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Was los war. Und was nicht.

auf 16. Januar 2015

Die nächsten „Szenen aus unserem Alltag“ stehen an, ich möchte euch von einem Vorsatz erzählen und jetzt kamen die „12 von 12“ noch dazwischen..
Bevor wir wieder da sind, denn so schnell kann’s manchmal gehen, erzähle ich euch, was hier so los ist. Und was nicht.

 

Der September, Oktober und November waren wilde Monate. Wir hatten perfektes Wetter, wir waren viel in Süd-Kalifornien unterwegs, wir hatten fast immer Gäste, wir hatten Termine und Kinderbetreuung und Verabredungen …

Im Dezember habe ich zum ersten Mal so richtig unser Zuhause vermisst. Ich hätte gedacht, dass 25 Grad und Palmen und Strände die fehlende Weihnachtsstimmung ersetzen können. Können sie aber nicht. Wir hatten Adventskalender und Kerzen und genug Musik.. aber es hat nicht ganz geklappt. Als meine Mama und unsere Freundin am 15.12. wieder nachhause flogen, wurde es zum ersten Mal schwer für mich.

Mein Mann war normal arbeiten und hatte das Auto. Die Kinder waren mit sich und dem freien Zimmer glücklich, weil sie seit Oktober nicht mehr im „Kinderzimmer“ geschlafen hatten. Es wurde kühler und auch früher dunkel. Und ich.. hatte einfach nichts zu tun! Es gab keine Geschenke, die besorgt und eingepackt werden mussten. Es gab keinen Tannenbaum zu besorgen und zu dekorieren. Es gab keine Plätzchen mehr zu backen, weil wir jetzt noch die von der ersten und einzigen Back-Aktion haben.

Wir hätten uns einen Baum kaufen können und ich hätte mehr Geschenke nachhause schicken können und ich hätte… Aber wir wollten Weihnachten einmal anders feiern. Der Baum hätte nur Platz weggenommen und die Geschenke für die Kinder wären nur „Kompromisse, die in den Koffer passen“ gewesen.

Dass unsere Freunde hier im Dezember mit den Weihnachtsvorbereitungen gut beschäftigt waren, machte es nicht leichter. Wir kennen das und in Berlin wäre es uns nicht anders ergangen. Aber wir hatten kaum eine Weihnachtsfeier, wir hatten keine Gäste, kein Essen und keine Geschenke warteten auf uns. Wir hatten wenig zu tun und ich fühlte mich einfach einsam.

Am 23. und am 24. Dezember waren wir in einem Weihnachtsgottesdienst. Weil es im Bücherladen der Kirche am 24.12. bereits „Sale“ gab, kaufte ich dort drei kleine Geschenke für die Jungs. Am Abend des 24. gab es Kartoffelsalat und Würstchen und in der Nacht legte ich den Kindern ihre Geschenke hin. Omas und Tanten und Freunde hatten immer mal eingewickelte Geschenke mitgeschickt und so hatte jedes Kind tatsächlich 5 oder 6 schöne Geschenke. Das Auspacken am Morgen ging wie üblich ganz schnell und dann waren die Jungs wie üblich eine ganze Weile mit den neuen Sachen beschäftigt.

Und dann hatte mein Mann bis nach Silvester Urlaub.
Ich könnte über diese Zeit sagen: „Wir hatten so viel Familienzeit und haben viel zusammen gemacht!“ – Ich könnte aber auch sagen: „Wir sind uns in der kleinen Wohnung manchmal richtig auf die Nerven gegangen!“ Versteht ihr?

Wir haben ein paar neue Orte hier entdeckt, waren in einem Kindermuseum und auf den Spielplätzen. Aber ich habe unser Haus, den Platz, die Spielzeuge, den Garten und meine Familie vermisst. Sehr. Das hat sich komisch angefühlt. Zu Silvester wurde es sogar noch ein bißchen schwerer, weil wir irgendwie so pupsig in das neue Jahr gerutscht sind. So ungewohnt. Und allein.

 

Ich hätte nicht gedacht, dass ich Heimweh haben würde.
Es ist nämlich wunderschön hier!
Aber dann stelle ich fest, dass ich kaum Freunde zum einfach-mal-so Verabreden habe, dass ich auf das blöde Auto angewiesen bin, dass ich mich nicht traue, mich zu verabreden, weil ich nicht so gut englisch spreche, wie ich möchte, dass die Wohnung für die beiden Kerle zu klein ist und dass sie Platz und Spielzeug vermissen, dass ich bei Regenwetter nicht einfach irgendwo hin kann, ohne Geld auszugeben.

Ich stelle fest, dass wir gerade in einer Zwischen-Phase stecken.
Jetzt wäre der Zeitpunkt, an dem sich die Jungs hier wohler fühlen und Berlin laaangsam vergessen. Jetzt lernt Emilian gut englisch. Jetzt kennen wir uns aus und haben fast alles gesehen, was wir so sehen wollten. Jetzt ist Kalifornien weniger aufregend und mehr normal geworden.

Aber:
Jetzt, wissen wir, dass und wann wir zurück fliegen. Jetzt haben wir kaum noch Besuch. Jetzt werden die Kontakte nach Berlin seltener und ruhiger. Jetzt haben wir beide viele Ideen und Erfahrungen gesammelt, die wir unbedingt nachhause bringen möchten. Jetzt lohnt es sich auch nicht mehr, was auch immer …

So sieht es aus, wenn ich ehrlich bin.
In Gedanken sortiere ich schon: Wegschmeißen/Mitnehmen/Verschenken. Ich frage mich, wie voll wir die Koffer kriegen.

Wir denken mehr und mehr an die Heimat und freuen uns auf Familie, auf Freunde, auf Brötchen und Croissants, auf eigene Betten, auf Platz im Garten, auf unsere Kirche und auf die Berliner Luft.

Unsere Gäste, die heute abend ankommen sollten, mussten ihren über Monate geplanten Urlaub einen Tag vor dem Abflug leider aus gesundheitlichen Gründen absagen. Damit fallen auch für uns ein paar Ausflüge weg, auf die wir uns gefreut haben. Trotzdem ist es für sie deutlich schwerer und trauriger.
Um mich euch jetzt mal ein bißchen auf andere Gedanken zu bringen, schreibe ich, dass ich mich freue…:

– … dass es gerade wieder richtig wundervoll warm ist.
– … dass MOPS Ende Januar endlich wieder anfängt.
– … dass ich zu einem „Bible Study“ für Frauen gehen werde.
– … dass wir als Familie zu Legoland und in die Universal Studios fahren werden.
– … dass wir vier einen Roadtrip nach San Francisco planen.
– … dass wir vielleicht noch einmal Gäste haben werden.
– … dass ich noch 2 1/2 Monate kalifornische Sonne genießen darf.

 

Die letzten Wochen waren irgendwie doof und dazu stehe ich jetzt auch. Trotzdem geht es uns gut! Emilian schreibt und malt wie ein Großer! Liam plappert und denkt wie ein Großer.. seines Alters. Die beiden Brüder ergänzen sich und haben so viel Spaß zusammen! Wir konnten ihnen in den Monaten hier wenig deutsche Freunde, wenig Platz in der Wohnung und nicht so viele Spiele wie in Berlin anbieten – und so tut es mir gut, dass sie wachsen, glücklich sind, kreativ werden, lachen und lernen.

Wir hatten viele, viele Zeiten zusammen als Familie und das ist ein Bonus, der für immer zu unserer Familie gehören wird.

 

Sunset


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