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papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Aus meinem Kopf-Chaos

auf 16. Oktober 2017

Irgendwie hat sich mein Kopf-Chaos nicht so richtig beruhigt, nachdem mein Mann wieder bei uns gelandet ist. Der Grund dafür ist: In ein paar Tagen geht es für uns auf eine große Reise.
Zu fünft im Auto, ungefähr 1.400km.

Das an-alles-Denken-müssen und dazu nicht-gut-schlafen-können ist eine ganz schlechte Kombination.
Nachdem ich also mehrmals meine Gedanken einfach nicht mehr ordnen konnte und schon eine midlife-, Stress- oder sonstige Krise herannahen sah, hat mein Mann, der tolle Coach, sich mit mir hingesetzt, mir lange zugehört und dann eine große Liste für uns beide erstellt. Jetzt wissen wir, wer wann was machen möchte und kann und muss.

Bücher zur Bücherei bringen und neue Vorlese-Bücher für die Fahrt holen, Baby-Reisepass holen, Nägel lackieren für den Strand (ich, nicht er), Brei für Jari planen und kaufen, Kinderzimmer aufräumen, Koffer packen, Auto packen, Route festlegen… und sowas eben.

Und so sehr wir es auch lieben, Listen abzuhaken… mit einem kleinen Baby läuft der Zeitplan meist doch anders. Die Tage sind gefüllt von „Ich komm‘ hier zu nix!“ und „Ja.. das wollte ich heute eigentlich schaffen!“

Ich bin heute (in der größten Oktoberhitze übrigens) mit Jari gelaufen… zum Einkaufen, zur Schule, zum Einkaufen, zur Kita… und ich war über 3 Stunden unterwegs. Zwar glücklich und in Flipflops, aber.., ne?

Es ist wirklich anstrengend – und es wird sich zuspitzen, bis wir endlich alle im Auto sitzen, Berlin hinter uns lassen, die ersten Brote auspacken und ab in den Süden fahren!

Mein Mann hat mir ein Schmuckstück aus Kalifornien mitgebracht. Einen goldenen Armreif, auf dem ganz miniklein und unscheinbar „Choose Joy“ steht. Und ich trage ihn an jedem Tag. Und ich lese diese beiden Wörter und entscheide mich für die Fröhlichkeit. Zufriedenheit. Dankbarkeit.

Eine glückliche Mutter ist eine bessere Mutter

Wie oft habe ich das schon hier geschrieben? Auch für mich! In den letzten Wochen traf das nicht so oft auf mich zu.

Und so entscheide ich mich im größten Chaos,
trotz dreckiger Küche (sowas mache ich selten und ungern),
trotz schmutziger Böden (es ist rekordverdächtig, wie lange unser heller Küchenfußboden nicht gesaugt wurde),
trotz riesiger, riesiger! Wäscheberge,
trotz unbarmherziger Listen…

… Spass zu haben. Zeit mit den Jungs zu verbringen. Zu lachen. Dazusitzen. Jari zu knutschen. Eine Atempause zu haben. Ein selbstgekochtes, neues Mittag von meinem Mann zu genießen. Auf der Couch einzuschlafen. Mein Hörbuch zu hören.

Die beiden Jungs sind heute nach Schule und Kita lange durch den Garten gestromert. Sie brauchten einfach sich und Ruhe. Platz und Sonne war auch da.

Irgendwann bat ich Emilian, mal auf den Kirschbaum zu klettern und alle Blätter abzuschütteln. Wenn ich irgendwann mal Zeit zum Laub harken hätte, sollte es sich wenigstens lohnen. Als Liam dann sah, wie viele Blätter da heruntersegelten, flitze er in den hinteren Teil des Gartens, holte eine Harke und begann zu harken.

Später riefen sie mich. Sie hatten mehrere kleine Eimer mit Laub gefüllt und wollten, dass ich die Eimer in die große Tonne leerte, weil sie sich vor dem Gestank, der angeblich aus der Tonne kam, ekelten. Und so ging das ein paarmal.

Jari war im Wohnzimmer eingeschlafen, ich fand die Luft draussen so gut und als die beiden Herren verkündeten, sie „hätten jetzt Feierabend“, schnappte ich mir die Harke. Es lag wirklich nicht mehr viel Laub auf dem Boden.

Und die beiden Jungs saßen neben mir auf der Gartenbank, Arm in Arm (wirklich!) und Liam sagte: „Ich erinnere mich grad, wie wir hier draussen im Sommer zusammen gegessen haben…“ (sehnsuchtsvoller Blick).

Ich harkte meine Kirschblätter weiter zusammen, glücklich darüber, das erste Mal in Flipflops Laub zu harken und glücklich über eine tolle neue Harke, die wir vor ein paar Wochen bei Lidl für 3 Euro aus der „Alles muss raus“-Kiste gegriffen haben.

Weil ich mich davor ekele, das nasse Laub mit den Händen in die Tonne zu werfen, bat ich die Jungs nochmal um Hilfe. Liam entschied gönnerhaft, seinen Feierabend um eine Stunde zu verschieben – und wir hatten viel Spaß dabei, die Blätter in den Eimer und dann in die Tonne zu schmeißen. So richtig mit in-den-Laubhaufen-schmeißen und die-anderen-mit-Blättern-abwerfen und so.

Nach kurzer Zeit hatten wir fast den ganzen Vorgarten geharkt und ich stellte begeistert fest, dass die Jungs in diesem Jahr zum ersten Mal wirklich eine Hilfe waren. Nicht diese „Mama, ich helfe dir und du musst dich aber tausendmal bücken und alles dauert viel länger und du hast eigentlich doppelt so viel Arbeit“-Hilfe, sondern es ging wirklich, wirklich schneller und ich hatte weniger Arbeit.

 

Am Abend nahm ich mir einen weiteren Punkt meiner Liste vor. Er war zwar nicht für heute vorgesehen, aber es passte dann einfach gut.

Vor einer Weile habe ich begonnen, im Internet (Danke an unzählige Pinterest-Mamas!!!) nach Ideen für Beschäftigungen auf langen Autofahrten zu suchen.
Weil wir etwas mit Reiseübelkeit zu kämpfen haben und ich nicht viel Extra-Zeug mitnehmen wollte, habe ich heute ein paar Such-und Spiel- und Bingo-Listen für die Jungs ausgedruckt und einlaminiert. (Passende Stifte habe ich heute auch gekauft!)
Und diese Listen wollte ich euch mal zeigen:

Das habe ich alles auf Pinterest gefunden und ich bin sehr glücklich darüber! Natürlich werde ich euch erzählen, ob mein Plan aufging. Auf Facebook und Instagram werde ich sicherlich auch mal zwischendurch ein Lebenszeichen von uns schicken.

Eine andere Pinterest-Idee habe ich meiner Mama geschickt und die hat sie sofort umgesetzt:

Seht ihr, was das ist?
Ein Waschlappen, natürlich, mit Nähten.
In dem Waschlappen sind drei verschieden große Murmeln drin und die Nähte bilden ein Labyrinth.
Sicherlich werden die Jungs sich damit nicht 15 Stunden beschäftigen, aber wenn sie mal nicht nach unten sehen oder denken wollen, wird das eine perfekte ruhige Übung sein.

Ausserdem gibt es kleine Süßigkeiten und Überraschungen. Meine Tante hat sogar Tüten mit Büchern geschickt. Wir werden Hörspiele hören, schlafen, vorlesen und essen.

Weil ich das Laminiergerät gerade am Wickel hatte, habe ich den Kindern noch einen Wunsch erfüllt. (Der fällt jetzt wieder eher in die Kategorie „Choose Joy, obwohl auch andere Aufgaben dran wären“)

Zusammen haben wir schöne Blätter gesammelt und gepresst. Ich habe sie einlaminiert und werde sie ausschneiden. Dann hängen wir sie an die Fenster oder an eine Schnur vor das Fenster.
Und bestimmt auch im nächsten Jahr werden die Blätter aus der Herbstkiste kommen und uns eine Freude machen.

Und so wechseln Anspannung und Entspannung, Zeitrduck und Langeweile, Vorfreude und Sorge, Aufregung und Stress sich ab.

Ich werde mich aus dem Urlaub oder nach dem Urlaub mit tollen Fotos und Berichten hier wieder melden. Bestimmt.


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