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papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Szenen aus unserem Alltag

Mal wieder ein paar kurze Szenen aus unserem Alltag. Mehr geht grad leider nicht…

Unser Leben ist zur Zeit wirklich ruhig. Man kann sagen: Wir genießen die Adventszeit in vollen Zügen und ruhen aus.

Man kann aber auch sagen: Wir kommen einfach zu nichts anderem.

Ein krankes Kind hängt im Wohnzimmer rum, ein kleines Kind hängt an meinem Hosenbein rum. Wir sitzen wirklich viel auf der Couch, lesen vor, hören Hörspiele und wuseln so vor uns hin.

Wir zünden Adventskerzen an.
Wir essen Mandarinen und Marzipankartoffeln.
Wir hören Pentatonix und Rolf Zuckowski.
Wir summen „Oh Holy Night“ und „In der Weihnachtsbäckerei“.
Wir freuen uns jeden Morgen über ein neues Türchen.

 

Die Kinder haben jeden Tag einen Gutschein für uns.

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Mal schaffe ich, ein paar Blätter im Garten zu harken. Mal schaffe ich, Wäsche zu waschen und sie auch im gleichen Monat zusammengefaltet wieder in den Schrank zu legen.

Mal schaffe ich, etwas zu backen oder ein Fenster zu putzen, damit die Kinder es mit Sternen bekleben können. Mal schaffe ich, mit einer Freundin ein paar WhatsApp-Nachrichten hin und her zu schreiben, ohne dass inzwischen Tage vergehen.

Fast alle Geschenke der Kinder sind schon da und auch eingepackt. Das ist früh in diesem Jahr.. aber die Gefahr, dass etwas gefunden wird, war mir zu groß.
Als die großen Jungs am Wochenende also bei Oma und Opa waren, haben wir eingekauft und gleich verpackt und beschriftet. Kann sich ja sonst kein Mensch mehr merken, was wo drin ist.

Am Wochenende wollen wir auf den Weihnachtsmarkt gehen, Plätzchen backen und das Lebkuchenhaus bauen – und dann könnte es sein, dass am 10. Dezember schon fast alle Weihnachts-Aktionen abgehakt sind und wir uns auf Weihnachten freuen können.

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Emilian geht gern in die Schule, wenn er nicht gerade krank ist. Er lernt viel und ist ein guter Schüler. Zuhause begeistert er uns mit sehr viel Witz und Humor, mit einem guten Gedächtnis, mit Intelligenz und wirklich guten Dance-Moves.

Liam ist ein großer Vorschul-Junge geworden. Er hat Feuer unterm Hintern, er hat eine blühende Fantasie, viel Mitgefühl und jede Menge gute Ideen. Er kann genauso gut eine durch den Garten sausende brüllende Kanone sein – aber auch der kleine blonde Junge, der an meiner Hand geht und philosophisch über die Welt nachdenkt.

Jari ist ein sehr fröhlicher und süßer kleiner Kerl. Mit fast 11 Monaten macht er erste Schritt-Versuche, hat keinen einzigen Zahn und wird hier von einem mehr geliebt, als vom anderen.
Jeder hat mit Jari so sein Ritual, sein Spiel.
Er juchzt vor Freude, wenn die Brüder den Raum betreten, er ist am liebsten immer an einem von uns dran – und keiner kann ihm für sein Klammern böse sein.
Nachdem wir den letzten der drei übriggebliebenen kleinen Nuckel auch verloren hatten, konnten wir ihm endlich endlich die nächste Größe angewöhnen. Statt kleiner durchsichtiger Nuckel, die nie irgendjemand wiedergefunden hat, habe ich jetzt große Nuckel am Bett, die im Dunkeln leuchten!!

Er versucht, einen Brotkrümel aufzuheben

Es ist schade, dass der Haushalt und die to-do-Listen in jede kleine Lücke gepresst werden müssen – aber diese Entschleunigung und Ruhe tut uns wirklich gut.

Ich bin gestern und heute lange mit den Jungs durch die Stadt spaziert. (Unser Auto ist nämlich in der Werkstatt…) Wir haben gefüllte Stiefel bei dm abgeholt, die ich gestern heimlich abgegeben hatte. (Rätselhafte, Stifte, Badeschaum und eine Orange war drin. Keine Süßigkeiten. Das finde ich ganz toll.)
Wir haben PokémonGo gespielt und uns die Weihnachtslichter angeguckt.

Wir lesen zuhause immernoch unsere Korsika-Reisebücher – gerade ist „Karlsson vom Dach“ dran. Weder die Jungs noch ich kannten die Geschichte bisher, und so lachen wir über den kleinen dicken Mann, wir sagen „Das stört doch keinen großen Geist!“ und verdrehen die Augen über die Streiche, die Karlsson spielt.

Jari hat im Wohnzimmer ein Spiele-Schubfach bekommen und entdeckt so langsam Autos, Würfel und Bücher. Er hat eine Box mit 9 kleinen Büchern von meiner Oma bekommen. Er stürzt sich juchzend darauf und kann es kaum erwarten, die Bücher auszukippen. Solche kleinen Wiederholungs-Spiele, wie umkippen, runterfallen lassen, wegschmeißen machen ihm gerade richtig Spass.

Zusammen haben wir ein neues Spiel ausprobiert, das Ravensburger uns zur Verfügung gestellt hat. Dabei geht es um Schnelligkeit und ganz viel Spaß. Seht selbst:

Ich wünsche euch und uns
Gesundheit, Ruhepausen
und eine entspannte Vorweihnachtszeit!

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Alles nur eine Phase?!

Kinder sind in Phasen. Meistens.
Wir sicherlich auch, aber bei Kindern redet man oft darüber, man entschuldigt damit eigenartiges Verhalten, man erklärt sich Fieber, Schrei-Attacken und anhängliches Gequengel. Es gibt Wachstums-Phasen und Entwicklungs-Phasen, Trotzphasen, die orale Phase, „Warum“-Phasen, anale Phasen, Zahnschübe…

Ein- oder zweimal habe ich im Internet nachgesehen, ob sich Emilians Verhalten gerade einer Phase zuordnen lässt. Und dann habe ich es gelassen. Die meisten Phasen sind nämlich schnell wieder vorbei und das zu wissen, hilft. In Zeiten der Krankheit leidet mein Schlaf, aber selbst Fieber und Schnupfen sind irgendwann vorbei. (Bei uns fängt sowas gerade an.. oh Sommer, wie werde ich dich vermissen!) Auch Gejammer und Gesabber bei Zahnschmerzen oder an-Mama-Gehänge beim Fremdeln oder das Rumwerfen von Gegenständen in Trotzphasen hört auf. Wirklich.
Zumindest für eine Weile…

Liam durchlebt oder beginnt gerade eine Trotz-Zeit. Immer vor dem Laufen oder vor dem Sprechen sind (meine) Kinder besonders unzufrieden und wenig geduldig mit sich und uns. Auch wenn Teller und Löffel durch die Gegend fliegen, Liam wütend schreit oder um sich haut – es geht vorbei.
Und an Liams Verhalten kurz nach so einem Anfall sehen wir, dass es wirklich nur ein Austesten ist. Er beruhigt sich sehr schnell. Und es ist wichtig für ihn. Das zu wissen, hilft auch!

Emilian ist gerade in einer „Warum“-Phase. Absoult. Eigentlich in der „Warum“-Phase.. denn ich hoffe, davon gibt es nicht so viele. Ja, das ist auch wichtig für ihn. Und Fragen, die ich beantworten kann und möchte, beantworte ich auch.
Aber einige Fragen möchte ich nicht beantworten. Auch nicht mehrmals.
„Emilian, heute abend bekommen wir Gäste, die heißen … und … .“
„Warum?“

„Emilian, komm mal bitte.“
„Warum?“

„Bitte sei leiser, weil Liam gerade schläft.“
„Warum?“

Gar nicht so einfach.
Viel mehr Sorgen bereiten mir aber andere Sachen, die Emilian gerade so sagt…

Wenn es Ärger oder eine Strafe gab, sagt er neuerdings gerne: „Ich möchte lieber bei Oma und Opa wohnen.“
Oder wenn er Rücksicht auf Liam nehmen soll: „Ich will, dass Liam weg ist. Liam soll nicht mehr bei uns wohnen.“

Gestern abend sagte er: „Ich mag nicht Papa. Nur dich. Ich will nicht, dass Papa mich mag. Ich will nicht mit Papa spielen. Nur mit dir. Sagst du das Papa? Ich will nicht Papas Sohn sein.“

Auch wenn sowas erstmal ein bißchen im Herz sticht, bin ich mir sicher, dass wir uns da keine wirklichen Sorgen machen müssen. Weder würde Emilian gern zu einer anderen Familie wechseln, noch würde er wollen, dass Papa einfach verschwindet.
Ich denke, Söhne lieben Mütter und Töchter lieben Väter, oder?

Vielleicht gibt es gerade eine solche Phase – wie auch immer sie heißt. Aber ich sehe auch, dass wir mit Emilian natürlich ganz anders reden, als mit Liam. Liam ist klein und süß (meistens) und wird mehr in Babysprache und mit höherer Stimmlage angesprochen. Emilian hört mehr Befehle und „vernünftige“ Sätze von uns.
Aber auch wenn das vielleicht eine nicht so ernstzunehmende Phase ist, wissen wir, dass Liam vielleicht mehr Mama-Zeit und Emilian dann auch mehr Papa-Zeiten braucht…

 

Im Kindergarten wurde wieder Geburtstag gefeiert, jedes Kind bekam ein Tütchen mit Süßigkeiten. Scheint so üblich zu sein, ich find’s gut. Emilian ist kaum davon abzuhalten, schon auf dem Nachhause-Weg diese Schätze aufzufuttern.
Das Tütchen gibt’s nämlich erst beim Abholen. Auch schlau. Als wir heute zuhause ankamen, verschwand Emilian – ich wusste erst gar nicht, wohin – und rief: „Du sollst nicht zu mir kommen, Mama.“ – „Gut“, dachte ich… „Er braucht seine Ruhe.“
Und dann suchte ich… und fand ihn hinter der Couch.

Schatztüte

 

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