mamasbusiness

papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Hallo März!!!

Endlich! Wieder einmal. Aufatmen. Gesicht in die Sonne halten. Es ist März! Egal, wie das Wetter noch wird: Es ist März! Das heisst, die dunklen kalten Monate sind vorbei. Haaach, ist das schön!!!

  

Mein März begann kurz nach Mitternacht, als ein bis dahin friedlich schlafendes Kind plötzlich aufwachte und weinte. Sehr laut und sehr lange. Wir wussten nicht, was ihn störte. Wir wechselten uns ab, schukkelten, wickelten.. nichts half. Stillen funktionierte nur kurz zur Beruhigung, aber danach wachte er wieder auf, schrie weiter und spuckte die Milch aus dem inzwischen viel zu vollen Bauch wieder aus.
Emilian wurde wach und fragte, ob er bei uns schlafen könnte. Wir schickten ihn zurück. Eine halbe Stunde später wurde er wieder wach und wollte wissen, wann ich ihn zur Schule bringen würde…
Jari ließ sich nicht beruhigen. Irgendwann kamen dann zwei laute Bäuerchen und auch die Windel wurde so richtig vollgepupst.
Leer und leicht und entspannt lag er dann wach in meinem Bett, erzählte und lächelte mich an – um 2:00 Uhr nachts. An Einschlafen war nicht zu denken und ich konnte ihm dann irgendwie nicht mehr böse sein…

Im März werde ich…

… mich freuen!
… Fenster putzen.
… mein Gesicht in die Sonne halten.
… mit Emilian einen Schwimmtauglichkeitstest machen und mit ihm zum Schwimmkurs gehen!
… eine Freundin mit Baby besuchen.
… spazieren gehen.
… zwei Kindergeburtstage vorbereiten.
… die Terrassenstühle aufstellen.
… zum Friseur gehen.
… mit Liam den 5. Geburtstag feiern!
… mit Emilian den 7. Geburtstag feiern!
… Blumen im Garten fotografieren.
… mit Liam zur U9 gehen.
… die Uhren umstellen.
… Frühlingsknospen suchen.
… mich mit Freundinnen treffen.
… Jari beim Wachsen zusehen.
… Sonne ins Haus lassen.

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Entscheidungen.

Viele Grüße von der Couch!
Ich habe wieder mal einen Abend ohne Mann überstanden. Es lief nicht so nach meinem Plan, aber es war gut.

Und ich merke, dass ich immer entscheiden kann, was sowas mit mir macht. So ein Abend, den ich anders wollte. So ein Baby, das nicht schlafen will. So eine dreckige Küche. So eine fertige Waschmaschine, fällt mir grad ein – ich bin dann mal weg..

Ich gebe meine Sauberkeit und mein Aussehen und meinen Zeitplan nicht ganz auf. Ich lerne von Kind zu Kind mehr, Dinge sein zu lassen und Zeit zu sparen und entspannter zu werden. Aber es gibt Sachen, die müssen einfach sein, die lasse ich mir noch nicht nehmen. Und das ist meine Entscheidung.
Mal ein paar Beispiele aus den letzten Tagen:

Ich könnte genervt auf der Couch neben Jari liegen, ihm ungeduldig über den Rücken streichen und darauf warten, dass er einschläft und ich endlich sauber machen und Abendbrot essen kann… Aber ich hab mich dazu entschieden, ihn mir schnell im Tuch um den Bauch zu wickeln, mit ihm Staub zu saugen, zu wischen und zu essen.

Ich könnte unzufrieden über die „langweilige Wahl“ meiner Kinder mit ihren Faschings-Kostümen sein und könnte daran denken, wie toll wohl andere Kinder aussehen… Aber ich hab mich dazu entschieden, mich an ihrer Freude am Sportler- und Cowboy-sein zu freuen und dankbar für ihre Kreativität zu sein. Und dass ich keine teuren neuen Kostüme kaufen muss.

Ich könnte mich aufregen, dass in Zeiten der finanziellen Unsicherheit natürlich teure Dinge kaputt gehen und bald ersetzt werden müssen… Aber ich hab mich dazu entschieden, abzuwarten, zu vertrauen, dass wir versorgt werden und treu wie Liam für ein neues Auto zu beten.

Ich könnte mich wundern, dass mein Mann und ich eine Stunde nebeneinander her spazieren, ohne ein Wort zu sagen und ich könnte denken, dass irgendwas ist und ich könnte krampfhaft Worte suchen, um irgendetwas zu sagen… Aber ich hab mich dazu entschieden, die vertraute Zweisamkeit zu genießen, die Stille Stille sein zu lassen und mit der frischen Luft und Natur meinen Kopf wieder aufzuräumen.

Ich könnte Emilians Wunsch auf Cake Pops zum Fasching ignorieren und stattdessen schnelle Muffins backen… Aber ich hab mich dazu entschieden, ihm seinen Wunsch zu erfüllen, den Tag freizuhalten und zwischen Stillen und nochmal Stillen und Kinder abholen und Mittag essen eben Cake Pops zu backen, in Schokolade zu tauchen und mit Streuseln zu dekorieren.

Ich könnte so genervt über meine trockenen Hände und ungepflegten Nägel sein (bin ich eigentlich auch) … Aber ich möchte mich dazu entscheiden, mich auf die Zeiten zu freuen, in denen ich wieder Zeit und Ruhe für Nagellack habe und mir bis dahin schön die Hände einzucremen.

Ich könnte meinen fremden weichen Bauch hässlich finden und genervt sein, dass ich nur unschöne Still-BHs tragen kann und noch nicht meinen Sport machen darf… Aber ich hab mich dazu entschieden, geduldig zu sein und mir zu sagen, dass ich erst vor 5 Wochen ein Baby geboren habe und dass die Zeit für Workout kommen wird. Immerhin passen mir meine Hosen von früher und mein Mann findet mich toll.

Ich könnte mich auf Pinterest in schönen Fotos und Rezepten und Frühlingsfarben verlieren… Aber ich hab mich dazu entschieden, erstmal die Rezepte zu backen, die ich noch auf der Liste habe und Neues Stück für Stück zu probieren.

Ich könnte beim Stillen ungeduldig auf der Couch sitzen und dem hinterhertrauern, was ich in den Minuten alles nicht schaffe… Aber ich hab mich dazu entschieden, die Zeit zu nutzen. Zum Lesen, zum Vorlesen, zum Schlafen, zum Baby angucken.

 

Ganz so einfach ist das alles nicht.
Oft erledige ich am Abend ganz viel und entscheide mich dann gegen den Schlaf. Geht nicht immer. Und ich vergesse oft, selbst zu essen und entscheide mich gegen ein paar ruhige Minuten, in denen ich sitze und esse. Geht auch nicht immer.

Aber das sind die ersten Wochen…
Und ich genieße!

Jari wächst, aber noch mussten wir keine Kleidungsstücke aussortieren. Er wird wacher und aufmerksam und grinst immer öfter mal. Er hat weniger Bauchweh, aber ich passe auf, was ich esse. Er schläft gut und viel, jetzt auch immer mehr draussen. Er sieht beiden Brüdern unglaublich ähnlich und wir sind gespannt, was für ein Kind er wird.

Emilian wird eine coole Socke. Er beendet jetzt Sätze so mit „Alter!“, er springt im Schlussprung auf Schränke und Regale, er ist fast zu cool fürs Aufräumen und Hausaufgaben machen und er hat’s voll drauf. Aber er hat ein riesengroßes Herz für seine Brüder. Er ist sehr liebevoll und geduldig, hilfsbereit und fröhlich, er hat einen feinen Humor und ist ein toller Kerl!

Liam ist ein ganz toller Junge. Beim Entwicklungsgespräch mit den Erziehern ist uns so aufgefallen, dass sowohl die Einschulung des großen Bruders, als auch die Geburt des kleinen Bruders etwas mit Liam gemacht haben. Diese Veränderungen prägen ihn. Er genießt es sehr, nicht mehr der Kleine zu sein und versucht doch, mit Emilian mitzuhalten. Er ist nicht so das typische stille Mittelkind, das man vergisst. Er genießt Zeiten alleine, Zeiten alleine mit Mama und Papa und unsere Aufmerksamkeit. Er kann sich sehr gut ausdrücken und überrascht uns mit tiefen Gedanken oder schlauen Zusammenhängen.

In den nächsten Tagen würde ich gern mit den Kindern die Terrasse und den Garten schön machen und endlich die Fenster putzen. Mal sehen, wie wir uns entscheiden…

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Er ist da!

Hallo! Ich bin seit kurzem eine Mama von drei wunderbaren Söhnen. Willkommen auf meinem Blog!

Ich hab es schon vermisst, euch zu schreiben. Seit dem letzten Eintrag ist hier eine Menge passiert… Aber weil mein Herz und Kopf so voll und ungeordnet sind, werde ich euch einfach kurze Szenen an den Kopf knallen – für einen „normalen“ Eintrag bin ich noch nicht sortiert genug… Mehr Fotos und kleine Beiträge für zwischendurch könnt ihr auf meiner Facebookseite Mamasbusiness finden.

* Am 21. Januar wurde Timo Jari geboren!

* Fast unnötig zu erwähnen, dass viele meiner Sorgen mal wieder unbegründet waren… Als die erste Wehe kam, wusste ich sofort, dass das die erste Wehe war. Das ist einfach so. Und die Wehen der Tage davor waren nichts im Vergleich dazu.
Es war Freitag Nacht, perfekter Zeitpunkt, ich hatte noch nicht geschlafen, als ich meinen Mann weckte. Er sprang grinsend aus dem Bett, voll von Vorfreude!
Ich hatte mir fest vorgenommen, auf dem Weg ins Krankenhaus nicht mehr sowas wie „Ich hab Angst!“ oder „Ich will nicht!“ zu sagen, sondern eher „Endlich!“ oder so. Naja.
Es war 01:14 Uhr, als wir das Schlafzimmer verließen. Noch bevor Oma und Opa da waren, fuhren wir los. Die Strassen waren frei, die Autoscheiben mussten nicht gekratzt werden, die Kinder schliefen, ich hatte meinen Mann bei mir, der so viel Freude und Ruhe verbreitete, der „Storchenparkplatz“ vor dem Krankenhaus war frei und wir hatten Zeit und Ruhe und die dunkle, kühle Nacht für uns. Alles war perfekt!

* Nach ungefähr 2 Minuten in unserem Apartment (ich sag ja: „Kreissaal Hotel“) entschied die Hebamme, dass es Zeit für den Kreissaal war. Ja, war es. Ich hatte ordentlich eklige Wehen und kaum Pausen. Es war ungefähr 01:30 Uhr. Wir bekamen das Zimmer, in dem auch Liam geboren wurde. Ich stellte mich wieder ans Bett, hielt mich an denselben Griffen fest, mein Mann fütterte mich mit Traubenzucker und hielt mir seine Hand hin, wenn ich Halt brauchte. Die junge Hebamme stand mir sehr zur Seite, redete mir gut zu und tat alles, um es angenehm für uns zu machen. Als sie nach dem Telefon griff, um die Ärztin zur Geburt zu rufen, platschte ein kleiner Junge aus mir heraus, den sie mit der anderen freien Hand schnell und sicher auffing. Es war 02:07 Uhr.

* Trotzdem ich diese Geburt viel zu intensiv und schmerzhaft fand, war ich von Anfang an mit dem Kopf viel mehr dabei, als bei den anderen Jungs. Und das nehme ich bis jetzt wahr.
Als Emilian als erstes Kind geboren wurde, war ich 24. Ich hatte keine Ahnung und lernte, eine Mama zu sein.
In einer stressigen Zeit für uns kam Liam 2 Jahre später dazu, Emilian war noch sehr klein und brauchte Nuckel, Windeln und Mama..
Aber jetzt… ich habe Erfahrung, fange aber gleichzeitig fast neu an. Wir haben große tolle Jungs, hatten in den letzten Jahren so wunderbare Familienzeiten samt Auslandsjahr, ich hatte meinen Körper, mein Bett, meinen Schlaf und viel Zeit für mich – und ich stelle fest, dass ich Jari ganz anders neu und viel mehr genießen kann. Ich habe Zeit und Ruhe, die Brüder verstehen gut, wenn sie kurz warten müssen, ich habe viel Hilfe von Freunden und Familie und es ist alles perfekt. (Und vielleicht habe ich auch gerade zu viele Glückshormone um mich herum…)

* Nach den ersten Untersuchungen und einer Ruhepause verließen wir das Krankenhaus zu dritt um 06:30 Uhr. Es war immernoch dunkel. Ich plapperte vor mich hin, weil mein Kopf noch nicht ganz mitgekommen war. Einerseits konnte ich nicht glauben, dass da hinten im Auto ein Baby mit uns fuhr. Wenn ab und zu ein kleines Geräusch kam, erschraken wir beide fast. Andererseits hatte ich viel zu verarbeiten und schwor mir, mal wieder – aber noch mehr als sonst – keine weiteren Kinder mehr zu bekommen. Nie mehr. Nie wieder.

* Heute, an Tag 6, ist die Geburt schon wieder so weit weg.
Die Sonne scheint, das Baby schläft, die Nachwehen sind fast vorbei, das Stillen klappt wunderbar, Jari nimmt zu, der Milcheinschuss ist vorbei, die Hebamme ist begeistert von unserer Entwicklung und sagte ich das mit den Glückshormonen schon? Naja, und dieses „nie“ von „nie wieder Kinder“ ist schon nicht mehr ganz so groß und fett wie vor 5 Tagen…

* Der Wohnzimmertisch ist voll von Blumen und Geschenken. An jedem Tag kommt eine andere Freundin vorbei, die fertiges Mittag für uns bringt. Meine liebe Schwiegermutter holt Emilian und Liam täglich von Schule und Kita ab und bringt sie uns. Ich habe zur Zeit nicht viel mehr zu tun, als auf der Couch zu sitzen und zu stillen. Dort kann ich auch Hausaufgaben kontrollieren, vorlesen, UNO spielen und Filme gucken. Dorthin kommt die Hebamme einmal am Tag und dort landet Liam sofort nach der Kita. Er ist das Gegen-Magnet zu Jari. Wo Jari ist, ist Liam. Er hält ihn, streichelt und tröstet und „übersetzt“, was Jari so von sich gibt. „Der liebt mich, weil ich jeden Tag Hallo in den Bauch gesagt hab.“

* Emilian ist sehr liebevoll und vorsichtig, aber ein bißchen zurückhaltender. Er hat ein großes verliebtes Lächeln für Jari. Am Anfang der Woche hatten wir ein Gespräch mit Emilians Lehrerin zum Ende des ersten Halbjahres der ersten Klasse. Sie lobte ihn sehr und sagte, dass sie gern mehr Kinder wie ihn in der Klasse hätte. Er sei sehr gut und fleißig in allen Fächern, er sei bei allen beliebt, er könne Gehörtes gut wiedergeben und er habe ein außergewöhnlich großes Allgemeinwissen. Sie sagt, er würde in sich ruhen und wach und ausgeglichen sein. An jedem Tag kommt er fröhlich aus der Schule und erzählt von seinem Tag. Ich bin so stolz! Und ich ärgere mich nicht, dass er zur Zeit kein straffes Nachmittags-Programm hat. Er darf Kind sein und er ist Kind. Und morgen feiern wir das bestandene erste Halbjahr!

* Seit ein paar Tagen probieren wir ein neues Uhrzeit-System aus. Wir haben die kleine weiße Uhr von IKEA mit bunten Zetteln markiert, sodass die Minuten von 06:50 Uhr bis 07:30 Uhr eingeteilt sind in Anziehen, Spielen, Essen, Packen, Anziehen, Losgehen. Das funktioniert erstaunlich gut. Mein Mann ist konsequent und lässt Emilian wirklich allein die Zeit im Blick behalten – auch wenn dann eben einer der Bereiche zu kurz kommt oder ausgelassen werden muss. Emilian richtet sich bereits am Abend darauf ein, pünktlich und gut aufzustehen und er macht das so gut. Ich freue mich für ihn, dass es bald heller und irgendwann auch wärmer wird. Er wünscht sich so, dass ich ihn bald wieder bringe. Und ich freue mich auch darauf.

* Heute werden wir zum Kinderarzt gehen und die U2 machen lassen. Ich habe seit Ewigkeiten keinen eigenen Kinderwagen mehr geschoben und war überhaupt auch lange nicht an der frischen Luft – ich bin gespannt!

* Ab und zu überfällt mich eine Müdigkeit, die ich nicht mehr kenne. Ich habe lange, lange durchgeschlafen und selbst in der Schwangerschaft konnte ich viel ausruhen und schlafen. Aber jetzt schlafe ich natürlich nicht durch. Überhaupt nicht. Ich kann mich noch nicht wieder ganz so wie vorher bewegen und ich trinke kaum Kaffee. Und dann gähne ich und muss mich hinlegen, ich schlafe so tief ein, dass ich nicht mehr weiß, wo und wer ich bin… Ich bin so dankbar, dass der Frühling mit Sonne und Wärme und Licht und frischer Luft bevorsteht. Denn eines Tages werde ich nicht mehr ausschlafen können. Ich werde Jari irgendwie pünktlich satt und fertig in den Wagen legen müssen, um morgens oder mittags meine Runde zu drehen. Ich werde nicht immer auf der Couch chillen können.
Bis dahin aber genieße ich und lasse mich verwöhnen.

* Mit meinen Fotos und Berichten habe ich in den letzten Tagen den Hormonhaushalt sämtlicher Mütter-Freundinnen durcheinander gebracht und den einen oder anderen Kinderwunsch wieder wachgerüttelt. Ich kann das gut verstehen. Wir sind aber auch so leicht durcheinanderzubringen… „Hatte ich gesagt, ich möchte keine Kinder mehr? – Niemals habe ich sowas gesagt!“
Jari ist mit seinen 50 cm und 3kg ein kleines zartes Wesen, aber er wird tatsächlich schon größer!
Vor ein paar Tagen habe ich hier geschrieben, dass ich nicht so viel „Früher war alles besser.“ und „Später wird alles besser.“ denken will. Aber haaach, warum kann er nicht einfach so klein und zart bleiben?
Meine Schwägerin hat mich besucht. Ihr Baby kam am 17. Dezember. Der Unterschied von den paar Wochen ist schon deutlich zu sehen.

* Wenn Jari immer klein und zart bleiben würde, würden die Brüder sich schnell langweilen. Sie würden nicht mit ihm lachen und spielen können. Er würde immer meine Nähe brauchen und ich würde wahrscheinlich nie mehr ordentlich schlafen können. Es ist schon alles gut, so wie es ist. Und das lernen meine Hormone auch irgendwann.

* Weil er so schnell wächst, kann ich euch ruhig ein paar Babyfotos zeigen. Er sieht ja sowieso schon bald wieder ganz anders aus…

 

* Am Montag war schulfrei und die beiden Jungs durften das Wochenende bei meinen Eltern verbringen. Mama und Papa und Jari hatten die ersten drei Tage ganz für sich.
Morgen ist der letzte Schultag vor den Winterferien und ich freue mich auf eine ruhige Familienwoche.

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Mein Jahresrückblick 2016

Ich hab mich schon auf diesen Jahresrückblick gefreut, obwohl es immer richtig lange dauert, ihn zusammen zu sammeln und zu schreiben. Wie heute auch.
Aber so ein Jahr im Rückblick ist was Besonderes für mich.. da bleibt mir ausser Dankbarkeit gar nicht viel übrig. Und ohne meine ganzen Einträge würde ich vergessen, wie voll und schön und ereignisreich dieses Jahr für uns war.

Dieser Eintrag wird bei Jana auf dem Hebammenblog zur Blogparade verlinkt. Guckt euch auch mal alle anderen schönen Rückblicke von 2016 an!

 

Januar

Mit Freunden haben wir Silvester bei uns gefeiert und im Garten gegrillt! Ich war schwanger, noch wusste niemand davon – aber kurz nach dem Start in das neue Jahr mussten wir uns von unserem Baby verabschieden, auf das wir über ein Jahr gewartet hatten! Wir haben das überhaupt nicht „erwartet“ natürlich oder befürchtet und waren erschrocken und traurig.
Aber Freunde und Familie und die beiden großen Kinder haben uns geholfen, weiterzumachen. Ich weiß auch nicht, ob ich das so einfach schreiben könnte, wenn jetzt nicht ein 37 Wochen altes Baby in mir strampeln würde..
Im Januar waren wir zum ersten Mal im Zirkus und im Kino (mit Emilian), wir haben Besuch aus Kanada gehabt und waren mit Opa auf dem Eis. Emilian hat sich ganz, ganz langsam von der Kita abgenabelt und Liam hat dort mehr und mehr seinen Platz gefunden.

 

Februar

Der Februar ist ja normalerweise mein „Ich halte es nicht mehr aus, bis der Frühling anfängt“-Monat und sonst eher ruhig – aber in diesem Februar 2016 war ’ne Menge los! Erinnert ihr euch??? Uns sind mehrere Lichter aufgegangen! Und ich habe angefangen, im Büro zu arbeiten!
Vom 12.-22. Februar haben wir an einem besonderen Experiment von Lumizil teilgenommen. Wir haben komplett ohne elektrisches Licht gelebt und wurden am Ende mit neuen Lampen im ganzen Haus belohnt. Unsere täglichen Berichte und Erfahrungen könnt ihr gern nochmal nachlesen.
In genau dieser Zeit habe ich angefangen, wieder zu arbeiten. Zwar nicht als Erzieherin, sondern als Aushilfe in einem Versicherungs-Büro, aber es war doch der erste Schritt zurück in die Arbeitswelt. Mein Mann hatte Geburtstag, während des Experiments war er auch noch ein paar Tage auf Dienstreise und zum ersten Mal haben beide Kinder Fasching gefeiert.

 

März

Im März haben wir den Opa meines Mannes beerdigt.
Mein Bruder kam nach einem langen Auslandsaufenthalt wieder zurück nach Berlin, ich habe ihn mit den Jungs vom Flughafen abgeholt. Wir gingen zum ersten Entwicklungs-Gespräch zu Liams Erzieherinnen und waren begeistert, wie treffend sie uns unseren Sohn beschreiben konnten und wie gut er in der Gruppe angekommen ist. Mit vielen Freunden von früher haben wir das Comeback einer coolen Jugend-Band gefeiert, meine Schwester kam mit Mann für ein paar Tage zu Besuch, wir waren zu einer schönen Hochzeit von Freunden eingeladen und haben natürlich Kindergeburtstag gefeiert. Liam bekam eine coole Piraten-Party mit schöner Deko und Emilian hat mit Freunden einen Polizisten-Geburtstag gefeiert. Wir haben mit allen Familien Ostern gefeiert und hatten mehrmals Besuch aus Kalifornien.

 

April

Zu meinem Geburtstag habe ich mal wieder groß und wunderbar mit vielen, vielen Freunden gefeiert. Ich liebe es! Zum ersten Mal habe ich einen american Cheesecake gebacken und seitdem noch ein paarmal. Auch zum ersten Mal war ich Gastgeberin einer Tupperparty und es war ein voller Erfolg! Liams Kita-Gruppe war zum Frühstück bei uns und ich hab meine Oma mit meiner Cousine und ihren Kindern besucht. Das taten wir ab dann einmal im Monat. Die Jungs haben angefangen, die EM Sticker zu sammeln und waren total im „Manu Neuer“-Fieber.
Mein Mann war für eine Woche beruflich unterwegs und zum ersten Mal war ich alleinerziehend mit zwei Kindern und Job. Die Kinder waren sogar eine Nacht bei Oma und Opa, damit alles gut funktionieren konnte. Ich bin nach langer Pause wieder viel mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, habe Freundinnen besucht und habe das wärmere Wetter genossen. Wir waren im Britzer Garten, haben zwei Mädels mit einer Babyparty überrascht, Liam hat seine U8 bestanden und wir haben in der Familie viele Geburtstage gefeiert.

 

Mai

Der Mai war voll von schönem Wetter und Urlaubs-Gefühlen. Wir haben den Feiertag mit 50 Freunden im Britzer Garten verbracht und uns erste Sonnenbrände geholt. Die Jungs sind für ein paar Tage mit Oma und Opa nach Mecklenburg Vorpommern gefahren und wir sind später hinterher gefahren. Dort im Urlaub kam zum ersten Mal die Ahnung meiner neuen Schwangerschaft… Ich verbrachte wieder meine Stunden im Büro mit sehr langen Montags-Diensten, wir holten ab und zu unsere kleine Freundin aus der Kita ab, wir feierten den 1. Geburtstag unseres Neffen und ich bekam eine Email von der MOPS-Koordinatorin aus Heidelberg, die damit einen großen Stein ins (weiter)rollen brachte. Eine ganz tolle Familie aus Kalifornien besuchte uns und wir hatten schöne Zeiten in und um Berlin. Emilian fuhr mit Papa und der Kita-Vorschulgruppe ins Olympiastadion zur Kitajade und erlebte einen richtig tollen Tag! Immer mal wieder besuchte ich mit den Kindern die „Teestube“ in einer Unterkunft für Geflüchtete und wir erfuhren bei einem Familien-Abendessen, dass die Jungs im Dezember einen Cousin bekommen würden. Wir genossen den Frühling in unserem Garten sehr – mit Holunderduft, Pool, Grill-Partys und langen Abenden. Mit Freundinnen feierte ich eine sehr schöne „Wine and Paint“ Party.

 

Juni

Sommer-Erinnerungen.
Mutig fuhr ich ganz allein mit verschieden seriösen Mitfahrern nach Heidelberg und zurück. In Berlin sollte nun offiziell die erste deutsche MOPS-Gruppe entstehen. Wir waren in Spandau bei unserem dritten Pentatonix-Konzert, wir besuchten Freunde, wir feuerten unsere National-Elf zur EM an und fuhren zum Erdbeerhof nach Elstal! Wir Eltern gingen zu einer ersten Info-Veranstaltung in unsere zukünftigen Grundschule. Immer wieder fuhr mein Mann für ein paar Tage nach Hannover, um sein Studium voranzubringen. Emilians Kitagruppe besuchte uns zum Abschieds-Frühstück. Die Kita-Tage waren gezählt..

 

Juli

Deutschland warf Italien in der Fußball Europameisterschaft raus.
Das muss jetzt hier mal ganz oben stehen… War DAS ein spannendes Spiel! Zu dem Zeitpunkt feierten wir gerade eine Hochzeit mit Freunden, saßen in einer Scheune und konnten nicht glauben, was wir da sahen. Im Juli entdeckten wir Gatow, wo wir selbst Erdbeeren und Himbeeren ernten konnten. Ein Traum! Es war ein verregneter Sommer, glaube ich, aber wir badeten in Seen, besuchten wieder meine Oma und feierten einen ganz tollen Kita-Abschied für Emilian. In den Sommerferien kauften wir eine Schultasche für Emilian, sahen das EM-Finale, und feierten ganz groß den 30. Geburtstag meiner Schwester. Wir sagten den Kindern, dass sie ein Geschwisterchen bekommen würden, filmten sie dabei und schickten das Video an Familie und Freunde. Mit einer Freundin aus Amerika gingen wir in den Zoo und wurden vom Regen so nass! Emilian hatte einen Freund übernacht zu Besuch, ich war mit Freunden im Open Air Kino und wir als Familie fingen an, PokémonGo zu spielen. Kurz vor Beginn der Sommerferien lag endlich ein lang ersehnter Brief von der Grundschule im Briefkasten. Wir erfuhren, wer Emilians Klasse und Lehrerin sein würden, welche Termine auf uns warteten und wie der Tag der Einschulung ablaufen würde.

 

August

Die letzten Tage vor der Schule lagen im August vor uns. Wir haben es uns schön gemacht und ich hab versucht, viel Mama-Zeit mit meinem Großen zu verbringen. Dazu gehörte auch, dass ich mit ihm für ein paar Tage nach Dresden zu meiner Schwester fuhr. Dort erzählt sie mir, dass auch sie ein Baby erwartet. Zum Geburtstag meiner Mama und meines Schwagers waren wir auf schöne Bootsfahrten in Berlin eingeladen. Aber es war kühl, erinnere ich mich. Auch, als wir als Familie mit einer Blogger-Kampagne ins Freibad eingeladen waren, war es nicht übermäßig warm. Wir guckten fasziniert ganz viel Olympia und nach einer großen Geburtstagsfeier mit meiner Oma in Frankfurt/O. sind die Jungs mit meinen Eltern in den ersehnten Sommerurlaub aufgebrochen. Ostsee satt. Schöne Fotos zeigten uns, dass es ihnen sehr gut ging. Währenddessen ruhten wir uns aus, räumten zuhause ein bißchen auf, ich bastelte zum ersten mal eine Schultüte und bereitete die Einschulung vor. Wir feierten wieder eine Hochzeit mit Freunden und bauten mit an einem neuen, tollen Spielplatz auf dem Gelände unserer Kirche. Mit zwei Gewinnerinnen ging ich zu einem Lagerverkauf von Kinder- und Babysachen in Berlin. Mein Mann überraschte mich mit einer Kurzreise nach Prag, die sehr schön war! Und nach 7 Monaten hörte ich wieder auf, im Büro zu arbeiten, um Zeit fürs Schulkind und Baby zu haben.

 

September

Wir fuhren den Kindern hinterher, um auch ein paar Tage Ostsee-Urlaub zu haben und sie dann wieder mit zu uns zu holen. Nach einer kurzen Abschlepp-Unterbrechung inmitten Mecklenburg Vorpommerns kamen wir am Vormittag in schönstem Sonnenschein an und trafen unsere kleinen, blonden, braungebrannten Jungs am Strand. Wir genossen kurz die frische Brise, bevor es zurück nach Berlin ging. Die letzten Tage ohne Schule lagen vor uns… Wir gingen zum allerersten Elternabend der neuen ersten Klasse und hörten dankbar der tollen, jungen Lehrerin zu. Bei der Feindiagnostik wurde bestätigt, dass unsere Jungs einen Bruder bekommen und wir lernten die Hebamme kennen. Das Wetter im September war wirklich toll! Wir gingen ins Freibad, pflückten frisches Obst auf Feldern und feierten ein großes, wunderbares Nachbarschaftsfest zum 5. Jubiläum unserer Kirche. Und den letzten freien Tag verbrachten wir in schönster Sonne in Elstal auf dem Erdbeerhof. Dann kam die Einschulung, die einfach ein ganz, ganz toller Tag war. Am 12. September brachte ich meinen Sohn zum ersten Mal zur Schule. Wegen des schönen warmen Wetters fiel viel Unterricht aus und Emilian reagierte leicht gelangweilt. Ich bin sehr dankbar über die ersten Schultage, -wochen und -monate. Emilian macht das richtig gut!
Im September zog eine Freundin für einen Monat bei uns ein und wir fingen mit kleinen MOPS-Treffen in unserer Kirche an.

 

Oktober

Am 3. Oktober fuhren wir mit meiner Familie mit den Rädern nach Potsdam. Es war immernoch warm und sonnig. Mein Mann wurde nach Ägypten eingeladen und erlebte dort ein paar schöne Tage mit Freunden aus Kalifornien. Ich habe mir tatsächlich Gummistiefel gekauft. Mit den Kindern war ich wieder zum Blogger-Café eingeladen und wir gingen ins Schwimmbad, zu meiner Oma und in den Dino-Park. Emilian verlor seinen ersten Zahn! Der zweite wackelt jetzt erst. Der Nestbautrieb packte mich und ich konnte viel räumen, weggeben, wegwerfen, aussortieren und vorbereiten. Mehr und mehr freuten wir uns auf das Baby. Wir genossen die ersten Herbstferien, besuchten das Planetarium und ruhten aus. Für eine Nacht luden meine Eltern die Kinder ein und wir entspannten einen Tag in der Therme in Bad Belzig. Den Abend des 31. Oktobers verbrachten wir bei Freunden im Garten am Feuerkorb. Unsere Mitbewohnerin zog nach Dresden.

 

November

Erfolgreich habe ich die letzten Wochen des Jahres leer gehalten. Unser Alltag war ruhig und entspannt. Oft brachte ich Emilian morgens in Dunkelheit und Kälte zur Schule, noch immer mit dem Rad. Wir lernten andere Schulkinder und deren Eltern besser kennen und verabredeten uns. Es war schon sehr kalt und so schafften wir mit unseren selbst-gebastelten Laternen den Kita-Umzug nicht ganz. Wir feierten eine Babyparty für meine Schwägerin, ich kaufte einen Stubenwagen und kleines Baby-Zubehör für unser Kleines. Mit Freundinnen packte ich Pakete für „Weihnachten im Schuhkarton“ und mit meinen Schwestern verbrachte ich ein schönes Wochenende in Berlin. Wir hörten viel Weihnachtsmusik, schmückten das Haus und ich füllte Adventskalender.

 

Dezember

Offensichtlich wird es unser Baby noch aushalten und nicht im Dezember kommen, worüber ich sehr froh bin. Die Spannung steigt jedoch täglich! Vor ein paar Tagen habe ich meinen ganz frischen Neffen kennengelernt und gesehen, wie meine Söhne ihren Cousin ansahen. Ich freue mich riesig!
Wir bekamen wieder Besuch aus Kalifornien, die Jungs bekamen einen tollen neuen Haarschnitt und wir meldeten uns im Krankenhaus an. Auch in diesem Monat besuchten wir unseren Erdbeerhof in Elstal und sahen die Eiswelt an. Wir beendeten die Serie „Prison Break“, die uns wie keine andere gefesselt hat. Ich habe eine ganz tolle neue Kita-Mama kennengelernt, Weihnachtsfeiern gefeiert, ein Lebkuchenhaus gebaut, den Kinderwagen aufgebaut und Stück für Stück alles fürs Baby vorbereitet. Wir haben Geschenke gesucht, bestellt und eingepackt. Ganz stolz waren wir auf Emilians Auftritt beim Weihnachtsmusical. Eine kleine Krankheitswelle ließ uns Schule und Kita vorzeitig beenden und so gehörte noch mehr Ruhe zum Dezember.
Die Weihnachtsfeiertage waren wunderschön, voller Freude, Familie und Fröhlichkeit. Wir sind beschenkt und dankbar. Ich ruhe mich aus, räume hin und her, putze noch einmal alles durch und bin bereit, mein drittes Baby kennenzulernen.
Die Kinder zeigen keine Langeweile, obwohl sie schon so lang zuhause sind. Sie können seit ein paar Tagen beide UNO spielen und sie lieben es! Während eines Spiels habe ich ihnen heute vorgelesen, was ich hier so geschrieben habe… und das waren schöne Momente, zusammen als Familie an die Highlights unseres Jahres zu denken!

Danke, dass ihr im Jahr 2016 gelesen habt, was ich geschrieben habe.
Danke, dass ihr Freud‘ und Leid mit uns geteilt habt.
Ich wünsche euch einen guten Start in das neue Jahr 2017!

 

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Alltag mit Schulkind und Babybauch

Jetzt kurz vor den Herbstferien würde ich sagen, dass wir inzwischen richtige Schuleltern geworden sind. Unser Alltag läuft rund (meiner erst!), die Abläufe funktionieren und es geht uns sehr gut.

An jedem Morgen klingelt mein Wecker um 6:00 Uhr und so irgendwann zwischen 6:00 Uhr und 6:30 Uhr stehe ich auf. Ich schaffe es nicht annähernd, abends rechtzeitig im Bett zu sein, aber ich schaffe es irgendwie, pünktlich aufzustehen.
Fast immer wecke ich Emilian, wenn ich mich fertig gemacht habe und fast immer wird Liam mit wach. Aber beide sind dann auch sofort da – keine Morgenmuffel wie ihre Mama, sondern gleich zu allen Taten bereit.

Die Jungs frühstücken leise und ich packe Emilians Brotbox. Ich versuche, den Kindern beizubringen, dass sie sich zuerst anziehen sollen und dann später spielen können, wenn noch Zeit ist. Meist ist sogar noch Zeit und ich bin sehr froh, dass wir die Morgenstunden in Ruhe und guter Laune verbringen können. Das ist mir sehr wichtig, denn wir alle brauchen einen guten Start in den Tag.

Gegen 7:30 Uhr gehe ich mit Emilian aus dem Haus. Liam spielt und singt dann noch ’ne Runde im Kinderzimmer. Ein einziges Mal bis jetzt habe ich Emilian mit dem Auto gebracht… Die Straßen waren so voll, uns wurde nicht warm auf den paar Metern und schneller waren wir auch nicht. Also schiebe ich mein Fahrrad, die Schultasche steht im Korb und Emilian sitzt auf meinem Sattel. Wir reden und lachen, treffen Schulfreunde und beobachten Baustellen.

Ich mag diese Zeit sehr, die ich mit beiden Jungs allein habe. Und gerade für Emilian ist es wichtig, dass wir in guter Stimmung in der Schule ankommen.

Ich denke, Schule ist genau das Richtige für ihn.
Er ist einer von vielen im gleichen Alter. Er kommt gut mit, er sucht sich Freundschaften aus und er macht seine Sache gut.
In meiner Erinnerung war ich die ersten Jahre in der Schule ein kleines piepsiges Mäuschen. Auch ich war das erste Schulkind in der Familie. Ich weiß nicht, ob und wann ich mich getraut habe, mich zu melden. Schule war laut und wild. Glaube ich.
Aber Emilian redet mit und diskutiert und ich erfahre viele interessante Kleinigkeiten, die mich sehr stolz machen. Ich sehe, wie ihn die anderen Kinder begrüßen, wenn er kommt. Ich höre, von welchen Mitschülern er sich bereits wieder zurückzieht. Ich staune, dass er alle Namen schon kennt. Er ist ein großer Junge geworden.

Die Zahlen 1, 2 und 3 schreibt er sauberer als die Buchstaben. Er hat das L, das O und das A gelernt. Bald kommt das M. Neu sind für ihn die kleinen Buchstaben. An den Linien im Heft versucht er, sich zu orientieren. Ganz klar und hell singt er „Hejo, spann‘ den Wagen an“ – das haben sie in Musik gelernt. Von jeder Sportstunde bringt er ein neues Spiel mit. Die Mathelehrerin scheint sehr laut und streng zu sein, das nervt ihn – aber sie meint die anderen Kinder, sagt er und kann davon Abstand halten. Er arbeitet schnell und die Hausaufgaben sind oft nur ein Beenden.

Ein paar Eltern verabschieden sich am Schulzaun oder kommen morgens schon gar nicht mehr mit. Dann gibt es auf dem Hof eine „Trenn-Stelle“, andere geben die Kinder am Klassenzimmer ab oder kommen noch mit zum Tisch. Wir arbeiten uns langsam „rückwärts vor“ und obwohl der Moment der Trennung noch ein bißchen schwer ist, weiß ich, dass es ihm gut geht und dass er sich auf jeden neuen Tag freut. Er kennt zu jedem Wochentag die Fächer, die auf ihn warten, er rollt hier die Augen und da kommt ein „Yeah!!“ und wenn ich ihn abhole, ist er munter und fröhlich und ist jedesmal wieder ein Stück größer geworden.

Gegen 8:10 Uhr komme ich nachhause, sehe Liam spielen und freue mich, dass er seine Zeit genießt und noch richtig Kind ist. Es muss jede Menge spannender Welten in seinem kleinen Kopf geben!
Auf dem Weg in den Kindergarten plappert er vor sich hin und wir beide genießen wieder die Zweisamkeit.
Nach einem Jahr hat er einen festen Platz in der Gruppe und er gehört dazu. Als eines der älteren Kinder kennt er die Abläufe gut, er ist hilfsbereit und aufmerksam.

Wenn ich Emilians Erzieherinnen sehe, winken wir uns, sie freuen sich zu hören, dass es ihm gut geht und bestellen Grüße an den Großen.
Noch vor 9:00 Uhr bin ich wieder zuhause. Der Mann ist dann wach und fertig und zusammen frühstücken wir.

Ich liebe die freien Vormittage und ich liebe die Ruhe, die ich dann habe. Manchmal lege ich einfach die Beine hoch, die nach den vier Wegen am Morgen schon müde sind. Manchmal schlafe ich, manchmal höre ich Musik, ich schreibe, mache Wäsche, räume das Kinderzimmer auf und habe einfach Zeit. Das ist ein Schatz!

Gestern haben wir ein Auto voll Zeug zum Rumpelbasar gebracht. Kleidung, Küchenzeug, Bücher, Spielzeug, Kuscheltiere… Weg! Ich habe Herbst-Deko auf dem Dachboden gesucht und viele Baby-Utensilien gefunden, auf die ich mich jetzt freue.
Manchmal merke ich gar nicht, dass meine Un-Lieblings-Jahreszeit begonnen hat. Entweder, weil unser Alltag so ruhig und entspannt ist, oder weil Vorfreude die Zeit vergehen lässt oder weil ich wirklich Zeit zum Leben habe.

Die Wege am Mittag von Kita und Schule nachhause dauern länger, weil wir mehr geschafft sind, weil es viel zum Reden gibt und weil wir Zeit haben, Kastanien oder Pokémon zu sammeln. Manchmal holt mein Mann ein Kind oder beide ab, weil sie gleichzeitig fertig sind.

Wir essen manchmal ein Mittagessen, den richtigen Plan dafür haben wir noch nicht. Und dann brauchen die Jungs erstmal sich und Ruhe. Ich bin so froh, dass das so ist. Sie erzählen, sie albern und machen Quatsch (glücklicherweise nicht so richtigen Quatsch), sie bauen Landschaften, hören ein Hörspiel oder rennen durch den Garten. Wenn sie einzeln ihre Pause brauchen, dann sortieren sie sich eben auseinander, aber lange dauert das nicht.

Ich weiß nicht, wie sehr ich mich da in Wunschträumen verliere – aber ich finde, die ruhigen Vormittage und die freien Nachmittage sind perfekt für ein drittes Kind. Was kann denn Schlimmes passieren?
(Okay, ich weiß, was alles passieren kann, das war keine echte Frage. Aber im Vergleich zum Winter 2011/2012, als ich hochschwanger in einem neuen Haus war und 24 Stunden lang ein Kleinkind in Windeln um mich hatte… im Vergleich dazu ist das ja jetzt gar nichts!)

Meine App sagt mir, dass das Beebi in 100 Tagen kommt.
Ich habe das Gefühl, dass mein Bauch grad kaum wächst und wenn ich ordentlich laufe (langsam und gerade und aber nicht wie ein schwangerer Pinguin), dann geht es mir sehr gut. Das Beebi strampelt mal, wenn ich mich zu lange nicht bewegt habe. Ich kann allein meine Schuhe anziehen, der Mantel geht noch zu und das ist wahrscheinlich das Ende der beiden angenehmeren Trimester… Aber wir werden sehen.

Immer mal wieder frage ich mich, ob es gut ist, dass wir mit unseren Jungs am Nachmittag keinen Musikunterricht/Sportkurs/Kindertreff besuchen. Aber dann liege ich auf der Couch, habe zum Kaffee Besuch von einer Freundin und denke: Es ist gut so.

Natürlich haben wir uns nicht einfach aus Faulheit dazu entschieden, auch wenn ich diese Tatsache gerade sehr genieße. Auch die Finanzen, unsere Nähe zu Freunden und Kirche und die „Freiheit“ für unsere Kinder haben zur Entscheidung beigetragen.
Wir finden, unsere Jungs sind vielseitig und unterschiedlich begabt und interessiert. Wir lesen und singen und lernen zusammen. Beide Kinder können gut und sicher im Straßenverkehr laufen und Rad fahren. Wir verabreden uns mit Freunden, besuchen Parks oder Spielplätze, wir kochen und backen zusammen, wir gehen einkaufen, harken Blätter, versorgen die Pflanzen und sind eine glückliche Familie.

Die AGs in der Schule und die Schwimm- und Kletterkurse am Nachmittag werden kommen und die Verabredungen ohne Mama und Papa auch.
Aber jetzt überschütten wir uns mit Ruhe und Geborgenheit, Sicherheit und Liebe, Büchereibüchern und der Sendung mit der Maus. Und unsere Jungs sind zu dem geworden, was sie sind, weil das so ist.

3. Oktober mit der Familie in Potsdam

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