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papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Einmal in meinen Kopf und wieder raus

auf 21. Mai 2015

Unsere Tage sind voll und leer zugleich. Noch scheuchen uns keine festen Arbeitszeiten und auch der Kindergarten-Alltag beginnt erst in ein paar Tagen. Das ist schön! Wir schaffen viel, wir haben uns zu viert, wir gehen uns auf die Nerven und dann wieder nicht, wir haben Besuch und werden eingeladen.. Manchmal sind unsere Tage bis auf die letzte Minute mit „Freunde treffen“ verplant.

Am Montag war ich mit den Kindern im Zoo.
Zum ersten Mal nach Amerika. Zum ersten Mal ohne Kinderwagen.
Aber wir haben ja diesen Bollerwagen, den wir sehr lieben. (Zum ersten Mal lese ich da gerade „Nicht für den Transport von Kindern geeignet“. Haha, wir haben den ja extra dafür gekauft…)

In den Bus habe ich den Wagen gehoben, die Kinder sind ausgestiegen. Erst bei der zweiten Station konnte ich das Ticket kaufen, weil der Wagen keine Bremse hat. Ich hab kurz überlegt, Emilian mit dem Geld zum Fahrer zu schicken.. aber wenn wir noch ein paarmal so zum Zoo fahren, kann er das bestimmt bald. Zur U-Bahn kamen wir dann gut mit Fahrstühlen und auch im Zoo ging das echt gut mit dem Wagen.

Tiger     Reiher und Robben

Das Wetter war toll, die Tiere waren gut drauf und es war schön, die vertrauten Wege wieder abzulaufen. Beide Kinder sind jetzt schon richtig groß und können sich an den Tieren freuen, können sich unterhalten und mithelfen, wenn es sein muss. Emilian musste sogar schon Eintritt bezahlen!

Ein bißchen Sehnsucht

Zoo LA

Ein bißchen Spaß

 

Heute waren wir zum ersten Mal nach Amerika bei IKEA.
Das Frühstück hier ist echt tausendmal schöner als da. Dazu haben wir die Sonne und an einem Donnerstag-Morgen ein ruhiges Restaurant wirklich sehr genossen. Ich finde, dass sogar der Kaffee da inzwischen besser schmeckt.

Weil ich ja bestimmt monatlich bei IKEA war und nun eben lange nicht mehr, sind mir Veränderungen sofort aufgefallen. Und weil wir ja zuhause immernoch diese „Wir haben zu viel – hier steht alles nur rum“-Krise schieben, hat mich der Weg durch die Möbelausstellung heut richtig traurig gemacht. IKEA: Meister im Verstauen und im „Wir brauchen zu viert doch nicht mehr Platz“ hat mich da getroffen, wo es am meisten weh tat. Diese Zimmer sind so schön. Ich würde sofort da einziehen! Wirklich.

Nun ja. Euch ist sicher auch klar, dass mehr Zeug kaufen während einer „Wir haben zu viel Zeug!“-Krise wenig Sinn macht… Der Meinung war nämlich mein Mann.
Ich dachte aber eher, dass man ja mit mehr Stauraum das Zeug nicht mehr so sehen würde. Egal. Ich hab mich gut zusammengerissen. Finde ich. Und Dank der beiden Gutscheine, die ich zum Geburtstag bekommen habe, sah das auf dem Kassenzettel auch fast so aus, als hätte ich mich tatsächlich beherrschen können.

Unten im Warenlager ging es mir dann viel besser, weil ich mir nicht die perfekt designten, sauberen, hellen, wunderschön ausgestellen Wohnzimmer ansehen musste, sondern mir die Sachen suchen konnte, die mir selbst helfen, mein Wohnzimmer wunderschön und sauber und hell zu machen. Ungefähr.

Für andere Räume haben wir ein paar Kleinigkeiten gekauft und auch dort wollen wir erstmal mit dem Aussortieren und Wegschmeißen anfangen. Wenn ich traurig oder genervt oder frustriert bin, kann ich das richtig gut. Platz schaffen! Atmen! Freiheit!
Ich habe in den letzten Tagen wieder viel auf den Dachboden geräumt und anderes weggegeben oder aussortiert. Das fühlt sich gut an und schafft Platz und gute Laune.

 

Die Pläne fürs Kinderzimmer haben wir nochmal auf später verschoben, weil unsere Jungs ja gerade sowieso immer nur eine Sorte Spielzeug haben. Und auch dann neigen sie schnell zu Überforderung un Langeweile. Wie mich das nervt. Es wird wirklich Zeit, Spielzeug loszuwerden und ihnen altersgerechte (hihi) Beschäftigungen anzubieten.

Liam hat angefangen, aufs Töpfchen zu gehen. Immer mal wieder, aber erfolgreich. Und wie auch Emilian damals durfte er mit Papa in die Schloßstrasse fahren, Eis essen und ein Spielzeug aussuchen und so. In Anbetracht unserer vollen Schränke sagte ich zu meinem Mann: „Wir brauchen nichts. Wähle das Spielzeug weise aus.“
Emilian war da ganz anderer Meinung und versuchte, Liam heimlich ein paar tolle Vorschläge zuzustecken. Er hatte sich damals für einen Playmobil-Rettungshubschrauber entschieden. Und Liam, der überhaupt die Busfahrt und die Papa-Zeit so genoß, suchte sich eine kleine Schaufel und eine kleine Harke aus. (Sowas hatten wir nicht, weil es hier keinen Sandkasten gibt und er konnte es aber wirklich gebrauchen, weil wir ja gerade große Sandberge im Garten haben.) Die beiden Dinge kosteten weniger als 2 Euro…
Auf dem Weg zur Kasse entdeckte er eine kleine Eisenbahn von „Thomas und seine Freunde“. Er nahm die Schaufel aus dem Korb und sagte: „Tsuldidund. Iche nich Paufel. Iche Pomas.“
Als mein Mann mir das so per SMS schrieb, musste ich sehr lachen.
Liam durfte dann das Sandspielzeug UND die kleine Eisenbahn behalten und war das glücklichste Kind der Welt.

Ich ertappe mich gerade dabei, mich auf die Kindergarten-Zeit zu freuen. Und dann fühle ich mich irgendwie schlecht. Aber ich weiß, dass diese paar Stunden am Vormittag uns allen gut tun und Abwechslung bringen werden. Wir hocken doch irgendwie zu viel aufeinander. Und das Wetter.. naja. Eigentlich ist es ganz gut.
Emilian wird Abstand von Liam bekommen und den soll er haben.
Und Liam wird mehr und mehr verstehen, was dann bald auf ihn zukommt.
Ab August sind beide Jungs im Kindergarten! Ich bin gespannt, was das mit ihnen und ihrer Beziehung zueinander macht. Bestimmt werden sie die ruhigeren Nachmittage schätzen.

Zu diesem ganzen sich-erdrückt-fühlen kommt dann auch noch die Langeweile der Kinder, denen es sicher ganz genau so geht. 10 Monate hatten sie drei Autos und drei Stifte – und jetzt steht plötzlich so viel zur Auswahl. Am Dienstag haben sie so viel gestritten und geschrieen.
Emilian wird sensibler und bricht bei der kleinsten Kleinigkeit und Ungerechtigkeit in Tränen aus.
Und Liam – wie sollte es anders sein – wird lauter und frecher.
„Du Dummpopf! Du Pupsi! Du bis‘ blöd!“ quakt er dann ziemlich laut durch den Garten. Wenn wir mal nachfragen, kommt meist sofort ein „Weil das so ist!“ Wenn es nicht doch meist lustig wäre, wäre es traurig.

Ich rutsche dann in diesen „Was mache ich eigentlich den ganzen Tag?“-Kreislauf und frage mich, ob mein Leben nach 30 noch einen Sinn hat, wann meine Kinder so schnell groß geworden sind, warum ich mich nicht über mein volles Haus freuen kann, ob ich wieder arbeiten gehen soll, ob ich jemals alles im Haushalt schaffe, was ich möchte.. und so. Antworten gibt es gerade nicht.

Ich hämmere mir dann ein: „Du BIST für deine Kinder da gewesen. Selbst wenn die Zeit schnell vorbei geht, was nicht passiert, weil sie immer gleich schnell geht – aber selbst dann warst du dabei und hast sie groß-werden sehen.“

Vielleicht werde ich in den Jahren zwischen 2010 und 2030 weder große Karriere-Sprünge hinlegen, noch um die Welt reisen (ausser ab und zu nach Kalifornien, bitte) noch den Shopping-Trends der Stadt folgen können. Aber ich werde mit meinen Kindern lachen, ich werde Freundinnen treffen, ich werde dreckige Fenster und ein volles Herz haben, ich werde wenig schlafen und viel Kaffee trinken und ich werde ein paar kleine Menschen auf die große Welt vorbereiten. Wenn das nichts ist!

 

Alle Wochenenden und Feiertage ziehen so an uns vorbei und immer mal wieder muss ich mich fragen, welcher Tag heute eigentlich ist. Deswegen werden wir an den freien Tagen nicht verreisen oder „Urlaub machen“. Unser Haus und unser Garten gefällt uns sehr gut und wir genießen es, hier zu leben. Wir genießen uns, unsere Freiheiten und unsere Familie.

Das muss jetzt nach so einem Eintrag auch mal gesagt werden!


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