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Rückblick Osterferien 2018

Mir kommt es so vor, als hätten wir gerade zwei Monate Osterferien gehabt. Aber es waren nur zwei Wochen, glaube ich.

Es ist so viel passiert! Sehr krank und im Schnee sind wir gestartet – jetzt sind wir fit und gesund und der Frühling verzaubert Berlin mit über 20 Grad! Ich muss euch dazu ein bißchen mehr schreiben!

* Am letzten Schultag, das war der 23. März, konnte ich Emilian nicht von der Schule abholen. Ich lag fix und fertig in der Badewanne. Und dann im Bett. Zwei Tage lang. Mit mir lag da mal Emilian, mal Liam und mal Jari. Wir hatten von Grippe, Übelkeit, Erbrechen, Bronchitis, Bindehautentzündung bis hin zu Reizhusten alles dabei. Einzig mein Mann, der Held, ist gesund geblieben und hat uns versorgt. Dafür fangen jetzt die Frühblüher an, ihn in der Nase zu kitzeln.

* Das war eigentlich die erste Ferienwoche. Das Wetter war nicht so besonders, wir haben es uns gemütlich gemacht. Die Kinder hatten viel neues Lego vom Geburtstag zum Bauen, dazu Hörspiele, teilweise haben sie den Schlafanzug gar nicht mehr ausgezogen.

* In Vorbereitung auf Ostern haben wir dann Forsythien aus dem Garten geholt und geschmückt. Wir haben gebacken und die Wohnung aufgeräumt.

Am Karfreitag sind wir mit ein paar Freunden einen „Kreuzweg“ am Teltowkanal gelaufen. Es gab kleine andächtige Stopps mit Texten aus der Bibel. Das Wetter war warm und sonnig, vielleicht hätte das Wetter am Sonntag mit dem Wetter am Freitag tauschen sollen… Zum Ostersonntag, zum Auferstehungsfest wurde es wieder grau und sehr kalt – und es schneite. Verrückt. Weiße Ostern statt weiße Weihnachten?
Den Ostermontag verbrachten wir bei meiner Oma. Wir blieben im Haus, aber die Kinder sind inzwischen einigermaßen groß und vernünftig und wir konnten viel zusammen erzählen und spielen.

* Seit vielen Tagen konnte ich die Wettervorhersage für den Mittwoch nicht aus den Augen lassen. Und es wechselte oft! Wolken, Regen, Gewitter, Sonne. Ich hatte Freunde eingeladen und wollte unbedingt! draussen feiern! Der Tag kam näher. Am Dienstag bereiteten wir den Garten vor, wir hängten Laternen auf, säuberten Wege und Beete, holten die Stühle aus dem Schuppen und fegten die Terrasse. Ich machte zwei Käsekuchen und mein Mann kaufte Grillfleisch.

Und dann kam der 4.4.
Und es war fast der erste schöne warme Tag des Jahres! Es war so ein wunderschöner Geburtstag!

Meine Männer machten uns ein schönes Frühstück. Wir deckten den Tisch auf der Terrasse, stellten Blumen und Kerzen auf und gegen 14:00 Uhr kamen die ersten Gäste. Als die letzten Freunde gegen 22:00 Uhr gingen, zählte ich mal durch und stellte fest, dass wir über 50 Personen gewesen waren!

Haus und Garten wuselte voller Kinder und Erwachsener, es gab Essen und Trinken, Blumen und Geschenke, die Sonne schien und ich habe mich so glücklich und geliebt gefühlt. Das Wetter war so ein großes Geschenk und ich bin Gott sehr dankbar dafür. Er weiß einfach, wie er mich glücklich machen kann!

* Am Donnerstag morgen habe ich die Kinder geweckt, sie ins Auto gesetzt und wir sind zu meinen Großeltern gefahren. Wir bestaunten ihre neue Wohnung und auch da spielten wir zusammen Würfelspiele. Zum Mittag ging es weiter zu meiner Mama und von da wieder weiter in ihre Kirchengemeinde. Es gab dort nämlich ein besonderes Lego-Projekt für die Kinder und meine Jungs durften alle vier Tage dabei sein. In eine große Turnhalle wurden tausende sortierte Legosteine gestellt und die Kinder durften bauen und bauen und bauen. Am späten Nachmittag verabschiedete ich mich von den Jungs und fuhr mit Jari nachhause.

* Den freien Freitag genossen mein Mann und ich dann, mit Jari. Zum Frühstück trafen wir uns mit Freunden, wir spazierten durch die Sonne und probierten ein neues vietnamesisches Restaurant aus. Ich druckte bei dm ein paar Fotos meiner Familie aus, die ich für meine Weiterbildung brauchte.

Zuhause packte ich in Ruhe ein paar Geschenke aus, las schöne Karten und freute mich an dem Blumenmeer.
Am Abend konnten wir endlich mit der 2. Staffel unserer aktuellen Serie „Haus des Geldes“ anfangen, die Netflix frisch hochgeladen hatte. Spannend!!
Und dann packte ich meine Doula-Tasche!

* Gestern morgen gegen 8:30 Uhr verließ ich in aller Ruhe, ohne Kind und Kinderwagen und Wickeltasche, das Haus, um mit dem Bus zur Adresse meiner Weiterbildung zu fahren. Ich genoß die Sonne und Stille und freute mich sehr auf das Wochenende.

Bis 18:00 Uhr saß ich mit meinen zukünftigen Kolleginnen zusammen. Heute wieder von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Ein bißchen fehlte mir die Sonne –  aber die ersten Tage der Weiterbildung gaben mir tatsächlich das Gefühl, am richtigen Platz zu sein!

Die Gruppe besteht aus 9 Frauen und jetzt am ersten Wochenende beschäftigten wir uns hauptsächlich mit unserer Familie, unserer Herkunft. Total spannend! Und wenn Frauen erstmal reden.. über Mütter und Frauen und Geburten und Kinder… ihr kennt das 🙂 So unterschiedlich, wie wir auch sind, verstehen wir uns sehr gut. Wir haben ein Herz für Frauen und gute Geburten, wir sind neu auf diesem Gebiet und lernen zusammen. Ich hab das Gefühl, da werden tolle Freundschaften entstehen.

Ich habe eine lange Literaturliste, dazu Hausaufgaben und Dinge, die ich nachschlagen, aufschreiben und verarbeiten möchte. Ich brauche Praktikumsplätze und Einrichtungen, in denen ich hospitieren kann.. das hat mich nach den zwei Tagen doch ein bißchen erschlagen – aber die Freude überwiegt. Ich habe Zeit für das alles. Und ich möchte wirklich eine Doula sein!

* Jari hat die beiden Tage mit Papa richtig gut gemacht. Papa auch. Das ist mir eine große Hilfe. Jari ist mir gestern und heute im Garten entgegen gelaufen, hat mich angestrahlt und sich an mir fest geklammert. Dass die beiden großen Brüder endlich wieder da sind, hat ihn auch sehr gefreut. Er schläft in diesen Tagen nachts viel besser, weil er tagsüber so viel in der frischen Luft herumtappelt.

* Morgen geht die Schule wieder los. Das bedeutet einerseits, dass das Ausschlafen und Rumgammeln vorbei ist.. aber andererseits habe ich auch wieder freie Vormittage und das gute Wetter in diesen Monaten wird ein ganz anderes Lebensgefühl bringen. Das freut mich sehr! Ich glaube, ich habe schon bald Lust, unsere Sommer-to-do-Liste zu schreiben!

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Dankbarkeit zu Weihnachten

Weihnachten ist vorbei!
Dieses schöne Fest, auf das wir so lange gewartet haben, liegt schon wieder hinter uns.
Wir genießen die ruhigen Ferientage, wir werden gesund und probieren neue Geschenke aus. So eine schöne, entspannte Zeit, in der Uhrzeit und Wochentag völlig egal sind.

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Unsere Geschenke lagen schon ab dem 22. Dezember unter dem Baum. Ich hatte immer mal wieder etwas für die Kinder gekauft, rechtzeitig alles verpackt und die geheime Tüte wurde voller und voller..

Als dann jedoch die Geschenke unter unserem Weihnachts…busch lagen, erschrak ich, wie klein und verloren sie dort aussahen. Und mich überkam ein schlechtes Gewissen.

Ich bin die Mutter, die ihren Kindern keine großen Geschenke kaufen kann.
Ich bin die Mutter, die nur Praktisches schenkt.
Ich bin die Mutter, deren Kinder ihre Geschenke an einer Hand abzählen können.

In solchen Momenten nervt mich das fehlende Geld am allermeisten. Warum haben andere Menschen immer genug Geld? Warum müssen andere Menschen nicht die Geschenke dreimal rumdrehen und sich schweren Herzens entscheiden, die Hälfte doch nicht zu kaufen? Warum muss ich meinen Kindern so oft „Aber wir haben gerade leider nicht genug Geld…“ sagen?

Meine Jungs blättern gern die Spielzeug-Kataloge durch und kreuzen sich Lieblingsspielzeuge an. (Vielleicht sollte ich ihnen die Zeitschriften einfach nicht geben?) Und sie haben Wunschzettel geschrieben oder uns erzählt.. das waren schöne Wünsche kleiner Jungen.

Es gibt da zum Beispiel diese Geschenke, die niemals langweilig werden, die die Kreativität fördern, die sich gut teilen lassen und die hundert Jahre halten. LEGO gehört dazu. Oder Holz- oder Magnet-Bausätze. Wunderbar.

Und dann gibt es Geschenke, die zu nichts anderem so richtig passen, die rumfliegen, die laut sind, die kaputt gehen, die nerven und niemand im Leben weiter bringen, die zerbrechen und irgendwann im Müll landen.
Mögen diese Dinge noch so toll leuchten oder piepsen – oder mögen alle anderen Menschen auf der Welt sie haben – inzwischen kann ich da meinen Kindern ganz gut sagen, dass ich so etwas nicht schenken möchte und warum.
Eine Kindheit, das Kinderzimmer und mein Geld sind mir zu schade für buntes Plastik.

Ich weiß, dass praktische Geschenke, wie Kleidung oder neue Stifte vielleicht mit einem Augenrollen oder einem schüchternen „Danke?“ entgegengenommen werden, aber eigentlich auch gut ankommen und geliebt werden. Und ich als Mama werde immer Bücher schenken. Bücher sind toll!

Glücklicherweise gibt es dann noch die Verwandschaft, die Weihnachtspakete schickt und Wünsche erfüllt – und natürlich sind die Kinder am Ende der Feiertage immer überfüllt und satt und glücklich.

Nur.. als ich da unser Weihnachtshäufchen sah, war ich etwas angespannt, was unseren Weihnachtsabend zu fünft betraf.

****

Und dann war es so schön!

Die Aufregung der Kinder hielt sich kaum noch in ihren kleinen Körpern, als wir uns nach dem Gottesdienst um 18:00 Uhr an den Tisch setzten, um Kartoffelsalat mit Würstchen zu essen.

Durch die Glastür schimmerte das Licht des Weihnachtsbaumes in die Küche und alles war so feierlich.

Gemeinsam gingen wir ins Wohnzimmer und setzten uns auf die Couch. Wir hörten ein klassisches Stück, was auch schon zu meiner Kindheit immer den Heiligen Abend eingeläutet hatte. Emilian ließ zwar ein kleines „Echt jetzt??“ hören, aber die 4 Minuten Stille und knisternde Aufregung hielten wir aus.

Während mein Mann dann die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vorlas, merkte ich, dass Jaris Windel übervoll war und bereits auslief.
Ganz un-feierlich also legte ich ihn auf den Teppich, wickelte ihn, zog ihn komplett neu an und – wie auch in der echten Weihnachtsgeschichte – brachte ein Baby den Plan durcheinander. Als mein Mann fragte, ob einer von ihnen noch beten und Jesus zum Geburtstag gratulieren wollte, konnte ich kaum glauben, dass beide Jungs das dann mit ganz lieben Worten taten.

Dann war es endlich soweit und die Jungs durften ihre Geschenke auspacken. Und sie jubelten, sie waren so dankbar und zufrieden. Ein- oder zweimal sagten sie tatsächlich: „Das hab ich mir schon immer gewünscht!“
Selbst ein Pullover wurde gelobt – und ich weiß nicht, ob sie das schon mir zuliebe taten.

Jari durfte zur Feier des Tages ein halbes Gummibärchen lutschen und unser Glück teilend tapste er fröhlich schmatzend um uns herum.

Und dann ist es so, wie es bei uns an Weihnachten wahrscheinlich immer sein wird. In einem kurzen, heftigen Sturm werden die Geschenke ausgepackt und bejubelt – und dann sitzen sie über ihren LEGO-Paketen und bauen. Und es tritt Stille ein. Lange Stille.

Der Abend verlief glücklich und ruhig – und ich war dankbar über ihre Dankbarkeit.
Zwischen meinen Gedanken „Weniger ist mehr! Und unser Haus ist viel zu voll!“ – und – „Aber ich schenke ihnen doch so gern etwas!“ habe ich wahrscheinlich eine gute Mitte getroffen.

****

Den 25. Dezember verbrachten wir mit der Familie meines Mannes und am späten Nachmittag fuhren wir weiter zu meiner Familie. Die Geschenke ließen wir unter dem Baum liegen. Gestern kamen wir spät abends nachhause – und heute, endlich!, durften die Jungs einfach sein und spielen.

Wir haben neue Bücher vorgelesen, LEGO gebaut, das neue Spiel „Spinderella“ gespielt und Emilian ist für mehrere Stunden in seine fast zu spannende Hörspielbox vom „Schlunz“ versunken.

Ich habe zwei ganz tolle neue Backbücher bekommen und nachdem wir eine Reihe sehr spezieller Zutaten besorgt hatten, traute ich mich heute an das erste Rezept.
Ich werde in Zukunft sehr viel leckeres Zeug backen. Und ich werde die „Back-Challenge“, die ich vor Jahren mal großzügig angekündigt hatte (Alle Bücher durch-backen), wohl nicht schaffen. Und ich werde nicht mehr sagen können, was jetzt genau mein Lieblingsrezept ist.

Vor uns liegen jetzt noch mehr ruhige Tage.

Ich freue mich darauf, unseren Jahresrückblick für den Blog zu schreiben, wir besuchen meine Oma, wir werden im Spätherbst Winterwetter spazieren und zum zweiten Mal so richtig mit Kindern Silvester feiern!

Ich bin so dankbar, dass meine Kinder dankbar sind – und Dankbarkeit zeigen können. Ich bin glücklich, dass sie kaum Ansprüche haben, sich nicht mit anderen vergleichen. Dass sie teilen und sich mitfreuen können. Dass sie verstanden haben, was unser aller größtes Geschenk an Weihnachten ist!

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Es ist für uns eine Zeit angekommen…

Bevor sich das Jahr 2017 still und heimlich verabschiedet, möchte ich euch noch ein Lebenszeichen von uns geben.
Denn lebendig sind wir…

… aber es gibt fast keine Kinderkrankheit, die in den letzten Wochen nicht hier vorbeigeschaut hat. Streptokokken, Bronchitis, Reizhusten, Augenentzündung, Ohrenschmerzen, Durchfall, Schnupfen, Erbrechen bis nichts mehr geht und noch mehr, Schwindel, Bauchkrämpfe…
Wir sind Dauer-Gäste beim Arzt, inzwischen wechseln sich alle drei Kinder beim Inhalieren ab, die Waschmaschine hat kaum Pause und der Eimer (der Eimer) steht immer griffbereit. Ihr wisst, was ich meine.

Wir kennen inzwischen alle kindgerechten Weihnachtsfilme auf Netflix, wir dösen auf der Couch und lesen und schlafen. Es ist eigentlich echt entspannt – wenn wir alle ein bißchen mehr gesund wären.

Aber .. die Plätzchen sind gebacken, die Geschenke liegen unterm Baum, die Karten sind bereit, beschrieben zu werden, die Aufregung der Kinder wächst. („Ach Mama… können wir nicht dieses Jahr mal Weihnachten am Tag feiern? Können wir nicht die Geschenke schon am 24. am Morgen auspacken?“)

****

Wir sind dankbar für unsere kleine Familie. Was haben wir im letzten Jahr zu Weihnachten auf das kleine Baby gewartet!

Wir sind dankbar für ein Dach über dem Kopf und für ein gemütliches Haus, in dem es trocken und meist warm ist (wenn die Heizung funktioniert).

Wir sind dankbar für eine Stadt, in der wir Familie und Freunde haben und einfach so Weihnachten feiern dürfen.

Wir sind dankbar, dass wir immer von allem genug haben, dass es uns gut geht und wir auf ein sehr schönes Jahr 2017 zurückblicken können!

Allen meinen Lesern wünsche ich von Herzen ein friedliches und gesegnetes Weihnachtsfest!
Denkt daran,

dass wir das größte Geschenk selbst bekommen haben!
Denn Gott kam zu uns,
damit wir zu Gott kommen können.

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Unterwegs mit Kindern im Auto

Wie versprochen schreibe ich euch, wie wir unsere Auto-Reise nach Korsika geplant und überlebt haben.

Unsere Stationen

Freitag, 20. Oktober 2017
Berlin  – Schwäbisch Gmünd

Samstag, 21. Oktober 2017
Schwäbisch Gmünd – Toulon

Sonntag, 22. Oktober 2017
Bastia – Calvi

***

Freitag, 03. November 2017
Calvi – Bastia

Samstag, 04. November 2017
Nizza – Schwäbisch Gmünd

Sonntag, 05. November 2017
Schwäbisch Gmünd – Berlin

Sieht jetzt gar nicht sooo viel aus, aber das sind schon ein paar ordentliche Kilometer, die wir da zurückgelegt haben.

Fast immer saß ich hinten zwischen Jari und einem Kind, das andere Kind saß vorne im Auto. Der Beifahrersitz war sehr beliebt, aber neben Mama zu sitzen auch, als gab es beim Abwechseln kaum Streit.

Ich hatte den Jungs zwei Beutel gepackt. Ein Beutel stand vorn und einer hinten. Sie waren fast gleich befüllt, sodass nicht immer wieder komplett umgezogen werden musste. Auf der Hinfahrt haben es beide Kinder bis Korsika nicht geschafft, den Inhalt des Beutels bis unten zu finden. Auf der Rückfahrt wurden die Beutel dann einfach ausgekippt – und ihr könnt euch nicht vorstellen, was alles wo im Auto lag. Und vielleicht immernoch liegt.

In den Beuteln waren:

– kleine Pixi-Bücher
– TipToi Bücher + je ein Stift
– Gummibärchen, Traubenzucker, Kaugummis, Bonbons
– Ausmal- und Rätselhefte + Kugelschreiber und Buntstifte
– laminierte Bingo-Listen für die Autofahrt mit abwischbaren Stiften (siehe Foto)
– ein Waschlappen-Labyrinth (siehe Foto)
– Kopfhörer und ein Handy für Spiele, Hörbücher oder Filme
– ein Kuscheltier bzw. Kuscheltuch
– kleines Spielzeug wie Spinner, Zauberwürfel, Taschenlampe

In der Nähe meines Sitzes hatte ich dann unseren Vorlese-Stapel aus der Bücherei, die Kühlbox mit Obst, Broten, Energy Drinks und andere Snacks, sämtliche Aufladekabel, Wechsel-Socken, Wechsel-Nuckel, Feuchttücher, Futter und Beschäftigung für Jari, … und was sonst ohne Pause erreichbar sein musste.

Als Snacks eignen sich Müsliriegel, kleine Käse-Würfel, kleine Würstchen, Weintrauben, Salzbrezeln, kleine Müsli-Packungen, Kekse, Laugestangen..

Und das funktionierte gut.
Wir machten nicht unnötig viele Pausen. Nur, wenn wirklich Kaffee, frische Luft, eine neue Windel oder ein kurzes Rumrennen wichtig war.

An jeder Tankstelle testeten wir kurz die WLAN-Funktion, um alte Hörspiele oder Filme vom Gerät zu schmeißen und neue herunterzuladen, um Speicherplatz zu sparen.
Wusstet ihr, dass Netflix in anderen Ländern sofort anderssprachig wird? Als es kleine Filme nur noch ein englisch oder französisch gab, sahen die Jungs sich die Serien eben in englisch an.
Wenn es tolle Berge oder einen Sonnenuntergang zu sehen gab, haben die Jungs auch mal versucht, Fotos zu machen.

Die Hörbücher („Drei ??? Kids“, „Fünf Freunde“, „Liliane Susewind“, „Die Playmos“) hörten wir alle zusammen per Bluetooth-Box oder irgendjemand allein über Kopfhörer. Wenn Liam vorn saß, legte er auch gern „Die kleine Schnecke Monika Häuschen“ oder Lieder von „Frederik Vahle“ in das CD-Fach.
Es gibt Hörspiele, die sind immer spannend und gut, ob man nun 5 oder 35 ist.
Und es gibt CDs, die ich wahrscheinlich mein Lebtag nicht mehr anhören kann. Und genau diese Ohrwürmer werde ich auch mein Lebtag nicht aus dem Kopf kriegen.

Aber das kennen wir doch alle. Damit das Kind im Auto ruhig ist, hören wir alle Lieder und Hörspiele mit. Und nicht nur ein- oder zweimal, sondern in unserem Fall auch mal tagelang. Und der Ohrwurm hält fünfmal so lang..

Ich glaube, jeder der Großen schlief während aller Fahrten ein- oder höchstens zweimal. Aus dem Alter sind sie wahrscheinlich raus.
Jari allerdings schlief ständig. Und das hat sich sein kleiner Körper so gemerkt, dass er in den ersten Tagen hier sofort einschlief, wenn er in seinen Sitz gesetzt wurde. Auch, wenn wir nur ein paar Minuten unterwegs waren.

Und sie fragten diese Fragen, natürlich.
„Wann sind wir da?“, „Wie lange fahren wir noch?“, „Ich kann nicht mehr sitzen…“, „Mein Popo juckt!“, „Mir ist langweilig.“ und Emilian fragte auf dem Rückweg, so eine halbe Stunde nach Schwäbisch Gmünd in Richtung Berlin: „Mama, könnte ich schon irgendwas wiedererkennen?“

Aber es waren nur Fragen. Mal jammerig, mal ungeduldig, mal interessiert. Aber nie wirklich am Ende und schreiend oder gequält. Ich denke, Jari war zu klein und Liam schon zu groß, um richtig ungenießbar zu werden.

Auf der Hinfahrt waren die Beutel voller und sauberer und interressanter, als auf der Rückfahrt. Im Pack-Stress vor dem Urlaub habe ich nicht drüber nachgedacht, extra neues Material für den Rückweg mitzunehmen. Wir hatten zusammen neue französische Süßigkeiten gekauft und von unseren Vorlesebüchern hatten wir nichtmal die Hälfte geschafft. (Wir haben die Bücher „Die drei ??? Kids“, „Hilfe, die Herdmanns kommen!“, „Millie an der Ostsee“, „Pippi Langstrumpf“ und „Karlsson vom Dach“ verlängert und lesen immernoch.)

Aber der sonstige Inhalt war eher langweilig.
Glücklicherweise hatten sich die Jungs auf der Hinfahrt sehr interessiert und fast ausschließlich mit ihren Abwisch-Listen beschäftigt. Die Rückfahrt bestand dann eher aus meinen Büchern, Hörbüchern, Apps und Filmen.

Diese Listen habe ich bei Pinterest gefunden, ausgedruckt und einlaminiert:

Finde diese Fahrzeuge!

Finde diese Autokennzeichen!

Finde … !

Finde diese Dinge!

 

Beide Jungs haben schön gesucht, gemalt, gewischt (mit einem trockenen Papiertuch) und sich beschäftigt. Das hätte ich gar nicht gedacht. Und wir haben auch mitgesucht und viel gefunden. Sogar einen roten Audi aus München haben wir gesehen.

Das Waschlappen-Labyrinth hat meine Mama genäht.
In einen Waschlappen hat sie drei verschieden große Murmeln gesteckt und kleine Gänge genäht.

Die Apps, die uns gefallen und auch gut offline funktionieren, heißen:

– Die Bibel App für Kinder

– Toca Apps

– Peter und der Wolf in Hollywood

– Pepi Apps

– Flik & Flak

– McDonalds App „Happy Studio“

– Camp Pokémon

– Die Sendung mit der Maus App

– Die Sendung mit dem Elefanten App

Und das war’s.
Und es war schön.
Es war eine gute Fahrt nach Korsika und zurück – und es wird nicht unsere letzte Fahrt in den Süden gewesen sein!

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Die Überraschung

Ich habe versprochen, euch zu erzählen, was uns bei unserer Rückkehr von Korsika völlig aus den Socken gehauen hat.

Als wir zuhause ankamen, war es schon dunkel.

Ich wusste, dass in unserer Abwesenheit kurz ein paar Freunde bei uns übernachtet hatten. Ich freute mich also, in ein Haus zu kommen, das nicht zwei Wochen komplett leer gestanden hatte.

Ich wusste auch, dass meine Schwester da war. Denn ich hatte sie gebeten, auf uns zu warten, die Heizungen anzumachen, Tee zu kochen und eventuell hatte ich angedeutet, dass wir uns über eine Portion Sushi freuen würden.

Wir waren müde, stinkend, genervt und hungrig. Uns war kalt und wir wollten zurück nach Korsika. Ich jedenfalls.

Die Kinder, die natürlich immer zuerst aus dem Auto springen, ohne irgendwas mitzunehmen, waren weg, bevor ich mich richtig abschnallen konnte.
Mein Mann nahm Jari – und ich quetschte mich als Letzte zwischen den Kindersitzen hervor.

Im Garten staunte ich über die heruntergefallenen Blätter, sah unser heimeliges Haus da stehen – und dann hörte ich es schreien:

„Emilian! EMI-LI-AN!! Das ist jetzt kein Traum!
Emilian, komm! Emilian, komm!! (*Stimme überschlägt sich*)
Emilian… das ist jetzt kein Traum, das ist jetzt kein Traum.
Emilian, guck mal! Das ist jetzt kein Traum, Alter!“

Ich, noch in FlipFlops, komme als Letzte ums Haus herum geschlappt und im Lichtschein des Küchenlichtes sehe ich, dass an unserem Baum im Garten… ein Baumhaus hängt!

Und zwar nicht so ein schiefes, morsches Holzteil mit vier Brettern und acht Nägeln, sondern da oben hängt ein Ding, das locker als Designer-Wohnzimmer durchgehen kann.

Meine Schwester hockte gackernd hinter der Hecke und filmte unseren Auftritt – daher weiß ich auch genau, dass Liam wirklich so ausgeflippt ist – und auf der Aufnahme hört man dann auch irgendwann meinen Mann und mich. „Das glaub‘ ich jetzt nicht. Das glaub‘ ich jetzt nicht!!“

*****

Wir hatten uns so darauf gefreut, Jaris Blick zu sehen, wenn er sein Zuhause wieder sah. Das Unwohl-sein im Urlaub hatten wir gespürt und nun wollte ich das Wiedererkennen auch feiern. Gerade bei den Kindern so im Alter von 1 oder 2 fand ich es immer so besonders, das Nachhausekommen zu beobachten.
Und Jari hat es genossen! Natürlich. An allen Tagen seitdem sitzt er eigentlich zufrieden in irgendeiner vertrauten Ecke, klopft mit dem Schuhlöffel auf die unterste Treppenstufe, schmeißt kleine  Gummiwürfel und krabbelt ihnen hinterher oder packt seine Holzbausteine aus und ein.

Aber an dem Abend ging das erstmal unter.
Emilian war oben, bevor ich überhaupt „Baumhaus“ sagen konnte – und Liam war zu sehr damit beschäftigt, seine normale Atmung wiederzufinden. Unten am Baumhaus baumelte ganz romantisch eine Strickleiter, die aber (noch) nicht am Boden befestigt war. Liam brauchte ein bißchen Hilfe beim Klettern (Ich versuchte es auch, aber.. lassen wir das.) – und dann waren beide Jungs oben. 

Alles passierte irgendwie gleichzeitig.

Mir war kalt und ich ging rein. Wie im Rausch schlappte ich durch unsere untere Etage – und stellte fest, dass alles, wirklich jeder Raum blitzblank geputzt war!
Auf dem Wohnzimmertisch stand eine Schüssel voller toller Schätze – mit einer Danke-Karte der Schlafgäste.
Der Kühlschrank war voll! (Danke an die Schwiegermama!)
Die Böden glänzten.
Die Bäder waren geputzt.
Überhaupt funktionierten auch plötzlich Dinge wieder, deren Reparatur wir, naja.. nicht an oberster Stelle auf der Liste hatten.
Und dann dieses Baumhaus…

Irgendwann kamen die aufgedrehten Kinder rein, die wir diesmal nicht ruhig halten mussten und wir trafen uns alle am Wohnzimmertisch, um über die Sushi herzufallen.

*****

Stück für Stück erfuhren wir, was also in den vergangenen Wochen passiert war:

Es ist ja so, dass dieser Baum sich schon sehr für ein Baumhaus anbot. Und wir, mit unseren drei Söhnen, hatten gerade im letzten Sommer natürlich immer mal wieder darüber nachgedacht.
Aber Zeit und Geld… ihr kennt das.

Mein Vater, ein Konstruktionskünstler, sagte mal sowas wie, .. er hätte da schon eine Idee.. und man könnte das so und so machen… ihr müsstet nur das Holz mal besorgen… vielleicht mal zu den Geburtstagen oder so.

Und dabei war es geblieben. Dachten wir.
Bis wir aus einem zweiwöchigem Urlaub kamen und das Ding plötzlich da ist. Als Weihnachtsgeschenk für die Jungs.

Meine lieben Eltern hatten das alles lange und in aller Heimlichkeit geplant! Und wenn mein Vater irgendetwas plant, richtig mit Zahlen und Skizzen und so, dann wird das was!
Schon vor unserem Urlaub wurde der Garten und der Baum vermessen. Das waren die Besuche, bei denen wir nicht da waren und ich dachte, wir hätten uns verpasst und ich mich fragte: Warum kommen sie auf gut Glück vorbei und fragen uns nicht vorher, ob wir da sind?

Fast genau am Tag unserer Abreise haben sie begonnen – und sind bis jetzt nicht fertig geworden, wie sie sagen. Obwohl ich das schon ziemlich perfekt finde.

Mein Bruder war dabei – und während er und unser Papa da so ein geräumiges Ding samt Dach und kleinem Balkon in 2m Höhe an den Baum werkelten, hatten Mama und die Schwägerin scheinbar etwas Langeweile und putzten unser Haus.
Und ich dachte immer, mich kann man nicht überraschen…

Diesmal ahnten wir gar nichts. Nichts!
Es war nicht eine von diesen Überraschungen, wo alle Bescheid wussten und für die Kinder aber so taten, als würden sie totaaal überrascht sein.
Diesmal war alles echt.
Und Liams Schreie sprechen für sich.

*****

Das Baumhaus war am Montag scheinbar das Gesprächsthema in Schule und Kita, denn seit dem hatten wir fast ununterbrochen Gäste allen Alters zu Besuch, die sich überzeugen wollten, ob es stimmte, was die Kinder da erzählten.
„Und ihr habt wirklich nichts gewusst???“
Emilian hat am Montag morgen kurz nach 7:00 Uhr im Baumhaus gefrühstückt, die Jungs haben sich ein Korb am Seil als Transportmittel gebastelt und wäre es nicht gerade so kalt, hätten die Kinder längst da oben übernachtet.

Obwohl inzwischen eine richtige Leiter am Baum lehnt, habe ich es bis jetzt noch nicht nach oben geschafft… Das werde ich morgen nachholen.
Und ich träume schon von einer langen Wäscheleine oder Lichterkette zum Schlafzimmerfenster, von lauschigen Wein-Abenden oder abenteuerlichen Übernachtungen, von Lese-Nachmittagen und Kaffe-Pausen… in unserem Baumhaus!

*****

Meine Eltern,
ich weiß, dass ihr das lest.
Ihr seid verrückt!
Danke!!!
Ihr habt uns so überrascht und so glücklich gemacht. Die drei, oder wahrscheinlich alle fünf Enkelsöhne, werden lange, lange Freude an diesem „Abenteuerzimmer“ haben und dort geheime Gespräche führen, Hausaufgaben machen, Streiche aushecken, über Witze gackern, Eichhörnchen beobachten, Tannenzapfen runterwerfen, Eis essen und sich so groß und frei fühlen.
Danke!

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