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papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

12 von 12 im Oktober

Wir sind gerade irgendwie zwischen den Welten.
Im Glück, weil Papa wieder da ist. Wirklich!
Ich kann ausschlafen – oder überhaupt mal schlafen! Jari wird langsam gesund. Er hat einen neuen Schlafsack, wir lassen das Fenster nachts offen und er schläft viel besser. Die Liebestanks der Kinder sind wieder gefüllt und sowas wie Leichtigkeit und Ausgeglichenheit schwebt durchs Haus. Fünfmal.

Glücklich, erfüllt, aufgewärmt und ja.. glücklich kam der Mann am Montag Abend aus Kalifornien wieder. Mit selbst-geschriebenen Schildern empfingen wir ihn am Flughafen und verbrachten einen sehr fröhlichen ersten Abend zusammen.
Besonders Jari… das kann ich gar nicht beschreiben. Er ist so glücklich. Mit seinen großen blauen Augen strahlt er den Papa an, sobald er den Raum betritt. Immernoch.

Wir kommen wieder im Alltag an, schleppen uns durch Hausaufgaben, harken Laub, kochen Babybrei, sortieren Wäsche, laufen zu Schule und Kita und Kita und Schule.. ganz normaler Alltag eben.

Gleichzeitig liegen hier Schwimmbrillen und Sandspielzeug, der Koffer des Mannes ist nur halb ausgepackt, ich schreibe fröhlich lange Listen, denn: Zum ersten Mal werden wir im Herbst verreisen. So richtig. Lange. Und weit weg.
Ich bin so aufgeregt und wir alle warten schon lange auf diesen Familienurlaub!

Aber erstmal war heute der 12. Oktober und ich habe Fotos für euch:

1. Ich bin dran mit Schulkind-in-die-Schule-bringen und sitze mit den Jungs am Frühstückstisch. (Warum Liam 6:30 Uhr auch aufgewacht ist, weiß ich nicht..)
Der Große hat sich schick angezogen, weil der Fotograf heute in der Schule ist.

 

2. Ich schiebe ihn auf dem Fahrrad zur Schule.
„Wie früher!“ schwärmt er und meint damit die 1. Klasse. Vor einem Jahr habe ich ihn täglich gebracht und bin bis zum 9. Monat Fahrrad gefahren. Seit Jaris Geburt war das heute mein drittes Mal Rad fahren und ich vermisse es.

 

3. Eine kurze Couch-Pause mit süßem Besuch.

 

4. Nach dem Frühstück, was früher für mich mal 11:00 Uhr sein konnte, mache ich mich mit den beiden Kleinen im leichten Regen auf dem Weg zum Einkaufen. Es ist kurz nach 9:00 Uhr.

 

5. Ich versuche, gut für den Urlaub zu planen. Diese Auswahl überfordert mich jedesmal!

 

6. Schon lange gehen die Jungs sehnsüchtig an der vorbei und ich habe sie lange vertröstet.. Jetzt! Bald. Ich bin gespannt. Vielleicht schaffen es ja ein paar Fotos auf den Blog?

 

7. Plötzlich scheint die Sonne!
Und das Licht zaubert wunderschöne Herbstbilder.
In welchem Alter hört man auf, Kastanien faszinierend zu finden?

  

 

8. Mein Mann versucht, ein biometrisches Foto für den Reisepass zu machen. Haha…

 

9. Morgen treffen sich wieder die MOPS-Mamas und es gibt Apfelkuchen.

 

10. Hausaufgaben.
Üben fürs Diktat.

Was er für schöne lange Finger hat!

 

11. Es gibt Brokkoli-Kartoffeln-Haferflocken-Brei.
Jari fängt langsam mit Toastbrot an… die Brei- und Flaschenzeit könnte bald ein Ende haben.
Naja.. vielleicht sollten wir warten, bis wenigstens ein Zahn da ist.

 

12. Gefühlt tue ich 10 Dinge gleichzeitig und doch nicht genug – vielleicht, weil da so ein kleiner Mensch an meinem Bein klebt?

 

Viel Spaß bei allen „12von12″ern, die es heute so gab. Eine Liste findet ihr hier!

 

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Happy Birthday, Emilian!

Vor 5 Jahren bin ich Mama geworden.
Fast alles, was mir jetzt Spaß macht, was mir durch den Kopf geht und mich bewegt, hat damit angefangen.
Die Entscheidung, Mama zu werden und die Tatsache, Mama zu sein, ist mir nie schwer gefallen und ich habe keinen Tag bereut. Das ist das Leben, das ich mir gewünscht habe!

 

Liebster Emilian!

Als du auf die Welt gekommen bist, bin ich Mama geworden und dein Papa ist Papa geworden. Du hast uns das sehr leicht gemacht, wir haben es geliebt, deine „Baby-Eltern“ zu sein und du bist etwas ganz Besonderes!

Wir finden, im letzten Jahr bist du am allermeisten gewachsen. Innen und außen. Du bist kein Baby mehr! Du bist fast ein Schulkind.. das kann gar nicht wahr sein! Du redest wie ein Oller, du möchtest ernst genommen werden, du bist der Große! Du träumst von Dingen, die du einmal machen möchtest und du misst deine Stärke mit Papa. Dein größter Wunsch ist seit Monaten, einmal mit dem Fahrrad schneller als die Autos zu sein.

Auch, wenn du eigentlich wirklich schon groß bist, brauchst du Mama und Papa unbedingt. Wir trösten dich und reden dir gut zu, wir ermutigen dich und helfen dir, einen großen Schritt zu gehen. Und wir nehmen dich gern auf den Arm, Papa wirft dich durch die Luft und ich kitzel dich ab. Wir lieben dein lautes Tobe-Lachen und dein kreischendes Kitzel-Gegacker. Wir lieben dein amüsiertes Grinsen und dein lautes Losprusten, wenn du über einen Film oder einen Witz lachen musst.

Du kannst so viel Spaß und Liebe mit deinen Augen zeigen. Du hast gelernt, wie man „cool“ aussieht – und du bist so unglaublich cool.
Wenn es dir gut geht, kannst du tanzen und singen, wie verrückt. Es ist so lustig, mit dir wilde Sau zu spielen.
Deine Augen blitzen und die Lebenslust funkelt in deinem Gesicht.

Du bist der beste große Bruder, den Liam haben kann! Du beschützt ihn sehr, du bringst ihn zum Lachen, wenn er es braucht, du nimmst ihn mit in deine Spiele und du hältst viele kleine-Bruder-Nervigkeiten aus. Weil du Liam einfach viel zu lieb hast. Ihr liebt Wasser und Sand und Stöcke und Steine und Bälle und Fahrzeuge. Ihr zwei seid unzertrennlich, aber besonders du schätzt es sehr, mal allein Zeit mit Mama oder Papa zu haben. Neuerdings schnitzt du sehr gerne und es tut dir gut, etwas zu dürfen, auf das Liam noch warten muss.

Du liebst die Gespräche mit Erwachsenen. Du liebst es, uns zuzuhören, Fragen zu stellen und nochmal alles wiederholen zu lassen. Du sitzt dann völlig reglos da, aber dein Kopf ist voll dabei. Zusammenhänge sind dir sehr wichtig und was in deinem Kopf Sinn macht, ist gut. Am liebsten würdest du mehrmals täglich „ausgedachte Geschichten“ von mir hören – aber ich bin oft so schlecht dabei. Dann möchtest du, dass ich „von früher“ erzähle, oder von Erlebnissen, die ich hatte, oder von Tieren, Menschen, Dinosauriern, Wikingern, Entdeckern, Piraten…

Wir sind fasziniert von deinem Gedächtnis! Du hörst genau zu, du merkst dir so viele Worte, Sätze und Situationen und du kannst sie scheinbar abrufen, wann immer du möchtest. Dabei lernst du so viel! Noch immer schaust du dir gern die „Mickey Maus“-Serie mit Liam an, aber langsam beginnen eure Interessen sich zu teilen. Im letzten Jahr hast du dich besonders für Dinosaurier und Piraten interessiert. Mehrmals hast du stundenlange Hörspiele angehört oder Bücher angesehen. Ich kann es kaum abwarten, wieder mit dir zur Bücherei mit deutschen Büchern zu gehen!
Du kennst den Tyrannosaurus Rex, den Triceratops, den Monoklonius und den Deunonychus, den Stegosaurus, die Ychtiosaurier und viele mehr. Wenn du anfängst, davon zu erzählen, sind wir machtlos.. und sehen uns lächelnd an.
Wehe dem, der es wagt, dich zu korrigieren.

Du siehst dir gern deine Entdecker-Bücher an und hörst zu und stellst Fragen. Ich habe das Gefühl, dass wir mit dir richtig viel lernen und es macht uns Spaß, die Welt zusammen mit einem so schlauen Sohn zu entdecken! Die Fragen, die du stellst, sind so gut und wir versuchen, dir das Leben mit unseren Worten zu erklären. Es ist besonders für uns, dich kleinen Menschen zu prägen und zu beeinflussen. Und es ist interessant zu sehen, wo du bereits deine eigene Meinung hast und auch uns hinterfragst. Gern betonst du deine Kraft und Stärke und Schlauhheit und mir gefällt dein Selbstbewusstsein. Deiner Meinung nach bist du der Stärkste der Familie und du bist in diesem Jahr so viel mutiger geworden!

Von Anfang an bist du hier in Amerika zur Kinderbetreuung gegangen, obwohl du fast nichts verstanden hast. Das ist unglaublich mutig! Wir waren und sind so stolz auf dich! Du bist ein mutiger Beobachter. Du hast viele Bibelgeschichten gehört und gelernt, du hast ganz viele englische Lieder gesungen und gelernt und du hast oft mit anderen Kindern zusammen gespielt oder gemalt. Dies eErinnerungen kannst du für immer in deinem Kopf behalten. Dabei hast du ganz genau beobachtet und angehört, was um dich herum passiert. Du bist so aufmerksam!

Wir sind so stolz darauf, dass du gelernt hast, englisch zu sprechen! Das ist etwas ganz Besonderes und wir hoffen, du kannst das behalten. Du verstehst inzwischen viele Wörter und kannst auch im Gottesdienst oder sogar im Radio ein paar Sachen verstehen. Wenn du mit anderen Kindern spielst, fallen dir immer Wege ein, zu kommunizieren. Schon immer warst du sehr sensibel – für dich und andere. Dass du dich traust, englisch zu reden, um mit anderen Kindern zusammen zu sein, finden wir so gut. Wir lieben dein Lächeln, wenn du gelernt hast, dass Mut belohnt wird und zu neuen tollen Dingen führt.

Deine größte Angst gilt noch immer den Hunden. Wir lachen sogar zusammen, weil dich dein Schreck und die Flucht vor Hunden inzwischen mehr verletzt hat, als die Hunde selbst. Und wenn du dich getraut hast, stehen zu bleiben und den Hund abzuwarten, dann freuen wir uns mit dir. Du weißt genau, wann du die richtige Entscheidung getroffen hast und du genießt unser Lob und unsere Liebe.

Du weißt ganz genau, wie du uns eine Freude machen kannst und wir sind froh über so einen großen Sohn. Du kannst uns im Haushalt oder beim Einkaufen wirklich helfen, weil du stark bist und dich an Sachen erinnerst – sogar besser als wir. Wenn ich mich müde oder gestresst fühle, redest du mir ein „ruhig und entspannt“ zu sein und ich liebe es, mit dir einkaufen zu gehen, Zeit zu haben und das Leben zu genießen.

Es tut gut, Lob und Bestätigung und Ermutigung von dir zu hören. Das kannst du gut. Du sagst uns, wenn du enttäuscht oder traurig oder ängstlich bist und wir mögen das. Mit dir können wir richtig gut über Dinge sprechen, sie dir erklären und deine Fragen beantworten. Manchmal versuchst du, deine Freude oder dein Glück in Worte auszudrücken und es ist toll, wie sehr du mit Worten spielen kannst. Von dir hat Liam viele schwere Worte gelernt. Du lernst auch, wie Worte helfen, weh tun oder erklären können. Was dir wichtig ist, möchtest du lernen und du bist sehr gut darin.

Du hast vor Kurzem angefangen, zu malen! Plötzlich hatten die Männchen Arme, Beine und ein Gesicht. Du kannst kurze Wörter lesen und du hast angefangen, schreiben zu lernen. Das machst du mit links. Immer und immer wieder siehst du Bücher oder Heftchen an, du liebst Geschichten und verrückte Worte oder Ideen schüren nur deine Phantasie. Du weißt, dass ausgedacht alles möglich ist und in deinem Kopf ist so viel Platz dafür.

Du weißt, dass Gott dich gemacht hat und du fängst an, kleine Geschenke wahrzunehmen, die er uns und dir gibt. Du betest immer wieder um Mut und du erlebst Gott. Es berührt uns im Herz, dir beim Beten zuzuhören.

Emilian, wir sind so gern mit dir zusammen! Dein Lächeln am Morgen und dein „Ich hab dich lieb!“ am Abend machen unser Herz warm und du bist uns ganz wichtig. Dein ängstliches Weinen, dein entgegengerannt-kommen und dein auf-den-Boden-stampfen gehört genauso dazu wie deine rebellische Stirnfalte und deine großen, fragenden Augen.

Du bist unser Lieblings-Emilian und wir lieben dich sehr!

 

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Gastbeitrag

Das Wochenende ohne mich – aus Sicht des Papas:

 

Während Mamas Abwesenheit…

Marit war auf Missionsreise. Ihre Mission: den Bruder bei seiner Hochzeit überraschen.

Das bedeutete gleichzeitig: 4 Tage, 2 wilde Jungs und 1 Papa.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen bedanken, die mit Spenden diese Überraschung möglich gemacht haben.

Ich gebe zu, dass ich ein bisschen gehofft hatte, es würde nicht genug Geld zusammen kommen. Aber ihr seid einfach zu freundlich. Grummel. Als Mann unterstützt man seine Frau natürlich bei waghalsigen Abenteuern und verrückten Überraschungsaktionen.

Ich war hin und her gerissen. Ob die Jungs nicht vier Tage nach Mama schreien würden? Ob ich die beiden vier Tage lang unterhalten könnte, ohne dass einer von uns davon bleibenden Schaden nehmen würde?

Aber entgegen dieser Befürchtungen kam alles ganz anders.

Um 4 Uhr Nachts brachten zwei Freunde aus der Kirche meine liebe Marit zum Flughafen, die vor Aufregung bis dahin nicht schlafen konnte.

Es war mir gestattet, für die zwei Tage vor dem Wochenende nicht ins Büro gehen zu müssen. Wie mache ich also das Beste aus der mir gegebenen Zeit mit den Jungs?

Nach einem ersten Tag mit Sushi zum Mittag (zu meiner freudigen Überraschung allseits gern gegessen) und mit Spielplatz und Pool merkte ich, dass da noch mehr geht. Ich wollte die Zeit so füllen, dass die Jungs eine spannende und besondere Zeit mit ihrem Papa erleben konnten.

Also fuhren wir am nächsten Morgen zu einem Park, in dem man mit dem Ballon fliegen kann. Die Kinder hatten so viel Spaß. Und ich erst!

Immer, wenn einer von uns etwas Tolles sah, grölte er „Zicke Zacke Zicke Zacke“ und die anderen antworteten im Chor: „Hoi Hoi Hoi“. Liam und Emilian kannten das noch vom dem WM-Endspiel, bei dem ein Chor von Männern das bei jeder möglichen Gelegenheit zum Besten gegeben hatte.

Ich war stolz auf die beiden. Zu Hause wollten sie, dass Mama von unserer Ballon-Fahrt erfährt. Einige Tage vorher hatten wir nämlich vergeblich versucht, den Park zu finden. Wir haben uns aber ständig nur verfahren und endeten auf irgendwelchen Feldern und Sackgassen.

Also durfte ich in der Mittagsruhe-Pause das Video schneiden und über Facebook an Mama senden.

Den Abend verbrachten wir wieder am Pool und auf dem Spielplatz. Das ist ein Ort, den sie inzwischen sehr gut kennen und lieben. Und ich konnte dort endlich mein Buch „Leading with a limp“ lesen und beenden, während Liam und Emilian sich körperlich verausgabten.

Zu unserem Abendritual gehört, dass die beiden einen englischen Cartoon („Curious George“) sehen dürfen. Während ich den Tisch abräumte, entdeckte George dummerweise an diesem Abend, dass gruselige Schattenbilder bei Licht gar nicht so schlimm sind… Merke: Vor dem Schlafen gehen ist es keine gute Idee, gruselige Bilder anzusehen!

Super. Ich wusste nun, dass das heute mit dem Einschlafen etwas schwieriger werden würde. Trotz den schnellen Wechsels zu einer anderen Folge, bei der George versuchte, Kühe daran zu hindern, bunte Wiesenblumen zu essen, indem er herausfindet, dass Papiermauern nicht so stabil sind, wie Holz und Stein. Wie auch immer. Es war nicht gruselig.

Im Bett kullerten dann die Tränen, denn Emilian vermisste Mama und träumte schlecht.

Wir sprachen gemeinsam über den Film. Dass viele schlechte Gedanken gar nicht sein müssen und unser Kopf uns manchmal Dinge einredet, die gar nicht da sind (wie im ersten Film). Dann erinnerten wir uns an ein Kinderlied mit einer Liedzeile: „STOP! Solche Gedanken lass ich nicht in meinen Kopf rein. Nein, nein, nein.

Wir versuchten gemeinsam, gute Gedanken zu finden, worüber Emilian sich heute gefreut hat. Klar! Der Balloon! Das Toben, das Bibellesen, das Essen, die Süßigkeiten… Nach einem Dankgebet für die schönen Dinge verließ ich das Zimmer.

Kurz darauf lachte Emilian laut und rief mir zu, dass er Mama ein Bild malen will. Sie sitzt darin auf einem Flugzeug und sagt „Huch“, während Emilian mit einem Ballon an ihr vorbeifliegt.

Ich konnte ihn überreden, mit dem Malen bis zum nächsten Morgen zu warten. Und ich versprach, später mit den Jungs im gleichen Zimmer zu schlafen. Dann war Ruhe und alle waren zufrieden.

Samstag morgens ist bei uns Pancake-Samstag. Nur Mama war nicht da. Und mit ihr das Rezept. Also gingen wir zu IHOP (International House of Pancake). Das ist einer der ungesündesten Läden Amerikas. Aber ohne Mama kann man das ja mal heimlich machen.

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Wir teilten uns zwei Bestellungen: Erdbeer-Bananen-French-Toast und ein Funny Face Pancake. Der Laden war brechend voll. Wir mussten etwa 5 Minuten auf Bänken im Vorraum warten, bis uns ein Platz zugewiesen werden konnte.

Den Kindern hat es aber sehr gefallen und geschmeckt – besonders toll fanden sie das Experimentieren mit den verschiedenen Sirup-Kannen auf unserem Tisch.

Als wir IHOP verließen, war die Warteschlange gewachsen: Die Leute standen hintereinander bis weit auf den Parkplatz. Du armes Amerika.

Wir ließen uns nicht beirren und steuerten heraus aus IHOP direkt gegenüber zu ToysR’Us. Der perfekte Ort, den Zuckerschock auszukurieren. Hier konnten Emilian und Liam Spielsachen ausprobieren. Und das taten sie auch mit voller Hingabe.

Ich bin sehr stolz, dass wir den Laden verlassen konnten, ohne etwas zu kaufen. Wie ich das angestellt habe, bleibt mein Geheimnis.

Zum Mittagessen machte ich Pommes mit Fischstäbchen und Gemüse. Emilian und Liam aßen das Gemüse und die Fischstäbchen, als gäbe es kein Morgen. Ein paar Pommes blieben übrig. Mit diesem Ergebnis konnte ich gut leben. Der ungesunde Morgen war ausgeglichen.

Nach der Mittagsruhe ging es wieder zum Spielplatz. Dort sahen wir, dass am Abend wieder eine „Movie-Night“ auf der großen Wiese angeboten wurde. Das kannten wir bereits. Ich wusste, dass es dort sehr voll wird, der Abend lang geht und der Film und nicht unbedingt die beste Wahl für Emilian und Liam sein muss.

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Die Jungs spielten, bis die Leinwand aufgebaut war und die Leute sich mit Knabberzeug eingedeckt hatten. Das gab’s dort gratis.

Für Familien mit größeren Kindern finde ich solche Nachbarschafts-Ereignisse übrigens genial! Eine Erfindung, die man ruhig nach Deutschland importieren kann. An diesem Tag wollte ich aber keinen unnötigen Stress und ich versprach den Kindern eine „Movie-Night“ bei uns zu Hause.

Mit gratis Popcorn und Zuckerwatte von der Wiese machten wir uns auf den Heimweg.

Schnell noch ein halbwegs gesundes Abendbrot. Dann die Jungs auf dem Sofa platziert, ein großes Handtuch gegen Krümel untergelegt, und Curious George in doppelter Länge eingeschaltet. Wir haben gemeinsam viel gelacht und unsere Süßigkeiten genossen.

Am nächsten Tag würde Mama wieder da sein, deshalb war das also nochmal die Chance, einen „besonderen“ Abend zu verbringen. Die Kinder durften länger aufbleiben. Irgendwann haben beide Jungs von sich aus ihre Schlafsachen gesucht und sind Zähneputzen gegangen. Ohne Aufforderung. Genial!

Am Sonntag konnten wir länger schlafen, weil wir immer zum 11 Uhr Gottesdienst gehen. Emilian ging in seine Turtle-Group und ich genoss mit Liam einen tollen Gottesdienst, in dem alle Besucher die Geschichte von den drei Männern im Feuerofen gemeinsam spielten. Die anschließende Predigt war auch sehr gut!

Dann waren wir sehr aufgeregt, weil wir Mama bald vom Flughafen abholen konnten. Immer wieder konnten wir im Internet verfolgen, wo sie gerade war.

Und Marit berichtete uns von ihren Sicherheits- und Zoll-Abenteuern mit Kurznachrichten.

Nach der Mittagspause stellte ich aber fest, dass der Wohnung eine kleine Putz-Einheit nicht schaden würden. Also räumten wir auf. Für unseren Geschmack war es schön sauber.

Emilian hatte Mama ein Willkommensgruß geschrieben und legte sein Flugzeug-Ballon-Bild bereit. Dann ging es los zum Flughafen, um Mama abzuholen.

Ein freudiges Wiedersehen war das für alle! Marit war sehr müde und hungrig. Also fuhren wir noch zu unserem Lieblings-In-N-Out-Burger Fastfood Restaurant. Der schreibt Bibelstellen auf die Verpackungen. Also muss man da ganz oft hingehen. Höhö.

Zu Hause angekommen freute sich Marit über Emilians Begrüßungsschreiben und das Bild. Sie verteilte mitgebrachte Geschenke von den Omas aus Deutschland. Alle waren froh und schliefen nach einem etwas chaotischen Abend glücklich ein.

Am nächsten Morgen stellte Marit allerdings fest, dass es ganz schön unordentlich in der Wohnung aussieht. Und ich war froh, dass wir vorher wenigstens unsere Schmerzensgrenze von Unordnung wieder unterschritten hatten.

Ich bin sehr dankbar für Erlebnisse der letzten Tage.. für all’ den Spaß mit meinen Söhnen. Ich bin so stolz auf sie! Doch nach vier Tagen hat sich die biblische Wahrheit erfüllt, dass es nicht gut ist, wenn der Mann allein ist.

Und ich bin froh, meine Marit wiederzuhaben.

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Wir werden immer größer…

In dieser Woche sind wir alle gewachsen.
Und ich bin froh, dass ich mit dem Bloggen gewartet habe, so konnte ich selbst verarbeiten und euch meine verzweifelten und hilflosen Gedanken ersparen.

Am Montag ging Emilian noch nicht in den Kindergarten, weil die Gruppe dort montags immer zum Schwimmen geht und das für den ersten Tag nicht so praktisch ist. Wir hatten also einen ruhigen Tag. Ich war mit Emilian, seiner Cousine und meiner Schwägerin in der Musikschule. Liam blieb mit der kleinen Cousine bei Oma.. das war das erste Mal und es war nicht leicht für Liam.

Am Dienstag morgen kam eine Freundin, um auf Liam aufzupassen und ich stiefelte stolz und bewegt mit Emilian zum Kindergarten. Er hat drei tolle Erzieherinnen, es gibt viel Spielzeug, viel Platz, viele Kinder und ich habe ein gutes Gefühl. Wir werden an jedem Morgen lieb begrüßt und Emilian wird gut versorgt, beobachtet, eingeschätzt und toll gefunden. An den ersten zwei Tagen war er eher vorsichtig und ruhig, aber das war völlig okay. Manchmal antwortete er gar nicht auf Fragen und manchmal sagte er einfach: „Ich will das nicht sagen.“ Aber er fing gleich mit Spielen an, er suchte seine Fotos an Garderobe und Zahnbürstenfach und nahm ganz vorsichtig Kontakt auf. Der Garten ist ihm noch ein bißchen groß und da sind auch so viele Kinder, die er nicht kennt.. aber er liebt die Johannisbeer-Sträucher, die er schon vom ersten Besuch im Juli kennt. An den ersten drei Tagen waren wir jeweils nur 1 1/2 Stunden da und das war gut zu schaffen. Gestern war seine Gruppe in der Turnhalle und er hat es so genossen, zu hüpfen, zu klettern, zu flitzen und zu toben. Überhaupt ist alles erstmal neu und spannend: So viel Spielzeug, das benutzt werden darf, so viel Platz, so viele tolle Geräte, Fahrzeuge…

Ich bin dort „einfach da“ und versuche, die Zeit nicht als „herumsitzen“ anzusehen, sondern als Vertrauens-Geschenk an meinen Sohn. Mein Herz macht große Sprünge, wenn ich Emilian im Kindergarten lachen sehe, wenn ich merke, dass er sich von den Erzieherinnen verstanden fühlt und wenn er von anderen Kindern angelächelt wird. Auch ich verstehe mich gut mit den Kindern dort und ab und zu wusste ich nicht mehr, ob ich Erzieherin oder Mama war. Alles kam mir so bekannt vor.
Natürlich wird mein Herz auch schwer, wenn ich sehe, dass Emilian andere Kinder und ihr Verhalten nicht versteht und sich dann zurückzieht oder weint. Oder so einige Sätze einer Erzieherin finde ich gar nicht toll:

„Wer hat denn hier von euch die Windel voll? Komm mal her, du stinkst!“
„Warum weinst du denn? Du bist doch schon groß!“
„Nein, zum Halloween-Fest kommst du nicht als Prinzessin, da musst du hässlich und gruselig sein!“

Hallo??
Sie sagte das nicht zu Emilian, aber auch er wird eines Tages komische Sachen zu hören bekommen. Und ich hoffe, dass er dann entweder gerade nicht zuhört oder gut damit umgehen kann. Und ich hoffe, dass ich dann damit umgehen kann!

 

Heute kamen wir zum ersten Mal zum Frühstück und blieben bis zum Mittag. Zwischendurch war ich sogar für eine Stunde weg – alles lief wunderbar. Als ich dann mit Liam wiederkam, ging ich erst hinter das Haus, um in den Garten zu sehen. Und da saß Emilian allein im Sandkasten und rief fröhlich: „Hallo!“
Das Essen war neu, aber es herrscht eine sehr angenehme, familiäre Stimmung und Emilian hat gut mitgemacht. Er bekam seinen Platz am Tisch, er goß sich selbst das Wasser ein. Er schmierte sich allein ein Wurstbrot und aß es auf. Ich bin fast geplatzt vor Stolz! Er räumte sein Brettchen + Messer weg, stellte seinen Stuhl an den Tisch und wusch seine Hände. Nach dem Mittag putzte er seine Zähne! Ich bin so stolz auf meinen großen Sohn!

Natürlich sind die ersten Tage oder Wochen erstmal besonders und wer weiß, wie der Alltag wird? Wer weiß, ob er mich in der nächsten Woche gehen lässt und wer weiß, wie sein Kindergarten-Leben wird? Aber ich denke, die erste Woche war toll für ihn. Er wird „seine“ Räume kennenlernen, er wird mehr und mehr mit den Kindern spielen (damit hat er heute schon begonnen), er wird die Zeiten kennenlernen und er wird bestimmt bald ein richtiges Kindergarten-Kind sein!

Ich bin froh, dass ich mit dem Kindergarten gewartet habe, bis Emilian 3 ist. Er versteht, was Kindergarten bedeutet und ich mache mir keine Sorgen, dass er sich abgeschoben oder weggeschickt fühlt. Habe ich aber.

Über Liam habe ich mir in dieser Woche viel größere Sorgen gemacht!
Ich habe mit keinem einzigen Gedanken daran gedacht, dass die Woche für ihn schwierig sein könnte. Aber am Montag, Dienstag und Mittwoch haben drei verschiedene Personen auf ihn aufgepasst und das war schwer für ihn, zu verstehen. Er sah mich jeden Morgen mit Emilian gehen… und wenn ich dann wieder da war, ließ er mich nicht mehr los – oder saß dann laut weinend zu meinen Füßen. Dass das immer genau die Mittagszeit war, in der wir alle Hunger, keine Zeit und Erschöpfungszustände hatten, machte es nicht besser! Dazu kam, dass er begonnen hatte, frei zu laufen. (Möglichst, wenn keiner zusah und er ganz heimlich durch die Zimmer staksen konnte.) Dieses Wachsen machte ihm zu schaffen. Und drittens vermisste er seinen geliebten Papa, der wieder zur Arbeit ging.

Weil ich mit Emilian und der Eingewöhnung beschäftigt war und „einfach so“ Babysitter für Liam bestellt habe, habe ich wenig darüber nachgedacht, dass es Liam vielleicht verunsichern würde, wenn Papa und Mama irgendwie weg sind. Es hat ihn verunsichert. Kurz hatte ich Angst, dass wir ihn irgendwie überfordert und „verloren“ haben…

 

Aber jetzt ist alles gut.
Liam liebt mich und ich nehme mir bewusst Zeiten zum Quatsch machen, Lachen und Kuscheln.
Emilian geht gern zum Kindergarten.
Gestern sagte er auf dem Weg dorthin: „Ich freu mich auf jeden Fall!“
Mir geht es gut, weil ich Emilian  beruhigt in seiner Gruppe lassen kann. Und in den nächsten Tagen werde ich viel Zeit mit Liam haben!

Und es gibt bald tolle neue Kindersprüche für euch!

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