mamasbusiness

papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Timo Jari – Baby Update

„Update“ hört sich so an, als würde ich euch regelmäßig erzählen, wie unser Baby wächst und gedeiht. Aber in Wirklichkeit weiß ich nichtmal die genaue Größe oder das Gewicht.. Vielleicht schaffe ich es ja… zweimal im Jahr, oder so. Immerhin haben wir bis jetzt von allen Kindern das alljährliche „Halber Geburtstag“-Foto.

Die Zeit vergeht – immer gleich schnell! – aber sie ist gerade so voll von schönen Momenten, dass Bloggen an fast-letzter Stelle steht.

Und Jari – wuselt mittendrin, ist aus unserer Familie nicht mehr wegzudenken und ist in den paar Monaten seines Lebens eine Persönlichkeit geworden. Eine kleine süße, von allen sehr geliebte Persönlichkeit.

Wenn wir eine neue Sache (Brei, im Stuhl sitzen, Zwieback kauen) ausprobieren – und es zu früh ist, dann dauert es oft nur ein paar Tage und dann ist Jari soweit. Die Ereignisse überschlagen sich inzwischen. Und es passiert oft so nebenbei.. Manchmal ist das schade, weil die Brüder natürlich fürs erste Sitzen und Kauen mehr Aufmerksamkeit bekamen – aber andererseits ist Jari so glücklich, wenn er einfach dabei sein kann. Er guckt und staunt ganz viel, was wir vier so wuseln.
Sein Gesicht leuchtet auf, wenn Papa den Raum betritt.
Er strampelt mit Armen und Beinen, wenn einer von uns mit der vollen Milchflasche auf ihn zugeht.
Er kann die Stimmen seiner Brüder aus großer Entfernung erkennen und wenn er sie auch nicht mit den Augen orten kann, so sehen wir ihm genau an, wenn er in die Richtung sucht, aus der die Stimmen kommen.
Sein verschlafenes Lächeln am Morgen mit einem halbe Auge entschädigt auch die unruhigste Nacht.

Wenn der erste Löffel voll Brei noch die Attraktion für die Brüder war, sitzt Jari inzwischen immer mit uns am Tisch und isst eben die Krümel, die für ihn abfallen.

Eine Gurke aus Ur-Omas Garten

Er ist so ein liebes, leises Baby, dass ich mich manchmal frage, ob er überhaupt eine Stimme hat. Dann aber kommt aus dem Nichts ein Freudenschrei aus dem kleinen Körper, dass es in meinen Ohren nur so klingelt.

Ich frage gerade Liam der hier neben mir steht, was er an Jari am liebsten mag: „..dass er so doll lacht und dass ich mit ihm kuscheln kann!“
Ich glaube, für Liam ist Jari ein großer Schatz und auch Jari liebt die stürmischen Liebesbekundungen, die er von Liam regelmäßig bekommt. Er lässt die Küsse und das Getätschel über sich ergehen und juchzt vor Freude, wenn die Brüder am Morgen nacheinander in mein Bett kommen, um zu sehen, ob Jari da ist.

Noch kann er nicht selbständig „verschwinden“, aber er liegt schon lange nicht mehr so, wie wir ihn am Abend hinlegen. Er dreht und wendet sich in alle Richtungen, er strampelt und rutscht und kuschelt und wurschtelt – und schon mehrmals haben wir ihn in letzter Sekunde aufgefangen, wenn er sich neben uns an den Rand der Couch gewuselt hat. Er liebt die Freiheit, er liebt es, plötzlich ganz woanders aufzutauchen, wenn er sich mit dem Kopf in den Decken zentimeterweise nach vorne schiebt und der Perspektivwechsel von Rückenlage auf Bauchlage muss sich wie ein unglaublicher Sieg für ihn anfühlen.

Er trinkt nachts und morgens seine Milchflasche. Am Mittag bekommt er selbstgekochten Brei, den er gut isst, aber auch mit viel Sorgfalt verteilt. Überall. Wenn ich ihn zum Füttern auf dem Schoß habe, kann ich seine Hände besser festhalten, aber sein Gesicht nicht so sehen. Also darf er im Hochstuhl sitzen und eben sein Essen begreifen. Es landet in der Nase, hinter den Ohren, auf mir, am Stühlchen.. sodass ich gerade am liebsten draussen im Garten füttere. Wenn es ihm schmeckt, klopft er laut mit der linken Hand auf das Tischchen.
Manchmal bekommt er einen Griesbrei zum Abend und gerade fangen wir an mit einer Zwieback/Apfelsaft/Bananen-Matsche.
Von dem mageren, unterernährten, mitleiderregenden Baby ist nichts mehr zu sehen.

Jari schläft neben mir im Bettchen, er wird in der Nacht ein paarmal wach, aber das ist okay. Selten braucht er eine neue Windel, meist nur einen Schluck Milch oder den verlorenen Nuckel.
Meiner späten Bettgehzeit nach, kann mein Schlafmangel so groß nicht sein. Wenn ich allerdings daran denke, dass ich in diesem Jahr noch nie durchgeschlafen habe, hört sich das schon traurig an.
Aber wie auch bei allen anderen Phasen, macht mir das bei Kind 3 nicht mehr viel aus. (Selbst der Haarausfall wird gerade weniger, was ich bei keinem Kind für möglich halten konnte)

Tagsüber ist Jari mehr wach und schläft weniger schnell ein. Das Schuckeln auf dem Arm hilft nur noch bei allergrößter Müdigkeit und aus Versehen schläft er kaum noch ein. Aber ein langes Schläfchen am Vormittag und eins am Nachmittag braucht er und macht er. Meist liegt er dann auf dem Bauch, draussen im Kinderwagen, sodass wir im Haus nicht stundenlang den Atem anhalten müssen. Es tut ihm gut, im Garten mit den Wind-, Auto- und Naturgeräuschen zu schlafen.
Die Manduca nehme ich zuhause fast gar nicht mehr und unterwegs nur, wenn dann zwischen ihm und mir nicht unbedingt 35 Grad entstehen.

Jari spielt gern unter seinem Holzgestell, dass ihm, wie seinen Brüdern, auch mal zum Laufen lernen helfen soll. Wir sind sehr begeistert davon. Er sitzt gern im Hochstuhl und kaut an seiner Massage-Bürste. Er liebt es, in den Blättern im Garten die Bewegung von Wind und Sonne zu beobachten. Er sitzt oder liegt auch gern im Kinderwagen und freut sich am meisten an seinen großen Zehen.

Wir üben, mit ihm in der Babyzeichensprache (auch Zwergensprache genannt) zu sprechen. Das hat bei Emilian gut funktioniert, (Beitrag von Juli 2011) und dass Jari dadurch nicht reden lernt, ist bei uns vier lebhaften Personen hier überhaupt nicht meine Sorge. Wir machen die ersten Zeichen essenmehrtrinken… seit ein paar Wochen und er versteht es! Ich bin sogar der Meinung, dass er langsam versucht, es nachzumachen.

So oft es geht, nehme ich ihn aber auf dem Arm mit durchs Haus und lege ihn dann neben mich, wenn ich beide Hände brauche. So lieb und ruhig er auch spielt und guckt, brauche ich doch mein Baby noch bei mir. Die freien Wochen, die die Sommerferien uns bringen, erlauben mir viele ruhige Momente mit den Kindern, mal mit nur einem oder nur zweien – und wir alle merken, wie gut uns das tut.

Gestern ist Emilian für eine Nacht zu Oma und Opa gefahren und es war und ist sehr ungewohnt für Liam, ohne ihn zu sein.
Ich habe allein mit ihm und Jari zu Abend gegessen und Liam schwankte zwischen „Wie ruhig es hier ohne die Männer ist!!“ (aha!?)  und „Wann kommt denn Emilian endlich wieder??“

Diese Kombination aus „5jähriges Mittelkind, das selten ohne großen Bruder ist“ und „Baby, das gern überall dabei ist, aber noch nicht alleine kann“ (um die Jungs mal platt so einzuteilen) war plötzlich sehr herausfordernd für mich. Liam war nicht ganz zufrieden, Jari nicht und ich auch nicht – und trotzdem habe ich fast nichts ordentlich geschafft.

Wenn ich euch da draußen also einen Tipp geben darf:
Lasst zwischen Kind 1 und Kind 2 nicht zu viel Zeit vergehen, meiner Meinung nach. Es mag dann erst ein oder zwei oder drei Jahre herausfordernd sein – aber ab dann wird es die Mühe wert sein. Für immer. Und für alle weiteren Geschwister.
Auch wenn meine großen Jungs uns mit ihren Machtkämpfen gerade hart an die Grenzen bringen und ich in diesen Tagen so viel Pädagogik und Familienwerte und Liebe, wie noch nie, predige… ihr Band, was sie seit 5 Jahren verbindet, ist fest. Und nichts kann ihnen das nehmen. Und im Ernstfall, gegen uns oder den Rest der Welt, werden sie immer zusammenhalten. Chaka!

Ich liebe meine vier Männer sehr und mit ihnen jetzt den freien Sommer zu verbringen, bei Regen oder Sonnenschein, ist (m)ein großes Glück.
Jari (um mal schnell zum Ende wieder die Kurve zur Überschrift zu kriegen.. ) darf unseren Alltag sehr gern verlangsamen, uns mit seinen Freudenjuchzen erschrecken, mir den Schlaf klauen, uns mit orangem Brei vollspucken oder die Bücher der Jungs ansabbern.

Er hat in den vergangenen sechs Monaten unser aller Herz erobert. Wir lieben seine Speckbeinchen, seine Grübchen, seinen blonden Flaum auf dem Kopf und seine neugierigen, feuchten Patschehändchen. Er hat wunderbare große Brüder und eine Familie, die ihn sehr liebt.

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Goldener Herbst

Zwei Tage ohne Auto und ohne Papa liegen hinter uns und wir haben uns schön die Zeit vertrieben.
Ehrlich gesagt könnte ich viel öfter zwischendurch ein paar Kindersprüche weitergeben, aber dann ist da auch immer das Gewissen, das mich komisch anguckt, wenn ich tippe, während die Kinder neben mir spielen. Und sie spielen schön! Manchmal überkommt es mich und ich denke bei mir:
„JETZT ist die schönste Phase!“
Phasen kommen und gehen, gute wie schlechte und die guten will ich festhalten und sie mir merken und mich in 20 Jahren seufzend daran erinnern.

(Übrigens: Fotos und Sprüche von zwischendurch gibt es auf meiner Facebook-Seite „mamasbusiness„.)

Emilian ist kreativ ohne Ende. Er baut schöne.. äh, Dinge und benennt sie kreativ. Und dann kommt er: „Mama? Hast du das gesehen???“ – „Nein.“ – „Willst du das mal sehen???“ Und dann führt er mir seine Flugobjekte vor. Er singt meistens vor sich hin und ab und zu erkenne ich auch, was er singt. Lieblinge sind das Elefantenlied aus dem Dschungelbuch, Lieder von Kassetten, die wir gerade so hören oder einfach Melodien mit lustigen Wörtern.

Liam wird immer süßer und immer fröhlicher und selbstständiger. Er hat auch einen kleinen Willen und dazu eine laute Stimme, aber erstens haben wir alle das noch gut im Griff und zweitens überwiegt auf jeden Fall seine Frohnatur. Grundsätzlich macht er alles nach, was er bei Emilian sieht. Mit oder ohne Sinn. Er baut ihm nach, er macht Tiergeräusche nach, er macht Bewegungen nach.. Und wenn Emilian sich auf den Bauch legt und mit den Füßen strampelt, macht Liam das auch. Emilian ist sein Held! Manchmal machen wir ein Spiel daraus und amüsieren uns über Liams Eifer.
Er kann mit ein paar Tönen so viel sagen. Ich weiß, wann er seinen Nuckel sucht, wann er im Bett einfach nur vor sich hinsingt, ich höre, ob er „zählt“, ob er singt oder „Auf die Plätze, fertig, los“ sagt. Er ahmt so sehr unsere Stimmlage nach, dass es leicht zu erkennen ist.

Heute und gestern waren wir ein paar Stunden draussen. Wir spazierten, suchten Geocaches, sahen Boote im Teltowkanal und genossen die Sonne. Emilian war ein lauf-faules Baby, aber Liam dackelt glücklich neben uns her, sammelt Blätter und Steine, bewundert große Stöcke, Enten und Hunde. Während er läuft, wackelt er mit den Armen oder klatscht – und plappert vor sich hin. Emilian fährt gern mit dem Laufrad und liebt es, schnell zu fahren. Dann hält er wieder an, legt sich auf den Boden und wartet, bis ich da bin. Hunde machen ihm große Angst, er träumt sogar meist davon, wenn ihm so ein Tier sehr nahe kam, aber er lernt auch, dass die meisten von ihnen schnell wieder weg sind.

Am Abend war ich mit den Jungs draussen. Eigentlich sollten sie zu zweit spielen, aber irgendwie klappt das nicht. Da Liam seinem Bruder alles nach macht, kann der dann auch kaum alleine spielen. Und alle Geräte und Spielsachen haben wir nicht zweimal. Es gab also irgendwie Streit und ich zog mich an und ging mit raus. Wir fegten die Terrasse frei und harkten ein paar Blätter weg. Emilian wollte von mir wissen, wie er auf unseren Kirschbaum kommt. Es klappte gut und irgendwie überraschte mich das ein bißchen. Wenn mein Baby auf Bäume klettern kann, ist es doch kein Baby mehr! Ich war beeindruckt und stellte fest: Ich bin die Mutter zweier Söhne!

Beide Jungs halfen mir wunderbar beim Harken. Emilian machte sich zwar einen Spaß daraus, von oben aus dem Baum immer neue Blätter herunterzuschütteln, aber später harkte er auch mit. Und nach erster Furcht traute er sich auch, in die Tonne zu hüpfen, um mehr Platz zu machen. Liam hatte einen Besen und war fürchterlich beschäftigt.. mit irgendwas. Am Ende sammelte er die Blätter mit der Hand ein und warf sie in die Tonne. Weil er aber mit ausgestreckten Armen geradeso an die Öffnung kam, landete das meiste in seinem Gesicht. Er schüttelte sich und trottete weg. Der Platz vor dem Haus ist ein Abhang und Liam hatte noch kleine Schwierigkeiten, vorwärts dort hinunter zu kommen. Einmal landete er sogar auf seinem Gesicht, aber er lachte und wir lachten mit.

Die Sonne tut mir gut. Und wenn ich sehe, wie toll meine Söhne zusammen spielen und wie viel wir zusammen lachen, dann macht mich das sehr glücklich.

Es gibt ein paar neue Kindersprüche:

Ich rufe Emilian nach unten.
Er antwortet: „Ich komme gleich. Erstmal ein bißchen singen und dann komme ich.“

Als ich ihn beim Essen auf irgendetwas hinweise, sagt er leicht empört:
„Ja, ich hab das doch geweißt!!!“

An einem Morgen in der letzten Woche musste ich die Kinder wecken. Sie werden sonst ziemlich pünktlich wach – oder ich mache sie eben wach, indem ich ins Bad gehe oder im Flur das Licht anmache. An diesem Morgen musste ich sie aber wecken und ich ging an Liams Bett und streichelte ihn. Er wurde schnell wach und quakte los.
Emilian bewegte sich auch und fragte sofort: „Mama, schlafen wir jetzt nicht mehr?“

Gleich danach kam er die Treppe herunter und sagte immer wieder: „Moni.“ Ich erkannte keinen Zusammenhang und es hörte sich an, als wäre er mit dem Wort noch nicht fertig. Er sagte es immer wieder, also würde er probieren, ob es richtig ist. Mir fiel aber keine Hilfe ein. In der Küche hatter er dann aufgegeben und erzählte irgendetwas von Fischen. Und da erkannte ich, dass er „Nemo“ sagen wollte und die ganze Zeit „Mone“ gesagt hatte. Ich sagte leise das Wort „Nemo“ und sehr erleichtert sah er mich an und sagte dann das neue Wort ein paarmal.

In manchem Momenten, wenn Emilian keine Lust auf meine Erziehung hat, haut er. Nur ein bißchen. Aber er haut mich und ich möchte das nicht. Dann rede ich ernst mit ihm und danach frage ich:
„Sind wir wieder Freunde?“ Und er: „Ja. Wollen wir uns küssen??“

Diese Situation erzählte ich beim Abendbrot meinem Mann. Er sah Emilian an und sagte ihm, wie toll er das fand. Emilian lächelte vergnügt, breitete die Arme aus und fragte: „Wollen wir uns drücken?“

Kurz danach beobachteten wir stolz, wie Emilian sich ein großes Brot mit Butter beschmierte, Wurst und Käse darauf legte und zu knabbern anfing. Mein Mann sagte: „Mensch Emilian, du hast dir ja ein richtiges Flugzeug gebaut!“ Und Emilian sagt: „Man spielt doch nicht mit Essen!!“

Ich habe euch ja erzählt, dass unser Großer in manchen Situationen davon redet, dass er lieber keine Mama mehr hätte und lieber bei Oma und Opa leben würde. Vor ein paar Wochen saßen wir vier im Wohnzimmer und aßen. Es war gemütlich und nach dem Essen holte ich noch ein paar Marshmallows für die Kerzen. Und als wir da so im Kerzenschein saßen und unsere Marshmallows drehten, sagte Emilian: „Ich möchte doch bei euch bleiben. Ich hab’s mir überlegt.“

Ruhe am Wasser

 

 

Spaß mit Liam

 

 

Sonnenuntergang

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