mamasbusiness

papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Sommerverlängerung

Ich wollte euch ein Lebenszeichen von uns schicken. Ein ganz kleines.

Mehr Berichte über unsere Reise, den Urlaubsort und unsere Familie gibt es dann später, von zuhause. Und mal zwischendurch auf  Facebook und Instagram unter mamasbusiness.

Wir sind gesund und munter angekommen und es geht uns gut hier. So gut! Viel besser als erwartet. In jeder Hinsicht.

Wir sitzen unter Palmen und essen frische warme Croissants.
Wir spazieren in Flipflops unter Olivenbäumen.
Wir springen in die warmen Wellen des Mittelmeers und schnappen uns die schönsten Muscheln.
Wir beobachten Fische und Quallen und machen Fotos von ihnen.
Wir machen Siesta auf der Dachterrasse unseres Apartments, die so groß ist, dass die Jungs dort sogar Fußball spielen können.
Von unserem Glashaus (Schlafzimmer) könnten wir alle Wände öffnen und unter Sternen schlafen. Aber das machen wir nicht, weil es nachts doch kühl wird.
Wir lesen unsere Reisebücher, wir schlafen oder liegen in der Sonne.
Wir lernen ein paar Worte in französisch.
Wir staunen über die Berge und das Meer.

Wir sind erst drei Tage hier.
Wir haben uns alle in diese Insel verliebt und haben die nächsten Jahre Herbstferien schon für Korsika reserviert. Fast.

Ich kann gar nicht mit Worten sagen, wie sehr es mir hier gefällt! Ich weiß nicht, ob ich den Sonnenaufgang am Meer oder den Sonnenuntergang über den Bergen mehr liebe. Ich LIEBE das Wetter hier, das überrascht sicher nicht. Das ist mein Wetter. Vor allem Ende Oktober.

Korsika ist das neue Kalifornien.
Korsika ist die Entschädigung für unser Kalifornien, das leider zu weit weg und leider zu teuer für uns ist. Jedenfalls in diesem Jahr.
Die Landschaft, die Supermärkte und das Wetter erinnern uns sehr an Kalifornien und es tut so gut.

Einzig die Sprache ist ein Problem, denn niemand von uns spricht mehr als ein paar Worte französisch. Und bekanntlich ist ja englisch nicht die Lieblings-Zweitsprache der Franzosen.

Das stellten wir heute wieder fest, als wir mit Jari kurz ins Krankenhaus mussten. Seine Erkältung wurde trotz Wärme und Meeresluft nicht besser, sondern schlimmer. Viel Husten, viel Schnupfen, viel Gequengel und ein bißchen Fieber haben uns beunruhigt. Er ist hier noch nicht ganz der Jari, der er zuhause ist. Aber das kann an der fremden Umgebung liegen. Oder an der Erkältung. Oder am Wetter. Oder an der Fahrt, die keine feste Schlaf- und Essenszeiten für ihn hatten. Oder an den kommenden Zähnen.

Es ist jedenfalls nichts ernstes, sagt der Arzt. Wir haben Medikamente bekommen und merken, dass es ihm langsam besser geht.
Wir kennen das von unseren großen Kindern schon. Den Husten, der sich oft schlimmer anhört, als er ist und auch das Fiebern in fremder Umgebung.

Es ist wirklich wirklich so schön hier, es gibt kaum Wolken – und Regen schon gar nicht. Am ersten Tag war es mal windig. So stark, dass Liam kaum laufen konnte. Aber jetzt ist es wieder warm und vor uns liegen noch viele schöne Tage auf „der Insel der Schönheit“.

 

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Es gibt Neuigkeiten

Jetzt endlich geht hier was los.
Ich hatte VIEL Zeit, wie kaum zuvor als Mama und vielleicht werde ich nie wieder so viel freie Zeit haben… Ich habe es genossen. Ich habe mit den Kindern ausgeschlafen, wir waren am Meer, am Pool, auf Spielplätzen, haben Buchstaben gelernt, haben versucht, in fremder Wohnung mit wenig Spielzeug klarzukommen. Ab und zu sind wir uns auf die Nerven gegangen, aber ich haben die Zeiten mit und für meine Familie genossen. Ich bin mir sicher, dass es die Kinder vorbereitet und perfekt eingewöhnt hat.

Emilian lernt gut englisch. Er hat einen unglaublichen amerikanischen Akzent und staucht uns zusammen, wenn wir ein Wort falsch aussprechen. Er fängt ganz zart und langsam an, auf Fragen von Fremden zu antworten. Ich kann nicht beschreiben, wie stolz ich bin. – Vor ein paar Tagen ist mir aufgefallen, dass ich so alt war, wie Emilian jetzt, als die Mauer in Berlin gefallen ist. Emilian ist Ende März geboren, ich Anfang April. An den Mauerfall oder gar an die Jahre davor kann ich mich nicht erinnern. Nicht! Ich kann mir nicht vorstellen, dass Emilian von all‘ den Erlebnissen, die ich seit 4 1/2 Jahren mit ihm erlebe, später nichts mehr weiß! Dass er sich nicht an Amerika erinnert… Wahrscheinlich wird es aber so sein. (Es sei denn, er liest meinen Blog…) Wenn er auch alles vergessen sollte, hoffe ich, dass ihm die englische Sprache bleibt!
Er ist jetzt 4 1/2, Liam ist 2 1/2 und ein paar Tage. Unglaublich, wie groß meine Babys sind!

Liam lernt gut deutsch. Das ist genau so unglaublich für uns. Er hat über 2 Jahre nicht viel gesagt, also ist jedes Wort irgendwie neu und komisch. Wenn plötzlich ein „Nucki, oo bist uu?“ aus dem Kinderzimmer kommt, muss man schon mal nachsehen, um sicher zu sein, dass das wirklich nicht Emilian gesagt hat. Er lernt viele neue Wörter, bildet Sätze und ist jedesmal sooo stolz, wenn wir uns wundern und ihn loben. Seit seinen ersten Sekunden auf dieser Welt ziegt er so viel mehr Emotionen als Emilian. Nicht alle davon machen uns Freude, aber die Tatsache, dass er der Zweitgeborene ist, macht vieles leichter. Manchmal kann ich nicht glauben, dass tatsächlich 2 Jahre zwischen ihnen liegen. Liam macht Mittagsschlaf, Emilian nicht. Ein paar Spielzeuge oder Spiele sind extra für Emilian, aber sehr viel getrennt wird sonst nicht. Sie tauschen ab und zu sogar ihre Klamotten. Wenn Emilian sich den Finger einklemmt, pustet Liam. Wenn Emilian vom Einkaufen wiederkommt, tapst Liam ihm entgegen, streckt seine Nase an Emilians Nase und sagt: „Naaa?“. Wenn der Nuckel verschwunden ist, sucht Emilian, bis er ihn hat. Er ist es auch, der den Nuckel heimlich klaut, weil Liam ihn nur noch zum Schlafen bekommt. Ich liebe das. Deswegen wollte ich zwei Söhne bekommen.

 

Zurück zu den Neugkeiten:
Als ich ankam, sagte meine Freundin hier: „Warte nur ab bis September, dann wird deine Langeweile vorbei sein.“ Und mir scheint, sie hatte Recht.

Schon vor unserer Zeit hier war klar, dass wir uns für „rooted“ anmelden würden. Ich verlinke euch die Erklärung dazu mal hier. In unserer Kirche in Berlin fing der Kurs „rooted“ an, kurz bevor wir gingen. Mit unserer Lifegroup machten wir diese Erfahrung, aber die letzten Termine verpassten wir. Wie auch die amerikanische Kirche haben wir in Berlin den Kurs aus Kenia übersetzt. (Bevor es verwirrender wird, höre ich auf.) Weil eben „rooted“ so neu und so spannend und so vielversprechend ist, meldeten wir beide uns hier dafür an. Ich werde am Donnerstag vormittag in einer Gruppe mit anderen Frauen sein, mein Mann wird am Dienstag vormittag in einer Männer-Gruppe sein.

Am vergangenen Mittwoch war die Startveranstaltung. Meine Schwester (die inzwischen wieder in Deutschland gelandet ist) brachte die Kinder ins Bett. Mit vielen anderen Teilnehmern holten wir uns unser Buch ab, es gab Kaffee und Cookies und wir setzten uns.

rooted

Man sagt, dass es bis vor kurzem ca. 200 Anmeldungen gab. Am letzten Sonntag aber hatte der Pastor nochmal in deutlichsten Worten dazu ermutigt, nahezu gedrängt, an „rooted“ teilzunehmen. Und mit uns saßen dann 800 Menschen in diesem Raum! Ein Pastor begrüßte uns und erzählte ein paar Worte über „rooted“. Was wir in der Zeit lernen, wie „rooted“ nach Amerika kam, wie der erste Test-Durchlauf bei den Mitarbeitern ankam, dass es Hausaufgaben geben wird, dass er uns wünscht, dass wir uns auf all‘ das Neue und Komische einfach mal einlassen… Dann gingen wir in unsere Gruppen. Zu meiner Gruppe gehören 14 Frauen. Verheiratet und nicht, jung und alt, Kinder und nicht, schon mit Gott und noch nicht. Amerikaner und nicht. Mit Botox vollgespritzt und nicht. Wir haben uns einander vorgestellt, ein Kennlern-Spiel gespielt, Kontaktdaten ausgetauscht, Termine vereinbart und geklärt, wer wann ein kleines Frühstück für alle mitbringt. Die Leiterin ist eine ganz wunderbare junge Frau und ich bin sehr gespannt auf diese nächsten 10 Treffen. Einerseits denke ich: Wie soll ich das alles in englisch hinkriegen? – Dann verstehe ich aber doch mehr, als gedacht. Einerseits denke ich: Ich bin doch irgendwann wieder weg.. warum soll ich mit ihnen, warum sollen sie mit mir eine Freundschaft anfangen? – Und dann denke ich, dass es ja Internet gibt und dass man sich immer zweimal im Leben sieht. Ich bin gespannt!!

 

Der nächste neue Programmpunkt in meiner Woche heißt MOPS. In deutsch ein witziger Name, in englisch bedeutet das: „Mothers of Preschoolers“, Mütter von Kindern von 0-5. Bekannt in ganz Amerika. Meine Freundin erzählte mir von ihren MOPS-Erlebnissen und ich war sofort gefangen. Ich WILL sowas in Deutschland! In meiner Kirche!
Ich meldete mich für den wöchentlich stattfindenden Termin an und die Kinder bekamen einen Platz in der Kinderbetreuung.
Schon Tage vorher rappelte es im Email-Posteingang: „Wir freuen uns soooo, euch kennenzulernen. Bitte denkt daran, euren Kindern keine Nüsse mitzugeben, weil wir Allergiker haben. Du wirst am Tisch „Spirited“ sitzen. Und ach, wir können es kaum erwarten, euch kennenzulernen.“ (Mit dieser amerikanischen Überfreundlichkeit bin ich noch nicht ganz warm, ich nehme es ihnen erstmal ab. Meistens.) Am Morgen des Treffens bekam ich noch eine Mail, in der stand, dass alle Gegenstände der Kinder mit Namen beschriftet werden sollten. Aaaah. Rucksack, zweimal Flaschen, eine Dose Apfel, zwei Dosen Kekse.
Weil Liam hier bis jetzt nicht einmal allein in einer Kinderbetreuung geblieben war, versuchte ich, beide Jungs in eine Gruppe zu stecken. Ging aber nicht. Trotz einer Donnerstags- und einer Freitags-Gruppe gab es zu viele Anmeldungen und nicht genug Personal für die Kinderbetreuung. Emilian wurde also in seine Gruppe gebracht und freundlich willkommen geheißen. Ich bin stolz auf ihn! Ich brachte Liam in seine Gruppe für 2jährige, checkte meine Schwester als „Visitor“ (Besucher) ein und sie durfte dann bei Liam bleiben.
Ich ging eine Etage höher und spürte sofort den viel zu hohen Pegel an … Weiblichkeit. Ein Geschnatter und Gegacker. Ich mag sowas! Nur als Fremde und als Fremdsprachige musste ich damit erstmal klarkommen. Ich wurde an meinen Tisch „Spirited“ geführt. Es gab mindestens 10 Tische mit je 12 oder mehr Plätzen! Könnt ihr euch vorstellen, was da los war?
Zu jedem Tisch gehörte eine „Tisch-Leiterin“ und eine „Diskussions-Leiterin“. Und in dieser Zusammensetzung werden wir immer sitzen, wenn die MOPS sich treffen. Die Tische waren unterschiedlich, aber wunderschön dekoriert, an jedem Platz lag ein Namenskärtchen und ein kleines Geschenk.
Wir fingen an, uns vorzustellen. Name, Wohnort, wie viele Kinder. Eigentlich mag ich so ein Mama-Gequatsche nicht so, aber da nur Mütter anwesend waren, war es schon wieder bezaubernd. Mütter, Schwangere, Babys. Wir haben einfach die gleichen Freuden und Sorgen. Wir wurden herzlichst begrüßt und dann gab es ein leckeres Frühstück und heißen Kaffee! Die Kinder wurden unten versorgt. Was will eine Mama mehr???

An meinem Tisch saßen 12 oder 14 Frauen, drei davon waren nicht blond… Einige waren jünger als ich und hatten mehr Kinder, andere waren älter und hatten weniger. Mütter eben. Eine Frau kam aus Schweden und konnte endlich mal meinen Namen richtig aussprechen. Wir redeten über unsere Kinder, wie wir zu MOPS gekommen waren und wie oft wir schon teilgenommen hatten. Ein paar von uns verabredeten sich gleich zum Spielen mit den Kindern und wir planten einen Abend, an dem wir zusammen weggehen wollten. (uuuh) Dafür sollten wir in unsere Kalender gucken… Am Ende saßen alle Mamas am runden Tisch und sahen in ihre iPhones. Soweit ich sehen konnte, hatten alle ein Foto ihrer Kinder auf dem Display. So verrückt, dass es schon wieder cool ist. Wir sitzen alle im selben Boot…
Die Mitarbeiterinnen wurden vorgestellt und dann kam eine Rednerin auf die Bühne.
Das ist der Ablauf von MOPS: Ankommen, Quatschen, Frühstück. Quatschen, eine Rede zu einem Thema das Mütter interessiert, Quatschen, Kinder abholen und evtl. noch länger bleiben, um zu Quatschen. Ich liebe es!

Das Thema dieser MOPS-Treffen, die übrigens bis Dezember gehen, ist: „Be YOU bravely!“ Habe Mut, DU zu sein!
Was die Rednerin sagte, war nicht neu für mich. „Sei du. DU bist die Mama, die Gott für DEINE Kinder geschaffen hat. Du bist perfekt. Vergleich dich nicht. Richte nicht. Rechtfertige dich nicht!“ Genau das müssen Mamas und Frauen aber hören! Immer wieder. Dieser Vormittag berührte mich in jeder Hinsicht sehr, ich hatte mehrmals ein ganz kleines bißchen feuchte Augen und ich wünsche mir das auch für meine Frauen in Berlin!

Ich holte einen sehr glücklichen Emilian ab und allein die Tatsache, dass ich einen wohltuenden Vormittag hatte und dann einen glücklichen Sohn abholen kann, berührte mein Herz schon wieder. Liam war auch glücklich und zufrieden. Aber meine Schwester wird am nächsten Freitag nicht mehr da sein. Und das ist (m)ein großes Problem.

Mit einer Freundin, die die Kinderbetreuung leitet, konnte ich gut reden und eventuell kann Emilian auf Grund unser besonderen Situation mit in Liams Gruppe sein. Allerdings gehört zu Liams Gruppe eine sehr taffe Betreuerin, die mir erstmal sagte: „Die Sprache ist überhaupt kein Problem. Wir sprechen die Sprache der Liebe, das verstehen alle!“
Äh ja. Danke.
Meine Schwester erzählte, wie sehr Liam das Programm mitgemacht und genossen hatte. Jetzt bin ich sehr unsicher und werde diese Entscheidungen auch noch eine Weile vor mir herschieben. Versteht ihr das?
Bis jetzt hat Liam immer so sehr geweint, wenn wir ihn in irgendeine Betreuung gegeben haben. Und wir haben es dann jedesmal gelassen. Er kennt Kinderbetreuung nicht und er versteht kein englisch. Dennoch könnte es aber sein, dass er nach zwei schrecklichen Freitagen das Ding verstanden hat und den Spaß seines Lebens hat und wächst und vor Stolz platzt. Woher soll ich das wissen?
Ich vertraue der „Sprache der Liebe“-Erzieherin. Aber würde sie mich wirklich rufen, wenn er nicht zu weinen aufhört? Er wird mir nicht erzählen können, was er erlebt hat.

Falls wir uns entscheiden, das mit der Kinderbetreuung zu probieren, wird mein Mann ihn abgeben müssen. Denn das werde ich nicht können. Ich werde dann nicht da oben im Raum voller weiblicher, blonder Hormone sitzen können und mit anderen Frauen gackern können. Haaach.

 

Ein dritter Termin in unserer Woche wird ein 5-wöchiger Ehekurs sein, zu dem wir uns angemeldet haben.
Jetzt kommen also 10 „rooted“-Treffen, 3 Monate MOPS und 5x Ehe-Abend auf uns zu.
Entweder wird Liam danach 10 cm größer und mein kleiner BigBoy sein… oder nicht.
Ich bin sehr gespannt und werde berichten, was mein Mamaherz so durchmacht.

 

Unabhängig dieser Neuigkeiten haben wir wunderbare Wochen mit meiner Schwester erlebt. Sie kam direkt nach meiner Deutschlandreise an… wie lange das schon wieder her ist!
Wir waren zusammen in Las Vegas! Trotz langer Überlegungen und einigen Abratern von Freunden haben wir uns entschieden, nach Las Vegas zu fahren. Meine Schwester und eine Freundin aus der Gemeinde kam mit. Es war unglaublich! Wir werden bestimmt noch einmal dort sein.
Sehr früh am Morgen fuhren wir los und kamen nach 4 1/2 Stunden am Vormittag an. Las Vegas liegt in der Wüste (man sieht es sogar vom Flugzeug aus) und wir haben uns einen der heißesten Tage ausgesucht. Dennoch haben wir und auch die Kinder jede Sekunde genossen!
Weil wir nicht wussten, was uns in dem sagenumwobenden Las Vegas erwartete, suchte ich im Internet ein paar Ziele raus, die gut für Kinder und kostenlos waren. Das war perfekt. Wir fanden ein Parkhaus, in dem uns das Parken nichts kostete und liefen den Las Vegas Blvd. einmal rauf und wieder runter. Ich hatte mir Las Vegas, ehrlich gesagt, ganz anders vorgestellt. Größer, voller, verrückter, anders. Allerdings waren wir auch an einem Montag vormittag da und das erklärt vielleicht einiges. Die Stadt Las Vegas wird sicherlich groß und verrückt, da mitten in der Wüste, sein. Wir haben eben nur die paar Kilometer dieser einen Strasse geschafft. Wir haben eine Zirkusshow gesehen, Verkleidungen, Piratenboote, Wasserfälle, beeindruckende Springbrunnen, die im Takt der Musik springen, einen Flamingo-Park… ohne einen Cent dafür zu bezahlen.

Ein Beispiel der Springbrunnen am Hotel „Bellagio“
Von youtube, nicht von uns.

Wir sahen die krassesten Limousinen, die Jungs erfrischten sich an Springbrunnen, wir machten viele Fotos, aßen Eis und genossen alles. Viele Bräute, unglaubliche Reizüberflutung an Casinos und Spielgeräten – überall. Als wir gegen 20:00 Uhr wieder losfuhren, wurde deutlich, dass diese Stadt in der Nacht zu leben anfängt. Die Wärme und die Lichter machten die Stadt zu etwas total Besonderem! Wenn wir noch einmal dort hinfahren, werden wir versuchen, den Abend dort mehr zu erleben.

Wasserfall

Eiffelturm

Hotel Las Vegas

Abendlicht

Liberty

An einem anderen Tag waren wir, zum zweiten Mal mit meiner Schwester, am Strand von Laguna Beach. Weil ich am Tag zuvor mehrere Warnungen über Flutwellen per Handy erhalten habe, setzten wir uns diesmal an einen größeren, breiteren Strand. Bei unserem letzten Besuch wurden die Wellen eher zu Ebbe, diesmal kamen sie immer näher. Wir konnten kaum weit ins Wasser gehen, weil der Sog einer Welle, sowohl aus dem Meer hinaus, als auch wieder rein, nicht abzuschätzen ist. Der Lifeguard war an dem Tag gut beschäftigt. Die Kinder berührten das Wasser an diesem Tag kaum und buddelten im Sand, hörten „Benjamin Blümchen“ Geschichten vom iPhone. Obwohl wir mehrmals unsere Sachen wieder zusammenpackten und weg vom Strand zogen, schafften wir es nicht, trocken zu bleiben. Meine Schwester und ich standen im Wasser und wir ließen uns zum letzten Mal von den Wellen umspülen. Als wir uns umdrehten, um nach den Kindern zu sehen, sahen wir, dass die letzte Welle noch immer und weiter auf den Strand zurollte. Wir quietschten und rannten los – aber wir schafften es nicht mehr. Taschen, Kinderwagen und Handtücher waren klitschnass, sandig und salzig. Einzig Benjamin Blümchen ist es zu verdanken, dass Emilian mein iPhone in der Hand hielt. Es wäre sonst weggespült worden. Wir fanden alle Schuhe und bestimmt auch alle Spielzeuge und packten dann schnell unsere Sachen zusammen. Verschwitzt, salzig, sandig und noch nass zogen wir mit den beiden Kindern, einem Sonnenschirm, einer Kühlbox, einem Schwimmbrett, Buddelsachen und 3 Taschen wieder zum Auto. (Frauenpower!)

Der Weg zum Parkhaus führt an einer wunderschönen Hotelanlage vorbei. Meistens sitzen dort Menschen auf ihren Balkonen und genießen den Meerblick. Auf der Wiese stehen meist gedeckte Tische und fleißige Bedienstete (in schwarzen Anzügen, die Armen) bereiten alles für eine Feier vor. Auch, als wir diesmal dort vorbei liefen, wurde irgendein Fest vorbereitet. Wir sahen ein paar Personen auf Stühlen in einer Reihe sitzen – scheinbar warteten sie auf eine Trauung. Weil der Bräutigam schon da stand, entschieden wir uns, wenigstens auf den Einzug der Braut zu warten. Wir versteckten uns hinter einer großen Pflanze, denn hochzeitlich sahen wir nicht gerade aus. (Ich trug nichtmal eine Hose, weil ich noch nass war) Emilian hätte sich am liebsten neben den Bräutigam gestellt, um auf die Braut zu warten, aber wir pfiffen ihn zurück. Nachdem die Trauzeugen feierlich zu ihren Plätze geschritten waren, kam die Braut. Es war sehr windig und ihr Schleier wirbelte ihr um den Kopf.
Wir sahen noch ein paar Minuten zu und gingen dann zum Auto. Ich bin irgendwie froh, dass auf meiner Hochzeit keine fremden Gäste im Bikini vorbeikamen…

Laguna Beach

Wir saßen neben dem weißen Turm des Rettungsschwimmers.
Und genau bis dahin kam die letzte Welle.

Strand

Das unbeliebte Level 2 von Shred habe ich zusammen mit meiner Schwester erfolgreich beendet. Schon 2 Tage habe ich Level 3 gemacht und ich bin fasziniert, wie viel schneller die 20 Minuten vorbei sind, wenn mir die Übungen gefallen!

Wir haben jetzt noch ungefähr 10 Tage für uns und dann rücken die nächsten lieben Freunde aus Deutschland an!

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12 von 12 im Juni

Irgendwann am Morgen fiel mir auf, dass ja heute wieder der 12. ist. Da noch kein Alltag eingekehrt ist, vergesse ich solche Rituale schnell mal. Und weil bei uns immernoch der 12. Juni ist, müsst ihr euch meine Fotos am 13. Juni ansehen.
Viel Spaß!

 

1. Neue Zutaten und kaum Geräte, um eigene Pancakes zu machen. Gabel statt Küchenmaschine. Und Messbecher und viel Internet statt Waage. Hat aber funktioniert!

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2. Weil die Besitzerin unseres Apartments zur Zeit nicht da ist und wir hier keine Waschmaschine UND keine Spülmaschine! haben, waren wir heute zum ersten Mal im Leben in einem Waschsalon!

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3. Weil wir vom Wechsel-Automat 20$ in 25 Cent Stücken zurück bekamen, beschäftigten wir uns gleich mal mit dem neuen Geld.
Welche Person ist da eigentlich auf diesen Quarter-Stücken?

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4. Unser Auto hier…

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5. Ohne Worte

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6. Wir waren da!
Die Route 66 in San Bernardino.
Ziemlich heiß und trocken da, aber die Gegend ist wunderschön!

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7. Diese tollen und sehr vielseitigen Spielplätze gibt es hier oft.
(Emilian hat das mit dem Theater-Fenster nicht so verstanden)

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8. Blick auf „unseren“ Strand.
Es war durch den Wind ziemlich kühl, auch das Wasser war frisch – aber der Strand ist wunderbar sauber
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9. Anders als am Atlantik lag hier nicht eine einzige Muschel rum.

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10. Die beiden Beach-Boys

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11. Unser Urlaubshaus

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12. Vorgarten-Schmuck

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Der Foto-Eintrag, den ich gestern versprochen habe, kommt noch!
Ich dachte mir, dass ich zur Abwechslung mal von den Kindern erzählen könnte… nicht nur von Amerika und so. Im Großen und Ganzen würde ich immer sagen: Es geht uns gut! Wie könnte ich das auch nicht sagen? Wir kommen trotz der ungewöhnlichen und immer wieder vorübergehenden Umstände gut miteinander klar und gehen uns fast nicht auf die Nerven. Muss am Wetter liegen. Die Jungs lieben sich, immer wieder werden wir gefragt, ob es Zwillinge seien. Manchmal kann ich mir kaum vorstellen, dass Liam mal kleiner, also Baby war, als Emilian schon groß war. Sie sind fast gleich groß und Liams fehlender Sprachwortschatz fällt kaum noch auf. Er lernt und formt seine Worte mehr und mehr, er macht noch immer sehr viel nach, was Emilian vor macht, seine Liebe zu Papa wird immer größer, sein Haar wird immer heller, sein Charme wird immer süßer. Unser Zusammenhalt ist ihm ganz wichtig. Spürt er, dass es irgendwo hin losgeht oder dass es Essen gibt oder so, fragt er ganz wichtig: „Papa au? Mama au? Meemeemu au?“ Dieses „meemeemu“ hat sich gehalten und wir alle finden es süß. Es klingt ja auch fast wie „Emilian“…
Obwohl es nicht so wirkt, ist Liam in manchen Dingen vorsichtiger als Emilian. Am Meer zum Beispiel. Emilian mochte die Badewanne schon als Baby, Liam gar nicht. Während Emilian fröhlich durch die Wellen hüpfte, saß Liam neben Papa in einem Camping-Stuhl und futterte eine Laugenstange. Ab und zu kamen ein paar Möwen vorbei, die es auf Laugenkrümel abgesehen hatten. Wenn sie ihm zu nahe kamen, hiefte sich Liam umständlich von seinem Stuhl herunter, um die Möwen in ihre Grenzen zu weisen. Dann nahm er wieder Platz, legte das Handtuch über seine Beine und futterte weiter.
Emilian flitzte, mit einer kleinen Wasserspritzpistole bewaffnet, den Strand auf und ab. Auch er hat großen Spaß daran, freche Möwen und Tauben zu verjagen, aber meistens peeste er einfach im seichten Wasser davon und es sah aus, als würden sich seine kleinen Beinchen überschlagen. Die Wellen hier sind laut und kräftig, oft kommen sie bis weit auf die Sandfläche. Von Wasser und Vieh abgelenkt, entfernte sich Emilian manchmal ziemlich weit von uns und war zwischen den anderen Familien kaum zu sehen, aber er fand immer wieder zu uns zurück. Mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen sprang er durch das Wasser und auch ein Stolperer, der in einem Bauchklatscher endete, brachte ihn nur noch mehr zum Lachen. Als er blaue Lippen bekam, gingen wir wieder nachhause.
Anders als bei Liam habe ich bei Emilian das Gefühl, dass ihn diese „Zwischendurch-Situation“ unruhig macht. Er ist nicht traurig oder anhänglich – ich denke, es tut ihm gut, dass er noch viel deutsch reden kann – sondern im Gegenteil, er wird selbstbewusster und frecher. Ich sehe, dass er Strukturen, Alltag, Kinder, Platz, Förderung braucht. Damit geht es hoffentlich bald los. Er ist trotzdem leicht lenkbar und sagt deutlich, was Sache ist. „Ich bin wütend. Halt die Klappe. Heute war kein schöner Tag.“ Austesten. Grenzan abstecken. Aber damit können wir umgehen. Er sagt viel, viel häufiger als früher: „Ich hab dich lieb, Mama.“ und ehrlich gesagt, verunsichert mich das. Sagen das nicht immer Kinder, die was ausgefressen haben? Naja. Heute Abend sagte er: „Ich hab dich lieb, weil du mich immer tröstest.“ Das ist doch schön.

Bei Caros Liste aller „12 von 12″er bin ich heute Nummer 242 – und bestimmt die Letzte.

 

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Liebe auf den ersten Blick!

Wir sind in Kalifornien!
Unser Traum ist wahr geworden!

Das Amerika, das wir bis jetzt kennen, ist groß und toll und besonders und alles fühlt sich „wie im Film“ an – aber das hier ist der Hammer! Ich bin überwältigt, fasziniert, verliebt und ich habe mir die Frage gestellt, wie Berlin diesen Kampf jemals gewinnen soll. Euch allen, die ihr euch noch die Frage stellt: „Kalifornien – hin oder her?“, sage ich: Her!

Aber immer der Reihe nach.
Der Flug verlief ohne Zwischenfälle. Wir verabschiedeten uns von unserer lieben Gastfamilie, wurden mit Sandwiches versorgt und fuhren mit unserem Auto zum Flughafen. Dort trafen wir die frischen Schwiegereltern unseres Bruders/Schwagers, die uns das Auto geliehen hatten. Sie halfen uns beim Check-in, verabschiedeten sich mit letzten guten Worten von uns und dann waren wir allein. Die großen Koffer waren alle einen Tick zu schwer, wurden aber mitgenommen. Die zweite Pack-Runde war fast genauso herausfordernd, wie die erste. Es war 16:00 Uhr zu der Zeit, in der wir uns gerade befanden – also irgendwie eine gute Zeit für die Kinder. Sie waren wach, aber aufgeregt und hibbelig. On time konnten wir das Flugzeug betreten und losfliegen. Da es ein Inland-Flug war, gab es „for free“ nur Getränke. Aber wir hatten Essen dabei. Es gab keinen Bildschirm am Vordersitz, sondern Bildschirme für alle. Die Filme und Serien, die liefen, liefen auf englisch. Emilian schlief sofort ein, mit Liam musste um seinen Schlaf gekämpft werden. Er war zu müde. Immer wieder leuchteten die Anschnall-Zeichen auf, weil es Turbulenzen gab und so mussten wir auf unseren Plätzen bleiben. Die 5 1/2 Stunden vergingen langsam. Als ich irgendwann mal am Fenster sitzen durfte, war ich von der Aussicht sehr beeindruckt. (Am besten werde ich nachher einfach einen extra-Foto-Blog-Eintrag hochladen!)

Wir landeten 19:30 L.A.-Zeit in Los Angeles. Wir holten unsere Koffer ab – unsere Koffer haben alle Flüge perfekt mitgemacht. Danke ‚United Airlines‘ und ‚American Airlines‘! Und dann standen wir da und warteten. Es wurde gerade dunkel, der Flughafen war ziemlich hektisch und es stank sehr nach Rauch – in North Carolina habe ich kaum jemanden mit einer Zigarette gesehen. Es war ziemllich kühl UND es nieselte sogar ein mini-bißchen. In California, where it never rains!? Emilian sprach aus, was wir dachten und sagte: „So schön ist es ja gar nicht in Kalifornien…“ Wir sahen viele Palmen und das war für ihn das Zeichen, dass wir endlich da waren.

Nach einigen Warteminuten und Telefonaten mit den Eltern meines Mannes wussten wir, nach welcher Person wir Ausschau halten mussten. Mein Mann, der im Januar 2012 schon zwei Wochen in Kalifornien war, wusste, welche Person das ist. Trotzdem wurde ich zuerst entdeckt und wir wurden überfreundlich begrüßt. Mit einem Mega-Bus wurden wir nachhause chauffiert. Los Angeles bei Nacht faszinierte uns. Viele Lichter, noch mehr Palmen. Wir sahen zwei IKEA-Einrichtungshäuser während der 45 Minuten auf dem Weg nachhause! Auf dem Highway gibt es mehrere Spuren. Auf der ganz linken steht „Car Pool only“. Das bedeutet, Autos mit 2 oder mehr Personen werden für ihre Umweltfreundlichkeit belohnt und dürfen links aussen und damit schneller fahren. So wie es aussah, waren an dem Abend sehr viele Autos mit nur einer Person unterwegs… Der Fahrer hing nebenbei in einer Telefon-Konferenz, der Beifahrer stellte uns ein paar Fragen und wir gaben uns alle Mühe, die Jungs wachzuhalten. Sie saßen in bequemen Kindersitzen, die wir hier behalten können, aber sie blieben wach und sangen…. „What does the fox say?“ In Corona del Mar wurden wir von Oma und Opa der Jungs mit Fisch, Kartoffeln und Melone begrüßt.

Unser ganzer Amerika-Traum begann ja damit, dass wir die Serie „O.C. California“ von meinen Schwestern empfohlen bekamen und guckten. Ihr kennt die Geschichte. Was ich damit sagen will: Wir sind jetzt GENAU DA, wo die Serie spielt, bzw. gedreht wurde.

Der Abend unserer Anreise warf uns schon um – am nächsten Tag, bei Helligkeit, wurden wir noch mehr geflasht. Ein Haus, neben dem Palmen stehen und von dessen Balkon aus man das Meer sieht, hat in jedem Land so seinen Reiz. Die Gewissheit, dass das hier aber Amerika, Kalifornien, Pazifik ist, gibt uns ein gutes Gefühl. Nach dem Frühstück gingen wir ans Meer. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich fror. Es war bedeckt und kalt. Es tat gut, atmen zu können und nicht bei jedem Schritt zu schwitzen, aber irgendwie wollte ich in Kalifornien nicht frieren!

Viele Familien und Schulklassen waren am und im Meer. Wir sahen an ihnen, dass wir nicht weit von Mexiko waren. Nachdem die ersten Hosenbeine von unberechenbaren Wellen durchnäßt wurden, spazierten wir ein Stückchen am Strand entlang. Wir entdeckten neue Algen und neue Tiere. Erd-Eichhörnchen oder so. Von einer Plattform sahen wir aufs Meer, leider ohne einen Wal oder einen Delphin zu sichten. Das wäre noch der Knaller gewesen.

Jede Pflanze, jeder Kaktus, jedes Blümchen faszinierte mich. Was hier alles wächst! Ein Garten hatte sogar eine Thymian-Hecke. Die Gegend erinnert an Südfrankreich und die Architektur ist so interessant. Auf Baustellen sieht man, dass jedes Haus eigentlich nur aus einem „einfachen“ Brettergerüst besteht. Die Fassade wird dann entsprechend gemauert, gemalt, bebaut oder so. Die Bauweise ist wahrscheinlich Erdbeben-freundlich. Dank der Freundlichkeit der bestimmt wohlhabenden Leute hier, kommt man schnell ins Gespräch. Man redet einfach. Über das Meer, über die Kinder.. das geht ganz schnell. Und fast alle haben irgendeinen Bezug zu Deutschland. „Meine Tochter ist in Düsseldorf geboren.“ – „Mein Bruder wohnt in Lübeck.“ Die Augen der einen Nachbarin leuchteten auf, als ich ihr sagte, dass wir aus Berlin kämen. Sie liebt Berlin! Und sie kann sich gar nicht vorstellen, dass ich es hier traumhaft finde – Berlin sei doch viel sauberer! Äh. Hallo??

Nach der Strand-Wanderung setzten wir uns ins Auto, um bei IKEA Mittag zu essen. Das musste einfach sein. Und: Zum ersten Mal schmeckte ein Gericht mit gleichem Namen auch so, wie zuhause – ein Laden mit gleichem Namen sah auch genauso aus, wie zuhause. Die Köttbullar mit Preiselbeer-Soße schmeckte wie zuhause und auch das Möbelhaus sah sehr ähnlich aus. Die Wohnungen waren schwedisch, nicht amerikanisch. Vielleicht waren die Kühlschränke ein bißchen größer… Ich habe wirklich für einen Moment vergessen, dass ich nicht in Tempelhof bin. Wir kamen auf die wunderbare Idee, uns im Schwedenshop mit Lebensmitteln einzudecken. Brotbackmischung, Kekse, Schokocreme… Falls mich das Heimweh also überkommt, wisst ihr, wo ich sein werde.

Im Anschluss daran machten wir uns auf den Weg, um unser zukünftiges Apartment zu besichtigen. Von aussen. Scheinbar ist es noch ein paar Tage bewohnt. Die Gegend kam mir nicht bekannt vor, obwohl ich auf Google schon ein paarmal danach gesucht hatte. Weil wir in dieser Ecke ja mehrere Monate verbringen würden, sahen wir sie uns ein bißchen genauer an – und ich war ausser mir vor Freude. Die Häuser (mit Gärten und Balkon) gefielen mir so gut. Bananenpflanzen und Palmen, wohin das Auge blickt. Aussicht auf entfernte Berge. Ein Spielplatz in der Nähe. Blocks zum Joggen. Ein Einkaufs-Platz zu Fuß zu erreichen – mit allem, was das Herz begehrt. Ein Einrichtungs-Laden. Blumenläden. Shops, in denen man Cupcakes, Frozen Yogurt oder Mittag kaufen kann. Starbucks. (=guter Kaffee) Sogar der Laden, der uns immer wieder zwecks gesunder und preiswerter Ernährung empfohlen wurde. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich ich war und wie schwer es mir fällt, den letzten Umzug abzuwarten. Und als ich so mit den schlafenden Kindern im Auto wartete, während Mann und Schwiegereltern einkauften, habe ich mich gefragt, wie es wohl wäre, für immer hier zu leben…

Keine Angst, Familie und Freunde.
Natürlich sehen wir jetzt alles durch die rosarote Brille und haben noch keinen einzigen Alltags-Tag hier verbracht. Ein Urlaub jagt den nächsten. Aber die Tatsache, dass wir in einem schönen Haus wohnen werden und dass ich das Auto nicht zum Überleben brauchen werde, macht mich sehr glücklich. Auf unseren Alltag bin ich sehr gespannt! Noch haben wir kein eigenes Auto, was in Amerika ja unvorstellbar ist. So chillen wir im Haus, am Strand, gehen spazieren oder geocachen.

Heute haben sich meine Schwiegereltern verabschiedet, um ihren Roadtrip über den Yosemite-Nationalpark nach San Francisco zu beginnen. Und heute strahlt die Sonne klar von einem hellblauen Himmel. Es ist kein bißchen drückend, statt dessen weht eine frische Brise vom Pazifik zu uns herüber. Wir haben am Morgen schon mit meinen Eltern und mit der Cousine der Kinder geskypt, die heute ihren 4. Geburtstag in Florida feiert. Die 9 Stunden Zeitunterschied nach Deutschland sind komisch. Wir haben nicht viel Zeit, in der wir gemeinsam wach sind. Meine Mama hat eine Uhr in der Küche nach unserer Zeit gestellt. Ich finde es noch schwer, in deutscher Zeit zu rechnen. Da geht nichts automatisch, 8:00 Uhr hier = 17:00 Uhr da, sondern immer schön mit den Fingern 9 Stunden weiter zählen.

Es geht uns sehr gut hier. Die eigene Küche zaubert eigenes Essen und es tut so gut, das Leben hier genießen zu dürfen.
Immer wieder stellen wir fest, dass wir nicht hier wären, wenn uns Gott, an den wir glauben, durch unsere Freunde und unsere Kirche in Berlin nicht diese Möglichkeit geschenkt hätte! Welche Mittelklassenfamilie mit nur einem Einkommen und zwei kleinen Kindern landet denn bitte sonst in Kalifornien? Wir sind unendlich dankbar!

(Der zweite Blog-Eintrag mit den Fotos folgt bald)

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