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papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

12 von 12 im Oktober

Wir sind gerade irgendwie zwischen den Welten.
Im Glück, weil Papa wieder da ist. Wirklich!
Ich kann ausschlafen – oder überhaupt mal schlafen! Jari wird langsam gesund. Er hat einen neuen Schlafsack, wir lassen das Fenster nachts offen und er schläft viel besser. Die Liebestanks der Kinder sind wieder gefüllt und sowas wie Leichtigkeit und Ausgeglichenheit schwebt durchs Haus. Fünfmal.

Glücklich, erfüllt, aufgewärmt und ja.. glücklich kam der Mann am Montag Abend aus Kalifornien wieder. Mit selbst-geschriebenen Schildern empfingen wir ihn am Flughafen und verbrachten einen sehr fröhlichen ersten Abend zusammen.
Besonders Jari… das kann ich gar nicht beschreiben. Er ist so glücklich. Mit seinen großen blauen Augen strahlt er den Papa an, sobald er den Raum betritt. Immernoch.

Wir kommen wieder im Alltag an, schleppen uns durch Hausaufgaben, harken Laub, kochen Babybrei, sortieren Wäsche, laufen zu Schule und Kita und Kita und Schule.. ganz normaler Alltag eben.

Gleichzeitig liegen hier Schwimmbrillen und Sandspielzeug, der Koffer des Mannes ist nur halb ausgepackt, ich schreibe fröhlich lange Listen, denn: Zum ersten Mal werden wir im Herbst verreisen. So richtig. Lange. Und weit weg.
Ich bin so aufgeregt und wir alle warten schon lange auf diesen Familienurlaub!

Aber erstmal war heute der 12. Oktober und ich habe Fotos für euch:

1. Ich bin dran mit Schulkind-in-die-Schule-bringen und sitze mit den Jungs am Frühstückstisch. (Warum Liam 6:30 Uhr auch aufgewacht ist, weiß ich nicht..)
Der Große hat sich schick angezogen, weil der Fotograf heute in der Schule ist.

 

2. Ich schiebe ihn auf dem Fahrrad zur Schule.
„Wie früher!“ schwärmt er und meint damit die 1. Klasse. Vor einem Jahr habe ich ihn täglich gebracht und bin bis zum 9. Monat Fahrrad gefahren. Seit Jaris Geburt war das heute mein drittes Mal Rad fahren und ich vermisse es.

 

3. Eine kurze Couch-Pause mit süßem Besuch.

 

4. Nach dem Frühstück, was früher für mich mal 11:00 Uhr sein konnte, mache ich mich mit den beiden Kleinen im leichten Regen auf dem Weg zum Einkaufen. Es ist kurz nach 9:00 Uhr.

 

5. Ich versuche, gut für den Urlaub zu planen. Diese Auswahl überfordert mich jedesmal!

 

6. Schon lange gehen die Jungs sehnsüchtig an der vorbei und ich habe sie lange vertröstet.. Jetzt! Bald. Ich bin gespannt. Vielleicht schaffen es ja ein paar Fotos auf den Blog?

 

7. Plötzlich scheint die Sonne!
Und das Licht zaubert wunderschöne Herbstbilder.
In welchem Alter hört man auf, Kastanien faszinierend zu finden?

  

 

8. Mein Mann versucht, ein biometrisches Foto für den Reisepass zu machen. Haha…

 

9. Morgen treffen sich wieder die MOPS-Mamas und es gibt Apfelkuchen.

 

10. Hausaufgaben.
Üben fürs Diktat.

Was er für schöne lange Finger hat!

 

11. Es gibt Brokkoli-Kartoffeln-Haferflocken-Brei.
Jari fängt langsam mit Toastbrot an… die Brei- und Flaschenzeit könnte bald ein Ende haben.
Naja.. vielleicht sollten wir warten, bis wenigstens ein Zahn da ist.

 

12. Gefühlt tue ich 10 Dinge gleichzeitig und doch nicht genug – vielleicht, weil da so ein kleiner Mensch an meinem Bein klebt?

 

Viel Spaß bei allen „12von12″ern, die es heute so gab. Eine Liste findet ihr hier!

 

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Szenen aus unserem Alltag

Die Tage kommen und gehen. Irgendwas ist immer. Das ist das chaotisch-schöne FamilienLeben und wir lieben es.

Das Glückskind auf dem Tempelhofer Feld

 

* Emilian hat noch dreieinhalb Wochen in der ersten Klasse. Wohooo! Ich bin so stolz auf ihn. Mann, was habe ich vor einem Jahr zu der Zeit gebangt. Und jetzt fragt er vorsichtig, ob er mal allein nachhause kommen kann. Jetzt liest und schreibt und rechnet er wie ein Oller.

Vor ein paar Tagen hatte er seine erste Buchvorstellung. Jetzt hat er neue tolle Freunde. Ich habe neue tolle Freunde. Und jetzt sind wir diese Eltern, die die Sommerferien und die Freizeit und das Ausschlafen kaum erwarten können.

 

* Erinnert ihr euch daran, dass wir Liam ein paar Jahre Streichelzoo vorenthalten haben, weil Emilian das nicht so mochte. Tja.. wir haben noch so eine Sache entdeckt: das Fußball-Training.
Vor Jahren probierten wir das mit Emilian, aber es funktionierte nicht. Emilian ist kein Mannschafts-Typ und keiner, der neue Dinge unbedingt als Erster ausprobieren muss.
Unser armes, geliebtes Mittelkind…
Nachdem nun also Emilian zum Schwimmkurs ging und einen Kletterkurs macht, war klar, dass Liam auch ein Hobby brauchte. Es gab nicht viel Interessantes für 5jährige im näheren Umfeld und so landeten wir schließlich wieder auf dem Fußballplatz, auf dem mein Mann schon als Kindergarten-Kind gestanden hatte.

Es waren 30 Grad, ich saß mit Jari im Schatten und zerfloß – und Liam peeste wie ein Verrückter über den Platz. Mehrmals schickte der Trainer die Jungs zum Trinken raus – und Liam war so im Glück.

Von nun an werdet ihr mich, Mutter von drei Söhnen, in den nächsten Jahren wohl öfter am Rande des Fußballplatzes sehen. Wer hätte das gedacht?

 

* Als wir im Herbst 2011 unser Auto kauften, wussten wir noch nicht, was wir uns da angetan hatten. Wir hatten einen kleinen Sohn, ich war schwanger mit dem zweiten und wir brauchten ein Auto. Wir waren nicht ganz unvorsichtig und wurden trotzdem ordentlich übers Ohr gehauen.
In all den Jahren hat sich eine ordentliche Hass-Liebe zu dem Auto entwickelt. Ja, es begleitete uns auf unzähligen Reisen. Wir schafften es sogar im Mai 2013 ohne Probleme bis an den Gardasee. Zwei Babys wurden in dem Auto aus dem Krankenhaus abgeholt. Aber jeder TÜV versetzte uns in Angst und Schrecken und ihr wollt nicht wissen, wieviel Geld wir in dieses blöde Auto gesteckt haben. Und ich möchte nicht wissen, wie oft wir auf einer Fahrt wunderbar bewahrt wurden, weil dem Auto eigentlich gar nichts mehr zuzutrauen war.
Das Ende ist: Heute haben wir es verkauft.
Der nächste TÜV hätte uns endgültig umgehauen und das ist es jetzt wirklich nicht mehr wert.
Ich machte ein letztes Foto mit Emilian, Liam weinte bittere Tränen. Mir fällt es auch schwer, mich von unserem dunkelblauen Opel zu verabschieden, aber es ist Zeit für etwas Neues! Im Moment ist Sommer und wir sind noch ohne Auto. Aber ich halte euch auf dem Laufenden.

* Am Wochenende bekommen wir Besuch aus Amerika… ja: aus Kalifornien!!! Die amerikanisch/deutschen Vorbereitungen erinnern mich sehr an unseren Umzug und ich freue mich riesig!
Im März 2015 haben wir uns zuletzt gesehen. In der Zwischenzeit sind zwei Babys dazu gekommen.
It’s gonna be amazing!

 

* Am Freitag findet das letzte MOPS-Treffen in diesem Halbjahr statt. Ich bin begeistert, welche Gespräche, Verabredungen, Freundschaften sich durch unseren Mut ergeben haben. Es gibt noch so viele Pläne und Wünsche in meinem Herzen… Im September geht es mit voller Kraft weiter und ich bin sehr froh, dass MOPS nun auch zu meinem deutschen Leben gehört.

 

* Eben habe ich in meinem kurzen Andachts-Buch für Mütter gelesen. Die Autorin bedauert, dass wir (Kirchen-)Mamas oft auf die drei K’s (Kinder, Küche, Kirche) beschränkt werden und welche grausige Vorstellung das vom Bild der Frau malt.
Sie lud uns, mich, aber dazu ein, diese drei K’s zu genießen und den Schatz und die Möglichkeiten dahinter zu sehen.

Kinder: Kinder sind Augen-Öffner, Tür-Öffner, nichts verändert ein Leben so sehr, wie ein Kind zu bekommen. Eine Gesellschaft kann ohne Kinder nicht überleben.

Küche: Nicht die Ketten am Herd, sondern das große Herz der Gastfreundschaft. Volle Tischrunden, gute Gesellschaft, lachen im Garten, Wein in der Küche, Kekskrümel auf der Picknickdecke. Essen verbindet. Essen macht glücklich.

Kirche: Gesellschaftliche Reform, zur Ruhe kommen, über sich hinaus wachsen. Mit Gott im Herzen die Welt verändern und Frieden bringen. Hoffnung. Glauben. Sicherheit.

Mir hat das heute gut getan, das zu lesen.
Ich finde mich in diesen drei K’s gerade ziemlich gut wieder.

* Über die Nacht im Zelt wollte ich euch natürlich informieren. Obwohl… so viel gibt es gar nicht zu sagen.
Nachdem ich vorgelesen hatte, waren die Kinder schön müde, aber natürlich nicht müde genug, um einfach so in einem Zelt einzuschlafen. Emilian bekam ein bißchen Angst und Liam überlegte, dann auch gleich mit ins Haus zu ziehen.

Mein Mann legte sich zu ihnen, bis sie eingeschlafen waren. Für eine kurze Zeit kam er nochmal zu Jari und mir, aber dann legte er sich ins Zelt und wir gingen ins Schlafzimmer.
Die Nacht (es war die vor dem großen Unwetter) war sehr ruhig und kurz nach 6:00 Uhr kamen alle drei nacheinander ins Haus getappelt. Ende der Geschichte.
Wir alle waren irgendwie müde am nächsten Tag, „wie der Tag nach Silvester“, sagte mein Mann.
Das Zelt wurde abgebaut, denn das Wetter in der nächsten Nacht hätte jedes Zelt weggepustet oder -geschwemmt.
Am Freitag fiel sogar für Emilian die Schule aus, weil es einen Wasserschaden in der Schule gegeben hatte!

 

* Keine große Neuigkeit: Wir lieben unseren Garten!
In diesem Jahr haben wir so viele Himbeeren und Erdbeeren. Die Kirschen sind alle, der Holunder ist verblüht und wir freuen uns über neue Farben und Blüten.

* Am letzten Samstag durften wir beim „Tag der offenen Tür“ in der Firma meines Vaters sein. Er betreut die Maschinen, die Tabletten verpacken – ganz kurz gesagt.

Wir haben nicht nur die allerneueste Maschine bewundert – es ist wirklich beeindruckend, wie schnell viele Tabletten dort sauber eingefüllt und mit Beipackzettel verpackt werden – sondern auch den Weg vom Pulver zur Tablette an kleinen Stationen verfolgen. Die Kinder waren gut dabei und haben ordentlich Anschauungsmaterial eingesammelt. Natürlich gibt es zur Zeit eine Arztpraxis mit sehr vielen kranken Kuscheltieren im Kinderzimmer!

* Und so leben wir unsere Tage in den Sommer hinein.
Wir freuen uns auf Sommerfeste, Kita-Abschlussfeiern, Geburtstage und Ausflüge. Bald werde ich mit den Jungs unsere alljährliche Sommerferien-to-do-Liste erstellen. Und dann genießen wir den Sommer in Berlin!

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Riesen-Kugellabyrinth

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5 Tipps für Schulanfänger-Eltern

Gestern war so ein schöner Tag!

Nach dem Gottesdienst gab es ein schnelles Mittag und wir sind raus! Raus in die Sonne! Ich konnte nicht aufhören, zu sagen, wie schön ich das alles fand! Meine Männer ließen mich geduldig juchzen. Aber so wie die Jungs sich vor die Krokusse gekniet haben, weiß ich doch, dass sie das genauso lieben. Aber echt. Frühling… haaach. Jedes Jahr wieder. Ich kann es gar nicht beschreiben, aber mein Herz liebt Frühling über alles!

Mein Mann hat uns begleitet und still und tapfer seine Allergien ausgehalten.

 

Während ich dann am Abend Staub saugte und so um die Schultasche herum stocherte, dachte ich daran, wie unsicher und aufgeregt ich vor einem Jahr war, was die Schule und Emilians Einschulung und so betraf. Und da kam mir eine Idee für einen neuen Artikel hier:

5 Tipps für Schulanfänger-Eltern

Die Einschulung kommt nicht plötzlich. Es gibt viele Schritte auf dem Weg dahin. Die Untersuchungen beim Arzt, die Schuluntersuchungen, die Anmeldungen, die Gespräche mit den Erziehern… und trotzdem habe ich mir so viele Gedanken gemacht und hatte keine Ahnung, was auf mich, auf uns zukommt.

Emilian war lange ein schüchternes, ängstliches, anhängliches Kind. Verglichen mit meiner eigenen Einschulung als ältestes Geschwisterkind malte ich mir aus, wie schwer er es haben würde. Wir hatten keine Ahnung von Schule. Nur das, was man halt so hört: „Dann ist das Ausschlafen vorbei!“, „Dann fängt der Ernst des Lebens an!“, „Macht das noch, solange ihr keine Schulkinder habt!“

Aber ach, es wird alles gut!!
Versprochen!
Ich schreibe mal auf, was uns geholfen hat und was ich gelernt habe.

 

1. Gute Vorbereitung

In Berlin, auch Deutschland, würde ich mal sagen, ist es so, dass Eltern gut auf den Schulanfang vorbereitet werden. Lange im Voraus wird das Kind zur Schulanmeldung und Schuluntersuchung gebeten. Die Schule in unserem Einzugsgebiet hat uns zukünftige Eltern zu mehreren Info-Veranstaltungen eingeladen. Wir durften die Schulleitung, die Räume, das Personal, den Hort und sogar den laufenden Unterricht kennen lernen – und alle Fragen stellen, die wir hatten.
Seit Jahren sagte ich immer, wenn wir an der Schule vorbei fuhren: „Emilian, guck mal: Das ist deine Schule!“ Trotzdem setzten wir erst zu diesen Veranstaltungen allererste Schritte in diese Schule. Die Einschulung lag noch weit vor uns, aber so fiel das Thema „Schule“ immer mal wieder in unserem Alltag.

Die Vorschulkinder durften mit den Erziehern die Schule an zwei Vormittagen besuchen, den Schulhof „erspielen“ und einmal in den Unterricht schauen. Das fand ich sehr gut. Emilian weiß jetzt noch, welche Lehrer er damals kennengelernt hatte.

Das kann man mit dem Kind auch allein machen. In den Wochen vor Beginn der Sommerferien holte ich mit Emilian zwei Freunde aus der Schule ab. Die Mama der beiden zeigte mir ein paar Sachen und Emilian zeigte mir, wo er mit seinen Erziehern gewesen war.
Noch wussten wir nichts vom Klassenraum oder einer Lehrerin, aber wir gingen die Wege, sahen die Einschulungs-Turnhalle und schätzten die Zeit für den Schulweg.

 

2. Angst und Unsicherheit nicht auf das Kind übertragen

Ich hatte Angst, natürlich. Alles, was zum Thema „Schule“ gehörte, war so neu und fremd für mich und dann erst Recht für Emilian.
Wie wird wohl die Lehrerin?
Kommt er mit seinem besten Freund in eine Klasse?
Wird Schule ihm Spaß machen?
Wird er sich morgens gut verabschieden können?
Darf ich ihn bis in den Klassenraum bringen?
Wird er schnell Freunde finden?
Wird er gut lernen können?

Ich dachte an meine Erfahrungen als Kind und an meine Erfahrungen als Schulerzieherin in den ersten Klassen.
Aber Emilian hatte diese Erfahrungen nicht. Für ihn war Schule natürlich auch neu und fremd. Aber die Kita begann ihn zu langweilen und wir wollten Schule ein neues, spannendes Abenteuer für ihn sein lassen. Was sollte er mit meinen unbegründeten Sorgen anfangen?

Wir erzählten ihm keine Lügen und Verschönerungen und er fragte nicht direkt nach, weil er ja nicht wusste, was auf ihn zukommen würde. Mir war es wichtig, ihm ungefähr den Ablauf eines Schultages klar zumachen. Ich erzählte ihm, was er alles tolles lernen würde. Und wir würden das zusammen entdecken und kennen lernen. Unsicherheiten kann man dem Kind negativ unsicher oder positiv unsicher erklären. Mein Mann kann das ganz toll und wir versuchten, in Emilian viel von dieser aufgeregten, freudigen Neugier wachsen zu lassen.
(Tatsächlich finde ich schon nach dem ersten Schulhalbjahr, dass die Erstklässler mehr „fürs Leben lernen“, als ich das so von mir in Erinnerung hatte. Da kommt die Fahrbücherei im Bus und die Kinder lernen, Bücher auszuleihen und zu verlängern. Dann kommt ein BVG-Bus und die Schüler lernen das richtige Ein- und Aussteigen und das Verhalten in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Dann die Stunde zum Sozialverhalten, die Polizei erklärt den Strassenverkehr und so weiter…)

 

3. Mit anderen Eltern austauschen

Sowohl der Austausch mit anderen „Schulanfänger-Eltern“, als auch die Gespräche mit Schul-Eltern haben mir sehr geholfen.
Was planst du?
Wie macht ihr das?
Was könnt ihr empfehlen?
Wo habt ihr das gekauft?
In der Nachbarschaft und in der Kita finden sich bestimmt solche Eltern, wenn es im Bekanntenkreis noch keine gibt.
Wir haben eine Freundin, die selbst Lehrerin einer ersten Klasse ist und auch sie hat uns ganz viel geholfen. Wir haben uns Einkäufe mit anderen Eltern geteilt, wenn 3 Schnellhefter gebraucht wurden, es sie aber nur im 6er Pack zu kaufen gibt. Wir haben auf den Info-Veranstaltungen nebeneinander gesessen und uns über den Hort, den Schulweg und das Schul-Konzept ausgetauscht. Das beruhigt und bringt auf andere Gedanken.
Und von den Kindern, die bereits ein oder zwei Schuljahre hinter sich gebracht haben, lernte ich, wie schnell so ein kleines Kind tatsächlich in den aufregenden Schulalltag hinein wächst und Wege, Abläufe, Personen, Räume und Veränderungen ganz schnell kennenlernt und damit umgehen kann.

 

4. Ein Tempo mit dem Kind finden

Zusammen mit Emilian haben wir aufgeregt die erste Post der Klassenlehrerin geöffnet. Wir haben die Einschulungs-Feier geplant, die Schultüte ausgesucht und uns einen Mama-Papa-Kind-Tag für den Kauf der Schultasche genommen.

Wir haben ihn viel miteinbezogen und ihm viel erklärt. (Ich bin hier die Pädagogin, die redet und erklärt.)

Wir haben uns über sein Interesse an Zahlen und Buchstaben gefreut, aber wir haben ihn nicht gebremst oder gepusht. Es gab Übungsheftchen hier, Schwungübungen und so, aber er fing ganz langsam an und konnte vor der Schule gerademal seinen Namen schreiben. Alle Kinder lernen lesen und schreiben und für Emilian war es ganz gut, dass er vor der Schule noch nicht zu viel wusste.

Wir haben uns und ihn auf die Schulzeit vorbereitet, aber ihn auch Kind sein lassen, wenn es genug war. Die 7 Wochen Ferien vor der Schule waren Ferien und Freizeit. Kinder leben im Jetzt und können mit dem großen Wechsel trotzdem gut umgehen.
Und sie machen das in ihrem Tempo. In ihnen drin passiert in der Zeit so viel und oft ist außen davon nicht viel zu sehen. Ein ruhiger Alltag und viel Zeit zum Abschalten und Spielen hilft, mit all dem Neuen klarzukommen. Wir haben mit dem Schwimmkurs und mit neuen Verabredungen bewusst gewartet, damit Emilian sich in den ersten Monaten wirklich nur um Schule kümmern konnte.
Der Alltag bestand dann aus Gewohntem und Vertrautem und dort konnte er spielen und Kind sein.

 

5. Ganz entspannt sein!

Es wird alles gut!
Auch wenn jeder Schritt für mich und für Emilian der allererste war, habe ich mir immer gesagt (hilft vor einer Geburt auch): „Das haben schon soooooo viele vor uns geschafft!“
Die Schulleitung weiß Bescheid. Die Lehrerin kennt sich aus. (Interessanterweise fragt mich Emilians Lehrerin manchmal nach Eltern-Tipps, während ich mir von ihr die Schul-Tipps hole)

Zur Einschulung haben mir die Worte der Schulleitung so gut getan, weil sie genau ansprach, was uns frischen Eltern auf der Seele lag. Und doch macht sie das einmal im Jahr und holt immer wieder aufgeregte Kinder und Eltern ab und führt sie durch die erste Zeit.

Zu den Herbstferien und spätestens zu Weihnachten können die meisten Erstklässler lesen und auch schreiben. Wirklich! Emilian hat jetzt noch nicht alle Buchstaben gelernt (also bearbeitet), aber das geht Stück für Stück und plötzlich kann mein Baby lesen!
Die Lehrerinnen haben so tolle Lern-Methoden. Sie lernen die Kinder schnell kennen und entwickeln individuelle Hilfen und Unterstützungen. Unsere Mathe-Lehrerin klebte Emilian letztens einen Zettel mit den Zahlen von 1-10 auf seinen Bleistift, weil er die 3 oft noch spiegelverkehrt schreibt.

Wir wachsen mit unseren Aufgaben.
Das erste Schuljahr besteht (in unserer Schule) tatsächlich noch aus vielen Spielen und viel Freizeit. Das sind pädagogische Spiele, Lernspiele und Spiele zum Sozialverhalten, aber für Emilian bedeutet das Wort „Schule“ nicht Stress und Lernen.
Zur Einschulung legte uns die Schulleiterin ans Herz, unsere Kinder noch Kinder sein zu lassen, mit den AGs zu warten, das Nachmittagsprogramm leicht zu halten und nicht zu hohe Erwartungen stellen.
Und so erleben wir den Schulalltag.
Emilian ist locker und entspannt – und er macht seine Fortschritte.

Zur Einschulung wurde Emilian 6 1/2 und in den Monaten vom 6. Geburtstag bis zur Einschulung ist ganz viel Schulreife gewachsen. Irgendwann war er einfach soweit.
Die „Langeweile“ in der Kita und die Neugier haben sicher dazu beigetragen, aber es passierte etwas in ihm. Wenn auch die ersten Abschiede schwer waren und das frühe Aufstehen ihm nicht immer gefiel – er wuchs und wurde innen und außen ein Schulkind. Das passierte fast übernacht.

Auch mit ängstlichen Mamas und Papas können die Lehrer umgehen. Ich habe mich verrückt gemacht, weil ich am ersten Schultag vergessen hatte, die große Tüte mit allen Heften mitzugeben. War gar nicht schlimm!
Das Schild am Schuleingang „Mama, ab hier schaffe ich es allein!“ durften wir bis zu den Herbstferien ignorieren und unsere Kleinen bis zum Platz bringen, wenn wir wollten.
Manchmal suche ich Emilian auf dem Schulhof, oder ich suche ein bestimmtes Heft in seiner Tasche – aber er kennt sich aus. Er weiß inzwischen viel besser, was seine Aufgaben sind. Auch, wenn er für die erste Stunde in ein anderes Gebäude muss und das vergisst, steht er nicht weinend und verlassen vor dem verschlossenen Klassenraum, sondern dreht um und sucht den richtigen Raum.

Die Begeisterung für die Hausaufgaben lässt ganz langsam nach. Aber nicht, weil er nicht möchte. Er macht es gern und gut – aber lieber in der Schule. Noch können die fehlenden Hausaufgaben in der Schule ergänzt werden und dass damit Spielzeit weg fällt, stört ihn scheinbar nicht. Er arbeitet schnell und schusselig und er langweilt sich manchmal. Und ich lerne ein bißchen, ihn Fehler machen zu lassen, damit die Lehrerin seinen Stand sieht – und nicht meinen.

Das frühe Aufstehen war im Winter nicht einfach, aber Emilian macht das gut. Er hat es gut gelernt. Seit Jari da ist, bringt Papa ihn zur Schule und wir beide haben ganz unterschiedliche Arten, unseren Morgen zu planen. Aber Emilian weiß das, er kennt seine Pflichten und Zeiten. Mit kleinen bunten Zetteln haben wir unsere Uhr markiert, so dass Emilian weiß, wie viel Zeit ihm für Anziehen, Spielen, Essen, Mama Tschüß sagen usw. bleibt. Das klappt wunderbar. (Von Jako-o gibt es dazu eine professionellere Uhr)

Ein Wort zu den Lern-Utensilien:
Wir bekamen rechtzeitig eine Liste mit Dingen, die wir für Emilian besorgen sollten. Das kann von Schule zu Schule und auch von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich sein. Manchmal wurde sehr spezifisch nach einer Marke gefragt, manchmal stand da nur ein Farbwunsch.
Und dann habe ich das Zeug zusammengesucht.
Schon – und besonders – im Babyalter wird Eltern oft vermittelt, das Teuerste sei gerade gut genug für den Nachwuchs. Ab und zu habe ich mich da überreden lassen und ärgere mich noch heute. Natürlich gibt es Dinge, die nicht gebraucht oder sehr billig  gekauft werden sollten. Aber es gibt eben auch Gebrauchsgegenstände, die günstig erstanden werden können.

Ich empfehle euch auch da den Austausch mit erfahrenen Eltern. Eine Schultasche muss nicht in erster Linie blinken oder glitzern. Sie sollte stabil sein, ein paar Schuljahre aushalten und dem Rücken des Kindes gut tun.
Uns wurde im Geschäft ein Schulrucksack empfohlen, aber weil wir uns das nicht merken konnten, bzw. den Unterschied nicht ganz sahen, ist es doch eine Schultasche geworden. Wir sind sehr zufrieden damit. Die dazugehörige Federtasche war gut mit Stiften ausgestattet und die dicken und dünnen Buntstifte, zwei Bleistifte und eine Schere passen gut hinein. Alles andere, wie Kleber, Lineal, Pinsel.. kommt in die Kramfedertasche. Filzstifte werden noch nicht gebraucht.
Natürlich wäre es toll, passend auch Trinkflasche und Brotbox zu haben. Aber in den ersten Schultagen bekamen die Kinder mindestens drei gefüllte Frühstücksboxen und eine oder zwei Trinkflaschen geschenkt.
Die Buntstifte verschwinden schneller, als wir gucken können. Anfangs hat Liam treu einmal in der Woche angespitzt – jetzt freue ich mich, wenn ich am Freitag (wenn ich die Tasche kontrolliere) wenigstens einen Bleistift finde. Mein Mann zuckt mit den Schultern und sagt: „Meine Mutter ist früher bei mir auch verzweifelt..“ Emilian sagt einfach: „Ich hatte keine Zeit, ich musste spielen!“
Kauft nicht die teuersten Stifte. Es werden viele Bunt-und Bleistifte verbraucht und verloren, zerkaut und zerbrochen, getauscht und verschenkt…
Den Radiergummi am Stift kann ich daher empfehlen. Wenn er auf dem Stift steckt, dann geht er nicht so schnell verloren.

Den faltbaren Wasserbecher kann ich empfehlen, Emilian bekam ihn zur Einschulung.

Für die Schultüte habe ich ein Bastelset gekauft und auch darüber geschrieben. Sie steht noch immer hier, hat einige Stürme und viele Einschulungsgeschenke ausgehalten und ich bin sehr mit dem Arbeitsaufwand und der Haltbarkeit zufrieden. Und eigentlich hatte sie ja ihren großen Auftritt, einen halben Tag lang, und dann war es das.

Seid entspannt!
Es wird alles gut und dein Kind hat Zeit!

Fragt mich gern nach speziellen Situationen oder Materialien.
Wir sind alle entspannter geworden, weil die Schule in Ruhe und Gemütlichkeit anfängt. Wir machen keinen Stress und Emilian geht es gut damit. Wir gehen den „Schulweg“ Stück für Stück und trotz einiger großer Veränderungen (auch zuhause) ist es angenehmer, als ich es mir vorgestellt habe.

Mein anhängliches, schüchternes Kind ist ein sehr beliebtes, waches, schlaues, witziges Schulkind geworden. Manchmal bin ich fast froh, wenn er vor neuen Situationen ängstlich wird, wenn er beim Spazieren meine Hand nimmt oder zum Einschlafen meine Nähe braucht, weil ich dann weiß, dass mein kleines Kind eigentlich noch da ist.

„Hallo, ich bin Emilian und ich möchte dir einen Kaffee machen.“

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Zwischen Windeln und Hausaufgaben

Zuerst mal: Ich schreibe hier nicht so selten, weil ich zu viel mache. Keine Sorge! Diese „Unser-Alltag-ist-so-voll!“-Pausen werden schon noch früh genug kommen.
Eher ist es so, dass ich zu nichts komme. Ihr glaubt gar nicht, wie schnell ein Tag vorbei sein kann… Mit Stillen und Wickeln und Ausschlafen ist ruck-zuck ein Vormittag um und dann kommen die großen Brüder und dann ist auch der Nachmittag um. So ungefähr.

Die Abende sind mir ja die liebsten. Nicht!
Fünf Personen sind hungrig. Fünf Personen sind müde. Zwei bis drei Personen werden laut. Einer zappelt. Einer wirft seinen Becher um. Einer kotzt zwei andere voll. Einer schreit: „Wisch mir bitte den Popo ab!“ Einer erzählt von Klo-Geistern in der Schule.
Ich sag‘ jetzt nicht, wer wer ist…

Mein Mann hat mir eben meinen Still-Tee hingestellt. Den ich mir heut Vormittag gekocht habe. Und einen Obst-Teller. Nur für mich! Heute morgen hat er mir Frühstück ans Bett gebracht. Mit Kaffee. Und Orangensaft. Zum Mittag hat er Hühner-Nudelsuppe gekocht.

Es ist nämlich so:
Jari ist jetzt 17 Tage alt und hat sein Geburtsgewicht noch nicht ganz wieder. Die Hebamme besucht uns täglich. Sie sieht, dass er ein zartes, aber gesundes Baby ist. Sie sieht, dass ich stille. Sie hört, dass er gut schluckt. Aber er nimmt eben nicht zu. Oder nur sehr langsam. Sie weiß, dass ich bereits zwei Kinder ein Jahr lang voll gestillt habe und sie weiß, dass auch diese Kinder eher zart waren. Und sind.

Also versuche ich jetzt, auf meine Ernährung zu achten.
Für jemand, der auch ohne Kinder und mit theoretisch viel Zeit und Ruhe nicht zuerst ans Essen denkt, ist das gar nicht so einfach. Jetzt mit drei Kindern soll ich ausreichend, abwechslungsreich, kalorienreich, gesund, regelmäßig und überhaupt in Ruhe essen. Haha!

Ab und zu hat mein Mann am Abend Termine und ist nicht da. Er arbeitet von zuhause und ist eigentlich fast immer in der Nähe, aber die Abende ohne Mann sind am schwersten.
Meist sind wir vier dann irgendwie im Wohnzimmer und spielen oder hören Musik. Ein bißchen Hausaufgaben nebenbei – Emilian macht das gut und Liam lernt, einigermaßen in Ruhe auf ihn zu warten. Er würde so gern auch Hausaufgaben machen und wir sind auf der Suche nach guten Vorschul-Lernheften für ihn.
Die beiden lieben unseren Spiele-Schrank und UNO, DiXit, Können Schweine fliegen?, Fressen Igel Schokoriegel?, Concept, Obstgarten, Drache Kokosnuss, … sind die allerliebsten. Wir haben aber auch echt tolle Spiele!
Jari schläft meist am Nachmittag. Den richtigen Zeitpunkt, das Abendessen zu machen, verpassen wir oft. Und dann wird Jari wach und ich habe nur noch eine Hand frei. Wir räumen schnell auf, die Kinder ziehen ihre Schlafsachen an und wenn es richtig gut klappt, schaffe ich es sogar, mich mit den Jungs an den Tisch zu setzen. Sie sind groß und vernünftig – aber sie haben auch ein Recht auf Ruhe und Gemütlichkeit.. Wenn es weiter gut geht, bringe ich die Jungs mit einer Geschichte und ein paar Streicheleinheiten ins Bett. Wenn nicht, stille ich im Schlafzimmer, wir reden in meinem Bett über den Tag und die Jungs gehen erstmal alleine ins Bett, oder ich stelle mich mit Jari kurz ins Kinderzimmer und wir reden und beten und kuscheln etwas schneller.

Die beiden Jungs lieben ihren kleinen Bruder aber sehr. Das hilft.
Emilian geht immer öfter mal zu Jari und erzählt ihm irgendwas.
Liam würde am liebsten selbst stillen. Er möchte Jari immer, immer halten, möchte, dass er in seinem Bett schläft und wenn er ihn ansieht, sagt er: „Oooh, er sieht grade so richtig süß aus!“
Sie sagen mir Bescheid, wenn er Milch spuckt, aber sobald die Windel aufgemacht wird, ist keiner von beiden mehr zu sehen.

Wenn Emilian aus dem Klassenraum kommt und sieht, dass ich vor der Tür stehe, reißt er seine Hände hoch, seine Augen strahlen und er ruft: „Mama!!!“
Liam bittet mich, Jari mit in die Kita zu bringen, denn „es haben immernoch nicht alle das Bibi gesehen!“

Ich finde es nicht schwer, drei Kinder zu lieben. Die Liebe reicht für alle. Herausfordernder ist es eher, jedes Kind „richtig“ zu lieben. Jeder braucht mich anders. Jeder fordert das anders. Das muss ich gerade lernen. Nicht immer braucht das lauteste Kind mich am dringendsten. Und nicht immer heißt Ruhe und Folgsamkeit, dass ich gerade nicht dringend gebraucht werde. Ihr wisst schon.

Beim dritten Kind mache ich tatsächlich manchmal das, was man allen Müttern ans Herz zu legen versucht: Ich lege mich hin und schlafe, wenn das Baby schläft.

Ich lerne mehr und mehr, den Haushalt links liegen zu lassen. Und den Garten. Dabei bin ich sehr froh (für die Kinder), dass jetzt nicht Oktober oder November ist und wir bald wieder zusammen in den Garten gehen können! Und ich bin froh (für mich), dass jetzt nicht Mai oder Juni ist und ich wieder ein bißchen fitter und freier sein werde, wenn es Zeit für den Garten ist.
Die Zeit vergeht schneller mit drei Kindern, aber die Zeit bis zum Frühling vergeht auch in diesem Jahr nicht schnell genug. Ich will es sehen und riechen und kann kaum noch warten!

Ich merke erste Verspannungen vom Stillen und Tragen und erinnere mich an wohltuende Thai-Massagen nach den anderen Babymonaten. Wenn ich mich im Vorbeigehen im Spiegel sehe, fallen mir Augenringe auf, die ich lange nicht hatte.. und komische Rundungen an komischen Stellen, die ich auch lange nicht hatte. Ich denke über Fitness und Rückbildung nach und vergesse, dass die Geburt erst zwei Wochen her ist. Vielleicht sollte sich der Frühling doch etwas Zeit lassen…

Die Windeltorte und alle Geschenketüten stehen hier auch noch rum. Aber eher, weil ich sie mir gern angucke und mich immer wieder freue, wenn ich neue Gutscheine in den Briefumschlägen finde. Heute habe ich alle Blumensträuße entfernt und werde demnächst jede Menge Frühlingsblumen ins Haus stellen.

Ich möchte Fenster putzen.
Und die Terrasse fegen.
Und Krokusse sehen.

Bis dahin werde ich stillen und wickeln und Hausaufgaben kontrollieren und um die Wette würfeln und die Heldin für meine vier Männer sein.

 

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Alltags-Schätze

Liam hat einen Freund zu Besuch, Emilian macht Hausaufgaben und ich ruhe mich auf der Couch aus und berichte von unserem Alltag. Von unserem sehr ruhigen Alltag.

Heute war ich mal einkaufen, während die Kinder in Schule und Kita waren. Ich hab ein paar schöne Geschenke gefunden, aber zwei Stunden laufen reicht mir dann auch.

Emilian beneidet seinen Bruder, der drei Tage krank zuhause bleiben konnte, aber nach den zwei Fehltagen in der letzten Woche hat er deutlich mehr Hausaufgaben und ich hoffe, er denkt nochmal darüber nach.

Wir zählen die Tage bis zu den Ferien!
Emilian lernt viel und ich bin so stolz auf ihn.
Er ist ein fröhliches, beliebtes, aufmerksames Schulkind.


Wir haben über ein mögliches Konzentrations-Problem geredet und ich habe bemängelt, dass er oft Dinge vergisst, die er eigentlich machen sollte. Er sagte, in der Schule kann er sich alles merken, was er machen soll.
Den Eindruck habe ich zwar auch, das hilft mir aber nicht zuhause. Da ist mal wieder eine Belohnungs-Liste fällig…

In Mathe fängt er schon mit ersten Rechenaufgaben an, in deutsch liest und schreibt er ganz ordentlich. Ich liebe es, seine Hefte durchzublättern, seine Schrift anzugucken und seine Sätze zu lesen.

Er  ist fleißig und kaum schusselig, Schönschrift schreibt er vielleicht nicht, aber er ist ein Junge und ich beschwere mich nicht.

Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ein Kind so schnell Lesen und Schreiben lernen kann. Er ist jetzt groß!
Er kann Einkaufszettel und Briefe schreiben und liest das Buch weiter, wenn ich zu lange Pause mache!

Liam weinte am Sonntag Abend viel, weil er Ohrenschmerzen hatte. Sowas kannten wir bei ihm noch nicht und wussten auch erst nicht, woran wir sind. Liam ist „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ in zwei Sekunden. Er kann brüllen vor Trauer oder Wut – und im nächsten Moment keine Luft bekommen, weil er so sehr lachen muss. Er kann ärgerlich Spielzeug durch die Luft schmeißen oder seinem Bruder in den Rücken beißen – oder er kann ganz allein für die komplette Familie den Tisch decken und Abendbrot vorbereiten. Er kann mit Sonnebrille auf der Nase und Gitarre in der Hand singen, dass die Wände wackeln, minutenlang eine Strophe in Endlosschleife –  oder er kann sich gelangweilt auf den Boden werfen und im Elend der Welt versinken. Er kann in Unterhose auf dem Tisch stehen und Geschichten in blühender Fantasie erzählen – oder er kann vor Schüchternheit versinken, ohne einen Pieps zu sagen.
Liam hat so viel Energie und Stimmung, das reicht für eine ganze Gruppe. Er ist kein Baby mehr – aber muss man sich das bei den jüngsten Kindern nicht auch noch sagen, wenn sie 18 sind?
Liam wird bald 5 und großer Bruder zu werden, wird ihm sehr gut tun. Er liebt das Baby jetzt schon und ich denke, das wird ihm leichter fallen, seinen Platz abzugeben. Er wird in seiner Rolle als Großer aufgehen.

Manchmal finde ich es schade, dass die Schule die beiden Jungs so „getrennt“ hat. Sie lieben und vermissen sich sehr und die Nachmittage verbringen sie zusammen, aber irgendwie ist jetzt was anders. Bei den Hausaufgaben muss Liam verschwinden, damit keiner den anderen ablenkt. Er liebt es, Emilians Stifte anzuspitzen und ist sein persönlicher „Schul-Stift-Anspitzer“. Er schreibt und übt gern mit dem großen Bruder, aber die zwei Jahre sind eben zwei Jahre.

Was auch immer das Baby an neuer Stimmung und Energie mitbringen wird – die beiden Brüder werden sich haben und sich auch brauchen.

Ja.. das Baby.
Wir sind fast mit allen Vorbereitungen fertig und das fühlt sich gut an. Auch, wenn ich noch 4 Wochen Zeit habe, kann man ja den genauen Termin nie wissen. Und falls es eben mal schnell geht, steht das Bett und der Kinderwagen und der Wickeltisch und die Babykleidung bereit.

Die Hebamme und der Arzt sind zufrieden mit allen Entwicklungen. Ich habe Zeit zum Ausruhen und schaffe aber noch viel. Dass sich die Schwangerschaft dem Ende naht, merke ich aber auch und ich bin bereit. Besonders am Abend, wenn ich immer ruhiger werde, wird das Baby aktiv und haut mit Ellenbogen und Knieen um sich. Manchmal zähle ich schon die Abstände, wenn es im Bauch zieht – und manchmal kann ich mich ins Bett legen und durchschlafen, als wäre nichts. Ich bin sehr gespannt!
Im Freundeskreis sind bereits 5 Babys in den letzten Wochen geboren. Auf eins warten wir gerade und das übernächste ist dann unseres!

Die beiden ersten Geburten gingen so schnell und waren „eigentlich okay“ – wenn man das mal mit ein paar Jahren Abstand sieht. Jetzt habe ich nicht richtig Angst, weil ich denke, dass es wahrscheinlich wieder schnell vorbei sein wird, aber Respekt habe ich doch. Das Wann und Wie und Wo ist so unsicher…

Im Moment kann ich es kaum erwarten, mich wieder ordentlich zu bücken, zu drehen, zu bewegen. Und die Freude auf das Kleine wird immer größer!

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