mamasbusiness

papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

One year ago…

Immer wieder musste ich heute an den 28. Mai 2014 denken. Einfach immer wieder.

Meinen letzten Eintrag vor der Reise könnt ihr hier lesen. Mann, waren wir aufgeregt und wir hatten keine Ahnung, was dieses Jahr für uns hat.

Heute vor einem Jahr sind wir in aller Frühe und bei Regenwetter zum Flughafen gefahren. Ich kann mich so gut an diese Gefühle zwischen riesiger Vorfreude und ziemlicher Unsicherheit erinnern. Der Pastor, meine Schwester und meine Großeltern waren mit am Flughafen. Wir hatten viel Gepäck (ungefähr die Hälfte von dem, was wir dann wieder brachten…), wir waren müde und aufgeregt.

Wir waren lange unterwegs. Und es war so heiß und schwül, als wir endlich in North Carolina von unserem Schwager und seiner Verlobten abgeholt wurden.

Flugreise

Jetzt sind wir ziemlich genau seit zwei Monaten wieder in Deutschland.

Das Zurückkommen war schwer für mich, für uns. Liam sagt noch manchmal: „Ich vermisse Talifornien.“
Heute habe ich mit den Kindern ein paar Fotos von vor einem Jahr angeguckt. Emilian sagte: „Ich versuche, meine Traurigkeit wegzumachen. Ich denke einfach nicht mehr dran.“

Es ist unglaublich und es tut immernoch (oder für immer) ein bißchen weh, dass wir keine Palmen mehr sehen, dass Freunde einfach so weit weg sind, dass wir nicht mal einfach so zur Mariners Church zurück gehen können und dass der Pazifik unerreichbar ist.

Vieles andere, wie die Sonne, das Eis, einen Burger, einen Pool und so, kann man hier irgendwie auch bekommen. Jedenfalls ähnlich.

Wir haben jetzt angefangen, mit Freunden aus Kalifornien zu skypen. Die 9 Stunden Unterschied sind ein Akt, aber wenn wir uns regelmäßig verabreden, klappt es gut. Und das ist wichtig für uns. Mein Mann wird in der nächsten Woche wieder für 6 Tage nach Kenia fliegen. Zu einer jährlichen Konferenz werden auch Freunde von der Mariners Church kommen. So cool, dass sich die Kollegen nach kurzer Zeit wiedersehen können!

Weil wir im April ziemlich plötzlich und ja… ziemlich „vollkommen“ in unser altes Leben geplumpst sind, ist es uns schwer gefallen, Kalifornien am Leben zu halten. Alles war wieder wie immer, wie früher – und alles andere, alles aus den letzten 10 Monaten, schien sooo weit weg zu sein.
Erst jetzt verarbeiten wir, räumen Fotos und Andenken wieder raus und nehmen alte Rituale wieder auf. An jedem Samstag gibt es ein traditionelles Pancake-Frühstück, wir reden doch ab und zu englisch mit den Kindern, wir skypen mit Freunden und erinnern uns, wir trinken Smoothies und wir hören die Musik oder den Radiosender von da. Ich freue mich darauf, die Fotos unseres Strand-Shootings aufzuhängen.
Kleinigkeiten, aber sie sind wichtig.

Strand Shooting

Strand Shooting 1

Auf den ersten Blick hat sich kaum etwas verändert, aber 10 Monate sind doch irgendwie lange. IKEA hat ein paar Ecken in der Möbelausstellung geändert, sowas sehe ich doch sofort. Wie viele Kollektionen sind da wohl an mir vorbei gezogen?
Bei ernstings family finde ich Kleidung für meine Söhne nun nicht mehr in der Baby-Abteilung, sondern schon bei den Kinder-Klamotten für große Jungs. Das ist echt komisch.
Bei dm brauche ich sowieso immer am längsten und ich möchte mir jedes einzelne Produkt angucken und am liebsten ausprobieren.

Dass wir so lange mit ziemlich wenig Zeug ausgekommen sind, macht das Einkaufen hier schwer. Wir haben einige Sachen vermisst, aber vieles haben wir wirklich. nicht. gebraucht. Warum kaufe ich also neues Zeug? Wir haben so viel von allem. Auch die Kinder scheinen wirklich zu viel von allem zu haben.

Heute habe ich mit ihnen ihr Zimmer aufgeräumt und umgeräumt und sie haben ein paar Spielzeug-Kisten wiederbekommen. Mal sehen, für wie lange.
Was sie nicht vermissen, landet im Müll oder wird weggegeben. Es gibt so viele Möglichkeiten in Berlin, gebrauchtes Zeug loszuwerden. Über freie Regale oder leere Zimmerecken kann ich mich immer wieder freuen!

Ich freue mich wirklich auch, dass es so warm ist und dass der Frühling in Berlin und in unsrem Garten so wunderschön ist. Ich genieße es, Platz zu haben, Veränderung zu schaffen und unser Haus schön zu machen.

Ich freue mich über alle Freundschaften, die die lange Pause ausgehalten haben. Das bedeutet uns wirklich viel. Es macht uns Spaß, Freunde wieder zu sehen und nicht nur ein war Monate „bis Amerika“, sondern weiter zusammen zu planen.

Ab Montag geht Emilian wieder in den Kindergarten. Er freut sich richtig und wird sehr erwartet. Liam wird ihn vermissen, aber diese festen Zeiten am Tag werden uns gut tun.
Wir sind inzwischen wieder krankenversichert, ich finder immer weniger amerikanisches Geld im Portmonee, es kommt kaum noch Post für unsere Zwischenmieter hier an und an das Fahren im Schaltwagen bin ich auch wieder gewöhnt.

Trotz aller „alten Routine“ spüren wir aber, dass etwas anders ist.
Sowas wie frischen Wind.
Uns verbindet etwas.
Das, was man eben hinter dem Tellerrand sieht.
Und es ist gut.
Wir haben Deutschland schätzen gelernt, die Krankenversicherung und die Lebensmittelkontrollen, die kurzen Entfernungen und so weiter. Aber auch mit Familie und Kind kann man mal was anderes ausprobieren und inspiriert und beschenkt zurückkommen.

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12 von 12 im Mai

Wir hatten einen tollen Tag!
Ohne viel zu sagen, lasse ich mal die Fotos für sich sprechen.

 

1. Dass auch immer so viele Aufgaben auf dem Weg zur Kaffeemaschine auf mich warten…

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2. Es war so warm heute!
Schon während ich im Bad bin, sehe ich die Kinder im Garten spielen.

(siehe Punkt 10)

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3. Es gibt sooo viele Bücher neben meinem Bett.
Wann soll ich die bitte lesen??

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4. Mein Beetchen ist zur Zeit irgendwie der ordenlichste und schönste Teil im Garten.

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5. Zusammen mit den Jungs kümmere ich mich um die Pflanzen.

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6. Wir entdecken die ersten Erdbeeren in unserem Hochbeet.
Große Freude!

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7. Ich teste für euch gerade eine Online-Bücherei.
Heute habe ich da ein paar Bücher entdeckt, die gerade auf meiner „Lese-Liste“ stehen (siehe Punkt 3) und hab mich ganz neu in das „andere Lesen“ verliebt.

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8. Weil wir für den Nachmittag Freunde eingeladen haben, backe ich neue Schokoladenkekse. Sind auf Anhieb Lieblingskekse geworden!

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9. Und damit wir mit den Freunden Amerika-Fotos ansehen können, bereiten wir die Bilder-Show vor.

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10. Weil wir eine Auffahrt bauen möchten und ein Schwager gerade Sand loswerden wollte, haben wir zur Zeit Sandberge im Garten. Die acht Kinder waren heute so glücklich! Überhaupt spielen meine Jungs seitdem so entspannt und zufrieden wie lange nicht im Garten. Dazu noch die Wärme…. traumhaft.

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11. Emilian hat seine Spardose in Duplo eingemauert…

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12. Weil der Tag so schön war, gibt es einen Familien-Film für den Abend!

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Heute war ich scheinbar schnell und bin schon Nummer 110 auf Caros Liste.

Ich wünsche euch ein sonniges Hinmelfahrts-Wochenende!

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Zwischenbericht

Die letzte Woche fängt an. Die letzte…
Sie wird so schnell vorbei sein, zu schnell. An den meisten Tagen haben wir noch zwei Termine. Meist Abschiede. Das wird nicht so leicht und ich merke, dass ich an einigen Orten bereits zum letzten Mal war und einige Personen bereits zum letzten Mal gesehen habe, ohne mich richtig zu verabschieden…

Bis jetzt konnte ich mich emotional ganz gut aus allem raus halten. Ich hab mich einfach auf Berlin konzentriert und nicht so krampfhaft ans Verabschieden. Aber jetzt stelle ich fest, dass es hier Freunde gibt, denen wir wirklich fehlen werden. Und das ist schwer für mich.. sie einfach hier zu lassen und nichts dagegen tun zu können. Ich kann so viele Einladungen nach Berlin aussprechen, wie ich will.. niemand weiß, ob wir Irvine, Californien, die Kirche und die Freunde irgendwann wiedersehen. Krasse Sache.

Ich mag diese Zwischenzeit jetzt überhaupt nicht.
In Berlin hatte ich damals 3 oder 4 Mädels, die zum Packen gekommen sind. Und alles, was eingepackt war, hatten wir bestimmt mehrmals ersatzweise noch im Haus.
Hier bin ich allein, dazu kommen zwei wilde Kerle, die komplett gegen meinen Plan arbeiten. Und: Alles, was ich einpacke, ist weg.
Noch bin ich mir nicht so sicher, ob ich langsam anfangen soll, oder kurz vorm Schluß eine riesige Hau-Ruck-Aktion starten soll. Ersteres wäre besser, oder?

Wir haben erfahren, dass ungefähr 24 Stunden nach unserem Auszug eine Familie aus der Schweiz hier einziehen wird. Sie haben drei kleine Kinder und werden für 3 Wochen hier wohnen. Wir können also sämtliche Lebensmittel, Kinderbetten, Hochstühle, Spielzeug, Kinderbesteck einfach hier lassen. Das ist sehr schön!

Ich freue mich, dass so viele Freunde aus Deutschland unser Leben hier verfolgt haben. Manchmal hätte ich gern auch mehr Lebenszeichen und Neuigkeiten von zuhause gehört – aber das werde ich mir bald alles erfragen.
Immer wieder und aus allen Ecken hören wir, dass man sich auf uns freut, es kaum abwarten kann, schon Treffen und Aktionen plant… Yeah! Bald sind wir wieder da und lassen es krachen, wie eh und je! Dass ich bald 30 werde, wird ja daran hoffentlich nichts ändern.

 

Was ich aus diesem Jahr vermissen werde:

– die Sonne und die Sonne, das Wetter und das Wetter

– die Nähe zum Strand

– die Palmen überall

– die atemberaubenden Sonnenuntergänge

– FlipFlops und Sonnenbrille all year long

– das Automatik-Auto
(Es fährt sich so entspannt damit. Und glaubt mir, wir haben gesehen, wie Leute im Auto telefonieren, texten, essen, trinken, sich schminken, eincremen, kämmen, rasieren!)

– FrozenYogurt

– die Freiheit, mal ein Jahr anders zu leben

– wochenlang Gäste haben

– immer wieder neue, deutschland-fremde Produkte zu entdecken

– Pools und Spielplätze in nächster Nähe

– unzählige kreative Spielplätze im Stadtteil

– in einer großen Kirche untertauchen und Schätze heben

– Mega-Gottesdienste mit immer guten herausfordernden Predigten und immer guter, lauter Musik

– in der Öffentlichkeit nicht belauscht werden können :)

– an der roten Ampel rechts abbiegen dürfen

– die vielen Familienzeiten

– großartige Orte um uns herum

– MOPS und die tollen Frauen von meinem Tisch

– das Einpacken der Waren an der Kasse

– keine Mülltrennung. Sorry. Ist bequem. Aber böse!

– die Freundlichkeit von Fremden

– schnell mit allen ins Gespräch kommen

– die schnelle Waschmaschine + Trockner

– Garage als Abstellplatz direkt an der Küche

– die Sicherheit in der Wohngegend

– unsere Lieblings-Familien hier

– Wasserspender im Kühlschrank

– Platz im Kühlschrank :)

– Wasserspender in öffentlichen Gebäuden und Parks

– sich nicht um Haus und Hof kümmern zu müssen

– immer wieder neue liebe Menschen um uns herum zu haben

– Oreos

– Milch im Großpack

 

 

Auf was ich mich freue:

– Berlin!

– Familie in der Nähe zu haben

– zu Freunden laufen zu können

– zum Einkaufen, zum Arzt, zur Kirche laufen zu können

– Platz im Haus und Platz im Garten

– meine Kaffeemaschine

– mehr Platz für Kleidung

– beim Shoppen nicht mehr an „die 7 Koffer“ denken zu müssen

– deutsch lesen und sprechen zu können

– mehr Sicherheit für gesundes Einkaufen zu haben

– beim Kochen und Backen nicht mehr umrechnen zu müssen!

– Studentenfutter-Mischung von aldi

– Schwarzbrot

– Pomelo

– Lachs aufm Brot

– Marmelade selbst machen

– frische Tomate mit Mozarella

– viel preiswerter Einkaufen können

– saubere Geldscheine

– dm

– ordentliche Groß- und Kleinschreibung und Interpunktion. Echt jetzt.

– Menschen, die nach mir fragen UND zuhören UND sich später daran erinnern

– ohne Zeitverschiebung mit Freunden reden

– Freunde einfach mal zum Frühstück/Kaffee trinken/Abendessen einladen können

– einfacher Babysitter finden

– Döner

– mehr Platz für die Jungs und ihr Spielzeug haben

– deutsche Kinderbücher vorlesen können

– Fruchtsäfte

– Wasser aus dem Wasserhahn trinken können

– die Badewanne

– in eigenen vier Wänden wohnen und sich so benehmen dürfen

– wieder normal zum Arzt gehen können
(Wir waren hier nicht ein.einziges.Mal!!)

– Ahnung vom Postamt, Strassenverkehr, Arztsystem, … haben

– bei Freunden wissen, wie der Wasserhahn/die Türklinke/die Spülung… funktioniert

– meinen Staubsauger

– ohne Tax bezahlen, bzw. davon wissen :)

– Filme in deutsch sehen können

– alle Stecker passen in alle Steckdosen

– wieder ein aktiver Teil einer Kirche sein

– Ideen umsetzen und Neues probieren

– die Kinder in den Kindergarten zu bringen

– bekannte Lebensmittel kaufen, keine Kompromisse

– nicht soweit weg zu sein

– die Kinder einfach mal zu Oma und Opa bringen können

– Kinderbücherei

– meinen Jungs nicht ständig alles übersetzen zu müssen

– mit meinen Jungs zu deutsch-sprachigen Kindern zum Spielen gehen

– nicht mehr nur schriftlich über alles mit Freunden kommunizieren

– mit Bus und Bahn fahren zu können

– irgendwie „normal“ leben

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Hallo März!

Also… der März wird wild!
Viele Pläne und emotionale Ereignisse liegen vor uns.
Ich weiß weder, womit ich anfangen noch aufhören soll…

 

Im März werde ich…

… mit meinem Mann zu einem Pentatonix-Konzert gehen! Oh yeah!!!
… unsere Freunde zurück nach Kanada verabschieden.
… mit meiner Familie für zwei Tage in San Francisco sein!
… immer wieder „Good Bye, it was so nice meeting you!“ zu vielen, vielen Freunden sagen.
… den 3. Geburtstag von unserem Baby Liam feiern!
… mit den Kindern einen Geburtstags-Legoland-Tag erleben.
… an mein Mama-werden denken und den 5. Geburtstag von unserem großen Emilian feiern!
… sortieren, packen, wegschmeißen, sortieren, packen, wegschmeißen.
… mich schweren Herzens von Laguna Beach verabschieden.
… das Apartment putzen und viele Erinnerungen in meinem Kopf speichern.
… zum letzten Mal FrozenYogurt und einen amerikanischen Burger essen.
… einen letzten Sonnenuntergang unter Palmen sehen.
… zum letzten Mal zu MOPS gehen und mich von den Mamas an meinem Tisch verabschieden.
… immer wieder Dinge zum letzten Mal machen und sehen. Haach.
… kalifornischen Boden verlassen. Ich kann es nicht glauben!
… lange mit der Familie im Flugzeug unterwegs sein.
… in Berlin landen! Ich kann es nicht glauben!
… meine Eltern wiedersehen.
… erleben, wie die Kinder wieder in ihr Zimmer kommen.
… meine Kaffeemaschine umarmen.
… Berliner Luft einatmen.
… wieder in meinem Bett schlafen!
… nachhause kommen.

Irvine

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Szenen aus unserem Alltag 12

Wie geht es euch?
Wie war euer Valentinstag?
Ich habe eine Rose nach dem Gottesdienst bekommen.
Habt ihr ein paar Ideen von meinem letzten Blog-Eintrag ausprobiert? ;)
Also, mein Mann kommt ja am Freitag endlich wieder…

 

* Es geht uns gut. Im Großen und Ganzen. Am Anfang dachte ich, ich drehe durch und wir drei werden das niemals ohne Schaden überstehen.. dann wurde es besser und ich befürchtete schon, dass sich die Kinder an diese Familien-Zusammenstellung gewöhnen… aber jetzt ist die Zeit reif!
Kennt ihr das, wenn ihr beim Sport eine Übung macht, die euch anstrengt, ihr aber noch gut klarkommt? Sobald der Trainer aber sagt: „Noch 10 Mal!“ schafft ihr auch nur noch 10 Mal und keine einzige Bewegung mehr. So fühle ich mich. Noch 3x schlafen und dann sind diese 3 Wochen ohne Mann vorbei! Jedesmal, wenn wir uns ins Auto setzen, fragt Liam, ob wir zum Flughafen fahren!
Wenn er mit Papa skypt, kichert er aufgeregt und ich sehe, dass er seinen Papa viel lieber in echt sehen würde. Gestern sagte er: „Papa lange weg. Wann wiederpomm?“

 

* In den ersten Tagen hatte ich das Gefühl, die Zeit irgendwie rumkriegen zu müssen und so kam es auch vor, dass wir mal für ein paar Stunden einfach durch Geschäfte gelaufen sind – fast ohne was zu kaufen. Mit meinen Kindern kann man gut einkaufen gehen!
Alle Pläne, die ich hatte, haben wir gar nicht geschafft und einiges ist liegen geblieben. Im wahrsten Sinne. Es ist nicht aufgeräumt bei uns! Meine Sporthose lag heute noch auf dem Badfußboden, da hatte ich sie vorgestern hingeschmissen. In der Küche steht ein Tee, den ich mir vorhin gemacht habe und noch nicht getrunken habe. Es ist ein grüner Tee und er sollte mich wach machen. Heute Abend werde ich ihn besser nicht mehr trinken. Die Wäsche wartet seit gestern im Trockner auf mich. Unter dem Wohnzimmertisch liegt Spielzeug, die ganze Woche schon! Ich kann tatsächlich solche Sachen liegen lassen und ignorieren. Wir saßen nämlich auch mal ein paar Stunden bei 31°C am Pool, wir haben viele Hörspiele gehört, wir haben uns mit Freunden getroffen… An einem Abend habe ich mit den Kindern Popcorn gemacht. Als die meisten Körner gepoppt waren, habe ich den Deckel offen gelassen. Wie die Jungs gelacht haben! Wenn ich „dumme Ideen“ habe, lieben sie mich am meisten.

ApfelgebissApfel-Gebiss

 

* Emilian bettelte schon seit Monaten um ein Pizza-Rezept aus einem Conny-Buch, das er mit mir machen wollte. Wir kauften also Zutaten und fingen an. Emilian half mir, mit einem Glas den Teig für Mini-Pizzen auszustechen und zusammen belegten sie sie. Emilian wollte unbedingt „Pizza-Gesichter“ machen, wie sie auch Conni macht.

Minipizza                  Pizza

 

 

* Ziemlich sehr regelmäßig und diszipliniert mache ich meinen neuen Sport. Ich finde ihn toll. Habt ihr schon probiert? Die Kinder gingen oft ein bißchen später als sonst ins Bett und aus jetzt-gucke-ich-endlich-mal-Filme-die-mein-Mann-nicht-mag wurde also nichts. Ich kann aber sagen, dass ich mich hier kaum gefürchtet habe. In Berlin war es mir schon manchmal unheimlich, in der Nacht in die untere Etage zu gehen, wenn mein Mann nicht da war. Aber hier.. ist es ruhig und sicher. Ich hätte vielleicht nicht einmal abschließen müssen. Selbst die parkenden Autos haben teilweise geöffnete Fenster. Ob ich mich daran gewöhnen könnte?

 

* An einem Tag sind wir mit einer Kollegin meines Mannes nach San Diego gefahren. Es war sehr sonnig, als wir losfuhren. Unterwegs war es richtig grau und dunkel, aber das lag nur an den Bergen, denn in San Diego war es wieder strahlend hell. Wir liefen am Wasser entlang, sahen uns die riesigen Schiffe und kleine Lädchen an. Die Kinder wurden dann müde und quengelig. Ich sprach englisch mit unserer Freundin und so hatten die Jungs nicht viel von mir.
Zurück am Auto wunderten wir uns, dass der automatische Türöffner die Türen nicht öffnete. Die Batterien waren seit einiger Zeit schwach, aber bis jetzt hatte es immer irgendwie funktioniert. Diesmal nicht. Ich schloß die Türen mit dem Schlüssel auf, wir verpackten alles, schnallten uns an und wollten losfahren. Als ich den Schlüssel ins Schloß steckte und drehte, passierte nichts. NICHTS. Es gab kein Geräusch, gar nichts. Wir sahen uns an.. ich war in diesem Moment froh, dass ich nicht mit den Kindern allein war. Wir warteten.. aber das änderte nichts. Dann fiel mein Blick auf den Lichtschalter. Das Licht war an! Ich hatte das Licht angelassen!! Das Piepsen bei geöffneter Tür, das mich genau davor warnen sollte, hatte ich wahrscheinlich ignoriert, weil ich beim Ankommen, noch bevor das Auto richtig stand, mit Emilian aufs Klo rennen musste. Wie auch immer. Das Auto war tot.
Theoretisch weiß ich, was in diesem Fall zu tun ist und ich hätte in meinem Handy bestimmt auch die englischen Worte dafür gefunden, aber meine Freundin kannte sich auch aus. Wir standen auf einem Parkplatz und warteten eine Weile auf ein vorbeifahrendes Auto. Wir hatten fast kein Zubehör im Kofferraum, aber einfach so, weil wir nichts zu tun hatten, stieg ich aus und sah in der Erste-Hilfe-Tasche nach. Und da war tatsächlich dieses Kabel. Rot und schwarz und nagelneu! Wir stellten uns vors Auto, öffneten die Motorhaube, fuchtelten ganz unauffällig ein bißchen mit dem Kabel herum – und schon hielt ein Auto an. Wir schloßen die Kabel an – ich startete – und das Auto lief. Wir stiegen ein waren stolz auf uns und fuhren ohne Probleme nachhause.

 

* Als Idee des Februar-Kalenders überlegten wir, wie wir unserem Postboten eine Freude machen konnten. Ganz so kreativ, wie diese Familie waren wir nicht. Emilian malte ein Bild und ich schrieb ihm „Thank you Mr. Mailman“ vor. Er packte das in einen Umschlag und tackerte! ihn zu. Ich versuchte, ihm zu erklären, dass unser Postbote die verschlossenen Umschläge weiterverschicken würde. Das ist seine Aufgabe: Briefkasten öffnen, Post zum Verschicken raus nehmen und unsere Post reinlegen. So ist das in Amerika. Und wenn nichts auf dem Brief stand, würde der Postbote nicht wissen, dass er für ihn sei… Wir diskutierten eine Weile und vergaßen die Sache erstmal.
Ein paar Tage später hoffte ich, dass Emilian sein Gemälde vergessen hatte. Ich fand es „nicht perfekt genug“ und… ja, ich warf es in den Mülleimer. Er schrieb den Satz noch einmal auf, ich klebte ein paar Süßigkeiten drauf und hoffte, sie würden im Briefkasten nicht zu weich werden. Emilian war gut dabei und freute sich, jemandem eine Freude zu machen. Als die Karte fertig war, wurde Emilian ganz unruhig, weil er sein Bild nicht finden konnte…
Er suchte. Er konnte es ganz genau beschreiben. Er fing zu weinen an. Und als er im Kinderzimmer war, schlich ich in die Garage, öffnete die Mülltonne, wühlte gedemütigt ein bißchen in nicht-getrennten Müll und fand den Brief. Emilian strahlte mich an. Natürlich würde Mama den Brief finden! Wir klebten die Karte mit den Süßigkeiten an den anderen zugetackerten Brief (der schon im Müll war), in Gedanken entschuldigte ich mich beim Postmann und wir legten es in unser Fach. Nach zwei Tagen war der Brief weg. Wer weiß…

 

* Emilian war in der letzten Woche der Meinung, mir die nächste Farbe für die Fingernägel aus meiner Box suchen zu müssen. Tatsächlich fragt auch Liam nach, wenn ich lange keine bemalten Nägel hatte. Als ich also einen rosa Nagellack auf die Fingernägel malte, kam Liam ins Bad. Er kommentierte irgendwas. „Ah, deine Finger rosa! Rosa Frau.“ oder so. Emilian hat sowas nie gemacht und ich bin fasziniert, wieviel ein kleiner Liam so mitkriegt. Er flitzte dann kurz weg und kam mit meinem iPhone wieder. Darauf zeigte er mir ein Foto, von seinem Farben-Spiel. Daran musste er denken, als er mich so mit dem rosa Nagellack sah..

Rosa Frau

 

* In der letzten Woche plantschten die Kinder zum ersten Mal wieder am Pool. Sie waren nicht drin, dafür war es zu kalt. Aber sie bespritzen sich mit Wasser und hatten Spaß. Plötzlich sagte Emilian: „Da ist wieder eine Maus. Aber sie lebt noch.“ Ich sprang aus meinem Liegestuhl und sah, dass da tatsächlich eine winzige Maus herumzappelte. Sie hatte keine Chance herauszukommen und so hielt ich ihr, ohne lange zu überlegen, das Schwimmbrett hin. Sie krabbelte auf das Brett und ich setzte sie ins Gras.
Die Kinder waren so aufgeregt. Emilian besorgt, Liam ängstlich.
Wir saßen dort schon eine Weile und wir haben die Maus nicht reinfallen sehen – sie war einfach plötzlich da. An einem anderen Pool fanden wir mal eine tote Maus.. Scheinbar ist das Wasser für die Mäuse nicht so zu erkennen.
Unsere Maus lag im Gras und rührte sich nicht. Wir legten ihr einen Apfel, einen Keks und Weintrauben hin (da kommt die Tierschützerin in mir durch) und ließen sie. Nach ungefähr 2 Stunden machte sie wieder erste Bewegungen, aber sie fiel oft um und war nicht gut drauf. Weil sie immer wieder in Richtung Pool stolperte, nahm ich sie nochmal mit einem Spielzeug-Schwert (was man alles so dabei hat!) und setzte sie weiter weg ins Beet. Wir haben keine Ahnung, was aus ihr geworden ist. Aber das war ein Erlebnis!

Nasse Maus

 

 

* Liam überrascht uns immer wieder mit Sachen, die wir von Emilian nicht kennen. Das war eigentlich von Geburt an so… Brüder, die sich so ähnlich sehen, können so unterschiedlich sein… Er sieht andere Sachen, er fragt, er findet anderes Zeug lustig und ist in der Zeit hier einiges über sich hinausgewachsen. (Das ist Emilian auch!) Interessant ist, was Liam so vor sich hinplappert, wenn er mit Autos oder Figuren spielt. Dabei kommen Sachen zum Vorschein…
In den letzten Tagen hörte ich ihn mehrmals englische Wörter oder auch Sätze sagen! Mit Akzent. Das waren Sätze, die er wahrscheinlich dreimal in der Woche in der Kinderbetreuung hört. Am Anfang war ich mit ihm dort und kannte die Sätze. Ich war so stolz auf ihn und auf meine Nachfrage hin hat er mir alles erzählt, was er dort macht, wenn sie zusammen sitzen. Oder er sagt „Good job, buddy“. Haaach. In solchen Momenten finde ich es schade, dass wir nicht länger bleiben.

 

* Es ist mir in den letzten Wochen mehrmals passiert, dass ich mich in meine Kindheit zurückversetzt fühlte. Zum Beispiel, wenn ich die Kinder nachts mit den Zähnen knirschen hörte. Oder wenn die beiden spielen, plötzlich stichelt der eine und der andere schreit wie am Spieß los, weil das zur Zeit seine beste Verteidigung ist. Oder wenn ich für Emilian „Hausaufgaben“ zum Üben schreibe. Dann fühle ich mich wieder wie die große Schwester von drei Geschwistern. Ist das schon so lange her? Merkwürdiges Gefühl.

 

* Am Montag waren wir zum zweiten Mal in einem Kindermuseum, das den Kindern sehr gefallen hat. Nicht ohne Grund suche ich mir für solche Dinge meist den Montag aus. Obwohl es hier sehr viele gute Angebote für Familien und Kinder gibt, sind solche Häuser schnell voll. Am Montag Morgen kam mir ganz weit weg der Gedanke, dass es sein könnte, dass heute ein Feiertag ist. Presidents Day. Ich war mir aber nicht sicher, ob überhaupt und wenn ja, ob die Schulen tatsächlich geschlossen sein würden und überhaupt: Wer würde denn bei 30°C in ein Museum gehen?
Die Antwort: Alle waren sie da. Alle Schulen waren geschlossen und alle Familien hatten die gleiche Idee.
Als Erzieherin und Mutter bringt mich Kinderlärm lange nicht aus der Fassung. Auch das Laufen und Stehen auf hohen Schuhen kann ich ab. – Aber das war zu viel. Mein Hals tat weh. Liam war überfordert, Emilian war unruhig und die Schlange hinter uns am Eingang wurde immer länger. Wir blieben eine Weile, weil die Tickets nicht billig waren. Ich war froh, dass wir die meisten Räume kannten. Nur zwei Themen-Hallen hatten sich geändert. Ich konnte die genervten Mitarbeiter gut verstehen und machte mir zum ersten Mal Sorgen über ansteckende Kinderkrankheiten. Wie gut, dass es überall Desinfektionsmittel-Spender gab.

 

* Auch ein Besuch bei IKEA stand auf unserem Programm. Bei IKEA fühle ich mich zuhause. Bei IKEA war es leer, verhältnismäßig. Und bei IKEA gibt es gutes Mittag. Emilian hatte einen Holundersaft und stellte fest: „Das erinnert mich an zuhause…“ Ja, der Baum in unserem Nachbars Garten wartet bestimmt schon auf mich.
Wir spielten, liefen so rum, kauften Kleinkram und ein Eis – was man eben bei IKEA so macht.

 

* Es sind noch 42 Tage.
Ist das zu glauben???
Ich lasse diese „Ich freue mich auf…“-Sachen noch nicht in meinen Kopf. Sie sind da, aber ich ignoriere sie. Noch. Denn sonst würde ich die letzten Wochen hier verpassen und nicht genießen können. Genauso kommen nämlich die „Das wird mir fehlen…“-Sachen in meinen Kopf. Und beide haben Recht. Oh ja, es ist nicht leicht!
Natürlich freue ich mich auf Berlin, weil ich dann endlich wieder….. , aber ich weiß, dass der Abschied hier endgültig sein wird. Wahrscheinlich. Man weiß es nicht. Und wir haben noch so viel vor!
Für die Kinder erkläre ich: „Dann kommt Papa wieder, dann kommt unser Besuch, dann hat Liam Geburtstag, dann hat Emilian Geburtstag und dann fliegen wir nachhause!“ Und sie freuen sich – nicht wissend, wie viele Tage es noch sind. Sie freuen sich auf die Filme im Flugzeug…

Heute haben wir eine deutsche Familie besucht, die wir in der letzten Woche kennengelernt haben. Die Tochter ist 3 1/2 und spricht fast nur deutsch. Ich habe es tief in meinem Herzen genossen, Emilian spielen zu sehen. So richtig mit Sprache und so. Wenn ich das so sehe, weiß ich, dass Amerika ein wichtiger Teil in seinem Leben war – aber dass er irgendwie nach Deutschland gehört. Ja, er versteht immer besser und redet sogar mit anderen in englisch und in ein paar Monaten würde er wahrscheinlich… Aber irgendwie freue ich mich, dass sich die Jungs bald nicht mehr fremd fühlen müssen.

Ich werde hier bald aufschreiben, auf was ich mich freue. Und auch, was mir fehlen wird.
Wenige Tage nach unserer Landung in Berlin werde ich mich von der 2 vor meinem Alter verabschieden. Normalerweise würde das eine Krise in mir auslösen und tausend „Jetzt ist das Leben vorbei“-Gedanken würden mir durch den Kopf gehen. Aber so habe ich nichtmal richtig Zeit, darüber nachzudenken. Wenn ich mich dann mit 30 schrecklich alt fühle, dann erinnert mich bitte daran, dass das der Jetlag ist!

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