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Wo wir wohnten

Kurz bevor wir wieder in einem Häuschen mit Garten im Süden von Berlin wohnen werden, kurz bevor wir wahrscheinlich frierend unsere Wege zum Kindergarten und zum Einkaufen machen werden – aber froh sein werden, dass wir nicht auf ein Auto angewiesen sind (das fordert hier inzwischen täglich unser Organisationstalent), kurz bevor wir uns wieder auf 125 qm ausbreiten werden, möchte ich euch mal zeigen, wo wir hier gewohnt haben.

Wir haben nämlich entdeckt, dass Google aktualisiert wurde und man ganz gut erkennen kann, wo wir leben.
Zuhause in Berlin werden wir uns das bestimmt oft ansehen…

 

Irvine, Stonegate

Heute hatten wir 34 Grad.
Wenn dieser Link bei euch funktioniert, seht ihr hier die Ansicht unseres liebsten Pools!

Ihr seht die drei Wasserbecken (Whirlpool, Schwimmbecken und Kinderbecken), ihr seht den Basketball- und die Tennisplätze, ihr seht den Spielplatz und die Wiese. Rund um den Pool gibt es hunderte Häuser, die alle ähnlich aussehen und die sandigen Felder, die ihr seht, sind Baustellen. In den nächsten Monaten werden noch weitere Häuser gebaut werden. Man kann fast zusehen. Wöchentlich ziehen tausende Menschen in diese Umgebung hier. Auf unseren vielen Wartezeiten am Flughafen Los Angeles haben wir viele Asiaten gesehen, die mit Kisten und Koffern anreisten. Wenn der Pazifik nicht so groß wäre, hätten sie wahrscheinlich einen kurzen Weg, aber ich glaube, sie kommen aus der anderen Richtung nach Kalifornien. Es würde mich nicht wundern, wenn die Westküste Amerikas irgendwann zu Asien gehören würde…

 

Mariners Church

Das ist die Ansicht der wunderbaren Kirche, in der wir hier mehrmals wöchentlich unsere Wege gehen:
Mariners Church von oben

Haaach.
Alle, die uns besucht haben, werden dieses „Haaach.“ verstehen.

Oben links seht ihr die süße kleine Kapelle, davor der See, an dem die Jungs so gern spielen. Im großen Gebäude in der Mitte finden sämtliche Gebets-, Sport-, Bibel-, Frauen-, Männer-, Rooted-Treffen statt. Ausserdem arbeiten dort die Angestellten der Kirche. Das Gebäude dahinter war früher der Gottesdienst-Raum, steht jetzt aber für „kleinere“ Veranstaltungen zur Verfügung.

Rechts oben seht ihr das „Student Center“, ein Gebäude für Teenies und Studenten. Da war ich so gut wie nie drin, aber dort tobt die Jugend sich aus. Am Wochenende finden extra Gottesdienste für hunderte Jugendliche statt.

Das braune Gebäude mit dem bunten Spielplatz ist „Port Mariners“, das Gebäude für die Kinder. Dort haben wir viele Stunden verbracht. Es ist faszinierend, was hinter diesen Mauern passiert. Kinderträume werden wahr! Und der Spielplatz! Seht ihr den großen Wal? Haach…

Unten links befindet sich das „Worship Center“, der Gottesdienstraum.
15.000 Menschen erleben da Woche für Woche einen amazing Gottesdienst.

Die Wiese zwischen den beiden Gebäuden ist der Treffpunkt für Familien. Am Wochenende liegen dort hunderte bunte Bälle und kleine Fahrzeuge. Kinder, die von rechts und Eltern, die von links kommen, treffen sich dort und chillen, lachen, rennen, spielen…
Das Leben findet auf dieser Wiese statt und fast monatlich gibt es da große Veranstaltungen mit Hüpfburgen, live Musik, Food-Trucks. Zu Ostern findet zum Beispiel eine Jagd auf Ostereier statt. 50,000 Ostereier.

Das sind Fotos vom letzten Jahr. Unglaublich, oder?
Da lob‘ ich mir doch das kleine Eier-verstecken in Omas Wald.
Wir verpassen Ostern leider in beiden Jahren.

 

Das kleinere Gebäude links in der Mitte neben dem Worship Center ist das Café und mein geliebter Bookstore. Unter diesen Palmen haben wir oft gesessen und gegessen. Das kleine helle Becken ist übrigens das Taufbecken.

Die unzähligen Parkplätze um die Kirche herum werden an manchen Wochenenden knapp…

 

Laguna Beach

Man erkennt es nicht so gut, aber das ist mein Lieblingsplatz überhaupt.
In dieser Bucht haben wir mit allen Gästen schöne Stunden verbracht. Wir haben Fische, Robben, Delfine und Wale gesehen. Wir haben uns in die Wellen geschmissen und Muscheln gesammelt…

 

Und so könnte ich immer weiter durch Orange County surfen.
Disneyland, Einkaufs-Center, Spielplätze… alles ist von oben zu sehen.
Wenn ihr mal Fernweh habt…

Mir ist aufgefallen, dass das gestern die letzten !12 von 12″ aus Amerika gewesen wären.
Schade eigentlich.
Veilleicht schaffe ich das noch an einem anderen Tag. 15 von 15. Oder 22 von 22 oder so..

Die letzten 16 Tage sind gut ausgebucht.

Liams Geburtstag wird aus verschiedenen Gründen halb unter den Tisch fallen, aber wir werden ihn an seinem Tag würdigen und angemessen mit beiden Jungs zusammen feiern. Spätestens in Berlin. Wir haben inzwischen vier Verabschiedungen mit verschiedenen Gruppen unserer Freunde geplant und das wird nicht reichen, um angemessen „Tschüß“ und „Danke!“ zu sagen. Wer weiß, ob und wann wir wieder kommen?

Von Sonntag bis Dienstag werden wir an der Küste unterwegs sein und wenigstens einmal die Golden Gate Bridge anfassen. Oh yeah!

Wir werden noch packen und aufräumen, putzen und die Wohnung, die wahrscheinlich nichtmal 24 Stunden leer sein wird, ordentlich hinterlassen. Auch unsere Lebensmittel können wir dann hier lassen und das ist gut.

Wenn es soweit ist, werden wir vor dem Aufstehen (ungefähr 4:00 Uhr) zum Flughafen fahren, Irvine, Kalifornien und Amerika hinter uns lassen … ich bin gespannt, wie sich das anfühlt!

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Es ist schon März?

Ich komme nicht mehr ganz mit. Echt jetzt.
Ist es wirklich schon März???

Fröhlichkeit

Eben war doch noch Januar.. da hatte ich viel Heimweh und hab mich über das schöne Wetter hier gefreut. Und dann war irgendwie Februar, glaube ich. Mein Mann war in Afrika. Und er hat da seinen Geburtstag gefeiert. Kurz nachdem er wiedergekommen war, kamen unsere Freunde aus Kanada. Wir waren so oft mit ihnen am Strand, damit sie die Zeit ohne Schnee richtig genießen. Am Donnerstag morgen sind sie noch mit Flip Flops und in Handtücher gewickelt vom Pool nachhause gelaufen – und am Abend sind sie im tiefen Schnee Kanadas gelandet.

Und jetzt sind wir noch 23 Tage hier.
WAS???
Ich kann das nicht glauben. Das geht mir jetzt zu schnell.

Wahrscheinlich werdet ihr jetzt immer mal ein paar Tage lang nichts von uns hören. Und dann einmal in der Woche so ein „Ist schon wieder eine Woche vergangen???“-Eintrag. Wir machen nicht direkt viel, wir sind nicht sehr busy. Aber die Zeit vergeht. In der Kirche ist viel los, der Mann ist im Endspurt. Die Kinder werden bald Geburtstag haben.

Palmen Liebe

 

– Wir liegen wieder oft am Pool und sammeln richtig viel Sonne und Bräune für Deutschland.

– Von einigen Orten haben wir uns schon verabschiedet.

– In Gedanken packe ich schonmal hier und da ein Koffer.

– Fast alle Wochenenden im April sind schon verplant. Oh man.

– Der Mann und ich freuen uns auf unseren ersten Döner.

– Am 15. März starten wir hier in der Kirche ein „German Ministry“. Das bedeutet, dass das Kapitel „Kalifornien“ in unserem Leben nicht abgeschlossen ist. Vielleicht fängt es gerade erst an..

– Wir denken nach über eine einzigartige Erinnerung an dieses Jahr, die wir mit nach Deutschland nehmen können. Wir haben da so Ideen…

Pool Spaß

Könnt ihr euch an meinen Artikel aus dem Mai 2014 erinnern, als es noch 20 Tage bis zur Abreise waren?
Ist das lange her!

 

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Hallo März!

Also… der März wird wild!
Viele Pläne und emotionale Ereignisse liegen vor uns.
Ich weiß weder, womit ich anfangen noch aufhören soll…

 

Im März werde ich…

… mit meinem Mann zu einem Pentatonix-Konzert gehen! Oh yeah!!!
… unsere Freunde zurück nach Kanada verabschieden.
… mit meiner Familie für zwei Tage in San Francisco sein!
… immer wieder „Good Bye, it was so nice meeting you!“ zu vielen, vielen Freunden sagen.
… den 3. Geburtstag von unserem Baby Liam feiern!
… mit den Kindern einen Geburtstags-Legoland-Tag erleben.
… an mein Mama-werden denken und den 5. Geburtstag von unserem großen Emilian feiern!
… sortieren, packen, wegschmeißen, sortieren, packen, wegschmeißen.
… mich schweren Herzens von Laguna Beach verabschieden.
… das Apartment putzen und viele Erinnerungen in meinem Kopf speichern.
… zum letzten Mal FrozenYogurt und einen amerikanischen Burger essen.
… einen letzten Sonnenuntergang unter Palmen sehen.
… zum letzten Mal zu MOPS gehen und mich von den Mamas an meinem Tisch verabschieden.
… immer wieder Dinge zum letzten Mal machen und sehen. Haach.
… kalifornischen Boden verlassen. Ich kann es nicht glauben!
… lange mit der Familie im Flugzeug unterwegs sein.
… in Berlin landen! Ich kann es nicht glauben!
… meine Eltern wiedersehen.
… erleben, wie die Kinder wieder in ihr Zimmer kommen.
… meine Kaffeemaschine umarmen.
… Berliner Luft einatmen.
… wieder in meinem Bett schlafen!
… nachhause kommen.

Irvine

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Hallo Dezember!

Im Dezember werde ich…

… versuchen, mich bei über 20 Grad irgendwie in Weihnachtsstimmung zu bringen.
… meine Mama wiedersehen!
… meine liebe Freundin aus Berlin vom Flughafen abholen!
… den Joshua Tree Nationalpark sehen.
… heißen Gingerbread Latte und Peppermint Mocha bei Starbucks trinken.
… keine Weihnachtsdeko benutzen.
… Sonnencreme + Sonnebrille brauchen.
… mich nach Glühwein und dem Berliner Weihnachtsmarkt sehnen.
… viel an meine Familie zuhause denken.
… amerikanische Weihnachtsbäume sehen und fotografieren.
… die meisten Geschenke online verschicken.
… keinen Schnee fühlen.
… klassisch-amerikanische Weihnachtspost verschicken.
… zu einem Weihnachts-Brunch für Frauen gehen.
… Mütze, Schal und Handschuhe nicht vermissen.
… gebrannte Mandeln in der Mikrowelle machen.
… wieder neue Plätz mit deutschem Besuch entdecken.
… viele weihnachtliche Lichtershows mit den Kindern besuchen.
… mich über den Besuch von Schwager + Schwägerin freuen!
… Geburtstagspost nach Deutschland schicken.
… Weihnachten anders feiern.
… glücklich sein.

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Szenen aus unserem Alltag 9

Der November ist busy.
Termine, Veranstaltungen, Feiertage…
Viele reden davon, im Dezember alles ruhiger angehen zu lassen. Ich hoffe, das wird so sein, denn das wäre eine gute Erklärung für den Stress, den wir jetzt so haben..

 

* Immer wieder stellt uns die Tatsache, dass wir nur ein Auto haben, vor eine große logistische Herausforderung. Wie. mich. das. nervt. Kein Vergleich zu Berlin. Manchmal denke ich, je länger ich hier bin, desto mehr zieht es mich wieder nachhause. Ich KANN hier nicht leben! Aber dann gibt es Frauen, die mir schreiben: „Du bist the sweetest person, die ich je getroffen habe. – Ich bewundere dein Vertrauen in Gott. – Du darfst nicht wieder gehen. – Ich bin so froh, dich getroffen zu haben…“ Der Abschied wird mir schwer fallen, weil es ein anderer Abschied, als im Mai in Berlin seind wird. Wie gut, dass es heutzutage gute Möglichkeiten gibt, um in Kontakt zu bleiben.

 

* Vor zwei Wochen fiel Liam in der Kirche von einer kleinen Mauer und es gab einen dumpfen Schlag. Er weinte sehr. Ich nahm ihn hoch und tröstete ihn. Eine Frau kam ganz aufgeregt an und sagte: „Ich hab das Geräusch eben gehört, soll ich jemand rufen?“ Ich versicherte ihr, dass alles okay sei. Jedenfalls hoffte ich das. Bis jetzt ist noch nie etwas ernstes passiert. Ich dachte über die Worte der Frau nach und fragte mich, wen sie hätte rufen wollen. Meinen Mann? Den Krankenwagen? Das Erste-Hilfe-Team der Kirche? (Gibt es sowas?)
Ich bin Gott so dankbar, dass wir hier noch nicht einmal ärztliche Hilfe brauchten. Ich habe mir aus Deutschland Biotin-Tabletten gegen Haarausfall mitbringen lassen und habe vielleicht eine oder zwei Kopfschmerztabletten in der Zeit genommen. (Eine davon, als ich in Deutschland zur Hochzeit war und äh.. wenig Schlaf hatte.) Manchmal denke ich, dass ich gern mal wieder zum Zahn-, Frauen- oder Kinderarzt gehen würde.. nur kurz, um zu sehen, ob alles gut ist. Noch 4 Monate.

 

* Ich war mit Emilian unterwegs und ging ganz schnell in einen Laden, um Milch zu kaufen. An der Kasse stellte ich mich hinter einer älteren Dame an. Sie drehte sich zu mir um und … raunzte mich fast an: „Geh vor! Du hast ein Kind!“ (Nicht etwa: Du hast nur eine Milch.) Als ich mich vor und nochmal nach dem Bezahlen bei ihr bedankte, guckte sie nicht viel freundlicher und sagte: „Do the same to others.“ (Mach es bei anderen auch so) Ich weiß nicht, warum, aber sie kam mir so.. deutsch vor.

 

* Wieder eine tiefgängige Frage von Emilian während einer Autofahrt:
„Mama, warum haben Männer auch Haare an den Augen? In den Filmen haben nur die Frauen da Haare. Minnie Maus und Daisy haben welche und Micky Maus und Donald nicht…“

 

* Während der Sommerbibelschule im Juni war Jana Alayra die Sängerin für die Kinder. Ich habe bestimmt davon erzählt. Sie singt und tanzt und rockt vor tausenden von Kindern. Auch meine Jungs haben immer mal wieder ihre Zeilen gesummt und die Bewegungen dazu gemacht. Meine Freude war sehr groß, als es hieß, dass diese Jana eine unserer MOPS-Speakerin sein würde.
Auch die Mütter, die sie in den vergangenen Jahren bei MOPS gehört hatten, freuten sich sehr, unsere Tisch-Leiterin schrieb, sie würde eine extra Packung Taschentücher mitbringen… Ich war sehr gespannt.
Jana ist eine sehr sehr sympatische Frau, die locker-flockig von der Bühne redet und uns viel zum Lachen gebracht hat. Sie hat vier Töchter am Ende der Teenager-Zeit und konnte mit viel Humor über die Zeiten reden, in denen wir MOPS-Mütter stecken. Immer wieder erwähnte sie, wie schnell diese Jahre vorbei sein würden und dass sie es vermisst, auf die nackten Babypopos ihrer Töchter zu klatschen und an ihren kleinen Füßen zu riechen. (Schon im Alter von 5 Jahren rochen diese Füße nämlich gar nicht mehr gut, sagte sie kichernd)
Ich bin nicht so eine Frau, die in aller Öffentlichkeit ihre Tränen fließen lässt. Gar nicht. Aber wenn ich so eine wäre, dann würde ich das an jedem Freitag Vormittag tun. Am letztem Freitag ist es mir schwer gefallen, das nicht zu tun. Zwischen den Späßen, die Jana erzählte und neben den Liedern, die sie uns sang, erzählte sie nämlich ganz nebenbei, dass ihr Mann sie wegen ihrer besten Freundin verlassen hatte, als Jana mit dem zweiten Kind schwanger war. Dass sie Haus und Hund verloren hätte. Dass sie einen neuen Mann gefunden hätte, zwei Töchter von ihm bekommen hat und dass diese zwei Töchter so anders als die ersten beiden waren. So willensstark und dickköpfig und herausfordernd. Ganz am Ende erzählte sie, dass Tochter Nummer 2 im Alter von vier Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Dass sie weiß, dass sie sie im Himmel bei Gott wiedersehen wird, aber dass sie sie an jedem Tag vermisst. Dass sie es kaum abwarten kann, sie zu sehen.. Ob sie noch wie 4 aussehen wird.. oder wie 30, so alt wäre sie jetzt? Oder ob sie beide wie 4 aussehen würden? Sie erzählte, dass sie im Himmel herumhüpfen wird und sich fragen wird: „Wo ist sie??“ Und dass sie denkt, dass ihre Tochter sie vielleicht auch am Eingang erwarten wird. –
Ja, das tut weh im Herz. Aber sie spricht mit so viel Liebe und Vergebung und Vertrauen über ihr Leben.. es ist unglaublich!

Am Ende wurden die 3- und 4jährigen Kinder von ihren Betreuern aus der Kinderbetreuung in unseren Raum gebracht und Jana sang mit den Kindern. Emilian durfte dabei sein und war so stolz. Er sagte, er wollte nicht so gern mit den anderen auf die Bühne, aber er hätte am lautesten gesungen.

Ich habe eine DVD von Jana Alayra für meine Kinder gekauft und sie damit sehr glücklich gemacht!

(Emilian ist der kleine blonde im weißen Shirt, der vor der weißen Gitarre steht und so schön mit macht!)

 

 

* Am letzten Freitag hatten mein Mann und ich ein kleines Date. Wir waren mit Freunden aus der Kirche im Kino und sind danach spontan shoppen gegangen. Wir entdeckten den Laden „TJ Maxx“, in Deutschland als „TK Maxx“ bekannt. Viele „on sale“ Produkte. Ich fand einen neuen schönen Essie Nagellack zum halben Preis und mein Mann bestand darauf, mir zwei Paar Schuhe zu kaufen. Von ungefähr 16 Paaren, die ich jetzt hier habe, ist die Hälfte davon in Amerika dazugekommen. Und ich dachte immer, ich bin nicht so eine Schuh-Frau… Ähäm.

 

* Beim Spielen wurde Emilians Spieluhr mit Saft getränkt und ich habe sie in die Waschmaschine gesteckt. Jetzt geht sie nicht mehr. Nicht, dass das ein großes Problem wäre. Er schläft seitdem halt ohne Einschlaf-Musik ein und hat nicht einmal danach gefragt. Aber… ich kann sie nicht wegschmeißen. Ich habe sie mal bei Aldi gekauft, als ich mit Emilian im 6. oder 7. Monat schwanger war. (Das war 2009!!!) Und seitdem hat er sie an je-dem Abend gehört… Nein, ich kann sie nicht wegschmeißen. (Kann ich sie reparieren?)

 

* Eine meiner deutschen Freundinnen fragte mich Anfang November, ob ich mit ihr Laternen basteln würde. Ihre Kinder sollten diese deutsche Tradition kennenlernen. Ich sollte ihr sagen, was sie dafür kaufen müsste.
Mein Mann hatte die Idee, doch auch andere Freunde mit Kindern einzuladen und ein kleines deutsches Fest zu feiern. Zwei andere Eltern sagten sofort zu und wir begannen mit der Planung. Unsere Besucherin, die gerade aus Deutschland da ist, bereitete sich darauf vor, den Kindern auf englisch die Sankt Martins Geschichte zu erzählen. Und sie übte ein paar Lieder. Ich suchte nach Ideen zum Basteln. Es musste einfach und für die Kinder machbar sein – und die Utensilien mussten erhältlich sein. Trotz eines riesigen Bastel-Angebots, welches Amerika aufweisen kann, fanden wir nicht das, was wir suchten. Amerika verkauft Bastelzeug, was einfach nur geklebt, gesteckt, hingestellt oder aufgehängt werden muss. Aber zum selber-machen gibt es wenig.
Wir kauften also große Popcorn-Becher, dünne Holzstäbe, Kleber, Draht und Aufkleber. In die Becher schnitten wir mit unseren Nagelscheren Löcher, klebten Backpapier dahinter und dekorierten die Laternen mit Aufklebern oder gepressten Blättern. Den Draht pieksten wir durch die Becher und wickelten den Stock irgendwie daran fest. Wir kauften LED-Teelichter, die meisten Kinder entschieden sich aber für ein echtes Teelicht. Das Basteln blieb (wie in Deutschland) den Mamas überlassen, die 6 Kinder klebten und wuselten durch unser Wohnzimmer, aber voller Stolz liefen sie dann mit ihren Lichtern durch die Dunkelheit. Dunkel war es, kalt nicht. Wir hatten Essen und Punsch (von IKEA) und sangen unser Lied. Die Amerikaner sangen „Laateeene, Laateeeene“ dazu.

6

 

* Wenn Liam am Morgen wach wird, was 7:30 Uhr, 8:00 Uhr oder auch mal 9:30 Uhr sein kann, wurschtelt er im Bett herum, bis er ganz da ist und dann ruft er: „Mamaaaa, pomm!“ Mal sehr ausdauernd, mal eher gelangweilt. Am letzten Samstag rief und rief er, aber es war ziemlich früh. Wir schlafen zu viert in einem Zimmer, er kann uns also sehen und ich ignorierte ihn. Emilian war schon wach und im Wohnzimmer beschäftigt. Plötzlich war Stille und ich hörte, wie er geschäftig im Bett herumwuselte. Dann hörte ich das Geräusch seines Reißverschlusses am Schlafsack. Nach einer Weile war zu hören, dass er mit aller Kraft versuchte, sich aus dem Bett und auf den Hocker vor dem Bett zu heben. Und dann, patsch patsch patsch, tapsten kleine Füße ins Wohnzimmer. Tadaaa, Liam ist kein Baby mehr.

 

* Kein Baby mehr… Liam lernt sprechen und Liam kann entscheiden und er genießt das. Alle Trotzanfälle, die normal sind und die Emilian nicht hatte, hat Liam. Zweimal. Er genießt das, mit seinen Worten und Blicken ins Familienleben einzutauchen. Der kleine König… Ab und zu ist es ihm ganz wichtig: „Liam groß! Liam nich Beebii“ zu sagen. Er weiß aber auch ganz genau, wann er eher „Baby“ sein muss, um süß gefunden zu werden und zum Ziel zu kommen. Er kämpft um seinen Nuckel. Er weiß, dass er ihn nur noch zum Schlafen bekommt.. aber das ist Liam doch egal! Wenn es ihm nach dem Nuckel gelüstet, dann würde er sogar in Kauf nehmen, dafür ins Bett gesteckt zu werden. Genauso die Windel. Er ist so stolz, wenn wir ihn loben, weil er Bescheid gesagt hat, dass die Windel voll ist. Aber wehe, es geht mal ums Töpfchen. „Liam Beebii!“ Da kommen noch Kämpfe auf uns zu! Wann hört die Trotzphase nochmal auf?

 

* Zur Zeit sind wir Sonntags an beiden Gottesdiensten in der Kirche. Wir kommen meist so gegen 8:45 Uhr an, mein Mann trifft seine Kollegen und ich gehe mit den Kindern frühstücken oder spielen. Ich hole mir einen (oder zwei) Kaffe vom Getränketisch, die Kinder einen Becher mit Milch. Wir beobachten die vielen Menschen, die zu Fuß oder mit dem Shuttle vom Parkplatz kommen. Die Kirche hat neuerdings einen eigenen bunten Zug, der die Kinder vom Parkplatz zum Kinderhaus bringt. Gegen 10:30 Uhr bereite ich sie gedanklich darauf vor, dass bald die Kinderbetreuung anfängt. Kurz vor 11:00 Uhr marschieren wir über die große Wiese zum Kinder-Gebäude, ich checke beide Jungs in ihre Gruppen ein – und dann laufe ich, den Pager (der noch nie geklingelt hat) fest in der Hand zurück über die Wiese, setze mich in den Gottesdienst – und habe FREI! Wer hätte das vor einem Monat gedacht?

 

* Am letzten Sonntag sind wir nach dem Gottesdienst nachhause gefahren. Wir waren müde und hungrig und nach dem Essen legte sich mein Mann mit Liam hin, Emilian spielte und ich schrieb einen Blog-Eintrag. Als die beiden wach wurden, spielten wir einfach, schrieben weiter und chillten einfach nur rum. Gegen Abend nahm ich Emilian mit in die Küche und schnippelte eher gelangweilt Obst und Gemüse mit ihm. Wir hatten zum Frühstück und Mittag nicht sehr gesund gegessen und so belegte ich einfach zwei Backbleche mit Melone, Möhren, Paprika, Käse, Keksen, Dip, Würstchen, Brokkoli, Tomaten und selbstgebackenem Brot. Es sah toll aus. Emilian, der geholfen hatte, so gut er konnte und der ja ein Meister der Worte ist, konnte vor Entzücken nicht an sich halten. „Mama, wie hast du dir denn sowas Tolles ausgedacht??? Liam, guck mal, wir feiern eine Party!!! – Papa, komm mal schnell und guck‘, was wir ohne dich, den Held, geschafft haben! Deine Augen würden vor Staunen rausfallen!“ … und so weiter.
Wir stellten die beiden Bleche auf den Couchtisch, holten Papa, der wirklich sehr staunte und knieten uns (Liam stand) um den kleinen Tisch. Die Kinder waren so aufgeregt, sie ließen es sich schmecken und in kurzer Zeit waren die Bleche ziemlich leer.
Für mich war das, was ja jetzt nicht die größte Kunst war, fast wie ein kleines Thanksgiving. Wir vier, gesundes buntes Essen, Musik und Lachen…

 

* Am 4. Donnerstag im November wird in Amerika „Thanksgiving“ gefeiert. Das ist ein sehr wichtiger Tag… und viel mehr weiß ich auch nicht, weil ich an diesem Tag noch nie in den USA war. In der Gemeinde wird es am nächsten Donnerstag ein großes „Thanksgiving“-Essen mit anschließendem Gottesdienst geben. Ich werde euch erzählen, wie es war.

 

* Seit heute weiß ich, dass der Freitag nach Thanksgiving „Black Friday“ heißt. Am „Black Friday“ gibt es in den Läden Sale und Prozente ohne Ende, man soll wohl besser früh aufstehen, am besten vor dem Laden campen, um etwas abzubekommen. Wie gut, dass ich das jetzt weiß. Traditionell läutet der „Black Friday“ das Familienwochenende und den Start der „Saison der Weihnachtseinkäufe“ ein. So so…

 

* Wir haben zu Anfang unseres Aufenthalts ein Paket bekommen. Das war ein Staubsauger, den ich bestellt hatte und er wurde uns vor die Tür gestellt. Bei unseren täglichen Ausflügen zum Briefkasten fragte mich Emilian einmal, warum an den unteren Fächern die Schlüssel an den Schlössern hängen würden. Und wir kamen auf folgende Lösung: Die vier unteren Fächer sind für Pakete bestimmt. Wenn wir ein Paket bekommen, legt der Postbote es in eins dieser Fächer, schließt es ab und steckt den Schlüssel in unseren Briefkasten. Und so war es dann auch. In der letzten Woche hatten wir zweimal einen kleinen Schlüssel im Briefkasten. Wir schlossen das Fach auf, nahemn unser Paket heraus und ließen den Schlüssel hängen. Eine komische Art und Weise… funktioniert aber.

Briefkasten

* In dieser Woche finden die letzten Rooted-Treffen statt. Am kommenden Freitag wird es eine große Abschluss-Celebration geben. Das Highlight jedes Rooted-Duchlaufs! Wir werden zusammen essen und feiern. Und gegen 20:00 Uhr werden wir beginnen, die Rooted-Teilnehmer, die sich das wünschen, zu taufen. Wir alle werden schwarze Kleidung tragen und die Gruppenleiter werden mit den Täuflingen in das gewärmte Aussenbecken steigen und taufen. Ich bin so gespannt!

 

* Shred… gibt es auch noch, ganz ganz hinten, irgendwo in meinem Kopf. Ab und zu sehe ich das rosa Oberteil, das in irgendeinem Schrank liegt und denke: „Ach, da war ja mal was…“ Wo die Hanteln sind, weiß ich nicht mal. Mein Mann wünscht sich, dass ich weitermache. Ich weiß nicht. Es ist ja auch so, dass wir ständig Gäste haben. Ich wollte ja mal die 30 Tage durchziehen. Und ich wollte ja vielleicht mal ein anderes Programm beginnen. Irgendwann mache ich das mal! Wer von euch macht noch mit? Vor Weihnachten wäre das doch perfekt: Ihr könnt mit gutem Gewissen naschen. Und ausserdem wird euch beim Sport schön warm. Ich hab ja gehört, es soll kalt in Deutschland sein…

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