräumen und natürlich war es kein Problem. Ganz stolz zeigte er mir seinen Platz, sein Foto an der Wand und sein Fach. Er ist in dieser Woche ein richtiger großer Erstklässler geworden!

Für seine Begriffe geht die Schule zu langsam. Am ersten Tag sollten sie als „Hausaufgabe“ fertig malen, was in der Schultüte war. Grundsätzlich hat er die Hausaufgaben bereits in der Schule angefangen und beendet zuhause nur noch.

Am zweiten Morgen fehlte ihm ein bißchen die Lust, sie würden ja eh noch nichts lernen. Es gab noch keinen Fach-Unterricht, sondern nur Zeit im Klassenraum mit der Lehrerin.
Viele Zettel für Mama in der Postmappe und dann unterschrieben wieder zurück, darum musste er sich kümmern und das hat er sehr sorgfältig und pflichtbewusst getan. Er konnte mir auch zu jedem Zettel ganz genau erklären, worum es ging. Büchereiausweis, Einverständniserklärungen, Zahnarztbesuch… Als für ein besonderes Hausaufgabenheft 3,30 Euro in einem Umschlag in die Postmappe gesteckt werden sollte, suchte er sein eigenes Geld zusammen, kam auf  3,24 Euro, suchte in meinem Geld nach 6 Cent und steckte das Geld in den Umschlag.
Er erledigt seine Aufgaben lieber gleich, am besten noch auf dem Schulhof oder zumindest vor dem Schuhe ausziehen zuhause.

Das sind die Aufgaben, die er mitbringt.
Auf die Geschichten müssen wir etwas länger warten.
Auf dem Nachhauseweg haben wir viel Zeit und Ruhe. Ich liebe das – und dann erzählt er, dass ein Mädchen gespuckt hat, dass ein anderes gleich Geburtstag hatte, dass er die Namen der Jungs schon viel besser kennt und dass zwei Kinder die gleiche Schultasche haben. Fragen stellen bringt nicht viel, so schwer es auch ist.

Kleine Details kommen viel später, meist abends im Bett, zusammenhanglos und ganz von allein. Dann erfahre ich, dass es einen Handpuppen-Fuchs für die Klasse gibt, der Fridolin heißt. Und dass er lieber kein Joghurt in der Brotbox möchte, weil ein anderer Junge sagt, das dürfe er nicht. Er erzählt, dass er in der Hofpause am Rand steht und sich langweilt, weil er nicht mag, dass Sand in seine Schuhe kommt. Sehr dankbar war er, als ich vorschlug, dass er eben Socken und feste Schuhe anziehen könnte… trotz 30 Grad.
Ich wünsche mir, dass ich diese Zeit und Ruhe und Geduld lange, lange beibehalte, um zuzuhören, wenn es dran ist und da zu sein, wenn ich gebraucht werde!

 

Heute gab es dann endlich Hausaufgaben!

Und heute fand auch die erste Sportstunde mit einer anderen Lehrerin statt, sie spielten – wie sollte es anders sein? – „Feuer, Wasser, Sturm“.
Morgen werden wir einen kleinen Stundenplan an sein Bett hängen. In der nächsten Woche werden die Stunden und Fächer voraussichtlich mehr nach Pan ablaufen.

Einerseits bin ich unglaublich stolz und glücklich, dass Emilian gut in seiner Schule und in der Klasse angekommen ist, dass er da seinen Platz zu haben scheint, dass er über seinen Schatten springt, am Leben der anderen teilnimmt und dass er dieses große, unfassbare „Schul-Dings“ zu verstehen lernt.
Heute sagte er: „Frau A. (Sekretärin) ist die Königin der Schule.“

Andererseits war diese Woche für mich auch voller Kindheitserinnerungen, obwohl ich selbst in einer Grundschule gearbeitet habe.
Feuer, Wasser, Sturm spielen, am Ende des Tages den Stuhl hochstellen, Hofpause… viele Kleinigkeiten, die mich an meine Schulzeit erinnern.

Emilian hat ja nun schon zur Einschulung gezeigt, dass er diesem schüchternen, stillen Mädchen, was einst seine Mama war, einiges voraus hat.
Und ich wünsche ihm so sehr, dass Schule aufregend, schön und spannend wird – und bleibt. Dass er jetzt schon für das Leben lernt und den Bezug zum Alltag sehen kann. Dass er Kontakte und Freundschaften knüpfen kann, die bis zu 30 Jahren halten könnten. Dass er sein schelmisches Grinsen, seine schlauen Antworten, sein lautes Lachen, seine kleinen Witze und sein großes Interesse am Leben  behält.

Ich kann euch nur sagen: Ich bin so gespannt!

Und sonst so?
Liam geht gern und ohne Probleme in die Kita. Er erzählt viel und für ihn ist seine Gruppe und seine Kita ganz wichtig.
Zum Mittag braucht hier erstmal jeder von uns seine Ruhepause – aber am Nachmittag hängen unsere Jungs mehr als sonst aufeinander, was nicht selten zu kleinen Kabbeleien und Tränen führt. Aber trotz allem lieben sie sich und Liam verbringt 80% des Nachmittags damit, laut und ohne Luft zu holen über Emilians Späße zu gackern.

Heute haben sie für uns alle das Abendbrot vorbereitet und den Tisch gedeckt, mit Kerzen und Getränken und geschnittenen Möhren und Nachtisch! Das war so süß und wunderbar und in diesem gemeinsamen heimlichen Plan sind sie so aufgegangen!

Am Abend – bei der nächsten Kabbelei – hat sich Liam ein Loch in die Zunge gebissen und ordentlich geblutet. Emilian weinte vor Schreck mit und als der erste Schock vorbei war, durften sie beide ein Eis lutschen und das Gegacker ging von vorn los.
Brüder eben.

Keine Kommentare »

Wir haben ein Schulkind.

Später weiß man mehr. So ist es doch immer.

Wir hatten vorher nicht viel Ahnung. Ich habe versucht, Emilian so viel wie möglich vorzubereiten, natürlich. Ich war selbst auch ganz neugierig und gespannt. Und wir haben die Schule angeguckt, den Schulhof kennengelernt.
Aber wenn man das erste Kind einschult und das Kind nicht gleich von sich aus neuen Situationen und Veränderungen in die Arme springt, und wenn die Mama da wahrscheinlich noch eine Kindheitserinnerung aufarbeiten muss, dann bleibt immer eine Rest-Anspannung.

Die Einschulungsfeier am Nachmittag war klein und ruhig geplant, also war ich mit den Vorbereitungen schnell fertig. Die Schultüte bastelte ich, während die Jungs im Urlaub waren. Ich kaufte Süßigkeiten und kleine Spielzeuge, ein Hörspiel und Bücher. Das „praktische“ Zubehör für die Schule war schon fertig in der Tasche, also konnte in die Tüte mehr „Schönes“.

Emilian war in den letzten Ferientagen sehr gut drauf. Er genoß die freien Zeiten am Vormittag mit Mama und Papa, er wuselte hier und da und ein bißchen Langeweile vor der Schule kam auch sehr gelegen. Wir gingen uns tatsächlich in den ganzen 7 Wochen (Minus zwei Urlaubswochen) erst ganz am Ende auf die Nerven.

Den allerletzten Ferientag verbrachten wir mit Freunden in Elstal auf dem Erlebnishof. Dort sind wir so gerne! Das Wetter war gut, die Kinder brauchten nur Wasser und Sand und wir alle waren glücklich und entspannt.

Als ich am Abend vor der Einschulung mit ein paar Freundinnen in ein Restaurant ging, wurde Emilian dann ein bißchen anhänglich und unglücklich. Ich blieb auch nicht lange, denn ich war aufgeregt und die Wecker würden am Samstag um 7:00 Uhr klingeln.

Noch in der Nacht probierte ich ein paar Kleider aus, entschied mich für das kleine Schwarze und legte Emilians Kleidung bereit. Bevor ich mich ins Bett legte, stellte ich mich ein paar Minuten an Emilians Bett und gab mich meinen sentimentalen Mama-Momenten hin.
Da lag mein Baby! Schlafend sah er fast noch so aus, wie früher. War das schon so lange her? Wie schnell sind 6 Jahre vergangen!

Um 6:57 Uhr stand Emilian fertig angezogen – samt Weste und Fliege –  strahlend an meinem Bett! Ich fragte ihn, ob er sich denn mit den schicken Sachen noch zu mir kuscheln könnte und er setzte sich vorsichtig neben mich.

Liam war deutlich schwerer aus dem Bett zu kriegen. Wir machten uns fertig und schafften es tatsächlich auch noch, unser Pancake Frühstück zu machen! Das machte den Samstag ruhig und normal.

Vor 8:30 Uhr standen wir vor der Haustür und überreichten Emilian seine Schultüte. Ich glaube, er hatte mit einer etwas kleineren Version gerechnet, denn seine Augen wurden groß und staunend – und so ein Blick an diesem Morgen bedeutet viel.

Liam bekam die kleinere Version und war mindestens genauso glücklich – er juchzte und tanzte und ließ die Tüte die nächsten Stunden nicht aus der Hand.

Es war noch angenehm kühl draußen. Papa trug die Schultüte – Emilian konnte sie nicht für drei Schritte tragen – und wir gingen los. Unterwegs trafen wir so viele andere Familien und lächelten uns ermutigend an, wie Verbündete auf einer Reise.

Emilian flitzte mit der Tasche auf dem Rücken neben uns her. Er war so fröhlich und glücklich und sah genauso aus, wie diese kleinen großen stolzen Erstklässler eben aussehen. Ich gebe zu, dass ich damit nicht gerechnet, es mir aber soo gewünscht hatte. Und tapfer behielt ich meine Gedanken und Emotionen bei mir.

Wir fanden gerade noch genug Plätze in der Turnhalle – allerdings nicht nebeneinander. Emilian ging mit Papa nach vorn und setzte sich neben seinen Kindergarten-Freund auf die Bank. Einfach so.
Papa blieb mit der Kamera am Rand stehen, ich saß mit Liam neben meiner Schwiegermutter und meine Freundin und meine Schwester standen hinten. Auch Emilians Cousine wurde am Samstag eingeschult, in einer anderen Schule und zu einer anderen Zeit, so konnte die Oma an beiden Veranstaltungen teilnehmen.

Ich konnte Emilian nicht sehen und beobachtete andere Familien, Erstklässler, Lehrer und Großeltern. So ein aufgeregtes Gewusel!

Die Direktorin sprach ein paar kurze, ganz tolle Worte an die Kinder und hatte sofort deren Aufmerksamkeit. Sie erzählte, dass man zum Lernen nicht nur den Kopf und ein paar Stifte bräuchte, sondern auch das Herz und die Hand. Denn „was man gern mag, das vergisst man nicht so schnell“.

Die Zweitklässler führten ein süßes Theater-Stück auf. Liam stand – mit seinem Schultütchen in der Hand- auf meinem Schoß. Es wurde stickiger und die kleinen Geschwister wurden unruhiger… und dann wurden die Kinder aufgerufen.

Zuerst die 1a.
Wie klein diese Menschlein waren, die dort stolz nach vorn trappelten und der Lehrerin die Hand reichten!
Auf der anderen Seite hielten die Eltern den Moment mit der Kamera fest und mussten dann fast von der Direktorin festgehalten werden, um der Klasse, die die Halle hinten verließ, nicht gleich vorn wieder entgegen zu laufen.

Die Lehrerin der Klasse 1b kam ans Mikrofon und als sie gleich nach dem ersten Kind meinen Sohn aufrief, kam er einfach so nach vorn, gab ihr die Hand und stellte sich neben sie. Einfach so. Einfach so!
Vielleicht überrascht euch das nicht – aber ich konnte nicht glauben, dass das tatsächlich so passiert war. Emilian lächelte in die Menge und als später sein Freund dazu kam und auch noch eine Freundin aus einer anderen Kindergartengruppe aufgerufen wurde, da standen die drei strahlend nebeneinander und nichts könnte mehr schief gehen.

Wir Eltern tauschten einen stolzen Blick und hörten weiter den Worten der Schulleiterin zu. Ich finde sie so toll und ich habe ein sehr gutes Gefühl, Emilian in diese Schule einzuschulen.
Als dann die halbe Stunde aber um war und sie den Abschiedsworten näher kam, konnte ich nicht mehr still auf meinem Stuhl sitzen. Ich wartete im Sprung ihr „Tschüß und eine schöne Feier!“ ab und steuerte schnell Richtung Ausgang zu – so schnell das die anderen aufgeregten Eltern und ein Babybauch im „kleinen schwarzen“ eben zuließen.

Vor der Klassentür war nicht weniger Gedränge. Wir wurden gebeten zu warten, bis die Tür aufging. Endlich durften wir eintreten – und da stand die ganze Klasse vor der Tafel und jedes der Kinder hielt eine große Sonnenblume in der Hand. Haaaach.
Alle Kinder hatten ihren Namen an die Tafel geschrieben – oder es versucht – und standen da ganz ruhig, bis die Fotos gemacht waren. So süß!

Emilian strahlte uns an, das viel zu große Hemd hing ihm bis zu den Knien aus der Hose, aber er überreichte uns die Blume und zeigte den Platz, auf den er sein Namenskärtchen gestellt hatte.

Meine Eltern kamen, wir machten ein paar Fotos im Klassenraum und mit der Lehrerin und lächelten die anderen Familien freundlich und viel entspannter an.

Auf dem Weg nachhause trafen wir meinen Bruder mit Frau. Emilian begrüßte sie und wir ließen uns auf die schattige Terrasse plumpsen.
Emilian zog Weste und Hemd aus und hatte den Inhalt seiner Schultüte in wenigen Minuten im Garten verteilt. Er staunte über die vielen kleinen und großen Schätze und war wirklich ehrlich dankbar und fröhlich.

Ich konnte das Gewusel der Familie, die Süßigkeiten-Explosionen, von denen heute noch Spuren zu finden sind und die Feier sehr genießen. Wir verschickten erste Fotos an Freunde und sahen Emilian beim Auspacken zu.
Liam hatte sich in sein Bett zurückgezogen. Einerseits wollte er wahrscheinlich in Ruhe ein paar Süßigkeiten naschen, aber vielleicht war ihm auch der Trubel um Emilian ein bißchen zu viel…

Wir aßen leckere Burger, die mein Mann gegrillt hatte und feierten unser Schulkind. Das Schulkind hatte wenig Hunger und zog sich gleich nach dem Essen ins Kinderzimmer zurück, um ein neues Hörspiel anzuhören. Und Ruhe brauchte es auch.

Später kam ein Freund aus dem Kindergarten vorbei. Ich hatte kaum Kinder-Gäste gefunden, da alle Freundes-Familien selbst Einschulung feierten. Aber einen Gast hatten wir und die drei Jungs waren – ich sag das ziemlich oft – glücklich und entspannt.

Der Tag WAR wirklich so: Entspannt.
Wir waren ungefähr 13 Personen und für unsere Verhältnisse ist das ein kleiner Haufen. Meine Mama machte uns in der Sonne auf der Terrasse frische Waffeln und so musste ich nichtmal einen Kuchen vorbereiten. Die Jungs spielten mit Opa und meinem Bruder. Ich blätterte mich durch eine Informationsflut in der Postmappe und lernte Schulregeln, fand einen Lageplan, Notfallnummern und die Benachrichtigung, dass an den ersten drei Tagen verkürzter Unterricht stattfinden würde.
Später bastelten wir große Papierboote und gingen an den Kanal, um sie schwimmen zu lassen. Emilian wurde von einer Wespe gestochen und von einer Zecke gebissen – viel wichtiger war aber, dass die Boote den großen Dampfer überlebten, der sie überholte.

Ich war und bin sehr glücklich für so eine schöne Einschulung! Die Schule und das Personal, das Wetter, meine Familie und viele Geschenke von Gott haben den Tag zu etwas Besonderem für uns gemacht!

Von den ersten Schultagen schreibe ich dann im nächsten Eintrag.

Keine Kommentare »

12 von 12 im September

Heute war ein aufregender, schöner, sehr warmer Tag! Ich erzähle euch später ausführlich von der Einschulung und auch mehr vom ersten Tag, aber heute ist erstmal der 12. September mit den Fotos dran.

1. Vor ersten Schultagen und Neuanfängen klappt das frühe Einschlafen bekanntlich – gar nicht. Ich versuche, mich abzulenken und mir Kindernamen anzugucken… Die „Babynamen der Woche“ sind keine große Hilfe.

 

2. Wir sind alle aufgeregt und früh fertig – zum ersten Mal packe ich eine Brotbox. Wir werden ein paar Tage brauchen, um das perfekte Maß zu finden.

 

3. Von der amerikanischen Tradition angesteckt, machen wir vor der Haustür das (ab jetzt) alljährliche Erinnerungsfoto. (Guckt euch das Lächeln an!)

 

4. Wir haben genug Zeit, weil Emilian in den ersten Tagen verkürzten Unterricht hat. Zu viert gehen wir los. Ich bringe Liam in die Kita und Papa bringt Emilian in die Schule. Das hat Abschiedstechnisch einen pädagogischen Grund und hat sehr gut funktioniert.

 

5. Wieder im Garten sehe ich, dass Emilians Verkaufsschild noch am Zaun liegt. Am Wochenende hat er versucht, seine Schultüten-Süßigkeiten zu verkaufen… für 500,- Euro.

 

6. Im Garten ist es kühl und ruhig, wir frühstücken zu zweit.

 

7. Danach widme ich mich einigen Wäschebergen, das war lange nötig.

 

8. Als es halb zwölf „endlich“ so weit ist, kann ich es kaum abwarten, Emilian von der Schule abzuholen. Lächelnd und  abgekämpft purzelt die Klasse aus dem Zimmer. Zusammen mit dem besten Kindergarten-Freund feiern wir den ersten Tag mit einem Eis.
(Noch am Eis-Tisch erledigt Emilian seine Hausaufgaben!)

 

9. Später hole ich Liam dann ab. Wie an fast jedem Tag sitzt er da und puzzelt.

 

10. Halb spontan packen wir unsere Sachen, fliehen vor der Hitze und liegen wenig später ganz entspannt am Wannsee. Am und im Wasser haben wir viel Spaß, bis es Abend wird.

 

11. Emilian erzählt ein bißchen von der Schule, er ist sehr glücklich und dankbar, vielleicht auch erleichtert. Ich glaube, er hat eine gute Zeit dort.

 

12. Mit einer Freundin schaue ich am Abend einen Film.

 

Wer möchte, kann sich noch alle anderen 12er Fotos von heute angucken.

Keine Kommentare »