mamasbusiness

papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Hallo September!

So. Ich starte hiermit offiziell meine alljährliche Herbstdepression.

Genau so, wie ich euch ab 1. März die Ohren voll-jubele, obwohl die Wärme manchmal noch zwei Monate auf sich warten lässt, werde ich euch jetzt die Ohren (oder Augen) voll-jammern, obwohl die Kälte und Dunkelheit wohl nicht ab heute da ist.

Aber es ist so schwer für mich. Jedes Jahr.
Ich dachte, mit den Kindern und dem Alter ändert sich das.. nein.

Genau so, wie auch meine Mama von jedem Sonnenstrahl magnetisch angezogen wird und fast alles stehen und liegen lässt, um ein paar Minuten Sonne zu haben, geht es mir und ich brauche Licht und Wärme zum Überleben. (Und Kaffee..) Danke für diese tolle Vererbung.

Nun sind wir also im September.
Ich habe ein Baby, ein Vorschulkind und einen Zweitklässler. Ab Montag beginnt der Alltag. Wir hatten so schöne Ferien, aber gegen ein paar ruhige Vormittage habe ich jetzt auch erstmal nichts.
Die Zeit bis Weihnachten – und dann nochmal bis März – wird wahrscheinlich voll und wir haben tolle Pläne. Wenn nur die Kälte und Dunkelheit nicht wäre…

Im September werde ich…

… die Jungs wieder in Kita und Schule schicken.
… mit Emilian zum Kletterkurs fahren.
… für vier Tage einen Gast-Sohn aufnehmen.
… ein neues MOPS-Jahr starten. Es wird toll!!!
… die Herbstblumen im Britzer Garten anschauen.
(Ja ja, der Herbst hat auch was Schönes. Bestimmt.)
… Einschulung mit Freunden feiern.
… Himbeeren und Tomaten ernten.
… dem Sommer nachtrauern.
… Apfelkuchen backen.
… ein großes Nachbarschaftsfest mit der Kirche feiern.
… Sonne speichern.
… den 5 1/2. und 7 1/2. Geburtstag meiner Jungs feiern.
… meinen Mann sehr sehr sehr sehr… schweren Herzens nach Kalifornien reisen lassen.
… zwei Wochen allein den Männerhaushalt schmeißen.
… Blätter harken.
… auf ein großes tolles Familientreffen fahren.
… frieren und Tee trinken.
… mich mit lieben Freundinnen treffen.

Keine Kommentare »

Soviel kostet ein Schulleben

Wir haben in dieser Woche die letzten neuen Schulbücher für Emilian bestellt und bekommen.
Zu meiner Zeit gab es die alten Bücher von der nächsten höheren Klasse – heute werden sie neu gekauft. Wir hoffen, dass der Duden vielleicht noch für ein nächstes Kind genommen werden kann – wenn die Lehrerin sich dann auch für den Verlag entscheidet.

Über 50€ haben uns die Schulhefte und -bücher für die 1. Klasse und jetzt auch wieder für die 2. Klasse gekostet. Dafür brauchen wir für die Materialliste jetzt nur teilweise neu einkaufen.

Habt ihr euch schon gefragt, wie teuer so ein Schulleben für ein Kind eigentlich ist?

Mir geht es so, dass mich diese Summen erschlagen – aber natürlich würde ich mich aus diesem Grund nie gegen ein Kind entscheiden – oder dagegen, ein Kind in die Schule zu schicken.

Es gibt Beträge, die geben wir nur einmal für alle Kinder aus, man kann gebraucht kaufen oder selbst kreativ werden und sparen – es gibt ein paar Möglichkeiten. Aber alles in allem, von der Einschulung bis zum Abschlussfest nach dem 12.Schuljahr… da kommt was zusammen:

20.000,00 Euro
Zwanzigtausend Euro

Eine umfangreiche Analyse von idealo hat kürzlich herausgefunden, wie teuer ein Schulleben in Deutschland ist. Unglaublich, oder?

Der Betrag ist allerdings abhängig davon, wo in Deutschland wir leben. Er wird von Klasse zu Klasse kleiner, beinhaltet auch Bücher, Essensgeld und Klassenfahrten und am Anfang der Schulzeit geht ein großer Teil an den Hort, der ja frei wählbar ist. Trotzdem: 20.000,00 Euro sind eine ordentliche Summe.

* Im Osten wird mehr Geld für die Einschulungsfeier ausgegeben. (Hätte ich mir denken können)

* In Berlin werden durchschnittlich 225,00 Euro für Schultüte und den ersten Schulranzen ausgegeben.

* Von allen Bundesländern wird im Saarland das meiste Geld für Schulbücher ausgegeben. Und Berlin ist auf Platz 2 …

* Auf dem letzten Platz der Ausgaben für das Schulessen steht Brandenburg.

* In Niedersachsen kostet ein Schulkind fast doppelt so viel wie in Mecklenburg-Vorpommern.

* Schulmaterial: Die größten Investitionen sind Rucksäcke, Sportbekleidung, Taschenrechner und Zirkel.

* Durchschnittlich 7.900 Euro zahlen Eltern mit einem schulpflichtigen Kind in der Nachmittagsbetreuung.

Tja, ordentliche Zahlen!
Es gibt Ausgaben, die einfach gemacht werden müssen. Dafür darf unser Kind eben eine Schule besuchen, wird betreut und mit Essen versorgt.
Und bei anderen Dingen lohnt sich ein Preisvergleich, es muss nicht unbedingt das teuerste Label auf allem Zubehör sein.

Wir haben ein Schuljahr mit einem Kind hinter uns – ich bin gespannt, was da auf uns zukommt!

Keine Kommentare »

Letzter Eintrag vor den Sommerferien

Ich habe jetzt hier lange nichts geschrieben.. und es ist nicht so, dass ich in meinem Leben gerade viel zu tun habe… aber ich schaffe nicht immer das, was ich gern machen würde.

Ich liege zwar täglich zum Mittagsschlaf in der Sonne, spaziere ganz viel, habe Freunde, backe Cookies und esse mit meinem Mann, ich spiele mit den Kindern im Wasser, lese vor, pflanze meine Blumen und bewundere meine Tomaten – aber ich bin sowas von fremdbestimmt: ein Kind links, eins rechts und eins aufm Schoß.

Sie zerren nicht an meinen Händen, aber an meinen Nerven. Ich bin so froh, dass ich zuhause sein und für sie da sein darf! Denn so kurz vor den Sommerferien zerren nicht nur die Kinder an meinen Nerven.

Sommerfeste, Abschiedsgeschenke, Schulkram, Geburtstagsfeiern (jede Menge unserer Freunde haben irgendwie Mitte Juli Geburtstag), Gartenarbeit, Wäsche…
Ich finde Sand aus Kinderhosen in meinem Bett.
Ich bekomme eine Bücherliste für einen Zweitklässler.
Ich plane „Danke“-Geschenke für Lehrer und Erzieher.
Ich koche Babybrei.
Ich wische Spuren von nackten Zehen vom Boden.
Ich schlafe zu wenig.
Ich darf meine Pflanzen nicht vertrocknen lassen.
Ich kann fast nicht mehr durch die Fenster sehen.. fast.

Und dann ist da mittendrin dieser kleine süße Jari, der am Ende der Woche schon sechs Monate alt ist. Ein halbes Jahr!
Er bringt mir kurze Nächte und Rückenschmerzen, er tatscht auf meine Brille, zieht an meinen Haaren und spuckt meine Kleidung voll – aber er ist mein allerliebstes Sommerbaby!
Ich kann nicht sagen, wer von uns ihn am meisten liebt. Er lächelt und strahlt uns mit leuchtenden Augen an. Er strampelt vor Freude, wenn ein Bruder sich neben ihn legt. Er fängt an, zu plappern und zu erzählen. Er schlabbert unseren Möhrenbrei. Er wächst. Er verfolgt alles, was sich bewegt. Er liebt es, mittags draussen zu schlafen und die Blätter an den Bäumen zu sehen.
Wir sind wirklich ganz verliebt in ihn!

Liam hätte gern ein Haustier.
Und weil wir über Hasen, Meerschweinchen oder ähnliches grad (noch) nicht nachdenken, sammelt er mit Zärtlichkeit Regenwürmer, Kellerasseln oder Schnecken.
Heute sind drei Schnecken in ein Glas eingezogen und er hat bittere Tränen geweint, weil das Glas nicht neben seinem Bett stehen durfte.
Liam ist gern lange draussen im Garten, auch mal allein. Er kann ganz toll erzählen, was in seinem Kopf passiert, was in der Kita gemacht wurde oder was ihn wundert. Er stellt sehr gute Fragen. Natürlich darf Liam in den Ferien zuhause bleiben, auch wenn die Kita geöffnet ist. Im September wird er ein Vorschulkind!

Emilian ist ein großer schlauer Junge geworden. Die Schule tut ihm gut. Er schlampert wie ein ganz normaler Junge, er vergisst mal Hausaufgaben und schnattert im Unterricht, er steckt mal das Heft seines Sitznachbars ein und lässt den Sportbeutel liegen – aber er ist ein beliebter, intelligenter, toller Schüler, ab September in der 2. Klasse!
Er ist selbstsicher und cool, mit Spielkarten zum Tauschen lernt er, eigenes Spielzeug wertzuschätzen und Verhandlungen zu führen. Wir machen uns langsam Gedanken über erstes Taschengeld. (Wie und wann habt ihr damit angefangen?)
Er ist ein liebevoller großer Bruder, der gern sein Wissen weitergibt und die Spielzeit mit Liam am Nachmittag genießt.
Morgen bekommt er sein erstes Zeugnis!

Wie im letzten Eintrag erwähnt, haben wir eine lange Ferienliste. Ich freue mich sehr darauf! Die ersten Übernachtungen sind schon geplant. Und wir alle freuen uns darauf, einfach mal in den Tag zu leben. Wirklich.

Ab und zu werde ich hier mal ein paar Sommerbilder zeigen oder ein paar geplante Beiträge (zum Beispiel Kindersprüche) veröffentlichen… aber mehr nicht.
Folgt mir gern auf Facebook oder Instagram – da gibts immerhin Fotos.

Habt einen schönen Sommer!

Keine Kommentare »

5 Tipps für Schulanfänger-Eltern

Gestern war so ein schöner Tag!

Nach dem Gottesdienst gab es ein schnelles Mittag und wir sind raus! Raus in die Sonne! Ich konnte nicht aufhören, zu sagen, wie schön ich das alles fand! Meine Männer ließen mich geduldig juchzen. Aber so wie die Jungs sich vor die Krokusse gekniet haben, weiß ich doch, dass sie das genauso lieben. Aber echt. Frühling… haaach. Jedes Jahr wieder. Ich kann es gar nicht beschreiben, aber mein Herz liebt Frühling über alles!

Mein Mann hat uns begleitet und still und tapfer seine Allergien ausgehalten.

 

Während ich dann am Abend Staub saugte und so um die Schultasche herum stocherte, dachte ich daran, wie unsicher und aufgeregt ich vor einem Jahr war, was die Schule und Emilians Einschulung und so betraf. Und da kam mir eine Idee für einen neuen Artikel hier:

5 Tipps für Schulanfänger-Eltern

Die Einschulung kommt nicht plötzlich. Es gibt viele Schritte auf dem Weg dahin. Die Untersuchungen beim Arzt, die Schuluntersuchungen, die Anmeldungen, die Gespräche mit den Erziehern… und trotzdem habe ich mir so viele Gedanken gemacht und hatte keine Ahnung, was auf mich, auf uns zukommt.

Emilian war lange ein schüchternes, ängstliches, anhängliches Kind. Verglichen mit meiner eigenen Einschulung als ältestes Geschwisterkind malte ich mir aus, wie schwer er es haben würde. Wir hatten keine Ahnung von Schule. Nur das, was man halt so hört: „Dann ist das Ausschlafen vorbei!“, „Dann fängt der Ernst des Lebens an!“, „Macht das noch, solange ihr keine Schulkinder habt!“

Aber ach, es wird alles gut!!
Versprochen!
Ich schreibe mal auf, was uns geholfen hat und was ich gelernt habe.

 

1. Gute Vorbereitung

In Berlin, auch Deutschland, würde ich mal sagen, ist es so, dass Eltern gut auf den Schulanfang vorbereitet werden. Lange im Voraus wird das Kind zur Schulanmeldung und Schuluntersuchung gebeten. Die Schule in unserem Einzugsgebiet hat uns zukünftige Eltern zu mehreren Info-Veranstaltungen eingeladen. Wir durften die Schulleitung, die Räume, das Personal, den Hort und sogar den laufenden Unterricht kennen lernen – und alle Fragen stellen, die wir hatten.
Seit Jahren sagte ich immer, wenn wir an der Schule vorbei fuhren: „Emilian, guck mal: Das ist deine Schule!“ Trotzdem setzten wir erst zu diesen Veranstaltungen allererste Schritte in diese Schule. Die Einschulung lag noch weit vor uns, aber so fiel das Thema „Schule“ immer mal wieder in unserem Alltag.

Die Vorschulkinder durften mit den Erziehern die Schule an zwei Vormittagen besuchen, den Schulhof „erspielen“ und einmal in den Unterricht schauen. Das fand ich sehr gut. Emilian weiß jetzt noch, welche Lehrer er damals kennengelernt hatte.

Das kann man mit dem Kind auch allein machen. In den Wochen vor Beginn der Sommerferien holte ich mit Emilian zwei Freunde aus der Schule ab. Die Mama der beiden zeigte mir ein paar Sachen und Emilian zeigte mir, wo er mit seinen Erziehern gewesen war.
Noch wussten wir nichts vom Klassenraum oder einer Lehrerin, aber wir gingen die Wege, sahen die Einschulungs-Turnhalle und schätzten die Zeit für den Schulweg.

 

2. Angst und Unsicherheit nicht auf das Kind übertragen

Ich hatte Angst, natürlich. Alles, was zum Thema „Schule“ gehörte, war so neu und fremd für mich und dann erst Recht für Emilian.
Wie wird wohl die Lehrerin?
Kommt er mit seinem besten Freund in eine Klasse?
Wird Schule ihm Spaß machen?
Wird er sich morgens gut verabschieden können?
Darf ich ihn bis in den Klassenraum bringen?
Wird er schnell Freunde finden?
Wird er gut lernen können?

Ich dachte an meine Erfahrungen als Kind und an meine Erfahrungen als Schulerzieherin in den ersten Klassen.
Aber Emilian hatte diese Erfahrungen nicht. Für ihn war Schule natürlich auch neu und fremd. Aber die Kita begann ihn zu langweilen und wir wollten Schule ein neues, spannendes Abenteuer für ihn sein lassen. Was sollte er mit meinen unbegründeten Sorgen anfangen?

Wir erzählten ihm keine Lügen und Verschönerungen und er fragte nicht direkt nach, weil er ja nicht wusste, was auf ihn zukommen würde. Mir war es wichtig, ihm ungefähr den Ablauf eines Schultages klar zumachen. Ich erzählte ihm, was er alles tolles lernen würde. Und wir würden das zusammen entdecken und kennen lernen. Unsicherheiten kann man dem Kind negativ unsicher oder positiv unsicher erklären. Mein Mann kann das ganz toll und wir versuchten, in Emilian viel von dieser aufgeregten, freudigen Neugier wachsen zu lassen.
(Tatsächlich finde ich schon nach dem ersten Schulhalbjahr, dass die Erstklässler mehr „fürs Leben lernen“, als ich das so von mir in Erinnerung hatte. Da kommt die Fahrbücherei im Bus und die Kinder lernen, Bücher auszuleihen und zu verlängern. Dann kommt ein BVG-Bus und die Schüler lernen das richtige Ein- und Aussteigen und das Verhalten in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Dann die Stunde zum Sozialverhalten, die Polizei erklärt den Strassenverkehr und so weiter…)

 

3. Mit anderen Eltern austauschen

Sowohl der Austausch mit anderen „Schulanfänger-Eltern“, als auch die Gespräche mit Schul-Eltern haben mir sehr geholfen.
Was planst du?
Wie macht ihr das?
Was könnt ihr empfehlen?
Wo habt ihr das gekauft?
In der Nachbarschaft und in der Kita finden sich bestimmt solche Eltern, wenn es im Bekanntenkreis noch keine gibt.
Wir haben eine Freundin, die selbst Lehrerin einer ersten Klasse ist und auch sie hat uns ganz viel geholfen. Wir haben uns Einkäufe mit anderen Eltern geteilt, wenn 3 Schnellhefter gebraucht wurden, es sie aber nur im 6er Pack zu kaufen gibt. Wir haben auf den Info-Veranstaltungen nebeneinander gesessen und uns über den Hort, den Schulweg und das Schul-Konzept ausgetauscht. Das beruhigt und bringt auf andere Gedanken.
Und von den Kindern, die bereits ein oder zwei Schuljahre hinter sich gebracht haben, lernte ich, wie schnell so ein kleines Kind tatsächlich in den aufregenden Schulalltag hinein wächst und Wege, Abläufe, Personen, Räume und Veränderungen ganz schnell kennenlernt und damit umgehen kann.

 

4. Ein Tempo mit dem Kind finden

Zusammen mit Emilian haben wir aufgeregt die erste Post der Klassenlehrerin geöffnet. Wir haben die Einschulungs-Feier geplant, die Schultüte ausgesucht und uns einen Mama-Papa-Kind-Tag für den Kauf der Schultasche genommen.

Wir haben ihn viel miteinbezogen und ihm viel erklärt. (Ich bin hier die Pädagogin, die redet und erklärt.)

Wir haben uns über sein Interesse an Zahlen und Buchstaben gefreut, aber wir haben ihn nicht gebremst oder gepusht. Es gab Übungsheftchen hier, Schwungübungen und so, aber er fing ganz langsam an und konnte vor der Schule gerademal seinen Namen schreiben. Alle Kinder lernen lesen und schreiben und für Emilian war es ganz gut, dass er vor der Schule noch nicht zu viel wusste.

Wir haben uns und ihn auf die Schulzeit vorbereitet, aber ihn auch Kind sein lassen, wenn es genug war. Die 7 Wochen Ferien vor der Schule waren Ferien und Freizeit. Kinder leben im Jetzt und können mit dem großen Wechsel trotzdem gut umgehen.
Und sie machen das in ihrem Tempo. In ihnen drin passiert in der Zeit so viel und oft ist außen davon nicht viel zu sehen. Ein ruhiger Alltag und viel Zeit zum Abschalten und Spielen hilft, mit all dem Neuen klarzukommen. Wir haben mit dem Schwimmkurs und mit neuen Verabredungen bewusst gewartet, damit Emilian sich in den ersten Monaten wirklich nur um Schule kümmern konnte.
Der Alltag bestand dann aus Gewohntem und Vertrautem und dort konnte er spielen und Kind sein.

 

5. Ganz entspannt sein!

Es wird alles gut!
Auch wenn jeder Schritt für mich und für Emilian der allererste war, habe ich mir immer gesagt (hilft vor einer Geburt auch): „Das haben schon soooooo viele vor uns geschafft!“
Die Schulleitung weiß Bescheid. Die Lehrerin kennt sich aus. (Interessanterweise fragt mich Emilians Lehrerin manchmal nach Eltern-Tipps, während ich mir von ihr die Schul-Tipps hole)

Zur Einschulung haben mir die Worte der Schulleitung so gut getan, weil sie genau ansprach, was uns frischen Eltern auf der Seele lag. Und doch macht sie das einmal im Jahr und holt immer wieder aufgeregte Kinder und Eltern ab und führt sie durch die erste Zeit.

Zu den Herbstferien und spätestens zu Weihnachten können die meisten Erstklässler lesen und auch schreiben. Wirklich! Emilian hat jetzt noch nicht alle Buchstaben gelernt (also bearbeitet), aber das geht Stück für Stück und plötzlich kann mein Baby lesen!
Die Lehrerinnen haben so tolle Lern-Methoden. Sie lernen die Kinder schnell kennen und entwickeln individuelle Hilfen und Unterstützungen. Unsere Mathe-Lehrerin klebte Emilian letztens einen Zettel mit den Zahlen von 1-10 auf seinen Bleistift, weil er die 3 oft noch spiegelverkehrt schreibt.

Wir wachsen mit unseren Aufgaben.
Das erste Schuljahr besteht (in unserer Schule) tatsächlich noch aus vielen Spielen und viel Freizeit. Das sind pädagogische Spiele, Lernspiele und Spiele zum Sozialverhalten, aber für Emilian bedeutet das Wort „Schule“ nicht Stress und Lernen.
Zur Einschulung legte uns die Schulleiterin ans Herz, unsere Kinder noch Kinder sein zu lassen, mit den AGs zu warten, das Nachmittagsprogramm leicht zu halten und nicht zu hohe Erwartungen stellen.
Und so erleben wir den Schulalltag.
Emilian ist locker und entspannt – und er macht seine Fortschritte.

Zur Einschulung wurde Emilian 6 1/2 und in den Monaten vom 6. Geburtstag bis zur Einschulung ist ganz viel Schulreife gewachsen. Irgendwann war er einfach soweit.
Die „Langeweile“ in der Kita und die Neugier haben sicher dazu beigetragen, aber es passierte etwas in ihm. Wenn auch die ersten Abschiede schwer waren und das frühe Aufstehen ihm nicht immer gefiel – er wuchs und wurde innen und außen ein Schulkind. Das passierte fast übernacht.

Auch mit ängstlichen Mamas und Papas können die Lehrer umgehen. Ich habe mich verrückt gemacht, weil ich am ersten Schultag vergessen hatte, die große Tüte mit allen Heften mitzugeben. War gar nicht schlimm!
Das Schild am Schuleingang „Mama, ab hier schaffe ich es allein!“ durften wir bis zu den Herbstferien ignorieren und unsere Kleinen bis zum Platz bringen, wenn wir wollten.
Manchmal suche ich Emilian auf dem Schulhof, oder ich suche ein bestimmtes Heft in seiner Tasche – aber er kennt sich aus. Er weiß inzwischen viel besser, was seine Aufgaben sind. Auch, wenn er für die erste Stunde in ein anderes Gebäude muss und das vergisst, steht er nicht weinend und verlassen vor dem verschlossenen Klassenraum, sondern dreht um und sucht den richtigen Raum.

Die Begeisterung für die Hausaufgaben lässt ganz langsam nach. Aber nicht, weil er nicht möchte. Er macht es gern und gut – aber lieber in der Schule. Noch können die fehlenden Hausaufgaben in der Schule ergänzt werden und dass damit Spielzeit weg fällt, stört ihn scheinbar nicht. Er arbeitet schnell und schusselig und er langweilt sich manchmal. Und ich lerne ein bißchen, ihn Fehler machen zu lassen, damit die Lehrerin seinen Stand sieht – und nicht meinen.

Das frühe Aufstehen war im Winter nicht einfach, aber Emilian macht das gut. Er hat es gut gelernt. Seit Jari da ist, bringt Papa ihn zur Schule und wir beide haben ganz unterschiedliche Arten, unseren Morgen zu planen. Aber Emilian weiß das, er kennt seine Pflichten und Zeiten. Mit kleinen bunten Zetteln haben wir unsere Uhr markiert, so dass Emilian weiß, wie viel Zeit ihm für Anziehen, Spielen, Essen, Mama Tschüß sagen usw. bleibt. Das klappt wunderbar. (Von Jako-o gibt es dazu eine professionellere Uhr)

Ein Wort zu den Lern-Utensilien:
Wir bekamen rechtzeitig eine Liste mit Dingen, die wir für Emilian besorgen sollten. Das kann von Schule zu Schule und auch von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich sein. Manchmal wurde sehr spezifisch nach einer Marke gefragt, manchmal stand da nur ein Farbwunsch.
Und dann habe ich das Zeug zusammengesucht.
Schon – und besonders – im Babyalter wird Eltern oft vermittelt, das Teuerste sei gerade gut genug für den Nachwuchs. Ab und zu habe ich mich da überreden lassen und ärgere mich noch heute. Natürlich gibt es Dinge, die nicht gebraucht oder sehr billig  gekauft werden sollten. Aber es gibt eben auch Gebrauchsgegenstände, die günstig erstanden werden können.

Ich empfehle euch auch da den Austausch mit erfahrenen Eltern. Eine Schultasche muss nicht in erster Linie blinken oder glitzern. Sie sollte stabil sein, ein paar Schuljahre aushalten und dem Rücken des Kindes gut tun.
Uns wurde im Geschäft ein Schulrucksack empfohlen, aber weil wir uns das nicht merken konnten, bzw. den Unterschied nicht ganz sahen, ist es doch eine Schultasche geworden. Wir sind sehr zufrieden damit. Die dazugehörige Federtasche war gut mit Stiften ausgestattet und die dicken und dünnen Buntstifte, zwei Bleistifte und eine Schere passen gut hinein. Alles andere, wie Kleber, Lineal, Pinsel.. kommt in die Kramfedertasche. Filzstifte werden noch nicht gebraucht.
Natürlich wäre es toll, passend auch Trinkflasche und Brotbox zu haben. Aber in den ersten Schultagen bekamen die Kinder mindestens drei gefüllte Frühstücksboxen und eine oder zwei Trinkflaschen geschenkt.
Die Buntstifte verschwinden schneller, als wir gucken können. Anfangs hat Liam treu einmal in der Woche angespitzt – jetzt freue ich mich, wenn ich am Freitag (wenn ich die Tasche kontrolliere) wenigstens einen Bleistift finde. Mein Mann zuckt mit den Schultern und sagt: „Meine Mutter ist früher bei mir auch verzweifelt..“ Emilian sagt einfach: „Ich hatte keine Zeit, ich musste spielen!“
Kauft nicht die teuersten Stifte. Es werden viele Bunt-und Bleistifte verbraucht und verloren, zerkaut und zerbrochen, getauscht und verschenkt…
Den Radiergummi am Stift kann ich daher empfehlen. Wenn er auf dem Stift steckt, dann geht er nicht so schnell verloren.

Den faltbaren Wasserbecher kann ich empfehlen, Emilian bekam ihn zur Einschulung.

Für die Schultüte habe ich ein Bastelset gekauft und auch darüber geschrieben. Sie steht noch immer hier, hat einige Stürme und viele Einschulungsgeschenke ausgehalten und ich bin sehr mit dem Arbeitsaufwand und der Haltbarkeit zufrieden. Und eigentlich hatte sie ja ihren großen Auftritt, einen halben Tag lang, und dann war es das.

Seid entspannt!
Es wird alles gut und dein Kind hat Zeit!

Fragt mich gern nach speziellen Situationen oder Materialien.
Wir sind alle entspannter geworden, weil die Schule in Ruhe und Gemütlichkeit anfängt. Wir machen keinen Stress und Emilian geht es gut damit. Wir gehen den „Schulweg“ Stück für Stück und trotz einiger großer Veränderungen (auch zuhause) ist es angenehmer, als ich es mir vorgestellt habe.

Mein anhängliches, schüchternes Kind ist ein sehr beliebtes, waches, schlaues, witziges Schulkind geworden. Manchmal bin ich fast froh, wenn er vor neuen Situationen ängstlich wird, wenn er beim Spazieren meine Hand nimmt oder zum Einschlafen meine Nähe braucht, weil ich dann weiß, dass mein kleines Kind eigentlich noch da ist.

„Hallo, ich bin Emilian und ich möchte dir einen Kaffee machen.“

Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links.

Keine Kommentare »

Ein neuer Alltag.

Unser Leben ist ruhig geworden.
Die vollen schönen Sommertage sind vorbei und auch die Einschulung, auf die wir monatelang hingefiebert haben. Ich habe versucht, die ersten Schulwochen ruhig zu halten und das ist uns erstaunlich gut gelungen.

Jeden Morgen um 6:00 Uhr klingelt mein Wecker. Das ist eine Umstellung, auch der Zeitdruck, der dahinter steht. In der Kita können wir so zwischen 8:00 Uhr und 9:00 Uhr antanzen – in der Schule gibt es nicht viel Freiraum.
Montags müssen beide Punkt 8 in ihren Räumen sein – da gehen wir dann verpennt zu viert aus dem Haus. Aber an den anderen Tagen gehe ich 7:30 Uhr mit Emilian aus dem Haus, bin dann so 8:15 Uhr wieder da und drehe dann mit Liam meine Runde. Ich fahre mit dem Fahrrad und obwohl es schon echt kalt morgens ist, macht die Sonne das frühe Aufstehen noch leicht. Wenn ich kurz nach 9:00 Uhr wieder zuhause ankomme, dann kann es schon mal vorkommen, dass ich erstmal auf die Couch falle, eine Folge meiner Serie gucke, mit dem Mann frühstücke oder einfach einschlafe. Manchmal geht das und diesen Luxus gönne ich mir.

Der frühe Start bringt nämlich ungewohnt lange ruhige Vormittage mit sich. Das ist auch eine Veränderung, die ich grad sehr schätze. Heute habe ich mit einer Freundin gefrühstückt, ich schaffe wieder sowas wie Haushalt oder Herbstdeko ohne Kinder und bis Januar werde ich diese Zeit sehr genießen.

Zwischen 12:30 Uhr und 14:00 Uhr werden die Kinder wieder abgeholt. Emilian isst kein Mittag in der Schule und dieser Teil des Tages muss sich noch einspielen. Ich mag es nicht so, mit Kochen und Essen erst gegen 15:00 Uhr fertig zu sein, aber manchmal reicht auch ein kleiner Snack und wir essen am Abend warm.

Emilian hat nicht wirklich sowas wie Hausaufgaben auf, aber kleine freiwillige Übungen macht er schnell und gern. Langsam landen die ersten Arbeitsblätter in den Heftern, ich sehe erste „Prima! Weiter so!“-Stempel auf den beschriebenen Seiten und die ersten Buntstifte müssen angespitzt werden. Heute ist das erste Paar Schuhe verschwunden – wir hoffen, dass es bald wieder auftaucht – und auch die ersten kleinen Kämpfe oder Diskussionen mit Kindern oder Erwachsenen hat er hinter sich.

Wenn ich nicht wüsste, dass Emilian vor ein paar Wochen noch ein Kindergarten-Junge war, würde ich es nicht glauben. Einfach der Zustand, Schulkind zu sein, hat ihn verändert.
Wenn Liam ihn mit abholt, zeigt er seinem kleinen Bruder cool den Schulhof, er flitzt um die Ecken, um die er im Juli noch vorsichtig geschlichen ist, er verabschiedet sich am Morgen tapfer von Mama und er rollt schonmal die Augen, wenn eine Erzieherin ihn zurechtweist. Das alles ist normal und hält sich in Grenzen, er ist ein ziemlich cooler Schuljunge.
Nach 7 Tagen neben seinem Kita-Freund wurden sie nun auseinander gesetzt. Emilian sitzt neben einem ruhigen blonden Mädchen und fragte mich heute, ob er sie mal zum Spielen einladen kann.

Es gibt einen Jungen in seiner Klasse, der bestimmt zwei Köpfe größer als Emilian ist. Emilians Hausschuhe passen fast in die Hausschuhe dieses Jungen. Die Eltern dieses Jungen merkten am ersten Elternabend vor der Einschulung an, dass ihr Sohn doch sehr Respekt vor der Schule hätte und eher ängstlich und schüchtern sei. Heute lag Emilian hier weinend unterm Bett im Gästezimmer, weil eben dieser Junge ihn geärgert hätte…
Gestern waren sie Freunde, ich glaube, sie verstehen sich gut – aber ich lerne jetzt, mit solchen Situationen umzugehen. Ich lerne, dass es wohl nicht immer mein Sohn ist, der einsteckt, wenn andere austeilen. Ich lerne, dass Emilian lernen kann, Probleme allein zu klären und den Mund aufzumachen. Und ich lerne, wo ich ihn stärken und ihm zur Seite stehen kann.

Weil ich aber das Gefühl habe, dass es allen Lehrern und Erziehern echt wichtig ist, dass die Erstklässler gut ankommen, dass die Eltern auch in der zweiten Woche noch im Klassenraum Tschüß sagen dürfen  und dass das Miteinander und der Umgang auf dem ganzen Schulgelände hell und freundlich ist, fällt es mir ganz leicht, meinen Großen gehen zu lassen und ihn sein Ding machen zu lassen.

Noch ist er so stolz und zeigt mir jede neue Aufgabe, die er geschafft hat. Er erzählt, wie die Lehrerin die Klasse lobt. Er lernt mehr Kindernamen. Er winkt auf dem Weg nachhause seinen Freunden. Er gibt mir jede wichtige Nachricht weiter, die von den Lehrern kommt und er beantwortet – zu seiner Zeit – fast alle Fragen, die ich stelle.

Es heißt immer, alles steht und fällt mit der Klassenlehrerin – und eben darauf hat man vorher ja keinen Einfluss. Aber ich bin wirklich glücklich, dass es uns allen nach den ersten Wochen so gut geht.

Meine Mama und ich hatten beide die Idee, meinen letzten Blog-Eintrag an meine allererste Klassenlehrerin zu schicken. Wir haben noch Kontakt und es ist verrückt, an meine ersten Schultage im Jahr 1991 zu denken und zu wissen, dass meine Lehrerin von damals jetzt liest, wie mein Sohn seine ersten Tage meistert. Ist das nicht cool?

Obwohl ich kalte Füße und raue, trockene Haut echt nicht mag und so viele Kleinigkeiten aus Frühling und Sommer vermisse, geht es mir zur Zeit mit dem Herbst-Gefühl gar nicht so schlecht. Ja tatsächlich, sowas aus meinem Mund – oder aus meinen Fingern.

Ich habe tolle Umstands-Oberteile für kältere Tage, ich habe uns schönen Tee gekauft und ich freue mich, dass der Garten mal aufhört, schnell zu wachsen.
Es wird viel Platz schaffen, alle Sommerschuhe und das Schwimm-Zubehör aus dem Flur zu räumen und auf jedem Nachhauseweg bleiben wir unter einem Kastanienbaum stehen, um die leere Brotbox mit den glänzenden runden Dingern zu füllen.
Ich liebe es, Zeit dafür zu haben.
Ich liebe es, im Herbst Dinge zu tun, die man im Herbst tut.
Blätter sammeln. Das Gesicht in die tiefstehende Sonne zu halten. Chai Latte trinken. Kürbissuppe machen. Blätter pressen. Pflaumenmarmelade kochen. Apfelkuchen backen.

In den ungemütlicheren Monaten werde ich mich dann ablenken oder ausruhen, mich nach langer Zeit wieder auf ein Baby vorbereiten und mit den Jungs in die Bücherei gehen.
Jetzt sprechen mich täglich andere Mamas oder Erzieherinnen auf den Babybauch an und freuen sich, wenn ich auf ihre vorsichtige Frage mit einem Nicken antworte. Heute schätzte jemand, dass ich im 2. Monat sein könnte. Na, fast. Schon 24 Wochen ist das Beebi bei mir!
Aber der kleine Bauch hat natürlich Vorteile und es geht mir richtig gut!

Bis Januar werde ich abends ausgehen, verreisen, durchschlafen, meine Kurven betonen, meine langen Haare lieben, Freunde besuchen und ins Kino gehen… wer weiß, wie das neue Jahr für uns startet!

Keine Kommentare »