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papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

12 von 12 im November

Heute war so ein schöner, voller Sonntag – und meine kläglichen Fotos zeigen viel zu wenig davon. Eher immer mal ein Schnappschuss, wenn mir mal wieder einfiel, welcher Tag heute ist.

1. Emilian steht morgens auf – und malt die vier Elemente.
Und wo einer der beiden Großen ist, ist der Kleine nicht weit. Niemals.

 

2. Besuch beim Frühstück.

 

3. Sonnenschein auf der Damentoilette in der Kirche.

 

4. Von der Kirche zurück fahren wir zum ersten Mal seit dem Urlaub wieder zu fünft im Auto.
Komisch Gefühl.. so ein leeres Auto.

 

5. Die fröhliche Mittags-Schnute.

 

6. Einmal im Jahr holen wir das Spiel „Fluss-Piraten“ aus dem Schrank, dann dauert es eine Weile, bis wir es wieder verstehen und dann macht es allen viel Spaß. Achtung: Man muss gut verlieren können.

 

7. Für spontane Gäste gibt’s einen spontanen Kuchen. Und für die Kinder gibt’s nichts zum Ausschlecken, wenn ich meinen Tupperware Teigschaber benutze.

 

8. Sonntags-Kuchen  

 

9. Mit dem Besuch gibt es Weihnachtsgewürz-Kuchen, Mandarinen, Kerzen und Pentatonix-Weihnachtsmusik. Ich bin soweit.

 

10. Fasziniert schaut Jari das Besucher-Baby an. Unsere erstgeborenen Söhne sind fast gleich alt, die Mittelsöhne ebenso. Und das sind unsere dritten Söhne. Immerhin haben sie sich heute schon angegrinst.

 

11. Nachdem der Besuch gegangen ist und wir mal wieder an letzten Hausaufgaben sitzen und in Richtung Bett verschwinden, klingelt es plötzlich an der Tür und wir bekommen Überraschungsbesuch. Wir essen zusammen und – obwohl es schon dunkel ist – wird natürlich das Baumhaus angeguckt.

 

12. Und jetzt sitze ich hier. Jari schläft, ich tippe für euch und genieße einen guten Wein. Gute Nacht!

 

Alle anderen Blogger teilen ihre Links wie immer bei Caro.
Viel Spaß beim Angucken.

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Die längste Woche meines Lebens

Meine Kinder sind jetzt 4 und 6 Jahre alt!
Ich hab keine Ahnung, wie und wann das passiert ist… Ich weiß nur, dass ich hier sitze, an einem sauberen Tisch, auf sehr sauberen Boden und.. ja, ein Glas Rotwein steht wohl auch hier.

Zwei volle Geburtstagstische und dunkle Augenringe sind Zeugen der letzten Tage. Mit Fotos von Liam klebt eine große 4 an der Tür und mit Bildern aus Emilians Leben klebt eine 6 an der anderen Tür. Ich war nicht mehr so fertig seit den Baby-Koliken von Liam, echt jetzt.

Ich danke allen (falls ihr es nicht bis zum Schluss des Eintrags schafft…), die diese Tage ohne Papa für mich und die Jungs so besonders gemacht haben! Ihr wisst, dass ich euch meine.
Danke, dass ihr meine Jungs so liebt.
Danke, dass ihr uns so beschenkt.
Danke, dass ihr wisst, was wir wann am meisten brauchten.
Danke, dass ihr da seid, wenn es wichtig ist.
Ohne euch wäre mein Leben anders und ich nach dieser Woche wahrscheinlich gar nicht mehr.

Für Blog-Einträge zwischendurch war wirklich! keine Zeit, obwohl jeder Tag einen eigenen Text verdient hätte.
Das kommt jetzt dafür alles in einem Wisch.
Sollte euch der lange Text stressen – bitte. Meine Woche war gar nichts dagegen…

 

Samstag, 12. März

Von Samstag gibt es schon 12 Fotos im letzten Eintrag. Ein voller Tag, wir sind beschenkt von und mit tollen lieben Menschen.

 

Sonntag, 13. März

Schon am Morgen im Gottesdienst trafen wir Freunde aus Kenia und Kalifornien, die gerade angereist sind, um eine Woche in Berlin Zeit mit Kirchen und Flüchtlingen zu verbringen. Alte Freunde aus Kalifornien nach so langer Zeit plötzlich in unserem Gottesdienst zu sehen, verwirrt mich und ich musste in diesen Tagen viel an unsere Zeit in Kalifornien denken. Wir erzählten, machten Fotos und erinnerten uns an schöne alte Zeiten.
Nach dem Gottesdienst blieb mein Mann mit allen Dazugehörigen dieser „Aktionswoche“ zum Mittag in der Kirche und ich fuhr mit einer Freundin und den Kindern in die Markthalle Neun zum Naschfest. Wir verabschiedeten uns von Papa, der am Abend für 4 Tage zum Studium nach Hannover fahren würde.

Ich bin mir sicher, dass „das Naschfest“ eine tolle Ausstellung ist und dass es viele leckere und neue und wunderbare Gebäcke gegeben hat – aber es war SO VOLL. Wir konnten nichts sehen, kaum laufen und jede von uns hatte ein Kind fest an der Hand, um es nicht zu verlieren. Wir konnten ein paar Blicke auf leckere Cupcakes oder bunte Macarons werfen, die Kinder haben einen riesigen Osterei-Cookie mit buntem Frosting und tausenden Zuckerstreuseln dekoriert und mitgenommen und wir haben einen Kaffee getrunken. Mehr Nerven hatte ich nicht mehr.

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Weil wir dann früher als geplant wieder zuhause waren, konnten wir Papa zum Busbahnhof fahren. Diese kurze Familienzeit tat gut.
Die Kinder gingen schnell ins Bett und bis sehr spät in die Nacht bastelte ich die Einladungen für Emilians Freunde, um sie am Montag Morgen in die Fächer legen zu können.

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Montag, 14. März

Unglaublicherweise standen wir alle weit vor 7:00 Uhr früh genug auf, sodass beide Jungs rechtzeitig in der Kita waren. Ich konnte in beiden Gruppen noch ein paar Minuten sitzen, was den Abschied tausendmal leichter machte und trotzdem war ich überpünktlich im Büro.
Super-Mom!
In der Zeit zwischen Feierabend und der Kinder-Abholzeit konnte ich kurz Einkäufe erledigen und mich um die unzähligen Listen kümmern, die für diese Woche auf mich warten. Geschenke kaufen und einpacken, Piraten-Party Snacks kaufen, Luftballons vorbereiten, Dekoration überdenken.
Mit den Kindern bereitete ich die Muffins vor, aber viel mehr konnte ich nicht erledigen, weil am Abend viele Freunde zu Besuch kommen würden. Über Jahre waren wir eine „Kleingruppe“ unserer Kirche, wir standen und stehen uns sehr nah und werden uns nun dritteln, um aus einer großen Gruppe drei neue Kleingruppen zu machen. Mit Raclette, Lachen und Gesprächen und lieben Briefen des Dankes und der Ermutigung verabschieden wir uns am Abend. Es gibt nicht viele Menschen, die ich so oft und sehr gern jederzeit in mein Haus und mein Wohnzimmer lasse.
Ein riesiger Geschirr- und Reste-Essen-Berg musste bewältigt werden, dann kam die Piraten-Deko und das Geschenke einpacken. Meine liebe Schwester klebte eine wunderschöne 4 mit Liams Fotos an die Tür, Luftballons, Geburtstagstisch und so weiter…. Dazu kam das Essen für die Kindergarten-Gruppe – weit nach 1:00 Uhr nachts fielen wir ins Bett.

 

Dienstag, 15. März

Emilian kletterte früh zu mir unter meine Decke und kurz vor 7:00 Uhr schlichen wir an Liams Bett, um „Happy Birthday“ zu singen. Nach dem 4. oder 5. Mal bewegte er sich, obwohl ich sicher bin, dass er wohl vorher aufwachte und sich noch ein bißchen in der Aufmerksamkeit sonnte.
Wir frühstückten schnell und Liam stürzte sich auf seinen Geschenke-Tisch. Sehr voller Freude und dankbar und wertschätzend begrüßte er jedes Geschenk. Emilian war äußerst geduldig, liebevoll und unterstützend. Er ist immer der Große, der zu Liams Feier noch 6 Tage warten muss.
Wir fuhren mit dem Auto in die Kita, um das ganze Essen heil abgeben zu können. Die Erzieher waren entzückt über die Snacks in den Piratenbooten und die Muffins.

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Ich meine, geplant zu haben, an diesem freien Vormittag auszuruhen oder gar zu schlafen – keine Chance. In den freien Stunden dekorierte ich den Piraten-Tisch, machte Snacks und erledigte Einkäufe. Für die Piraten-Schlacht schleppte ich unsere Gäste-Couch ins Kinderzimmer und die meiste Zeit brauchte ich für die coolen Piratenhaken.

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Beide Jungs konnten nach dem Mittag nachhause und sie ruhten ein bißchen aus.
Ich faltete wieder Piraten-Schiffe für die Snacks, zusammen bemalten wir eine sehr coole Piraten-Tischdecke und Liam sah mich so rumwusel und sagte: „Mama, ich hab dich lieb!“

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Die Gäste kamen, verkleidet und mit guter Laune. Wir aßen, hörten Piraten-Lieder und dann gab es oben im Kinderzimmer eine Schlacht. Die beiden großen Kinder durften aufs Hochbett und die fünf Kleinen sollten sich in der Klappcouch verstecken. Es gab viele Angebots-Zeitungsblätter, die wir zerknüllten und uns damit beworfen. Alle mochten den Spaß nicht, aber für den Rest war es eine coole, wilde Schlacht.
Die Kinder im Alter zwischen 1 und 6 teilten sich schnell in kleinere Gruppen und so verschwanden auch mal welche nach draußen, um kurz „unter sich“ sein zu können. Es war eine schöne, friedliche Piratenparty.
Zum Abendbrot gab es HotDogs und Liam war am Ende des Tages wirklich glücklich. Er schlief vor Emilian ein, was weniger als einmal im Monat vorkommt.

 

Mittwoch, 16. März

Nachdem beide Kinder in Liams Gruppe abgegeben waren, traf ich mich mit Freunden in der Kirche. Emilian wollte überhaupt nicht gern in der fremdem Gruppe bleiben. Ich hatte einen meiner freien Vormittage und konnte mir die Extra-Minuten leisten.
Im Anschluss an unser Treffen in der Kirche landeten meine Schwester, ich und zwei Freundinnen in einem schönen Eiscafé. Wir frühstückten und genossen uns, das Leben, die Sonne und die Freundschaft.
Auf dem Weg zurück begegneten wir unserem Bruder, der zu uns unterwegs war. Unser Familien-Zahnarzt des Vertrauens hat seine Praxis in einem Vorort von Frankfurt/O. und wir alle hatten dort einen Termin.
Ich holte die Kinder ab, wir aßen kurz Geburtstages-Reste, packten unsere Zahnbürsten ein und machten uns auf den Weg nach Frankfurt/O. Der Kindergarten-Zahnarzt hatte mir per Zettel-Nachricht schon vor ein paar Wochen angedeutet, dass Emilian „behandlungsbedürftige Schäden“ in seinem Mund hätte und tatsächlich gab es dort wohl zwei Löcher. Emilian saß auf meinem, Schoß und fing sofort an, zu weinen. Jedoch redete ihm die Zahnärztin sehr gut zu und mit ihr zusammen durfte er erst mich behandeln. Obwohl glücklicherweise nicht viel zu tun war, bekam ich doch eine kleine Behandlung + Betäubung. Emilian durfte wirklich richtig assistieren. Ich war für einen emotionalen „Du musst aber den Mund aufmachen“-Kampf viel zu müde und zu schwach und betete um Hilfe. Als Emilian dann zu den Vorschlägen der Zahnärztin immer wieder nickte und auch den Mund öffnete, konnten wir es kaum glauben.
Er bekam „Schlafsaft“ für den Zahn und das Loch im Zahn wurde gesäubert und gefüllt. Die „Zahnweh-Männchen“ durften wir in einer Tüte mitnehmen (Ja, sowas gibt’s) und Emilian war der stolzeste Mann auf Erden. Mit der Betäubung kam er nicht so gut klar. Immer wieder fühlte er mit dem Finger seine Lippe und als am Abend die Schmerzen kamen, jammerte er ein bißchen. Viel zu spät und nach viel zu langem Sitzen im Auto brachte ich die Jungs ins Bett.

 

Donnerstag, 17. März

Die kurzen Nächte und die Zeiten ohne Papa zerrten an unseren Nerven. Im Büro konnte ich die Augen kaum offenhalten, aber die Sonne machte mich sehr glücklich.
Am Nachmittag bereitete ich unser Gästezimmer vor, denn eine Freundin mit Freundin würde für 4 Tage nach Berlin kommen und bei uns wohnen.
Wir bemalten unsere ausgeblasenen Ostereier (diese Tüte von dm kann ich wirklich sehr empfehlen) und ich schaffte es, 52 Muffins für die Hochzeit von Freunden zu backen! Dieser Aufgabe wollte ich mich eigentlich am Freitag annehmen und ich war sehr froh, das am Donnerstag schon geschafft zu haben. Emilian war mir eine große Hilfe und kurz bevor die Mädels ankamen, waren wir fertig.

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Die Farbe geht wieder ab!

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Ich brachte die Jungs ins Bett und weil die beiden Besucherinnen da waren, konnte ich meinen Mann in Ruhe vom Busbahnhof abholen. Ich schmierte ihm ein Brot und brachte einen frisch gebackenen Muffin mit – und war sehr froh, dass er wieder da war.

 

Freitag, 18. März

Obwohl die Woche sich dem Ende näherte, spitzten sich die Ereignisse doch zu und ich spürte meine Erschöpfung mehr. Nach den drei Stunden im Büro gingen die Planungen zuhause weiter. Mein Mann war mit seinem ehemaligen Chef aus Kalifornien unterwegs und ich gönnte ihm diese Zeit sehr. Der Handwerker vom „Leben ohne Lampen“-Experiment kam spontan vorbei, um wie versprochen die Löcher in den Decken zu verputzen.
Am Nachmittag holte meine Schwiegermutter die Jungs zum Kindergeburtstag ihres Freundes ab. Er hat genau in der Mitte meiner Jungs Geburtstag und so wird das wohl im März immer sein. Es fiel Emilian nicht leicht, zu gehen und ich ärgerte mich, dass diese Woche so wenig Freiraum und so viel enge Zeitpläne hatte. Der Papa des Geburtstagskindes schickte mir Fotos und Videos vom Fest und ich war dankbar, weil ich sehen konnte, dass es Emilian gut ging.
In dieser Zeit duschte ich endlich mal in Ruhe und bereitete ein großes Fondue-Essen vor. Wir hatten unsere vier Freunde aus Kalifornien und dazu zwei Berliner Freunde zum Essen eingeladen. Noch ein großes Treffen, das aber nur zu dieser Zeit möglich war, wie so vieles in dieser Woche…
Etwas zu spät trafen unsere Freunde ein. Wir bekamen Geschenke aus Kalifornien, überraschten sie mit der geliebten „deutschen Feuerzangenbowle“ und hatten eine sehr gute Zeit.
Die Kinder wurden vom Geburtstag gebracht, rochen schön nach Marshmallow und Lagerfeuer und brauchten mich eigentlich – und eigentlich wartete schon wieder ein nächster Termin auf mich: In unserer Kirche war LadiesNight und an diesem Abend wollten wir zusammen die Cupcakes verzieren. Eine Freundin hatte mit-gebacken und so hatten wir zusammen über 70 Stück. Meine Küchentasche hatte ich schon gepackt und so saß ich mit anhänglichen übermüdeten Kindern im Kinderzimmer und wartete auf meinen Mann.
Am liebsten wäre ich einfach auf der Stelle mit den Kindern eingeschlafen…
Etwas zu spät kam ich zur LadiesNight, konnte aber die Ruhe und Entspannung am Kamin genießen. Ein paar von uns gingen in die Sauna, andere redeten, wir verzierten alle Muffins erfolgreich und lackierten uns die Nägel für die große Hochzeit am nächsten Tag. Obwohl ich wieder sehr und überhaupt viel zu spät ins Bett kam, war mir die Zeit mit den Mädels sehr wichtig.

 

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Immer wieder hatte ich am Freitag mit meiner Mama hin und her-geschrieben, weil sie die Kinder während der Hochzeit haben sollte. Wir überlegten, ob sie Freitag Abend oder Samstag Morgen zu meinen Eltern gebracht werden sollten.

 

Samstag, 19. März

Ich konnte endlich ein bißchen ausschlafen!
Mein liebster Mann nahm die Kinder mit in die Küche und machte Pancakes für alle. Ich packte schnell einen Rucksack für die Jungs, denn Opa hatte einen Treffpunkt ausgesucht, zu dem jeder von uns nur 20 Min. fahren musste. Papa setzte die Kinder ins Auto und brachte sie weg – ich wusste, dass wieder so ein Abschied nicht leicht fallen würde und hatte keine Kraft mehr. Papa kann das besser. Diese zwei Stunden am Samstag Morgen waren die einzigen, in denen ich mal mit meinen beiden Gästinnen quatschen konnten. Wir hatten uns in den vergangenen Tagen erfolgreich verpasst.
Ich zog mich dann hochzeitlich an, steckte mir die Haare hoch und verschwand mit Mann und Schwester in die Kirche. Es war kühl, aber sonnig und es war ein sehr schönes Fest.
Unsere Kinder feierten währenddessen bei Oma und Opa mit einem großen Teil der Verwandtschaft eine Silberhochzeit und hatten einen schönen Nachmittag.
Zwischen dem Ende der Trauung und dem Beginn der Abendfeier gab es auf unserer Hochzeitsfeier über zwei Stunden Pause. Und weil die Kirche ja nur wenige Minuten von unserem Zuhause entfernt ist, verließen wir die Feier und  machten tatsächlich einen Mittagsschlaf. Komisch und verrückt, aber so gut und wichtig.
Wir genoßen das Feiern und Essen und Reden mit Freunden und fielen kurz nach Mitternacht ins Bett.

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Sonntag, 20. März

Ein Sonntag Morgen ohne Kinder ist schön ruhig und so konnten wir wieder ein bißchen ausschlafen. Im Gottesdienst wurden dann sowohl das Ende und die Erfolge der Flüchtlingswoche, als auch die Reste des Hochzeitsessens gefeiert, was sehr schön war. Die Amerika-Besucher wurden schweren Herzens verabschiedet. Wir konnten viele Gottesdienstbesucher mit einem spontanen Mittag überraschen und nahmen Hochzeitstorte und leckere Desserts mit nachhause.
Meine Schwester kümmerte sich wieder darum, dass eine schöne 6 mit Fotos an die Tür geklebt wurde.
Meine komplette Familie sollte am Nachmittag zum Feiern beider Geburtstage kommen und so packte ich Emilians Geschenke schon ein und bereitete seinen Tisch vor. Gegen 15.00 Uhr kamen dann die Jungs mit der Familie und daraus wurde ein wuseliger, schöner Nachmittag. Wir packten Geschenke aus, probierten gleich und lasen vor. Liam zeigte seine Geschenke, es gab Kuchen und Käse-Fondue, Kaffee und Wein.

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Familien-Feier-Gewusel

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Liams neue Seifenblasen-Maschine

Als wir die Jungs kurz nach 20:00 Uhr in die Betten brachten, war wenig Zeit für Geburtstagsvorbereitungen. Aber es ging den Kindern gut so und ich verabschiedete mich einfach von ein paar meiner Plänen. Den Polizei-Tisch und die 6 Luftballons in Ampelfarben bereitete ich aber vor und sogar die dreifarbige Götterspeise stellte ich vor dem Schlafen gehen noch schnell in den Kühlschrank.

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Montag, 21. März

Als der Wecker klingelte, drehte ich mich zu meinem Mann um und sagte: „Vor sechs Jahren sind wir Eltern geworden!“ Kaum zu glauben.

Wir wollten Emilian kurz vor 7:00 Uhr mit unserem Liedchen wecken, aber er saß schon komplett angezogen vor seinem Bett und schnallte sich gerade seinen neuen Forscher-Gürtel um. Mein großer Junge!
Emilian würde heute nicht in die Kita gehen und ich war sehr froh darüber. Weder am Freitag, noch am Samstag hätte ich Zeit gehabt, mich um das Frühstück für die Kita-Kinder zu kümmern.
Liam und ich setzten uns also auf die Fahrräder und ich brachte ihn in die Gruppe und mich ins Büro. Obwohl mir das Abschalten schwer fiel, tat es doch gut, mal vier Stunden nicht an Küche, Kuchen, Kindergeburtstag zu denken!
Auf dem Weg nachhause würde ich richtig nass und ich kam mit ziemlich schlechter Laune zuhause an. Es gab aber frisches warmes Essen mit Resten aus unserer getesteten Bio-Kiste und eine kurze ruhige Mittagspause. Wir räumten das Wohnzimmer auf, mein Mann besprach mit unserer Freundin, der „Komplizin“, die letzten Infos zur geplanten Schatzsuche und dann klingelte es an der Tür.
Die drei verkleideten Polizei-Gäste kamen fröhlich nacheinander an und verzogen sich ins Kinderzimmer, sodass wir Eltern tatsächlich in Ruhe einen Kaffee trinken konnten.
Als die Meute dann an den Kindertisch kam, verabschiedeten sich die anderen Eltern und wir fielen über Ampel-Götterspeise und leckeren Kuchen her.
Zwischen den Regenschauern ging es auf Diebes-Jagd und die Runde um den Block hat den kleinen Polizisten richtig Spaß gemacht!
Emilian hätte sich am liebsten mit der neuen Lego-Box zurückgezogen, aber Papas Pizza konnte ihn nochmal ablenken. Alle Jungs durften selbst ihre Pizza kneten, ausrollen, formen und belegen.

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Die Mamas und Papas, die zum Abholen kamen, wurden mehr oder weniger freundlich begrüßt und durften die Pizzen probieren. Gegen 19:00 Uhr kehrte Ruhe ein, aber der Zustand der Küche und des Wohnzimmers ließ nicht wirklich Ruhe zu.
Ich wusste nicht, womit ich beginnen sollte.
Zuerst schickte ich Papa und Liam nochmal los, um Joghurt für Emilians Gruppen-Frühstück zu holen. Emilian baute Lego und ich räumte auf. Küche, Wohnzimmer, Kinderzimmer.
Papa brachte die Jungs ins Bett und ich schnappte mir den Staubsauger. Das war so notwendig!
Mit letzter Kraft richtete ich das Wohnzimmer wieder her, die Küche wurde geputzt und mein Mann nahm mir die Muffins ab und kümmerte sich um den Teig.

 

Jetzt sind die Muffins fertig und auch endlich dieser Blog-Eintrag! Leider ist es wieder spät, aber morgen habe ich frei und das werde ich auch feiern. Kein Büro, sondern Frühstück mit dem Mann oder sonstwas. Diese überstandenen Tage sind für mich wirklich ein Grund zum Feiern! Es geht uns allen gut, meine Pläne sind aufgegangen und auch alle anderen Termine drumherum konnten wir erfolgreich wahrnehmen. Wir haben es geschafft!

Am Mittwoch gibt es noch eine letzte Feier mit den Cousinen und Oma und Opa und dann freuen wir uns auf freie, sonnige Oster-Familien-Tage!

Der nächste große Punkt auf der to do Liste ist mein Geburtstag. In jedem Jahr der krönende Abschied unseres Geburtstags-Marathons und ein Frühlingsfest. Und da geht es dann nur um mich 🙂

 

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Szenen aus unserem Alltag 11

* Heute hat es geregnet, wir haben uns leckere Bratäpfel gemacht und dann auch noch Mini-Marshmallows über einem Teelicht ge..brutzelt (oder was man eben mit denen macht). Hätte auch irgendwie November sein können. Die Kinder kennen ein Bratapfel-Lied, deswegen bin ich auf die Idee gekommen. Vielleicht probieren wir auch mal das Rezept aus dem Lied.

Bratapfel

 

* Leider muss ich sagen, dass der Husten, den die Kinder in den letzten zwei Wintern hatten, uns verfolgt und gefunden hat. The same procedure as every year.. Wir waren seit Mai nicht beim Kinderarzt und hoffen, dass wir erst in Deutschland wieder müssen. Wir haben Hustensaft, Nasentropfen, Vitamine und Zwiebelsaft. Das muss reichen! Die Sonne und die Wärme machen auch, dass es nicht zu schlimm wird. Aber dafür sind wir eben nicht so dick angezogen. Emilian sagt, manchmal tut sein Ohr weh.. Nein, bitte keine Mittelohrenentzündung! Nicht hier. Bitte.

 

* Eines Tages passierte es, dass wir Liams Nuckel verloren. Den letzten aus Deutschland. Und diesmal fanden wir ihn bis zur Bettzeit nicht. Ich wollte hier nicht so gern einen Neuen kaufen und ausserdem war es dann eben Zeit, „Tschüß“ zu sagen. Weil Liam seinen Willen von Geburt an schön laut und deutlich mitteilen kann, hatten wir ein bißchen Angst… Aber es war gut! Er war soweit. Es gab ein bißchen Tränen, aber er hat verstanden, dass Papa, Mama und Emilian auch keinen Nuckel haben und Liam jetzt eben groß ist.
Manchmal, wenn er sich nachts im Bett wälzt, denke ich noch, dass er jetzt den Nuckel sucht.
Als wir den Nuckel schließlich fanden, haben wir ihn noch für ein paar Tage versteckt. Und irgendwann habe ich ihn dann mit einem kleinen Mama-Seufzer in den Müll geschmissen…

 

* In einem Spiel-Museum für Kinder habe ich tolle Schlüsselanhänger gesehen und zwei davon musste ich mir einfach kaufen 🙂

Schlüsselanhänger

 

* An einem Abend sprachen wir darüber, was ein Rührei und was ein Spiegelei ist. (Ich habe übrigens trotz großer Such- und Google-Aktion noch nicht herausgefunden, warum das Spiegelei Spiegelei heißt. Ideen?) Die Kinder waren so interessiert und Emilian fragte, ob er sich ein Rührei machen dürfte. Wir holten also eine Pfanne, Öl und 3 Eier und ganz vorsichtig durfte er die Eier zerrühren. Ein paar Gewürze kamen noch drauf. Liam wollte natürlich auch. Ganz stolz und ziemlich erwachsen aßen die beiden Brüder dann ihr selbstgemachtes Rührei.

 

* Ich kann es immer wieder sagen:
Wir Eltern sind so stolz, dass unsere Kinder in die Kinderbetreuung gehen. Inzwischen kennen sie die Räume, fast alle Erzieher für ihre Altersgruppen und ab und zu treffen wir auch bekannte Kinder. Liam hat immer Lust und kann es kaum erwarten. Emilian zögert manchmal noch, aber bis jetzt ist er dann doch immer gegangen. Sie lächeln, winken uns und hauen zu den Spielsachen ab. Und wir beide sitzen im Gottesdienst und genießen.
Wenn wir wiederkommen, freuen sich beide Kinder immer, uns zu sehen. Fröhlich zeigen sie ihre Bastelarbeiten und auf Liams Rücken klebt neben seinem Namensschild meist auch ein kleiner rosa Kleber, der uns sagt, ob und wann er gewickelt wurde…

Wickel-Status

 

* Lange nach Weihnachten bekamen wir ein Paket aus Deutschland. Das einzige Weihnachtspaket! Es war fast 4 Wochen unterwegs. Schokolade, Playmobil, Pixibücher, Ohrringe… Wir haben uns so gefreut.

 

* Auf dem Spielplatz trafen wir eine sehr nette Oma, die ihre Enkelin auf der Schaukel anschubste. Liam saß in der zweiten Schaukel und so redeten wir ein bißchen. Die Familie der beiden war kurz davor, in den Winterurlaub nach Österreich zu fliegen und sie freute sich, dass ich ihr ein paar Tipps geben konnte. (Zum Beispiel, dass es kälter sein wird, als sie sich so dachte)
Sie versuchte dann, das, was sie konnte, in deutsch zu mir zu sagen. Mir fiel auf, dass ein paar Wörter in türkisch dabei waren. Denkt man hier so weit weg, dass „Güle Güle“ und „Merhaba“ deutsch ist?

 

* Bleiben wir mal bei Spielplatz-Bekanntschaften.
Als wir vorgestern zum Spielplatz liefen, blieben zwei Teenie-Brüder stehen. Der eine lächelte uns an und sagte: „Ach, Sie sprechen deutsch? Das hört man hier nicht so oft.“ Er war sehr freundlich und wir redeten kurz. Er sprach akzent-frei deutsch und war vielleicht 15 oder so. Die Familie der beiden hatte bereits in England, Spanien und auch zwei Jahre in Deutschland gelebt. Jetzt werden sie wohl in Irvine bleiben, denn da gefällt es ihnen am besten. (Kann ich verstehen…) Als wir sagten, dass wir aus Berlin kommen, wurden seine Augen ganz groß. „Echt? So ein Zufall!“ sagte er. „Wo habt ihr in Berlin gewohnt?“, fragten wir. „Ach, wir haben in verschiedenen Ecken gewohnt… Rudow, Lichterfelde…“ – „Wir wohnen in Lichterfelde!“ sagten wir. Wir fanden dann noch heraus, dass sie ganz in der Nähe gewohnt haben. Und ich kann bis heute nicht glauben, dass das tatsächlich passiert ist. Wie groß ist denn die Wahrscheinlichkeit, am anderen Ende der Welt jemanden aus deiner Straße zu treffen???

 

* Mit fünf anderen Müttern war ich vor ein paar Wochen in einem Restaurant. „Moms Night Out“ heißt das hier. Nach dem Abend war ich ein bißchen deprimiert, weil ich mich wieder einmal überhaupt nicht dazugehörend gefühlt habe. Es war sehr laut in diesem Restaurant, so dass mir das Zuhören echt schwer gefallen ist. Bei vielen der Gesprächsthemen konnte ich auch nicht so mitreden.. wenn es zum Beispiel um Urlaubsorte hier oder Geburten hier oder die neuesten Kinofilme hier oder so ging. Ich sag‘ dann auch nicht immer: „Also in Deutschland….“
Nach dem Essen kaufte ich noch schnell ein paar Lebensmittel ein. (Moms Night Out eben…) An der Kasse drohte mein Portmonee zu fallen und mit einer Hand fing ich es schnell (wirklich schnell) auf. Der Typ, der meine Waren einscannte, war sichtlich begeistert. „Wow! Das war schnell!“, sagte er. „Machen Sie irgendwas mit Bällen, oder so?“ – „Nein, ich bin Mama von zwei Söhnen.“, sagte ich nur. „Haha, das muss wohl ne Supermom sein!“
Und schon ging es mir wieder besser!

 

* Ich könnte täglich Video-Dokumentationen über Liam herstellen. Der Typ ist einfach ein Knallkopp! Er hat so viel Schalk im Nacken plus komischer Ideen, dass wir beide uns oft nicht das Lachen verkneifen können, wenn wir es eigentlich müssten. Hmpf. Und er war so. ein. Schreikind! Unglaublich. (Mütter, das macht Hoffnung!)
Aber die Videos zählen nicht, dass muss man einfach erleben. (Mein Mann sagte heute: Marit, dein Bruder wird sich freuen!) Es scheint da Parallelen zu geben…
Ab und zu kommt Liam an, streckt einen Zeigefinger in die Luft und flüstert: „Ah! Idee!“ Dann möchte er „Verstecken“ spielen. „Ganz leise sein.“ sagt er und zieht mich hinter irgendeine Tür. Weil die anderen beiden das nicht mitgekriegt haben, sucht uns aber keiner. Egal. Wir stehen hinter der Tür und sind leise.
Demnächst bei den Kindersprüchen wird es mehr von ihm geben.

 

* Emilian ist anders. Das ist faszinierend. Sowohl seine Mimik als auch seine Emotionen sind da eher ausgeglichen. Waren sie immer schon. Und das ist sehr angenehm. Bei ihm bräuchte ich eher ein Diktiergerät. Bei einer Fahrt im Auto (wie immer) redet er plötzlich los:
„Mama, erzähl‘ mir mal alles, was du weißt, und dann stell‘ ich dir Fragen.“
Er liebt es, wissenschaftliche und geschichtliche Sachen von Mensch und Tier von uns zu hören. Diesmal wollte er eigentlich, dass ich ihm von der Studio-Tour in 3D erzählte, die ich in den Universal-Studios mitgemacht hatte. Etwas später sagte er:
„Mama, erzähl‘ uns mal was Spannendes, was du vor uns erlebt hast!“
Lange, traurigerweise sehr lange, überlegt ich. Was ist spannend? Was möchte er hören? Ich habe tatsächlich vergessen, was ich ihm schließlich erzählt habe. Kann ja so spannend nicht gewesen sein… Das fand mein Sohn auch, aber er sagte: „Hmm.. das habe ich schonmal irgendwo gehört. Aber erzähl‘ weiter!“

 

* Für einen Sonntag hatte sich mein Mann Freunde eingeladen. Sie wollten alle zwei Teile des „Hobbits“ sehen. Ich plante dann, mit den Kindern ein paar Stunden draußen zu sein, abends würde ich ja mit ihnen im Schlafzimmer sitzen können. Ich wollte auf keinen Fall, dass sie auch nur eine Szene dieses Films sahen. Es regnete, was unsere Möglichkeiten zur Beschäftigung mehr als halbierte.

Ich entschied, mit ihnen zu „Chuck E Cheese“ zu gehen, einer Art Casino für Kinder. Es war sooo voll, mehrere Geburtstagsfeiern inklusive Countdown und verkleideter Erwachsener fanden statt, alle Automaten klingelten und ratterten und viele, viele glückliche Kinder plapperten herum. Weil ich noch nicht wusste, wie das mit diesen Automaten funktionierte und dezent überfordert war, überlegte ich, einfach wieder zu gehen. Aber dann fanden wir einen Tisch, bestellten etwas zum Essen und sahen uns in Ruhe um. Es gab einen Bereich für größere und einen Bereich für kleinere Kinder, bzw. Babys. Für jedes Spiel am Automaten musste ein so genannter „Tokken“ eingeworfen werden. Manchmal ging es einfach nur um Spaß, manchmal aber konnten „Tickets“ gewonnen werden. Diese Tickets konnten am Ende gegen RamschSpielzeug eingetauscht werden. Wie das eben so ist.

Für $10 bekamen wir 30 Tokken, die locker für ein paar Stunden reichten. Am Anfang gingen wir gemeinsam durch den Raum und waren sparsam mit den Münzen. Später trauten sich die Jungs auch alleine los und wählten ihre Automaten aus. Wir hatten echt Spaß. Irgendwann stellten wir fest, dass ein paar Münzen hinter Automaten lagen und wir sammelten sie. Auch Tickets wurden von Kindern am Automat vergessen, wir nahmen sie. Am Ende hatten wir ungefähr 130 Punkte, was für ein Spiel-Dinosaurier und ein Armband reichte. (Oh man)

Als wir nach diesem Erlebnis zusammen Eis essen gingen, war der Dino schon verloren gegangen…
Nach dem Eis hätten wir nachhause fahren können, aber es war noch zu früh und wir fuhren zu einem Bücherladen, der einen Starbucks drinnen hat der eine Lese- und Spiel-Ecke hat, die die Kinder mögen. Auf dem Weg dahin schlief Liam ein und so blieben wir einfach eine knappe Stunde im Parkhaus sitzen, um Liam seinen Schlaf zu gönnen. Ein bißchen komisch kam ich mir schon vor…

Als wir nachhause kamen, war mein Mann mit seinen Freunden losgezogen, um Teil 3 im Kino zu sehen. Wir machten uns über das übrig gelassene Popcorn her und hatten so einen Spaß, als wir versuchten, es in die Luft zu werfen und mit dem Mund zu fangen.

 

* An einem freien Familientag fuhren wir zum Strand nach Corona del Mar, weil es schön warm war. Wir legten uns kurz in die Sonne, die Jungs bauten Sandburgen. Als wir wieder ins Auto stiegen, meinte ich, in der Ferne zweimal eine Wasserfontäne von einem Wal gesehen zu haben. Ich konnte das nicht glauben und bettelte meinen Mann an, noch nicht loszufahren. Weil auch zwei Whale Watching Boote, die auf dem Wasser fuhren, angehalten hatten, starrten wir alle aufs Meer. Und tatsächlich: Wir sahen die Fontäne wieder und auch den Rücken und die Flosse des Wals beim Abtauchen. Vom Auto aus. Whoa!

Corona del Mar

 

* Die Walkie-Talkies, die die Jungs zu Weihnachten bekommen haben, liegen viel rum, weil Liam das mit dem Sprechknopf noch nicht so drauf hat. Letztens hatten wir sie mit am Spielplatz und es war ziemlich cool, Emilian weit weg auf dem Klettergerüst zu sehen, seine kleine Plapperstimme aber aus dem Walkie-Talkie zu hören.

 

* Beim Spaziergang entdeckten wir einen Baum, den wir nie zuvor gesehen hatten. Der Stamm und die Äste waren voller großer Dornen, aber unregelmäßig verteilt. Die Hüllen der Früchte sahen wie große Kakaobohnen aus, aber innen sah es wie Baumwolle aus! Wir denken, es könnte ein Seidenwollbaum sein. Sowas wächst hier!!!

Seidenbaum

 

* Wir waren in den Universal-Filmstudios!
Wieder mussten wir nicht viel für die Tickets bezahlen und konnten ganz entspannt genießen. Für die Kinder gab es nicht viel, sie freuten sich aber, ein paar Freunde wiederzutreffen. Ich fand die Studio-Tour, die ca. eine Stunde ging, sehr interessant. Ein paar erstaunliche Filmtricks (zBspl. Wasser, Flut oder Erdbeben) wurden gezeigt. Der Gedanke, dass fast alle Hollywood-Filme tatsächlich dort gedreht werden, gefällt mir noch nicht so. Im „europäischen Viertel“ werden die Kulissen umgebaut (Bürgersteig, Laternen, Fassaden, alles!), je nach dem ob eine Straße aus Italien, England oder Deutschland … gebraucht wird. Wir sind an den Häusern der „Desperate Housewives“, am Marktplatz von „Zurück in die Zukunft“ und an einem Live-Dreh vorbeigefahren. Ein sehr interessanter Park! Ich kann mir Film-Details nicht so gut merken und habe nicht viel wiedererkannt.

Curious George      Shrek

Minions   Spielplatz

 

* Auf dem Weg zum Auto zurück kamen wir an einem Laden vorbei, in denen es „Aqua-Massagen“ gab. Mein Mann fragte, ob ich wollte – und kurz danach lag ich schon drin. Es war wie Duschen ohne Nass zu werden. Mit hartem Massage-Strahl. Ziemlich eng war es und das Wasser hätte ein bißchen wärmer sein können. Ausserdem habe ich mich gefragt, ob diese Hülle eigentlich auch platzen könnte… Aber es war gut!

Wassermassage

 

* Ganz spontan bekommen wir im Februar doch noch einen Gast aus Kanada, auf den wir uns sehr freuen! Sie hat 2012 bereits ein Jahr bei uns gewohnt und es ist toll, dass wir sie hier wiedersehen. In Kanada ist es zur Zeit etwas kühler als hier… Ausserdem ist sie die perfekte Babysitterin, wenn wir Eltern zum Pentatonix-Konzert gehen!!

 

* Wir sind nicht mehr lange hier, um es mal so direkt zu sagen. Ab und zu schmeiße ich Kleidung weg oder gebe sie anderen. Wir wissen, wer uns vom Flughafen abholt. Der erste Gottesdienst in unserer Kirche in Berlin wird am Oster-Sonntag sein. Noch denke ich nicht viel darüber nach, aber oooh, es wird Blog-Einträge mit „Auf was ich mich freue“-Listen geben. Bald.

Happy January!

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Unsere Woche

Unser Besuch ist bereits gestern gut in Kanada gelandet.
Sie war „nur“ 8 Tage bei uns und wir haben diese Tage so vollgestopft, wie es nur ging. Die Abende waren voll mit Wein, Filmen und langen Gesprächen. Ich mag es nicht, Stunden nach meinem Mann ins Bett zu kommen, aber diese Gespräche haben mir auch gefehlt. Und deswegen nämlich musste so ziemlich alles andere warten. Haushalt, Wäsche, Schlaf, Blog, meine Bücher… (Was sind eigentlich Bücher und was macht man damit, bzw. wann???)

Aber diese Woche, so voll sie auch war, war toll!
Ich habe noch nie so oft gesagt: „Oaah, ist das schön hier!“
(Achtung: Langer Blog-Eintrag!)

 

Am Freitag haben wir unsere Freundin gleich nach MOPS vom Flughafen abgeholt. Mit einer traditionellen Begrüßungs-Portion FrozenYogurt haben wir sie willkommen geheißen. Emilian war sehr glücklich, sie wiederzusehen. Ich weiß nicht, ob Liam ein paar Minuten brauchte, um sich an sie zu erinnern… Dass wir am Flughafen noch einen alten Bekannten aus Berlin getroffen haben, war sehr komisch.

 

Am Samstag haben wir mit einem Pancake/Bacon-Frühstück angefangen. Danach sind wir ein bißchen durch die Gegend gefahren, haben süße sehr preiswerte Kostüme für die Kinder gekauft und ein paar Läden angeguckt. Am frühen Nachmittag haben wir ihr unsere Kirche präsentiert. Dafür geben wir den Gästen nämlich gern ein bißchen länger Zeit. Ich durfte mit meiner Freundin in den Gottesdienst gehen, mein Mann blieb mit den Kindern auf der Spielwiese.

Unsere Kapelle be Nacht

 Kapelle bei Nacht

Am Sonntag haben wir uns einen neuen Campus von Mariners Church angeguckt. Huntington Beach. Es gibt fünf und wir kennen jetzt vier. Emilian hat sich entschieden, zur Kinderbetreuung zu gehen. Er kann natürlich wählen und weiß, dass die Alternative zum Kindergottesdienst der Gottesdienst der Erwachsenen bedeutet. Still sitzen und ruhig sein. Kinderbetreuung bedeutet zwar malen, spielen, toben.. aber eben auch: Neue Menschen, fremde Sprache. Ich bin stolz, dass er oft den Mut findet, zum Kindergottesdienst zu gehen.
In Huntington Beach gibt es eine kleine „deutsche“ Ecke und so sind wir nach dem Gottesdienst zum Mittag essen zum „Octoberfest“ gegangen. Naja… Es fühlt sich deutscher an, als Amerika, aber weniger deutsch, als in Deutschland. Aber es gab Weisswurst, Bier und Brezeln – auf Nachfrage auch süßen Senf.
Huntington Beach hat ausserdem einen wunderschönen Strand und dort waren wir bis zum Sonnenuntergang. Mit Live-Musik, Seifenblasen und sogar einer Robbe im Pazifik war das ein wunderschöner Abend an einem weiteren schönen Strand in Orange County.

Ein schöner Abend in Huntington Beach

Huntington Beach

Seifenblasen

Live Musik

 

Am Montag waren wir in Disneyland!!!
Diesem Tag gebührt eigentlich ein eigener Blog-Eintrag, aber ich weiß nicht, ob ich das schaffe.
Disneyland, the happiest place on earth….
Dank einiger Beiträge im Internet waren wir gut vorbereitet. Zum Beispiel hatten wir vorher Leuchtstäbe für den Abend gekauft – in Disneyland wären sie zehnmal so teuer gewesen. Wechsel-Kleidung und Spuck-Tüten haben wir nicht gebraucht, aber ein paar andere Tipps, was zBspl. die Reihenfolge im Park angeht, konnten wir nutzen.
Sehr, sehr, sehr zum Dank eines Freundes, der uns mit Hilfe einer Freundin ohne Eintritt nach Disneyland gebracht hat, (wir haben dadurch mehrere hundert Dollar gespart!) waren wir völlig entspannt und ohne große Erwartungen ob der unglaublichen Reizüberflutung. Für alle von uns. In den 12 Stunden, in denen wir dort waren, waren wir von Musik umgeben. Immer. Es war tatsächlich fröhliche Disney-Musik und aus den ganzen Filmen kannten wir auch das eine oder andere Stück. Manche Lieder machen einfach, dass du tanzend durch die bunten Gäßchen hüpfen musst. Aber es war eben Beschallung, rund um die Uhr. Ausserdem wird in den Strassen ein angenehm süßlicher Duft versprüht – es ist echt eine andere Welt!

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Und abgesehen davon gab es SO VIEL zu sehen, zu entdecken, zu tun, zu erleben, auszuprobieren. Es gab bekannte Figuren, bekannte Szenen, bekannte Film-Städte. Wir alle waren verzaubert! Und – wie sollte es anders sein? – es hatten doch tatsächlich noch eins, zwei, drei, zweihundert, neunhundert… andere Menschen an diesem Tag die Idee, nach Disneyland zu kommen… Warum das immer so sein muss?
Menschen allen Alters! nehmen es in Disneyland mit dem verzaubert-sein und dem glücklich sein sehr ernst. Das heißt: Wir waren vielleicht die einzigen, die nicht verkleidet waren. Ein Drittel der Menschen war richtig verkleidet, die anderen zwei Drittel hatten wenigstens diesen Haar-Reifen mit schwarzen Maus-Ohren. Und dann wir fünf dazwischen. (Okay, Liam hatte ein Mickey Maus T-Shirt an.. aber mehr hätten wir auch nicht gehabt.)
Es gab ALLE Disney-Verkleidungen, die ihr euch vorstellen könnt. Alle. Und Babys, Großeltern, sehr schöne und andere Menschen trugen Kostüme, die ihnen mehr oder weniger gut standen. Eher weniger. Oh my goodness! Kleine Babys in dicken Fell-Kostümen, Papa als Fred Feuerstein, Mama als Wilma, hunderte kleine Elsas vom Film „Frozen“. Kleine, perfekt geschminkte Mädchen. Weil es am Nachmittag eine extra Halloween-Party gab, gab es auch viele eher gruselig verkleidete Menschen. Aber das gehörte alles dazu, wir waren vorbereitet und hatten unseren Spaß!

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Wir versuchten, viel anzugucken und ein paar Attraktionen mitzumachen. Wie erwartet waren unsere Kinder eher zurückhaltend und überfordert, aber zu ein paar Abenteuern konnten wir sie überreden und die Freude war jedesmal groß. Ein Rennen mit den Cars-Autos, eine Schiffs-Fahrt durchs Land von Arielle, eine U-Boot-Reise auf der Suche nach Nemo, spielen in den Häusern von Mickey Maus und Goofy. Liam brach in Tränen aus, als Micky Maus dann tatsächlich neben ihm stand. Die Parade von Anna und Elsa. „Let it go“ in Endlos-Schleife. Wir drei Großen hatten auch unseren Spaß und ließen uns erschrecken oder durch die Luft wirbeln. Es hätte noch so viel mehr gegeben..
Der großartige und wunderbare Abschluss war die „World of Color“-Show. So etwas habe ich noch nie gesehen. Es gab Disney-Musik und eine Springbrunnen-Show dazu. Wenn das Wasser besonders hoch spritzte, konnten kleine Film-Szenen auf das Wasser projiziert werden. Da waren dann die Leucht-Stäbe der Kinder gut.

 

Das Feuerwerk erlebten wir auch noch und völlig fertig, glücklich und verzaubert fuhren wir die nur 20 Minuten nachhause und fielen in unsere Betten.
Es war ein wunderbarer Tag, aber ich kann nicht glauben, dass es hier Familien gibt, die mehrmals im Jahr $600 für einen Besuch im Disneyland ausgeben!

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Am Dienstag brauchten wir selbstverständlich eine Pause. Wir ruhten uns aus, saßen am Pool und kauften ein. Unsere ersten beiden Kürbisse haben wir jetzt!

 

Am Mittwoch stand Laguna Beach auf dem Plan. Laguna Beach ist noch immer mein absoluter Lieblings-Strand und alle Gäste, die wir bis jetzt beherbergen duften, wollten mindestens zweimal dort hin. An diesem Tag kam ich am Strand mit zwei Frauen ins Gespräch. Die eine sagte: „Ich bin überall herumgereist: Süd-Amerika, Asien, Europa.. aber das hier… this is it!“ Und ich darf hier wohnen! (Schnapp-Atmungen)
Auf Wunsch von Emilian informierte ich ich vorher auf dieser Website über den Stand der Wellen. Ich konnte ihn beruhigen, denn an diesem Mittwoch war der Höchststand der Wellen am Morgen gegen 8:00 und sollte erst gegen 21:00 wieder erreicht sein. So einen Ebbe-Tag hatten wir noch nie und scheinbar ist Laguna Beach immer wieder anders schön. Das Wasser war sehr weit zurückgegangen und der Strand, der sonst auch mal nur 5m breit ist, war weit und wir hatten ihn fast für uns alleine. Weil kein LifeGuard mehr im Dienst war, durften wir auch mal ein bißchen auf den Felsen herumklettern. Wir fanden schöne Muscheln, Emilian buddelte Steine aus, wir bewunderten eine Gruppe Pelikane, die vor uns im Wasser landeten und sahen einem Düsenflieger zu, der die Worte „I love you Kent“ an den Himmel malte. Er (oder sie?) brauchte sehr lange dafür und ich fragte mich, wie sowas überhaupt geht. Weil ich so aufgeregt war, fragten mich die beiden Frauen, ob der Schriftzug für mich sei.. Nein, leider nicht – aber so eine Liebeserklärung sieht man auch nicht jeden Tag!
Weil ich dran war, für die rooted-Gruppe Frühstück mitzubringen, buk ich ein deutsches Backmischung von Ikea Brot und machte Mamas Pistazienbutter.

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Am Donnerstag war ich mit meiner rooted-Gruppe verabredet. Die Kinder verschwanden in der Kinderbetreuung. Mein Mann ging zur Arbeit und unsere Freundin war im Bookstore der Kirche verabredet. Um 11:30, als unsere Termine beendet waren, skypten wir kurz mit meinen Eltern und machten uns dann auf den Weg nach Los Angeles. Es war heiß, aber wir kamen schnell an. Weil wir diesmal erst zum Hollywood-Zeichen in die Berge fuhren, kamen wir plötzlich an den Universal-Studios vorbei. Ein Disneyland für Große. Haach, das wäre ja auch nochmal was…
Weil Liam schlief, kletterte Emilian mit unserem Gast die Treppen zum Aussichtspunkt hoch und sie machten Fotos von den berühmten weißen Buchstaben. Weiter sollte es zum Hollywood-Blvd. gehen. Die Strasse mit den Sternchen. Schon von weitem merkten wir, dass da irgendwas los war, denn die Strasse war gesperrt. Eine große Bühne stand dort, viele zugehängte Zäune, viele Polizisten und viele Menschen. Wir fanden einen Parkplatz, auf dem wir für 2 Stunden kostenlos parken durften. Das war schon ein Geschenk. Irgendwann erfuhren wir auch, dass Taylor Swift dort auf der Bühne stand. Nicht schlecht. Wir fotografierten ein paar Sterne, trafen Johnny Depp bei Madame Tussauds und tranken einen Eiskaffee bei Starbucks.

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Weiter führte uns unser Weg nach Beverly Hills. Langsam und überhaupt nicht neugierig fuhren wir durch die stillen, grünen Strassen und staunten über schöne Grundstücke mit noch schöneren Häusern. Wer da wohl so wohnt?
Nach Beverly Hills fuhren wir noch nach Santa Monica. Der Strand ähnelt dem von Hunington Beach und war natürlich wunderschön! Wir aßen bei „Bubba Gump Shrimp Company“ ein paar leckere Shrimps und warteten auf einen weiteren Sonnenuntergang. Jede einzelne Sekunde war ein tolles Foto wert! Die Kinder hatten keine Badesachen dabei und es dauerte nicht lange, bis sie nass und sandig waren. Aber sie waren so glücklich!

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Am Freitag brachten wir die Kinder wieder in die Kinderbetreuung, mein Mann machte sich mit ein paar Kollegen auf den Weg nach Mexiko und ich nahm meine Freundin mit zum MOPS-Treffen. An diesem Morgen erzählte je eine Mitarbeiterin an einem Tisch ihre Geschichte als Mama mit Gott. Wir redeten über Ehrlichkeit, über Freundschaften, über Mut und andere Eigenschaften, die wir als Mütter an anderen Personen bewundern. Am Ende saßen fast alle von uns mit einem Taschentuch da und wir waren einfach nur Mütter und Freundinnen.
Als es darum ging, die „Moms Night Out“ für November zu planen, lud eine von uns alle zu einem Eishockey-Spiel ein. Ihr Mann spielt in der Mannschaft im Ort. Dem Gekreische nach zu urteilen, wird das erstens ein besonderes Spiel und zweitens kommt man scheinbar schwer an diese Karten. Ich bin ja so gespannt! Mütter, die zusammen im VIP-Bereich das Eishockey-Spiel ansehen…

Weil am Nachmittag gegen 16:00 ein riesiger „Harvest Carnival“ auf den Wiesen der Gemeinde geplant war, nutzten wir die Zwischenzeit, um einen anderen Strand (ja, ich weiß.. gibt ’ne Menge hier) zu besuchen. Corona del Mar. Diesmal gab es keinen Sonnenuntergang zu sehen, aber Sand, Muscheln und Meer konnten wir auch so genießen. Der Strand in Laguna Beach ist ziemlich klein, aber alle anderen sind weit und „normal“ – da traut sich Emilian sofort ins Wasser zu hüpfen. Für uns war der Pazifik an dem Tag zu kalt.

Etwas zu früh kamen wir wieder in der Gemeinde an, aber das war gut so. Unsere Jungs hatten so die Möglichkeit, die Attraktionen in Ruhe und fast allein kennenzulernen und ausserdem hatten wir Zeit, ihnen einen Piraten-Hut aufzusetzen und ihnen ein Moosgummi-Schwert in die Hand zu drücken sie in ihre Piraten-Kostüme zu stecken. Es gab ein Karussell, verschiedene Tiere zum Streicheln, eine Mini-Achterbahn, Zuckerwatte, Kürbis-Spiele, ein Riesenrad, Kinder schminken… und „Trunk or Treat“. „Trick or Treat“ heißt hier der Halloween-Spruch, der bei uns „Süßes oder Saures“ heißt. „Trunk“ bedeutet „Kofferraum“ und „Trunk or Treat“ bedeutet also, dass ein paar Autos auf der Wiese stehen, der Kofferraum „halloweenisch“ geschmückt ist und Süßigkeiten von den Fahrern abgeholt werden können. DAS fanden meine Kinder toll. Liam ist einmal im Karussel gefahren und Emilian ist mit leuchtenden Augen im Ketten-Karussell gefahren. Ansonsten war es sehr laut und sehr sehr voll. Wir trafen ein paar Freunde, aßen einen Burger und als es dunkel wurde, fuhren wir nachhause. Am Sonntag wurde im Gottesdienst gesagt, dass 6.000 Menschen zum Karneval gekommen waren…

 

Am Samstag haben die Jungs am Morgen anderthalb Stunden mit ihren Freunden in Berlin geskypt. Eigentlich war es ein Hin und Her von „Zeig‘ mir mal dein Spielzeug!“ und „Zeig‘ mir mal deins!“. Der kleine Bruder in Berlin wird im November 2 und konnte fast mit den beiden Großen mitreden. Liam nicht so. Dafür wurde Emilian ganz unruhig, als er vom Freund erfuhr, dass es zwei neue Kinder in der Kita-Gruppe gäbe. Und er möchte dann lieber nicht mehr in den Kindergarten zurück, sagte er. Vielleicht sind ihm seine Sicherheiten wichtiger, als wir so dachten.
Nach dem sehr lebhaften Skype-Date packten wir schnell ein paar Snacks und fuhren – ab in den Süden – nach San Diego.
Ich sag ja: In der Woche war alles drin!
Wir ließen uns für die Fahrt ein bißchen länger Zeit und fuhren schon ein paar Kilometer vor San Diego von der Autobahn ab. Der Blick aufs Meer entschädigt jede rote Ampel. In La Jolla wollten wir Robben sehen und wir hätten auch welche entdeckt, wenn es einen Parkplatz gegeben hätte. Aber das war unmöglich! In San Diego faden wir einen, den wir auch gut bezahlen konnten und dann liefen wir einfach ein paar Stunden herum und schauten uns die Stadt am Meer ein. Navy-Schiffe, kleine Lädchen, Strand-Künstler, große Gebäude… Am Abend verzweifelten wir fast, weil wir einfach kein kostengünstiges, kinderfreundliches Restaurant fanden und ausserdem alle aufs Klo mussten. Ein neues Burger-Restaurant wurde es dann. Ich bestellte irgendeinen mit Avocado. Ich beachtete die grüne Schrift nicht und als mein Burger dann gebracht wurde, erschrak ich sehr über das schwarze Stück Etwas, das da zwischen Avocado, Tomat, Salat und Vollkorn-Brot lag. Es roch nicht wie verbranntes Fleisch. Als wir uns dann diese Kombination und die grüne Schrift nochmal genauer ansahen, stellten wir fest, dass ich wohl einen Veggie-Burger ausgesucht hatte. Mit der Gewissheit, nicht in verbranntes Fleisch zu beißen, schmeckte der Burger sehr lecker! Die Kinder bekamen Süßkartoffel-Pommes. Die lieben wir hier sehr.
Ohne weitere Zwischenfälle fanden wir unser Auto und fuhren die 90 min. wieder nachhause. Die Kinder schliefen bereits im Auto ein und ließen sich einfach in ihre Betten umlegen.

 

Am Sonntag hatten wir eigentlich geplant, schon zum 9:00 Uhr Gottesdienst zu gehen, aber wir schafften es gerade mal zum 11:00 Uhr Gottesdienst. Ähäm.. Ich brachte Emilian in die Kinderbetreuung, während meine Freundin mit Liam auf dem Spielplatz wartete. Sie wollte in den großen Raum gehen und ich wollte mich dann mit Liam wie immer in den Vorraum setzen. Weil mir der große Raum ein bißchen zu kalt und zu groß ist, sitze ich gern im Vorraum.
Emilian wünschte sich eine neue Gruppe und so fragte ich einfach mal, welcher Raum für 4jährige offen sei. Seal, Turtle und Whale gab es. Whale kannte er noch nicht, also entschieden wir uns für den. Die Betreuer wechseln und so kannten wir sie schon. Die Kinder und – noch wichtiger – das Spielzeug war aber neu und Emilian hüpfte fröhlich von dannen.
Als ich wieder nach draussen kam, warteten die anderen beiden schon auf mich.
„Liam möchte auch in die Kinderbetreuung“, sagte mir meine Freundin.
?!?
Ich sah ihn an und Liam stand dort sehr selbstbewusst vor mir und nickte mich an. Ich konnte absolut nicht glauben, was ich da hörte und fragte ihn nochmal. „Liam, möchtest du heute auch in die Kinderbetreuung? Aber deine Miss Penelope ist heute gar nicht da und vielleicht gehst du auch in einen anderen Raum. Soll ich dich anmelden?“ – „Ja!“
Um es mal auf einen Versuch ankommen zu lassen, ging ich nochmal mit Liam zur Anmeldung. Ich fragte, welche Räume für ihn offen waren und sein bekannter Donnerstags-und-Freitags-Raum war tatsächlich nicht dabei. Liam wollte. Er klebte sich völlig selbstverständlich seinen Namens-Aufkleber aufs T-Shirt und stolzierte los. Ich konnte. es. nicht. glauben!
Wir kamen am Zimmer an und Liam wollte durchs Fenster schauen. Ich hob ihn hoch und ein kleines Lächeln kam in sein Gesicht, als er die spielenden Kinder sah. Zwei fremde (Teeniemädchen-) Betreuerinnen empfingen uns. Im Raum an der Tür stand ein Mädchen, das wie am Spieß nach seiner Mama brüllte. Spätestens da war mir klar, dass Liam umdrehen und auf meinen Arm flüchten würde. Aber er zögerte nur, schluckte und ging ein paar Schritte in den Raum. Ohne auch nur ein bißchen Unsicherheit zu zeigen, winkte er mir nochmal und hockte sich an ein kleines Parkhaus. Ich sah ihm hinterher, sah meine Freundin an und wusste nicht, was ich sagen sollte. „Lass uns shoppen gehen!“ war dann ein Versuch. Immernoch sprachlos holte ich mir einen Kaffee vor dem Kinder-Haus und zusammen liefen wir über die Wiese zum Gottesdienst-Raum. Weil ich mit meinem Kaffee nicht in den Raum gelassen wurde, trennten wir uns und ich setzte mich wie gewohnt, aber allein, in den Vorraum. Ich war völlig überrascht.
Mein Pager vibrierte nicht und ich konnte beide Jungs nach dem Gottesdienst sehr glücklich und entspannt aus ihren neuen Räumen abholen. Wie krass ist das denn?

Jetzt noch kann ich nicht fassen, was passiert ist.
Dass Liam ganz, ganz alleine entschieden hat, in die Kinderbetreuung zu gehen, obwohl ich ihn für Sonntag gar nicht mehr gefragt habe, dass er einfach so gegangen und geblieben ist, dass er nicht ein einziges Mal geweint oder sich anders entschieden hat, lässt mich vor Stolz platzen! Es zeigt mir, dass es absolut die richtige Entscheidung war, ihn nicht zu drängen, ihm Zeit zu geben und es dabei zu belassen. Ich hab nicht drauf gewartet, dass er von selbst kommt. Mein großes Baby…

Nach dem Mittag hat es uns noch einmal nach Laguna Beach gezogen. Abschied für unseren Besuch. Wir hatten keine Badesachen dabei und saßen einfach so am Strand und machten Fotos. Emilian tobte durch den Sand. Wir haben Möwen und Pelikane beobachtet, haben über große Wellen und mutige Surfer gestaunt und wir haben mehreren Pärchen und Familien beim Foto-Shooting zugesehen. Es kam uns fast so vor, als hätte irgendeine Fotografin ihr Atelier an den Strand verlegt. Familie um Familie kam mit Taschen voller Wechselkleidung an…
Wir aßen einen leckeren Abschieds- und Belohnungs-FrozenYogurt und machten uns auf den Weg nachhause.

Am Abend haben wir den kleineren der beiden Kürbisse zerhackt und meine Freundin hat eine Kürbissuppe gekocht. Aus dem anderen wollen wir ein Gesicht schnitzen. Während meine Freundin die Kinder abduschte, fuhr ich schnell zur Kirche, um meinen Mann abzuholen. Zwei müde und frisch geduschte Kinder begrüßten ihn zuhause und er erzählte mit leuchtenden Augen von Mexiko. Für jeden von uns hat er einen Poncho von dort mitgebracht. Ich habe so etwas noch nie besessen oder getragen und… es gibt nichts auf der Welt, was die Figur weniger betont. Liebevoll nennen wir sie „die Teppiche“. Vielleicht schaffen wir ja mal, ein Foto von uns zu machen. Denn bei über 20°C werde ich den Poncho nicht tragen können.

 

Jetzt sind wir wieder zu viert. Zum ersten Mal seit dem 3. Oktober schöafen wieder nur zwei Personen in unserem Schlafzimmer. Und… wir haben gestern nicht viel unternommen. Pancake-Frühstück, chillen, Pool, Spielplatz, Mittag, Mittagspause, Eis essen, einkaufen, Wäsche waschen, Pizza essen, aufräumen, ab ins Bett. Einfach mal so. Für diesen Eintrag habe ich auch ein paar Tage gebraucht! Gestern Abend habe ich mit Emilian einen ordentlichen Piratenkampf gekämpft. Mit vom Tisch springen und so. Liam saß auf Papas Schoß, sah zu und amüsierte sich köstlich.

 

Am Freitag wurde ich einer Nanny vorgestellt, die eine Freundin von hier auf einem Spielplatz kennengelernt hat.
Die Nanny ist ein bißchen jünger als ich, wohnt seit 4 Jahren hier und möchte jetzt studieren. Die Familie, bei der sie bis jetzt gearbeitet hat, hat inzwischen Schulkinder und sie sucht neue Familien mit Kindern. Und: Sie kommt aus DEUTSCHLAND!!
In den nächsten Tagen möchten wir sie treffen und besser kennenlernen.

Diese Nachricht und Liams Heldentat haben mich sehr glücklich gemacht. Das sind beantwortete Gebete!
Aber, ehrlich gesagt, habe ich sie nicht gebetet.
Ich war einverstanden, mit Liam im Gottesdienst zu sein.
Ich wollte ihn nicht mehr drängen.
Und wie unwahrscheinlich ist es denn, in Kalifornien eine deutsche Nanny zu finden?
Gar nicht. Für Gott.
Ich bin sehr dankbar und es berührt mich, wie sehr er für mich sorgt und mich ohne Worte versteht!

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Szenen aus unserem Alltag 8

Es passiert zu viel und ich schlafe zu wenig. Und dann kommt auch der Blog zu kurz.
Ich wollte euch über alle MOPS-Themen berichten, die ich hören darf… und morgen ist schon das 4. Treffen!
Aber ich werde euch von MOPS erzählen!
Zuerst wieder ein paar Erlebnisse aus unseren vergangenen Tagen:

 

* Heute hat uns wieder Besuch aus Deutschland verlassen. Ein Ehepaar aus unserer LifeGroup zuhause hat uns im Mai mit der Ankündigung überrascht, uns zu besuchen. Und am 3. Oktober haben wir sie vom Flughafen abgeholt. Es war eine sehr angenehme Zeit. Die beiden waren viel unterwegs, aber auch in der Zeit, in der sie bei uns waren, konnten wir uns gut unterhalten, austauschen, Amerika und Deutschland vergleichen und uns besser kennenlernen. Sie hatten einen Koffer voll Geschenke für uns dabei. Danke an alle Freunde aus Berlin, die Grüße für uns mitgegeben haben!

 

Geschenke

 

* Am 8. Oktober fand die erste „Moms Night Out“ von meiner MOPS-Gruppe statt. Ich war ein bißchen unsicher, weil ich nicht wusste, wo Orange County-Ladies ausgehen, wie sie sich kleiden, was sie essen/trinken und ob sie sich von den Freitag-vormittag-Müttern unterscheiden, die ich kennengelernt habe. Es wurde ein lockerer Abend in einem Restaurant. Wir haben gut etwas teuer gespeist. Eine Mama aus Schweden und ich haben das Besteck wie Europäerinnen gehalten – die anderen eben wie Amerikanerinnen. Wir haben uns richtig gut unterhalten… nicht nur über vorgegebene Themen in wenig Zeit, wie es freitags ist. Der Reihe nach haben wir uns, die wir uns ja alle eigentlich nicht kannten, erzählt, welchen Beruf wir ausgeübt haben, bevor wir Mütter wurden und welche Träume und Ideen uns noch für die Zeit danach vorschweben.
Weil mir die Stadt in der Nacht so gut gefallen hat, habe ich meine Männer ein paar Tage später auch dahin ausgeführt. Emilian durfte in der dunklen Nacht mit Papa ein paar Runden im Riesenrad fahren und wir haben eine Eisbahn entdeckt.. noch immer sind es 25 – 30 °C hier.

 

* Je mehr ich zur Gruppe der MOPS-Mütter gehöre und je besser wir uns kennenlernen, desto mehr Unterschiede fallen mir auf. Kleine Unterschiede, aber doch machen sie, dass ich mich nicht dazugehörig oder „anders“ fühle.
Wenn wir zu hundertst im ganzen MOPS-Saal sitzen, gibt es nur ein paar Frauen neben mir, die dunkles Haar haben…
Und es gibt ZWEI andere Frauen, die eine Brille tragen. Das stört mich nicht! Ich mag meine Brillen weil ich zu blöd bin, Kontaktlinsen einzusetzen und ich werde mich hüten, mein Haar nochmal blond zu färben. Ich weiß eigentlich, dass ich schön bin. Und ich stehe zu meinem Körper, meistens. Es ist unglaublich, dass die Frauen hier mit 20, 30, 40, 50, 60 und 70 Jahren gleich aussehen!! Gleich schlank, gleich schön, gleich frisch. Man sagt, das ist hier in Orange County speziell… aber ich sehe es. Und natürlich macht das was mit mir, weil ich eine Frau bin. Mir fällt auf, wie unterschiedlich die Frauen in Deutschland aussehen.

 

* Vor ein paar Tagen habe ich zum ersten Mal in Amerika getankt.
Ich hatte mir irgendwie vorgenommen, drumherum zu kommen.
Es ist nicht so, dass ich nicht weiß, wie man tankt.. aber es ist ein bißchen anders hier.
Zuerst muss man schätzen, wie viel Benzin in den Tank passt. Ich habe meinen Mann gefragt. Dann muss man wissen, wie viel Geld das ist. Ich habe meinen Mann gefragt. Der Tank war ziemlich leer und ich hatte meinen Geld-Betrag parat. (Ich habe seit Mai nicht mehr mit Karte bezahlt und das ist komisch) Ich parkte das Auto an der richtigen Säule und auch an der richtigen Seite! Dann ging ich in den Tank-Shop und sagte: „Ich möchte bitte Benzin für …$ kaufen.“ Weil es sehr warm war und man Kinder ja nicht allein im Auto lassen soll, hatte ich beide Jungs mit dabei. Ich bezahlte und ging zurück zum Auto. Das Geld war bereits „gut geschrieben“. Eine Taste zum Auswählen des Benzins musste ich noch drücken und dann lief das Benzin. Mein bezahltes Benzin machte den Tank scheinbar nicht ganz voll, also hörte es einfach auf, als mein Geld alle war. Sollte ich zuviel bezahlt haben, hätte ich dann im Anschluss nochmal (mit Kindern) in den Shop gehen und mein Restgeld abholen müssen. So ist das nämlich hier.

 

* Es ist -Überraschung- noch immer ziemlich warm hier. Weder wundert es mich, noch stört es – aber die Kalifornier sind überrascht. In einigen Läden gibt es überhaupt keine Sommerkleidung mehr zu kaufen, in anderen kostet sie fast nichts. Viele Erwachsene und Kinder tragen bereits Stiefel. Ich habe mir gestern neue Flip Flops gekauft… Weil es -Überraschung- lange nicht geregnet hat, wächst die Angst vor Waldbränden. Einige Bäume in der Stadt wurden bereits radikal beschnitten… ich kann mir vorstellen, dass sie gefährlich werden, wenn sie zu trocken sind.
In den Pool gehen wir nur noch, weil wir uns danach im heißen Whirlpool aufwärmen können. Manchmal tragen wir Jacken. Heute hat es draussen wie an einem Frühlingstag in Berlin gerochen…

 

* Wir vier sind heute morgen kurz vor 9:00 Uhr in die Gemeinde gefahren. Unsere beiden Gäste blieben noch, weil ihr Flug erst später dran war. Als wir wiederkamen, war die Wohnung aufgeräumt, der Boden war gesaugt und auf dem Tisch stand (und steht immernoch) ein großer Blumentopf und Schokolade. Wow! Das war eine tolle Überraschung! Als Liam die Geschenke auf dem Tisch sah, rief er ganz laut: „Liam Geburtstag!!!“

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* Liam freundet sich mit der Kinderbetreuung an. Manchmal weint er laut und herzzerreissend. Aber heute wurde er ruhig, sobald die Tür zum Raum aufging und er das Spielzeug sah. Die Betreuerin sah mich an und sagte: „He feels you.“ – „Ihm geht es gut, aber er merkt, dass es für dich schwer ist.“ Und Mist, sie hat auch noch Recht. Als wir ihn abholten, kam er auf mich zu und platzte fast vor Stolz. Er trug er seine Tasche und genoß unsere Worte des Lobes. Es tut mir so gut, ihn innerlich und äußerlich wachsen zu sehen. Meine Güte…

 

* Am Montag waren wir zu viert in einem „Discovery Science Center“. Wir hatten eine Freikarte für Emilian, Liam musste nicht bezahlen und so blieben „nur“ ungefähr 30,-$ für uns übrig. Mehr als 5 Stunden verbrachten wir dort und ich habe es genossen, Mama von zwei Söhnen zu sein! Die Jungs hatten nicht eine einzige Sekunde Langeweile! Draussen gab es einen kleinen Dinosaurier-Park, der Papa und Emilian lange beschäftigte. Mit einem „Archäologen-Stab“, der gewisse Signale von versteckten Gegenständen empfangen konnte, mussten verschiedene Knochen einzelner Tiere gefunden werden. Im Haus gab es eine „Thomas, die Eisenbahn“-Ausstellung. Stellt euch einfach 100 kleine Jungs an kleinen Eisenbahn-Tischen vor. Es gab eine Abteilung, die dem Spektrum in Berlin ähnlich ist, eine Eishockey-Ausstellung, eine Astronauten-Abteilung, natürlich eine Spooky-Halloween-Ecke, eine Recycle-Etage, einen kleinen Laden und ein Restaurant. Es war nicht zu voll und es war sowas von kindgerecht. In der Ecke, in der es um richtiges Recyclen geht, waren wir Deutschen doch sehr beeindruckt. Im Großen und Ganzen recyclen die Amerikaner nämlich nicht so… Fast gar nicht. Mit echten Einkaufswagen und einem Handscanner mussten die Kinder Dinge einkaufen (abscannen), die dann virtuell per Bildschirm in ihrem Wagen landeten. Dabei musste auf gesunde Ernährung und umweltbewusste Verpackung geachtet werden. Immerhin.

Duplo-Figuren nachbauen

Duplo Challenge

 

Eisenbahn-Paradies

Eisenbahn-Spaß

 

Im Dinosaurier-Park

Dinosaurier

DIno Puzzle

 

* Wenn ich die Kinder morgen aus der Kinderbetreuung abgeholt habe, werden wir uns mutig mitten in das Freitags-mittags-Verkehrs-Chaos stürzen und nach Los Angeles zum Flughafen fahren. Unsere liebe Lieblings-Kinder-Freundin, House-Sitterin und Garten-Helferin kommt zu uns! Für sie ist Amerika nicht fremd und ich bin gespannt, ob sie mir jetzt noch Tipps geben kann.. oder ob ich mal so tun kann, als würde ich ihr „neues Land“ vorstellen.

 

* Mit Shred habe ich erstmal bei Level 3, Tag 9 aufgehört. Mein Ziel, die 30 Tage einmal komplett ohne Pause zu schaffen, besteht noch. Ich habe bei youtube aber erstmal nach anderen Workout-Programmen von Jillian Michaels gesucht, damit ein bißchen Abwechslung ins Spiel kommt. Und es gibt tolle, herausfordernde Übungen! Jetzt habe ich aber so lange Pause gemacht, dass ich die 30 Tage vielleicht doch bald wagen möchte.

 

* Ich habe das Gefühl, dass Liam langsam Berlin vergisst. Ich würde so gern wissen, was er noch weiß. Die Personen kennt er noch. Aber als ich ihn letztens fragte, ob er sich an das Duplo in seinem Zimmer erinnern kann, kam keine Antwort. Nur ein leerer Blick. Das hat ein bißchen weh getan. Aber andererseits wird ihm alles sofort wieder bekannt vorkommen, wenn wir wieder da sind. Und an unsere Monate in Amerika wird er sich auch nicht ewig erinnern können… Als ich das bei Facebook schrieb, schrieb mir eine Freundin sofort, dass er sich aber immer an das gute Gefühl erinnern wird. Und daran, dass wir als Eltern für ihn da waren! Das hat gut getan…

 

* …mir gehen nämlich immer wieder ähnliche Gedanken durch den Kopf.
– Was muss ich unbedingt hier noch machen?
– Was brauche ich für Berlin?
– Was muss ich lernen?
– Was darf ich nicht verpassen?
Ich habe keine Antworten. Und bestimmt werde ich Dinge verpassen oder vergessen. Ob ich Entscheidungen bereue, weiß ich nicht.
Ehrlich gesagt: Ich nehme nicht an vielen Veranstaltungen teil. Ich treffe mich nicht oft mit Freunden. Ich lerne neue Leute kaum „richtig“ kennen und ich tauche nicht tief ins südkalifornische Leben ein. Es könnte sein, dass ich das bereue.
Aber: Ich habe mich dafür entschieden, weil ich möchte, dass es meinen Kindern, meiner Familie hier gut geht. Ich bin die Frau, die ihrem Mann 1o0%ig den Rücken freihält und ihm dadurch ermöglicht, sehr tief in das amerikanische Leben und vor allem in die Kirche einzutauchen. Das bedeutet, dass ich oft mit den Kindern alleine bin – mit weniger Möglichkeiten, Platz und Freunden, als in Berlin. Das bedeutet, dass ich oft nur nebenbei oder in seinen Gesprächen mit anderen erfahre, was ihn gerade beschäftigt, begeistert, herausfordert. Es kommt vor, dass ich mich dabei wie ein dummes, kleines Hausmütterchen fühle. Das bedeutet, dass ich aus Deutschland zu hören meine: „Was machst du eigentlich ausser Spielplatz und Pool?“. Und es bedeutet außerdem, dass Leute sich wundern, wo die Familie „des Deutschen“ denn eigentlich ist und ob ich nicht auch eigentlich Praktikant sein wollte.

Das ist manchmal nicht so leicht für mich. Aber ich habe mich bei vollem Bewusstsein dafür entschieden!
Ich kann kein Kaffee trinken mit den Ladies, kein „Mama-hat-Pause“-Treffen, kein „Holy Yoga-Meeting“ und kein „Prayer Circle for Moms“ hier genießen, wenn meine Kinder in einem fremden Raum von fremden Menschen betreut werden, die ich teuer dafür bezahle und die nichtmal die Sprache meiner Kinder sprechen! Ich kann meinen Sohn, der erst zweieinhalb Jahre alt ist, nicht weinend zurücklassen, nur weil ich eine Pause brauche oder in ein Leben eintauchen möchte, das meinem irgendwie so fremd ist. Das Loslassen und Abgeben fiel mir in Deutschland schon nicht leicht. Hier kommt die andere Sprache dazu, die es für Emilian nicht leicht und für Liam fast unmöglich macht, richtig anzukommen. Emilian zeigt mir nach jeder Betreuung stolz seine Bilder und Basteleien, er lächelt und ist froh.. aber er hat keine neuen, richtigen Freunde. Die Kinder wechseln oft die Gruppen und niemand spricht deutsch.
Das alles können Ausreden sein und es kann gut sein, dass ich mich hinter den Kindern verstecke… aber wir haben uns für dieses Jahr mit Kindern entschieden! Und ich möchte, dass dann unsere beiden Söhne genauso Freude an diesem Abenteuer erleben, ein Gehör für eine andere Sprache bekommen, lernen, auf vertraute Dinge zu verzichten und dafür neue, spannende Dinge kennenzulernen. Ich bin nicht gut darin, auf Kosten meiner Kinder zu genießen. Nicht hier und nicht jetzt. Ab und zu muss das sein und dann geht es – aber hier ist es anders.
Ich bin nicht die Mama, die an zwei Fronten kämpft und von Kompromissen lebt.
Ich bin die, die sich eben jetzt für eine der beiden Seiten entschieden hat.

Ich liebe die Freunde, die ich kennengelernt habe und ich genieße die Veranstaltungen, die ich besuche, sehr. Ich merke immer wieder, dass ich hier richtig bin und dass ich wichtig bin, weil ich jetzt gerade hier bin. Ich kann selbst einen Unterschied machen, weil ich anders bin. Und das tut anderen Leuten, die ich kennenlerne, gut.

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