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* Unser 2017 *

Immer mal wieder Ende Dezember freue ich mich darauf, endlich unseren Jahresrückblick zu schreiben.
Das dauert meistens zwei (diesmal drei) Tage, bis ich damit fertig bin, aber es ist mir so wertvoll.

Diese Texte und Fotos sind ein Schatz.
Für mich. Für uns.

Ein Beweis, dass es gut war. Und wird.
Ein Beweis, dass Gott seine Versprechen hält, alles zu unserem Besten zu machen. Ein Beweis, dass wir Eltern es trotz Herausforderungen schaffen, eine glückliche Kindheit zu bauen, Kindheitserinnerungen entstehen zu lassen. Ein Beweis, dass wir es uns zusammen schön gemacht haben.

Jetzt hier zu sitzen und im Rückblick an die Aufs und Abs dieses Jahres zu denken, an Glück und Enttäuschung, an Trauer und Zufriedenheit, an Gesundheit und Krankheit, an Überraschungen, an Planänderungen… – ist nicht immer leicht, aber so wertvoll und kostbar. Für mich gehört das zum Beenden eines Jahres dazu.

Vorgestern habe ich auf Instagram meine 9 beliebtesten Fotos des Jahres ausgesucht. Emilian hat zugeguckt – und ab und zu sagte er: „Ach jaaaa.. daran kann ich mich fast nicht mehr erinnern!“
Was sind 12 Monate für ein Kind?
Eine Ewigkeit.
Das ist so lange her.

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Januar

Zusammen mit Freunden haben wir in der Kirche in das neue Jahr gefeiert. Die Kinder sind zum ersten Mal bis nach Mitternacht wach geblieben. Im letzten Monat schwanger war ich nicht mehr dazu in der Lage, wie sonst eine Party zuhause zu schmeißen.

Genau vor einem Jahr hatte ich ein kleines ungeborenes Baby verloren. Dieser dicke Bauch war so ein Geschenk! Jederzeit rechnete ich damit, dass die Geburt losging. Noch nie hatte es ein Kind bis zum errechneten Termin geschafft und gerade bei Nummer 3 war ich auf alles gefasst.

Mein Mann sagte nach langem Hin und Her seine vorletzte Einheit des Coaching-Studiums in Hannover ab und nahm per Skype teil.
Den Entbindungstermin verbrachten wir im Krankenhaus, aber nach Geburt sah das nicht aus. Was haben wir gewartet!!
Drei Tage später, am 21. Januar, kam unser dritter Sohn zur Welt, nachdem wir nicht mal 60 Minuten vorher im Schlafzimmer aus dem Bett gesprungen sind.

Ich war überwältigt von diesem Baby-Glück, wieder nach 5 Jahren. Wir alle staunten über das kleine Wesen. Ich fühlte mich schnell wieder fit und musste doch lernen, mir und uns Zeit zu geben. Alle Omas und Opas haben uns viel geholfen und den Start sehr erleichtert. Die Mädels aus der Kirche überraschten mich mit einer Babyparty, mit vielen Geschenken und Mittags-Gutscheinen für die ersten Baby-Tage.

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Februar

Der Februar begann mit den Winterferien. Wir alle genossen die Pause, mal nicht früh aufstehen zu müssen. Die Hebamme besuchte uns täglich und wie die anderen beiden auch brauchte Jari lange, um sein Geburtsgewicht zu erreichen. Ich konnte die Babyzeiten mit dem dritten Kind jetzt aber mit viel Entspannung und Erfahrung wirklich genießen.

Das Geburtstags-Wochenende meines Mannes verbrachten wir in Dresden, wo wir mit meiner Schwester+Mann und meinem Bruder+Frau an einem Familienseminar teilnahmen. Außerdem überraschten wir meine Schwester mit einer Babyparty. Ihr Sohn, der 5. Enkel meiner Eltern, kam auch sehr schnell und überraschend Mitte Februar statt Anfang März zu Welt.

Mein Mann flog für ein paar Tage in die Schweiz, wir feierten viele Familien-Geburtstage und ich nahm (mit Jari) an einem Selbstbehauptungskurs für Frauen in unserer Kirche teil. Wir besuchten Karls Erdbeerhof zum ersten Mal im Winter und Emilian stand zum ersten Mal in Schlittschuhen auf dem Eis. Auch im Zoo war ich endlich wieder mit den Kindern.
In einem Kita-Elterngespräch sprachen wir über Liams Verhalten und seine Suche nach dem neuen Platz in der Familie.
Ich selbst suchte auch meinen neuen Platz und wurde ein bißchen besser darin, Schmutz und Wäsche und Geschirr stehen zu lassen.. und einfach frische Dreier-Mama zu sein.

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März

Ihr wisst ja, wie ich es liebe, den Frühling zu erwarten und zu spüren. Jede Blüte musste ich bewundern und in den frühmorgendlichen Still-Pausen konnte ich Vögel zwitschern hören.
Wir waren wieder im Zoo. Die neue Freiheit-ohne-Bauch genoß ich und auch die Ruhe-Zeiten zum Stillen musste ich lernen und schätzen lernen.

Mein Mann war beruflich wieder kurz in Hannover unterwegs. Unsere MOPS-Treffen in der Gemeinde wurden größer und machten richtig Spaß! Emilian begann einen Schwimmkurs und das wurde ein schönes Mama-Sohn-Ritual für uns.

Und dann der jährliche Geburtstags-Marathon!
Liam wurde 5 und feierte eine Dschungel-Party.
Emilian wurde 7 und feierte eine Cars-Party.
Ich lieh mir von einer Freundin die heißgeliebte Manduca und trug Jari sehr oft mit mir rum. Das half auch am besten gegen Bauchschmerzen, die ihn immer wieder quälten.

Es wurde deutlicher und deutlicher, dass wir nicht -wie gewünscht und gehofft und geplant- die Sommerferien in Kalifornien verbringen können. Ein paar Termine, auf die wir keinen Einfluss hatten, wurden geändert und ausserhalb unserer Schulferien gelegt. Das war sehr bitter und ich brauchte eine Weile, um das zu akzeptieren. Mein Mann würde also nach 2 1/2 Jahren ohne uns nach Kalifornien fliegen.
Stattdessen planten wir, unsere Herbstferien auf Korsika zu verbringen und der Gedanke an die zwei Wochen am Meer entschädigte mich ein bißchen.

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April

Der 1. April war ein ganz, ganz heißer Tag und ich fuhr mit den Kindern und meiner Schwester in den Britzer Garten. Tolle Kirschblüten-Fotos haben wir gemacht!
Am 4. April wurde ich 32 und es war ein richtig kalter Tag.
Anders als in den letzten Jahren feierte ich gar nicht und das hat mir eigentlich auch gefehlt. Immerhin waren wir nach dem Schwimmunterricht kurz Eis essen und am Abend liefen mein Mann und ich zum Restaurant an der Ecke, um zur Not schnell wieder zuhause sein zu können.
Wir genossen den kommenden Frühling im Garten und auf der Terrasse. Wir färbten Ostereier, besuchten das Legoland und die beiden Jungs verbrachten ein schönes Wochenende bei meinem Bruder und seiner Frau. Mein Mann schloss sein Studium in Hannover erfolgreich ab!
Kurz nach Ostern stellte die Kinderärztin erschrocken fest, dass Jari Gewicht verloren hatte und schickte uns eilig ins Krankenhaus.
Ein paar aufregende Tage begannen, voll von Sorge, neuen Hebammen-Besuchen, Schuldgefühlen und Flaschennahrung. Es stellte sich heraus, dass die Muttermilch nicht ausreichend war und zum ersten Mal im Leben rührte ich Flaschenmilch an. Trotz völliger Ahnungslosigkeit lernten wir das ganze Flaschen-Zeug für Tag und Nacht doch schnell und konnten fast zusehen, wie Jari Gewicht zunahm.

Jari geht es jetzt gut.
Er hat absolut keinen Schaden genommen und ist ein gesunder, glücklicher Schatz.
Aber ich spüre, wie dieses Thema in mir sticht, wenn ich daran denke. Manchmal kann ich mir die Fotos von Jari im April kaum ansehen, weil es wehtut. Wie konnte ich mein Baby halb verhungern lassen? Was bin ich für eine Mutter, die ihr Kind nicht stillen kann? 
Dieses ganze Thema „Stillen“ ging mir plötzlich so auf die Nerven. Auf jeder Milchpulverpackung sahen mich die Buchstaben „Stillen ist aber das Beste für Ihr Kind!“ herausfordernd an. Ich wollte ja so gern! Aber es ging nicht.
Glücklicherweise hatte ich bereits zwei Kinder „großgestillt“ und konnte irgendwann entspannter und gelassener mit der Sache umgehen und die Vorteile der Flaschenmilch schätzen.

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Mai

Zum ersten Mal besuchten wir das Kirschblütenfest in unserer Nähe. So ein Traum! Zartrosa und Sonne und Duft überall.
Zusammen mit meiner Familie machten wir einen Tagesausflug zum Wannsee. Ich musste lernen, Ausflüge trotz Flaschennahrung zu bewältigen.
Das Stillen wurde immer mehr ein Kampf für uns beide. Zum ersten Mal im Leben besorgte ich eine Milchpumpe und begann eine Hass-Liebe mit diesem Ding. Ich war natürlich dankbar für solche Sachen wie Milchpumpen und Flaschennahrung, aber es dauerte trotzdem, bis ich mich angefreundet hatte.
Bei einem kurzem Stromausfall wurde ich wieder erschüttert und mit der Tatsache gequält, dass ich ohne Strom überhaupt nicht in der Lage war, mein Kind zu füttern!
Wir besuchten eine Osteopathin, nur um herauszufinden, dass mit unserem Kind wirklich alles in Ordnung war.

Emilian beendete seinen Schwimmkurs.
Gemeinsam nahmen wir an einem Familien-MutMachTag in Potsdam teil. Dieser Tag und diese Idee haben uns viel Freude gemacht. Uns besuchte ein Familienfotograf, der uns einen Tag lang begleitete und viele, viele Fotos aus dem Alltag schoß. Inzwischen ist daraus ein Fotobuch entstanden und wir denken gern an diesen Tag zurück.
Gemeinsam mit „Berlin Machen“ nahmen wir an einer Sauberkeits-Aktion teil und räumten das Gelände um unsere Kapelle auf.
Emilian begann einen Kletterkurs, der ihm viel Spaß machte. Wir alle verbrachten viel Zeit draussen in Parks und unserem Garten. Diese Jahreszeit macht mich immer glücklich! Wie immer mal wieder kämpfte ich gegen zu volle Kinderzimmer und Unordnung, dazu auch mit Vergesslichkeit und Schlafmangel und Hausaufgabenstress. Wir alle kämpften gegen Ameisen in der Küche und -leider erfolglos- gegen gemeine Raupen in der Buchsbaumhecke.

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Juni

Im Juni feierten wir unseren 10. Hochzeitstag!
Wir spaziertem am Schlachtensee und ließen uns Weißwurst mit Brezeln und Erdbeerbowle schmecken.
Am Nachmittag zwängten wir uns zogen wir uns unsere echte Hochzeitskleidung an und machten Familienfotos bzw. stellten unsere Hochzeitsfotos -nun mit drei Kindern- nach. Das war mein großer Wunsch und es sind wunderbare Fotos entstanden!

Emilian steckte sich mit Streptokokken an und bekam ein Medikament, das er nicht vertrug und einen anstrengenden Hautausschlag mitbrachte.
Wir feierten eine Gartenparty und luden Freunde ein, uns bei größeren Arbeiten im Garten zu helfen. Meine Mama legte einen schönen Steingarten an, wir pflanzten neue Blumen und auch Bohnen und Tomaten.
Ich konnte endlich wieder Holundergelee kochen und habe auch Likör gemacht. Lecker!

Elternabende, Impfungen, Geburtstage standen auf dem Programm – und natürlich ganz viel draussen sein. Wir entdeckten, dass Liam Streichelzoos liebt! Und so machten wir ab jetzt nicht mehr einen großen Bogen darum, sondern verbrachten viel Zeit auf Karls Erdbeerhof, im Zoo oder auf dem Spargelhof Klaistow mit dem Streicheln und Füttern von Tieren.

Ganz spontan entschieden sich die beiden Jungs eines Abends, mit Papa draussen im Zelt zu übernachten. Alle waren so aufgeregt und es klappte wirklich gut.

Jari wurde 5 Monate alt und war unser aller Glück.
Er holte gut Gewicht auf und wir probierten die ersten Breie. Besonders Liam kümmerte sich rührend -wenn auch ab und zu etwas wild- um alles, was Jari brauchte.
Ich hörte auf, Milch abzupumpen. So schwer mir das auch fiel, das innige Stillen des eventuell letzten Babys so zu beenden – ich genoß auch die Freiheit und vor allem, die Milchpumpe loszuwerden.
Jari war einfach gern inmitten seiner Familie. Er weinte kaum, liebte seine Brüder und lag gern im Wipper und schaute uns zu. Bis heute noch ist er ein absolutes Papa-Kind.
Ich litt an Schlafmangel, Haarausfall, schmerzenden Schultern und erinnerte mich daran, dass alles eine Phase sei und ich das irgendwie bereits zweimal geschafft hatte. Trotz allem konnte ich mit diesem dritten Baby wirklich entspannter sein und genoss den Babyduft, den Anblick der kleinen Hände und das erste Plappern.

Liam probierte das Fußball-Training aus. Emilian würde bald die 1. Klasse beenden. Er war ein fröhliches, schlaues Schulkind und probierte die ersten Nachhausewege ohne uns.
Schweren Herzens verkauften wir unser Auto, weil es uns doch mehr Ärger als Nutzen brachte.
Wir bekamen Besuch aus Kalifornien und verbrachten zusammen schöne Sommertage in Berlin.

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Juli

Nachdem wir den Jahrhundertregen in Berlin ohne Auto überstanden hatten, kauften wir das meines Schwiegervaters. Die Überschwemmungen störten uns nicht weiter und wir machten uns Spaß daraus und liefen barfuß von der Kita nachhause oder stürzten uns im Garten in riesige Matsch-Pfützen.

Für ein Blogger-Treffen fuhr ich mit den Jungs nach Berlin Prenzlauer Berg und die Innenstadt und die öffentlichen Verkehrsmittel waren ein aufregendes Erlebnis.

Für die Freunde aus Kalifornien mag der Regen eine Freude gewesen sein – für uns und viele Berliner war er ärgerlich und enttäuschend. Immerhin war es warm und ich ging nie mehr ohne Schirm und Gummistiefel aus dem Haus.

Als inzwischen kleines Sommer-Ritual fuhren wir aufs Feld, zum Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren und Blaubeeren zu ernten und gleich in den Mund zu stecken.
Emilian beendete glücklich das erste Schuljahr und wir starteten in die Sommerferien! Lange schon arbeiteten wir an einer to-do-Liste für den Sommer – und nun ist es endlich soweit.
Mit allen Müttern und Vätern und Kindern von MOPS Berlin feierten wir ein Abschlussfest – überwältigt von allem, was aus diesem Traum geworden ist.

Nebenbei lief der ganz normale Alltag, der keine Ferien macht: Sand in der Wohnung, Babybrei kochen, Fenster putzen, Geschenke für Lehrer und Erzieher besorgen, Bücher für die 2. Klasse bestellen, das Baby nicht vergessen.

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August

Nach dem Regen folgte eine Mückenplage, die den ganzen Sommer nicht mehr aufhören sollte.
Bei schönem Wetter feierten wir den Geburtstag meiner Mama und genoßen es, alle ihre fünf Enkel zusammen zu haben.

Mit meiner Tante trafen wir uns in Familiengarten Eberswalde und staunten über den schönen großen Park. Im Berliner Zoo sahen wir endlich die neuen Pandabären. Emilian verbrachte einen Tag mit Papa im Filmpark Babelsberg.
Mit den Kindern fuhr ich für einen Tag an die Ostsee, um meine Eltern zu besuchen und das Meer zu sehen.
Wir verbrachten schöne, wenn auch verregnete, Urlaubstage in Dresden bei meiner Schwester. Noch immer reden die Jungs vom Ausflug in die Sächsische Schweiz.

Wir feierten 7 Monate mit Jari.
Durch die Flaschenmilch hatten wir einen guten Überblick über seine Nahrung – und so lief alles andere eher nebenher. Er lernte so schnell und so viel. Lachen, Quietschen, Sitzen, sich Hochziehen, Brei essen, Brei verschmieren, besser Schlafen, erste Babyzeichen.

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September

Nach einem vollen Sommer, den wir uns trotz des vielen Regens schön und voll gemacht haben, begann für Liam das Vorschuljahr und für Emilian die 2. Klasse. Der regelmäßige Alltag tat uns allen gut.
Zum zweiten Mal und mit als ein Höhepunkt des Jahres feierten wir mit unserer Kirche das Nachbarschaftsfest.
Wir ernteten Bohnen, Himbeeren und Tomaten im Garten, ich probierte, Pfefferminzgelee herzustellen und wir fotografierten die Herbst-Beete im Britzer Garten. Zum ersten Mal durften die Jungs im Kletterwald den Kinder-Parcour ausprobieren. Bei schönem Wetter spazierten wir auf dem Tempelhofer Feld, um das Drachen-Festival zu bewundern.
Bücherei-Besuche standen auf dem Programm. Und immer mal wieder ein überraschender Regenschauer.

Ende des Monats flog mein Mann dann nach Kalifornien, um Freunde zu treffen und an Konferenzen teilzunehmen. Wir waren gut vorbereitet und hatten Freunde und Familie zur Unterstützung, aber schwer war es doch. Die Fotos und Videos von ihm sahen wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge. Und natürlich bestellten wir viele Mitbringsel.

Kurz bevor er wieder zu uns kam, fand ein großes, großes Familientreffen statt, dass wir nur alle paar Jahre mal schaffen. So viele (ungefähr 120) sind wir inzwischen. Es war kalt, aber schön sonnig im Thüringer Wald und die vier Tage vergingen schnell. Emilian verlor seinen 3. und 4. Milchzahn.

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Oktober

Mit Hilfe der Abreiß-Liste und des näher kommenden Frankreich-Urlaubs schafften wir irgendwie auch die letzten Tage ohne Papa. Als wir endlich zu fünft vom Flughafen wieder nachhause kamen, zeigte Jari, das Papa-Kind, mit leuchtendsten Augen, was wir alle dachten: Papa ist wieder da!
Wir stürzten uns auf seine Geschichten und Geschenke und in den vertrauten Alltag zu fünft.

Mit Emilian lernten wir, erste Schreibschriftwörter und Lernwörterdiktate zu schreiben. Ich brachte ihn ab und zu wieder zur Schule und genoß die Zweisamkeit und das Fahrrad fahren nach langer Pause.
Die Kinder halfen gern beim Laub harken, wir laminierten Herbstblätter für schöne Fenster-Deko.

Es gab viele goldene und warme! Oktober-Tage. Mit Bücherei-Büchern für die Fahrt, unzähligen Babybrei-Gläschen, Passfotos und Strand-Zeugs bereiteten wir uns aufgeregt auf unseren Familienurlaub vor.
Wir packten und packten und planten und planten und erlebten zwei wun-der-schö-ne Wochen auf Korsika, am Mittelmeer. Das Wetter war traumhaft, das Meer nebenan, die Croissants so lecker – und ausser einer Bronchitis, die unser Baby erwischte und vielleicht etwas Langeweile auf den langen Autofahrten gab es nichts zu meckern.

Was wir noch nicht wussten: Während unserer Abwesenheit wurde in unserem Haus und Garten viel gewurschtelt und ein selbstgebautes Baumhaus wurde an unseren Baum gehängt!

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November

Die Sonnenuntergänge unter Palmen, das Baden im Meer und das Urlaubsgefühl taten uns so gut – und etwas verstört und verkühlt kamen wir Anfang November in das dunkle Berlin zurück.
Einen besonderen Wunsch erfüllten wir uns auf der Rückfahrt und machten kurz Pause in Nizza und Cannes. Vor 10 Jahren begann unsere Geschichte dort mit unserer Hochzeitsreise – nun mit drei Kindern zurück zu kommen, war ein besonderer Moment für uns.

Die Kälte und Dunkelheit in Berlin rückte schnell in den Hintergrund, weil wir nicht nur in ein sauberes Haus mit gefülltem Kühlschrank kamen – sondern weil ein Baumhaus im Garten uns vor Überraschung die Sprache verschlug.

In einer letzten Etappe vor den Weihnachtsferien begann der Kita- und Schulalltag wieder. Wir brachten die Sommerkisten auf den Dachboden und holten gleich die Weihnachtsdeko runter. Im Zuge des Räumens und auf der Suche nach neuen Geschenkideen sortiere ich mal wieder die Kinderzimmer und bringe volle Tüten zum Rumpelbasar. Ausserdem räumte ich endlich alle Kinderkleidung in beschriftete Kisten und es entstand viel Platz im Kleiderschrank.

In einem Segnungsgottesdienst für Babys wurde für Jari und uns als Familie gebetet. Diesen besonderen Sonntag feierten wir mit der Familie und mit der traditionellen Sauer-Scharf-Suppe.
Ich ging mit Liam zur Schuluntersuchung, die er ohne Probleme bestand. Wir beschäftigten uns mit Laternen und ersten Weihnachtsplätzchen, ich befüllte die Adventskalender.
Mit Emilian ging ich zur Filmpremiere von „Bo und der Weihnachtsstern“. Ein ganz toller Film!

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Dezember

Den Dezember verbrachten wir ruhig und mit vielen kleinen Weihnachts-Traditionen. Eigentlich dauerhaft quälten uns Kinderkrankheiten, die wir wohl auch mit ins neue Jahr nehmen werden. Es gab Plätzchen, den Weihnachtsmarkt-Besuch, das Lebkuchen-Haus, viel Weihnachtsmusik und Kerzenschein.

Kurz freuten wir uns über echten Schnee!
Wir feierten den 1. Geburtstag meines Neffen, befüllten Nikolaus-Schuhe und bereiteten das Weihnachtsfest vor.

Nach den Feiertagen mit den Familien verbrachten wir die freien Tage einfach zuhause. Emilian hatte ein neues Tanz-Spiel für die PlayStation bekommen und wir alle tanzen sehr gerne damit! Die Kinder werden langsam gesund und bis zum Schulanfang am 3. Januar werden wir einfach ausruhen, mit den neuen Sachen spielen, Rezepte ausprobieren, ausschlafen, Hörspiele hören und ab und zu eine Runde um den Block gehen.

Heute feiern wir bei Freunden in das neue Jahr und die Jungs sind schon ganz aufgeregt, weil sie wach bleiben dürfen und ihre Knaller knallern können.

Danke!
Danke für euer Mit-Lesen und Mit-Freuen

 und Mit-Leiden und Mit-Leben.
Wir haben Pläne und Wünsche und Ideen für das neue Jahr 2018 und sind gespannt, was uns erwartet!

Ich wünsche allen meinen Lesern einen schönen letzten Dezembertag und dann einen bewahrten Silvester-Abend!
Kommt mit guten Gedanken ins neue Jahr!
Schön, dass es euch gibt!

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Es ist für uns eine Zeit angekommen…

Bevor sich das Jahr 2017 still und heimlich verabschiedet, möchte ich euch noch ein Lebenszeichen von uns geben.
Denn lebendig sind wir…

… aber es gibt fast keine Kinderkrankheit, die in den letzten Wochen nicht hier vorbeigeschaut hat. Streptokokken, Bronchitis, Reizhusten, Augenentzündung, Ohrenschmerzen, Durchfall, Schnupfen, Erbrechen bis nichts mehr geht und noch mehr, Schwindel, Bauchkrämpfe…
Wir sind Dauer-Gäste beim Arzt, inzwischen wechseln sich alle drei Kinder beim Inhalieren ab, die Waschmaschine hat kaum Pause und der Eimer (der Eimer) steht immer griffbereit. Ihr wisst, was ich meine.

Wir kennen inzwischen alle kindgerechten Weihnachtsfilme auf Netflix, wir dösen auf der Couch und lesen und schlafen. Es ist eigentlich echt entspannt – wenn wir alle ein bißchen mehr gesund wären.

Aber .. die Plätzchen sind gebacken, die Geschenke liegen unterm Baum, die Karten sind bereit, beschrieben zu werden, die Aufregung der Kinder wächst. („Ach Mama… können wir nicht dieses Jahr mal Weihnachten am Tag feiern? Können wir nicht die Geschenke schon am 24. am Morgen auspacken?“)

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Wir sind dankbar für unsere kleine Familie. Was haben wir im letzten Jahr zu Weihnachten auf das kleine Baby gewartet!

Wir sind dankbar für ein Dach über dem Kopf und für ein gemütliches Haus, in dem es trocken und meist warm ist (wenn die Heizung funktioniert).

Wir sind dankbar für eine Stadt, in der wir Familie und Freunde haben und einfach so Weihnachten feiern dürfen.

Wir sind dankbar, dass wir immer von allem genug haben, dass es uns gut geht und wir auf ein sehr schönes Jahr 2017 zurückblicken können!

Allen meinen Lesern wünsche ich von Herzen ein friedliches und gesegnetes Weihnachtsfest!
Denkt daran,

dass wir das größte Geschenk selbst bekommen haben!
Denn Gott kam zu uns,
damit wir zu Gott kommen können.

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Hallo Januar!

Wir sind gut in 2017 angekommen!
Ihr auch alle?
Die Kinder waren zum ersten Mal bis nach Mitternacht dabei, aber ich kann mir auch vollstellen, dass sie im nächsten Jahr einfach wieder schlafen. Es war kalt und laut und wenn man müde ist, macht das nicht so viel Spaß.
Die Feier mit vielen Freunden in der Kirche hat ihnen aber viel Spaß gemacht und war eine gute Abwechslung zum langweiligen Alltag mit der schlappen Mama zuhause.

Heute Morgen, wahrscheinlich war es eher sowas wie 12:00 Uhr, sind wir kurz zu viert durch die Nachbarschaft spaziert. Als wir gestern gegen 1:00 nachts nachhause kamen, waren viele Menschen unterwegs und die Kinder waren verwirrt über den vielen Müll, die fröhlichen Nachbarn und die singenden Erwachsenen, die uns auf den Strassen begegnet sind. Heute haben wir dann Raketenstöcker zum Schnitzen eingesammelt und die Nachbarn begrüßt, die auch schon wach waren. Mir ist aufgefallen, wie komisch es klingt, wenn man sich „Morgen! Frohes Neues!“ wünscht und ich hab den Kindern erklärt, was das überhaupt heißt.

Ich bin sehr froh, dass ich es mit dem dicken Bauch bis ins neue Jahr geschafft habe – jetzt warten wir weiter. Die Schwangerschaft war wahrscheinlich die entspannteste von allen – aber das Ende ist eben das Ende. Es ist anstrengend, schmerzhaft, ich bin genervt, ungeduldig, müde und leicht reizbar. Nicht immer, vor allem aber abends und ich versuche, mich zusammenzureißen und den Brüdern die Freude auf das Baby nicht schon vorher zu verderben. Sie sind sehr liebevoll und hilfsbereit und voller Erwartung – aber sie sind auch Kinder, laut und wild und verrückt und chaotisch. Alles normal wahrscheinlich.

Immer wieder fragt hier und da jemand nach, wie es uns geht. Meine Whatsapp-zuletzt-online-Aktivität wird gestalkt und scheinbar nicht nur wir sind gespannt und aufgeregt. Wenn ich nicht gerade über die Geburt nachdenke, ist die Freude riesengroß und alles hier ist vorbereitet. Es ist laaaange her, dass ich ein eigenes, frisch gepresstes, kleines, süßes, duftendes Baby im Arm hatte und ich kann es kaum abwarten. Entbindungstermin ist der 18. Januar, falls ihr euch fragt. Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

 

Im Januar werde ich…

… die Weihnachtsdeko entfernen und mich sofort schonmal auf den Frühling freuen.
… Tulpen kaufen.
… wieder ruhigere Vormittage haben.
… hoffentlich noch Babybauchfotos machen.
… meinen dritten Sohn kennenlernen!
… mich über noch zwei andere Babys von Freundinnen freuen.
… im Ausnahmezustand sein und wieder wickeln und stillen und wenig schlafen und am Baby riechen.
… einen Kinderwagen schieben und Wickeltechniken am Tuch ausprobieren.
(Okay, ich höre mal auf.. es gibt einfach so viel Schönes, was ich lange nicht gemacht habe… Auch viel Schweres, aber das verdrängen meine Hormone grad erfolgreich. Ich lass sie mal machen.)
… mein Leben und Alltag wieder neu ordnen.
… mit Schule, Kita und Baby jonglieren.
… wieder wie ein normaler Mensch laufen und liegen können. Echt jetzt.
… Winterferien haben. Schon wieder?
… an viele Geburtstage denken.
… zum ersten Entwicklungsgespräch zu Emilians Lehrerin gehen.
… frieren und Kälte riechen.
… Wintersonne genießen und Fotos machen.

Unser Tag heute bestand … aus nicht viel.
Eher sowas:

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