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Unterwegs mit Kindern im Auto

Wie versprochen schreibe ich euch, wie wir unsere Auto-Reise nach Korsika geplant und überlebt haben.

Unsere Stationen

Freitag, 20. Oktober 2017
Berlin  – Schwäbisch Gmünd

Samstag, 21. Oktober 2017
Schwäbisch Gmünd – Toulon

Sonntag, 22. Oktober 2017
Bastia – Calvi

***

Freitag, 03. November 2017
Calvi – Bastia

Samstag, 04. November 2017
Nizza – Schwäbisch Gmünd

Sonntag, 05. November 2017
Schwäbisch Gmünd – Berlin

Sieht jetzt gar nicht sooo viel aus, aber das sind schon ein paar ordentliche Kilometer, die wir da zurückgelegt haben.

Fast immer saß ich hinten zwischen Jari und einem Kind, das andere Kind saß vorne im Auto. Der Beifahrersitz war sehr beliebt, aber neben Mama zu sitzen auch, als gab es beim Abwechseln kaum Streit.

Ich hatte den Jungs zwei Beutel gepackt. Ein Beutel stand vorn und einer hinten. Sie waren fast gleich befüllt, sodass nicht immer wieder komplett umgezogen werden musste. Auf der Hinfahrt haben es beide Kinder bis Korsika nicht geschafft, den Inhalt des Beutels bis unten zu finden. Auf der Rückfahrt wurden die Beutel dann einfach ausgekippt – und ihr könnt euch nicht vorstellen, was alles wo im Auto lag. Und vielleicht immernoch liegt.

In den Beuteln waren:

– kleine Pixi-Bücher
– TipToi Bücher + je ein Stift
– Gummibärchen, Traubenzucker, Kaugummis, Bonbons
– Ausmal- und Rätselhefte + Kugelschreiber und Buntstifte
– laminierte Bingo-Listen für die Autofahrt mit abwischbaren Stiften (siehe Foto)
– ein Waschlappen-Labyrinth (siehe Foto)
– Kopfhörer und ein Handy für Spiele, Hörbücher oder Filme
– ein Kuscheltier bzw. Kuscheltuch
– kleines Spielzeug wie Spinner, Zauberwürfel, Taschenlampe

In der Nähe meines Sitzes hatte ich dann unseren Vorlese-Stapel aus der Bücherei, die Kühlbox mit Obst, Broten, Energy Drinks und andere Snacks, sämtliche Aufladekabel, Wechsel-Socken, Wechsel-Nuckel, Feuchttücher, Futter und Beschäftigung für Jari, … und was sonst ohne Pause erreichbar sein musste.

Als Snacks eignen sich Müsliriegel, kleine Käse-Würfel, kleine Würstchen, Weintrauben, Salzbrezeln, kleine Müsli-Packungen, Kekse, Laugestangen..

Und das funktionierte gut.
Wir machten nicht unnötig viele Pausen. Nur, wenn wirklich Kaffee, frische Luft, eine neue Windel oder ein kurzes Rumrennen wichtig war.

An jeder Tankstelle testeten wir kurz die WLAN-Funktion, um alte Hörspiele oder Filme vom Gerät zu schmeißen und neue herunterzuladen, um Speicherplatz zu sparen.
Wusstet ihr, dass Netflix in anderen Ländern sofort anderssprachig wird? Als es kleine Filme nur noch ein englisch oder französisch gab, sahen die Jungs sich die Serien eben in englisch an.
Wenn es tolle Berge oder einen Sonnenuntergang zu sehen gab, haben die Jungs auch mal versucht, Fotos zu machen.

Die Hörbücher („Drei ??? Kids“, „Fünf Freunde“, „Liliane Susewind“, „Die Playmos“) hörten wir alle zusammen per Bluetooth-Box oder irgendjemand allein über Kopfhörer. Wenn Liam vorn saß, legte er auch gern „Die kleine Schnecke Monika Häuschen“ oder Lieder von „Frederik Vahle“ in das CD-Fach.
Es gibt Hörspiele, die sind immer spannend und gut, ob man nun 5 oder 35 ist.
Und es gibt CDs, die ich wahrscheinlich mein Lebtag nicht mehr anhören kann. Und genau diese Ohrwürmer werde ich auch mein Lebtag nicht aus dem Kopf kriegen.

Aber das kennen wir doch alle. Damit das Kind im Auto ruhig ist, hören wir alle Lieder und Hörspiele mit. Und nicht nur ein- oder zweimal, sondern in unserem Fall auch mal tagelang. Und der Ohrwurm hält fünfmal so lang..

Ich glaube, jeder der Großen schlief während aller Fahrten ein- oder höchstens zweimal. Aus dem Alter sind sie wahrscheinlich raus.
Jari allerdings schlief ständig. Und das hat sich sein kleiner Körper so gemerkt, dass er in den ersten Tagen hier sofort einschlief, wenn er in seinen Sitz gesetzt wurde. Auch, wenn wir nur ein paar Minuten unterwegs waren.

Und sie fragten diese Fragen, natürlich.
„Wann sind wir da?“, „Wie lange fahren wir noch?“, „Ich kann nicht mehr sitzen…“, „Mein Popo juckt!“, „Mir ist langweilig.“ und Emilian fragte auf dem Rückweg, so eine halbe Stunde nach Schwäbisch Gmünd in Richtung Berlin: „Mama, könnte ich schon irgendwas wiedererkennen?“

Aber es waren nur Fragen. Mal jammerig, mal ungeduldig, mal interessiert. Aber nie wirklich am Ende und schreiend oder gequält. Ich denke, Jari war zu klein und Liam schon zu groß, um richtig ungenießbar zu werden.

Auf der Hinfahrt waren die Beutel voller und sauberer und interressanter, als auf der Rückfahrt. Im Pack-Stress vor dem Urlaub habe ich nicht drüber nachgedacht, extra neues Material für den Rückweg mitzunehmen. Wir hatten zusammen neue französische Süßigkeiten gekauft und von unseren Vorlesebüchern hatten wir nichtmal die Hälfte geschafft. (Wir haben die Bücher „Die drei ??? Kids“, „Hilfe, die Herdmanns kommen!“, „Millie an der Ostsee“, „Pippi Langstrumpf“ und „Karlsson vom Dach“ verlängert und lesen immernoch.)

Aber der sonstige Inhalt war eher langweilig.
Glücklicherweise hatten sich die Jungs auf der Hinfahrt sehr interessiert und fast ausschließlich mit ihren Abwisch-Listen beschäftigt. Die Rückfahrt bestand dann eher aus meinen Büchern, Hörbüchern, Apps und Filmen.

Diese Listen habe ich bei Pinterest gefunden, ausgedruckt und einlaminiert:

Finde diese Fahrzeuge!

Finde diese Autokennzeichen!

Finde … !

Finde diese Dinge!

 

Beide Jungs haben schön gesucht, gemalt, gewischt (mit einem trockenen Papiertuch) und sich beschäftigt. Das hätte ich gar nicht gedacht. Und wir haben auch mitgesucht und viel gefunden. Sogar einen roten Audi aus München haben wir gesehen.

Das Waschlappen-Labyrinth hat meine Mama genäht.
In einen Waschlappen hat sie drei verschieden große Murmeln gesteckt und kleine Gänge genäht.

Die Apps, die uns gefallen und auch gut offline funktionieren, heißen:

– Die Bibel App für Kinder

– Toca Apps

– Peter und der Wolf in Hollywood

– Pepi Apps

– Flik & Flak

– McDonalds App „Happy Studio“

– Camp Pokémon

– Die Sendung mit der Maus App

– Die Sendung mit dem Elefanten App

Und das war’s.
Und es war schön.
Es war eine gute Fahrt nach Korsika und zurück – und es wird nicht unsere letzte Fahrt in den Süden gewesen sein!

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18x Spaß statt Stress

Mein lieber Mann und bester Papa unserer Söhne ist wieder da!
Nach 18 Tagen Trennung haben wir ihn am Freitag vom Flughafen abgeholt. Als beide Jungs ihrem Papa am Kofferband entgegen rannten und einige Menschen neben uns stehen blieben und lächelnd zusahen, blieb meine Welt für ein paar Sekunden stehen.

Voller Freude wurden noch am Flughafen die ersten Geschenke ausgepackt. Es gab viel zu erzählen. Liam ließ den Koffer nicht aus den Augen, damit Papa bloß nicht auf die Idee kommt, noch einmal wegzureisen. „Papa. Mein Liebster!“ sagte er, als wir zusammen in die Wohnung gingen. Nach der ungefähr 30-stündigen Reise, einem sehnsuchtsvollen Zwischenstopp im kalten Europa und einer nervigen Zoll-Kontrolle bei der Einreise in die USA war der Mann aber einfach nur müde. Jetzt, nach 3 Tagen, ist immernoch viel Jetlag da, aber wir vier sind wieder komplett. Komplett glücklich.

 

Aus aktuellem Anlass schreibe ich euch heute mal ein paar Tipps für weniger Stress und für mehr Spaß auf.

Ich weiß jetzt einmal mehr, dass es diese Zeiten gibt, die man einfach irgendwie rumkriegen muss.
Zeiten mit kranken Kindern.
Zeiten mit kranken Eltern.
Regentage.
Schneetage.
Dunkle Tage.
Tage ohne Freunde und Familie.
Tage, an denen man das Haus einfach nicht verlässt.
Tage, an denen alles Spielzeug langweilig ist.
Tage, in denen die Zeit bis zum ins-Bett-gehen einfach nicht vergehen will.

Aber ich weiß auch, dass jeder Moment mit meinen Kindenr kostbar und einzigartig ist und nie mehr wiederkommt. Also möchte ich das Beste daraus machen. Meine Kindern werden sich hoffentlich nicht an den Staub unterm Sofa oder an die Fingerabdrücke an den Fensterscheiben erinnern, sondern an das Lachen und die Freude, die wir geteilt haben.

Ich möchte jede Zeit mit den Kindern genießen.
Ich möchte am Ende des Tages keine Schuldgefühle haben müssen, wenn ich sie ins Bett bringe.
Ich möchte aus wenig viel machen.
Ich möchte zusammen mit meinen Kindern lachen.
Ich möchte, dass sie sich an Kleinigkeiten freuen können.
Ich möchte ihre verrückten Ideen und Phantasien nicht eingrenzen.
Ich möchte JA sagen.
Ich möchte, dass es nicht so viel „Das macht man nicht!“, sondern „Probier es aus!“ gibt.

 

Das ist nicht immer möglich und einfach ist es auch nicht. Und komm mal als halbwegs erwachsene Frau aus deinen Gedankenmustern raus!

Aber wisst ihr, die Augen meiner Kinder leuchten fast am allerallermeisten, wenn ich mit ihnen Quatsch mache. Wenn ich ihnen verrücktes Zeug vormache erlaube. Wenn ich ihnen aussergewöhnliche Dinge erlaube. Wenn ich laut rülpse. Wenn ich ihnen erlaube, die Höhle zu bauen und stehen zu lassen. Wenn ich mal nicht die „strenge und genervte Mama“ bin. Wenn es nach ihrem Zeitplan geht. Wenn ich mich mehr wie ein Kind benehme und sie mehr wie Erwachsene behandle. Wenn mir Spaß wichtiger als der Alltag und der Haushalt ist. Wenn ich einfach mit ihnen glücklich bin.

Bestimmt wisst ihr genau, was das für eure Kinder wäre, womit ihr sie zum Staunen und Kichern bringen könnt. Kleine Sachen, bei denen ihr nicht viel Zeug braucht, sondern einfach im Alltag damit anfangen könnt.
Macht das mal!
Sie werden euch anhimmeln und ihr werdet lachen und die Langeweile wird verschwunden sein!

 

Hier sind ein paar mehr Spaß-Ideen:

1. Wenn ich vorlese und das Gefühl habe, fast dabei einzuschlafen und die Kinder zu langweilen, lese ich mal mit ganz verstellten Stimmen oder Dialekten. Wie lustig ein ausgeleiertes Buch da werden kann!

 

2. Die Kinder lieben es auch, wenn ich Sätze im Buch falsch vorlese. Wenn ich entweder ihren Namen anstelle den der Hauptperson lese oder mir einfach Quatsch dazu ausdenke. Emilian fühlt sich dann herausgefordert, meine Ideen zu übertrumpfen. Und Liam kann sich herrlich darüber amüsieren. Denn sie kennen ja doch irgendwie alle Bücher auswendig.

 

3. Wenn es beim Essen Stress gibt und das Abendbrot gefühlt 3 Stunden dauert, denken wir uns manchmal Figuren für unsere angebissenen Brote aus. Das funktioniert wie das „Wolken-Tier“. Das angebissene Brot kann eine Brücke, eine Maus oder ein Ball sein – und nach jedem Haps sieht es wieder anders aus.

 

4. Es macht auch Spaß, aus kleingeschnittenem Obst und Gemüse lustige Gesichter zu legen. Ihr könnt euren Ess-Tisch mit Folie abdecken und die Folie schön festkleben. Dann richtet das Essen auf dem Tisch keinen bleibenden Schaden an. Wenn ihr Bilder der Kinder oder Fotos oder Blätter oder gepresste Blumen oder… unter diese Folie legt, wird das Essen mit Sicherheit viel weniger langweilig!

Gesichter legen

 

5. Habt ihr schonmal probiert, Gummibärchen oder Smarties oder Popcorn oder Rosinen in die Luft zu werfen und sie mit dem Mund aufzufangen? Das macht großen Spaß und meine Kinder kugeln sich vor Lachen auf dem Boden, wenn ich das mache. Sie selbst schaffen es noch nicht, aber wenn ich versuche, in ihren Mund zu zielen, klappt es manchmal. Mit Rosinen ist es wahrscheinlich am wenigsten gefährlich.

 

6. Ich habe hier zum ersten Mal versucht, Popcorn selbst zu machen. Welches Kind liebt das nicht!? Sie sehen die Körner und die Pfanne, sie warten und erschrecken sich, sie lachen und lassen es sich schmecken. Wenn 2/3 der Körner gepoppt sind, könnt ihr den Deckel der Pfanne mal abnehmen. Achtung heiß! Meine Jungs haben sich vor den Herd auf den Boden gesetzt und das Popcorn aufgesammelt. Es kühlt schnell ab. Sie mussten so lachen!

 

7. Kitzelt eure Kinder ab!
In welchem Alter muss man damit eigentlich aufhören? Wahrscheinlich werden das die Kinder dann schon sagen.. Liam wird bei fast jedem Wickeln von mir gekitzelt. Sein Lachen steckt mich an und zusammen Lachen ist so gut gegen Stress und Streit. Traurigkeit und auch Wut verschwindet mit einem kleinen Gekitzel sofort.

 

8. Ich weiß nicht, ob Mädchen das auch mögen, aber meine Jungs finden es lustig, sich mit nassen Haaren vor dem Spiegel Frisuren zu machen. Noch gehört es für sie nicht zur täglichen Routine und die Frisuren, die sich machen, sind noch eher witzig als cool. Damit hat eigentlich meine Schwester angefangen. Wenn sie auf die Jungs aufgepasst hat, hat sie ihnen die Haare ein bißchen nassgemacht, verrückte Frisuren gestylt und uns Fotos geschickt. Was für ein Spaß! Wenn ich mit dem einen Jungen im Bad warte, bis der andere sich die Zähne geputzt hat, vertreiben wir uns manchmal damit die Zeit.

Frisur

Frisuren

 

9. Mit oder ohne scharfen Frisuren: Es macht viel Spaß, zusammen mit den Kindern Quatschfotos zu machen. Gebt ihnen das Handy oder die Kamera und zeigt ihnen, wie man „Selfies“ macht. Manchmal muss ich nach so einer Aktion hunderte grau-verwackelte Fotos löschen, aber wenn auch nur eine kleine Nase oder ein Gesicht in Nahaufnahme dabei ist – wir hatten unseren Spaß! Kennen die Kinder schon deine verrückteste Frazte?
Kinder ab 4 oder 5 Jahren könnt ihr auch mal mit der Kamera durchs Haus auf die Suche nach tollen Motiven schicken. Es ist toll, wie die Welt aus Kinderaugen aussieht!

 

10. Als wir nach einem langen Tag müde nachhause kamen und einen dicken Stapel Angebotsblätter aus dem Briefkasten holten, gab ich diesen kurzerhand den Kindern. In wenigen Sekunden waren alle Zeitungen zerrissen, es schneite Schnipsel und zwei glückliche Jungs wühlten in großen Papierhaufen. Selbst das Aufräumen hat ihnen Spaß gemacht.

 

11. Aufräumen macht aber nicht immer Spaß. Selten. Obwohl ich selbst viel schneller wäre, möchte ich, dass meine Kinder lernen, genutzte Dinge (Küchengeräte, Spielzeug, …) an einen bestimmten Platz zurückzubringen. Stopp-Aufräumen hilft dabei gut. Ich mache Musik an und scheuche die Kinder ans Aufräumen. Wenn die Musik stoppt, müssen sie „einfrieren“, sie dürfen sich nicht bewegen. Das macht Spaß! Belohnungen oder Wettbewerbe können beliebig ausgedacht werden.

 

12. Oft fragen mich meine Jungs, ob ich ein kleines Spielzeug für sie verstecken kann. Sie halten sich die Augen zu und zählen und ich suche mir schnell ein Versteck aus. Sie lernen, was meine Tipps „heiß“ und „warm“ und „kalt“ bedeuten und ich denke mir keine leichten Verstecke aus! Während ihrer Suche kann ich dann weiter in der Küche oder wo auch immer beschäftigt sein – weil sie ganz hippelig die Wohnung absuchen. Auch zu zweit können sie das inzwischen gut spielen.

 

13. Seifenblasen!
Immer eine gute Idee für Spaß und Bewegung, oder?

 

14. Wir spielen „Nicht den Boden berühren“
Alles kann als Weg auf den Boden gelegt werden, wir dürfen nur den Boden nicht berühren, während wir von Zimmer zu Zimmer gehen.

Decken-Weg

 

15. Mit Emilian spielen wir im Auto gern Wort-Spiele. Zum Beispiel sage ich ein Tier und mit dem letzten Buchstaben muss er sich das nächste Tier ausdenken usw. Ganz nebenbei machen wir ein bißchen Vorschul-Übungen. Es müssen natürlich keine Tier-Namen sein. Und dieses Spiel macht auch bei Langeweile im Wohnzimmer Spaß. Bei einem anderen Spiel denke ich mir ein Tier aus, sage es aber nicht. Emilian rät dann: „Kann es fliegen? Hat es Fell? Ist es groß?“ usw. Ich darf nur mit Ja oder Nein antworten, wenn er richtig geraten hat, ist er dran.

 

16. Familien-Ideen, die die Stimmung auflockern und nebenbei gute Erinnerungen machen:
Wir essen heute mal auf dem Boden!
Wir schlafen heute alle mal auf Matratzen vor der Couch!
Wir gehen gleichzeitig ins Bett und jeder darf lesen, bis er eingeschlafen ist!
Wir sehen einen Film zusammen an – ohne Handys nebenbei!
Wir kochen mal zusammen – wirklich zusammen!
Papa versteckt einen Schatz draussen oder drinnen und wir suchen zusammen!
Wir tanzen alle wild zu lauter Musik!

 

17. Jeder sagt, was er an den anderen mag.
Das habe ich heute einfach mal beim Abendessen angefangen, weil Emilian einfach nicht fertig wurde und Liam nicht mehr still sitzen konnte. Emilian hat tolle Sachen gesagt, die er an Liam mag. Dann hat er mir erzählt, was er an Papa toll findet. Danach wollte er wissen, was ich an ihm mag. Ich habe extra viel gesagt und bei jeder Sache hat er genickt – und sehr gelächelt. Und er wollte wissen, was ich an Papa mag.
Hast du deinen Kindern schonmal direkt ins Gesicht fünf Sachen gesagt, die du an ihnen magst? Wenn sowas nicht gute Laune macht und ein tolles Familiengefühl auslöst!

 

18. Eine mutige Idee, die ich noch nicht ausprobiert habe, ist: Mal zu allem JA sagen.
Erstens ist es natürlich ober-wichtig, dass die Kinder dabei weder sich noch andere gefährden.
Zweitens würde ich euch raten, den Kindern nicht groß zu erzählen: „Heute sage ich mal JA zu allem!“ Lieber nicht. Und gerade diese Besonderheit sollte wohl ganz besonders und selten bleiben. Wer weiß…
Also:
Darf ich auf deinem Bett hopsen? – Ja.
Darf ich das Nutella vom Brot lecken? – Ja.
Darf ich Saft in meine Cornflakes schütten? – Ja.
Darf ich den ganzen Tag im Schlafanzug bleiben? – Ja.
Darf ich mit Fingern essen? – Ja.
Darf ich mal den Boden wischen? – Äähm.. na gut.

Küchen-Konzert

Habe ich dazu wirklich JA gesagt?

Es ist wichtig, Grenzen für diese Ausnahmen zu setzen. Nicht immer darf mit Essen geworfen oder mit Wasser gespielt werden. Erklärt euren Kindern, was sie allein versuchen können und bei welchen Späßen ihr dabei sein wollt. Besonderheiten dürfen Besonderheiten bleiben.

Der Trick ist:
Wenn meine Kinder mal eine halbe Stunde richtig Spaß mit Mama hatten, können sie sich danach wunderbar alleine und ruhiger beschäftigen.

 

Noch mehr Ideen!

Habt viel Spaß zusammen!

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Entwicklung und Erziehung

Neben Alltagsgeschichten, Fotos, Berichten von Ausflügen und neuen Entdeckungen gibt es auch ganz pups-normale Entwicklungsschritte der Kinder und pups-normale Alltagssorgen, über die ich heute mal schreiben will.

Falls ihr euch nämlich fragt, ob ich auch irgendwann mal nicht so gut drauf bin: Ja! –
Vielleicht liegt’s am Alter der Kinder und ich hätte diese Sorgen in Berlin auch gehabt?
Ich weiß es nicht. Aber zur Zeit gibt es Momente, in denen ich die Kinder an die Wand klatschen (Hallo Jugendamt: Natürlich nicht wirklich!) und durchschütteln könnte….

Meine Theorie ist, dass die Jungs ihre zwei Monate zum Ankommen gebraucht haben – und die sind jetzt um. Zuerst hatten wir ja noch Besuch und das war toll für die Kinder. Endlich Abwechslung, endlich deutsche Freunde, endlich Leben in der Bude.
Jetzt ist der Besuch weg. Und der Alltag hat uns hart erwischt.

Schon nach den ersten Wochen hier fiel mir auf, wie sehr die Kinder den Garten und einiges Spielzeug vermissen. Duplo, mit dem man stundelang bauen kann. Die Holzeisenbahn, Bausteine. Und Platz vor der Tür, um zu rennen, zu matschen und zu schaukeln. Wir besorgten Bücher, Mal-Zeug, Autos und Bälle… Und ich finde trotzdem, dass sie sich nicht so gut alleine und in Frieden beschäftigen können, wie zuhause. Liam kann das noch eher. Er sitzt gern draussen und sammelt Blätter, singt, sieht den Autos zu und so eben. Das konnte Emilian in dem Alter auch. Aber Emilian ist jetzt groß und kennt die Möglichkeiten, die es gäbe, wenn es sie mal nicht gibt. Und dann hängen sie aneinander und können nicht mit und nicht ohne. Was der eine hat, will der andere auch.. wir haben nicht jedes Spielzeug doppelt.

Wir haben nicht viel Spielzeug. Amerikanische Kinder würden wahrscheinlich sagen, wir hätten nichts. Aber Langeweile müssten meine Kinder nicht haben. Ein Stock und ein Ball reicht ihnen manchmal. Es gibt hier ein „Second Hand Shop“ in der Gemeinde. Man kann dort sowohl Zeug abgeben, als auch kaufen. Alles, Kleidung, Spielzeug, Bücher, Küchenutensilien. Das Angebot wechselt fast täglich, weil der Laden sehr beliebt ist. Emilian wühlt gern in den Kisten. Heute waren wir da und die Kinder haben sich ein paar Bücher, einen Kreisel und ein Auto für $2 gekauft… Meine Güte. Ich gucke nach Schuhen und Kinderklamotten und Liams Kinderbett haben wir auch dort bekommen. Wenn wir zurück nach Berlin gehen, werden wir unser Zeug dort wieder abgeben…

Gestern waren wir mit ein paar anderen Familien bei Freunden aus der Kirche. Im Haus gab es ein Spielzimmer –  und dort gab es alles. Es war nicht zu voll, aber es gab schon irgendwie von allem etwas. Viel Spielzeug mit Licht und Geräusch, das ist hier ganz beliebt. Liam fing sofort an, in der Kinderküche zu kochen und mir Essen zu bringen. Emilian lief von Schrank zu Schrank und von Tisch zu Regal.. und dann sagte er ganz traurig und überfordert zu mir: „Mama, ich weiß gar nicht, womit ich zuerst spielen soll!“
Das fand ich schon krass. Ich könnte mir vorstellen, dass er die „Leere“ hier bei uns genießt, aber warum weiß er dann nichts mit sich anzufangen?

Wir sind entweder bis Papa kommt im Haus und auf dem Spielplatz/am Pool – oder wir bringen Papa zur Arbeit und haben dann das Auto für Unternehmungen.
Gestern und heute haben wir Papa zur Arbeit gebracht, weil ich am Nachmittag das Auto brauchte. Nachdem mein Mann im Büro verschwunden war, kaufte ich mir einen guten Kaffee und ging mit den Kindern auf den Spielplatz, den sie lieben. Danach waren wir in dem Second-Hand-Laden, verabredeten uns mit Papa zum Mittag und fuhren nachhause. Das war gut.
Wenn wir draussen sind, geht es den Kindern gut. Wenn ich das Auto habe, ist das toll – aber es ist anstrengend, denn wir fahren viel, müssen oft vor dem Aufstehen los und sind zu viert von einem Auto abhängig. (Blöd, ich weiß!)

Wenn ich so darüber nachdenke, sind das schon echte Luxus-Sorgen, die ich hier habe.
Ich möchte mich auch nicht beschweren. Ich liebe die Umgebung hier! Es ist unglaublich, dass wir zu jeder Zeit mehrere Spielplätze und einen großen Pool zu Fuß erreichen können. Dass die Sonne einfach immer, immer, immer scheint, ist ein Traum!
Mein Problem ist: Ich möchte vieles gleichzeitig machen. Ich möchte mit den Kindern auf dem Spielplatz sein und lesen. Ich möchte Bücher vorlesen und gleichzeitig was im Haushalt schaffen. Ich möchte mit den Kindern sein und Zeit für Wäsche haben. Und ich vermute, das ist wirklich ein Problem. (Abgesehen davon, dass es sowieso gesünder und effektiver ist, sich voll auf eine Sache zu konzentrieren.) Aber ich bin wirlich gut darin, mehrere Sachen gleichzeitig zu machen!

Wie gesagt: Die Kinder sind angekommen. Sie kennen unser Haus, die Strasse, die Umgebung, die Kirche, das Gelände da und ein paar Freunde. Sie werden sicherer – und auch älter.

Liam ist 2 Jahre und 5 Monate alt und hat es faustdick hinter den Ohren. Noch immer ist er es, der uns mit nur einem Blick zum Lachen bringt. Aber die Trotzphase ist am Start und so gibt es ein mit-dem-Fuß-auf-den-Boden-stampfen, er wirft sich bäuchlings hin, egal, wo er ist und er kann schreien!
Das Stampfen ist okay. Das habe ich Emilian sogar vor kurzem beigebracht, wenn er Wut loswerden musste. Dass Liam es nachmacht, war ja irgendwie klar. Bei ihm sieht es noch süß aus. Das auf-den-Bauch-schmeißen ist auch okay. Es gibt hier keine Pfützen und kaum Hundehaufen.. und es dauert nie lange. Das Schreien… nervt mich. Es tut mir in den Ohren weh, im Herzen und es macht mich wahnsinnig. Eine meiner Schwestern hatte das auch drauf und ich erinnere mich, dass es ihre Art war, sich zu wehren. (Kinder, wie die Zeit vergeht!) Und so ist es mit Liam. Er ist der Kleine, er redet kaum und ziemlich undeutlich, Emilian kann (und will) ihn nicht verstehen – also quietscht Liam. Und dann ist es meine Aufgabe, für Ruhe zu sorgen und von vier unschuldigen Augen die zwei Schuldigen zu finden.
Liam sagt auch mal ordentlich „Nein!“, wenn ihm danach ist. Bei Emilian gab. es. das. nicht! Liam weiß, was er will. Mit ein bißchen Nachdruck, Lautstärke und Erziehung geht es aber wunderbar und diese Phase gilt es jetzt auszuhalten und zu überstehen. Weder soll er sich mehr Freiheiten bei Emilian abgucken, noch soll Emilian sich das Trotzen bei Liam abgucken. Sachen gbt’s…

Emilian ist jetzt 4 Jahre und 5 Monate alt und er kann schüchtern und frech, mutig und weinerlich, ängstlich und übermütig sein. Normal eben. Ich freue mich riesig über die Fortschritte, die er macht. Manchmal schießt er über sich hinaus und geht mutig auf andere zu. Manchmal fragt er mich Dinge, über die ich noch nicht einmal nachgedacht habe. Er denkt oft über den Tod oder das Sterben nach und fragt dann. Aber mithilfe einer tollen Kinderbibel können wir ihm antworten und ich bin dankabr für seinen tiefes, kindliches Vertrauen. Beim Essen betete er letztens: „…und Danke, Gott, dass alle in den Himmel können und keine Angst haben müssen und Danke, dass du uns geschenkt hast, dass wir schon weg sind, wenn die Haut abgeht…“
Er hat einen feinen Humor und ich liebe sein Kichern, wenn er Quatsch erzählt oder über einen Witz lacht. Er hat ’ne wilde Phantasie, was oft dazu führt, dass ihm das Einschlafen schwer fällt. („Mama, ich träume, dass Meerschweinchen an mir knabbern.“)

Heute hat er so getan, als würde er Papa ins Bett bringen. Und sehr süß und fast wortwörtlich hat er ihm die Geschichte von David, dem Hirtenjungen „vorgelesen“. Diese „Zeit zu zweit“ tut ihm gut. Er sagt mir oft, wie lieb er mich hat und er hängt an mir. So habe auch ich eine enge Herzensbindung zu ihm. Wahrscheinlich kann er mich deswegen auch so wütend machen. Ich verstehe nicht, warum er das macht, was er macht. Mit ihm rede ich viel über Regeln.. in der Familie, in der Kirche. Über Höflichkeit und Verhalten. (Ich lese gerade ein Buch dazu und möchte es bald, Kapitel für Kapitel, hier im Blog weitergeben.)
Ich bitte ihn, dankbar zu sein, für das, was er hat – und nicht auf das zu gucken, was er nicht hat.
Ewiges Reden, selbst wir müssen das lernen. Aber wir können ja klein anfangen. Bei Emilian ist es Spielzeug im Laden, Filme, die zuende sind, Süßigkeiten.. Wahrscheinlich die Phase nach der Trotzphase: Auf-das-harte-Leben-vorbereitet-werden-Phase.
Und er kann auch bocken und schreien und trotzen. Nur anders. Erwachsener.
Ich ermutige ihn, Wut rauszulassen.

Er versteht, dass er ein Vorbild für Liam ist und ihm viel beibringen kann. Das macht ihn sehr stolz und Liam ist ein Musterschüler. Er guckt sich aber nicht nur die lobenswerten Eigenschaften ab. Und der große Emilian muss um seinen Platz kämpfen, dem sich der kleine Liam mit riesen Schritten nähert. Das ist interessant – und äußerst herausfordernd. Für mich.

Brüder

Ich kann mir vorstellen, dass mich all‘ das zuhause nicht so stören würde. Da hätten wir Platz und die Nachbarn wären deutlich weiter weg. Hier leben wir enger zusammen und die Nachbarn sind überall. Und das setzt mich unter Druck. Die Wohnung gehört nicht uns. Wir haben keine Lust, Möbel, Wandfarbe, Boden oder Deko-Artikel zu erstatten. (Die ersten Kratzer gibt es natürlich schon)
Ich bin hin- und hergerissen zwischen: „Hallo? Es sind Kinder. Lass sie!“ und „Boah, reißt euch zusammen. Geh da weg. Fass das nicht an. Sei ein bißchen leiser.“
Und es tut mir leid, dass ich die Freiheit für meine Kinder (noch) nicht habe.

 

Damit war ich heute am Ende meiner Kraft. Wir waren mit einem Freund und seinen Töchtern am Pool verabredet, aber ich habe kurz entschlossen meine Männer dort rausgeschmissen und bin einkaufen gefahren. Alleine. Das war sehr gut!

Traum in rosa

Sowas fehlt mir hier. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt allein mit meinem Mann unterwegs war…

Am Abend mache ich jetzt wieder „Shred“ und das tut gut. Es tut übrigens auch gut, dass alles mal aufzuschreiben. Morgen werden wir das Auto nicht haben und wir werden in aller Ruhe auf den Spielplatz gehen.

Ich werde ab September an zwei Vormittagen einen Termin haben, die Kinder werden dann in der Kinderbetreuung sein. Emilian braucht das und es wird auch für sein Englisch eine gute Hilfe sein. Und ich brauche das auch. Ausserdem werden wir im September und Oktober fast immer Besuch haben. Darauf freuen wir uns!

 

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