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Aus dem Alltag einer Alleinerziehenden

Hier schreibt eine vorübergehend allein erziehende Mama. Das ist auch der Grund, warum ich euch heute nicht mehr als „Alltags-Szenen“ vor den Kopf werfen kann. Es passiert viel und meine ruhigen Mama-Zeiten sind sehr kurz.

Ich hab lange nichts geschrieben, aber der Blog ist voll.
Blättert euch gern durch alte Kindersprüche , sucht leckere Rezepte oder schwelgt in Erinnerungen aus unserer Zeit in Kalifornien.

Letzteres werde ich zum Beispiel gerade nicht tun…

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Mein Mann ist am Montag gegen 4:00 Uhr morgens aus dem warmen Bett aufgestanden, hat vier Küsschen an unseren Betten verteilt und ist am Abend gegen 22:00 Uhr unserer Zeit in Los Angeles gelandet.

Wir haben mit flightradar24 seine Flüge verfolgt, das ist ziemlich cool. Jedes Flugzeug, sogar Hubschrauber und Ballons, die gerade weltweit in der Luft rumfliegen, kann man verfolgen. Wir sahen eins über unseren Garten fliegen und fanden dann schnell heraus, dass es von Köln auf dem Weg nach Tegel war. Ich sag ja: Tolle Sache!

Als die Jungs im Bett waren und ich mit der App sah, dass sich mein Mann im Landeanflug gerade über dem Pazifikstrand vor LA befand, war das zu viel für mich. Dass er da ist, ohne uns, macht mich trauriger, als ich dachte.
Inzwischen ist es mehr okay für mich, dass er Fotos von unserer Kirche schickt, dass er komplett 30 Grad und Sonne um sich hat, dass er FrozenYogurt isst und mir Fotos davon schickt, dass er Sonnenuntergänge hinter Palmen sieht… haach nein, so okay ist es doch nicht.
Liam erinnert sich kaum, Jari ist raus – aber Emilian und ich gucken uns an und teilen eine große Sehnsucht.

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Uns vieren hier geht es aber gut!
Wir haben Tag 2 hinter uns und ich bin zwar müde, wie sonst nie, aber stolz auf uns.
Die Jungs sind so toll!

Ich habe für jeden Abend ein Erpressungs Belohnungs-Geschenk besorgt. Eins für jeden Abend. (Insgesamt acht, mein Plan ist natürlich, dass jeder vier bekommt)
Wer von beiden sich tagsüber, aber besonders am Abend am besten verhält und zuhört und hilft, bekommt das Geschenk.
Gestern war es eindeutig Emilian und Liam sah tapfer beim Auspacken zu. Heute war Emilian am Nachmittag bei einem Freund und ich konnte nicht viel über sein Verhalten sagen. Liam dachte, dass ihm das zweite Geschenk sowieso gehört – aber er war trotzdem so aufmerksam und lieb heute!
Nach der Kita fragte er mich mehrmals, wie denn mein Vormittag so war, wie es mir dabei ging und ob mit Jari alles gut war. Zucker! Oder er sagte: „Mama, wenn du keine Kraft mehr hast, brauchst du nicht traurig sein: Gott ist immer da!“

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Ich genieße die Ruhe am Abend sehr, besonders vermisse ich aber, mit großen Leuten zu reden. Am Wochenende fahren wir auf ein lang-geplantes und -ersehntes Familientreffen.
Meine Ur-Großeltern väterlicherseits sind der Ursprung und aus diesem Stamm sind wir jetzt ungefähr 120 Personen. Und 100 von ihnen werden an diesem Wochenende zusammen sein.
Ich freu mich auf die Großfamilie und hoffe auf schöne Zeiten für uns – ich bin ja immerhin allein erziehend. Aber Babysitter gibt es genug.

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Jari hat eine lange Zeit mit verstopfter Nase hinter sich und man sagt ja so, dass Babys nach einer Krankheit einen Wachstumsschub machen.
Tja, jetzt ist er also glücklich und gesund, er schläft eigentlich durch und ist noch tausendmal süßer als vorher. Kein Zahn weit und breit in Sicht, aber seine blonden Haare wachsen, seine großen blauen Auge schauen in die Welt, sein Gesicht sprüht voller Schalk, Entdeckerlust und Liebe zu seinen Brüdern, er zieht sich überall hoch und fängt an, an kleinen Tischen oder der Couch erste Schritte zu machen. (Krabbeln kann er allerdings nicht so..) Manchmal möchte ich ihn fast an die Hand nehmen und loslaufen oder ihm ein Glas Wasser an den Mund halten – und dann fällt mir ein, dass er eigentlich erst 8 Monate alt ist. Mein Baby!!

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Obwohl ich fast immer dieses kleine Baby an mir, unter mir, neben mir oder auf mir habe, schaffe ich ziemlich viel.
Wäsche ohne Ende, sortieren und ausmisten, Nägel lackieren, Mittagsschlaf!, Babybrei kochen, putzen..
Ich habe sogar tadaaa wieder mit meinem Sport angefangen!

An den Abenden hat es (mit oder ohne Mann) einfach nie geklappt. Jetzt habe ich mir drei Vormittage ausgesucht: Montag, Dienstag, Donnerstag. Und ich sitze bereits mit feinem Muskelkater hier auf der Couch.

Nach meinem Shred-Erfolg in 2015 fühle ich mich jetzt einfach wirklich nicht wohl in meinem Körper. Das sich-gehen-lassen passiert so schnell, zu schnell. Und jetzt gibt es keine Ausreden mehr!
– Es ist nicht mehr zu heiß draussen.
– Ich brauche keine Kalorien fürs Stillen mehr.
– Babyspeck nach der Geburt: zählt nicht mehr.
– Ich brauche erstmal keine Bikini-Figur.
– Der nächste Weihnachtsbraten kommt bestimmt.

Also, hopp Mama!
Im Moment macht es Spaß (ich habe eine Fitnesstrainerin gefunden, die nicht ganz so streng wie Jillian Michaels ist), Bewegung im ganzen Körper tut gut und der Muskelkater ist ein gutes Zeichen. Da geht wieder was!

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Der Alltag in Schule und Kita läuft weiterhin gut und ich bin sehr stolz auf meine Jungs. Das Früh-Aufstehen funktioniert wunderbar, die Kilometer, die wir so täglich zurücklegen (für mich sind es mindesten 5), schaffen sie tapfer, Emilian macht sehr gut Hausaufgaben. Auf Grund vieler fehlender Lehrer hat er einen entspannteren Stundenplan, was uns vor allem morgens sehr Recht ist.
Er ist kameradschaftlich und zuverlässig, einfühlsam und rücksichtsvoll, eine große Hilfe mit Jari und er hat (hab ich schon gesagt) einen ganz feinen Humor. Haach, ich liebe das. Dieser Blick, wenn er mein Wortspiel versteht oder eine lustige Geschichte aus der Schule erzählt.

Es fällt mir nicht immer leicht, für jeden der drei ganz da zu sein. Neben dem Schulkind und dem Baby merke ich gerade, dass ich erst Recht auf Liam aufpassen möchte. Ich sehe inzwischen, wie er meine Aufmerksamkeit sucht und kann ihn oft rechtzeitig auffangen – aber ach, mein kleines Mittelkind. Ich sehe dich!

Liams Gedanken sind sehr tief und wertvoll. Er hat Power ohne Ende, hat eine schöne Phantasie und kann aus ganzem Herzen Feuerwehrmann, Ritter, Arzt, Pokémon-Jäger, Sportler und Rennfahrer sein – alles an einem Tag.
Ich würde sagen, er vermisst seinen Papa am meisten.

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Wir essen am Abend ein warmes Essen, weil ich das am Mittag einfach nicht schaffe. Gestern habe ich ein Rezept einer Blogger-Freundin ausprobiert. Ganz schnell habe ich Möhren und Kartoffeln geschält und geschnitten, dazu Olivenöl und Pfeffer und Salz – und dann 25 Minuten bei 200 Grad in den Ofen.

Lecker!!! Wir waren so begeistert!
Die Kinder haben sich genau dieses Essen heute nochmal gewünscht. Diesmal durfte noch Süßkartoffel dazu. Mmmh, ist das gut!

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Und das ist der Stand der Dinge hier.
Jeden Tag schneiden wir auf unserer Liste einen Schnipsel ab und die Liste wird kürzer. Wir kommen dem Treffen mit Papa auf dem Flughafen immer näher – und dann ist unser schöner Familienurlaub auch gar nicht mehr weit weg.

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Letzter Eintrag vor den Sommerferien

Ich habe jetzt hier lange nichts geschrieben.. und es ist nicht so, dass ich in meinem Leben gerade viel zu tun habe… aber ich schaffe nicht immer das, was ich gern machen würde.

Ich liege zwar täglich zum Mittagsschlaf in der Sonne, spaziere ganz viel, habe Freunde, backe Cookies und esse mit meinem Mann, ich spiele mit den Kindern im Wasser, lese vor, pflanze meine Blumen und bewundere meine Tomaten – aber ich bin sowas von fremdbestimmt: ein Kind links, eins rechts und eins aufm Schoß.

Sie zerren nicht an meinen Händen, aber an meinen Nerven. Ich bin so froh, dass ich zuhause sein und für sie da sein darf! Denn so kurz vor den Sommerferien zerren nicht nur die Kinder an meinen Nerven.

Sommerfeste, Abschiedsgeschenke, Schulkram, Geburtstagsfeiern (jede Menge unserer Freunde haben irgendwie Mitte Juli Geburtstag), Gartenarbeit, Wäsche…
Ich finde Sand aus Kinderhosen in meinem Bett.
Ich bekomme eine Bücherliste für einen Zweitklässler.
Ich plane „Danke“-Geschenke für Lehrer und Erzieher.
Ich koche Babybrei.
Ich wische Spuren von nackten Zehen vom Boden.
Ich schlafe zu wenig.
Ich darf meine Pflanzen nicht vertrocknen lassen.
Ich kann fast nicht mehr durch die Fenster sehen.. fast.

Und dann ist da mittendrin dieser kleine süße Jari, der am Ende der Woche schon sechs Monate alt ist. Ein halbes Jahr!
Er bringt mir kurze Nächte und Rückenschmerzen, er tatscht auf meine Brille, zieht an meinen Haaren und spuckt meine Kleidung voll – aber er ist mein allerliebstes Sommerbaby!
Ich kann nicht sagen, wer von uns ihn am meisten liebt. Er lächelt und strahlt uns mit leuchtenden Augen an. Er strampelt vor Freude, wenn ein Bruder sich neben ihn legt. Er fängt an, zu plappern und zu erzählen. Er schlabbert unseren Möhrenbrei. Er wächst. Er verfolgt alles, was sich bewegt. Er liebt es, mittags draussen zu schlafen und die Blätter an den Bäumen zu sehen.
Wir sind wirklich ganz verliebt in ihn!

Liam hätte gern ein Haustier.
Und weil wir über Hasen, Meerschweinchen oder ähnliches grad (noch) nicht nachdenken, sammelt er mit Zärtlichkeit Regenwürmer, Kellerasseln oder Schnecken.
Heute sind drei Schnecken in ein Glas eingezogen und er hat bittere Tränen geweint, weil das Glas nicht neben seinem Bett stehen durfte.
Liam ist gern lange draussen im Garten, auch mal allein. Er kann ganz toll erzählen, was in seinem Kopf passiert, was in der Kita gemacht wurde oder was ihn wundert. Er stellt sehr gute Fragen. Natürlich darf Liam in den Ferien zuhause bleiben, auch wenn die Kita geöffnet ist. Im September wird er ein Vorschulkind!

Emilian ist ein großer schlauer Junge geworden. Die Schule tut ihm gut. Er schlampert wie ein ganz normaler Junge, er vergisst mal Hausaufgaben und schnattert im Unterricht, er steckt mal das Heft seines Sitznachbars ein und lässt den Sportbeutel liegen – aber er ist ein beliebter, intelligenter, toller Schüler, ab September in der 2. Klasse!
Er ist selbstsicher und cool, mit Spielkarten zum Tauschen lernt er, eigenes Spielzeug wertzuschätzen und Verhandlungen zu führen. Wir machen uns langsam Gedanken über erstes Taschengeld. (Wie und wann habt ihr damit angefangen?)
Er ist ein liebevoller großer Bruder, der gern sein Wissen weitergibt und die Spielzeit mit Liam am Nachmittag genießt.
Morgen bekommt er sein erstes Zeugnis!

Wie im letzten Eintrag erwähnt, haben wir eine lange Ferienliste. Ich freue mich sehr darauf! Die ersten Übernachtungen sind schon geplant. Und wir alle freuen uns darauf, einfach mal in den Tag zu leben. Wirklich.

Ab und zu werde ich hier mal ein paar Sommerbilder zeigen oder ein paar geplante Beiträge (zum Beispiel Kindersprüche) veröffentlichen… aber mehr nicht.
Folgt mir gern auf Facebook oder Instagram – da gibts immerhin Fotos.

Habt einen schönen Sommer!

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