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Neue Kindersprüche

Wenn ich schon wegen des Sommerwetters keine großen Berichte schreibe, kann ich wenigstens mal  Kindersprüche veröffentlichen. Oder?

Es geht uns nämlich gut. Sommer, Sonne, Sonnenschein – und wir sind draußen. Britzer Garten, Wasserspielplatz, Wannsee, Gartensprenger – die schönsten Tage und die besten Kindheitserinnerungen.

Nun also zu den Kindersprüchen:

* Wir sind kurz vor dem Abendbrot. Ich brauche Essen und schiebe mir heimlich eine Schokoladenkugel aus dem Kühlschrank in den Mund. Liam sieht doch, dass ich kaue und ruft: „Heee, du fresst ja schon!“

* Zum Geburtstag meines Bruders schreiben wir auf eine Karte, was wir toll an ihm finden.
Wir fragen Emilian: „Was magst du am meisten?“
Und sofort kommt die Antwort: „Seine Frau!“

* Die beiden Großen lieben Jari über alles und er lässt sich so gut von ihnen beruhigen.
Emilian sagt dann sowas wie: „Gaaaaanz ruhig, Jari. Aaaaaaalles ist gut. Du hast gaaaar keinen Grund zum Weinen.“
Und Liam so: „Jari! Was ist denn passiert? Mama kommt gleich wieder. Sie ist nicht gestorben!“

* Liam überrascht uns mal mit so Sätzen wie: „Mal sehen, ob ich wenn ich groß bin, wirklich eine Frau werde. Ich will nämlich lieber ein Mann werden. Was können denn Männer besser als Frauen?“
Oder er sagt: „Wird Jari ein Mädchen oder ein Junge? Werden wir ja dann sehen! Heute sieht er aus wie ein Mädchen…“
Und da stellten wir fest, dass er… naja, nicht wirklich den Unterschied zwischen Jungs und Mädels kennt. Woher auch, vielleicht.
Wir fragten ihn, ob er beim Schwimmen in der Kita … naja, mal die Mädchen gesehen hätte. Und er sagte sowas wie: „Ich kann nicht die ganze Zeit nach unten gucken, dann laufe ich doch gegen eine Wand!“
Liam ist so cool. Er hat viele gute große Gedanken – und ist dann aber einfach auch wieder Kind.

* Nach seinem ersten Schwimmkurs hat Emilian ja eine Email an die Familie geschrieben. Ich hab sie euch hier aufgeschrieben. Als die ersten Verwandten zurückschreiben, rufe ich Emilian zu: „Du hast eine Antwort bekommen!“
Und er sagte: „Auf welche Frage denn?“

* Als Liam die U9 bevor steht, sage ich ihm, das sei ein Test, ob er 5 werden kann. Er ist so aufgeregt und übt sowas wie auf-einem-Bein-hüpfen und so. Ganz anders als Emilian geht er mit der Arzthelferin mit und machte seine Übungen.
Nach der Untersuchung sagt er gleich zu mir: „Ich hab alles richtig gut gemacht. Was, wenn ich nicht 5 werden kann?“
Er war sehr glücklich, dass er dann seinen 5. Geburtstag feiern konnte.

* Und wieder einmal macht sich Liam so seine Gedanken:
„Warum hat Emilian so viel Angst? Ältere müssen doch immer mutig sein. Ich hab keine Angst…. Aber ich will nicht in der längsten Höhle sein. Wenn man da nicht mehr rausfindet, dann hat man ein Problem.“

* Aus einer Babyzeitshrift lese ich von den Wachstumsschüben der Babys vor. Irgendwann hat das Baby beim Weinen Tränen. Irgendwann hat das Baby eine Lieblingsfarbe, die es gern anguckt.
Tage später fragt Liam: „Was ist denn jetzt Jaris Lieblingsfarbe???“

* Wir haben festgestellt, dass Emilian aus vielen T-Shirts rausgewachsen ist. Zu seinem Geburtstag probieren wir mal ein paar alte Schuhe für den Frühling an. Sie passen natürlich kaum noch. Emilian stellt fest: „Das ist ja auch ein Witz, die Schuhe am Geburtstag anzuprobieren, wenn man grade größer wird. Gestern hätten die mir noch gepasst!“

* Wir trinken gerne Brausetabletten mit Vitaminen und erklären dann den Jungs, wozu Calcium, Eisen und Vitamin C gut sind. Liam klettert auf den Schrank, um sich eine Brausetablette zu holen. Er sieht sich die verschiedenen Dosen an und grinst: „Soll ich gesund werden – oder stark???“

* Die Kinder wissen, wenn Mama abends weg ist, ist „Papa-Abend“. Sie dürfen dann bestimmte Sachen machen, von denen ich nichtmal weiss, was es ist… Als Papa dann eines Abends weg geht, läuft Liam in die Küche und sagt: „Oh, heute ist Frauen-Abend! Ich hole uns was Schönes!“

* Emilian hat herausgefunden, dass Jari lacht, wenn er ein gackerndes Geräusch macht. Als der kleine Bruder dann lacht und juchzt, sagt Emilian: „Ich kann gar nicht mehr gackern, so glücklich bin ich!“

* Die Jungs geben sich gegenseitig Aufgaben, die der andere dann erfüllen muss:
Emilian sagt: „Du musst Mama auf den Po küssen!“
Liam sagt: „Nee, das ist mir zu stinkig..“
Emilian: „Die pupst doch nie.“
Liam: „Doch!“

* Nachdem es zur Einschlafzeit lange ruhig im Kinderzimmer war, kommt Liam an.
„Mamaaaa? Ich will nicht immer auf morgen warten.. und alles. Verstehst du das??“

* Die Kinder kriegen ein Gespräch von uns über Verhütung, nächstes Baby, ja oder nein… mit.
Liam ist ganz aufgeregt: „Hast du ein Baby im Bauch? Dann haben wir für jeden eins!“
Er erfährt, dass ich dann zur Kontrolle (nach der Geburt) beim Arzt war und fragt: „Und?? Hat der Arzt gesagt, dass du ein Baby im Bauch hast?“

* Wir bemalen Ostereier. Liam hält ein Ei hoch und ekelt sich: „Überings: Einer hat hier nicht richtig ausgepustet. Ich hab hier Schleim…“

* Ich entdecke im Garten die erste Tulpe und sage: „Guck mal! Da wächst eine Tulpe. Gut, dass du aufgepasst hast, dass Papa die nicht abmäht.“
Emilian gackert: „Haha, oder vielleicht abmuht oder wiehert…“

* Schul-Gespräche. Emilian sagt: „Ich wette, die sind keine Christen. Weil Judo und Ninja ist sowas zum Töten und so..“

* Ich gehe mit Emilian spazieren. Kurz davor hat er gelernt,warum Aprilwetter Aprilwetter heißt – und in diesem Jahr traf das ja ordentlich zu. Er sagt ganz altklug: „Ich trau dem Wetter nicht!“

* Wir stehen in der Küche. Mein Mann hat gern das Licht an – ich aber schalte es am liebsten aus, sobald die Sonne scheint.
Emilian hört von unserer Diskussion, was nun heller und hell genug ist… Er stellt sich unter die Lampe und schimpft: „Kein Vitamin D von der Lampe!“

* Wir reden zusammen über Dankbarkeit.
Papa sagt: „Ich bin dankbar, dass das Fasten vorbei ist!“
Liam sagt: „Da muss ich ja jetzt auf meine Süßigkeiten aufpassen!“

* Wir sprechen über die Bibel-Geschichte zu Pfingsten.
Jesus war in den Himmel zurück gegangen und hatte seinen Jüngern aber den Heiligen Geist zurück gelassen. Jesus ist also überall.
„Auch in der Glasscherbe?“ – fragt Liam.

* Wir haben ein altes Foto von uns beiden gefunden und reden beim Abendbrot darüber, von wann das Foto gewesen sein könnte: „Das war bestimmt vor unserer Hochzeit. Guck mal, du hast noch keinen Bart.“, sage ich.
Und Liam wundert sich: „Hä? Kann man erst einen Bart haben, wenn man verheiratet ist?“

* Ich hole Liam von der Kita ab. Er läuft ein bißchen auf der Strasse und ruft immer wieder: „Ich bin ein Strassenkind!“
Ich merke, dass er dieses Wort gehört hat, aber nicht genau weiß, was es bedeutet. Wir reden darüber und es beschäftigt ihn sehr, dass Strassenkinder Strassenkinder heißen, obwohl sie ja nicht wirklich auf der Strasse leben. Er fragt: „Warum heissen die denn dann nicht Wald-Kind oder Draußen-Kind?“

* Eine Uhr im Flur ist stehen geblieben und mein Mann setzt neue Batterien ein und dreht die Uhrzeiger richtig.
Liam kommt vorbei und fragt: „Häää? Ist heute der Uhr umdrehen Tag?“

* Wir machen den Sprenger im Garten an. Hinter einem Baum ist der Rasen trocken.
Emilian sagt: „So wie Jesus. Der hat sich auch geopfert und die anderen gelassen.“

* Liam sagt: „Mama, die Augen von Jari glänzen, wenn er mit mir redet. Die glänzen wie neu geboren.“

* Jari spuckt zur Zeit viel Milch.
Liam sieht, wie die Milch aus Jaris Mund blubbert. Er sagt: „Da war eine Flutwelle in seinem Mund, aber er hat die Flutwelle wieder runter geschluckt…“

* Jeden Morgen kommt Liam zuerst zu Jari ans Bett, um zu kuscheln.
Er sagt: „Ich hätte auch gern so einen Jari…“

* Wir fahren spät nachhause. Liam sagt im Auto: „Mama, ich habe mal eine Frage: Warum machst du keine Fotos vom Sonnenuntergang?“

 

Immer wieder neu.
Immer wieder schön.

(Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links.)

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Mal wieder aus dem Alltag…

* In unserem Bad hängt eine Karte, auf der steht:
„Und am Ende eines Tages sollen deine Füße dreckig, dein Haar zerzaust und deine Augen leuchtend sein.“

Ich freue mich sehr, dass diese Zeit jetzt endlich beginnt!
Die Jungs kommen mittags aus Schule und Kita, ziehen sich die langen Hosen und Socken aus, verschwinden im Garten und sind weg. Ich liebe es!
Sie malen mit Kreide und klettern auf dem Kirschbaum, sie zupfen Unkraut und bekommen dafür eine Belohnung, sie schaukeln, sie schießen Tore, sie gackern, sie streiten, sie schnitzen, sie rennen…
Wenn sie Hunger haben, lassen sie sich mal kurz blicken.

Am Abend werden die Füße gewaschen, es gibt die „Zeckenkontrolle“ und sie sind ruhiger und ausgeglichener nach solchen Tagen. Nur für die Hausaufgaben muss ich mir was einfallen lassen…

* Die Hausaufgaben sind nämlich so ein Problem. Emilian ist intelligent. Er kann gut auswendig lernen. Er liest und schreibt und rechnet gut. Er kann kombinieren und verstehen. Bei ersten Diktaten hat er einzelne Schusselfehler. Er ist nämlich faul. Schreibübungen sind langweilig. Zahlen schreiben reicht dann nach 8 Monaten auch.
Mein Mann sagt, ich darf ihn nicht erinnern – nur helfen, wenn Emilian darum bittet. Zwei Erinnerungen Einträge ins Hausaufgabenheft gab es schon von der Lehrerin. Wir üben das!

* Das unaufgeräumte Kinderzimmer hat mich immer wieder so genervt, gerade weil die Kinder es in den nächsten Monaten wahrscheinlich kaum betreten.
Die großen Spielsachen, wie Duplo/Holzeisenbahn/Autos gibt es ja sowieso immer nur nacheinander. Aber es gibt noch sooo viel Kleinkram! McDonalds-Geschenke, Fussballkarten, kleine Bälle, Überraschungseier-Figuren, Forscher-Utensilien, Würfel, Steine, Bierdeckel, Geld aus anderen Ländern, bla bla bla. Dazwischen übrigens Millionen kleiner Lego-Steinchen.
Gestern hat es mir dann gereicht. Ich habe alles, was nicht Lego ist, in kleine Spielzeugkisten geschmissen und das Regal mit allen diesen Kisten ins Schlafzimmer gestellt. Ist zwar doof fürs Schlafzimmer, aber das Kinderzimmer ist frei!
Nur Bücher und Lego und CDs habe ich ihnen gelassen. Und jetzt sitzen sie da oben, bauen mit tollster Phantasie Lego-Fahrzeuge und hören ein Hörspiel. So soll das sein.
Mein Plan, dass sie nichts aus diesen Kramkisten vermissen werden, geht wahrscheinlich auf und dann kann ich weggeben und wegwerfen!
Ich bin noch lange kein Minimalist und liebe meinen Kram ja auch, aber ich höre, wie das Haus und wir aufatmen, wenn Platz entsteht.

* Emilian hat noch drei Schwimmstunden!
Die ersten Kinder schwimmen bereits ohne Hilfen. Er wird viel Mut und Zuspruch brauchen, um ohne Schwimmhilfe ins tiefe Becken zu rutschen. Ich bin gespannt, wann er für die Seepferdchen-Prüfung bereit ist!

* Jari wurde heute gewogen und er wiegt unglaubliche 4740g! In einer Woche hat er 500g zugenommen. Er trinkt ungefähr 1L am Tag und ist rundum glücklich. In ein paar Tagen machen wir die U4 mit ihm und ich hoffe, dass ein weiterer Besuch beim Osteopathen ihm gut tun wird… vielleicht kann ich wieder stillen!?

* Wie jedes Jahr im Mai tippeln ein paar Ameisen durch unser Haus. Ich bin nicht mehr so nervös und angeekelt, wie in den letzten Jahren und hoffe, dass die Ameisen wie jedes Jahr wieder bald verschwinden.
Und als hätten wir noch nicht genug Aufgaben, wird unsere schöne Buchsbaumhecke vom Buchsbaumzünsler befallen. Hunderte kleine Raupen lassen sich unsere Hecke schmecken, legen nochmal hundert Eier ab und sind fröhlich draussen vor unserem Wohnzimmer unterwegs. Das ist ziemlich eklig und leider ziemlich ausweglos.
Dieses Vieh ist ziemlich neu in Deutschland und hat noch keine Feinde. Wir brauchen entweder ein Wunder – oder eine neue Hecke.

* Wie angekündigt waren wir am Freitag auf einem FamilienMutMach-Event. Es war richtig gut, ich werde bald darüber schreiben. Wir möchten dieses Event in Kürze nach Berlin holen und ich möchte, dass ihr dann unbedingt alle dabei seid!

* Am Samstag bekommen wir Besuch von einem Fotografen!
Mehr verrate ich noch nicht. Ich bin sehr gespannt und werde euch natürlich berichten. Für euch könnte das nämlich auch sehr interessant sein.

* Wir freuen uns über das wunderbare Wetter und können die kommende, schulfreien Tage kaum erwarten!
Zoo, Erdbeerhof, Britzer Garten, Wannsee: Wir sind bald da!

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Hallo April!

Wie schön, wie schön!
Stört es euch, wenn ich bis Ende September ungefähr sage, wie toll ich die Sonne finde? Nein? Okay.
Wir haben heute zum ersten Mal in diesem Jahr unser samstägliches Pancake-Frühstück auf der Terrasse genossen. Toll!

Vor genau zwei Jahren sind wir aus Kalifornien wieder gekommen und das Pancake-Frühstück ist eins der wenigen Dinge, die wir uns noch als Erinnerung halten.

Im April werde ich…

… 32. Auweia!
… mein Gesicht in die Sonne halten.
… viele Geburtstage feiern und Gratulationen verschicken.
… mit meinem Mann ausgehen. (und mit Jari)
… Zeit mit meiner besten und längsten Freundin verbringen.
… die neuen „Prison Break“ Folgen ansehen.
… Osterferien genießen!
… im Britzer Garten sein.
… in den Zoo gehen.
… den Ostergottesdienst feiern.
… wieder „Wine & Paint“ zur LadiesNight machen!
… zum Klassentreffen gehen.
… Emilians Fortschritte beim Schwimmen bewundern.
… Kaffee auf der Terrasse trinken.
… mit Jari zur U4 gehen.
… viel draussen sein.

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5 Tipps für Schulanfänger-Eltern

Gestern war so ein schöner Tag!

Nach dem Gottesdienst gab es ein schnelles Mittag und wir sind raus! Raus in die Sonne! Ich konnte nicht aufhören, zu sagen, wie schön ich das alles fand! Meine Männer ließen mich geduldig juchzen. Aber so wie die Jungs sich vor die Krokusse gekniet haben, weiß ich doch, dass sie das genauso lieben. Aber echt. Frühling… haaach. Jedes Jahr wieder. Ich kann es gar nicht beschreiben, aber mein Herz liebt Frühling über alles!

Mein Mann hat uns begleitet und still und tapfer seine Allergien ausgehalten.

 

Während ich dann am Abend Staub saugte und so um die Schultasche herum stocherte, dachte ich daran, wie unsicher und aufgeregt ich vor einem Jahr war, was die Schule und Emilians Einschulung und so betraf. Und da kam mir eine Idee für einen neuen Artikel hier:

5 Tipps für Schulanfänger-Eltern

Die Einschulung kommt nicht plötzlich. Es gibt viele Schritte auf dem Weg dahin. Die Untersuchungen beim Arzt, die Schuluntersuchungen, die Anmeldungen, die Gespräche mit den Erziehern… und trotzdem habe ich mir so viele Gedanken gemacht und hatte keine Ahnung, was auf mich, auf uns zukommt.

Emilian war lange ein schüchternes, ängstliches, anhängliches Kind. Verglichen mit meiner eigenen Einschulung als ältestes Geschwisterkind malte ich mir aus, wie schwer er es haben würde. Wir hatten keine Ahnung von Schule. Nur das, was man halt so hört: „Dann ist das Ausschlafen vorbei!“, „Dann fängt der Ernst des Lebens an!“, „Macht das noch, solange ihr keine Schulkinder habt!“

Aber ach, es wird alles gut!!
Versprochen!
Ich schreibe mal auf, was uns geholfen hat und was ich gelernt habe.

 

1. Gute Vorbereitung

In Berlin, auch Deutschland, würde ich mal sagen, ist es so, dass Eltern gut auf den Schulanfang vorbereitet werden. Lange im Voraus wird das Kind zur Schulanmeldung und Schuluntersuchung gebeten. Die Schule in unserem Einzugsgebiet hat uns zukünftige Eltern zu mehreren Info-Veranstaltungen eingeladen. Wir durften die Schulleitung, die Räume, das Personal, den Hort und sogar den laufenden Unterricht kennen lernen – und alle Fragen stellen, die wir hatten.
Seit Jahren sagte ich immer, wenn wir an der Schule vorbei fuhren: „Emilian, guck mal: Das ist deine Schule!“ Trotzdem setzten wir erst zu diesen Veranstaltungen allererste Schritte in diese Schule. Die Einschulung lag noch weit vor uns, aber so fiel das Thema „Schule“ immer mal wieder in unserem Alltag.

Die Vorschulkinder durften mit den Erziehern die Schule an zwei Vormittagen besuchen, den Schulhof „erspielen“ und einmal in den Unterricht schauen. Das fand ich sehr gut. Emilian weiß jetzt noch, welche Lehrer er damals kennengelernt hatte.

Das kann man mit dem Kind auch allein machen. In den Wochen vor Beginn der Sommerferien holte ich mit Emilian zwei Freunde aus der Schule ab. Die Mama der beiden zeigte mir ein paar Sachen und Emilian zeigte mir, wo er mit seinen Erziehern gewesen war.
Noch wussten wir nichts vom Klassenraum oder einer Lehrerin, aber wir gingen die Wege, sahen die Einschulungs-Turnhalle und schätzten die Zeit für den Schulweg.

 

2. Angst und Unsicherheit nicht auf das Kind übertragen

Ich hatte Angst, natürlich. Alles, was zum Thema „Schule“ gehörte, war so neu und fremd für mich und dann erst Recht für Emilian.
Wie wird wohl die Lehrerin?
Kommt er mit seinem besten Freund in eine Klasse?
Wird Schule ihm Spaß machen?
Wird er sich morgens gut verabschieden können?
Darf ich ihn bis in den Klassenraum bringen?
Wird er schnell Freunde finden?
Wird er gut lernen können?

Ich dachte an meine Erfahrungen als Kind und an meine Erfahrungen als Schulerzieherin in den ersten Klassen.
Aber Emilian hatte diese Erfahrungen nicht. Für ihn war Schule natürlich auch neu und fremd. Aber die Kita begann ihn zu langweilen und wir wollten Schule ein neues, spannendes Abenteuer für ihn sein lassen. Was sollte er mit meinen unbegründeten Sorgen anfangen?

Wir erzählten ihm keine Lügen und Verschönerungen und er fragte nicht direkt nach, weil er ja nicht wusste, was auf ihn zukommen würde. Mir war es wichtig, ihm ungefähr den Ablauf eines Schultages klar zumachen. Ich erzählte ihm, was er alles tolles lernen würde. Und wir würden das zusammen entdecken und kennen lernen. Unsicherheiten kann man dem Kind negativ unsicher oder positiv unsicher erklären. Mein Mann kann das ganz toll und wir versuchten, in Emilian viel von dieser aufgeregten, freudigen Neugier wachsen zu lassen.
(Tatsächlich finde ich schon nach dem ersten Schulhalbjahr, dass die Erstklässler mehr „fürs Leben lernen“, als ich das so von mir in Erinnerung hatte. Da kommt die Fahrbücherei im Bus und die Kinder lernen, Bücher auszuleihen und zu verlängern. Dann kommt ein BVG-Bus und die Schüler lernen das richtige Ein- und Aussteigen und das Verhalten in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Dann die Stunde zum Sozialverhalten, die Polizei erklärt den Strassenverkehr und so weiter…)

 

3. Mit anderen Eltern austauschen

Sowohl der Austausch mit anderen „Schulanfänger-Eltern“, als auch die Gespräche mit Schul-Eltern haben mir sehr geholfen.
Was planst du?
Wie macht ihr das?
Was könnt ihr empfehlen?
Wo habt ihr das gekauft?
In der Nachbarschaft und in der Kita finden sich bestimmt solche Eltern, wenn es im Bekanntenkreis noch keine gibt.
Wir haben eine Freundin, die selbst Lehrerin einer ersten Klasse ist und auch sie hat uns ganz viel geholfen. Wir haben uns Einkäufe mit anderen Eltern geteilt, wenn 3 Schnellhefter gebraucht wurden, es sie aber nur im 6er Pack zu kaufen gibt. Wir haben auf den Info-Veranstaltungen nebeneinander gesessen und uns über den Hort, den Schulweg und das Schul-Konzept ausgetauscht. Das beruhigt und bringt auf andere Gedanken.
Und von den Kindern, die bereits ein oder zwei Schuljahre hinter sich gebracht haben, lernte ich, wie schnell so ein kleines Kind tatsächlich in den aufregenden Schulalltag hinein wächst und Wege, Abläufe, Personen, Räume und Veränderungen ganz schnell kennenlernt und damit umgehen kann.

 

4. Ein Tempo mit dem Kind finden

Zusammen mit Emilian haben wir aufgeregt die erste Post der Klassenlehrerin geöffnet. Wir haben die Einschulungs-Feier geplant, die Schultüte ausgesucht und uns einen Mama-Papa-Kind-Tag für den Kauf der Schultasche genommen.

Wir haben ihn viel miteinbezogen und ihm viel erklärt. (Ich bin hier die Pädagogin, die redet und erklärt.)

Wir haben uns über sein Interesse an Zahlen und Buchstaben gefreut, aber wir haben ihn nicht gebremst oder gepusht. Es gab Übungsheftchen hier, Schwungübungen und so, aber er fing ganz langsam an und konnte vor der Schule gerademal seinen Namen schreiben. Alle Kinder lernen lesen und schreiben und für Emilian war es ganz gut, dass er vor der Schule noch nicht zu viel wusste.

Wir haben uns und ihn auf die Schulzeit vorbereitet, aber ihn auch Kind sein lassen, wenn es genug war. Die 7 Wochen Ferien vor der Schule waren Ferien und Freizeit. Kinder leben im Jetzt und können mit dem großen Wechsel trotzdem gut umgehen.
Und sie machen das in ihrem Tempo. In ihnen drin passiert in der Zeit so viel und oft ist außen davon nicht viel zu sehen. Ein ruhiger Alltag und viel Zeit zum Abschalten und Spielen hilft, mit all dem Neuen klarzukommen. Wir haben mit dem Schwimmkurs und mit neuen Verabredungen bewusst gewartet, damit Emilian sich in den ersten Monaten wirklich nur um Schule kümmern konnte.
Der Alltag bestand dann aus Gewohntem und Vertrautem und dort konnte er spielen und Kind sein.

 

5. Ganz entspannt sein!

Es wird alles gut!
Auch wenn jeder Schritt für mich und für Emilian der allererste war, habe ich mir immer gesagt (hilft vor einer Geburt auch): „Das haben schon soooooo viele vor uns geschafft!“
Die Schulleitung weiß Bescheid. Die Lehrerin kennt sich aus. (Interessanterweise fragt mich Emilians Lehrerin manchmal nach Eltern-Tipps, während ich mir von ihr die Schul-Tipps hole)

Zur Einschulung haben mir die Worte der Schulleitung so gut getan, weil sie genau ansprach, was uns frischen Eltern auf der Seele lag. Und doch macht sie das einmal im Jahr und holt immer wieder aufgeregte Kinder und Eltern ab und führt sie durch die erste Zeit.

Zu den Herbstferien und spätestens zu Weihnachten können die meisten Erstklässler lesen und auch schreiben. Wirklich! Emilian hat jetzt noch nicht alle Buchstaben gelernt (also bearbeitet), aber das geht Stück für Stück und plötzlich kann mein Baby lesen!
Die Lehrerinnen haben so tolle Lern-Methoden. Sie lernen die Kinder schnell kennen und entwickeln individuelle Hilfen und Unterstützungen. Unsere Mathe-Lehrerin klebte Emilian letztens einen Zettel mit den Zahlen von 1-10 auf seinen Bleistift, weil er die 3 oft noch spiegelverkehrt schreibt.

Wir wachsen mit unseren Aufgaben.
Das erste Schuljahr besteht (in unserer Schule) tatsächlich noch aus vielen Spielen und viel Freizeit. Das sind pädagogische Spiele, Lernspiele und Spiele zum Sozialverhalten, aber für Emilian bedeutet das Wort „Schule“ nicht Stress und Lernen.
Zur Einschulung legte uns die Schulleiterin ans Herz, unsere Kinder noch Kinder sein zu lassen, mit den AGs zu warten, das Nachmittagsprogramm leicht zu halten und nicht zu hohe Erwartungen stellen.
Und so erleben wir den Schulalltag.
Emilian ist locker und entspannt – und er macht seine Fortschritte.

Zur Einschulung wurde Emilian 6 1/2 und in den Monaten vom 6. Geburtstag bis zur Einschulung ist ganz viel Schulreife gewachsen. Irgendwann war er einfach soweit.
Die „Langeweile“ in der Kita und die Neugier haben sicher dazu beigetragen, aber es passierte etwas in ihm. Wenn auch die ersten Abschiede schwer waren und das frühe Aufstehen ihm nicht immer gefiel – er wuchs und wurde innen und außen ein Schulkind. Das passierte fast übernacht.

Auch mit ängstlichen Mamas und Papas können die Lehrer umgehen. Ich habe mich verrückt gemacht, weil ich am ersten Schultag vergessen hatte, die große Tüte mit allen Heften mitzugeben. War gar nicht schlimm!
Das Schild am Schuleingang „Mama, ab hier schaffe ich es allein!“ durften wir bis zu den Herbstferien ignorieren und unsere Kleinen bis zum Platz bringen, wenn wir wollten.
Manchmal suche ich Emilian auf dem Schulhof, oder ich suche ein bestimmtes Heft in seiner Tasche – aber er kennt sich aus. Er weiß inzwischen viel besser, was seine Aufgaben sind. Auch, wenn er für die erste Stunde in ein anderes Gebäude muss und das vergisst, steht er nicht weinend und verlassen vor dem verschlossenen Klassenraum, sondern dreht um und sucht den richtigen Raum.

Die Begeisterung für die Hausaufgaben lässt ganz langsam nach. Aber nicht, weil er nicht möchte. Er macht es gern und gut – aber lieber in der Schule. Noch können die fehlenden Hausaufgaben in der Schule ergänzt werden und dass damit Spielzeit weg fällt, stört ihn scheinbar nicht. Er arbeitet schnell und schusselig und er langweilt sich manchmal. Und ich lerne ein bißchen, ihn Fehler machen zu lassen, damit die Lehrerin seinen Stand sieht – und nicht meinen.

Das frühe Aufstehen war im Winter nicht einfach, aber Emilian macht das gut. Er hat es gut gelernt. Seit Jari da ist, bringt Papa ihn zur Schule und wir beide haben ganz unterschiedliche Arten, unseren Morgen zu planen. Aber Emilian weiß das, er kennt seine Pflichten und Zeiten. Mit kleinen bunten Zetteln haben wir unsere Uhr markiert, so dass Emilian weiß, wie viel Zeit ihm für Anziehen, Spielen, Essen, Mama Tschüß sagen usw. bleibt. Das klappt wunderbar. (Von Jako-o gibt es dazu eine professionellere Uhr)

Ein Wort zu den Lern-Utensilien:
Wir bekamen rechtzeitig eine Liste mit Dingen, die wir für Emilian besorgen sollten. Das kann von Schule zu Schule und auch von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich sein. Manchmal wurde sehr spezifisch nach einer Marke gefragt, manchmal stand da nur ein Farbwunsch.
Und dann habe ich das Zeug zusammengesucht.
Schon – und besonders – im Babyalter wird Eltern oft vermittelt, das Teuerste sei gerade gut genug für den Nachwuchs. Ab und zu habe ich mich da überreden lassen und ärgere mich noch heute. Natürlich gibt es Dinge, die nicht gebraucht oder sehr billig  gekauft werden sollten. Aber es gibt eben auch Gebrauchsgegenstände, die günstig erstanden werden können.

Ich empfehle euch auch da den Austausch mit erfahrenen Eltern. Eine Schultasche muss nicht in erster Linie blinken oder glitzern. Sie sollte stabil sein, ein paar Schuljahre aushalten und dem Rücken des Kindes gut tun.
Uns wurde im Geschäft ein Schulrucksack empfohlen, aber weil wir uns das nicht merken konnten, bzw. den Unterschied nicht ganz sahen, ist es doch eine Schultasche geworden. Wir sind sehr zufrieden damit. Die dazugehörige Federtasche war gut mit Stiften ausgestattet und die dicken und dünnen Buntstifte, zwei Bleistifte und eine Schere passen gut hinein. Alles andere, wie Kleber, Lineal, Pinsel.. kommt in die Kramfedertasche. Filzstifte werden noch nicht gebraucht.
Natürlich wäre es toll, passend auch Trinkflasche und Brotbox zu haben. Aber in den ersten Schultagen bekamen die Kinder mindestens drei gefüllte Frühstücksboxen und eine oder zwei Trinkflaschen geschenkt.
Die Buntstifte verschwinden schneller, als wir gucken können. Anfangs hat Liam treu einmal in der Woche angespitzt – jetzt freue ich mich, wenn ich am Freitag (wenn ich die Tasche kontrolliere) wenigstens einen Bleistift finde. Mein Mann zuckt mit den Schultern und sagt: „Meine Mutter ist früher bei mir auch verzweifelt..“ Emilian sagt einfach: „Ich hatte keine Zeit, ich musste spielen!“
Kauft nicht die teuersten Stifte. Es werden viele Bunt-und Bleistifte verbraucht und verloren, zerkaut und zerbrochen, getauscht und verschenkt…
Den Radiergummi am Stift kann ich daher empfehlen. Wenn er auf dem Stift steckt, dann geht er nicht so schnell verloren.

Den faltbaren Wasserbecher kann ich empfehlen, Emilian bekam ihn zur Einschulung.

Für die Schultüte habe ich ein Bastelset gekauft und auch darüber geschrieben. Sie steht noch immer hier, hat einige Stürme und viele Einschulungsgeschenke ausgehalten und ich bin sehr mit dem Arbeitsaufwand und der Haltbarkeit zufrieden. Und eigentlich hatte sie ja ihren großen Auftritt, einen halben Tag lang, und dann war es das.

Seid entspannt!
Es wird alles gut und dein Kind hat Zeit!

Fragt mich gern nach speziellen Situationen oder Materialien.
Wir sind alle entspannter geworden, weil die Schule in Ruhe und Gemütlichkeit anfängt. Wir machen keinen Stress und Emilian geht es gut damit. Wir gehen den „Schulweg“ Stück für Stück und trotz einiger großer Veränderungen (auch zuhause) ist es angenehmer, als ich es mir vorgestellt habe.

Mein anhängliches, schüchternes Kind ist ein sehr beliebtes, waches, schlaues, witziges Schulkind geworden. Manchmal bin ich fast froh, wenn er vor neuen Situationen ängstlich wird, wenn er beim Spazieren meine Hand nimmt oder zum Einschlafen meine Nähe braucht, weil ich dann weiß, dass mein kleines Kind eigentlich noch da ist.

„Hallo, ich bin Emilian und ich möchte dir einen Kaffee machen.“

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Der erste Schwimmkurs

Am Dienstag fand Emilians erster Schwimmkurs statt und morgen gehen wir schon zum zweiten Mal hin. Ich freu mich, dass das Programm straff losgeht und er vielleicht Ende Mai schon schwimmen kann. Aber von vorne:

Ich finde nicht, dass ein Kind mit 4 Jahren bereits schwimmen kann. In Berlin wird man da aber gern mal schräg angeguckt. Wenn man mit dem Baby-Schwimmkurs anfängt, schafft man das vielleicht auch… haben wir aber nicht.
In Kalifornien waren wir täglich am Pool, da hätten wir es fast geschafft, aber Emilian war doch noch zu klein.

Unsere Kinder haben keine Angst vor dem Wasser, aber sie springen jetzt auch nicht vor Freude in jede Pfütze. Wir sahen uns hier in der Nähe immer mal wieder nach Schwimmkursen um. Sie kosten viel Geld, sind teilweise am Wochenende und ausserdem schnell ausgebucht. Im letzten Herbst waren wir dann mehrmals in einer Schwimmhalle in der Nähe und stellten fest, dass sie uns sehr gut gefiel. Dazu gehört vor allem die Wassertemperatur. Das geht ja in den öffentlichen Bädern oft gar nicht.
Wir gingen immer mal wieder, solange das mein Bauch noch zuließ und sprachen immer mal wieder über einen Schwimmkurs. Ab und zu konnten wir am Nachmittag auch den Kindern zusehen, die einen Kurs besuchten, während wir dort spielten.

Ich suchte mir dann einen Seepferdchen-Kurs raus und merkte mir die Anmeldefrist. Telefonisch sicherte ich mich nochmal ab und man riet mir, pünktlich zu sein, da die Plätze begehrt und begrenzt seien. Wir entschieden, Liam gleich mit anzumelden, sammelten auch Freunde ein und wollten dann vier Jungs zusammen für den Kurs eintragen. Am Tag dann scheuchte ich meinen Mann kurz nach 08:00 Uhr morgens an die Halle – er schrieb mir kurz darauf, dass noch ein Platz frei gewesen wäre und er Emilian angemeldet hatte. Es gab wohl im Internet ein Missverständnis mit dem Anmeldedatum und so war die Liste leider schon voll.

Wir hätten die Jungs gern mit ihren Freunden geschickt, aber vielleicht ist es jetzt auch gar nicht so schlecht, dass Emilian als Ältester zuerst in Ruhe schwimmen lernt und die anderen es dann nochmal zusammen versuchen. Die Kurse sind für Kinder ab 5 Jahren und der Schwimmlehrer erzählte, dass noch nicht viele der 5jährigen das Seepferdchen wirklich schaffen. Emilian wird jetzt 7 und ich bin gespannt.

Auf eine Abreiß-Liste, mit der die Jungs die Tage bis zu ihren Geburtstagen zählen, haben wir auch die Tage mit Schwimmkurs markiert. Es gibt einen Spielzeug-Wunsch, den Emilian hat und seit Monaten schon versprachen wir ihm, den Wunsch der schon hier versteckt ist zu erfüllen, sobald er schwimmen könnte.
Er kannte die Becken gut und freute sich auf den Kurs. Wer meinen schüchternen Emilian kennt, wundert sich vielleicht darüber – ich wunderte mich auch. Aber wer meinen Blog treu liest und sich erinnert, wie selbstbewusst Emilian die Einschulung gemeistert hat, wundert sich dann doch vielleicht nicht mehr.

Der Dienstag Vormittag war frei für mich. Ich schlief aus, frühstückte mit meinem Mann, schnallte mir das Baby vor den Bauch und putzte ein paar Fenster, ein Bad und die Böden. Ich genoß meinen Haushaltstag… so sehr, dass ich ein bißchen die Zeit vergaß. Ich dachte daran, Liam abzuholen, aber ich dachte nicht daran, dass das auch für Emilian ein kurzer Tag war.
Eine Freundin schrieb mir und fragte, wer Emilian abholen würde. Er wäre gerade auf dem Trampolin umgeknickt und sei ein bißchen traurig. Erschrocken schrieb ich meinem Mann aus der Kita und bat ihn, Emilian schnell abzuholen.
Er wäre noch eine Weile von den Erziehern betreut, das war nicht das Problem. Aber sein Knie tat ihm wirklich weh – und vorbei war die Freude auf den Kurs.

Wir machten es uns auf der Couch gemütlich, hörten ein Hörspiel und ich redete Emilian gut zu. Dass das aber auch gerade an dem Tag passieren musste… Er weinte noch ein bißchen, Jari war müde und quengelig und Liam wollte auch gern mit. Ich ließ ihn aber beim Papa, weil ich meine Nerven für die beiden brauchte, packte schnell das Schwimmzeug zusammen und humpelte mit Emilian zum Auto. Eine Freundin kannte den Schwimmkurs bereits und sagte mir, dass es ganz langsam und in Ruhe losgehen würde. Ich erzählte Emilian davon. Ausserdem war der Eingangsbereich des Bades durch eine große Glaswand vom Schwimmbad getrennt, Emilian würde mich also die ganze Zeit sehen können. Ein wichtiger Vorteil!

Wir fanden einen guten Parkplatz, ich klemmte Jari in die Manduca und lief mit Emilian zum Schwimmbad. In der Umkleidekabine war es warm und voll. Die beiden Lehrer hatten den Raum gerade betreten und fingen an, die Kinder aufzurufen. Blitzschnell zog ich Emilian um. Ich sagte ihm, dass ich die ganze Zeit da sein würde und als er aufgerufen wurde, gab ich schnell die Sache mit dem Knie weiter und er blieb tapfer beim Schwimmlehrer stehen. Als alle Kinder eingesammelt waren, ging der Trainer mit der Gruppe durch die Duschen ins Bad und erklärte alles ganz lieb. Der andere Trainer blieb bei uns und gab ein paar Infos weiter.

Und dann waren wir entlassen und stellten uns an die Scheibe. Ich sah, dass Emilian noch nicht sehr fröhlich aussah und immernoch humpelte, aber ich freute mich, dass er mit der Gruppe ging und ich sah, wie viel Spaß sie hatten. Immer wieder winkten wir uns. Ganz langsam und spielerisch wurden die Kinder ans Wasser geführt und durften schon mit Poolnudeln ins Becken gehen.

Das war der erste von drei Kursen, der an diesem Tag begann. Als die nächste Gruppe aufgeregter Kinder das Schwimmbad betrat, durfte ich Emilian wieder abholen. Er strahlte mich an und erzählte schon von den ersten Erlebnissen. Das warme Wasser hatte seinem Knie gut getan und wie versprochen durfte er sich im kleinen Bistro am Ausgang ein paar Süßigkeiten aussuchen.

Liam hatte sich gewünscht, in der Zeit mit Papa eine „Pokémon Runde“ zu laufen und sie waren uns entgegengekommen. Als wir sie einsammelten, waren sie bereits 3km gelaufen!
Wir setzten uns ins Auto, Emilian teilte ein paar Süßigkeiten und wir lobten unsere Jungs für ihre Leistung!

Am Abend sah sich Emilian meinen Laptop an und begann, Buchstaben zu suchen. Ich fragte ihn, ob er mal etwas schreiben wolle und wir überlegten, dass er ja eine Email an unsere Familie über seinen ersten Schwimm-Tag schreiben könnte.

Er brauchte sehr lange, brauchte Ruhe und war ganz erschöpft danach… aber hier ist seine erste Email:

„halo ich sage  och wi mei n ärstdeär schwüm kurs wa .
okäi wir haben gelänt  wi man  schwimt abär ich kan noch nicht schwimen  wal wir  noch nicht  ales  gelernt haben .ssssssssssccccchhhhhhhhhüüüüüüüüüüüüüüüssssssssssssss..
emilian“

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