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Ein bißchen Alltag und ein bißchen Hochzeitstag

* Jari hat die U4 erfolgreich bestanden. Er hat mit 5700g wieder gut zugenommen und sieht deutlich altersentsprechender aus. Die Ärztin war erstaunt über seine gute Körperspannung in Bauch- und Rückenlage. Manchmal versucht er tatsächlich, sich aus der Rückenlage hochzuziehen. Aber es knattert nur laut in der Windel – hoch kommt er noch nicht.

* Emilian geht es besser. Nachdem die Halsentzündung mit einem Medikament behandelt wurde, das er eigentlich schon kannte, bekam er aber einen ordentlichen Hautausschlag an Händen und Füßen. Wir waren sehr froh, dass Freitag war – und wir nicht mittendrin in einem langen Wochenende waren. Beim Arzt wurden wir vorgelassen, bekamen Allergiemittel und neue Medizin – jetzt ist alles wieder gut.

* Vor einiger Zeit habe ich mal wieder ein neues Belohnungssystem ausprobiert.
Mein Plan ist, die Kinder an alltägliche Aufgaben zu erinnern, ohne mir den Mund fusslig zu reden. Und ich möchte belohnen, wenn sie allein an ihre Aufgaben denken.

Es gibt also nun ein Glas mit Zetteln in der Küche. Auf den Zetteln stehen kleine tolle Belohnungen. Und wenn ein Sohn selbständig an die Aufgabe denkt oder freiwillig mithilft, besonders aufmerksam oder rücksichtsvoll ist, darf ein Zettel gezogen werden.

Sie lieben das sehr und ein paar Belohnungen haben wir schon zusammen eingelöst. Dieses Glas hat eine hohe Anziehungskraft und besonders, wenn sie völlig überraschend einen Zettel ziehen dürfen, ist die Freude groß.

* Wir lieben unseren Garten!
So viele Farben tauchen jedes Jahr zu dieser Zeit auf. Zum ersten Mal blüht eine Pfingstrose in meinem Beet. Wow! Wie konnte ich diese Blume bis jetzt nicht kennen!

* Den Kampf gegen den bösen Buchsbaumzünsler in unserer Hecke haben wir gewonnen – wie es jetzt aussieht. Unsere kleine Hecke grünt und erholt sich. Wir hoffen sehr, dass wir sie behalten können!

* Und der Holunder! Meine Güte!
Der Duft hängt schwer im Garten und gehört für immer zum Juni dazu. Die ersten Geleegläser stehen hier schon rum und gerade entstehen 6 Liter Holunderblütenlikör. Das. ist. so. lecker.

* Wir durften ViO BiO LIMO testen. Diese Marke war uns bis jetzt fremd. Von dem Geschmack der natürlichen Zutaten waren wir sehr positiv überrascht.

* Emilian fängt an, Geschichten zu gemalten Bildern zu schreiben. Kostbare Werke!

 

Und das Beste zum Schluss:

Gestern haben wir unseren 10. Hochzeitstag gefeiert!
Das heißt, wir sind 10 Jahre verheiratet! Könnt ihr euch das vorstellen?

Ich finde, 10 Jahre sind eigentlich noch ein überschaubarer Zeitraum, obwohl es sich so lang anhört.
Was waren wir jung, als wir mit 22 und 23 Jahren geheiratet haben!

Jetzt haben wir drei Kinder und jede Menge besonderer Erinnerungen in unseren Herzen.
Wir haben schöne und schwere Zeiten zusammen überstanden.
Wir haben ein Jahr im Ausland gelebt.
Wir haben verrückte Entscheidungen getroffen und keine einzige bereut.

Als Eltern- und Ehe- und Liebes-Paar haben wir unseren Stärken und Schwächen so langsam raus und wir sind ein gutes Team. Humor und Zeiten zu zweit sind so wichtig im Alltag, obwohl beides nicht von allein kommt.

Wir passen gut zusammen, wie man so sagt. Es läuft einfach. Das haben wir von Anfang an gemerkt. Trotzdem war es sehr wertvoll und bedeutend für mich, als uns der Birkman-Test im letzten Jahr schwarz auf weiß bestätigte, dass wir wirklich gut zusammen passen und uns wunderbar ergänzen.
Ehepaare: Macht diesen Test mal!
Ich bin sehr glücklich, dass wir beide offen für Neues, offen für Veränderungen sind und auch nach 10 Jahren mit solchen Hilfen bereit sind, an unserer Beziehung zu arbeiten.

Mein Mann ist mein bester Freund und niemand kennt mich so, wie er. Den Alltag, Freizeit, Urlaub und Arbeit erlebe ich am liebsten mit ihm und mein Herz ist voller Glück, wenn wir mit unseren drei Schätzen unterwegs sind.

Unser Tag gestern bestand zuerst aus Großeinkäufen, Kinderarzt-Besuch und bespuckten Baby-Klamotten. Aber das ist unser wahrer Alltag eben gerade.
Meine Schwester war mit den beiden großen Jungs unterwegs und wir fuhren mit Jari los. Ein Restaurant- oder Kino-Besuch, ein Wochenende zu zweit oder Wellness-Urlaub passt gerade nicht in unsere Familienzeit.
Also spazierten wir in Sonne und Ruhe in unserer wunderschönen Umgebung am Schlachtensee. So schön war das!
Auf der Seeterasse gab es Weisswurst und Erdbeerbowle. Jari schlief im Kinderwagen und wir hatten nur uns mit Glück und Liebe.
Am Abend hatten wir allerdings noch einen besonderen Termin…

Zum 10. Hochzeitstag habe ich mir nämlich einen großen Wunsch erfüllt!

Schon im letzten Jahr habe ich auf Pinterest eine Foto-Idee gefunden, bei der die Hochzeitsfotos mit Kindern nachgestellt wurden. Und ich wollte das unbedingt!

Bereits im Januar nach Jaris Geburt war mir also klar, dass ich in ein paar Monaten wieder in mein Hochzeitskleid passen musste. Ich fing einigermaßen diszipliniert mit meinem Sport wieder an – das Ziel vor Augen! Doch nach dem dritten Kind veränderte sich mein Körper deutlich langsamer in die gewünschte Richtung.

Vor ein paar Wochen fuhr ich in mein Elternhaus und probierte das Kleid an. Es passte ganz gut, aber der Reißverschluss ging nicht zu. Überhaupt gar nicht.
Egal. Ich wollte diese Fotos und wenn man von vorn fotografieren würde, würde man ja den blöden Reissverschluss nicht sehen…

Gestern Abend kam also ein Freund, der die Fotos machen würde.
Mein Mann war von dieser Idee lange nicht überzeugt, aber nach und nach stimmte er zu. Erst gestern probierte auch er also seinen Anzug an – und es passte!

Ich zog meine Hochzeitsschuhe an und suchte meine Hochzeitsohrringe. Ich zog meine Corsage an, den Reifrock – und warf mir dann das Kleid über. Ein toller Moment!
Meine Schwester bekam dann tatsächlich den Reißverschluss zu! Ich konnte gut laufen und sogar atmen.

Unsere echten Hochzeitsfotos sind im botanischen Garten in Berlin entstanden. Wir entschieden uns aber, lieber in unserem Garten zu bleiben. Mit meinen gepflanzten Blumentöpfen und einer Bank zauberten wir eine schöne Umgebung. Mein 10 Jahre altes rosa Blumengesteck hätte ich noch gehabt, aber meine Schwester brachte 10 rosa Gerberas (die schönste Blume der Welt) mit und schon hatte ich einen perfekten neuen Strauss. Wir zogen die drei Jungs um und es ging los.

Und es war so schön!
Der Fotograf war locker und entspannt und hatte tolle Ideen. Die Kinder machten wunderbar mit – das liegt auch an der anderen Foto-Geschichte, von der ich euch demnächst erzähle.
Wir machten tolle Familienfotos und stellten auch unsere Hochzeitsfotos nach. Ich bin sehr glücklich und dankbar, natürlich auch ziemlich stolz, in mein Kleid gepasst zu haben.

Diese Fotos bedeuten mir sehr viel und ich werde euch die Ergebnisse natürlich bald zeigen!

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Sommer-Mama

Das ist meine Jahreszeit.
Absolut.

März ist toll fürs Gefühl und für die ersten warmen Strahlen.
April ist toll zum Geburtstag feiern und um sich über die ersten Farben zu freuen. Aber jetzt… das liebe ich!
So warm wie es geht, so sonnig, wie es geht, so hell wie es geht. Immer bitte.

Im Juni 2015 habe ich einen Artikel von MOPS für den Blog übersetzt: In diesem Sommer möchte ich JA sagen

Ich denke immernoch oft daran.
Im Sommer fällt mir das leichter. Der Dreck, die Jungs, der Haushalt, die Termine.

Im Sommer möchte ich meine fröhlichen Kinder ansehen – und nicht den Dreck, den sie machen.

Im Sommer möchte ich in die leuchtenden Augen meiner Jungs sehen – und nicht die Flecken in ihrem Gesicht.

Im Sommer möchte ich an ihren T-Shirts sehen, wie glücklich sie gespielt haben und wie oft sie Eis essen durften – und nicht, wieviel Wäsche das bedeutet.

Im Sommer möchte ich mich an den kleinen Füßen freuen, die barfuß über Wiesen und Steine hüpfen – und nicht die schwarzen Tapsen auf dem Küchenfußboden sehen.

Im Sommer möchte ich die Pflanzen und Blumen ansehen – und nicht den gelben Blütenstaub, der auf allen Möbeln liegt.

Im Sommer möchte ich mich über alles Grün im Garten freuen – und nicht das Unkraut sehen, das wirklich wild wuchert.

Im Sommer möchte ich mich mit den Kindern auf der Terrasse in Wasserschüsseln setzen – und nicht über die Wasserflecken an den Fensterscheiben stöhnen.

Im Sommer möchte ich mit Freunden im Garten sitzen und essen und grillen und Wein trinken – und mich nicht über Geschirrberge ärgern.

Ich freue mich auf den Sommer!

 

Emilian hat heute mit seiner Klasse einen Ausflug zum Wasserspielplatz im Britzer Garten gemacht. Für die Schulkinder, die in der Schule waren, gab es das erste Hitzefrei.

Nach dem Mittag haben wir uns die leckersten holländischen Honigwaffeln gekauft und sind zu fünft ins Schwimmbad gefahren, um Emilian bei seinen letzten Stunden zu unterstützen.

Als ich im Auto über die Hitze gestöhnt habe, hat Liam sofort angemerkt, dass ich mir das doch seit langem gewünscht hätte. Und er hat ja recht.
Nur nicht mit langer Jeans – zu fünft im Auto – bei Feierabendverkehr – und Übelkeit. Hab ich ihm erklärt.

Die ersten Kinder des Kurses springen schon ins Wasser und schwimmen los. Das ist so toll zu sehen und die Eltern an der Scheibe strahlen vor Glück.
Emilian macht sehr gute und saubere Bewegungen – aber der Respekt vor dem Wasser ist noch zu groß. Ich erinnere mich an meine Angst, damals in der 3. Klasse.

Und ich höre zu, wie mein Mann, der Coach, mit Emilian redet und ihm hilft, seine Angst zu überwinden. Das ist unglaublich. Emilian ist ja sozusagen der einzige „Klient“, bei dem ich zuhören darf. Ich hatte hier im Blog schonmal geschrieben, wie das zusätzliche Studium meines Mannes uns geholfen hat… und gerade sehe ich wieder zu und bin sehr begeistert!

Der Nachmittag bestand nach Wasserspielplatz und Schwimmkurs wieder zum größten Teil aus nackt-im-Garten-durch-den-Sprenger-springen-und-vor-Freude-quietschen.

Ich bringe die Kinder zur Zeit nicht sehr pünktlich ins Bett, ehrlich gesagt. Die hellen Abende sind mir einfach zu schade.

Die Tage und Nächte, die jetzt kommen, sind wertvoll.
Für mich. Und für meine Familie.

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FamilienMutMachTag

Als wir vor ein paar Wochen die Einladung zum FamilienMutMachTag bekamen, schrieb ich mir den Termin erstmal nur in den Kalender. Der Samstag kam näher und der Tag blieb frei. Ich besprach es mit meinem Mann, bzw. informierte ich den Rest der Familie, dass wir dort hin gehen würden. Mit einer Email meldete ich uns ganz einfach an.

Pro Familie wurde um einen Betrag von 10,00 Euro gebeten, Kaffee und Kuchen inklusive. Eine Teilnahme mit Kindern ab 3 Jahren wurde empfohlen, das sehe ich auch so. Kleine Kinder stören auf keinen Fall und gehören unbedingt dazu. Ich denke, dass so ein Event zum Beispiel mit Schulkindern richtig viel Wert und einen Schatz für jede Familie bringt.

Ich lud auch Freunde ein, allerdings konnte ich ihnen zur Einladung gar nicht viel sagen. FamilienMutMachTag hört sich ja erstmal nicht schlecht an, aber wer weiß, auf welcher Bühne man am Ende gegen andere Familien antreten oder wem man von seinen familiären Problemen berichten muss..

Ein junges Paar aus unserer Kirche gehörte zum Hintergrund der Veranstaltung und von ihnen und der Internetseite bekam ich mehr Informationen.
Veranstaltungsort war ein Gemeindehaus in Potsdam. Eine Potsdamer Familie hatte das Team samt Material und Erfahrung bereits zum zweiten Mal eingeladen.

Wir waren nun mit vier Familien, die wir kannten, verabredet und trafen nach und nach in Potsdam ein. Auf Grund des schlechten Wetters fand das Event komplett im Gemeindehaus statt. Das war kein Problem, es gab genug Platz – allerdings hätte die Veranstaltung im Sonnenschein auf einer Wiese noch ganz anderen Charme gehabt.

Gegen 14:30 Uhr versammelten sich ungefähr 10-15 Familien um eine Bühne, von der wir offiziell begrüßt wurden. Es gab zwei Motto-Lieder, die für meine Begriffe etwas fetziger hätten gesungen werden können – allerdings halten die Ohrwürmer bei allen von uns bis jetzt an!

Mit einem schönen Anspiel wurde das Thema des diesjährigen FamilienMutMachTages vorgestellt. Es ging um unseren „Gefühls-Eimer“, auch als Liebestank bekannt.
Ist unser Gefühls-Eimer voller guter Gefühle, geht es uns besonders gut. Werden wir verletzt oder gekränkt oder missverstanden, verschwinden die guten Gefühle und wir fühlen uns schlecht. Unsere Jungs haben das gut verstanden.
Wir bekamen einen kleinen Becher mit Skala und Strohhalm und sollten eine Situation erzählen, die uns traurig oder fröhlich gemacht hatte und dazu den Strohhalm hoch- oder runterbewegen.

 

Dann bekamen wir eine Übersicht aller MitMach-Stationen und durften uns frei bewegen. Es gab über zehn verschiedene Ecken, in denen kleine Aufgaben oder Besonderheiten aufgebaut waren.
Alle Familien stürzten sich fröhlich ins Getümmel.
Mein Mann musste Liam zur Toilette begleiten und entdeckte auf dem Rückweg leider, dass das Kaffee/Kuchen Buffett nun auch geöffnet war. Und er landete am Kaffeetisch. Weil die Kinder und ich etwas einsam an unserer ersten Station warteten, holte ich ihn genervt mit einem bösen Blick zurück zu seiner Familie.

Unsere erste Station hieß Trinkrinne.
Zusammen versuchten wir, soviel Wasser wie möglich mit Strohhalmen aus einer Rinne zu schlürfen und so wenig wie möglich unten heraustropfen zu lassen.

Der Weg führte uns weiter in ein Bastelzimmer, in dem wir gemeinsam unseren eigenen Familieneimer bastelten.

Die Idee ist, das Bild für alle sichtbar aufzuhängen und ab und zu einer anderen Person nette Nachrichten an die Klammer zu hängen, um deren Skala nach oben zu bringen.

Unser Gefühls-Eimer hängt am Kühlschrank, glitzert schön und erinnert neben einem verrückten Foto an einen tollen Tag.

Das verrückte Foto gehörte zu einer weiteren Station.
Mit unzähligen Accessoires durfte sich jede Familie verkleiden und neben einer großen Gefühls-Skala fotografieren lassen. Sogar Jari hatte eine schöne grelle Pudelmütze auf dem Kopf! Das Foto wurde sofort ausgedruckt und sorgte für viel Spaß!

An anderen Stationen ging es natürlich auch um Spaß – und um Kommunikation, Vertrauen, Verwöhnen, Zusammenhalt, Gemeinschaft, füreinander stark sein…

Die Ideen haben uns sehr gut gefallen.
Es gab keinen Moment, in dem wir uns irgendwie blamiert oder komisch gefühlt haben. Jede Familie hat nebeneinander her die Stationen abgearbeitet, sich bei Kaffee und Kuchen getroffen oder kurz auf der Wiese draussen gequatscht.

Der ganze Tag hat uns einfach nur gut getan.

Wir haben gelernt, dass Emilian sehr gut mit verbundenen Augen puzzlen kann, während wir ihm die Teile geben und ihn mit unseren Worten leiten.

Wir haben gelernt, dass wir ganz schlecht darin sind, Klötze mithilfe eines Hakens, den wir an vier Schnüren bewegen, aufeinander zu stapeln.

Wir standen zu viert in verschlossenen Boxen und bauten ein Duplo-Gebilde nach, was einer von uns vorgebaut hatte und uns mit Worten beschrieb. Das mag hier im Blog nicht so wirken, aber ich konnte mein Duplo-Dings nicht in diesen Worten beschreiben, die meine Männer verstehen konnten. Überhaupt nicht. Es gibt so viele Möglichkeiten, eine Duplostein-Beschreibung falsch zu verstehen…
Emilian konnte sehr genau beschreiben und über Liams Erklärungen, die aber passten, mussten wir sehr lachen…

Wir bauten zusammen einen Parcour und führten einen von uns, dem die Augen verbunden wurden, mit Worten hindurch.

Es gab einen Lobethron. Die Person, die darauf saß, durfte eine Krone und einen roten Umhang tragen und durfte viel Lob von den anderen Familienmitgliedern empfangen.

Mit langen Greifern sollten wir versuchen, einen Tisch zu decken. Tischdecke, Untersetzer, Teller, Becher, Besteck. Wir hatten viel Spaß!

Es gab einen Wellness-Raum.
Nagellack, Cremes, Massagestühle, leise Musik und Bilderbücher. Ganz toll! Dort wurde Jari auch mal aus der Manduca geholt und bekam sein Fläschchen.

 

Am Ende, als wir uns wieder zur Bühne setzten,  waren alle Familien ein bißchen mehr müde und verschwitzt – aber die Gesichter leuchteten. Die Motto-Lieder klangen voller und lauter – und der FamilienMutMachTag war vorbei!

Wir haben viel zusammen gelacht. Wir hatten hundertprozentig uns als Familie. Die Kinder hatten Mama-Papa-Zeit. Wir haben gespielt, Neues voneinander und miteinander gelernt und zusammen Quatsch gemacht. An jeder Station bekamen wir viele gute Worte, Ermutigung und Wertschätzung von den Mitarbeitern.

Ich hatte vorher keine Ahnung, aber hohe Erwartungen – und ich wurde nicht enttäuscht. Sofort begann ich zu träumen, wie so ein Event in unserer Kirche aussehen könnte und welche Familien ich gern einladen würde.

Ich verspreche euch, dass es eines Tages so weit sein wird!
Und ich hoffe, ihr seid dann dabei!

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Liam, das Mittelkind

Ich wollte euch mal was von Liam erzählen.. und das passt doch ganz gut zu seinem Geburtstag.

Als Älteste von vier Kindern habe ich nicht viel Erfahrung mit älteren Geschwistern und Mittelkindern. Ich weiß aber irgendwie, dass die Mittelkinder eher mal untergehen und manchmal eine extra Portion Aufmerksamkeit gut gebrauchen können.
Das sagt Wikipedia dazu:
„Anders als der Erstgeborene müssen sie von Geburt an um die Aufmerksamkeit der Eltern konkurrieren, verlieren aber den Sonderstatus des jüngsten Kindes an das Nesthäkchen mit dessen Geburt.“

Ich weiß aber auch, dass Liam unser Mittelkind ist…
Liam, der von der ersten Minute an lauter, wacher, forscher, stimmungsgeladener, mutiger, testender und einfach mehr da war, als sein großer Bruder Emilian war. Da war keine Konkurrenz.

Weil Emilian eher vorsichtig ist und Liam manchmal nicht zu viel nachdenkt, haben die beiden Brüder sich schnell in der Mitte getroffen uns sich gegenseitig gut getan. Emilian wurde ein bißchen mitgezogen und hatte mit Liam einen mutigen Freund – und Liam hat kaum Blödsinn von seinem großen Bruder gelernt und bewundert ihn bis heute. Ich bin so unglaublich dankbar, für diese Verbundenheit, die genau deswegen da ist. Meine beiden großen Jungs lieben sich. Sie brauchen sich. Und sie sind sich gegenseitig bester Freund und Gegenüber.

So dachte ich also, dass Liam seinen Platz als Mittelkind ganz gut finden wird. Die 5 Jahre Abstand zu Jari würden an der Liebe der Brüder nicht rütteln. Eher wollte ich darauf achten, den ruhigen Großen nicht aus den Augen zu verlieren. Liam verbringt sowieso mehr Zeit mit mir, weil Emilian jeden Tag früher zur Schule geht und meist nach Liam nachhause kommt.

Dann trafen wir uns mit Liams Erzieherinnen zum Entwicklungsgespräch. Sie waren wie immer voll des Lobes über Liam, der sich gut benimmt, ein hilfsbereites, redseliges, liebenswertes Kind ist und sich gut im Kita-Alltag auskennt und einbringt.

Ein paar Tage vor diesem Gespräch hatte sich Liam mit einer Schere ein paar Haarfransen abgeschnitten. Weil ihm das unglaublich unangenehm war, wurde diese Sache kaum besprochen und einfach stehen gelassen.
Wir redeten nun also mit den Erzieherinnen über Liam und sie stellten fest, dass Liam die letzten Monate, in denen sein großer Bruder von Kita zur Schule gewechselt war und in denen ein kleiner Bruder geboren war, sehr gut „verkraftet“ und mitgemacht hatte.
Und plötzlich fiel mir auf, wie sehr! sich das Leben und der Alltag dieses kleinen Kerls in kurzer Zeit verändert hatte! Und wie toll er damit umging und umgeht.
Die Erzieherinnen, selbst Mütter von einmal 4 und einmal 3 Kindern, merkten an, dass dieser Haarschnitt ein kleiner „Schrei nach Aufmerksamkeit“ gewesen sein könnte.
Es ist nicht meine Art, zu jeder Tat eines Kindes gleich einen tieferen Hintergrund als Erklärung zu suchen – Liam war kurz vorher beim Friseur und auch das könnte ein einfacher Grund für seinen Versuch gewesen sein – aber auch als Erzieherin schätze ich die Anregungen der Erzieher und Lehrer meiner Kinder in bestimmten Lebensphasen und so behielt ich diesen Gedanken des „Aufmerksamkeitsschreis“ im Hinterkopf.

Und mit einem kleinem Erschrecken stellte ich fest, dass die viele Aufmerksamkeit, die Liam von uns bekam, tatsächlich nicht immer die positive, bestärkende war. Nicht immer.

Ja, er verbringt täglich vielleicht mehr Zeit als Emilian mit Mama und Papa… Aber Emilian bekommt viel Aufmerksamkeit und Lob, was die Schule und das Lernen und die Hausaufgaben betrifft. Er wird für seine Fortschritte bewundert, er bekommt extra Ruhe für die Schulaufgaben und er erlebt etwas Neues und Aufregendes – weg von der Kita und dem ähnlichen Alltag für beide Jungs.
Und Jari verlangt sowieso gerade Aufmerksamkeit – und bekommt sie auch von allen Seiten.

Liam ist in seiner Liebe zu Jari manchmal etwas stürmisch.
Liam ist manchmal zu laut, wenn Emilian Hausaufgaben machen muss.
Liam ist manchmal verträumt, wenn wir schnell gehen müssen.
Liam hat manchmal einen Rappel und tobt laut über Tisch und Bänke.
Liam muss manchmal einfach laut singen.

Das zu wissen und auf ein Gleichgewicht zu achten, hilft mir sehr!

Liam ist ein sehr liebevoller großer Bruder. Um Jari zu beruhigen, zum Lachen zu bringen, lässt er alles stehen und liegen. Inzwischen kennt Jari ihn und strahlt ihn an – umso besser. Oft legt Liam sich morgens neben Jari ins Bett und erzählt mit ihm.

Liam ist ein sehr bewundernder kleiner Bruder. Er lernt gern mit Emilian mit und lässt sich viel Neues aus der Schule erklären. Er hört den Geschichten aus dem Schulalltag zu und möchte Emilian in nichts nachstehen.

Liam ist ein ganz tolles Kind, ein Vorschulkind! Er hat seine Freunde. Er sagt, was er möchte und nicht möchte. Er ist musikalisch und sportlich und fit und humorvoll und aufmerksam und feinfühlig und liebenswert. Wir lachen so viel mit ihm. Er ist kreativ. Er kann sich gut Dinge merken. Er ist kindlich ehrlich und zutraulich. Er ist so begeisterungsfähig. Er zeigt seine Liebe. Er liebt es, zu singen und auf seinem neuen Schlagzeug zum spielen. Er liebt kleine Spiele wie Uno, Lotti Karotti oder Quartett. Er spielt Rollenspiele und liebt seine Autos oder Flugzeuge, um in deren Welten zu verschwinden.

Er redet und fragt, was er denkt und nachdenkt. Sicher hat Emilian mit 4 oder 5 Jahren auch viel gedacht, er hat es aber nicht so ausgesprochen oder mitgeteilt. Liam hat tiefe, gute Fragen und stellt sie ehrlich. Ausgelacht werden oder nicht verstanden werden kränkt ihn sehr!

Liam stellt Fragen wie:
– „Können Babys im Schlaf sterben? Woher weiß man denn, ob Jari noch lebt, wenn er schläft?“

– „Wird Jari mal ein Junge oder ein Mädchen? Werden wir ja dann sehen… Heute sieht er so aus, wie ein Mädchen.“
(Wir haben das Gespräch mit ihm weitergeführt. Er, der nur Brüder hat, wusste tatsächlich nicht direkt, wie sich Jungen und Mädchen unterscheiden – ausser in der Kleidung. Als wir mal so nachfragten, ob er beim Duschen nach dem Schwimmen mit den Mädchen zusammen war und so, dachte er nach und sagte sowas wie: „Ich kann doch nicht immer nach unten gucken, dann laufe ich ja gegen eine Wand.“)

– „Warum hat Emilian immer so viel Angst? Ältere müssen doch mutig sein.“

Er wechselt schnell zwischen Ernst und Quatsch. Und wenn dann so eine Frage beantwortet ist und Emilian noch lange zuhören und forschen kann und wir zusehen, wie sein Kopf Informationen aufsaugt, dann ist es für Liam aber gut und er summt ein Liedchen und geht seines Weges.

Zur U8 ging er stolz und neugierig mit der Arzthelferin mit. Für ihn war die Untersuchung ein Test, ob er 5 werden darf.
Ich vergleiche ihn nicht mit Emilian, weil sie so unterschiedlich sind. Ich freue mich über seine Neugier und Lebensfreude, seinen Humor und seine Gedanken.

Die herausfordernden Trotz-Phasen haben wir überstanden. Er hat uns ausgetestet und lautstark seine Wünsche mitgeteilt. Schritten wie „Nuckel abgeben“ oder „aufs Töpfchen gehen“ sind wir erst aus dem Weg gegangen, weil Liam ordentlich Theater machen konnte.

Liam hat es genossen, kleiner Bruder zu sein und nun war es toll und wichtig für ihn, großer Bruder zu werden. Er ist jetzt das Mittelkind, aber er wird von vier Personen hier geliebt und gebraucht. Er hat seine speziellen Rituale mit Mama, mit Papa und mit Emilian und Jari.

Liam ist Liam.
Und er ist so ein toller, hübscher, intelligenter Junge.
Nicht „kleiner Bruder von Emilian“ und nicht „großer Bruder von Jari“ – obwohl die Jungs offensichtlich auch als Drillinge durchgehen würden. Die zwei Jahre Unterschied zu Emilian merken wir kaum.

Ich finde es wichtig, darauf zu achten, wie ich mit Liam rede. Er ist sehr feinfühlig für Stimmungen und möchte und darf als großer Junge behandelt werden. Mündliches Lob und direkte Anerkennung tun ihm gut. Ein kleines, aber ernst gemeintes liebes Wort zwischendurch, das ihm zeigt, dass ich ihn sehe, ist so wichtig. Versprechen und Abmachungen einzuhalten sind wichtig für Liam. Spaß und Quatsch und Wortspiele sind wichtig. Einen kleinen ausgedachten Witz von ihm lustig zu finden, ist wichtig. Seine Erzählungen anhören und reagieren, ist wichtig. Mit 5 Jahren möchte er angehört und verstanden werden, nicht im Schatten von den Brüdern stehen.

Ich fand und finde es nicht herausfordernd, alle meine Jungs zu lieben. Jeder von ihnen ist anders und unterschiedlich liebenswert. Aber die gute, ermutigende, fördernde Aufmerksamkeit, die ein Junge von seiner Mama braucht, die möchte ich geben und nicht damit sparen!

Bäm! Da ist Liam!

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Zwischen Windeln und Hausaufgaben

Zuerst mal: Ich schreibe hier nicht so selten, weil ich zu viel mache. Keine Sorge! Diese „Unser-Alltag-ist-so-voll!“-Pausen werden schon noch früh genug kommen.
Eher ist es so, dass ich zu nichts komme. Ihr glaubt gar nicht, wie schnell ein Tag vorbei sein kann… Mit Stillen und Wickeln und Ausschlafen ist ruck-zuck ein Vormittag um und dann kommen die großen Brüder und dann ist auch der Nachmittag um. So ungefähr.

Die Abende sind mir ja die liebsten. Nicht!
Fünf Personen sind hungrig. Fünf Personen sind müde. Zwei bis drei Personen werden laut. Einer zappelt. Einer wirft seinen Becher um. Einer kotzt zwei andere voll. Einer schreit: „Wisch mir bitte den Popo ab!“ Einer erzählt von Klo-Geistern in der Schule.
Ich sag‘ jetzt nicht, wer wer ist…

Mein Mann hat mir eben meinen Still-Tee hingestellt. Den ich mir heut Vormittag gekocht habe. Und einen Obst-Teller. Nur für mich! Heute morgen hat er mir Frühstück ans Bett gebracht. Mit Kaffee. Und Orangensaft. Zum Mittag hat er Hühner-Nudelsuppe gekocht.

Es ist nämlich so:
Jari ist jetzt 17 Tage alt und hat sein Geburtsgewicht noch nicht ganz wieder. Die Hebamme besucht uns täglich. Sie sieht, dass er ein zartes, aber gesundes Baby ist. Sie sieht, dass ich stille. Sie hört, dass er gut schluckt. Aber er nimmt eben nicht zu. Oder nur sehr langsam. Sie weiß, dass ich bereits zwei Kinder ein Jahr lang voll gestillt habe und sie weiß, dass auch diese Kinder eher zart waren. Und sind.

Also versuche ich jetzt, auf meine Ernährung zu achten.
Für jemand, der auch ohne Kinder und mit theoretisch viel Zeit und Ruhe nicht zuerst ans Essen denkt, ist das gar nicht so einfach. Jetzt mit drei Kindern soll ich ausreichend, abwechslungsreich, kalorienreich, gesund, regelmäßig und überhaupt in Ruhe essen. Haha!

Ab und zu hat mein Mann am Abend Termine und ist nicht da. Er arbeitet von zuhause und ist eigentlich fast immer in der Nähe, aber die Abende ohne Mann sind am schwersten.
Meist sind wir vier dann irgendwie im Wohnzimmer und spielen oder hören Musik. Ein bißchen Hausaufgaben nebenbei – Emilian macht das gut und Liam lernt, einigermaßen in Ruhe auf ihn zu warten. Er würde so gern auch Hausaufgaben machen und wir sind auf der Suche nach guten Vorschul-Lernheften für ihn.
Die beiden lieben unseren Spiele-Schrank und UNO, DiXit, Können Schweine fliegen?, Fressen Igel Schokoriegel?, Concept, Obstgarten, Drache Kokosnuss, … sind die allerliebsten. Wir haben aber auch echt tolle Spiele!
Jari schläft meist am Nachmittag. Den richtigen Zeitpunkt, das Abendessen zu machen, verpassen wir oft. Und dann wird Jari wach und ich habe nur noch eine Hand frei. Wir räumen schnell auf, die Kinder ziehen ihre Schlafsachen an und wenn es richtig gut klappt, schaffe ich es sogar, mich mit den Jungs an den Tisch zu setzen. Sie sind groß und vernünftig – aber sie haben auch ein Recht auf Ruhe und Gemütlichkeit.. Wenn es weiter gut geht, bringe ich die Jungs mit einer Geschichte und ein paar Streicheleinheiten ins Bett. Wenn nicht, stille ich im Schlafzimmer, wir reden in meinem Bett über den Tag und die Jungs gehen erstmal alleine ins Bett, oder ich stelle mich mit Jari kurz ins Kinderzimmer und wir reden und beten und kuscheln etwas schneller.

Die beiden Jungs lieben ihren kleinen Bruder aber sehr. Das hilft.
Emilian geht immer öfter mal zu Jari und erzählt ihm irgendwas.
Liam würde am liebsten selbst stillen. Er möchte Jari immer, immer halten, möchte, dass er in seinem Bett schläft und wenn er ihn ansieht, sagt er: „Oooh, er sieht grade so richtig süß aus!“
Sie sagen mir Bescheid, wenn er Milch spuckt, aber sobald die Windel aufgemacht wird, ist keiner von beiden mehr zu sehen.

Wenn Emilian aus dem Klassenraum kommt und sieht, dass ich vor der Tür stehe, reißt er seine Hände hoch, seine Augen strahlen und er ruft: „Mama!!!“
Liam bittet mich, Jari mit in die Kita zu bringen, denn „es haben immernoch nicht alle das Bibi gesehen!“

Ich finde es nicht schwer, drei Kinder zu lieben. Die Liebe reicht für alle. Herausfordernder ist es eher, jedes Kind „richtig“ zu lieben. Jeder braucht mich anders. Jeder fordert das anders. Das muss ich gerade lernen. Nicht immer braucht das lauteste Kind mich am dringendsten. Und nicht immer heißt Ruhe und Folgsamkeit, dass ich gerade nicht dringend gebraucht werde. Ihr wisst schon.

Beim dritten Kind mache ich tatsächlich manchmal das, was man allen Müttern ans Herz zu legen versucht: Ich lege mich hin und schlafe, wenn das Baby schläft.

Ich lerne mehr und mehr, den Haushalt links liegen zu lassen. Und den Garten. Dabei bin ich sehr froh (für die Kinder), dass jetzt nicht Oktober oder November ist und wir bald wieder zusammen in den Garten gehen können! Und ich bin froh (für mich), dass jetzt nicht Mai oder Juni ist und ich wieder ein bißchen fitter und freier sein werde, wenn es Zeit für den Garten ist.
Die Zeit vergeht schneller mit drei Kindern, aber die Zeit bis zum Frühling vergeht auch in diesem Jahr nicht schnell genug. Ich will es sehen und riechen und kann kaum noch warten!

Ich merke erste Verspannungen vom Stillen und Tragen und erinnere mich an wohltuende Thai-Massagen nach den anderen Babymonaten. Wenn ich mich im Vorbeigehen im Spiegel sehe, fallen mir Augenringe auf, die ich lange nicht hatte.. und komische Rundungen an komischen Stellen, die ich auch lange nicht hatte. Ich denke über Fitness und Rückbildung nach und vergesse, dass die Geburt erst zwei Wochen her ist. Vielleicht sollte sich der Frühling doch etwas Zeit lassen…

Die Windeltorte und alle Geschenketüten stehen hier auch noch rum. Aber eher, weil ich sie mir gern angucke und mich immer wieder freue, wenn ich neue Gutscheine in den Briefumschlägen finde. Heute habe ich alle Blumensträuße entfernt und werde demnächst jede Menge Frühlingsblumen ins Haus stellen.

Ich möchte Fenster putzen.
Und die Terrasse fegen.
Und Krokusse sehen.

Bis dahin werde ich stillen und wickeln und Hausaufgaben kontrollieren und um die Wette würfeln und die Heldin für meine vier Männer sein.

 

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