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Mein Jahresrückblick 2016

Ich hab mich schon auf diesen Jahresrückblick gefreut, obwohl es immer richtig lange dauert, ihn zusammen zu sammeln und zu schreiben. Wie heute auch.
Aber so ein Jahr im Rückblick ist was Besonderes für mich.. da bleibt mir ausser Dankbarkeit gar nicht viel übrig. Und ohne meine ganzen Einträge würde ich vergessen, wie voll und schön und ereignisreich dieses Jahr für uns war.

Dieser Eintrag wird bei Jana auf dem Hebammenblog zur Blogparade verlinkt. Guckt euch auch mal alle anderen schönen Rückblicke von 2016 an!

 

Januar

Mit Freunden haben wir Silvester bei uns gefeiert und im Garten gegrillt! Ich war schwanger, noch wusste niemand davon – aber kurz nach dem Start in das neue Jahr mussten wir uns von unserem Baby verabschieden, auf das wir über ein Jahr gewartet hatten! Wir haben das überhaupt nicht „erwartet“ natürlich oder befürchtet und waren erschrocken und traurig.
Aber Freunde und Familie und die beiden großen Kinder haben uns geholfen, weiterzumachen. Ich weiß auch nicht, ob ich das so einfach schreiben könnte, wenn jetzt nicht ein 37 Wochen altes Baby in mir strampeln würde..
Im Januar waren wir zum ersten Mal im Zirkus und im Kino (mit Emilian), wir haben Besuch aus Kanada gehabt und waren mit Opa auf dem Eis. Emilian hat sich ganz, ganz langsam von der Kita abgenabelt und Liam hat dort mehr und mehr seinen Platz gefunden.

 

Februar

Der Februar ist ja normalerweise mein „Ich halte es nicht mehr aus, bis der Frühling anfängt“-Monat und sonst eher ruhig – aber in diesem Februar 2016 war ’ne Menge los! Erinnert ihr euch??? Uns sind mehrere Lichter aufgegangen! Und ich habe angefangen, im Büro zu arbeiten!
Vom 12.-22. Februar haben wir an einem besonderen Experiment von Lumizil teilgenommen. Wir haben komplett ohne elektrisches Licht gelebt und wurden am Ende mit neuen Lampen im ganzen Haus belohnt. Unsere täglichen Berichte und Erfahrungen könnt ihr gern nochmal nachlesen.
In genau dieser Zeit habe ich angefangen, wieder zu arbeiten. Zwar nicht als Erzieherin, sondern als Aushilfe in einem Versicherungs-Büro, aber es war doch der erste Schritt zurück in die Arbeitswelt. Mein Mann hatte Geburtstag, während des Experiments war er auch noch ein paar Tage auf Dienstreise und zum ersten Mal haben beide Kinder Fasching gefeiert.

 

März

Im März haben wir den Opa meines Mannes beerdigt.
Mein Bruder kam nach einem langen Auslandsaufenthalt wieder zurück nach Berlin, ich habe ihn mit den Jungs vom Flughafen abgeholt. Wir gingen zum ersten Entwicklungs-Gespräch zu Liams Erzieherinnen und waren begeistert, wie treffend sie uns unseren Sohn beschreiben konnten und wie gut er in der Gruppe angekommen ist. Mit vielen Freunden von früher haben wir das Comeback einer coolen Jugend-Band gefeiert, meine Schwester kam mit Mann für ein paar Tage zu Besuch, wir waren zu einer schönen Hochzeit von Freunden eingeladen und haben natürlich Kindergeburtstag gefeiert. Liam bekam eine coole Piraten-Party mit schöner Deko und Emilian hat mit Freunden einen Polizisten-Geburtstag gefeiert. Wir haben mit allen Familien Ostern gefeiert und hatten mehrmals Besuch aus Kalifornien.

 

April

Zu meinem Geburtstag habe ich mal wieder groß und wunderbar mit vielen, vielen Freunden gefeiert. Ich liebe es! Zum ersten Mal habe ich einen american Cheesecake gebacken und seitdem noch ein paarmal. Auch zum ersten Mal war ich Gastgeberin einer Tupperparty und es war ein voller Erfolg! Liams Kita-Gruppe war zum Frühstück bei uns und ich hab meine Oma mit meiner Cousine und ihren Kindern besucht. Das taten wir ab dann einmal im Monat. Die Jungs haben angefangen, die EM Sticker zu sammeln und waren total im „Manu Neuer“-Fieber.
Mein Mann war für eine Woche beruflich unterwegs und zum ersten Mal war ich alleinerziehend mit zwei Kindern und Job. Die Kinder waren sogar eine Nacht bei Oma und Opa, damit alles gut funktionieren konnte. Ich bin nach langer Pause wieder viel mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, habe Freundinnen besucht und habe das wärmere Wetter genossen. Wir waren im Britzer Garten, haben zwei Mädels mit einer Babyparty überrascht, Liam hat seine U8 bestanden und wir haben in der Familie viele Geburtstage gefeiert.

 

Mai

Der Mai war voll von schönem Wetter und Urlaubs-Gefühlen. Wir haben den Feiertag mit 50 Freunden im Britzer Garten verbracht und uns erste Sonnenbrände geholt. Die Jungs sind für ein paar Tage mit Oma und Opa nach Mecklenburg Vorpommern gefahren und wir sind später hinterher gefahren. Dort im Urlaub kam zum ersten Mal die Ahnung meiner neuen Schwangerschaft… Ich verbrachte wieder meine Stunden im Büro mit sehr langen Montags-Diensten, wir holten ab und zu unsere kleine Freundin aus der Kita ab, wir feierten den 1. Geburtstag unseres Neffen und ich bekam eine Email von der MOPS-Koordinatorin aus Heidelberg, die damit einen großen Stein ins (weiter)rollen brachte. Eine ganz tolle Familie aus Kalifornien besuchte uns und wir hatten schöne Zeiten in und um Berlin. Emilian fuhr mit Papa und der Kita-Vorschulgruppe ins Olympiastadion zur Kitajade und erlebte einen richtig tollen Tag! Immer mal wieder besuchte ich mit den Kindern die „Teestube“ in einer Unterkunft für Geflüchtete und wir erfuhren bei einem Familien-Abendessen, dass die Jungs im Dezember einen Cousin bekommen würden. Wir genossen den Frühling in unserem Garten sehr – mit Holunderduft, Pool, Grill-Partys und langen Abenden. Mit Freundinnen feierte ich eine sehr schöne „Wine and Paint“ Party.

 

Juni

Sommer-Erinnerungen.
Mutig fuhr ich ganz allein mit verschieden seriösen Mitfahrern nach Heidelberg und zurück. In Berlin sollte nun offiziell die erste deutsche MOPS-Gruppe entstehen. Wir waren in Spandau bei unserem dritten Pentatonix-Konzert, wir besuchten Freunde, wir feuerten unsere National-Elf zur EM an und fuhren zum Erdbeerhof nach Elstal! Wir Eltern gingen zu einer ersten Info-Veranstaltung in unsere zukünftigen Grundschule. Immer wieder fuhr mein Mann für ein paar Tage nach Hannover, um sein Studium voranzubringen. Emilians Kitagruppe besuchte uns zum Abschieds-Frühstück. Die Kita-Tage waren gezählt..

 

Juli

Deutschland warf Italien in der Fußball Europameisterschaft raus.
Das muss jetzt hier mal ganz oben stehen… War DAS ein spannendes Spiel! Zu dem Zeitpunkt feierten wir gerade eine Hochzeit mit Freunden, saßen in einer Scheune und konnten nicht glauben, was wir da sahen. Im Juli entdeckten wir Gatow, wo wir selbst Erdbeeren und Himbeeren ernten konnten. Ein Traum! Es war ein verregneter Sommer, glaube ich, aber wir badeten in Seen, besuchten wieder meine Oma und feierten einen ganz tollen Kita-Abschied für Emilian. In den Sommerferien kauften wir eine Schultasche für Emilian, sahen das EM-Finale, und feierten ganz groß den 30. Geburtstag meiner Schwester. Wir sagten den Kindern, dass sie ein Geschwisterchen bekommen würden, filmten sie dabei und schickten das Video an Familie und Freunde. Mit einer Freundin aus Amerika gingen wir in den Zoo und wurden vom Regen so nass! Emilian hatte einen Freund übernacht zu Besuch, ich war mit Freunden im Open Air Kino und wir als Familie fingen an, PokémonGo zu spielen. Kurz vor Beginn der Sommerferien lag endlich ein lang ersehnter Brief von der Grundschule im Briefkasten. Wir erfuhren, wer Emilians Klasse und Lehrerin sein würden, welche Termine auf uns warteten und wie der Tag der Einschulung ablaufen würde.

 

August

Die letzten Tage vor der Schule lagen im August vor uns. Wir haben es uns schön gemacht und ich hab versucht, viel Mama-Zeit mit meinem Großen zu verbringen. Dazu gehörte auch, dass ich mit ihm für ein paar Tage nach Dresden zu meiner Schwester fuhr. Dort erzählt sie mir, dass auch sie ein Baby erwartet. Zum Geburtstag meiner Mama und meines Schwagers waren wir auf schöne Bootsfahrten in Berlin eingeladen. Aber es war kühl, erinnere ich mich. Auch, als wir als Familie mit einer Blogger-Kampagne ins Freibad eingeladen waren, war es nicht übermäßig warm. Wir guckten fasziniert ganz viel Olympia und nach einer großen Geburtstagsfeier mit meiner Oma in Frankfurt/O. sind die Jungs mit meinen Eltern in den ersehnten Sommerurlaub aufgebrochen. Ostsee satt. Schöne Fotos zeigten uns, dass es ihnen sehr gut ging. Währenddessen ruhten wir uns aus, räumten zuhause ein bißchen auf, ich bastelte zum ersten mal eine Schultüte und bereitete die Einschulung vor. Wir feierten wieder eine Hochzeit mit Freunden und bauten mit an einem neuen, tollen Spielplatz auf dem Gelände unserer Kirche. Mit zwei Gewinnerinnen ging ich zu einem Lagerverkauf von Kinder- und Babysachen in Berlin. Mein Mann überraschte mich mit einer Kurzreise nach Prag, die sehr schön war! Und nach 7 Monaten hörte ich wieder auf, im Büro zu arbeiten, um Zeit fürs Schulkind und Baby zu haben.

 

September

Wir fuhren den Kindern hinterher, um auch ein paar Tage Ostsee-Urlaub zu haben und sie dann wieder mit zu uns zu holen. Nach einer kurzen Abschlepp-Unterbrechung inmitten Mecklenburg Vorpommerns kamen wir am Vormittag in schönstem Sonnenschein an und trafen unsere kleinen, blonden, braungebrannten Jungs am Strand. Wir genossen kurz die frische Brise, bevor es zurück nach Berlin ging. Die letzten Tage ohne Schule lagen vor uns… Wir gingen zum allerersten Elternabend der neuen ersten Klasse und hörten dankbar der tollen, jungen Lehrerin zu. Bei der Feindiagnostik wurde bestätigt, dass unsere Jungs einen Bruder bekommen und wir lernten die Hebamme kennen. Das Wetter im September war wirklich toll! Wir gingen ins Freibad, pflückten frisches Obst auf Feldern und feierten ein großes, wunderbares Nachbarschaftsfest zum 5. Jubiläum unserer Kirche. Und den letzten freien Tag verbrachten wir in schönster Sonne in Elstal auf dem Erdbeerhof. Dann kam die Einschulung, die einfach ein ganz, ganz toller Tag war. Am 12. September brachte ich meinen Sohn zum ersten Mal zur Schule. Wegen des schönen warmen Wetters fiel viel Unterricht aus und Emilian reagierte leicht gelangweilt. Ich bin sehr dankbar über die ersten Schultage, -wochen und -monate. Emilian macht das richtig gut!
Im September zog eine Freundin für einen Monat bei uns ein und wir fingen mit kleinen MOPS-Treffen in unserer Kirche an.

 

Oktober

Am 3. Oktober fuhren wir mit meiner Familie mit den Rädern nach Potsdam. Es war immernoch warm und sonnig. Mein Mann wurde nach Ägypten eingeladen und erlebte dort ein paar schöne Tage mit Freunden aus Kalifornien. Ich habe mir tatsächlich Gummistiefel gekauft. Mit den Kindern war ich wieder zum Blogger-Café eingeladen und wir gingen ins Schwimmbad, zu meiner Oma und in den Dino-Park. Emilian verlor seinen ersten Zahn! Der zweite wackelt jetzt erst. Der Nestbautrieb packte mich und ich konnte viel räumen, weggeben, wegwerfen, aussortieren und vorbereiten. Mehr und mehr freuten wir uns auf das Baby. Wir genossen die ersten Herbstferien, besuchten das Planetarium und ruhten aus. Für eine Nacht luden meine Eltern die Kinder ein und wir entspannten einen Tag in der Therme in Bad Belzig. Den Abend des 31. Oktobers verbrachten wir bei Freunden im Garten am Feuerkorb. Unsere Mitbewohnerin zog nach Dresden.

 

November

Erfolgreich habe ich die letzten Wochen des Jahres leer gehalten. Unser Alltag war ruhig und entspannt. Oft brachte ich Emilian morgens in Dunkelheit und Kälte zur Schule, noch immer mit dem Rad. Wir lernten andere Schulkinder und deren Eltern besser kennen und verabredeten uns. Es war schon sehr kalt und so schafften wir mit unseren selbst-gebastelten Laternen den Kita-Umzug nicht ganz. Wir feierten eine Babyparty für meine Schwägerin, ich kaufte einen Stubenwagen und kleines Baby-Zubehör für unser Kleines. Mit Freundinnen packte ich Pakete für „Weihnachten im Schuhkarton“ und mit meinen Schwestern verbrachte ich ein schönes Wochenende in Berlin. Wir hörten viel Weihnachtsmusik, schmückten das Haus und ich füllte Adventskalender.

 

Dezember

Offensichtlich wird es unser Baby noch aushalten und nicht im Dezember kommen, worüber ich sehr froh bin. Die Spannung steigt jedoch täglich! Vor ein paar Tagen habe ich meinen ganz frischen Neffen kennengelernt und gesehen, wie meine Söhne ihren Cousin ansahen. Ich freue mich riesig!
Wir bekamen wieder Besuch aus Kalifornien, die Jungs bekamen einen tollen neuen Haarschnitt und wir meldeten uns im Krankenhaus an. Auch in diesem Monat besuchten wir unseren Erdbeerhof in Elstal und sahen die Eiswelt an. Wir beendeten die Serie „Prison Break“, die uns wie keine andere gefesselt hat. Ich habe eine ganz tolle neue Kita-Mama kennengelernt, Weihnachtsfeiern gefeiert, ein Lebkuchenhaus gebaut, den Kinderwagen aufgebaut und Stück für Stück alles fürs Baby vorbereitet. Wir haben Geschenke gesucht, bestellt und eingepackt. Ganz stolz waren wir auf Emilians Auftritt beim Weihnachtsmusical. Eine kleine Krankheitswelle ließ uns Schule und Kita vorzeitig beenden und so gehörte noch mehr Ruhe zum Dezember.
Die Weihnachtsfeiertage waren wunderschön, voller Freude, Familie und Fröhlichkeit. Wir sind beschenkt und dankbar. Ich ruhe mich aus, räume hin und her, putze noch einmal alles durch und bin bereit, mein drittes Baby kennenzulernen.
Die Kinder zeigen keine Langeweile, obwohl sie schon so lang zuhause sind. Sie können seit ein paar Tagen beide UNO spielen und sie lieben es! Während eines Spiels habe ich ihnen heute vorgelesen, was ich hier so geschrieben habe… und das waren schöne Momente, zusammen als Familie an die Highlights unseres Jahres zu denken!

Danke, dass ihr im Jahr 2016 gelesen habt, was ich geschrieben habe.
Danke, dass ihr Freud‘ und Leid mit uns geteilt habt.
Ich wünsche euch einen guten Start in das neue Jahr 2017!

 

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Alltags-Schätze

Liam hat einen Freund zu Besuch, Emilian macht Hausaufgaben und ich ruhe mich auf der Couch aus und berichte von unserem Alltag. Von unserem sehr ruhigen Alltag.

Heute war ich mal einkaufen, während die Kinder in Schule und Kita waren. Ich hab ein paar schöne Geschenke gefunden, aber zwei Stunden laufen reicht mir dann auch.

Emilian beneidet seinen Bruder, der drei Tage krank zuhause bleiben konnte, aber nach den zwei Fehltagen in der letzten Woche hat er deutlich mehr Hausaufgaben und ich hoffe, er denkt nochmal darüber nach.

Wir zählen die Tage bis zu den Ferien!
Emilian lernt viel und ich bin so stolz auf ihn.
Er ist ein fröhliches, beliebtes, aufmerksames Schulkind.


Wir haben über ein mögliches Konzentrations-Problem geredet und ich habe bemängelt, dass er oft Dinge vergisst, die er eigentlich machen sollte. Er sagte, in der Schule kann er sich alles merken, was er machen soll.
Den Eindruck habe ich zwar auch, das hilft mir aber nicht zuhause. Da ist mal wieder eine Belohnungs-Liste fällig…

In Mathe fängt er schon mit ersten Rechenaufgaben an, in deutsch liest und schreibt er ganz ordentlich. Ich liebe es, seine Hefte durchzublättern, seine Schrift anzugucken und seine Sätze zu lesen.

Er  ist fleißig und kaum schusselig, Schönschrift schreibt er vielleicht nicht, aber er ist ein Junge und ich beschwere mich nicht.

Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ein Kind so schnell Lesen und Schreiben lernen kann. Er ist jetzt groß!
Er kann Einkaufszettel und Briefe schreiben und liest das Buch weiter, wenn ich zu lange Pause mache!

Liam weinte am Sonntag Abend viel, weil er Ohrenschmerzen hatte. Sowas kannten wir bei ihm noch nicht und wussten auch erst nicht, woran wir sind. Liam ist „himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“ in zwei Sekunden. Er kann brüllen vor Trauer oder Wut – und im nächsten Moment keine Luft bekommen, weil er so sehr lachen muss. Er kann ärgerlich Spielzeug durch die Luft schmeißen oder seinem Bruder in den Rücken beißen – oder er kann ganz allein für die komplette Familie den Tisch decken und Abendbrot vorbereiten. Er kann mit Sonnebrille auf der Nase und Gitarre in der Hand singen, dass die Wände wackeln, minutenlang eine Strophe in Endlosschleife –  oder er kann sich gelangweilt auf den Boden werfen und im Elend der Welt versinken. Er kann in Unterhose auf dem Tisch stehen und Geschichten in blühender Fantasie erzählen – oder er kann vor Schüchternheit versinken, ohne einen Pieps zu sagen.
Liam hat so viel Energie und Stimmung, das reicht für eine ganze Gruppe. Er ist kein Baby mehr – aber muss man sich das bei den jüngsten Kindern nicht auch noch sagen, wenn sie 18 sind?
Liam wird bald 5 und großer Bruder zu werden, wird ihm sehr gut tun. Er liebt das Baby jetzt schon und ich denke, das wird ihm leichter fallen, seinen Platz abzugeben. Er wird in seiner Rolle als Großer aufgehen.

Manchmal finde ich es schade, dass die Schule die beiden Jungs so „getrennt“ hat. Sie lieben und vermissen sich sehr und die Nachmittage verbringen sie zusammen, aber irgendwie ist jetzt was anders. Bei den Hausaufgaben muss Liam verschwinden, damit keiner den anderen ablenkt. Er liebt es, Emilians Stifte anzuspitzen und ist sein persönlicher „Schul-Stift-Anspitzer“. Er schreibt und übt gern mit dem großen Bruder, aber die zwei Jahre sind eben zwei Jahre.

Was auch immer das Baby an neuer Stimmung und Energie mitbringen wird – die beiden Brüder werden sich haben und sich auch brauchen.

Ja.. das Baby.
Wir sind fast mit allen Vorbereitungen fertig und das fühlt sich gut an. Auch, wenn ich noch 4 Wochen Zeit habe, kann man ja den genauen Termin nie wissen. Und falls es eben mal schnell geht, steht das Bett und der Kinderwagen und der Wickeltisch und die Babykleidung bereit.

Die Hebamme und der Arzt sind zufrieden mit allen Entwicklungen. Ich habe Zeit zum Ausruhen und schaffe aber noch viel. Dass sich die Schwangerschaft dem Ende naht, merke ich aber auch und ich bin bereit. Besonders am Abend, wenn ich immer ruhiger werde, wird das Baby aktiv und haut mit Ellenbogen und Knieen um sich. Manchmal zähle ich schon die Abstände, wenn es im Bauch zieht – und manchmal kann ich mich ins Bett legen und durchschlafen, als wäre nichts. Ich bin sehr gespannt!
Im Freundeskreis sind bereits 5 Babys in den letzten Wochen geboren. Auf eins warten wir gerade und das übernächste ist dann unseres!

Die beiden ersten Geburten gingen so schnell und waren „eigentlich okay“ – wenn man das mal mit ein paar Jahren Abstand sieht. Jetzt habe ich nicht richtig Angst, weil ich denke, dass es wahrscheinlich wieder schnell vorbei sein wird, aber Respekt habe ich doch. Das Wann und Wie und Wo ist so unsicher…

Im Moment kann ich es kaum erwarten, mich wieder ordentlich zu bücken, zu drehen, zu bewegen. Und die Freude auf das Kleine wird immer größer!

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Ein bißchen Alltag mit den besten Muffins

Wie schön war die Sonne in den letzten Tagen! Da hat mich fast die plötzliche Eiseskälte gar nicht gestört. Jetzt ist es etwas wärmer in Berlin, es ist nass und grau und ich würde am liebsten den ganzen Tag nur schlafen…
Dass der Arzt mir geraten hat, etwas ruhiger zu machen, macht es auch nicht besser. Irgendwie muss ja doch was gemacht werden, aber ich hab eben die Ausrede, ruhiger zu machen, auch mal den Mann zum Bringen und Abholen zu schicken und einfach mehr rumzusitzen. Und das macht dann wieder müde…

In der letzten Woche haben wir Laternen gebastelt. Im letzten Jahr gab es für Emilian eine very very last-minute TetraPak-Laterne, von der er das ganze Jahr geschwärmt hat. Also haben wir vor dem Laternenfest 4l Saft getrunken und dann gebastelt. Ich hab die Jungs machen lassen – und sie waren der Meinung, ihre Laternen waren die Schönsten vom ganzen Fest!

In Liams Gruppe fand kein gemeinsames Kaffee trinken statt – wir trafen uns einfach im Halbdunkeln mit unzähligen anderen Eltern, Erziehern und Kindern im Kita-Hof. Nach ein paar Liedern, die ein paar Erzieher wohl irgendwo in der Masse gesungen haben, ging der Marsch los. Das Sankt Martins Pferd samt Reiter, das als Überraschung angekündigt wurde, ist aus irgendwelchen Gründen nicht gekommen. Von dem üblichen Laternenweg kann man sich an jeder Ecke von der Gruppe trennen und zu unserem Haus abkürzen. Na, und an der zweiten Ecke war es uns dann zu langweilig und zu kalt und so sind wir dann nach nichtmal einer Stunde wieder nachhause gegangen. Ratet, wer die Laternen trug… Aber: Wir haben selbst gebastelt, ich habe mich für Laternen und Stäbe nicht in Unkosten gestürzt und wir hatten immerhin einen kleinen Umzug.

Wir haben gestern über eBay Kleinanzeigen eine süße Babyjacke und ein ganz tolles Stubenbett für die untere Etage bekommen. Es freut mich, dass der kleine Beebi-Bruder präsenter im Alltag wird und mit jedem Tag mehr willkommen ist. Ich hab das Gefühl, sobald das Bettchen oben steht und ich die Tasche fürs Krankenhaus gepackt habe, geht es los. Also warte ich mal lieber noch..
Der Bauch ist noch nicht riesig, finde ich. Aber langsam verabschiede ich mich von den angenehmeren 8 Monaten… und watschele in die letzte Runde.

Ich hab die erste Weihnachtsdeko aufgehängt, gestern haben wir einen gemütlichen Nachmittag mit 5 Kindern bei Freunden verbracht, wir haben schon Kekse gebacken, ich war mit einer Freundin bei IKEA frühstücken – und alles obwohl Liam seit drei Tagen mit Rotznase zuhause hängt. Aber Liam braucht keine Unterhaltung, er liebt es, das Haus mal für sich zu haben! Er sortiert seine „Kumpel“ (Autos), diskutiert wilde Rennen und singt aus vollem Hals mit Mikro und Gitarre seine Lieder.

Emilian arbeitet fleißig an den ersten Wochenplänen. Jeweils für Mathe und Deutsch hat er ungefähr 5 Seiten, die er in 7 Tagen schaffen muss. Und dieses „Können“, aber nicht „Müssen“ ist nicht so sein Fall, weil er muss ja jetzt nicht, und „ICH kann das bestimmen, Mama!“ Er liest sehr gut und gerne, er kann das Rechnen kaum erwarten, aber dieses schön schreiben von immer wieder den Zahlen und Buchstaben geht ihm schon auf die Nerven. Na, Übung macht den Meister, oder?

Vor ein paar Tagen hatte ich Lust auf Schoko-Muffins. Auf einfach schnelle, süße Muffins, mal nur für uns, für die ich alle Zutaten sofort da habe. Ich fand sofort ein Rezept und habe die Muffins seit dem schon mehrmals gebacken.
Heiß aus dem Ofen mit Vanilleeis….

Schokoladenmuffins 

(Aus dem Rezept bekommt ihr 12 Monstermuffins, oder auch ungefähr 20 normale Muffins.)

Zutaten

250g Mehl
150g Zucker
2EL Kakaopulver
2TL Backpulver
1/2TL Natron
200g gehackte Schokolade oder Schokotropfen
250ml Milch
90ml Ol
1 Ei

Zubereitung

Alle trockenen Zutaten werden vermischt, danach kommt die Milch, das Öl und das Ei dazu. Gut verrühren. Dann kommt noch die Hälfte der Schokolade dazu.

Der Teig kommt dann in die Muffinförmchen, die andere Schokolade wird obend drauf gekrümelt. Die Muffins werden bei 150 Grad Umluft ca. 20 Minuten backen.

Zack – das war’s schon!
Probiert es jetzt gleich aus.
Guten Appetit!

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Alltag mit Schulkind und Babybauch

Jetzt kurz vor den Herbstferien würde ich sagen, dass wir inzwischen richtige Schuleltern geworden sind. Unser Alltag läuft rund (meiner erst!), die Abläufe funktionieren und es geht uns sehr gut.

An jedem Morgen klingelt mein Wecker um 6:00 Uhr und so irgendwann zwischen 6:00 Uhr und 6:30 Uhr stehe ich auf. Ich schaffe es nicht annähernd, abends rechtzeitig im Bett zu sein, aber ich schaffe es irgendwie, pünktlich aufzustehen.
Fast immer wecke ich Emilian, wenn ich mich fertig gemacht habe und fast immer wird Liam mit wach. Aber beide sind dann auch sofort da – keine Morgenmuffel wie ihre Mama, sondern gleich zu allen Taten bereit.

Die Jungs frühstücken leise und ich packe Emilians Brotbox. Ich versuche, den Kindern beizubringen, dass sie sich zuerst anziehen sollen und dann später spielen können, wenn noch Zeit ist. Meist ist sogar noch Zeit und ich bin sehr froh, dass wir die Morgenstunden in Ruhe und guter Laune verbringen können. Das ist mir sehr wichtig, denn wir alle brauchen einen guten Start in den Tag.

Gegen 7:30 Uhr gehe ich mit Emilian aus dem Haus. Liam spielt und singt dann noch ’ne Runde im Kinderzimmer. Ein einziges Mal bis jetzt habe ich Emilian mit dem Auto gebracht… Die Straßen waren so voll, uns wurde nicht warm auf den paar Metern und schneller waren wir auch nicht. Also schiebe ich mein Fahrrad, die Schultasche steht im Korb und Emilian sitzt auf meinem Sattel. Wir reden und lachen, treffen Schulfreunde und beobachten Baustellen.

Ich mag diese Zeit sehr, die ich mit beiden Jungs allein habe. Und gerade für Emilian ist es wichtig, dass wir in guter Stimmung in der Schule ankommen.

Ich denke, Schule ist genau das Richtige für ihn.
Er ist einer von vielen im gleichen Alter. Er kommt gut mit, er sucht sich Freundschaften aus und er macht seine Sache gut.
In meiner Erinnerung war ich die ersten Jahre in der Schule ein kleines piepsiges Mäuschen. Auch ich war das erste Schulkind in der Familie. Ich weiß nicht, ob und wann ich mich getraut habe, mich zu melden. Schule war laut und wild. Glaube ich.
Aber Emilian redet mit und diskutiert und ich erfahre viele interessante Kleinigkeiten, die mich sehr stolz machen. Ich sehe, wie ihn die anderen Kinder begrüßen, wenn er kommt. Ich höre, von welchen Mitschülern er sich bereits wieder zurückzieht. Ich staune, dass er alle Namen schon kennt. Er ist ein großer Junge geworden.

Die Zahlen 1, 2 und 3 schreibt er sauberer als die Buchstaben. Er hat das L, das O und das A gelernt. Bald kommt das M. Neu sind für ihn die kleinen Buchstaben. An den Linien im Heft versucht er, sich zu orientieren. Ganz klar und hell singt er „Hejo, spann‘ den Wagen an“ – das haben sie in Musik gelernt. Von jeder Sportstunde bringt er ein neues Spiel mit. Die Mathelehrerin scheint sehr laut und streng zu sein, das nervt ihn – aber sie meint die anderen Kinder, sagt er und kann davon Abstand halten. Er arbeitet schnell und die Hausaufgaben sind oft nur ein Beenden.

Ein paar Eltern verabschieden sich am Schulzaun oder kommen morgens schon gar nicht mehr mit. Dann gibt es auf dem Hof eine „Trenn-Stelle“, andere geben die Kinder am Klassenzimmer ab oder kommen noch mit zum Tisch. Wir arbeiten uns langsam „rückwärts vor“ und obwohl der Moment der Trennung noch ein bißchen schwer ist, weiß ich, dass es ihm gut geht und dass er sich auf jeden neuen Tag freut. Er kennt zu jedem Wochentag die Fächer, die auf ihn warten, er rollt hier die Augen und da kommt ein „Yeah!!“ und wenn ich ihn abhole, ist er munter und fröhlich und ist jedesmal wieder ein Stück größer geworden.

Gegen 8:10 Uhr komme ich nachhause, sehe Liam spielen und freue mich, dass er seine Zeit genießt und noch richtig Kind ist. Es muss jede Menge spannender Welten in seinem kleinen Kopf geben!
Auf dem Weg in den Kindergarten plappert er vor sich hin und wir beide genießen wieder die Zweisamkeit.
Nach einem Jahr hat er einen festen Platz in der Gruppe und er gehört dazu. Als eines der älteren Kinder kennt er die Abläufe gut, er ist hilfsbereit und aufmerksam.

Wenn ich Emilians Erzieherinnen sehe, winken wir uns, sie freuen sich zu hören, dass es ihm gut geht und bestellen Grüße an den Großen.
Noch vor 9:00 Uhr bin ich wieder zuhause. Der Mann ist dann wach und fertig und zusammen frühstücken wir.

Ich liebe die freien Vormittage und ich liebe die Ruhe, die ich dann habe. Manchmal lege ich einfach die Beine hoch, die nach den vier Wegen am Morgen schon müde sind. Manchmal schlafe ich, manchmal höre ich Musik, ich schreibe, mache Wäsche, räume das Kinderzimmer auf und habe einfach Zeit. Das ist ein Schatz!

Gestern haben wir ein Auto voll Zeug zum Rumpelbasar gebracht. Kleidung, Küchenzeug, Bücher, Spielzeug, Kuscheltiere… Weg! Ich habe Herbst-Deko auf dem Dachboden gesucht und viele Baby-Utensilien gefunden, auf die ich mich jetzt freue.
Manchmal merke ich gar nicht, dass meine Un-Lieblings-Jahreszeit begonnen hat. Entweder, weil unser Alltag so ruhig und entspannt ist, oder weil Vorfreude die Zeit vergehen lässt oder weil ich wirklich Zeit zum Leben habe.

Die Wege am Mittag von Kita und Schule nachhause dauern länger, weil wir mehr geschafft sind, weil es viel zum Reden gibt und weil wir Zeit haben, Kastanien oder Pokémon zu sammeln. Manchmal holt mein Mann ein Kind oder beide ab, weil sie gleichzeitig fertig sind.

Wir essen manchmal ein Mittagessen, den richtigen Plan dafür haben wir noch nicht. Und dann brauchen die Jungs erstmal sich und Ruhe. Ich bin so froh, dass das so ist. Sie erzählen, sie albern und machen Quatsch (glücklicherweise nicht so richtigen Quatsch), sie bauen Landschaften, hören ein Hörspiel oder rennen durch den Garten. Wenn sie einzeln ihre Pause brauchen, dann sortieren sie sich eben auseinander, aber lange dauert das nicht.

Ich weiß nicht, wie sehr ich mich da in Wunschträumen verliere – aber ich finde, die ruhigen Vormittage und die freien Nachmittage sind perfekt für ein drittes Kind. Was kann denn Schlimmes passieren?
(Okay, ich weiß, was alles passieren kann, das war keine echte Frage. Aber im Vergleich zum Winter 2011/2012, als ich hochschwanger in einem neuen Haus war und 24 Stunden lang ein Kleinkind in Windeln um mich hatte… im Vergleich dazu ist das ja jetzt gar nichts!)

Meine App sagt mir, dass das Beebi in 100 Tagen kommt.
Ich habe das Gefühl, dass mein Bauch grad kaum wächst und wenn ich ordentlich laufe (langsam und gerade und aber nicht wie ein schwangerer Pinguin), dann geht es mir sehr gut. Das Beebi strampelt mal, wenn ich mich zu lange nicht bewegt habe. Ich kann allein meine Schuhe anziehen, der Mantel geht noch zu und das ist wahrscheinlich das Ende der beiden angenehmeren Trimester… Aber wir werden sehen.

Immer mal wieder frage ich mich, ob es gut ist, dass wir mit unseren Jungs am Nachmittag keinen Musikunterricht/Sportkurs/Kindertreff besuchen. Aber dann liege ich auf der Couch, habe zum Kaffee Besuch von einer Freundin und denke: Es ist gut so.

Natürlich haben wir uns nicht einfach aus Faulheit dazu entschieden, auch wenn ich diese Tatsache gerade sehr genieße. Auch die Finanzen, unsere Nähe zu Freunden und Kirche und die „Freiheit“ für unsere Kinder haben zur Entscheidung beigetragen.
Wir finden, unsere Jungs sind vielseitig und unterschiedlich begabt und interessiert. Wir lesen und singen und lernen zusammen. Beide Kinder können gut und sicher im Straßenverkehr laufen und Rad fahren. Wir verabreden uns mit Freunden, besuchen Parks oder Spielplätze, wir kochen und backen zusammen, wir gehen einkaufen, harken Blätter, versorgen die Pflanzen und sind eine glückliche Familie.

Die AGs in der Schule und die Schwimm- und Kletterkurse am Nachmittag werden kommen und die Verabredungen ohne Mama und Papa auch.
Aber jetzt überschütten wir uns mit Ruhe und Geborgenheit, Sicherheit und Liebe, Büchereibüchern und der Sendung mit der Maus. Und unsere Jungs sind zu dem geworden, was sie sind, weil das so ist.

3. Oktober mit der Familie in Potsdam

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Ein neuer Alltag.

Unser Leben ist ruhig geworden.
Die vollen schönen Sommertage sind vorbei und auch die Einschulung, auf die wir monatelang hingefiebert haben. Ich habe versucht, die ersten Schulwochen ruhig zu halten und das ist uns erstaunlich gut gelungen.

Jeden Morgen um 6:00 Uhr klingelt mein Wecker. Das ist eine Umstellung, auch der Zeitdruck, der dahinter steht. In der Kita können wir so zwischen 8:00 Uhr und 9:00 Uhr antanzen – in der Schule gibt es nicht viel Freiraum.
Montags müssen beide Punkt 8 in ihren Räumen sein – da gehen wir dann verpennt zu viert aus dem Haus. Aber an den anderen Tagen gehe ich 7:30 Uhr mit Emilian aus dem Haus, bin dann so 8:15 Uhr wieder da und drehe dann mit Liam meine Runde. Ich fahre mit dem Fahrrad und obwohl es schon echt kalt morgens ist, macht die Sonne das frühe Aufstehen noch leicht. Wenn ich kurz nach 9:00 Uhr wieder zuhause ankomme, dann kann es schon mal vorkommen, dass ich erstmal auf die Couch falle, eine Folge meiner Serie gucke, mit dem Mann frühstücke oder einfach einschlafe. Manchmal geht das und diesen Luxus gönne ich mir.

Der frühe Start bringt nämlich ungewohnt lange ruhige Vormittage mit sich. Das ist auch eine Veränderung, die ich grad sehr schätze. Heute habe ich mit einer Freundin gefrühstückt, ich schaffe wieder sowas wie Haushalt oder Herbstdeko ohne Kinder und bis Januar werde ich diese Zeit sehr genießen.

Zwischen 12:30 Uhr und 14:00 Uhr werden die Kinder wieder abgeholt. Emilian isst kein Mittag in der Schule und dieser Teil des Tages muss sich noch einspielen. Ich mag es nicht so, mit Kochen und Essen erst gegen 15:00 Uhr fertig zu sein, aber manchmal reicht auch ein kleiner Snack und wir essen am Abend warm.

Emilian hat nicht wirklich sowas wie Hausaufgaben auf, aber kleine freiwillige Übungen macht er schnell und gern. Langsam landen die ersten Arbeitsblätter in den Heftern, ich sehe erste „Prima! Weiter so!“-Stempel auf den beschriebenen Seiten und die ersten Buntstifte müssen angespitzt werden. Heute ist das erste Paar Schuhe verschwunden – wir hoffen, dass es bald wieder auftaucht – und auch die ersten kleinen Kämpfe oder Diskussionen mit Kindern oder Erwachsenen hat er hinter sich.

Wenn ich nicht wüsste, dass Emilian vor ein paar Wochen noch ein Kindergarten-Junge war, würde ich es nicht glauben. Einfach der Zustand, Schulkind zu sein, hat ihn verändert.
Wenn Liam ihn mit abholt, zeigt er seinem kleinen Bruder cool den Schulhof, er flitzt um die Ecken, um die er im Juli noch vorsichtig geschlichen ist, er verabschiedet sich am Morgen tapfer von Mama und er rollt schonmal die Augen, wenn eine Erzieherin ihn zurechtweist. Das alles ist normal und hält sich in Grenzen, er ist ein ziemlich cooler Schuljunge.
Nach 7 Tagen neben seinem Kita-Freund wurden sie nun auseinander gesetzt. Emilian sitzt neben einem ruhigen blonden Mädchen und fragte mich heute, ob er sie mal zum Spielen einladen kann.

Es gibt einen Jungen in seiner Klasse, der bestimmt zwei Köpfe größer als Emilian ist. Emilians Hausschuhe passen fast in die Hausschuhe dieses Jungen. Die Eltern dieses Jungen merkten am ersten Elternabend vor der Einschulung an, dass ihr Sohn doch sehr Respekt vor der Schule hätte und eher ängstlich und schüchtern sei. Heute lag Emilian hier weinend unterm Bett im Gästezimmer, weil eben dieser Junge ihn geärgert hätte…
Gestern waren sie Freunde, ich glaube, sie verstehen sich gut – aber ich lerne jetzt, mit solchen Situationen umzugehen. Ich lerne, dass es wohl nicht immer mein Sohn ist, der einsteckt, wenn andere austeilen. Ich lerne, dass Emilian lernen kann, Probleme allein zu klären und den Mund aufzumachen. Und ich lerne, wo ich ihn stärken und ihm zur Seite stehen kann.

Weil ich aber das Gefühl habe, dass es allen Lehrern und Erziehern echt wichtig ist, dass die Erstklässler gut ankommen, dass die Eltern auch in der zweiten Woche noch im Klassenraum Tschüß sagen dürfen  und dass das Miteinander und der Umgang auf dem ganzen Schulgelände hell und freundlich ist, fällt es mir ganz leicht, meinen Großen gehen zu lassen und ihn sein Ding machen zu lassen.

Noch ist er so stolz und zeigt mir jede neue Aufgabe, die er geschafft hat. Er erzählt, wie die Lehrerin die Klasse lobt. Er lernt mehr Kindernamen. Er winkt auf dem Weg nachhause seinen Freunden. Er gibt mir jede wichtige Nachricht weiter, die von den Lehrern kommt und er beantwortet – zu seiner Zeit – fast alle Fragen, die ich stelle.

Es heißt immer, alles steht und fällt mit der Klassenlehrerin – und eben darauf hat man vorher ja keinen Einfluss. Aber ich bin wirklich glücklich, dass es uns allen nach den ersten Wochen so gut geht.

Meine Mama und ich hatten beide die Idee, meinen letzten Blog-Eintrag an meine allererste Klassenlehrerin zu schicken. Wir haben noch Kontakt und es ist verrückt, an meine ersten Schultage im Jahr 1991 zu denken und zu wissen, dass meine Lehrerin von damals jetzt liest, wie mein Sohn seine ersten Tage meistert. Ist das nicht cool?

Obwohl ich kalte Füße und raue, trockene Haut echt nicht mag und so viele Kleinigkeiten aus Frühling und Sommer vermisse, geht es mir zur Zeit mit dem Herbst-Gefühl gar nicht so schlecht. Ja tatsächlich, sowas aus meinem Mund – oder aus meinen Fingern.

Ich habe tolle Umstands-Oberteile für kältere Tage, ich habe uns schönen Tee gekauft und ich freue mich, dass der Garten mal aufhört, schnell zu wachsen.
Es wird viel Platz schaffen, alle Sommerschuhe und das Schwimm-Zubehör aus dem Flur zu räumen und auf jedem Nachhauseweg bleiben wir unter einem Kastanienbaum stehen, um die leere Brotbox mit den glänzenden runden Dingern zu füllen.
Ich liebe es, Zeit dafür zu haben.
Ich liebe es, im Herbst Dinge zu tun, die man im Herbst tut.
Blätter sammeln. Das Gesicht in die tiefstehende Sonne zu halten. Chai Latte trinken. Kürbissuppe machen. Blätter pressen. Pflaumenmarmelade kochen. Apfelkuchen backen.

In den ungemütlicheren Monaten werde ich mich dann ablenken oder ausruhen, mich nach langer Zeit wieder auf ein Baby vorbereiten und mit den Jungs in die Bücherei gehen.
Jetzt sprechen mich täglich andere Mamas oder Erzieherinnen auf den Babybauch an und freuen sich, wenn ich auf ihre vorsichtige Frage mit einem Nicken antworte. Heute schätzte jemand, dass ich im 2. Monat sein könnte. Na, fast. Schon 24 Wochen ist das Beebi bei mir!
Aber der kleine Bauch hat natürlich Vorteile und es geht mir richtig gut!

Bis Januar werde ich abends ausgehen, verreisen, durchschlafen, meine Kurven betonen, meine langen Haare lieben, Freunde besuchen und ins Kino gehen… wer weiß, wie das neue Jahr für uns startet!

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