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Alltag ohne Papa – Tag 11 von 15

Wir leben. Und es geht uns gut.
Es könnte noch viel schlimmer sein. Und es läuft okay, an den meisten Tagen.
Aber es reicht langsam. Meine Kraft, meine Geduld, mein Schlafmangel, meine Stimme – wir sind fast am Ende.

Es gibt Tage, da putze ich mir abends die Zähne und frage mich, wann und was ich tagsüber eigentlich gegessen habe.

Es gibt Tage, da mache ich mir morgens einen Tee – und abends fällt er mir wieder ein.

Es gibt Tage, an denen ich mich am Vormittag mit Jari hinlege und schlafe, wenn die Großen aus dem Haus sind.

Es gibt Tage, da falle ich abends auf die Couch, obwohl die Küche noch nicht aufgeräumt ist. Das mache ich nie! Und wenn Jari dann eingeschlafen ist, ist es manchmal erst nach 22:00 Uhr, bis ich es wieder in die Küche schaffe.

Es gibt Tage, da habe selbst ich keine Lust mehr, mit jemand zu reden.

Es gibt Tage, da könnte ich im Stehen einschlafen.

Es bleibt so viel liegen.
Blogger-Aufträge, interessante Info-Post für eine evtl. berufliche Weiterbildung für mich, Bücher, Blätter im Garten, Herbst-Deko (Wer macht denn sowas? Nach unseren Herbstferien am Meer werde ich mich hier fröhlich in die Weihnachtsvorbereitung stürzen!)

Wir vergessen manchmal Dinge, ich verwechsele manchmal Termine, wir verschlafen manchmal, wir essen manchmal Tiefkühl-Pizza (meist aber doch Backgemüse von Frau Frische Brise!) und manchmal streiten wir oder schreien uns an.
Aber nur manchmal.

Ich schaffe meinen Sport!
Die Kinder sind glücklich und sauber.
Drei von uns kommen pünktlich ins Bett.
Das Haus ist sauber – und nicht nur weil Jari inzwischen die Krümel von Boden aufsammelt.

Wir waren am Wochenende zusammen mit über 100 Personen meiner Familie in Thüringen. Alle Nachkommen von meines Vaters Großeltern. Vier Generationen. Ganz viele Kinder. Ganz tolle Familien. Alle paar Jahre schaffen wir das und es ist etwas ganz Besonderes.
(Auch besonders ist, dass Emilian gleich zwei Zähne an einem Tag verloren hat. Wir hoffen, die Lücke ist noch da, wenn Papa wiederkommt!)

Zusammen mit unserem Papa wäre es natürlich viel schöner gewesen, aber wir haben das auch so ganz gut geschafft. Das Packen vorher und die Wäsche hinterher hat viel Zeit und Kraft gekostet, aber es hat sich gelohnt.

Großer Junge!
Das soll mein Baby sein???

Jetzt trotzen wir den Herbststürmen und warten auf Papa. Er tut mir ja jetzt schon leid, wenn er aus kalifornischen 35 Grad kommt und hier in Berlin aus dem Flugzeug steigen muss.
Ab und zu haben wir geskypt und was er erzählt, hört sich sehr gut an. Er genießt das Essen und die Gegend (in Las Vegas war er nicht), er trifft viele alte Freunde von damals – und nicht nur dafür hat sich auch seine Reise gelohnt. Ich bin gespannt, was auf uns zukommt!

Ich merke, dass die Jungs kaum noch Skypen möchten. Liam ist manchmal wild und manchmal weinerlich, er vermisst Papa sehr!
Gerade hat er einen Freund zu Besuch, ich höre seit Stunden nur geschäftiges Trappeln und Gesprächsfetzen.

Gestern waren wir um 13:20 Uhr bestimmt berlinweit die ersten, die ein Schulkind 2018 angemeldet haben!
Ich war gerade mit allen Kindern in der Schule und Emilian hat die Sekretärin gefragt, ob wir schon 10 Minuten früher reinkommen dürfen. Sie erlaubte es und so wartete Emilian mit dem Kinderwagen und Jari unten an den Treppen und ich ging – etwas weniger aufgeregt als vor zwei Jahren, aber doch stolz und feierlich – Hand in Hand mit Liam ins Schulbüro, um ihn anzumelden.
Er freut sich schon sehr auf die Schule!

Jari ist gerade eingeschlafen.
Ich werde jetzt ein paar Knöpfe auf der Kaffeemaschine drücken und versuchen, den Kaffee zu trinken, wenn er noch heiß ist!

Eine Unterhaltung mit Emilian von gestern habe ich noch:

Er seufzt:
„Mama, wir haben heute ein Diktat geschrieben und ich glaube, ich habe einen Fehler…“

„Welchen denn?“

„Na, ich wusste nicht, wie man das kleine k schreibt. Ich wusste nicht, wohin die beiden kleinen Striche zeigen müssen.“

„Und wie hast du es dann geschrieben?“

„Erst hatte ich es richtig, dann war ich aber unsicher und hab es wegradiert. Und ich glaube, jetzt ist es falsch.. Die beiden kleinen Striche zeigen jetzt nach rechts.“

„Aber dann ist es ja richtig!! Wohoo, dann hast du keine Fehler beim Diktat!!! Wie hieß denn das Wort überhaupt?“

„Fleißig…“

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Wenn Papa unterwegs ist, …

… er ist nämlich gerade für vier Tage beruflich in Süddeutschland, hat das für uns ein paar Vorteile und ein paar Nachteile.

… bin ich plötzlich allein für fast alles zuständig.

… ist es ein bißchen wichtiger als sonst, die Termine rund ums Büro und den Kindergarten gut zu planen.

… liegt es an mir, die Kinder gut gelaunt in den Kindergarten zu bringen und pünktlich im Büro anzufangen. Manchmal ist das fast unmöglich – umso mehr freut es mich, wenn es klappt.

… kann er manchmal per Skype für ein paar Minuten die Jungs bespaßen, damit ich eine kurze Pause habe. Diesmal reicht das Internet kaum für ein paar Nachrichten zwischen uns – erst Recht nicht für ein Telefonat per Skype. Die Jungs sind aber auch schon größer und können sich gut allein beschäftigen.

… und der Kindergarten an einem Tag geschlossen hat, an dem ich auch ins Büro muss, bin ich sehr froh, dass Oma und Opa gern einspringen.

… und das Auto mitgenommen hat, dann fahren wir eben mit der Bahn durch Berlin, um Oma und Opa auf halber Strecke zu treffen und genauso hole ich die Kinder am nächsten Tag wieder ab.

… heißt das, dass die Abende nur mir gehören. Wenn die Kinder nun aber auch eine Nacht bei Oma und Opa schlafen, dann nutze ich das aus! Am Dienstag Abend war ich mit drei Freundinnen im Kino. Auf dem Weg nachhause bin ich bei einer von ihnen noch für ein Glas Wein eingekehrt. Weit nach Mitternacht fiel ich ins Bett – und ein paar Stunden später wieder ins Büro. Das ist es mir wert!

… kann ich nach der Arbeit einfach mal nicht nachhause kommen, sondern eine Freundin besuchen. Auch ihre Kinder waren bei Oma und Opa und wir saßen 4 (vier!) Stunden zum Quatschen auf der Couch. Einfach mal so. Weil Mamas das brauchen.

… liegt der Abwasch länger als sonst rum und der Wäscheständer steht im Weg, aber ich schaffe auch mal eine Folge meiner Serie und lese ein paar Seiten im Buch weiter.

… bin ich mehr als sonst aufs Wetter angewiesen, weil ich nur das Fahrrad habe. In den letzten Tagen war es fast unmöglich, trocken von A nach B zu kommen. Als ich nach dem Frühstück bei einer Freundin ins Büro musste, lieh sie mir ihre Regenhose. Ich weiß nicht, ob ich jemals vorher eine anhatte, aber meine Jeans blieb trocken.

… wächst meine Hochachtung vor alleinerziehenden Elternteilen, die weder Oma/Opa noch Freunde oder nette Nachbarn in der Nähe haben.

… bin ich dankbar für jeden Kaffee, für jede ruhige Minute. Dankbar, dass die Kita nicht anruft und Krankheiten meldet. Dankbar für tolle, verständnisvolle Erzieher. Dankbar, dass gute Freunde in der Nähe und erreichbar sind. Dankbar für Familie. Dankbar, dass meine Jungs bei Oma und Opa immer willkommen sind.

… genieße ich die Zeiten mit den Kindern. Denn wenn ich alles bin, was sie brauchen, dann bin ich alles, was sie brauchen.

… dann zählen wir die Tage, bis Papa wiederkommt. Wir freuen uns auf einen ruhigen und hoffentlich sonnigen und warmen Samstag!

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Um zu Überleben…

Erstens: Ich habe ordentlichen Muskelkater.
Zweitens: Ich habe Tag 4 ohne Mann und Papa überlebt. 14 kommen noch.

Heute war der erste Tag, an dem es echt gut ging.
Die Kinder vermissen ihren Papa und suchen das irgendwie… bei mir! Ich vermisse meinen Mann. Gestern war Liam bis nach halb zwölf wach und wollte nicht einschlafen. Am Nachmittag hatten Emilian und ich Streit beim Aufräumen, was mit Tränen auf beiden Seiten endete. Ich mach das überhaupt nicht gern, vor den Kindern weinen und so. Ich zeige meine Schwäche nicht. Aber danach sind die Kinder sanft wie Lämmer. Es ist schön, nach einem Streit zusammen zu lachen. Die Kindersprüche purzeln. Mehr dazu demnächst bei „Szenen“ und „Kindersprüche“!

 

Auf der Seite www.playtivities.com habe ich einen passenden Artikel gefunden, den ich für euch übersetzt habe.

 

10 Dinge für die tägliche Routine

Es ist kein Geheimnis, dass Eltern sein anstregend ist. Es lohnt sich, aber gleichzeitig ist es viel Arbeit, Geduld, Hingabe (und viele anderen Dinge, von denen du nicht wusstest, dass du sie hast, als du noch keine Mama warst).

Ich bin keine perfekte Mutter, aber jeden Tag versuche ich, mein Leben leicht zu machen, das Leben meiner Kinder interessant und lustig zu machen, ohne dass ich dabei zu müde und ausgebrannt werde. Um das zu tun, muss ich ein bißchen besser auf mich selbst aufpassen.

Ehrlich gesagt, es hat eine Weile gebraucht, bis ich das verstanden und damit angefangen habe.

Eisbecher

Im letzten Jahr war einer meiner Vorsätze, meinen Tag besser, routinierter zu beginnen und bis jetzt war das revolutionär für mein Leben und meine Fröhlichkeit. Also habe ich weiter daran gearbeitet, meine tägliche Routine zu perfektionieren, bei der es meist um mich ging. Ja, das hört sich egoistisch an, aber vertraut mir: Es ist vorteilhaft für die ganze Familie.

Ich habe 10 Dinge ausgewählt, die mich glücklich machen und ich habe angefangen, sie jeden Tag zu machen. Es sind keine großen Dinge, wie zum Friseur gehen oder einen Mädelsabend zu machen. Es sind wirklich kleine Sachen, die du machen kannst, um deinen Tag einfacher zu machen und dich glücklicher zu fühlen.

Ich mache das jetzt seit fast 3 Monaten und ich kann nicht glauben, wie sehr mir das geholfen hat, ruhiger, geduldiger und positiver zu sein!

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Tägliche Routine für Mamas

1. Tanzen. Ich meine, wie verrückt zu deiner Lieblingsmusik tanzen. Ich weiß, dass sich das verrückt anhört und Mütter sind nicht verrückt (oder?). Wie auch immer: Tanze und bewege dich, wie du willst. Mach es zu deiner Routine, während du im Haus Zeug vom Boden aufsammelst, während du kochst oder sogar während du die Hausuafgaben/Windeln deiner Kinder checkst.

Ich mache jeden Morgen ein „Abtanzen“ mit meiner Tochter zusammen. Das ist das, die sie am liebsten mit mir zusammen macht. 20 Minuten

2. In Verbindung bleiben. Schicke deinem Mann/Partner eine romantische Email oder SMS. Es muss nicht sehr ausgefallen sein. Ein einfaches „Danke, dass du für mich da bist!“ kann viel bedeuten. 2 Minuten.

3. Quatsche mit einer Freundin, die dich versteht. 10 Minuten.

4. Gib deinen Kindern mindestens 12 Umarmungen oder Küsse (oder beides). Egal, wie blöd der Tag ist. Sekunden.

5. Meditiere, bete oder atme einfach tief ein und sei nur mit dir selbst – auch, wenn es nur 3 Minuten am Tag sind. Kein Telefon, kein TV, keine Kinder. 5 Minuten.

6. Sieh in den Spiegel und gib dir ein Kompliment. Finde was Schönes an dir, auch wenn du Jogginghosen und ein fleckiges Shirt trägst. 1 Minute.

7. Tu dir was Gutes, mindestens einmal am Tag, und verwöhne dich. Ob es jetzt ein Schaumbad oder einfach nur ein Kaffe mit Milchschaum in deiner Lieblingstasse ist. Es wird einen Unterschied machen.

Ich mache das normalerweise, wenn die Kinder im Bett sind, als eine Belohnung für mich für einen guten Tag. 30 Minuten.

8. Ruf deine Mama an. Punkt. Wenn du eine Mutter bist, verstehst du, warum. 10 Minuten.

9. Such dir was Schönes, das du tagsüber angucken kannst. Ich persönlich liebe Blumen. Besonders die, die blühen. Ich versuche, in jedem Raum welche zu haben. Auch im Bad habe ich zumindest grüne Pflanzen. Immer, wenn ich daran vorbei gehe, lächle ich innerlich, wenn auch nur für einen Moment. Sekunden.

10. Hilf jemandem. Du weißt das, aber ich sag’s dir nochmal: Gut sein macht DICH glücklich. Jemandem zu helfen hilft in Wahrheit dir. Nutze also die Möglichkeit, den Tag von irgendeiner Person heller zu machen. Ob du für jemand das Getränk im Coffeeshop bezahlst oder „Hey!“ zu einem Fremden sagst. Es macht wirklich einen Unterschied. Sekunden.

 

Coffee

Wenn du das jetzt liest, deinen Kopf schüttelst und denkst, dass du niemals fähig sein wirst, auch nur eine dieser Sachen zu tun, weil du natürlich zu beschäftigt bist – dann überdenke und bewerte deine tägliche Routine neu. Denke darüber nach, was du sein lassen kannst, ohne jemandem weh zu tun. Musst du echt jeden Tag Staub saugen? Hast du deinen Mittags-Plan unter Kontrolle, um dadurch Zeit zu sparen?

Finde Möglichkeiten, hier und da eine Minute zu klauen, um mit den paar Minuten deine EIGENE Routine zu erschaffen.

 

Birute Efe, playtivities.com

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