mamasbusiness

papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Keine 12 von 12 im Januar

Ich habe heute 4 Fotos gemacht… und dann war Abend.

Mein Mann und ich waren am Vormittag kurz bei IKEA, nun steht auch bald das Bettchen. Der Kinderwagen wurde vom Dachboden geholt, ich habe ihn geputzt, Felgen poliert und nun steht er hier und glänzt.
Oma hat Emilian von der Schule abgeholt und am Nachmittag durfte er bei einem Freund spielen. So viel Ruhe haben wir.

Mein Alltag ist sehr faul zur Zeit. Das ist komisch, irgendwie schön und wahrscheinlich zum letzten Mal für einige Zeit so. Also genieße ich es. Ich versuche es. Wenn sich nichts nach Geburt anfühlt, bin ich genervt und ungeduldig. Wenn es sich anfühlt, als würde es losgehen, bin ich aufgeregt und ängstlich. Dass das Baby irgendwann kommt, ist klar. Dass ich dann da durch muss, auch. Also…das Baby. Und ich.

Die Kinder sind entspannt und gesund. Wir alle haben schöne Familienzeiten, drinnen und draussen. Und, ähm, wir warten.

Seitdem die Jungs wissen, dass sie einen Bruder bekommen werden, sind in unserem Bekanntenkreis mindestens 6 Babys geboren. Und wir bekommen so süße Fotos. Liam sagt: „Alle Babys kommen, außer unsers. Du sagst immer nur ‚Bald, Bald, Bald…'“

Heute war also der 12. Januar.
Noch 6 Tage bis zum Entbindungstermin. Beide Jungs kamen ein paar Tage früher, theoretisch hat der dritte aber noch fast 3 Wochen Zeit. Puh..

Auf Caros Blog gibt es viele andere schöne Fotos von einem 12. Januar.
Viel Spaß beim Gucken.

Keine Kommentare »

Wenn doch erst…

Wie dumm von mir, zu denken, der letzte Eintrag wäre der letzte vor dem Baby gewesen. Nichts ist los hier!
Obwohl, das stimmt nicht ganz.

Gestern wäre die Abfahrt nach Hannover gewesen, die mein Mann nun nicht angetreten ist. Wir verbrachten den Sonntag Nachmittag in der Kirche, um mit Freunden zu essen und zu spielen. Meine Freundinnen überraschten mich mit einer großen blauen Windeltorte und vielen Geschenken und Gutscheinen für mich und die Familie. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet und war wirklich überrascht! Wie schön, dass so viele mit uns mitfiebern und unser Baby jetzt schon so willkommen und geliebt ist!

Emilian kam ganz müde und blass vom Kindergottesdienst. Seine Stirn war ein bißchen heiß und daran hat sich bis jetzt auch nicht viel geändert. Er isst nichts, trinkt nur ganz wenig und das kommt dann sofort wieder raus.
Wir alle hatten keine gute Nacht und ich bin in jeder Sekunde froh, dass mein Mann bei uns in Berlin ist! Am Abend und in der Nacht dachte ich auch irgendwie, dass sich das Baby auf den Weg macht – aber es blieb alles ruhig. Vielleicht wäre es gekommen, wenn es Emilian besser gegangen wäre? Ausser zu warten, das Ziehen im Bauch zu beobachten und die Spuckschüssel bereit zu halten, machen wir heute gar nichts.

Der Sekt ist kalt gestellt, die schöne Windeltorte steht hier neben dem Stubenwagen bereit und es fehlt nur noch das Baby. Die ganzen kleinen gewaschenen und gefalteten Bodys hab ich schon fast wieder vergessen. Das Bettchen ist noch nicht aufgebaut, aber ich glaube, mein Mann sucht nach einem Grund, das Baby mit in unser Bett zu nehmen.

Selbst das Wetter ist nicht mehr nur kalt und stürmisch – es ist ein schönes Winterwetter, bei dem man es sich auf der Couch mit einem kleinen Baby gemütlich machen könnte…

 

Ich hab vor ein paar Tagen mit einer Freundin geschrieben, die in eine neue Stadt gezogen ist und noch nicht so richtig angekommen ist. Und wir beide träumten von einem „Wenn doch erst…“.
Dann erinnerte ich mich an ein ähnliches Gespräch mit meiner Cousine vor 5 Jahren. Ich wartete damals ungeduldig auf die Geburt von Liam und sie auf das Ende ihrer Prüfungen. „Wenn doch erst…“

Mehr als bei anderen Personen kommt dieser Satz in Köpfen von Eltern vor, denke ich.
„Wenn ich endlich schwanger bin…“
„Wenn die Übelkeit endlich vorbei ist…“
„Wenn das Baby endlich da ist…“
„Wenn der Körper sich erst von der Geburt erholt hat…“
„Wenn das Stillen endlich richtig klappt…“
„Wenn es erst sitzen/laufen/allein essen/reden kann…“
„Wenn es erst in die Kita/Schule geht…“
„Wenn die Kinder erst aus dem Haus sind…“

Von einer Phase in die nächste. Es gibt auch wirklich genug Phasen im Leben mit Kindern, in die man sich wünschen oder aus denen man sich wünschen kann. Und die Phasen wechseln schneller und sind einigermaßen absehbar.

Es gibt dieses „Wenn doch erst…“ auch ohne Kinder.
„Wenn die Schule/Ausbildung/Uni erst vorbei ist…“
„Wenn ich erst einen Partner habe…“
„Wenn ich erst den richtigen Job habe…“
„Wenn ich erst die Probezeit überstanden habe…“
„Wenn ich erst im eigenen Haus wohne…“
„Wenn ich erst die Rentenzeit genießen kann…“

Es gibt unendlich viele dieser Gedanken und ich staune, wie oft einer von ihnen in meinem Kopf vorkommt.
Vielleicht helfen diese Gedanken, schwere, zähe Phasen besser zu überstehen. Aber es macht noch etwas mit uns: Wir verpassen, den Moment zu genießen. Wir verpassen einzigartige Momente.

Im gleichen Atemzug, in dem ich mir wünsche, das Baby wäre endlich, endlich da, sehne ich mich vielleicht nach den leichteren Monaten der Schwangerschaft im Sommer zurück. Ich sehe, was war und was noch nicht ist und verpasse, im Moment zu leben und das JETZT zu schätzen.

JETZT kann ich wunderbar ruhige Zeiten mit meinen beiden großen Jungs genießen. JETZT kann ich schlafen, einigermaßen, kann allein duschen und muss das Baby nicht im Arm schukkeln. JETZT muss ich mich nicht um das Essen und den Schlaf des Baby kümmern. JETZT kann ich frei und ohne Kinderwagen oder Autositz einkaufen und Freunde treffen.
Mein Mann saß mir eben beim Essen gegenüber, strahlte mich an und sagte: „Wir können die Zeit jetzt noch nutzen! Was können wir denn jetzt noch machen, was später für lange Zeit nicht mehr geht?“

Ich, schwerfällig und müde und ungeduldig, konnte ihm nicht sehr sinnvoll antworten und ganz schnell waren wir dann doch wieder bei der Vorfreude auf Sushi und Rotwein und meine Beweglichkeit und ordentliche Jeanshosen…

Ich bin immernoch ungeduldig und würde gern wissen, wann es endlich soweit ist. Und ich male mir das Leben mit dem Neugeborenen zur Sicherheit mal in rosarot, bzw. babyhellblau und verdränge die Phasen, die mich dann wieder nerven werden. Und das überhaupt größte „Wenn doch erst…“ ist mein „Wenn doch erst Frühling ist!“

Ich warte auf das Baby, wirklich.
Weil ich mir die Geburt dann nicht mehr vorstellen muss, sondern sie verarbeiten, bestaunen und hinter mir lassen kann.
Weil ich dann mein Baby sehen und halten kann.
Weil ich dann meinen Söhnen zeigen kann, wovon wir ihnen seit Monaten vorschwärmen.
Weil ich dann wieder ordentlich Treppen steigen, meine Fußnägel lackieren, liegen und stehen kann.

Aber ich weiß nicht, ob es in 10 Stunden oder 10 Tagen soweit ist. Und ich möchte hinterher nicht an verschwendete Momente denken, die ich besser anders hätte nutzen können.

Ich möchte die Wartezeit genießen.
Ich bin dankbar für die Ruhe, die uns umgibt.
Ich bin dankbar für unzählige Freunde, die auf den Anruf warten und bereit sind, innerhalb von Minuten hier zu sein, um sich um uns oder die Jungs zu kümmern.
Ich bin dankbar für ein warmes, gemütliches Haus, in das unser Baby bald einziehen wird.

JETZT habe ich Zeit.
JETZT habe ich Ruhe.
JETZT habe ich keine Schmerzen.
JETZT habe ich zwei Söhne, für die ich Mama bin.
JETZT sind die letzten Momente, in denen wir zu viert am Tisch sitzen.
JETZT können wir, wenn wir wollen, einfach spontan aufbrechen, Filme gucken, Freunde besuchen, zusammen UNO spielen.
JETZT.

In welchen Phasen steckst du gerade?
In welche Phasen wünschst du dich?
Welchen Moment kannst du JETZT genießen?

Keine Kommentare »

Warten, warten, warten..

Schule, Kita und Home-Office laufen wieder. Der Wochen-Alltag läuft genauso weiter wie im letzten Jahr und wir versuchen, wieder Schritt zu halten. Vor allem ich. Eigentlich nehme ich jetzt lieber mal das Auto und lasse den Mann die zu-Fuß-Dienste übernehmen.

Es ist jetzt nicht so, dass ich in jeder Minute in mich horche und auf das Baby warte – aber dass es in den nächsten Wochen jederzeit losgehen könnte, wissen wir auch.

Ich bin echt glücklich, dass zuhause alles vorbereitet ist. Und ich bin ein bißchen überrascht, wie oft ich einfach auf der Couch liege und – nicht viel tue. Einige Nächte sind so schlecht, da brauche ich einfach einen Mittagsschlaf. Die langen, langen Nächte, in denen wir alle komplett durchschlafen konnten, sind schließlich bald vorbei. Und wir konnten mit unseren Jungs fast immer gut schlafen.

Immer und immer wieder denke ich daran, wie und wann und vor allem, wo es wohl losgeht. Ich denke an die Geburt und versuche, mich an Einzelheiten der letzten beiden Geburten zu erinnern. Ich versuche, abzuschätzen, zu hoffen oder sogar die Geschehnisse mit meinen Gedanken dazu zu zwingen, schön und einfach zu werden.
Ich denke manchmal, dass ich mit zwei Geburten ein bißchen Erfahrung und Gelassenheit haben könnte… und ich weiß aber, dass jede Geburt anders ist und ich überhaupt nichts planen kann! Gerade das dritte Kind soll ja so überraschend sein, höre ich immer wieder. Ich weiß, dass ich vorher schon Angst hatte und aufgeregt war – ich weiß aber auch, dass ich schon am nächsten Tag alles nicht mehr so schlimm fand. Das sind so Erinnerungen, an die ich mich klammere.

Es ist wunderschön und gleichzeitig zum verrückt-werden, dass ich in dieser Situation einfach gar nichts planen und vorher wissen kann. Es gibt nicht viele Momente im Leben, in denen ich echt unentspannt und unsicher bin – aber das jetzt ist so eine.
Ich hoffe und vertraue, dass alles gut wird, so wie es wird. Dass es für mich und die Kinder und den Mann und die Babysitter passt. Es muss einfach.

Wir haben viele Notfall-Kontakte, die Freunde und Verwandten sind informiert, die Schul- und Kita-Pläne sind aufgeschrieben und Erzieher und Lehrer wissen Bescheid und fiebern mit. Spannend!

Es ist ja eigentlich auch so, dass mit der Geburt nicht alles vorbei und überstanden ist. Im Gegenteil vielleicht. Die kurzen Nächte, die Nach-Schmerzen, die neuen Alltags-Planungen und Emotionen mal fünf, die aufeinander treffen, fangen dann erst an! Aber da bin ich noch nicht.

Die beiden anderen Kinder kamen vor dem Termin und ziemlich überraschend – ich erinnere mich daran, wie ich mit dem neuen Baby nachhause gekommen bin und eigentlich war alles so wie immer. Aber andererseits auch gar nicht. Einige Listen oder Aufgaben lagen da, Wäsche und Zeug in der Küche stand herum, weil wir einfach so aufgebrochen sind. Und dann kam ich zurück, immer nicht viel später, und trotzdem war alles so komplett anders!

Wie oft ich daran denke, wie es wohl sein wird, zum ersten Mal mit dem kleinen Bruder nachhause zu kommen! Vielleicht sind die Jungs im Bett, vielleicht in der Schule und Kita, vielleicht haben wir schön viel Zeit und Ruhe, um zu fünft in unserem Haus anzukommen. Haach, ist das aufregend! Diese Gedanken und Träume, die ich mir ja wahrscheinlich realistischer vorstellen kann, als die Geburt, geben mir gute Laune und Kraft.

Für meinen Mann steht in der nächsten Woche eine Dienstreise im Kalender. Von Sonntag bis Donnerstag.
Ich sag euch, das ist eine Entscheidung, die es in sich hat.
Habt ihr euch als werdende Mama mal gefragt, wen ihr im Notfall mit ins Krankenhaus ZUR GEBURT nehmen würdet?

Es gibt da schon Menschen, die ich mitnehme würde. Es gibt auch Leute, die bei mir schlafen könnten, mich fahren könnten, die mich fahren wollen, des Tempos wegen, die die Jungs bringen und holen könnten.. Aber das passt nicht immer zu jeder Tageszeit. Da müssen eigene Dienste beachtet und eigene Kinder versorgt werden. Und dann hab ich im Hinterkopf, wie flott meine Geburten sein können und dass das dritte Kinder bei meiner Mama am allerschnellsten kam…

In den letzten Tagen habe ich mich stündlich umentschieden.
„Klar, du kannst fahren. Es fühlt sich noch nichts nach Geburt an.“
„Nein, du fährst auf gar keinen Fall. Ich schaff das nicht!!!“
„Ach, bestimmt ist alles ruhig. Du fährst einfach.“
„Lieber doch nicht. Stell dir mal vor, dass Baby kommt schnell zuhause oder in einem fremden Auto…“

Also, ich bin stark und es fälllt mir schwer, um Hilfe zu bitten und Hilfe anzunehmen. Und ich kriege als Mama viel auf die Reihe. Aber in dieser Woche kam ich da an meine Grenzen. Im Moment haben wir uns zu 99% entschieden, dass mein Mann hier bleibt und per Webcam an seinem Seminar teilnimmt. Sowas geht ja heut alles.

Und ich bin erleichtert, wie gut es mir seitdem geht! Wirklich. Ich bin viel entspannter, ich habe weniger Panik vor der Geburt und bin wieder gelassener. Viel gelassener.
Es geht eben um eine Geburt, um ein drittes Kind, um Schmerzen und unmenschliche, außergewöhnliche Zustände… und da brauche ich meinen Mann an meiner Seite!

Ich mache hier im Haus viele Dinge bewusst „zum letzten Mal“.
Zum letzten Mal, bevor wir fünf sind.
Beim Haare waschen und Nägel lackieren denke ich: Ist das jetzt das letzte Mal?
Ich habe die Bäder geputzt, Wäsche gewaschen, Türen und Schränke gewischt, Zimmer entrümpelt… Alles andere kommt dann zum Frühjahrsputz dran und bis dahin kann und will ich mir Zeit für uns, für das neue Kindchen und für mich nehmen. Ob das funktioniert?

Es ist nicht so, dass sich jede Sekunde nur um das Baby dreht. Das möchte ich für mich und für die Jungs jetzt noch nicht.
Hausaufgaben, Schlafenzeiten, Mittagspause, Verabredungen und Einkäufe laufen weiter, wie bisher. So lange es geht.
Aber andererseits bietet sich die Jahreszeit eben auch an, innezuhalten, zu genießen und zu warten, auf den Frühling zum Beispiel…

Und in ein paar Tagen wird der kleine Bruder hier einziehen!

Keine Kommentare »

Weihnachtsferien!

Die Kinder unserer Kirche haben gestern ein ganz tolles Weihnachtsmusical aufgeführt. Emilian war dabei und wir sind sehr stolz auf ihn. Fast wäre er nicht mit auf die Bühne gegangen… Er hatte nämlich seine ganze Schulklasse eingeladen – und war sehr enttäuscht, dass niemand gekommen war.

Zur Schlafenszeit wurde Emilian immer stiller und wärmer, Liam weinte wegen Ohrenschmerzen – diesmal im anderen Ohr. Und nach einer kurzen, unbequemen Nacht saßen wir vier dann alle beim Kinderarzt. Und so sieht es jetzt hier aus:

Emilian hat Streptokokken und Liam eine leichte Ohrenentzündung im zweiten Ohr. Für das Baby ist es nicht gefährlich – wir tun trotzdem alles dafür, uns nicht anzustecken.

Sobald Liam auch nur einen Tropfen Medizin bekommt, hat er wieder Energie. Er flitzt und tobt und singt und tanzt – auch an einem Montagmorgen, wenn alle anderen vor sich hin träumen.

Emilian wird blass und ruhig, liegt auf der Couch, hört Hörspiele und schläft. Er bekommt Medizin und darf in diesem Jahr nicht mehr in die Schule gehen.
Eigentlich schade, denn die letzten Tage vor Weihnachten sind ja irgendwie auch gemütlich und feierlich. Aber seine Lehrerin ist auch krank und viel wird er nicht verpassen. Wir werden uns ein paar Hefte mit in die Ferien nehmen und müssen dann erst im Januar wieder früh aufstehen. Eigentlich toll!

Gestern wurde ich zweimal gefragt, ob mein Bauch schon „tiefer liegen“ würde. Ich hab nichts gemerkt und von oben sieht es ja nicht anders aus – aber der Gedanke, dass es bald losgehen könnte, macht mich ganz hibbelig.

Ich schreibe mit ganz vielen Freundinnen, die ein paar Tage alte Babys haben. Am Samstag bin ich selbst zum ersten Mal Tante eines kleinen süßen Neffens geworden – und irgendwie bin ich jetzt bereit! Alles hier ist fertig, aufgebaut und gewaschen – einzig Emilians Krankheit und die Tatsache, dass noch Dezember ist, stört ein bißchen.
Aber ich wurde daran erinnert, dass auch die schlimmste Geburt vorbei geht und dass das Ergebnis so süß und lohnenswert ist! Meine Jungs waren ganz entzückt und verliebt, als wir ihnen vom neuen Cousin erzählt haben. Und erst der Bruder…
Ich habe also die wichtigen Zettel für die Geburt im Krankenhaus ausgefüllt und warte jetzt. Ich freu mich richtig!

Wir haben noch keinen Weihnachtsbaum und sind mit der Entscheidung für oder gegen einen Baum noch nicht ganz durch. Es könnte ausserdem sein, dass wir es in diesem Jahr nicht einmal schaffen, auf einen Weihnachtsmarkt zu gehen…
Und jetzt sind wir krank und hochschwanger – und wir legen viel Wert auf Ruhe. Ich backe nur das leckerste nötigste und koche Glühweingelee, damit ich das leckere Getränk wenigstens kurz riechen kann.
Wir sehen uns Weihnachtsfilme auf Netflix an, hören Pentatonix-Musik, trinken Bratapfel-Tee und genießen Ruhe und Gemütlichkeit.

Um uns und euch mal abzulenken, schreibe ich zum letzten Mal im Jahr 2016 unsere Kindersprüche auf:

* Wir sind im Schwimmbad, ich mit Babybauch. Ich sehe eine Frau, die im Bikini im Babybecken sitzt und ein ganz kleines Neugeborenes auf dem Arm hat. Ich zeige es meinen Jungs und Liam fragt mit großen Augen: „Ist das grad rausgekommen???“

* Wir lesen Yakari und geben uns auch Indianer Namen.
Ich schlage für Liam „Krachender Popo“ vor, weil er gern mal laut durch die Gegend pupst.
Emilian sucht für mich „Glänzender Schmetterling“ aus…
In dem Buch heißt einer „Der der alles weiß“.
Ich frage Emilian: „Wen fragst du denn, wenn du etwas wissen möchtest?“
Seine Antwort: „Also.. meistens werde ich gefragt.“

* Wir reden darüber, warum das Polizei-Licht blau leuchtet. Weil nämlich kaum ein anderes Licht in der Stadt blau leuchtet und so die Polizei-Autos schnell gesehen und wahrgenommen werden.
Ich frage Liam: „Warum leuchten die Lampen bei Polizei blau?“
„Na, weil da blaue Lampen drin sind.“

* Die Jungs spielen mit Papa ein neues iPad-Spiel. Sie kämpfen mit kleinen Figuren gegeneinander. Emilian versucht sich, an seine liebsten „Waffen“ zu erinnern. Er meint „Bazooka und Kanone“ und sagt „Sambuca und Kanone“!

* Liam geht in den Garten und sagt: „Ich bauarbeiter ein bisschen weiter…“

* Ich finde im Wohnzimmer ein kleines Krabbeltier und werfe es in den Müll. Kurz danach bringt Liam mir auch eine tote Kellerassel. Ich bedanke mich und er sagt zögernd: „Aber… ich mag eigentlich nicht, dass wir Tiere tot machen…“

* Ich bezahle meinen Einkauf bei ernstings family. Liam kommt gern mit zur Kasse, weil es da meist Gummibärchen gibt.
Er wird gefragt: „Magst du eine Tüte Gummibärchen?“
Liam nickt.
Er bekommt eine kleine Tüte.
Plötzlich ruft er: „Zwei!!“
Die Verkäuferin lacht und fragt: „Hast du einen Bruder hier?“

* Liam möchte im Kinderzimmer singen und bittet mich, ihm über Bluetooth ein Lied abzuspielen. Ich suche ein paar, von denen ich denke, dass sie ihm gefallen würden, aber er schüttelt den Kopf und sagt: „Es gibt tausend Lieder, die ich kenne. Warum machst du dann die falschen???“

* In einer ruhigen Minute erzählt Liam:
„Wenn wir uns im Morgen-Kreis in der Kita mit Singen begrüßen und alle „Liam“ singen, da bin ich immer schüchtern.“

* Ein anderes Mal puzzelt Liam und schimpft: „Jetzt reicht’s aber mir!“

* Die Jungs spielen an der Weltkarte. Sie raten ein Land mit E. Gesucht ist Estland.
Liam sagt: „Eeeeeine Schweiz.“

* In einem Adventskalender wechseln sich die Jungs mit den Päckchen ab. Liam soll die 7 öffnen. Er findet 9, denkt, es sei die 6 und öffnet sie.
Ich verpacke sie schnell wieder und frage ihn: „Weißt du, wie eine 7 aussieht?“
Seine Antwort: „Klar! Ich hab doch schon Buchstaben delernt. Bist du etwa dumm im Kopf???“

* Emilian ist krank und soll sich ausruhen.
Ich sage: „Komm auf die Couch, damit du nicht alleine bist.“
Liam guckt mich ganz erstaunt an, zeigt auf sein Herz und sagt: „Hä, er hat doch den Geist!“

* Emilian mahlt in der Küche mit Papa Kaffee.
Er sagt entzückt: „Liam, willst du mal riechen? Riecht umwerfend!
Liam fragt: „Also richtig eklig??“

* Am Samstag früh kommt Liam an unser Bett.
„Mama und Papa, ähm, ich hab mal zwei Fragen:
Erstens: Wann pancakest du?
Zweitens: Ich hab fast ins Bett despuckt…“

* Liam ruft abends im Bett: „Mein Körper hat Hunger.“

* Liam spielt mit Astronauten.
Er erklärt mir: „Ein Weltaller hat zu wenig Geld bekommen, er sucht jetzt Goldmünzen.“

Keine Kommentare »

Alltags-Schätze

Liam hat einen Freund zu Besuch, Emilian macht Hausaufgaben und ich ruhe mich auf der Couch aus und berichte von unserem Alltag. Von unserem sehr ruhigen Alltag.

Heute war ich mal einkaufen, während die Kinder in Schule und Kita waren. Ich hab ein paar schöne Geschenke gefunden, aber zwei Stunden laufen reicht mir dann auch.

Emilian beneidet seinen Bruder, der drei Tage krank zuhause bleiben konnte, aber nach den zwei Fehltagen in der letzten Woche hat er deutlich mehr Hausaufgaben und ich hoffe, er denkt nochmal darüber nach.

Wir zählen die Tage bis zu den Ferien!
Emilian lernt viel und ich bin so stolz auf ihn.
Er ist ein fröhliches, beliebtes, aufmerksames Schulkind.


Wir haben über ein mögliches Konzentrations-Problem geredet und ich habe bemängelt, dass er oft Dinge vergisst, die er eigentlich machen sollte. Er sagte, in der Schule kann er sich alles merken, was er machen soll.
Den Eindruck habe ich zwar auch, das hilft mir aber nicht zuhause. Da ist mal wieder eine Belohnungs-Liste fällig…

In Mathe fängt er schon mit ersten Rechenaufgaben an, in deutsch liest und schreibt er ganz ordentlich. Ich liebe es, seine Hefte durchzublättern, seine Schrift anzugucken und seine Sätze zu lesen.

Er  ist fleißig und kaum schusselig, Schönschrift schreibt er vielleicht nicht, aber er ist ein Junge und ich beschwere mich nicht.

Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ein Kind so schnell Lesen und Schreiben lernen kann. Er ist jetzt groß!
Er kann Einkaufszettel und Briefe schreiben und liest das Buch weiter, wenn ich zu lange Pause mache!

Liam weinte am Sonntag Abend viel, weil er Ohrenschmerzen hatte. Sowas kannten wir bei ihm noch nicht und wussten auch erst nicht, woran wir sind. Liam ist „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ in zwei Sekunden. Er kann brüllen vor Trauer oder Wut – und im nächsten Moment keine Luft bekommen, weil er so sehr lachen muss. Er kann ärgerlich Spielzeug durch die Luft schmeißen oder seinem Bruder in den Rücken beißen – oder er kann ganz allein für die komplette Familie den Tisch decken und Abendbrot vorbereiten. Er kann mit Sonnebrille auf der Nase und Gitarre in der Hand singen, dass die Wände wackeln, minutenlang eine Strophe in Endlosschleife –  oder er kann sich gelangweilt auf den Boden werfen und im Elend der Welt versinken. Er kann in Unterhose auf dem Tisch stehen und Geschichten in blühender Fantasie erzählen – oder er kann vor Schüchternheit versinken, ohne einen Pieps zu sagen.
Liam hat so viel Energie und Stimmung, das reicht für eine ganze Gruppe. Er ist kein Baby mehr – aber muss man sich das bei den jüngsten Kindern nicht auch noch sagen, wenn sie 18 sind?
Liam wird bald 5 und großer Bruder zu werden, wird ihm sehr gut tun. Er liebt das Baby jetzt schon und ich denke, das wird ihm leichter fallen, seinen Platz abzugeben. Er wird in seiner Rolle als Großer aufgehen.

Manchmal finde ich es schade, dass die Schule die beiden Jungs so „getrennt“ hat. Sie lieben und vermissen sich sehr und die Nachmittage verbringen sie zusammen, aber irgendwie ist jetzt was anders. Bei den Hausaufgaben muss Liam verschwinden, damit keiner den anderen ablenkt. Er liebt es, Emilians Stifte anzuspitzen und ist sein persönlicher „Schul-Stift-Anspitzer“. Er schreibt und übt gern mit dem großen Bruder, aber die zwei Jahre sind eben zwei Jahre.

Was auch immer das Baby an neuer Stimmung und Energie mitbringen wird – die beiden Brüder werden sich haben und sich auch brauchen.

Ja.. das Baby.
Wir sind fast mit allen Vorbereitungen fertig und das fühlt sich gut an. Auch, wenn ich noch 4 Wochen Zeit habe, kann man ja den genauen Termin nie wissen. Und falls es eben mal schnell geht, steht das Bett und der Kinderwagen und der Wickeltisch und die Babykleidung bereit.

Die Hebamme und der Arzt sind zufrieden mit allen Entwicklungen. Ich habe Zeit zum Ausruhen und schaffe aber noch viel. Dass sich die Schwangerschaft dem Ende naht, merke ich aber auch und ich bin bereit. Besonders am Abend, wenn ich immer ruhiger werde, wird das Baby aktiv und haut mit Ellenbogen und Knieen um sich. Manchmal zähle ich schon die Abstände, wenn es im Bauch zieht – und manchmal kann ich mich ins Bett legen und durchschlafen, als wäre nichts. Ich bin sehr gespannt!
Im Freundeskreis sind bereits 5 Babys in den letzten Wochen geboren. Auf eins warten wir gerade und das übernächste ist dann unseres!

Die beiden ersten Geburten gingen so schnell und waren „eigentlich okay“ – wenn man das mal mit ein paar Jahren Abstand sieht. Jetzt habe ich nicht richtig Angst, weil ich denke, dass es wahrscheinlich wieder schnell vorbei sein wird, aber Respekt habe ich doch. Das Wann und Wie und Wo ist so unsicher…

Im Moment kann ich es kaum erwarten, mich wieder ordentlich zu bücken, zu drehen, zu bewegen. Und die Freude auf das Kleine wird immer größer!

1 Kommentar »