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Mal wieder Kindersprüche

Ich vernachlässige meinen Blog. Und ich habe ein schlechtes Gewissen. Aber es ist Sommer! Und es ist ein toller Sommer. Deswegen muss das jetzt mal sein.

Wenn es einen „Wer trifft die meisten Freunde?“-Preis geben würde, hätte ich ihn gewonnen. Ich vernachlässige den Blog, manchmal den Haushalt und manchmal den Mann.. aber ich habe Gäste und ich liebe es!

Mein Garten blüht, die Sonne scheint, die Kinder rennen durch den Garten, wir kochen, trinken Wein, es ist warm, wir haben Gäste zum Kaffee trinken oder übernacht und ich bin glücklich. Das ist mein absolutes Lieblings-Leben!

Von Donnerstag bis Freitag hat mich eine Freundin besucht. Wir gingen zusammen in die Grundschule, auf Grund von Umzügen hatten wir nichtmal zwei volle Jahre zusammen – aber unsere Freundschaft war besonders. Vor ungefähr einem Jahr haben wir uns – trotz inzwischen anderer Namen – zufällig auf Facebook wiedergefunden. Wir haben in 20 Jahren kaum etwas voneinander gehört! Jetzt war sie hier und irgendwie war es, als würden wir uns kennen, als würde uns etwas verbinden. Wie schön und verrückt das ist!

Hier steht ein volles Paket, das eine Freundin aus Kalifornien zum Geburtstag bekommen sollte. Im Juli. 2015. – Egal, sie wird es bekommen.
Hier steht ein großer Bilderrahmen, der auf 10 Fotos wartet und in den Flur gehängt werden möchte.
Im Nachbargarten liegen reife Pflaumen, die ich mir holen könnte und zu Marmelade verkochen könnte.
Im Laptop warten halb-fertige Fotobücher.
Neben meinem Bett und in der Küche warten gute Bücher auf mich.
Ich könnte oder sollte Fenster putzen.
Es gibt wichtige Themen, über die ich bloggen könnte.
Und…

Aber das alles werde ich nicht tun, denn es ist Sommer.
Faul, bequem, entspannt oder Genussmensch – das bin ich jetzt.

 

Liam hat die erste Woche im Kindergarten hinter sich und er macht das so gut. Stolz und mutig ist er. In der ganz neuen Gruppe ist er Kind Nummer 3 und genießt die Aufmerksamkeit. Manchmal denke ich, er wird so ein „Klassenclown“… Aber mal ehrlich, wen überrascht das?
Emilian freut sich über den kleinen Bruder im Kindergarten und ist einmal mehr der liebe, große Beschützer. Die beiden Brüder lieben sich so sehr. Auch, wenn Liam seine Freude manchmal nicht bei sich behalten kann und Emilian voller Glück in den Arm beißt, sind sie unzertrennlich und werden sich immer ähnlicher. Latsch und Bommel. Herz und Seele. Ich liebe es, sie zu beobachten. Heute Morgen lagen sie in einem Bett und schauten „Die Sendung mit der Maus“, so leise, dass wir beide 9:45 aufwachten. Um 10:00 war Besuch zum Frühstück eingeladen…

 

Später mehr zu uns.
Jetzt gibt’s erstmal neue Kindersprüche:

 

– Wir wollen zusammen einen Film ansehen.
Emilian sagt: „Guck mal Liam, ich habe deinen Sammy (Kuscheltier) mitgebracht.“
Liam: „Danke Mimi, du mein bester Emilian.“

– Liam sieht beim Umräumen die Oster-Dekoration.
„Und, welcher Ostern ist heute?“

– Als ich Emilian aus dem Kindergarten abhole, weiß er, dass ich am Morgen mit Freundinnen gefrühstückt habe. Er fragt: „Na, wie war’s mit deinen Ladies?“

– Emilian betet:
„Lieber Gott, Danke, dass du uns bis heute bewahrt hast mit deinen Engeln. Bitte mach, dass keiner von uns schlechte Laune hat morgen und dass Papa auch mal wieder kommt.“

– Am Pool erzählt Emilian von einer „Aas-Bombe“.
Wir denken uns, dass im Kindergarten wohl jemand von einer Arschbombe geredet hat, aber als er später „Fleischbombe“ sagt, ist uns klar, dass er dieses Wort glücklicherweise noch falsch verstanden hat.

– Nach der Platzwunde und dem doppelten Zahnarztbesuch kennt sich Liam gut aus. Als Emilian hinfällt, sagt er: „Oh! Mimi jetzt Arm-Zahnarzt?“

– Auf einer Radtour mit Opa geht etwas am Fahrrad kaputt und die Jungs müssen die letzten Meter laufen. Es ist kalt und Liam sagt: „Meine Beine geh’n nicht mehr.“

– Als Emilian am Morgen in den Kindergarten gehen soll, sagt er:
„Ich möchte lieber erleben, was mit euch so dann passiert.“

– Die Jungs versuchen, einen Joghurt zu teilen. Liam teilt so, dass er mehr bekommt und Emilian beschwert sich: „Nicht so, dann hast du mehr.“
Liam antwortet: „Iche auch mehr Hunga!“

– Liam sieht mein (wahrscheinlich etwas) unrasiertes Bein und sagt: „Wow, du aber Stacheln!“

– Mit Schnupfen sagt Liam: „Ich brauche ein Nasentuch!“

– Liam liebt seinen Opa. Und noch mehr liebt er es, mit Opa an (irgendeinem) Fahrrad zu bauen. Als wir bei Oma und Opa ankommen, wird Opa wach vom Mittagsschlaf. Liam sagt: „Jetzt wieder Fallad bauen. Iche Opa das sagen!“

– Im Urlaub essen die Jungs am Hafen ein Eis und eine vierköpfige Familie läuft vorbei. Eltern und Kinder tragen ein gestreiftes Oberteil. Emilian sagt: „Oh, eine Zebra-Familie!“

– Vor der Eingewöhnung bereiten wir Liam auf den Kindergarten vor. Ich frage: „Bleibst du ohne Mama und Papa da? Nach dem Mittag hole ich dich wieder ab.“
Alles, was er sagt, ist: „Aber ich in Ruhe aufessen.“
Emilian sagt: „Im Garten können wir uns immer treffen.“
Liam: „Ja! Fünfzig Uhr iche auf den Spielplatz.“

– Wir packen für den Tag am Wannsee.
Ich frage Emilian, ob er seine kleine Gießkanne mitnehmen möchte.
„Aber wo sollen wir denn da Blumen gießen?“

– In Badehose steht Liam im Wasser und eine Welle trifft ihn.
„Meine Wasserhose nass deworden…“

– Liam fordert mich auf, ihm beim Anziehen zu helfen.
Ich sage: „Sag mal: Bitte Mama!“
Liam: „Ich aber der Beschtimma!“
Emilian ruft: „Keiner ist der Bestimmer. Gott ist der Bestimmer.“
Liam antwortet: „Iche kenne diesen nicht welchen Dott heißt. Iche den noch nie desehn!“

– Auf dem Weg in den Urlaub fragt Liam: „Ist auch ein Hund da?“
Wir verneinen und erleichtert ruft er: „Dann können wir da spielen!!!“

– Emilian entdeckt Schorf und sagt: „Hier am Knie habe ich noch ein bißchen Haut-Harz.“

– Liam erklärt Freunden: „Ostsee heißt auf englisch: Wannsee!“

– Liam kuschelt am Mittag und ich frage, ob er schlafen möchte.
„Nein, iche nicht schlafen. Ich ein bißchen aus-chillen.“

– Aus dem Fischbrötchen guckt ein Salatblatt heraus und Liam futtert es auf: „Lecker Blatt. Ich bin eine Kuh.“

– Beim Autofahren sieht Liam Papa im Spiegel. Papa gähnt, Liam zeigt auf den Spiegel und sagt: „Der auch gemüdet.“

–  Auf einem Parkplatz am Spielplatz laufen mehrere wilde Hasen herum. Die Jungs versuchen, sie zu fangen und Liam ist fest davon überzeugt, einen zu schnappen. Mit ausgebreiteten Armen flitzt er und ruft: „Kikaninchen! Mein Kikaninchen. Is mösste ein Kikaninchen!“

– Emilian beobachtet, wie Liam im Autositz aufwacht und sagt: „Liam hat die Augen wach.“

– „Die Sonne ist nicht mehr da. Gleich kommt der Regen und frisst uns auf!“
(Ich weiß leider nicht mehr, wer das gesagt hat. Aber scheinbar hat dieser Jemand meine Wetter-Meinung übernommen…)

– Emilian entdeckt auf dem Weg zum Kindergarten einen kleinen schwarzen Fleck an seinem Arm, will ihn abkratzen und merkt aber, dass er das auf dem Fahrrad nicht kann.
„Ich tu so, als ob mir das im Kindergarten auffällt.“

– Liam ruft:
„Mama, ich eine volle Windel. Du dich wundern, was alles drin ist…“

– Liam pustet eine sehr flüssige Kerze aus.
„Oh, die aber saftig.“

– Liam erzählt viel von seiner Kindergarten-Gruppe, der „Daashüpfer-Duppe“.
Heute bat ich die Jungs, im Kinderzimmer aufzuräumen und er sagte: „Daashüpfer räumen nicht auf!“

 

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12 von 12 im August

Wir urlauben hier noch so rum und es ist ruhig auf dem Blog. Unser Gastkind, zum ersten Mal im Leben hatten wir für 6 Nächte ein Gastkind, ist auf dem Weg nachhause. Die Maler, die unser Schwedenhaus neu gestrichen haben, sind erstmal fertig. Wir freuen uns darauf, dass das Gerüst weg kommt und wir endlich die Fenster richtig öffnen können, um die Wärme rauszulassen. Ich genieße ja das Wetter, gieße meinen Garten, räume hier und da auf und freue mich über diesen großartigen Sommer! So ein, zwei Sternschnuppen heute Nacht würden das noch krönen…

Trotz allem habe ich aber heute Fotos für euch. Das ist Pflicht an einem 12.!

1. In aller Ruhe laufe ich meinem Großen zum Kindergarten hinterher. Es ist angenehm kühl, aber keinesfalls kalt. 

 

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2. In der Gruppe sind so wenig Kinder da, dass ich mich da noch ne Runde aufs Sofa setze und mit der Erzieherin quatsche.

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3. Weil ich mir mit Eigelb die Haare wasche, trinke ich einen Smoothie mit Eiweiß.

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4. Ich habe eine schöne Blume im Garten, die in den letzten Jahren immer wieder treu und schön blühte. Also habe ich mir noch zwei davon in anderen Farben gekauft und gleich eingepflanzt.

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5. Um 11 Uhr gehen wir beide mit Liam zum Eingewöhnungsgespräch. Wir sind stolz auf Liam. Die beiden Brüder werden auf einer Etage sein und sich oft sehen. Liam kann es kaum abwarten.

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6. Wir bauen zusammen ein neues Regal auf. Fürs Kinderzimmer natürlich. Trotz allem Verschenken, Entsorgen und Weggeben wird der Kram nicht weniger. Aber die Jungs spielen ruhiger und besser.

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7. Er liebt den Handstaubsauger.

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8. Zusammen mit Liam habe ich einen Großeinkauf erledigt. dm immer mit dabei. Und ich liebe es, beim Einkaufen kleine Schätze für meine Kinder zu finden.

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9. Mittagspause mit Liliane Susewind. Unser aller neuer Liebling.

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10. Emilian jagt im Garten nach Heuschrecken.
Schön, wie man das Gerüst und unsere sehr trockene Wiese sieht…

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11. „Mama, guck, ich habe ein Wunderherz gemacht“, sagt Liam.

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12. Am Abend überrasche ich meine Kinder damit.
Sie sind wirklich überrascht und flippen aus, wie Emilian sagen würde.
Danke, Pinterest!

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Das war unser 12. August.
Ich grüße unseren Pastor, der heute irgendwo im Urlaub Geburtstag feiert.

Andere „August-Eindrücke“ findet ihr bei Caro.
Zum Beispiel von Pia. Ihr erster Sohn wird morgen eingeschult und sie ist soo aufgeregt.

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12 von 12 im Juni

Heute war ein voller toller Tag.
Ich liebe Sommer (und Frühling)! Ich liebe Haus und Garten! Ich liebe Berlin! Das ist alles, was ich heute zu sagen habe.

 

1. So ist es.

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2. Bei trnd.com helfe ich bei der Verbreitung neuer Produkte. Die ausgefüllten Meinungsfragebögen schicke ich dann zurück.

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3. „Oh, da sind Paffeebohn!“

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4. Hmm.. ich wollte doch nur Zutaten für eine Guacamole kaufen…

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5. Holunderblütenlikör für Emilians Erzieherinnen

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6. Sonnenspaziergang vom Kindergarten nachhause

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7. Feuerwehr-Suppe gibt’s

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8. Berlin.

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9. Am Nachmittag gehen wir mit Freunden…

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10. …auf ein Kita-Sommerfest.

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11. Liam ist mutig und lässt sich zum ersten Mal das Gesicht bemalen. Es gibt Eis. Die Hände sind dreckig und der Himmel ist blau. Was gibt es Schöneres?

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12. Unterwegs nachhause, ungefähr 19:45 Uhr.

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So ein Tag in Berlin, in Bus und Bahn ist mit kleinen, faszinierten Jungs doch herausfordernd. Aber es ist so schön, mit ihnen unterwegs zu sein.

Am Abend war ich zum Mädels-Abend bei meiner Freundin. Es gab Guacamole und Tortillas, dazu Hugo all you can drink…

Auf der 12 von 12 Liste bin ich Nummer 220.
Viel Spaß beim Stöbern.

Gute Nacht!!

 

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Einmal in meinen Kopf und wieder raus

Unsere Tage sind voll und leer zugleich. Noch scheuchen uns keine festen Arbeitszeiten und auch der Kindergarten-Alltag beginnt erst in ein paar Tagen. Das ist schön! Wir schaffen viel, wir haben uns zu viert, wir gehen uns auf die Nerven und dann wieder nicht, wir haben Besuch und werden eingeladen.. Manchmal sind unsere Tage bis auf die letzte Minute mit „Freunde treffen“ verplant.

Am Montag war ich mit den Kindern im Zoo.
Zum ersten Mal nach Amerika. Zum ersten Mal ohne Kinderwagen.
Aber wir haben ja diesen Bollerwagen, den wir sehr lieben. (Zum ersten Mal lese ich da gerade „Nicht für den Transport von Kindern geeignet“. Haha, wir haben den ja extra dafür gekauft…)

In den Bus habe ich den Wagen gehoben, die Kinder sind ausgestiegen. Erst bei der zweiten Station konnte ich das Ticket kaufen, weil der Wagen keine Bremse hat. Ich hab kurz überlegt, Emilian mit dem Geld zum Fahrer zu schicken.. aber wenn wir noch ein paarmal so zum Zoo fahren, kann er das bestimmt bald. Zur U-Bahn kamen wir dann gut mit Fahrstühlen und auch im Zoo ging das echt gut mit dem Wagen.

Tiger     Reiher und Robben

Das Wetter war toll, die Tiere waren gut drauf und es war schön, die vertrauten Wege wieder abzulaufen. Beide Kinder sind jetzt schon richtig groß und können sich an den Tieren freuen, können sich unterhalten und mithelfen, wenn es sein muss. Emilian musste sogar schon Eintritt bezahlen!

Ein bißchen Sehnsucht

Zoo LA

Ein bißchen Spaß

 

Heute waren wir zum ersten Mal nach Amerika bei IKEA.
Das Frühstück hier ist echt tausendmal schöner als da. Dazu haben wir die Sonne und an einem Donnerstag-Morgen ein ruhiges Restaurant wirklich sehr genossen. Ich finde, dass sogar der Kaffee da inzwischen besser schmeckt.

Weil ich ja bestimmt monatlich bei IKEA war und nun eben lange nicht mehr, sind mir Veränderungen sofort aufgefallen. Und weil wir ja zuhause immernoch diese „Wir haben zu viel – hier steht alles nur rum“-Krise schieben, hat mich der Weg durch die Möbelausstellung heut richtig traurig gemacht. IKEA: Meister im Verstauen und im „Wir brauchen zu viert doch nicht mehr Platz“ hat mich da getroffen, wo es am meisten weh tat. Diese Zimmer sind so schön. Ich würde sofort da einziehen! Wirklich.

Nun ja. Euch ist sicher auch klar, dass mehr Zeug kaufen während einer „Wir haben zu viel Zeug!“-Krise wenig Sinn macht… Der Meinung war nämlich mein Mann.
Ich dachte aber eher, dass man ja mit mehr Stauraum das Zeug nicht mehr so sehen würde. Egal. Ich hab mich gut zusammengerissen. Finde ich. Und Dank der beiden Gutscheine, die ich zum Geburtstag bekommen habe, sah das auf dem Kassenzettel auch fast so aus, als hätte ich mich tatsächlich beherrschen können.

Unten im Warenlager ging es mir dann viel besser, weil ich mir nicht die perfekt designten, sauberen, hellen, wunderschön ausgestellen Wohnzimmer ansehen musste, sondern mir die Sachen suchen konnte, die mir selbst helfen, mein Wohnzimmer wunderschön und sauber und hell zu machen. Ungefähr.

Für andere Räume haben wir ein paar Kleinigkeiten gekauft und auch dort wollen wir erstmal mit dem Aussortieren und Wegschmeißen anfangen. Wenn ich traurig oder genervt oder frustriert bin, kann ich das richtig gut. Platz schaffen! Atmen! Freiheit!
Ich habe in den letzten Tagen wieder viel auf den Dachboden geräumt und anderes weggegeben oder aussortiert. Das fühlt sich gut an und schafft Platz und gute Laune.

 

Die Pläne fürs Kinderzimmer haben wir nochmal auf später verschoben, weil unsere Jungs ja gerade sowieso immer nur eine Sorte Spielzeug haben. Und auch dann neigen sie schnell zu Überforderung un Langeweile. Wie mich das nervt. Es wird wirklich Zeit, Spielzeug loszuwerden und ihnen altersgerechte (hihi) Beschäftigungen anzubieten.

Liam hat angefangen, aufs Töpfchen zu gehen. Immer mal wieder, aber erfolgreich. Und wie auch Emilian damals durfte er mit Papa in die Schloßstrasse fahren, Eis essen und ein Spielzeug aussuchen und so. In Anbetracht unserer vollen Schränke sagte ich zu meinem Mann: „Wir brauchen nichts. Wähle das Spielzeug weise aus.“
Emilian war da ganz anderer Meinung und versuchte, Liam heimlich ein paar tolle Vorschläge zuzustecken. Er hatte sich damals für einen Playmobil-Rettungshubschrauber entschieden. Und Liam, der überhaupt die Busfahrt und die Papa-Zeit so genoß, suchte sich eine kleine Schaufel und eine kleine Harke aus. (Sowas hatten wir nicht, weil es hier keinen Sandkasten gibt und er konnte es aber wirklich gebrauchen, weil wir ja gerade große Sandberge im Garten haben.) Die beiden Dinge kosteten weniger als 2 Euro…
Auf dem Weg zur Kasse entdeckte er eine kleine Eisenbahn von „Thomas und seine Freunde“. Er nahm die Schaufel aus dem Korb und sagte: „Tsuldidund. Iche nich Paufel. Iche Pomas.“
Als mein Mann mir das so per SMS schrieb, musste ich sehr lachen.
Liam durfte dann das Sandspielzeug UND die kleine Eisenbahn behalten und war das glücklichste Kind der Welt.

Ich ertappe mich gerade dabei, mich auf die Kindergarten-Zeit zu freuen. Und dann fühle ich mich irgendwie schlecht. Aber ich weiß, dass diese paar Stunden am Vormittag uns allen gut tun und Abwechslung bringen werden. Wir hocken doch irgendwie zu viel aufeinander. Und das Wetter.. naja. Eigentlich ist es ganz gut.
Emilian wird Abstand von Liam bekommen und den soll er haben.
Und Liam wird mehr und mehr verstehen, was dann bald auf ihn zukommt.
Ab August sind beide Jungs im Kindergarten! Ich bin gespannt, was das mit ihnen und ihrer Beziehung zueinander macht. Bestimmt werden sie die ruhigeren Nachmittage schätzen.

Zu diesem ganzen sich-erdrückt-fühlen kommt dann auch noch die Langeweile der Kinder, denen es sicher ganz genau so geht. 10 Monate hatten sie drei Autos und drei Stifte – und jetzt steht plötzlich so viel zur Auswahl. Am Dienstag haben sie so viel gestritten und geschrieen.
Emilian wird sensibler und bricht bei der kleinsten Kleinigkeit und Ungerechtigkeit in Tränen aus.
Und Liam – wie sollte es anders sein – wird lauter und frecher.
„Du Dummpopf! Du Pupsi! Du bis‘ blöd!“ quakt er dann ziemlich laut durch den Garten. Wenn wir mal nachfragen, kommt meist sofort ein „Weil das so ist!“ Wenn es nicht doch meist lustig wäre, wäre es traurig.

Ich rutsche dann in diesen „Was mache ich eigentlich den ganzen Tag?“-Kreislauf und frage mich, ob mein Leben nach 30 noch einen Sinn hat, wann meine Kinder so schnell groß geworden sind, warum ich mich nicht über mein volles Haus freuen kann, ob ich wieder arbeiten gehen soll, ob ich jemals alles im Haushalt schaffe, was ich möchte.. und so. Antworten gibt es gerade nicht.

Ich hämmere mir dann ein: „Du BIST für deine Kinder da gewesen. Selbst wenn die Zeit schnell vorbei geht, was nicht passiert, weil sie immer gleich schnell geht – aber selbst dann warst du dabei und hast sie groß-werden sehen.“

Vielleicht werde ich in den Jahren zwischen 2010 und 2030 weder große Karriere-Sprünge hinlegen, noch um die Welt reisen (ausser ab und zu nach Kalifornien, bitte) noch den Shopping-Trends der Stadt folgen können. Aber ich werde mit meinen Kindern lachen, ich werde Freundinnen treffen, ich werde dreckige Fenster und ein volles Herz haben, ich werde wenig schlafen und viel Kaffee trinken und ich werde ein paar kleine Menschen auf die große Welt vorbereiten. Wenn das nichts ist!

 

Alle Wochenenden und Feiertage ziehen so an uns vorbei und immer mal wieder muss ich mich fragen, welcher Tag heute eigentlich ist. Deswegen werden wir an den freien Tagen nicht verreisen oder „Urlaub machen“. Unser Haus und unser Garten gefällt uns sehr gut und wir genießen es, hier zu leben. Wir genießen uns, unsere Freiheiten und unsere Familie.

Das muss jetzt nach so einem Eintrag auch mal gesagt werden!

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Time to say Goodbye…

Wir sind noch ungefähr 35 Stunden in Deutschland.
Wir haben uns von fast allen Freunden verabschiedet, haben am Samstag in einer Hau-Ruck-Aktion fast alle Koffer gepackt und tragen jetzt seit Tagen dieselben Klamotten, weil der Rest eingepackt ist und wir nicht mehr waschen wollen. Fast. Eine Wäsche kommt noch. Ich habe Gastgeschenke, kenne mich mit sämtlichen Einfuhrbestimmungen in die USA aus, weiß, was ins Handgepäck darf und was besser nicht, habe alle gefährlichen Gegenstände und Flüssigkeiten ins andere Gepäck gepackt, habe Vorkehrungen gegen Langeweile im Flug getroffen und bin bereit für das große Abenteuer!

Wir sind soweit!
Nach monatelangen Abschieden, unzähligen Segensgebeten, liebevollen Geschenken, letzten Umarmungen und so vielen guten Wünschen kann es jetzt losgehen. Sonst kommt mein Verstand und mein Herz durcheinander. Die ersten Abschiede waren irgendwie am schwersten, dann wurde es immer ernster und realer… Aber heute hat mir meine Schwägerin geschrieben. Sie ist seit Freitag mit Mann und Kindern in Amerika – und jetzt will ich auch!
Nach der Hochzeit am kommenden Wochenende werden wir die letzten Freunde verabschieden, die zurück nach Deutschland fliegen. Und erst dann sind wir „allein“ und erst dann, in Kalifornien, werde ich vielleicht anfangen, die ersten Menschen zu vermissen. Viel Trubel wartet auf uns.

Am Sonntag verbrachten wir einen wunderschönen, sonnigen, perfekten Nachmittag mit mehr als 50 Freunden im Britzer Garten. Es tut gut, vermisst zu werden. Es tut gut, Freunde zu haben, denen ich fehlen werde, die sich mit glänzenden Augen von mir verabschiedet haben. Es tut gut, ein ungefähres Ende unserer Reise im Kopf zu haben und sich jetzt schon auf das Wiederkommen zu freuen. Wir sind uns sicher, dass die Zeiten dazwischen gut werden. Freunde warten auf uns, neue Erlebnisse, Sonne. Amerika.

Auf dem Weg in den Britzer Garten verkündete Emilian:
„Wenn wir da sind, rufe ich alle zusammen und dann sage ich: ‚Noch 3x schlafen und dann fliegen wir!‘ “

Ich weiß noch immer nicht, was die Kinder spüren, was sie ahnen oder merken. Sie sehen leere Schränke und volle Koffer, umgeräumte Zimmer und fehlendes Spielzeug. Weil es ihnen so gut geht, bin ich mir sicher, dass sie das Abenteuer mit genau so offenen Armen und Augen annehmen können, wie wir das tun.

Ich liebe es, meine Jungs im Garten zu beobachten. Leicht oder gar nicht mehr bekleidet flitzen sie von A nach B (Liam), denken sich Geschichten aus (Emilian), spielen Piraten und Tier und sonstwas. Ihr Haar wird heller, die Haut wird dunkler. Liam himmelt seinen großen Bruder an, macht ihm nach, was geht und lässt sich für Spiel und Spaß auch gern mal ausnutzen. Emilian hat die schärfsten Ideen, hat den Sprachvorteil und lässt Liam seine Fragen mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten.
„Komm wir spielen …, ja?“ – „Ja!“
„Wollen wir das nochmal machen?“ – „Ja!“
Noch immer kann keiner der beiden mit nur einem Bonbon zufrieden sein, weil es immer zwei sein müssen und Liams „Ii au!“ verfolgt Emilian auf Schritt und Tritt.
Diese Vertrautheit, diese Liebe und dieses Glück wird ihnen in den nächsten Monaten gut tun!
Liam testet immer mehr neue Silben aus. Ich bin so gespannt, wie das in Amerika wird. Als ich bei Emilian dachte, das mit der Sprache würde ewig dauern, ging es dann plötzlich schnell und nach 4 Wochen hatte er so viel gelernt! Liam hat vor ein paar Tagen bei irgendjemand den Spruch: „Eene meene muh, raus bist du!“ gelernt. Erst sagte er sowas wie: „Ee mee muh, gaa gaa guu!“ Dabei zeigte er erst im Kreis herum und dann auf eine Person – wie das bei Abzählversen eben so ist. Dieses „Ee mee mu“ sagt er jetzt häufiger. Manchmal denke ich, er meint damit seinen Nuckel, aber es könnte auch sein, dass er „Emilian“ sagen will. Emilian amüsiert sich köstlich, „eene meene muh“ genannt zu werden! Immer wieder muss ich so über Liams Mimik und Gestik lachen. Emilian war und ist ausgeglichener, was die guten und die weniger guten Emotionen betrifft. Auch in seinen Bewegungen und Gesichtsausdrücken ist er… ausgeglichener. Liam kann allein mit seinem Gesicht so viel ausdrücken, dass es eine Wonne ist, ihm zuzusehen. Er kann schmollen, er kann so süß verlegen sein, beleidigt tun, Scham aushalten, Tapferkeit wahren, uns nachahmen, heimlich erwachsen spielen, vor Schalk nur so strotzen – und das alles spiegelt sich in den paar Zentimetern zwischen Stirn und Kinn. Heute morgen war er vor Emilian wach und wurde vom Papa in unser Bett geholt, damit Emilian ausschlafen konnte. Er genoß das Kuscheln sehr und als Emilian dann später auch zu uns kam, setzte sich Liam auf und begrüßte ihn mit: „Naaaa?“

Emilians Kindergarten-Gruppe besuchte uns am Freitag und damit wurde die Kindergarten-Zeit erstmal beendet. 10 Kinder kamen singend und jedes mit einer Rose für mich in unseren Garten gelaufen. Emilian zeigte stolz sein Zimmer und alle anderen Räume, deren Türen ich extra zu gemacht hatte, und knapp 2 Stunden lang fegten die Kinder durch den Garten. Es war schön, sich mit den Erzieherinnen mal in Ruhe und ausserhalb des Kindergartens unterhalten zu können. Auch wenn ich denke, dass Emilian jetzt gerade so richtig eingewöhnt war, bin ich froh, dass ihm der Abschied nicht zu schwer fiel. Ein Fotalbum und ein leuchtender Stein für die Nacht bekam er als Geschenk und er spürt schon, dass er der Gruppe irgendwie fehlen wird.

So sehr ich mein kleines erstgeborenes Baby vermisse, so sehr erfüllt mich sein Wachsen und Reifen auch mit Stolz. Am Samstag Morgen saßen wir am Frühstückstisch, Emilian sah in die Runde und fragte: „Und, was machen wir heute so alles?“ Das sagt doch kein kleines Baby mehr! Er guckt schon so groß, so erwartungsvoll, stolz und.. erwachsen!

Als wir uns mit Freunden über Kuchen und Torten und Cheesecake aus Amerika unterhielten, fragte Emilian dazwischen: „Was ist denn ein Schieß-Cake?“

Und als ich ihm vorgestern mit irgendeinem Befehl auf die Nerven ging, antwortete er mir mit einem: „Halt doch die Klappe, du Hosenmatz!“. Auch das gehört irgendwie dazu, groß zu werden. Vielleicht noch nicht jetzt…

Immer wieder mal möchte Emilian das Gebet vor dem Essen sprechen. Manchmal betet er das, was wir so beten. Oft war es: „Lieber Gott, danke, dass alle schön essen können, dass alle schön trinken können…!“ Mir ist dabei sehr wichtig, dass er seine eigenen Worte verwendet und dass er das darf. Gestern faltete er seine Hände und fing an: „Guten Appetit…“, dann stutzte er kurz und sagte dann: „Danke Gott für das Essen und dass du Jesus auf die Welt geschickt hast.“
In solchen Momenten könnte ich weinen vor Glück.

 

Mit Sicherheit wird der nächste Eintrag aus Amerika zu euch kommen. Zu anderen Uhrzeiten dann.
Ich freu mich drauf!
Tschüß!

 

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