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30 Aufgaben für Mama

Im englischsprachigen Internet, genau: Pinterest, habe ich eine Liste gefunden. 30 Day Mom Challenge. Eine Herausforderung für Mamas, eine für jeden Tag des Monats.

Ich finde mich darin wieder, mir neue Dinge vorzunehmen. In den ersten Tagen klappt es richtig gut – und dann vergesse ich es oder werde faul. Wir haben heute mal wieder ein neues Belohnungssystem begonnen. Natürlich hat es perfekt geklappt. Allein anziehen, Tisch abräumen… Wir werden sehen.

In dieser to-do-Liste für Mütter geht es um Kleinigkeiten. Eine besondere für jeden Tag. Der 4. Januar bietet sich an, damit anzufangen. Mal sehen, wie weit wir kommen.

Zu Weihnachten habe ich ein Buch bekommen. „50 Dinge, für die Ihr Kind Ihnen einmal dankbar sein wird„. Das sind auch solche Kleinigkeiten. Das Besondere ist: Erwachsene beschreiben in diesem Buch, wie diese Kleinigkeiten ihr Leben geprägt oder verändert haben. Der Erfolg wird vielleicht erst in 10 oder 20 Jahren sichtbar sein.. Aber wenn ein kleiner Satz oder eine Tat pro Tag“reicht“ – ich bin dabei!

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30 Aufgaben für Mama

1. Frage dein Kind: „Was können wir in diesem Monat Schönes zusammen machen?“

2. Ein Tag, ohne das Kind anzuschreien.

3. Umarme dein Kind heute dreimal.

4. Gib deinem Kind ein Küsschen, wenn es schläft.

5. Sag zu dir: „Er/Sie ist erst … Jahre alt. Er/Sie ist noch ein Kind!“ Und dann behandle dein Kind auch so.

6. Backe, koche oder kaufe das Lieblingsessen des Kindes.

7. Schreibe/Male eine liebe Nachricht für dein Kind.

8. Zähle die Wochenenden, die ihr noch habt, bis dein Kind die Schule beendet.

9. Versetze dich in das Alter deines Kindes. Versuche, dich zu erinnern, wie sich das anfühlte.

10. Das Wichtigste heute für Mama: Freude!

11. Sag deinem Kind heute: „Ich bin so glücklich, weil du mein Sohn/meine Tochter bist!“

12. Bete für Weisheit in der Erziehung deines Kindes.

13. Kritisiere dein Kind heute nicht.

14. Erinnere dich daran: Es ist ein Geschenk, Mutter zu sein!

15. Sei streng, wenn es sein muss – jedoch nicht zu hart.

16. Wie sollte dein Kind im Alter von 25 sein? Hab‘ das heute im Hinterkopf, während du Zeit mit deinem Kind verbringst.

17. Lache zusammen mit deinem Kind.

18. Welche andere Mutter bewunderst du? Welche ihrer Eigenschaften kannst du heute gebrauchen?

19. Bringe deinem Kind heute eine Sache bei, die er/sie ganz allein tun kann.

20. Das Wichtigste heute für Mama: Geduld!

21. Vergib‘ dir selbst, wenn du es heute vermasselt hast.

22. Wie soll dein Kind dich später in Erinnerung haben? Sei heute diese Mama.

23. Ersetze Sarkasmus heute mit Freundlichkeit.

24. Unterbrich‘ dein Kind nicht, während es spricht.

25. Frage dein Kind heute ab und zu nach seiner/ihrer Meinung.

26. Mach‘ es dir heute zur Aufgabe, dein Kind zu ermutigen.

27. Achte heute besonders auf deine eigene Gesundheit: Spaziere 10 Minuten, iss‘ Obst oder Gemüse, schlafe in der Nacht ausreichend.

28. Bring deinem Kind ein neues Wort bei.

29. Mach heute das Telefon, den TV oder Computer aus, wenn dein Kind mit dir zusammen ist.

30. Das Wichtigste heute für Mama: Liebe!

 

Das ist die Liste.
Ich finde, sie sollte am Kühlschrank, im Auto oder am Spiegel hängen. Fangt heute am 4. Januar an, dann habt ihr’s leicht 🙂
Natürlich sind das keine Gesetze.. und wer was an welchem Tag versucht, ist doch egal. Aber wenn wir ab und zu ein Blick auf die Liste werfen, durchatmen und lächeln, geht es uns allen gut.

Eine glückliche Mutter ist eine bessere Mutter!

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Was ich als Mama nicht bereue.

Vor ein paar Tagen habe ich einen Artikel von einer Mama aus Amerika gefunden, den ich für euch übersetzt habe.
Ihr seid gute Mamas!

 

Ich werde nicht bereuen, dass ich …

1. … meine Kinder abends in ihre Bettchen kuschele. Eines Tages werden sie zu groß dafür sein und diese Momente jetzt werde ich nicht zurück bekommen. Ihnen Gute Nacht zu sagen, ihre Kissen aufzuschütteln und ihre Köpfchen zu küssen ist ein Geschenk.

2. … meinen Kindern sage, dass ich sie lieb habe. Fang damit an, wenn sie jung sind. Die Worte „Ich hab dich lieb“ sind kraftvoll und sie machen einen Unterschied.

3. … den Geschichten meiner Kinder zuhöre. Ihre Geschichten zeigen mir ihre Herzen, wer sie sind und was sie lieben. Durch das, was sie erzählen, lerne ich meine Kinder besser kennen. Das ist das richtige Zuhören. Und nicht die abgelenkte Mama, die einfach schnell in ihrer niemals endenden to-do Liste einen Punkt weiter kommen will.

4. … meinen Kindern in die Augen sehe. Nichts zeigt einer anderen Person mehr, dass sie dir etwas bedeutet, als ein Blick in ihre Augen, während sie redet. Es zeigt, dass das, was sie erzählt, wirklich wichtig für dich ist. Ich möchte, dass meine Kinder sich später an Momente erinnern, in denen ihre Mama ihnen in die Augen gesehen und gelächelt hat. Für mich bedeutet das oft, den Laptop zuzuklappen, das iPhone wegzulegen, meine Liste wegzulegen und ihnen einfach nur Zeit zu geben.

5. … Ja sage, obwohl es leichter wäre, Nein zu sagen. Dann, wenn ich mich einfach nur an meinen Plan halten möchte und die Kinder dazwischen funken. Oder wenn sie nachts in mein Bett kommen. Oder wenn ich einfach. nur. müde bin und nicht nochmal die Treppe nach oben in ihr Kinderzimmer gehen möchte, um Gute Nacht zu sagen. Oder um noch eine Geschichte zu lesen. Oder um ein Spiel zu spielen. Ein Ja zählt dann tatsächlich.

6. … ihnen neue Dinge zeige. Ich kann meinen Kindern Geschichte vorlesen oder ich kann ihnen Geschichte zeigen. Letzte Woche, als Grace und ich in Mexico waren, war es eine so coole Erfahrung, ihr die Ruinen der Maya-Tempel in Tulum zu zeigen. Ich sage jetzt nicht, dass ihr alle nach Mexico müsst, aber es gibt viele Dinge, die wir den Kindern zeigen können. Macht Wissenschaft. Guckt euch die Sterne an. Geht ins Museum. Lass sie lernen und die Welt entdecken..

7. … ihnen beibringe, Bitte und Danke zu sagen. Keine Erklärung notwendig. Höflichkeit zählt.

8. … sie mithelfen lasse, auch wenn es dann für mich länger dauert. Dauert es länger, die Fenster zu putzen, wenn ich meinen Kindern zeige, wie man Fenster putzt? Ja. Genauso bei der Wäsche, beim Kochen, beim Putzen, Wäsche falten und so weiter. Aber sie müssen es lernen –  das sind Fähigkeiten, die sie brauchen. Ich würde ihnen keinen Gefallen damit tun, ihnen diese Dinge NICHT beizubringen und sie nicht helfen zu lassen.

9. … Nein sage, obwohl es einfacher wäre, Ja zu sagen. Es gibt Filme, die ich meine Kinder nicht sehen lasse. Es gibt Bücher, auf die sie mit dem Lesen warten müssen. iPods und Computer sind für Erwachsene. Manchmal muss die Antwort „Nein“ heißen, auch wenn jemand anders mit „Ja“ antworten würde.

10. … mit meinen Kindern lache. Oder mit ihnen lächele. Oder Quatsch mache. Ich möchte einfach, dass sie wissen, dass es mir Spaß macht, mit ihnen zu sein. Dass ich sie nicht nur liebe, sondern wirklich gern habe. Beides sollen sie wissen!

11. … meinen Kindern den Wert von Arbeit beibringe. Ich möchte, dass sie wissen, dass Arbeit wichtig ist. Dass eine gute Arbeitseinstellung, ohne Diskussion die Extra-Meile zu gehen, eine ausgezeichnete Fähigkeit ist. Meine Kinder wissen, wie man Wäsche wäscht, den Boden wischt, das Geschirr wegräumt, ihre Zimmer aufräumt, die Betten macht und so weiter. Ich werde niemals bereuen, ihnen diese Werte beigebracht zu haben.

12. … meine Kinder in den Schlaf schaukele. Ihre Hand halte. Ihnen einen Kuss gebe.
Ich liebe sie. Auch nach diesen Tagen, an denen sie mich zur Verzweiflung bringen und ich mich frage, was in aller Welt ich hier tue. Diese liebevollen Kleinigkeiten sind lebenswichtige liebevolle Kleinigkeiten.

13. …mich entschuldige. Denn, lasst uns ehrlich sein – ich bin nicht perfekt. Ich krieg’s nicht hin. Ich mache Fehler. Sie müssen mich „Es tut mir leid!“ sagen hören. Und dass ich sie lieb habe und dass sie mir wichtig sind. Und deswegen werde ich manchmal  „Es tut mir leid!“ sagen.

14. … ihnen beibringe, sich anderen gegenüber respektvoll zu verhalten. Genau das. Und nochmal. Ich möchte, dass meine Kinder andere Menschen respektieren. Ihnen zuhören, lernen und nicht urteilen. Das fängt bei mir an. Ich muss ihnen diese Fähigkeit beibringen und ihnen Respekt zeigen. Das heißt oft, zuerst das Gute zu suchen und gnädig zu sein.

15. … sie ermutige, Risiken einzugehen. Manchmal ist Angst das größte Hindernis. Kinder müssen lernen, der Angst zu begegnen und dann mutig weiter zu gehen.

16. … mir ihre Fehler nicht merke. Jeder Tag ist ein neuer Tag. Wir lernen aus der Vergangenheit, aber wir halten uns nicht daran fest. Ich möchte zuerst das Gute – und nicht all‘ das Schlechte sehen. Oft heißt das also, dass ich Sachen, die nicht gut gelaufen sind, loslassen muss.

17. … sie sehen lasse, wie ich mich entwickele. Ich möchte nicht, dass meine Kinder groß werden und denken, dass ich zwar eine gute,  aber keine glückliche und fröhliche Mama war. Sie sollen sehe, dass ich auch wachse, Interessen verfolge und meine Kreativität genauso ausweite.

18. … sie Mitgefühl lehre. Ich möchte, dass sie über den Tellerrand unserer Familie sehen. Ich möchte, dass sie Gutes zurück geben, dass sie sich um andere kümmern und die Welt verändern.

19. … sie lehre, wie unwichtig materielle Sachen sind. Nichts aus dem Spielzeugladen ist wirklich wichtig. Und nichts aus dem Kinderzimmer. Nicht von dem, was wir anziehen. Nichts von den bunten Geburtstagsfeiern. Wenn all‘ das Zeug unsere Visionen verschleiert, dann verlieren wir unsere Beziehungen. Beziehungen kommen zuerst. Das ganze Zeug danach.

20. … sie groß werden lasse. Seufz. Ja, das auch. Es muss sein. Also schaue ich mit Nostalgie zurück, begrüße das Heute und freue mich auf morgen. Sie werden wachsen. Und ich genieße die Momente, die wir teilen dürfen.

 

Das sind nur 20 kleine Dinge, die ich als Mama bestimmt nicht bereuen werde. Wirklich einfache Dinge. Kleinigkeiten, die manchmal einfach mal aufgeschrieben werden müssen.

Those are just twenty things I won’t regret doing with my kids. Simple, things really. They’re the living intentional type things that sometimes just need to be written down.

Gefunden in diesem Blog.

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Bin ich eine gute Mutter?

Wenn es dafür eine Checkliste gäbe, würde ich wahrscheinlich gar nicht so schlecht abschneiden.

Ich habe in der Schwangerschaft nicht geraucht und fast keinen Alkohol getrunken.
Ich habe „normal“ entbunden.
Ich habe lange und ausschließlich gestillt.
Die Kinder schliefen neben meinem Bett.
Ich bin Pädagogin.
Ich stand und stehe bei jedem nächtlichen Rufen auf.
Ich bin von Geburt an nahezu rund um die Uhr bei ihnen.
Ich gebe ihnen Obst und Gemüse.
Ich bringe die Kinder an die frische Luft.
Ich sage ihnen, dass ich sie lieb habe.
Ich bringe sie zum Lachen.
Ich bringe ihnen Lieder und Spiele bei.
Ich erkläre ihnen die Namen aller Tiere. Und Autos. Und Pflanzen. Und Dinosaurier!
Ich zeige ihnen, wie man kocht und backt, aufräumt, dekoriert, schreibt, malt…
Ich lese vor.
Ich versuche sogar, ihnen eine zweite Sprache beizubringen.
Ich erkläre ihnen die Welt.
Ich bin glücklich.

Das ist doch was!
Und das soll nicht heißen, dass Mamas, die das alles anders gemacht haben, schlechtere Mütter sind!!! Nein, nein. Mommy Wars gibt’s schon genug. Ich bin heute sarkastisch und urteile nicht.

Denn zum ersten Mal in fast 5 Jahren frage ich mich, ob ich eine gute Mutter bin!

Ich gebe zu, dass ich einen hohen Anspruch an Ordnung und Sauberkeit habe. Zu hoch vielleicht, wenn frau mit drei Männern zusammenlebt.
Ich gebe zu, dass ich meine Medien um mich brauche – was nicht heißt, dass ich sie nicht zugunsten der Kinder nutze.
Ich gebe zu, dass ich gern mal ausschlafe. Was auch immer das für eine Mama heißt.
Ich gebe zu, dass ich nicht so gern „Vater, Mutter, Kind“, „Einkaufen“ und sonstige Rollenspiele spiele.
Ich gebe zu, dass ich mich auch mal auf dem Klo einschließe und mir die Ohren zu halte, um einfach mal allein zu sein.

Aber ich bin doch eine gute Mutter, oder?

Zur Zeit bin ich alleinerziehend, in einem fremdem Umkreis, in einem fremden Land, auf einem anderen Kontinent. Da komme ich schonmal an meine Grenzen, was Geduld, Ideen, gute Laune und Toleranz der Lautstärke angeht. Auf der anderen Seite dreht sich mein Leben gerade ziemlich 100% um die Kinder. Echt jetzt. Es gibt keinen Mittagsschlaf mehr und so bleiben mir die Stunden von 21:00 Uhr bis 7:30 Uhr. Die ich mehr für Schlaf nutzen sollte.

Die Kinder bestimmen, wann wir aufstehen und wie bald danach es Frühstück gibt. Die Kinder suchen sich größtenteils ihre Klamotten raus.. und werden überraschender Weise noch immer von anderen Menschen süß gefunden 🙂 Was wir essen, düfen sie mit-entscheiden. Meine Tagespläne sind fast ausschließlich zu ihrer Bespaßung gedacht. Wie schnell wir es vom Haus ins Auto (3m Fußweg) schaffen, entscheiden sie. Wann wir zu dritt aufs Klo rennen, entscheiden sie. Und so weiter…

Scheinbar ist das nicht genug. Irgendwie.
Ich habe mich heute Morgen mit zwei deutschen Freundinnen und am Nachmittag mit einer amerikanischen Freundin getroffen. Zum Quatschen. Mit deren Kindern. AUF DEM SPIELPLATZ! Es war schwer möglich, mit 5 Kindern am Morgen und 4 Kinder am Nachmittag einen Satz ohne Unterbrechung zu wechseln. Emilian weinte und schluchzte, wie gemein es wäre, dass ich immer nur mit meinen Freundinnen reden würde und nie mit ihm. Er wollte getragen werden, er unterbrach uns, er weigerte sich…

Ihr glaubt nicht, wieviele Worte ich täglich mit ihm rede. Auch ohne die Wiederholungen.

Ich weiß, dass Emilian das alles nicht verstehen kann. Dass ich gerade fast ALLES für ihn mache. Wahrscheinlich merken das einige Kinder erst, wenn sie selbst Eltern werden. Söhne vielleicht nie so ganz. Ich möchte nicht, dass er mich so sieht.. als jemand, die alles für ihn tut. Selbst Liams häufige Bedankungen sind mir schon unheimlich.

„Danke Mama, du Kekse backen hast! Du backen hast?“

„Nein, die sind von IKEA.“

„Danke Mama, du Kekse kauft hast! Danke IKEA, du Kekse backen hast! Danke Mama, du Kekse mitnommen hast!“

Heute war es auch Liam, der Emilian einreden wollte: „Mama lieb, odaa?“
Emilian aber ist der Meinung: „Mama, du schimpfst zu viel.“

Ich versuche, solche Sätze von Emilian nicht persönlich zu nehmen. Es gibt ja für alles eine Phase und auch Gründe. Aber es tut weh. Gerade, weil so sehr das Gegenteil der Fall ist. Es tut mir weh, dass er gerade mehr von mir fordert, als ich geben kann. Dass er weint und bockt und schimpft und tobt.. und ich eigentlich auch gern mal weinen und schimpfen möchte.

Ich verstehe sowas von, wie schwer es auch für Emilian ist. Er vermisst Papa, die Abwechslung, die Strenge. Und mir ist heute aufgefallen, dass ich so ziemlich die Einzige bin, mit der er deutsch reden kann. Er kommt nach mir und braucht das Reden. Und ich kann nachfühlen, wie es sich für ihn in englisch-sprachiger Umgebung fühlt. Er kämpft seine Kämpfe und braucht irgendwie ein Gegenüber. Doch da ist nur die Mama, die das nicht kann.

Noch 8 Tage.

Wir haben unsere nächsten Tage gut verplant. Die Grenze zwischen „zu viel unterwegs“ und „zu wenig unterwegs“ ist sehr schmal. Die Zeiten, in denen wir zuhause sind und mit unseren Zeit- und Ordnungs-Plänen klarkommen müssen, werden herausfordernd. Aber im Grunde meines Herzens weiß ich, dass meine Kinder gern mit mir zusammen sind, dass sie meine verrückten Ideen lieben und mir gern helfen. Und diese Ebene muss ich erreichen, ohne ihnen und mir wehzutun.

Noch 8 Tage.
Noch 48 Tage.

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Erziehungstipp: Unterbrich mich nicht!

Emilian ist jetzt in einem Alter, in dem er mehr als „Sag Bitte und Danke“, „Sag Hallo und Tschüß“ und „Teile dein Spielzeug“ lernen kann. Das sind in der Tat die Dinge, die ich Eltern hier am meisten zu ihren Kindern sagen höre.
Und zwar wirklich so:
Mama: „Sag: Ich möchte mein Spielzeug mit dir teilen.“
Kind: „Ich möchte mein Spielzeug mit dir teilen.“
Ob das Kind das auch so möchte, ist eine andere Sache. Ich mag dieses Vor- und Nachgespreche überhaupt nicht und probiere mit meinen Kindern eher den „Ich-lebe-es-vor-und-hoffe-sie-gucken-es-ab“-Stil.

Egal.
Emilian ist mit fast 5 (Was?? Eben war er noch in meinem Bauch!!) alt genug, um ein paar andere Dinge zu lernen, von denen wir Eltern denken, er könnte sie mal gebrauchen. Gestern erklärte ich ihm, was „Optimismus“ und was „Pessimismus“ ist, dieses Glas halbvoll/Glas halbleer-Ding. Da kam ein sehr cooler Kinderspruch bei raus, auf den ihr aber noch ein bißchen warten müsst…

In den letzten Tagen ging es bei uns darum, einander ausreden zu lassen.

Ich werde nie vergessen, dass ich das vor langer Zeit ein paar Mädels auf einer Hort-Reise erkärte. Als sie die Regeln verstanden hatten, achteten sie aber ordentlich darauf, dass auch jeder so einhielt. Eine von ihnen, die es nicht schaffte, bekam zu hören: „Du hast mir ins Wort gebrochen!“

 

So ähnlich lief es hier. (Auch dazu gibt es einen Kinderspruch, für später)
Emilian hatte das alles schnell verstanden. Nicht nur, weil er uns Eltern gern mal mit allen Mitteln unterbricht, sondern auch, weil er das eben von Liam und auch von uns kennt.

Wenn wir im Auto fahren, können es beide Kinder gar nicht leiden, wenn wir uns vorn unterhalten und scheinbar so tun, als hätten wir die beiden Schätze auf der Rückbank vergessen. Die beiden Schätze werden dann nämlich aktiv. Der kleine Schatz fängt laut an zu singen, oder aber er ruft mehrmals laut „Pupsi!“ in die Runde. (Was das bringen soll, weiß ich auch nicht…) Der große Schatz versucht, unser Gespräch zu verstehen, sich einzumischen, Partei für mich zu ergreifen oder er teilt einfach lautstark seine Meinung mit. Was keinem in der Situation hilft.

Kinder unterbrechen einen.
Manchmal mitten im Leben und manchmal mitten im Satz.
Sie sind laut, sie rufen „Mama! MAMA! MAMAAAA, guck mal!“, sie zerren an einem herum und machen das andere Gespräch, das gerade lief, unmöglich.

Bevor ich Mama wurde, arbeitete ich in einer Schule und hatte täglich mit meiner Klasse und drumherum mit hunderten Kindern zu tun. Im Laufe der Jahre habe ich mir angeeignet, mich wirklich nicht von einem Kind unterbrechen zu lassen. Dazu gehört eine Menge Konzentration, aber wir sind schließlich Multitasking-fähig, richtig?

Als ich noch keine Mutter war, gab es eine Sache, die mich am allermeisten an anderen Müttern genervt hat. Nämlich: Dass Kinder unser Gespräch unterbrechen dürfen.
Es war nicht so, dass wir Freundinnen uns für ein Wochenende verabredeteten und tagelang geredet haben, während die Kinder schweigen mussten. Es ging um kurze Treffen von ein paar Stunden, in denen eben nicht viel Zeit zum Reden ist. Und es war auch nicht so, dass irgendwelche Kinder in der Zeit unseres Gespräches verhungert, verdurstet oder anderweitig zu Schaden gekommen sind. Nein, es geht um die kleinen Dinge:
„Ich muss dir was zeigen.“
„Mama, guck mal, was ich gebaut habe!“
„Mama, guck mal, was ich gebaut habe!“
„Mama, guck mal, was ich gebaut habe!“
„Mama, kannst du mir ein Buch vorlesen?“
„Guck mal, was der hier in dem Buch macht…“

Ihr kennt das. Es nervt.
(Ganz nebenbei, Eltern: Wenn ihr dann zu euren Kindern sagt: „Warte bitte, bis ich fertig bin!“, dann müsst ihr das auch durchziehen. Denn einige Kinder werden schweigen und warten – andere aber werden weiterfragen und betteln. Oh ja, das werden sie. Und sie wissen, ob ihr nachgebt.)
Auch meine Kinder nerven. Natürlich.
Aber ich werde mir und meinen Freundinnen so ein Stop-and-Go nicht antun.
Es gibt natürlich Zeiten, in denen wir und unser Besuch sich ganz unseren Kindern widmet. Die Kinder werden schon dafür sorgen, dass es solche Zeiten gibt! Und deshalb muss es auch Zeiten geben, in denen meine Kinder wissen: Mama und Papa reden. Und ich warte.
Und nun mein Erziehungstipp:

Wenn ich rede (was oft vorkommt), und mein Gegenüber nicht Emilian ist, weiß er, dass ich nicht möchte, dass er mich unterbricht. Wir haben diese Regel vereinbart: Er kann zu mir kommen und mir auf die Schulter tippen. Dann weiß ich, dass er mir etwas zu sagen hat und werde den nächst-möglichen Zeitpunkt nutzen, ihm zuzuhören. Und das tue ich dann auch, sollte sein Anliegen auch noch so… klein sein.

Emilian hampelt oft neben mir herum und tippt mir schneller als Sekundentakt auf die Schulter. Da kommt schon wieder viel Konzentration ins Spiel… Eine andere Idee wäre also, dass ihr mit euren Kindern vereinbart: Sie legen eine Hand auf eure Schulter/euer Bein – und ihr legt eure Hand auf ihre. Das ist ein gutes Zeichen für sie, dass ihr sie bemerkt habt. Und es vermittelt Ruhe und Nähe.
Denkt euch ein andere Zeichen oder „Geheim-Wort“ aus, wenn euch das zu viel Körperkontakt ist.. oder ihr nicht möchtet, dass eure Kind jedem Fremden auf die Schulter tippt, dem es was sagen möchte…

Aber probiert das mal aus! Je früher, desto besser.
Ihr müsst konsequent sein. Die Kleinen werden ihre Probleme damit haben und es vielleicht nur langsam lernen… Aber ihr werdet bewundernde Blicke für gut-erzogene Kinder von euren Gesprächspartnern ernten. Und ihr werdet Menschen in die Welt schicken, die einander ausreden lassen.

 

Brüder-Gespräche

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Geduld und … Ablenkung

Ich bin eine entspannte Mama.
Ich bin eine geduldige Mama.
Ich bin eine konsequente Mama.

Das ist kein Mantra, das sind meine Stärken.

Ersteres habe ich mir in der Schwangerschaft mit Emilian vorgenommen und eingeredet und meist klappt es gut.
Zweiteres könnte immer noch besser laufen.
Wenn ich aber konsequent sein möchte, kann ich viieel Geduld aufbringen.

Das ist mein Erziehungs-Geheimnis.
Konsequenz ist alles.
Konsequenz entscheidet, wer gewinnt, wer duchhalten kann. Konsequenz zeigt, wer am längeren Hebel sitzt und wer über den anderen bestimmt.

Auch, wenn es sich so anhört, hat das nichts mit Gewalt oder Erpressung oder Manipulation zu tun!
Für mich bedeutet Konsequenz: zu meinem Wort stehen.
Meine Jungs sollen wissen, dass ich meine, was ich sage. Und dass mich kein noch so süßes Lächeln und kein noch so peinlicher Wut-Anfall davon abbringen kann! Ihr glaubt nicht, wie lange sich meine Kinder merken, wenn ich einmal nicht konsequent war.
Und genauso lange habe ich Ruhe, wenn ich ein paarmal Kraft und Geduld aufbringen muss, aber Konsequenz beweise!
Denn Kraft und Geduld wird verlangt werden.
Wenn ich sage: „Du räumst fertig auf, bis ich bis 3 gezählt habe“, dann muss ich ggf. bei 3 auch aufstehen und handeln. Jedes Kind kennt das.
Wenn ich sage: „Komm jetzt zu Mama, sonst hole ich dich.“, dann muss ich ihn holen, auch wenn ich lieber sitzen geblieben wäre.

 

Emilian hat unsere Regeln meist schnell gelernt. Wenn eine Sache so war, dann war sie eben so. Keine Fragen, nicht viel Geteste.
Liam testet alles aus. Mehrmals.
Wenn wir ihm seit 2 1/2 Jahren einen Schlafsack zum Schlafen anziehen, heißt das nicht, dass er das im 32. Lebensmonat nicht nochmal hinterfragen kann.
Wenn der Nuckel seit ein paar Monaten nur noch zum Schlafen da ist, wird trotzdem immer mal wieder wild gejammert.

Eine Regel, die mich in all‘ den (vier) Jahren immer wieder viel Geduld gekostet hat, ist: der Teller wird leer gegessen.

Ich weiß nicht, warum meine Kinder immer wieder die Wurst und den Käse vom Brot klauen, obwohl sie wissen, dass sie danach das Brot so essen müssen. Ich weiß nicht, warum sie immer wieder hoch und heilig versprechen, das Brot später zu essen und es dann immer wieder nicht wollen.

(Irgendwann dachten wir, wir wären ganz schlaue Eltern und nehmen nur noch Frischkäse/Leberwurst/Marmelade…. Ihr glaubt nicht, wie sauber sowas abgeleckt, -gekratzt werden kann, ohne auch nur einen Krümel Brot zu essen!)

Wenn meine Söhne mir versprechen, das Brot nach dem Belag zu essen und wenn sie wissen, dass ich das erwarte, dann bin ich konsequent. Aber Hallo! So ein Geschummel kann ich überhaupt nicht leiden. Niemand sonst isst den Belag vor dem Brot. Wer macht denn bitte sowas? Wozu gibt es dieses Belag-System?

(Meine Oma würde jetzt sagen: „In der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot.“
Aber sie darf das. Sie ist die Ur-Oma.)

Bei mir aber muss das Brot gegessen werden.
Im Idealfall sitzt die ganze Familie eben ein paar Minuten länger da, bis „der Übeltäter“ das Brot in sich hineingestopft hat. Im nicht-ganz-Idealfall müssen auch Gäste, die mit zu Abend essen, sitzen bleiben und warten. Die Gefahr besteht dann, dass „der Übeltäter“ es sogar genießt, im Mittelpunkt zu stehen. Wenn es noch weniger der Idealfall ist und wir uns weder vor noch zurück bewegen, komme ich „dem Übeltäter“ entgegen und esse ein Stück Brot auf.

Wenn es überhaupt gar nicht ideal abläuft, dann sitzen wir. Und sitzen.
Erst zu viert, dann zu dritt.. und irgendwann nur noch zu zweit. „Der Übeltäter“ und ich.

Das Kind muss im Stuhl sitzen (oder stehen) bleiben, bis es aufgegessen hat.
Es geht nicht darum, es vollzustopfen oder sein Völlegefühl zu ignorieren. Jeder kann ein halbes Brot essen.
Es geht um’s Prinzip! Es geht darum, ein Wort zu halten und vorausschauend zu essen. Manchmal hilft es, den Bruder schon spielen zu sehen, manchmal nicht. Manchmal hilft ein Schluck Saft, manchmal nicht. Manchmal gibt es Tränen und Wut, manchmal nicht.

Ich erinnere mich an eine Szene mit Emilian.
Wir hatten es eilig und mein Plan drohte zu scheitern. Doch dann läuteten die Kirchenglocken neben unserem Haus, mein lieber Sohn war so überrascht und abgelenkt, das er die letzten Stücke schnell aufaß.

Heute wollte Liam die letzten Stücke Brot nicht essen.
Die Wurst war schon lange weg. Ich zerschnitt das Brot, damit 3 kleine Stücke übrig blieben. Ich saß neben ihm, schickte Emilian zum Spielen in ein anderes Zimmer und machte es mir bequem. Ein bißchen traurig war ich über die Zeit, die meiner Mittagspause fehlen würde. Ich wusste nicht, wann und wie er das Brot essen würde – ich wusste nur, dass ich ihn und mich so lange am Tisch halten würde, bis er gegessen hätte. Er war gut drauf und übermütig, kein Grund, nachzugeben. Ab und zu versuchte er, aufzustehen, aber er wusste, worauf wir warteten.
Es wurde später und später. Ich legte ihm zwei Stücke hin und aß das dritte auf. Aber Liam hielt durch. Kein Hörspiel und kein Nuckel – nichts konnte ihn locken.

Da sah ich, dass vor dem Haus ein Transporter mit einem neuen Auto drauf vorbeifuhr. Ich rief Emilian.
„Emilian, da ist gerade ein Transporter vorbei gefahren. Willst du mal gucken, ob er es in unserer Straße ablädt?“

Es war nicht ganz ohne Hintergedanken, aber eigentlich wollte ich Emilian doch nur fragen, ob er das sehen wollte. Er ging vor die Tür, sah den Transporter und fragte mich, ob ich mitkommen könnte.
„Ja, ich komme gleich gucken, wenn Liam aufgegessen hat…“
Wisst ihr, wie schnell die zwei Brotstückchen weg waren?

Danke Gott, für die Ablenkung!

Zusammen sahen wir uns den Transporter und das neue Auto an, gingen zum Briefkasten und fanden sogar eine Karte von Oma für Liam.
Was für eine Belohnung!

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