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Das Foto-Shooting: Familienreportage

So!
Für euch lange genug angekündigt und für uns eine ganz wertvolle Erinnerung:
Heute geht es um ein besonderes Foto-Shooting.

Anfang Mai bekam ich nämlich eine Email.
Klaus Heymach stellte sich als Fotograf und Papa aus Berlin-Kreuzberg vor und schrieb, dass er gern Familien fotografieren würde.
Und zwar nicht verkrampft und gestellt, in einer Reihe mit verzerrtem Lächeln und weinenden Kindern –  sondern als Reportage: „Vom Zähne putzen am Morgen übers gemeinsame Kochen bis hin zum Vorlesen im Bett.“

Ich liebe Familienfotos von uns!
Und ich hatte sofort die Erinnerung von kalifornischen Stränden im Kopf, an denen Fotografen hocken und zu denen Familien mit sämtlichen Kleider-Kollektionen (natürlich farblich exakt aufeinander abgestimmt) pilgern, um die alljährlichen Familienfotos zu schießen.
Dazu gehören genervte Väter, extrem aufgeregte Mütter und schreiende, popelnde, gähnende Kinder.

Wir haben auch so ein Strand-Shooting gemacht.
Wir haben auch unsere Kleidung aufeinander abgestimmt.
Wir waren auch aufgeregt und haben unsere Söhne angefleht, „nur noch einmal bitte, bitte, bitte in die Kamera zu lächeln“.
Und die Fotos hängen im Flur und sind eine schöne Erinnerung.
Aber ich denke, bei hunderten Familien hängen eben diese schicki-micki-glitzer-Fotos im Flur. Gestellt und ein bißchen nicht ganz echt.

Ich las die Email von Klaus mehrmals, besprach das mit meinem Mann und antwortete dem Fotograf, dass wir interessiert seien.

Etwas später telefonierten wir kurz.
Er erzählte von dieser neuen Mode, der „Familien-Reportage“, die vielleicht schon von Hochzeitstagen bekannt ist. Der Fotograf begleitet das Paar oder die Familie eben mehrere Stunden und fotografiert und fotografiert. Es entstehen Aufnahmen von kleinen und großen Momenten. Von Momenten, die nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen und an die sich später vielleicht niemand erinnert.

Wir verabredeten uns für Samstag, den 20. Mai, um 9:00 Uhr. Der Tag war bis auf eine Einladung zum Kindergeburtstag für Emilian und Liam komplett frei, was wirklich nicht oft vorkommt.
Aber das war genau richtig.
Der Fotograf sagte, dass genau solche Kleinigkeiten, wie Hausaufgaben machen, ein Spiel spielen, Tisch decken… die Fotos wertvoll machen würden.

Auf seinem Blog schreibt er:
„Was gäbe ich heute dafür, in Fotos alltäglicher Rituale aus meiner Kindheit blättern zu können. Wie sah es bei uns am Frühstückstisch aus, als ich drei war? Welche Sonntagsrituale hatten wir in den 80er Jahren? Es gibt keinen Grund, Fotoalben nur nach dem Urlaub oder den Ferien anzulegen. Der ganz normale Alltag ist es, der es verdient, festgehalten zu werden.“

Als der Samstag näher kam, erzählte ich den Jungs von unserem Plan. Ich versuchte natürlich, am Abend vorher aufzuräumen… So, wie man eben mit drei kleinen Söhnen aufräumen kann. Ich wuselte, so gut es ging – was für die Fotos später völlig unwichtig war, wie ihr nachher sehen werdet.

Mama und Papa waren angezogen und äh, ein bißchen zurecht gemacht, die Kinder lagen noch in ihren Betten, als es am Morgen an der Tür klingelte.
Wir begrüßten Klaus, baten ihn herein und er erzählte kurz von der abenteuerlichen Reise am Samstag Morgen durch Berlin. Ohne viel Aufregung schnappte er sich die Kamera und ließ sich den Weg ins Kinderzimmer zeigen.

Wir hörten es plappern und gackern.
„Guck mal hier, meine Bierdeckel-Sammlung!“
„Kannst du mal ein Foto machen, wie ich vom Hochbett springe?“ – Ganz zutraulich und interessiert begegneten die Jungs dem Fotograf und nahmen ihn sofort mit in ihr Reich. Wir fingen an, unser regelmäßiges Pancake-Frühstück vorzubereiten und auf der Terrasse den Tisch zu decken.

Klaus war immer da und fotografierte – aber weder aufdringlich noch störend. Im Gegenteil, er war fast unsichtbar.
Mal nah bei uns, mal von hinten im Garten oder durchs Fenster.
Er frühstückte mit uns uns wir redeten über ihn und uns – und immer wieder nahm er die Kamera vor die Nase, aber das merkten wir fast gar nicht. Auch der aufgeregte Hype der Kinder legte sich irgendwann und es wurde ganz natürlich.

Ich dachte anfangs darüber nach, zu erklären, warum ich was tue. Natürlich muss ich reden und erklären. Vielleicht lag es daran, dass ich noch sehr unsicher und angreifbar war, was das Thema Stillen/Fläschchen anging.
Aber natürlich war das nicht notwendig.
Natürlich fragte er nicht:
„Hää? Stillst du etwa nicht?“
„Warum betet ihr vor dem Essen?“
„Macht ihr das immer so mit euren Kindern?“

Es war so angenehm, so entspannt und natürlich. Wir waren eigentlich ganz unter uns.
Und genau deswegen sind die Fotos so wunderschön und besonders und eine ganz wichtige Erinnerung für uns.

In dieser wuseligen Zeit.. neu mit drei Söhnen, mit Babynahrungs-Stress, mit Kita- und Schulkind, mit einer riesigen to-do-Liste in Haus + Garten… da standen Fotos, die mehr als kleine Handyfotos sind, nicht gerade an erster Stelle.

Und jetzt haben wir aber genau von dieser aufregenden Zeit Familienfotos!
Und nicht irgendwelche Familienfotos!
Wir haben Schätze, die ein Leben lang halten.

… Liam beißt verträumt in ein Stück Bacon.
… die lachenden Augen der Quatsch-Brüder.
… Jari neben uns, aber immer mittendrin.
… ein Geschwisterstreit.
… die verrückte Kleiderwahl der Jungs.
… Emilian muss aufs Klo, kann aber sein Spiel nicht unterbrechen.
… Liam spielt am Handy.
… ein unaufgeräumtes Kinderzimmer.
… unentspannte Gesichtszüge.
… Kinder, die auf dem Geburtstag durchdrehen.
… Fußball spielen mit Papa.
… Schaukeln mit Mama.

Kein einziges Bild ist gestellt.
Der Fotograf sagte nicht ein einziges Mal „Mach das nochmal!“ oder „Stell dich mal so hin.“
Ausdauernd „verfolgte“ er uns den ganzen Tag.
Zuhause, auf einem neuen Spielplatz, im Auto und beim Kindergeburtstag.

Und nicht mal zwei Wochen später kam die Email: Eure Fotos sind fertig! Ich schaute kurz rein, quietschte vor Glück und wartete dann tapfer, bis wir am Abend zu fünft am großen Bildschirm die Fotos ansahen.
Die Fotos sind nachbearbeitet, aber sehr echt.
So echt, dass ich mir an meinem after-baby-Body eigentlich schon so ein bißchen Photoshop gewünscht hätte, lieber Klaus! 😉

Aber das alles ist unsere Familie am 20. Mai 2017.

Klaus war ungefähr 12 Stunden bei uns. Wir haben aus meiner Sicht einen stink-normalen Tag zusammen verbracht –  aber die Fotos zeigen tausend wertvolle Kleinigkeiten. Diese tausend wertvollen Kleinigkeiten werde ich in einem Fotobuch für uns sammeln.

Ein paar Fotos kann ich euch zeigen! Ich freue mich, dass ihr sie euch ansehen könnt und den Tag mit uns erleben könnt.

Seht euch auch bitte den Blog von Klaus Heymach an.
Lest von seinem interessanten Lebenslauf, von seinen Gedanken und schaut euch seine Reportagen von anderen Familien an.

Und wenn ihr das ausprobieren möchtet, wenn ihr ein ganz besonderes und doch normales Geschenk sucht, wenn eure Familie bereit für eine verrückte, neue Idee ist, wenn ihr für eure Kinder und Enkel den Alltag einer Familie im Jahr 2017 festhalten möchtet – dann meldet euch bei Klaus Heymach!

Für Fragen und Erfahrungsberichte stehe ich euch jederzeit gern zur Verfügung!

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Das war unser Jahr 2015!

Das Jahr 2015 ist fast vorbei… Wie schnell das immer geht, oder? Und im Rückblick kann man aber sehen, was doch alles passiert ist.

Unser Jahr war ein ganz besonderes.
In der ersten Hälfte lebten wir noch bei den Reichen und Schönen und saßen bei 35 Grad am Strand… Und dann plötzlich standen wir im Schneesturm in Deutschland.

Das Wetter im Sommer und Herbst und sogar im Winter war aber so wunderbar, dass uns diese Kälte jetzt so richtig erschreckt. Ich weiß gar nicht, wie und ob ich die Jungs in den nächsten Wochen richtig anziehen kann. Und ich muss sagen, es gibt mir immernoch einen kleinen Stich im Herzen, die Fotos aus Kalifornien anzusehen…

Unser Jahr war voll von Treffen mit Familie und Freunden. Kaffee und Kinder, Spiele und lachen. Unser Jahr war etwas aussergewöhnlicher, wir mussten und müssen unseren Platz noch richtig finden. Es gibt Fragen, die wir ins neue Jahr mitnehmen und es gibt Veränderungen, die im nächsten Jahr auf uns warten. Wenn ich da nur an die Einschulung denke…

 

Mein Jahresrückblick

 

Im Januar haben wir sehr klein und sehr ruhig ins neue Jahr „gefeiert“. Ich habe Quarkbällchen gemacht und das hat uns sehr an Deutschland erinnert.
Wir hatten Besuch von meinem Schwager und Schwägerin und machten zusammen Feuerzangenbowle. Auch die Schwester von meinem Mann wollte mit ihrem Mann kommen und wir hatten große Pläne – doch einen Tag vor dem Abflug musste die Reise leider aus gesundheitlichen Gründen gestrichen werden. Wir waren sehr traurig und unsere Pläne fielen ins Wasser.
Wir vier waren am Huckleberry Pond, angelten zwei Forellen, bearbeiteten und aßen sie auf. Ein bißchen Heimweh hatte ich und die Zeit in Kalifornien ging dem Ende zu. Wir machten tolle Hand- und Fuß-Bilder mit den Kindern und waren oft am Strand. Ein paar kleine Kinderkrankheiten überstanden wir mit Zwiebelsaft und Hustensaft aus dem Supermarkt. Liam verlor seinen Nuckel – und das war es dann. Kein Nuckel mehr! Er lernte neue Wörter und machte uns viel Spaß mit seinen lustigen Ideen. Emilian ging immer wieder tapfer in die Kinderbetreuung, lernte mehr englische Wörter und wurde ein großer Junge. Wir entdeckten neue, tolle Pflanzen, Tiere und Strände in Kalifornien und besuchten die Universal Filmstudios!

 

Im Februar verschwand mein Mann für fast drei Wochen nach Kenia, um unsere Pastoren aus Berlin dort bei einer Konferenz zu überraschen. Die Zeit, in der wir so weit entfernt voneinander waren und ich irgendwie mit den Kindern allein in Kalifornien war, war speziell. Es war nicht leicht für mich, alleinerziehend und rund um die Uhr für die Kinder da zu sein. Aber ich hatte das Auto für mich und wir waren viel unterwegs. Zoo, Strand, Kirche… Ich bekam einen neuen Haarschnitt und wir freuten uns über Besuch aus Kanada. Ich nahm an einem Bible Study teil und lernte neue tolle Frauen kennen. Ich genoß die Sonne und Wärme und freute mich über die wöchentlichen MOPS-Treffen. Nach einer Pause habe ich wieder mit Sportübungen angefangen und wir haben uns mit Freunden auf Spielplätzen getroffen. Einmal haben wir eine lebende Maus aus dem Pool gerettet. Und mehr und mehr kamen die Gedanken an den Abschied von Amerika…

 

Im März konnten wir auf ein Pentatonix-Konzert gehen, weil der Besuch aus Kanada auf die Kinder aufpasste. Das war so cool!!! Zusammen machten wir vier einen Kurztrip nach San Francisco, der zwischendurch sehr abenteuerlich wurde. Aber wir hatten es geschafft, diese Stadt zu sehen. Wir genossen die letzten sonnigen Tage und fingen mit dem Packen und Sortieren an. Beide Kinder hatten eine kurze Magen-Darm-Krankheit und bremsten den Alltag etwas aus. Wir feierten den 3. und 5. Geburtstag und erlebten viele „letzte Male“. Laguna Beach, Burger, Frozen Yogurt, Gottesdienst, MOPS… Ein schrecklicher Flugzeugabsturz kurz vor unserer Abreise brachte mich ganz schön durcheinander. Wir feierten viele Abschiede mit Freunden und Kollegen und ganz schnell kam dann der letzte Tag. Wir mussten einen zusätzlichen Koffer kaufen UND Übergepäck bezahlen und reisten mit 11 Gepäckstücken! Mit schwerem Herzen betraten wir dann das Flughafengebäude Los Angeles. Viele Stunden später landeten wir sehr müde und sehr früh in Berlin Tegel. Ein Schneesturm tobte und wir konnten noch gar nicht glauben, dass wir wieder in Deutschland waren!

 

Im April kamen wir einfach an. Wir packten aus und um. Unser großes Haus und alle vertrauten Zimmer taten uns gut. Mit über 70 Freunden feierten wir unser Zurückkommen und meinen 30. Geburtstag. Im Sonnenschein saßen wir auf der Terrasse und genoßen das Leben. Wir feierten Ostern uns sahen so viele liebe Menschen wieder. Wir freuen uns über das Euro-Geld in unseren Händen und kauften deutsche Lebensmittel. Wir pflanzten Frühlingsblumen. Ich konnte leider nicht zum Junggeselinnen-Abschied meiner Schwester nach Dresden fahren, weil ich eine Blasenentzündung bekam. Das deutsche Frühlingswetter ist eben kein kalifornischer Winter. Wir alle waren ein bißchen überfordert, plötzlich wieder so viel zu besitzen. Ich sortierte viel Kinderspielzeug und -Kleidung aus und zum ersten Mal beschäftigten wir uns mit den Flüchtlingen in unserer Stadt.

 

Im Mai haben wir meine Schwester in Dresden besucht. Ich mag diese Stadt an der Elbe. Wir feierten an zwei wunderschönen Tagen die Hochzeit meiner kleinen Schwester. Auf den Fotos sieht man, wie braun wir noch waren. Unser Neffe und Cousin der Jungs wurde geboren. Wir fuhren mit Freunden zum Paddeln in den Spreewald und verbrachten einen Tag im Britzer Garten. Über jeden Sonnentag freute ich mich. Mit ein paar Mädels ging ich zur Premiere von Pitch Perfect II. Yeah! Emilian hatte noch keinen Kindergartenplatz und so genossen wir viele Familienzeiten. Ich habe endlich wieder Holunderblüten geerntet.

 

Im Juni feierten wir den 8. Hochzeitstag. Mein Mann flog wieder für ein paar Tage nach Kenia. Ich lud wöchentlich einige Freundinnen zum Frühstück ein. Emilian ging wieder in den Kindergarten. Die Eingewöhnung war überhaupt kein Problem. Liam wurde für August angemeldet. Wir fuhren noch einmal mit Freunden in Kayak-Booten auf dem Wasser. Die Jungs verbrachten ein Wochenende mit Oma und Opa an der Ostsee. Mein Vater nahm an der „Fichkona 2015“ Teil und fuhr in 24 Stunden mit dem Fahrrad vom Fichtelgebirge zum Kap Arkona. Wir alle verfolgten ihn im Internet und waren sehr stolz. Wir luden wieder Freunde ein, ich genoß das Backen nach deutschen Zutaten und Rezepten und wir machten viel Guacamole, um uns an Kalifornien zu erinnern. Liam hatte einen kleinen Unfall, bei dem er sich das Kinn aufschlug. Es ist gut verheilt und auch die Zähne sind gesund, auch wenn das erst nicht so aussah.

 

Im Juli haben wir einfach den Sommer in unserem Garten genossen. Wir haben geerntet, sind unter den Sprenger gesprungen, hatten Besuch, ich habe zum ersten Mal Holunderblütenlikör gemacht. Mmmhh! Zusammen mit allen Mitarbeitern der Kirche feierten wir eine Sommerparty. Ganz plötzlich verstarb eine Freundin aus der Kirche und wir als Team konnten zusammen halten und für die Familie da sein. Wir bekamen Besuch von einem befreundeten Pärchen. Ganz groß haben wir den 80. Geburtstag meiner Oma gefeiert. Es war wirklich ein heißer Sommer. Ende des Monats besuchten wir Freunde in Schleswig Holstein und machten einen Familienurlaub im Norden.

 

Im August wurde Liam in den Kindergarten eingewöhnt. Er war das dritte Kind der Gruppe und konnte also in Ruhe die Erzieher kennenlernen. Er ging sehr gerne und wir Eltern hatten wieder freie Vormittage. Der Anbau unserer Kirche konnte fertig gestellt werden und in der Sommerpause ohne Gottesdienst richteten wir die neuen Räume ein. Wir trafen uns mit Freunden am See oder Freibad. Auch Karls Erlebnishof in Elstal sahen wir uns an. Eine alte Schulfreundin besuchte mich mit ihrem Sohn. Wir hatten uns tatsächlich 20 Jahre nicht gesehen! Als Familie und mit Freunden fingen wir an, Flüchtlingsheime in unserer Umgebung kennenzulernen.

 

Im September feierten wir die Hochzeit meines Cousins und sahen viel Verwandtschaft wieder. Mein Mann ging mit seinem Bruder aufs Coffee Festival und arbeitete weiter an seiner persönlichen Lieblings-Kaffee-Röstung. Wir sind so verwöhnt mit unserem guten selbstgemachten Kaffee. Wir besuchten einen Dino-Park und meine Großeltern. Ich fing an, einen Kurs für Ehepaare mitzuleiten und feierte in meinem Garten eine „White Dinner“-Party, um den Sommer feierlich zu beenden. Mit anderen Vorschul-Mamas besuchte ich erste Veranstaltungen in unserer Grundschule. Wir gingen immer wieder allein oder mit Freunden in Unterkünfte für Geflüchtete. Ich verlor mein Herz an die kleinen Kinder mit den großen dunklen Augen und organisierte viele Spendensammlungen. Auch wir selbst gaben Spielzeug, Kleidung, Geschirr oder Möbel ab. Meine Kinder verreisten nochmal für zwei Wochen mit Oma und Opa im Wohnwagen! So lange waren wir noch nie voneinander getrennt – aber es klappte wunderbar. Noch heute schwärmen alle vier von diesem Urlaub und Liam spielt das Erlebte mit seinem Wohnmobil nach. Ich besuchte meine Schwester in Dresden. Am Ende des Monats zog ein toller Mitbewohner bei uns ein, der in Berlin ein Studium angefangen hat.

Im Oktober wurde ich in beiden Kindergartengruppen zum Elternvertreter gewählt. Wir sahen das Berliner Lichterfest und ich fuhr mit meinen Schwestern für ein Wochenende in den Spreewald! Mein Mann begann ein Fernstudium und fuhr für eine Woche nach Hannover. Zusammen mit Freundinnen veranstaltete ich einen Pitch Perfect-Abend im Wohnzimmer. In der Kirche feierten wir zum Reformartionstag ein Mittelalterfest. Auch ein Ausflug nach Lutherstadt Wittenberg gehörte dazu. Wir hatten schöne Abende mit Ehepaaren in unserem Wohnzimmer und zum ersten Mal ging ich zu einem Blogger-Café für Eltern. Drei Freunde aus Kalifornien besuchten uns und wir verbrachten viel Zeit zusammen.

 

Im November freuten wir uns über das immer noch milde Wetter und stürzten uns in die Weihnachtsvorbereitungen. Wir tranken Glühwein und gebrannte Mandeln. Wir besuchten Weihnachtsmärkte und bastelten. Wir backten Plätzchen und in einer last-minute Bastelaktion machte ich eine Laterne für Emilian. Mein Mann fuhr wieder nach Hannover und am Ende des Monats fuhren wir vier auf einen kleinen Familienurlaub nach Templin. Liam gab seine Windel ab und von dem Tag an ist er trocken! Wir genießen die Freiheit alle sehr.

 

Im Dezember fehlte uns der Start in die Weihnachtszeit irgendwie, weil wir erst am 6. aus dem Urlaub kamen. Das ziemlich warme Wetter machte es irgendwie schwer, in Weihnachtsstimmung zu kommen. Liam kam mit seiner Kindergartengruppe zum Besuch in die Kirche und Emilian übte ganz fleißig fürs Weihnachtsmusical. Wir haben viel gebacken und neue Rezepte ausprobiert. Ich traf mich mit Freundinnen und genoß schöne Zeiten. Zu viert feierten wir ganz in Ruhe Weihnachten und stürzten uns dann ins Familien-Gewusel. Die Pause zwischen den Jahren genoßen wir sehr und räumten, putzen, spielten, lasen und schliefen.

Heute werden wir mit ein paar Freunden Silvester feiern. Wir werden grillen, wie es für unsere Freundin aus Brasilien üblich ist und wir werden Feuerzangenbowle machen, wie es unsere Tradition ist. Irgendwann morgen wird es Pancakes geben, weil wir diese Tradition aus Amerika mitgebracht haben.

Wir sind sehr dankbar für dieses Jahr, das für uns viel Veränderung und Bewegung brachte. Wir vermissen Kalifornien und wir lieben es, in Berlin zu leben. Wir sind unseren vielen Freunden und unseren Familien sehr dankbar, dass sie ein Teil unseres Lebens sind und wir sind sehr gespannt, was wir vier im neuen Jahr lernen werden.

Allen meinen Lesern wünsche ich einen tollen Silvester-Abend und einen gesegneten Start ins nächste Jahr!!

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Hallo April!

Im April werde ich…

… ankommen, packen und räumen!
… viele liebe Menschen wieder sehen.
… in mein altes Leben eintauchen.
… ein bißchen trauern und Sehnsucht haben.
… Ostern mit der Familie und der Kirche feiern!
… zu meiner Schwester nach Dresden fahren.
… an die Geburtstage von vielen Freunden und Schwester, Schwägerin, Schwager, Schwägerin und Tante denken.
… meinen Garten neu entdecken.
… wieder Euro-Geld in der Hand haben.
… meine Läden und meinen Kiez neu entdecken.
… wahrscheinlich frieren.
… Tulpen kaufen.
… mich aber über jeden Frühlings-Sonnenstrahl freuen.
… 30 !

Ein bißchen in eigener Sache:

Wir sind gestern nach gutem Flug mehr als eine Stunde früher, als geplant, in Berlin gelandet. Damit haben wir sämtlichen Freunden einen kleinen Schreck eingejagt und ihre Planung durcheinander gebracht. Letztendlich kamen fast 20 Freunde zum Frühstück vorbei und es war einfach wunderschön, in eigenem Haus wie früher mit lieben Menschen zusammenzusein. So gefällt mir das.

Die beiden Jungs sind erst allein, dann mit sechs Freundes-Kindern im Kinderzimmer verschwunden. Und es sieht dort auch noch so aus, als hätten 8 Kinder… naja.. gespielt. Aber ich hab mich gefreut, Emilian und Liam so zu sehen und hab alle Augen zugedrückt. So wird es hier wahrscheinlich noch ein paar Tage aussehen. Beide Jungs haben sich doch an viel erinnert, aber wir alle entdecken ständig alte Schätze wieder und freuen uns darüber.

Kinderzimmer

Dass es gestern draussen schneite, war der Witz überhaupt und der Unterschied zu Kalifornien hätte größer nicht sein können. Es ist sehr stürmisch und kalt draussen, aber die Sonne scheint. Und das ist schön!

Die Jungs, oder wir alle eigentlich, haben im Flugzeug wenig geschlafen – umso härter traf uns diese Müdigkeit plus Jetlag. Die Kinder hielten gut durch und fielen dann gegen 14.00 Uhr buchstäblich um. Liam schlief im Sitzen am Tisch ein, Emilian brauchte noch zwei Bücher und war weg. Mein Mann legte sich hin und schlief wie ein Stein. Ich wollte mich nicht ins Bett legen, weil ich mich danach oft noch schlimmer fühle. So hielt ich bis 23:00 Uhr durch, aber schön war es nicht. Ich war soo müde!
Unser Ehebett in Amerika war ziemlich hoch, ungefähr Hüft-Höhe. Das IKEA-Malm-Bett kam mir vor, wie ein süßes Maträtzchen. Ich wusste nicht mehr, wie schön hart die Matratzen waren und dieses Gefühl, mich in vertraute, saubere Bettwäsche zu kuscheln und im eigenen Schlafzimmer und auf guten Matratzen und so… unglaublich.

 Unsere 11 Gepäckstücke sind alle zur richtigen Zeit mit uns mitgekommen, was wunderbar ist!
Sie alle liegen geöffnet neben meinem Bett und setzen mich ordentlich unter Druck.
Dazu kommt, dass ich unsere Sommersachen wahrscheinlich wegsortieren muss und irgendwelche Übergangs-Klamotten und Schuhe suchen muss.

Koffer-Explosion

Ich muss ehrlich sagen, dass ich heute morgen schon einen kleinen bis mittleren Überforderungs-Anfall hatte.
Die erste Ankommens-Freude legt sich langsam und ich sehe nur noch Aufgaben.
Aufgaben, die jetzt einfach nach der langen Reise auf mich warten und auch Aufgaben, die ich 10 Monate nicht hatte, wie Garten, Kleiderschränke, Reparaturen, ein Haus sauber halten und so. Da brauche ich wohl viel Kaffee und viel Geduld und viele Freunde und viel Sonne und Musik, um nicht zu ersticken, Echt jetzt.
Einkaufen gehe ich noch nicht.. das wäre dann wohl der Kulturschock.

Uns beiden ist aufgefallen, dass wir ganz schnell alle unsere Sachen an den Platz räumen, an dem sie vor 10 Monaten lagen und dass wir einfach wieder zurück ins deutsche Leben flutschen – und Kalifornien ist sooo weit weg. Das fühlt sich wirklich komisch an. Ich meine, wer zieht denn aus – und zieht 10 Monate später wieder in das alte Haus ein? Sowas kommt normalerweise nicht so oft vor. Für mich ist es neu. Und ich möchte ein bißchen dafür kämpfen, dass mein Leben nicht einfach so wie vorher weitergeht.

Ich habe eben die Müll-Abholtermine aufgeschrieben und mir ist aufgefallen, dass mich die Normalität schon wieder nervt. In Kalifornien gab es einen ganz anderen Alltag für mich. Einerseits mehr Ruhe und nichts-tun – andererseits auch viele feste Punkte. An dem Tag kommen Gäste und an dem Tag die nächsten und dann reisen wir ab. Es gab immer einen Tag, auf den wir uns gefreut oder auf den wir gewartet haben. Und das ist jetzt weg. Nicht, dass ich mich auf nichts mehr freue… aber, ich weiß nicht. Versteht ihr? Es ist alles wieder „normal“. Und das kann ganz schnell langweilig oder erdrückend werden. Denke ich.
Vielleicht sollte ich nicht gleich am zweiten Tag solch eine Bilanz ziehen.

Ich wünsche mir, dass Kalifornien mit allem drumherum für immer in meinem Herzen, in unserem Haus und in unserem Leben bleibt. Ich wünsche mir, dass wir das Gefühl und die Erinnerungen nicht vergessen. Ich wünsche mir, dass wir nicht so tun und handeln und denken und sind, als wäre nichts gewesen.

Frühling

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