Weniger Müll im Alltag

11. Juli 2022

Egal wo man in den Geschäften hinsieht – die meisten Dinge sind in Plastik verpackt. Das kann ganz schön frustrierend sein, denn nicht immer weiß man, was wirklich mit dem Plastikmüll passiert, wenn wir ihn wegwerfen.

Besonders mit den aktuellen Preissteigerungen wird es für viele Familien und Personen immer schwieriger, beim Einkaufen auf nachhaltige Produkte zu achten, die für gewöhnlich nicht so oft in Kunststoff verpackt sind.

Dennoch gibt es einige Tricks dazu, wie man als Familie den Plastikverbrauch reduzieren kann, auch ohne tief in die Tasche zu greifen. Im Gegenteil: Oft spart man bei der Befolgung der folgenden 10 Tipps sogar noch Geld.

Plastik recyceln
Ganz klar: Plastikmüll lässt sich für kaum jemanden komplett eliminieren, und das ist auch
gar nicht das Ziel. Denn bereits kleine, nachhaltigere Gewohnheiten im Familienalltag
können großes für die Reduzierung eurer Plastikabfälle bewirken. Wenn ihr Plastik in die
richtige Tonne werft und eure Pfandflaschen zurückbringt, dann seid ihr definitiv schon auf
dem richtigen Weg! Wenn ihr wissen wollt, ob eine Plastikverpackung recyclebar ist, dann
guckt beim Kauf auf das Recycling-Symbol, das Dosen-Recycling-Symbol, den Grünen Punkt oder die durchkreuzte Mülltonne. Hier erfahrt ihr übrigens mehr zum Thema „Was passiert mit Plastikmüll?“

Mehrwegflaschen benutzen
Warum haben wir eigentlich für Kinder meistens Trinkflaschen mit dabei, aber vergessen
dabei uns? Wenn ihr euch eine Reiseflasche (und am besten auch einen
wiederverwendbaren Kaffee-To-Go-Becher) zulegt, dann müsst ihr unterwegs nicht auf
Flaschen aus Einwegplastik oder Pappbecher mit Plastikbeschichtung zurückgreifen.

Ohne Plastiktüten einkaufen
In Deutschland gibt es zwar seit Anfang 2022 ein Verbot für Plastiktüten an
Supermarktkassen, doch bei Gemüse-, Obst- und Frischetheken gibt es sie weiterhin. Legt
euch also am besten einen wiederverwendbaren Stoffbeutel zu, um beim Kauf dieser
Produkte auf unnötigen Plastikmüll zu verzichten. Obst und Gemüse könnt ihr ja auch (falls
nötig) abwiegen, bevor ihr sie in den wiederverwendbaren Beutel packt.

Kleidung ohne Plastik
Hinter synthetischen Fasern in Klamotten (wie etwa Polyester, Elasthan, Polyacryl, Viskose, Nylon uvm.) versteckt sich Plastik. Dieses gerät durch den Abrieb beim Waschen in Form von sogenanntem Mikroplastik ins Abwasser bzw. in die Umwelt. Das trägt maßgeblich zur Meeresverschmutzung bei, denn 35 % des Mikroplastiks im Meer stammt aus den Waschgängen von Klamotten aus synthetischen Fasern. Legt euch daher am besten einen Waschbeutel für synthetische Klamotten zu, der die Mikroplastikteilchen beim Waschen auffängt, sodass ihr sie anschließend in der richtigen Tonne entsorgen könnt. Beim Kauf neuer Klamotten in der Zukunft wäre es natürlich auch gut, darauf zu achten, dass diese aus natürlichen Fasern bestehen (wie etwa Baumwolle, Leinen, Seide, Wolle, Hanf etc.).

Mehr selbst kochen
Fertiggerichte oder To-Go-Essen ist oft in aufwändige Plastikverpackungen verpackt. Wenn ihr öfter mal selbst kocht (oder Meal-Prep macht!) dann könnt ihr Plastik einsparen und vielleicht auch öfter Spaß in der Küche haben! Bereits kleinen Kindern kann man in der Küche schon einfache Aufgaben zuweisen, und gemeinsam kochen macht oft mehr Spaß (es könnte jedoch etwas chaotischer zugehen).

Plastik im Bad reduzieren
Duschgel, Shampoo, Zahnpasta, Cremes etc. sind meist in Plastik verpackt und landen oft im Müll, sobald die Flasche leer ist. Habt ihr schon einmal feste Seife oder festes Shampoo
verwendet? Auch feste Cremes gibt es mittlerweile zu kaufen, sowie feste Zahnputztabs
oder -pulver. Wir finden diese Alternativen wirklich praktisch, da sie auf Reisen auslaufsicher sind und z.B. beim Fliegen natürlich nicht als Flüssigkeiten gelten.

Putzmittel selbst machen
Mit Essig, Zitronensäure, Natron, Backpulver und Kernseife könnt ihr eigentlich so gut wie
jedes Haushalts- und Reinigungsmittel selbst herstellen. So spart ihr nicht nur die
Plastikverpackungen, sondern könnt euch darauf verlassen, dass eure Putzmittel definitiv
nachhaltig sind. Mit ätherischen Ölen könnt ihr eure DIY-Reinigungsmittel auch noch mit
zusätzlichen Duftnoten versehen.

Lunchbox immer mitführen
Wer kennt das nicht, dass beim Restaurantbesuch mit der Familie etwas vom Essen
überbleibt. Anstatt das Essen zurückzuschicken oder es im Restaurant in eine To-Go-Box
einpacken zu lassen, kann es sich auszahlen, immer eine Lunchbox für solche Fälle
mitzuhaben. Wir finden faltbare Essensboxen besonders praktisch, da sie in der Tasche nicht viel Platz einnehmen.

Besteckset immer dabeihaben
Oft braucht man unterwegs mal einen Löffel, eine Gabel oder einen Strohhalm. Auch wenn
diese in der EU nicht mehr aus Einwegplastik bestehen dürfen, lohnt es sich trotzdem,
immer ein Besteckset inklusive Strohhalm mitzuhaben. Das kann Zeit und Aufwand sparen,
und – besonders wenn ihr auf Reisen außerhalb der EU seid – natürlich auch Plastik.

Achtsamer konsumieren
„Verzicht“ gehört nicht zu den Wörtern, die positive Gefühle in uns Menschen auslösen.
Doch auf Dinge die uns Freude bereiten zu verzichten, ist auch nicht notwendig, um
nachhaltiger zu leben und Plastikmüll zu sparen. Wenn ihr oder jemand in eurer Familie zum Beispiel ein Fertiggericht liebt, das in einer dicken Schicht Plastik verpackt ist, dann spricht nichts dagegen, es zu kaufen und zu genießen! Beim achtsamen Konsum dreht es sich vielmehr darum, sich im Klaren zu sein, ob man ein Produkt wirklich braucht. Denn sehr oft drängen uns Werbung oder eine ansprechende Verpackung zum Kauf, oder unsere Gedanken sind wo anders. Legt im Supermarkt öfter mal eine Pause ein, wenn ihr zu etwas greift, und fragt euch, ob ihr das Produkt braucht oder, genauso wichtig: ob es euch glücklich macht.


Viel Spaß und Erfolg beim Ausprobieren dieser Tipps!

Doch denkt daran: es klappt nicht immer, ab und an vergisst man darauf und manchmal wird es einfach zu hektisch im Familienalltag – und das ist okay! Jeder noch so kleine Beitrag zählt.

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