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papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Sommer-Mama

Das ist meine Jahreszeit.
Absolut.

März ist toll fürs Gefühl und für die ersten warmen Strahlen.
April ist toll zum Geburtstag feiern und um sich über die ersten Farben zu freuen. Aber jetzt… das liebe ich!
So warm wie es geht, so sonnig, wie es geht, so hell wie es geht. Immer bitte.

Im Juni 2015 habe ich einen Artikel von MOPS für den Blog übersetzt: In diesem Sommer möchte ich JA sagen

Ich denke immernoch oft daran.
Im Sommer fällt mir das leichter. Der Dreck, die Jungs, der Haushalt, die Termine.

Im Sommer möchte ich meine fröhlichen Kinder ansehen – und nicht den Dreck, den sie machen.

Im Sommer möchte ich in die leuchtenden Augen meiner Jungs sehen – und nicht die Flecken in ihrem Gesicht.

Im Sommer möchte ich an ihren T-Shirts sehen, wie glücklich sie gespielt haben und wie oft sie Eis essen durften – und nicht, wieviel Wäsche das bedeutet.

Im Sommer möchte ich mich an den kleinen Füßen freuen, die barfuß über Wiesen und Steine hüpfen – und nicht die schwarzen Tapsen auf dem Küchenfußboden sehen.

Im Sommer möchte ich die Pflanzen und Blumen ansehen – und nicht den gelben Blütenstaub, der auf allen Möbeln liegt.

Im Sommer möchte ich mich über alles Grün im Garten freuen – und nicht das Unkraut sehen, das wirklich wild wuchert.

Im Sommer möchte ich mich mit den Kindern auf der Terrasse in Wasserschüsseln setzen – und nicht über die Wasserflecken an den Fensterscheiben stöhnen.

Im Sommer möchte ich mit Freunden im Garten sitzen und essen und grillen und Wein trinken – und mich nicht über Geschirrberge ärgern.

Ich freue mich auf den Sommer!

 

Emilian hat heute mit seiner Klasse einen Ausflug zum Wasserspielplatz im Britzer Garten gemacht. Für die Schulkinder, die in der Schule waren, gab es das erste Hitzefrei.

Nach dem Mittag haben wir uns die leckersten holländischen Honigwaffeln gekauft und sind zu fünft ins Schwimmbad gefahren, um Emilian bei seinen letzten Stunden zu unterstützen.

Als ich im Auto über die Hitze gestöhnt habe, hat Liam sofort angemerkt, dass ich mir das doch seit langem gewünscht hätte. Und er hat ja recht.
Nur nicht mit langer Jeans – zu fünft im Auto – bei Feierabendverkehr – und Übelkeit. Hab ich ihm erklärt.

Die ersten Kinder des Kurses springen schon ins Wasser und schwimmen los. Das ist so toll zu sehen und die Eltern an der Scheibe strahlen vor Glück.
Emilian macht sehr gute und saubere Bewegungen – aber der Respekt vor dem Wasser ist noch zu groß. Ich erinnere mich an meine Angst, damals in der 3. Klasse.

Und ich höre zu, wie mein Mann, der Coach, mit Emilian redet und ihm hilft, seine Angst zu überwinden. Das ist unglaublich. Emilian ist ja sozusagen der einzige „Klient“, bei dem ich zuhören darf. Ich hatte hier im Blog schonmal geschrieben, wie das zusätzliche Studium meines Mannes uns geholfen hat… und gerade sehe ich wieder zu und bin sehr begeistert!

Der Nachmittag bestand nach Wasserspielplatz und Schwimmkurs wieder zum größten Teil aus nackt-im-Garten-durch-den-Sprenger-springen-und-vor-Freude-quietschen.

Ich bringe die Kinder zur Zeit nicht sehr pünktlich ins Bett, ehrlich gesagt. Die hellen Abende sind mir einfach zu schade.

Die Tage und Nächte, die jetzt kommen, sind wertvoll.
Für mich. Und für meine Familie.

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Deutschland schwimmt. Wir auch.

Ende Juli habe ich von einer PR-Agentur eine Email bekommen:

„Gemeinsam mit dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) möchte Disney Kinder und Familien für den Schwimmsport begeistern und dazu motivieren, ein gesünderes und aktiveres Leben zu führen. Eine Forsa-Studie hat bei den Schwimm-Fähigkeiten von Kindern kürzlich große Missstände aufgedeckt – genau hier setzt die Kampagne an. Botschafterin ist Franziska van Almsick.
Im Rahmen der Kampagne gibt es eine große „Schwimm-Spaß-Tour“, die ab dem 16. Juli jeden Samstag in einem von zehn ausgesuchten Schwimmbädern in ganz Deutschland ihre Bahnen zieht. Mitglieder des Deutschen Schwimm-Verbands DSV begleiten die Kinder einen ganzen Tag lang auf diversen Spielstationen – vom Tauchparcour bis zur Wasserballschlacht – und bringen ihnen spielerisch die wichtigsten Grundfertigkeiten näher.“

Heute, am 06. August, hatte diese Deutschland-Tour einen Stopp in Berlin und wir waren also eingeladen. Vielen Dank dafür! Die Veranstaltung ging von 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr und wir durften uns aussuchen, wann wir vorbeikommen wollten.

Wir sind kurz nach 11:00 Uhr zuhause losgefahren.
Es waren nichtmal 20 Grad draußen, der Himmel war sehr bewölkt. Ich kannte das Bad in Mariendorf noch nicht und war mir nicht sicher, ob es sich vielleicht nur um ein Freibad handelte…

Als wir auf den Parkplatz fuhren, erkannte mein Mann, dass er früher schon dort gewesen sein muss und tauchte erstmal in seine Kindheitserinnerungen ab…

Sowohl die Parkplätze als auch die Liegewiesen waren leer. Sehr leer. Es war kühl, die CDU war auch am Start und begrüßte uns mit einem Wassereis.

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Wir legten unser Zeug auf die Wiese, Emilian zog sich um und wir gingen erstmal so gucken. Viele bunte Zelte waren aufgebaut, es war deutlich zu sehen, dass es um den Film „Findet Dorie“ geht, der im September in die Kinos kommt.

Es gab draußen und drinnen mehrere Becken, ungefähr 15 Stände waren aufgebaut, an denen die Schwimmer und Nichtschwimmer verschiedene Aufgaben erledigen und Preise gewinnen konnten. Zuerst landeten wir an einem Stand, an dem die Jungs mit diesem weichen Knetsand auf Kalkbasis spielen konnten.

Als wir ankamen, hielten sich im ganzen Bad vielleicht gerade 10 Familien auf. Ich stellte fest, dass dieses Bad auch ohne Disney-Spaß sehr attraktiv für Familien aussieht.

Die Umgebung war sehr liebevoll und familienfreundlich gestaltet, uns sprachen wirklich nette und zuvorkommende Mitarbeiter an, wir wurden begrüßt, interviewt und gut beraten.

An verschiedenen Wasserstationen konnten die Jungs zum Beispiel schätzen, welche Gegenstände im Wasser untergehen und welche nicht. Wir haben gegeneinander einen Wassereimer mit Hilfe von Schwämmen gefüllt und Magnete aus einem Wasser geangelt.

 

 

 

 

 

Es gab tolle Preise zu gewinnen und weil wir fast die einzigen waren, wurden wir ordentlich beschenkt und die Jungs haben gut mitgemacht.
Rewe verteilte leckere Smoothies und Allianz warb damit, die Kinder während der Veranstaltung zu versichern.

 

 

Später sind wir doch alle vier noch ins Wasser gekommen, erst außen, dann innen. Das Wasser war nicht zu kalt und die Sonne konnte sich auch durch die Wolken kämpfen, es wurde richtig warm!

Im Nichtwimmerbecken konnte man nach Ringen tauchen, unter dem Wasser „walisch“ blubbern oder wie Dorie tanzen.

Auch für die großen Schwimmer gab es tolle Aufgaben und tolle Preise. Die großen und kleinen Kinder hatten richtig viel Spaß. Ich kann mir vorstellen, dass sich die Mitarbeiter etwas mehr Besucher gewünscht hätten – es wurde später dann auch voller – aber gerade weil wir so wenig waren, konnten wir eben in Ruhe gucken und genießen.

 

Weil beide Jungs mutig waren und zumindest versucht haben, zu tauchen, sind wir danach zum Essen in eine Pizzeria gegangen und haben unsere Dorie-Hefte gelesen.

Jetzt liegen wir auf der Couch und gucken, was in Rio so passiert – ganz im Zeichen des Sports heute.

Im Zuge der Disney-Schwimm-Spass-Tour darf ich heute zwei ganzen tolle Schwimmbrillen verlosen!!!

Wenn ihr gern eine der beiden Brillen bekommen würdet, dann gebt einen Kommentar ab und sagt mir, welche von beiden ihr gern hättet.
Orange ist Hank.
Blau ist Dorie.

 

In einer Woche, am 13. August um 20:00 Uhr, endet die Verlosung.
Viel Spaß!

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Mama im Glück

Von Freitag bis Montag durften die Kinder bei Oma und Opa sein. Die vier sind zusammen an die Ostsee gefahren. Oma mit den Kindern im Auto und Opa auf dem Fahrrad – aus 600km Entfernung zur Ostsee.

Kap Arkona

Kap Arkona

Wir Eltern hatten uns und das Haus in Ruhe. Wir haben auf- und umgeräumt, haben einfach am hellichten Tag auf der Couch gelegen und Filme geguckt (auweia), haben ausgeschlafen, Freunde eingeladen, sind durch Berlin gezogen, haben meine alte Arbeitsstelle besucht und haben zum Abendbrot Eis gegessen. Wir hatten uns und viel Zeit – und das war so gut.

Am Anfang noch habe ich mich (für Liam) über jeden Autotransporter gefreut und bin (für Emilian) nicht auf Hydranten auf dem Weg getreten.. weil das seine Regel ist. Aber später tat es so gut, in Ruhe zu essen, schon nach dem ersten Mal vom Gegenüber eine Antwort zu bekommen, auszuschlafen,  keine Windeln zu wechseln und kein Spielzeug zur Seite zu räumen. Mich stört das jetzt an anderen Tagen auch nicht sehr.. und ich muss also zugeben: Ich habe mich gelangweilt!

Dazu muss ich sagen, dass wir aus Gründen nicht wegfahren wollten und konnten. Und so zuhause.. mit plötzlich so viel Zeit.. und ohne die zwei kleinen Flummis… war das komisch.
Ich wusste ganz sicher, dass sie in guten Händen waren. Alle viere hätten gern länger zusammen Urlaub gemacht, wir haben Fotos ausgetauscht und telefoniert.. aber sowas wie Heimweh oder Sehnsucht gab es nicht. Und wenn sie mich nicht vermissen, vermisse ich sie auch nicht. Stimmts?

Die Tiefenentspannung, die also bereits Freitag eintrat, verschwand auch direkt in den ersten 10 Minuten, in denen die Kinder wieder zuhause waren. Es war 22:30 Uhr und die beiden waren zu wach und aufgedreht.. Erst in den nächsten beiden Tagen konnten wir uns richtig genießen, ankommen und in den Sommer starten.

Und der Sommer als Mama ist ja sowieso mein Liebling!

– Heute haben wir draussen auf der Wiese Mittag gegessen. Der Kochtopf mit der Nudelsuppe stand einfach auf’m Rasen und wir saßen drum herum. Nudeln auf dem Rasen? Egaal!

Garten-Picknick

– Nach dem Gießen spritze ich Liam mit den letzten Tropfen aus der Kanne nass. Er rannte kichernd vor mir weg und sagte: „Du aber eine lustige Mama!“

– Auf dem Weg nachhause verliert Liam die Lust an seinen Schuhen und kickt einen ab vom Fuss – gekonnt über den Zaun ins Gebüsch. Emilian konnte ihn holen und zusammen mussten wir über so einen Glückstreffer lachen.

– Barfuß zum Kindergarten laufen. Nackt durch den Garten rennen. Melone essen. Wasserpistolen ausprobieren. Auf der Wiese Hörspiele hören. Bei Freunden in den Pool springen. Vor 8:00 Uhr auf dem Weg zum Arzt schon die Sonnenbrille brauchen. Eiskaffee. Himbeeren ernten. Dem Rasensprenger zusehen. Ich liebe es!

Sommer

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Ein Monat Amerika!

Wir sind seit einem Monat in Amerika!!!
Vor einem Monat hatten wir den langen Flug-Tag und den ersten Ankunfts-Tag schon hinter uns.

Manchmal denke ich: „Ist echt schon ein ganzer Monat rum???“ und dann denke ich auch: „War das echt erst ein Monat???“. Wir haben viel erlebt und dass die Zeit schnell vergeht, bestreite ich nicht. Vielleicht wird das jetzt anders, wenn wir an einem Ort bleiben.

In der Kirche haben wir heute versucht, die Kinder zum ersten Mal alleine im Kindergottesdienst zu lassen. Es wurde eine mittlere Katastrophe, die fast, ganz fast zu meinem ersten amerikanischen Tränenausbruch geführt hätte.
Wir haben die Kinder schon zwei Tage vorher auf unsere Idee vorbereitet, Emilian war ganz gut dabei. Ich wollte einfach während der Zeit zwischen den beiden Gruppenräumen hin und her wechseln und gucken, wie es den Jungs geht. Scheinbar werden die Kinder aber halb willkürlich in die Gruppen eingeteilt. Mit Eingewöhnung hat man’s hier nicht so. Die Eltern gehen in den Gottesdienst und das Kind wird mit den Teachern und der Gruppe allein gelassen. Nicht mit mir! Liam wurde einer neuen Gruppe zugeteilt, aber -verwundert über meinen eigenen Mut- habe ich gebeten, ihn in seine bekannte Gruppe einzuteilen. Er kam dann als ersten Kind an und ich dachte: „Oh gut, dann kann er in Ruhe ankommen.“ Wir verabschiedeten uns und sagten, dass wir Emilian in seine Gruppe bringen und dann wiederkommen würden. Liam drehte sich in Richtung Spielecke, aber ich sah, wie er tapfer versuchte, seine Tränen zu verdrücken. Als die Tür zu fiel, begann er zu weinen. Herzschmerz! Mein Mann drehte sich wieder um, um die ersten Minuten bei ihm zu bleiben.
Auch Emilian musste heute in eine neue Gruppe, aber ich ermutigte ihn, so gut es ging und erklärte der neuen Betreuerin meine Sorgen. Sie schien mir nicht sehr kompetent, aber sie verstand und kümmerte sich. Ich setzte Emilian mit einem Buch in die Bücherecke und versprach, gleich wieder da zu sein. Herzschmerz! Mein großer tapferer Sohn!
Zurück bei Liam stand mein Mann noch immer mit im Raum und Liams Körper zuckte vor Schluchzen. Herzschmerz! Ich setzte mich zu ihm, tröstete ihn und entschied, da zu bleiben. Papa sah noch einmal bei Emilian vorbei und verschwand dann im Gottesdienst. Liam taute langsam auf. Als er wieder richtig fröhlich war, sagte ich: „Hey Liam, ich gehe ganz kurz zu Emilian und bin gleich wieder da, okay?“ Er nickte – und in dem Moment, als ich die Tür öffnen wollte, nahm ihm ein anderes Kind sein Spielzeug weg… Keine Chance. Hilflos bat mich eine jugendliche Betreuerin, ihr doch ein paar wichtige Sätze für Liam in deutsch beizubringen. „Alles ist gut.“ gelang ihr noch, aber bei „Mama kommt gleich zurück“ gab sie auf.

Eine Betreuerin, die uns schon besser kannte, gab ihr Bestes, um die große Tochter meiner Freundin zu finden, damit sie zum Spielen und Übersetzen bei Emilian sein konnte. Sie ist 5 und eigentlich schon in einer anderen Etage. Man fand sie aber und die Betreuerin erzählte mir, was für ein Leuchten über Emilians Gesicht ging, als sie den Raum betrat. Ich war sehr glücklich darüber, konnte bei Liam bleiben und Emilian hatte eine gute Zeit in der neuen Gruppe. Ich mag das eigentlich nicht.. ein Versprechen zu geben und dann doch nicht wiederzukommen. Aber Emilian hat es verstanden. Was wir am nächten Sonntag machen, weiß ich noch nicht. Wahrscheinlich müssen wir alle ein bißchen über unseren Schatten und ins kalte Wasser springen…

Ins frische Poolwasser sind wir heute Nachmittag gesprungen. Und statt unsere Schuhe und das Spielzeug wiederzufinden, haben wir noch ein Lieblingsauto in dieser blöden Filteranlage verloren. Argh! Diesmal war es meine Schuld und ich könnte…..

Des Abends mache ich tapfer weiter meine Shred-Übungen, Tag 3 von Level 2. Jillian bekommt nicht mehr nur Rufe der Begeisterung von mir, sondern ab und zu auch mal ein „§$%&@-//%§“. Ich freue mich über alle von euch, die mir erzählt haben, dass sie einen Versuch gewagt haben! Gestern habe ich mir Turnschuhe gekauft, weil meine Füße und Knie ein bißchen wehgetan haben. Einen Sport-BH habe ich auch erstanden, denn das ganze Gehüpfe ist nicht ganz so gut fürs Bindegewebe besonders, wenn frau schon mal gestillt hat.

 

Ich habe einen kleinen Rückblick der ersten Zeit in Amerika!

Was ich vermisse:
(abgesehen von Personen.. denn wenn ich darüber nachdenken würde, wären das eine ganze Menge.. bis jetzt habe ich noch nicht drüber nachgedacht)

* Meine Kaffeemaschine, oh ja, an erster Stelle! Und Milchschaum.

* DM, meinen Drogeriemarkt mit den Lieblingsartikeln.

* Meinen Garten. Eigenen Platz, eigene Geräte, eigene Ernte, eigenen Schmutz wegmachen.

* Die deutschen Niedrig-Preise! Ihr könnt euch nicht vorstellen….

* Unser Abo für endlos deutsche Filme und Serien.

* Unser stabiles WLAN zuhause.

* Frische Brötchen. Laugenbrötchen. Croissants. Körnerbrot.

* Mein Lidl. Ich frage mich, ob sich die Verkäuferinnen fragen, wo die nette Frau mit dem roten Doppelkinderwagen geblieben ist?!

 

Was mich stört:

* Der Müll hier. Die Masse an Müll, die man produziert und die Trennung, die man nicht macht.

* Chlor im Wasser, kein einfaches Trinken aus dem Wasserhahn mehr.

* Die noch-Unsicherheiten im Alltag. Was können/sollten/dürfen/müssen wir machen/erleben/schaffen/erledigen?

* Die Strassenverkehrsregeln. Mit „wer zuerst da war, fährt zuerst“ komme ich noch nicht so klar.

* Die Zeitumstellung. Es ist fast unmöglich, sich im wachen Zustand mit zuhause zum Skypen zu verabreden und bei Whatsapp trifft man sich gefühlt auch nur nachts.

* Soviel (er)fragen zu müssen.

* Das ungesunde Essen. Wir haben damit noch keine richtige Erfahrungen gemacht, es fühlt sich aber so an und manchmal bin ich froh, dass ich nicht weiß, was wir gerade essen. Wir sind gesund und gut drauf, aber manchmal würde ich den Kindern gern ein paar Dinge kaufen, die sie im Shop so bunt und schrill anspringen…

* Die Entfernungen. Wir sehen zwar deutlich mehr Fußgänger und Farradfahrer als in North Carolina, aber es ist fast unmöglich, ohne Auto zu leben. Wir sind zu viert manchmal schon mit „nur“ einem Auto überfordert.

* Die Werbung im Fernsehen. Es wird SO VIEL Werbung gezeigt. Für Autos. Für Essen. Für Medikamente. Diesen „Zu Risiken und Nebenwirkungen…“-Satz gibt es hier nicht, dafür werden alle möglichen Nebenwirkungen und „Zu Beachten“-Dinge aufgezählt. Boah! Das zerstört jeden Film.

* Die Verschwendung. Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Überfluss im Laden. Müll. Unmengen an Beregnungs- und Sprenganlagen überall. Es wird hier so viel Geld für Gießwasser ausgegeben. Vielleicht ist es ja… irgendein gesammeltes Wasser, ich habe keine Ahnung. Aber es ist viel. Und noch viel mehr, von dem wir noch gar nichts wissen. In Vorbereitung auf den 4. Juli haben wir uns erkundigt, was „man“ da so macht. Es ist ganz üblich, sich Paraden oder ein Feuerwerk anzusehen. (Deswegen gibt es zur Zeit auch Knallwerk zu kaufen… ist ja nicht kurz vor Silverster) Hier in der Nähe ist Disneyland. Einer unserer Freunde wohnt nebenan. Disneyland lässt jeden Abend mehrere Feuerwerke knallen. Es gibt zwar eine Nachtruhe-Lärm-bla-Verordnung, aber Disneyland zahlt jeden Abend die Strafe und ballert weiter tausende Dollar in den Himmel. Ja.

 

Was ich genieße:

* Das Wetter! An jedem Tag. Es ist immer warm und hell und sonnig. Nie zu heiß. Nie zu kalt. An jedem Tag! (Kein Husten in diesem Winter für uns!)

* Das häufige Zusammen-sein als Familie, das ungewöhnlich aufregende Leben zu viert.

* Die leckeren Bagels, die es überall gibt. (Aber frisch sind sie nicht)

* Einfach mal Abenteuer erleben. Alles ist anders.

* Die vielen Geldscheine. Haha. Man hat so viele Scheine dabei und blättert und blättert und sieht so reich aus.. und dann sind es doch nur 7 Dollar.

* Dass alles „wie im Film“ ist. Echt. Das mag ich. Fenster gehen nach oben auf. Küchen haben eine „Insel“. Türen haben einen Knauf. Als wir gestern zufällig bei den Serien „Big Bang Theory“ und „King of Queens“ reingeschaut haben, hab ich mich gefreut, so viel wiederzuerkennen und manches den Schauspielern gleichtun zu können.

* „Free Refill“ in den meisten Restaurants. Der Becher wird bezahlt und Getränke können beliebig oft nachgefüllt werden. Wir machen das natürlich nur bei Kaffee und Wasser…

* Frozen Yogurt. Das ist SO lecker! In Berlin heißt es zum Beispiel „Wonderpots“. Macht das mal! Gesund und überlecker!

* Dass an der Kasse stets der Einkauf eingepackt wird. Sollte man eine wiederverwendbare Tüte dabei haben, muss man sich beeilen, sie bereit zu halten. Schneller, als man gucken kann, hat man wieder 3 oder 4 neue Tüten. Immerhin kann man manchmal zwischen „Paper or Plastic“ entscheiden.

* Die Sauberkeit auf den Strassen. Auf den Autobahnen nicht, aber auf den Strassen. Hier liegt kein Müll rum! Nichtmal Hundehaufen, obwohl jeder einen hat. (Hund, nicht Haufen!)

* Die Palmen am Wegesrand. Fast habe ich mich schon daran gewöhnt, aber der Anblick einer Palme bedeutet für mich einfach Urlaub/Entspannung/Sonne/Meer…

* Den Pool in der Nachbarschaft. Ich kann mich nicht erinnern, schon jemals zuvor so oft an einem Pool gesessen zu haben. Einfach ohne schlechtes Gewissen den Kindern beim Spielen zusehen und dabei Schuhe und Spielzeug verlieren.

* Die Offenheit hier. Ich weiß noch nicht genau, ob ich das nur genieße, oder ob es mich auch stört. Als Berliner Mädchen kann ich einfach manchmal nicht glauben, dass das eben keine Anmache war. Denn warum sonst sollte mir ein Mann, der mich nach dem Weg fragt und ein „Sorry!“ bekommt, dann antworten, dass ich zwei wunderschöne Kinder habe. – Allerdings könnte es tatsächlich sein, dass er einfach nur was Nettes sagen wollte, um mich nicht traurig zurückzulassen, weil ich ihm den Weg nicht sagen konnte?! Ich trau denen hier alles zu! Es wird so viel „amazing“ gefunden, mit hoher Stimme loben die Mamas ihre Kinder am Pool: „Awesome! You did great! Good job!“

* Passend dazu, in der Tat: die unbegrenzten Möglichkeiten. Es ist mir bis jetzt kaum ein einziges Verbot (im Sinne von: Das macht man hier nicht!) untergekommen, obwohl wir mit Kindern unterwegs sind und obwohl die sich benehmen, wie sich kleine Jungs eben so benehmen. Okay, wir ziehen den Kindern am Pool und am Strand immer was an. Aber selbst, wenn nicht, gab es keine bösen Blicke oder Aufforderungen. Das Gelände der Kirche ist SO riesig, es gibt viel Platz, viel Wasser, viele Möglichkeiten für kleine Jungs… Und noch nie wurden wir gebeten, die Kinder von der Wiese, aus dem Wasser, vom Geländer, von der Bank… zu nehmen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir deutschen vorsichtigen Eltern den wohlüberlegten Plan im Kindergottesdienst ein bißchen durcheinander bringen. Aber selbst wenn, lässt sich niemand was anmerken und hauptsache it’s comfortable for you, guys! Es soll angenehm für uns sein!

Das liebe ich. Und das schätze ich sehr! Davon möchte ich eine große Portion mit nach Deutschland nehmen. Immer wieder höre ich hier von der „goldenen Regel“. Kennt ihr die? Aus der Bibel stammend, jedoch auch im Business angewandt:
„Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.“
Und das spüren wir hier: Wertschätzung. Hilfsbereitschaft. Interesse. Unterstützung.

 

Ich denke im Moment nicht viel an Berlin. Meine Freundinnen versichern mir, dass mit dem Haus alles in Ordnung ist. Eine von ihnen hat es letztens sogar einfach mal so geputzt! Diese Tatsachen machen es mir leicht, mit Kopf und Herz hier zu sein. Ich denke nicht daran, wieviele Monate uns eigentlich noch bevorstehen. Denke nicht an Weihnachten und an die Hochzeit meines Bruders. Wenn ich an den Winter denke, empfinde ich schon jetzt Mitleid mit euch und ich verspreche, mich mit Wetter-Fotos und Wetter-Kommentaren zurückzuhalten. Und wenn ich jetzt noch weiter über sowas nachdenke, versinke ich im Heimweh…

Morgen früh um 8:30 Uhr startet die große „Vacation Bible School“. Die Kinder sind Teilnehmer, wir sind Mitarbeiter. Ich bin mir sicher, dass das 4 beeindruckende und volle Tage für uns werden!

T-Shirt

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Mariners Church

Ähm.. ich muss euch noch was erzählen!

Heute haben wir uns die Mariners Church angeguckt, besser gesagt: Das Gelände der Mariners Church. Das ist die Kirche, in der wir in den nächsten Monaten oft sein werden.
Was wir da genau machen, wissen wir noch nicht – ihr werdet es erfahren!

Von Videos und Berichten meines Mannes, von Erzählungen von Freunden und aus dem Internet kannte ich ein bißchen der Kirche.

Aber der Anblick heute hat mich umgehauen!
Ich war sprachlos und bin es eigentlich immernoch! DAS IST SO EINE FETTE KIRCHE! Es gibt eine Kapelle, ein Gottesdienst-Haus, einen riesigen wunderbaren Kinderbereich, schönste Aussenanlagen, einen See!, ein Taufbecken – also Tauf-Pool, einen Bücherladen, ein Café… unglaublich!

Heute waren wir fast allein dort. Ein paar Mitarbeiter waren mit den Vorbereitungen der „Father’s Day“-Veranstaltungen am Wochenende beschäftigt und ein paar Familien feierten Sommer-Abschluss der Pre-School-Gruppe. Eine Familie kannten wir sogar. Egal. Es ist einfach unglaublich. Ich bin so gespannt, wie das am Sonntag wird, wenn dort 15.000 Menschen rumlaufen und 800 Kinder durchs Kinderprogramm wuseln. Unglaublich. Hab‘ ich schon gesagt, dass ich sprachlos war? Wir standen dort unter Plamen an einem kleinen Bachlauf, die Jungs spielten in den Beeten und im Wasser, niemand kam, um zu sagen, dass die Kinder doch bitte die Grünflächen verlassen sollten…

Liebe Freunde!
Wenn euch die Palmen, der immer blaue Himmel, die Wärme + Meeresbrise, wir hier, das unendliche Urlaubsfeeling.. wenn euch das alles noch nicht überzeugt hat, uns zu besuchen, DANN sollte euch diese Kirche überzeugen. Oh my goodness!

 

Das zeigt Google.
Krass, oder?

Google

 

Der Lageplan dazu.

Lageplan

 

Steinfiguren auf dem Gelände

Freude

Schubkarre

Spielen im Park

Am Bach

 

 

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