mamasbusiness

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Er ist da!

Hallo! Ich bin seit kurzem eine Mama von drei wunderbaren Söhnen. Willkommen auf meinem Blog!

Ich hab es schon vermisst, euch zu schreiben. Seit dem letzten Eintrag ist hier eine Menge passiert… Aber weil mein Herz und Kopf so voll und ungeordnet sind, werde ich euch einfach kurze Szenen an den Kopf knallen – für einen „normalen“ Eintrag bin ich noch nicht sortiert genug… Mehr Fotos und kleine Beiträge für zwischendurch könnt ihr auf meiner Facebookseite Mamasbusiness finden.

* Am 21. Januar wurde Timo Jari geboren!

* Fast unnötig zu erwähnen, dass viele meiner Sorgen mal wieder unbegründet waren… Als die erste Wehe kam, wusste ich sofort, dass das die erste Wehe war. Das ist einfach so. Und die Wehen der Tage davor waren nichts im Vergleich dazu.
Es war Freitag Nacht, perfekter Zeitpunkt, ich hatte noch nicht geschlafen, als ich meinen Mann weckte. Er sprang grinsend aus dem Bett, voll von Vorfreude!
Ich hatte mir fest vorgenommen, auf dem Weg ins Krankenhaus nicht mehr sowas wie „Ich hab Angst!“ oder „Ich will nicht!“ zu sagen, sondern eher „Endlich!“ oder so. Naja.
Es war 01:14 Uhr, als wir das Schlafzimmer verließen. Noch bevor Oma und Opa da waren, fuhren wir los. Die Strassen waren frei, die Autoscheiben mussten nicht gekratzt werden, die Kinder schliefen, ich hatte meinen Mann bei mir, der so viel Freude und Ruhe verbreitete, der „Storchenparkplatz“ vor dem Krankenhaus war frei und wir hatten Zeit und Ruhe und die dunkle, kühle Nacht für uns. Alles war perfekt!

* Nach ungefähr 2 Minuten in unserem Apartment (ich sag ja: „Kreissaal Hotel“) entschied die Hebamme, dass es Zeit für den Kreissaal war. Ja, war es. Ich hatte ordentlich eklige Wehen und kaum Pausen. Es war ungefähr 01:30 Uhr. Wir bekamen das Zimmer, in dem auch Liam geboren wurde. Ich stellte mich wieder ans Bett, hielt mich an denselben Griffen fest, mein Mann fütterte mich mit Traubenzucker und hielt mir seine Hand hin, wenn ich Halt brauchte. Die junge Hebamme stand mir sehr zur Seite, redete mir gut zu und tat alles, um es angenehm für uns zu machen. Als sie nach dem Telefon griff, um die Ärztin zur Geburt zu rufen, platschte ein kleiner Junge aus mir heraus, den sie mit der anderen freien Hand schnell und sicher auffing. Es war 02:07 Uhr.

* Trotzdem ich diese Geburt viel zu intensiv und schmerzhaft fand, war ich von Anfang an mit dem Kopf viel mehr dabei, als bei den anderen Jungs. Und das nehme ich bis jetzt wahr.
Als Emilian als erstes Kind geboren wurde, war ich 24. Ich hatte keine Ahnung und lernte, eine Mama zu sein.
In einer stressigen Zeit für uns kam Liam 2 Jahre später dazu, Emilian war noch sehr klein und brauchte Nuckel, Windeln und Mama..
Aber jetzt… ich habe Erfahrung, fange aber gleichzeitig fast neu an. Wir haben große tolle Jungs, hatten in den letzten Jahren so wunderbare Familienzeiten samt Auslandsjahr, ich hatte meinen Körper, mein Bett, meinen Schlaf und viel Zeit für mich – und ich stelle fest, dass ich Jari ganz anders neu und viel mehr genießen kann. Ich habe Zeit und Ruhe, die Brüder verstehen gut, wenn sie kurz warten müssen, ich habe viel Hilfe von Freunden und Familie und es ist alles perfekt. (Und vielleicht habe ich auch gerade zu viele Glückshormone um mich herum…)

* Nach den ersten Untersuchungen und einer Ruhepause verließen wir das Krankenhaus zu dritt um 06:30 Uhr. Es war immernoch dunkel. Ich plapperte vor mich hin, weil mein Kopf noch nicht ganz mitgekommen war. Einerseits konnte ich nicht glauben, dass da hinten im Auto ein Baby mit uns fuhr. Wenn ab und zu ein kleines Geräusch kam, erschraken wir beide fast. Andererseits hatte ich viel zu verarbeiten und schwor mir, mal wieder – aber noch mehr als sonst – keine weiteren Kinder mehr zu bekommen. Nie mehr. Nie wieder.

* Heute, an Tag 6, ist die Geburt schon wieder so weit weg.
Die Sonne scheint, das Baby schläft, die Nachwehen sind fast vorbei, das Stillen klappt wunderbar, Jari nimmt zu, der Milcheinschuss ist vorbei, die Hebamme ist begeistert von unserer Entwicklung und sagte ich das mit den Glückshormonen schon? Naja, und dieses „nie“ von „nie wieder Kinder“ ist schon nicht mehr ganz so groß und fett wie vor 5 Tagen…

* Der Wohnzimmertisch ist voll von Blumen und Geschenken. An jedem Tag kommt eine andere Freundin vorbei, die fertiges Mittag für uns bringt. Meine liebe Schwiegermutter holt Emilian und Liam täglich von Schule und Kita ab und bringt sie uns. Ich habe zur Zeit nicht viel mehr zu tun, als auf der Couch zu sitzen und zu stillen. Dort kann ich auch Hausaufgaben kontrollieren, vorlesen, UNO spielen und Filme gucken. Dorthin kommt die Hebamme einmal am Tag und dort landet Liam sofort nach der Kita. Er ist das Gegen-Magnet zu Jari. Wo Jari ist, ist Liam. Er hält ihn, streichelt und tröstet und „übersetzt“, was Jari so von sich gibt. „Der liebt mich, weil ich jeden Tag Hallo in den Bauch gesagt hab.“

* Emilian ist sehr liebevoll und vorsichtig, aber ein bißchen zurückhaltender. Er hat ein großes verliebtes Lächeln für Jari. Am Anfang der Woche hatten wir ein Gespräch mit Emilians Lehrerin zum Ende des ersten Halbjahres der ersten Klasse. Sie lobte ihn sehr und sagte, dass sie gern mehr Kinder wie ihn in der Klasse hätte. Er sei sehr gut und fleißig in allen Fächern, er sei bei allen beliebt, er könne Gehörtes gut wiedergeben und er habe ein außergewöhnlich großes Allgemeinwissen. Sie sagt, er würde in sich ruhen und wach und ausgeglichen sein. An jedem Tag kommt er fröhlich aus der Schule und erzählt von seinem Tag. Ich bin so stolz! Und ich ärgere mich nicht, dass er zur Zeit kein straffes Nachmittags-Programm hat. Er darf Kind sein und er ist Kind. Und morgen feiern wir das bestandene erste Halbjahr!

* Seit ein paar Tagen probieren wir ein neues Uhrzeit-System aus. Wir haben die kleine weiße Uhr von IKEA mit bunten Zetteln markiert, sodass die Minuten von 06:50 Uhr bis 07:30 Uhr eingeteilt sind in Anziehen, Spielen, Essen, Packen, Anziehen, Losgehen. Das funktioniert erstaunlich gut. Mein Mann ist konsequent und lässt Emilian wirklich allein die Zeit im Blick behalten – auch wenn dann eben einer der Bereiche zu kurz kommt oder ausgelassen werden muss. Emilian richtet sich bereits am Abend darauf ein, pünktlich und gut aufzustehen und er macht das so gut. Ich freue mich für ihn, dass es bald heller und irgendwann auch wärmer wird. Er wünscht sich so, dass ich ihn bald wieder bringe. Und ich freue mich auch darauf.

* Heute werden wir zum Kinderarzt gehen und die U2 machen lassen. Ich habe seit Ewigkeiten keinen eigenen Kinderwagen mehr geschoben und war überhaupt auch lange nicht an der frischen Luft – ich bin gespannt!

* Ab und zu überfällt mich eine Müdigkeit, die ich nicht mehr kenne. Ich habe lange, lange durchgeschlafen und selbst in der Schwangerschaft konnte ich viel ausruhen und schlafen. Aber jetzt schlafe ich natürlich nicht durch. Überhaupt nicht. Ich kann mich noch nicht wieder ganz so wie vorher bewegen und ich trinke kaum Kaffee. Und dann gähne ich und muss mich hinlegen, ich schlafe so tief ein, dass ich nicht mehr weiß, wo und wer ich bin… Ich bin so dankbar, dass der Frühling mit Sonne und Wärme und Licht und frischer Luft bevorsteht. Denn eines Tages werde ich nicht mehr ausschlafen können. Ich werde Jari irgendwie pünktlich satt und fertig in den Wagen legen müssen, um morgens oder mittags meine Runde zu drehen. Ich werde nicht immer auf der Couch chillen können.
Bis dahin aber genieße ich und lasse mich verwöhnen.

* Mit meinen Fotos und Berichten habe ich in den letzten Tagen den Hormonhaushalt sämtlicher Mütter-Freundinnen durcheinander gebracht und den einen oder anderen Kinderwunsch wieder wachgerüttelt. Ich kann das gut verstehen. Wir sind aber auch so leicht durcheinanderzubringen… „Hatte ich gesagt, ich möchte keine Kinder mehr? – Niemals habe ich sowas gesagt!“
Jari ist mit seinen 50 cm und 3kg ein kleines zartes Wesen, aber er wird tatsächlich schon größer!
Vor ein paar Tagen habe ich hier geschrieben, dass ich nicht so viel „Früher war alles besser.“ und „Später wird alles besser.“ denken will. Aber haaach, warum kann er nicht einfach so klein und zart bleiben?
Meine Schwägerin hat mich besucht. Ihr Baby kam am 17. Dezember. Der Unterschied von den paar Wochen ist schon deutlich zu sehen.

* Wenn Jari immer klein und zart bleiben würde, würden die Brüder sich schnell langweilen. Sie würden nicht mit ihm lachen und spielen können. Er würde immer meine Nähe brauchen und ich würde wahrscheinlich nie mehr ordentlich schlafen können. Es ist schon alles gut, so wie es ist. Und das lernen meine Hormone auch irgendwann.

* Weil er so schnell wächst, kann ich euch ruhig ein paar Babyfotos zeigen. Er sieht ja sowieso schon bald wieder ganz anders aus…

 

* Am Montag war schulfrei und die beiden Jungs durften das Wochenende bei meinen Eltern verbringen. Mama und Papa und Jari hatten die ersten drei Tage ganz für sich.
Morgen ist der letzte Schultag vor den Winterferien und ich freue mich auf eine ruhige Familienwoche.

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Warten auf das Baby. Immernoch.

Gestern war der Tag. Der 18. Januar.
Der errechnete Entbindungstermin. Der Tag, von dem ich niemals gedacht hätte, dass ich ihn mit Bauch erreiche. Zjaaaa…
Ich bestätige hiermit, dass sich bei dem dritten Kind scheinbar alles ändert.

Keins meiner Kinder kam am Termin oder später. Ich hab nie vorher gewusst, wann es losgeht. Wenn es losging, dann ging es ordentlich los. Es fing schnell an und war schnell vorbei. Und das alles ist jetzt schonmal anders.

Gestern sagte der Frauenarzt, dass alles gut aussieht, schön vorbereitet ist und jederzeit losgehen kann. Baby gesund, genug Fruchtwasser und so weiter. Er sagte aber, wenn Wehen kommen würden, sollten wir dann aber auch schnell losziehen.
Naja, das war der Arzt, der auch im Dezember schon irgendwie gesagt hatte, dass es losgehen kann. Aber ich glaube ihm trotzdem noch.
Direkt nach dem Arztbesuch kamen ein paar Wehen. Alle 10 Minuten. Aus meiner Erfahrung sah es schon dringend aus und wir machten uns auf dem Weg ins Krankenhaus, mitten am Vormittag, ganz entspannt. Wir stellten uns im Kreissaal vor mit „Hallo, wir bekommen heute ein Kind!“ und richteten uns in einem schönen Zimmer häuslich ein. (Handy in die Steckdose und so)
Seit Liams Geburt wurde die Kreissaal-Etage umgebaut und heißt jetzt „Kreissaal Hotel“. Genau so sieht es aus und genau so wurden wir auch behandelt.

Uns betreute eine junge fröhliche Hebamme, bei der wir uns auch angemeldet hatten. Ich hab mich gefreut, sie wiederzusehen. Wir scherzten und fühlten uns sehr wohl. Beim CTG wurden die Wehen ruhiger, die Untersuchung zeigte, dass eigentlich alles bereit und vorbereitet war – nur eben ohne Wehen. Und es passierte das, was keine Frau so richtig möchte: Wir wurden nachhause geschickt. Also, erst spazieren und so, (Wart ihr schonmal mit Wehen an der Kasse vom Supermarkt?) aber dann sind wir nachhause gefahren.

Ich hatte irgendwie gemerkt, dass die Wehen nicht so richtig waren und direkt am Termin ist das ja auch noch nicht eilig. Nur hatte ich sowas noch nie vorher. Ich hab noch nie auf ein Kind gewartet, sie kamen immer früher und schnell. Ich war richtig enttäuscht und auch verunsichert, ob mein Körper das Kind überhaupt bekommen kann? Und dann machte ich auch den Fehler, Horrorgeschichten Erfahrungsberichte im Internet zu lesen…
Aber andererseits habe ich jetzt nicht mehr so unglaublich viel Angst vor der Geburt, weil die ersten Wehen und die Zeit im Kreissaal schön und entspannt waren. Ich weiß, dass die Kinder gut mitmachen und spontan sein können.

Was machen wir also?
Wir warten.
Ich hab immer mal wieder so Wehen und denke, dass jede Wehe, die jetzt kommt, nicht nochmal kommen wird. Und ich denke, dass ich dieses Baby vielleicht wirklich irgendwann im Arm halten werde. Wer weiß, wann. Alle Wunsch-Daten, die wir hatten, sind weg. Dass alles (ausser dem Bettchen) vorbereitet ist, sagte ich mehrmals. Der Wochentag ist mir egal. Die Tageszeit ist mir egal. Es kann bitte losgehen!
Senkwehen, Übungswehen – irgendwas wird das jetzt schon sein. Ein Blasensprung wäre ein deutliches Zeichen, aber ansonsten warte ich auf einen Abstand von unter 10 Minuten, bevor ich mich nochmal – aber dann schnell – auf den Weg mache.

Die Kinder wurden gestern von Oma abgeholt und sie wussten, dass wir im Krankenhaus sind. Sie waren so enttäuscht, dass ich da am Abend immernoch mit dickem Bauch auf der Couch saß…

Irgendjemand sagte: „Ach, das Baby wird ganz ruhig und entspannt und wird euren Alltag schön entschleunigen…“
Gegen ein entspanntes Baby hab ich gar nichts, aber Entschleunigung ist hier grad nicht nötig. Seit Januar leben wir so ruhig und entspannt, wie noch nie. Alle Termine werden nur halb zugesagt und auch mal spontan abgesagt. Wir sind viel im Wohnzimmer und bauen Lego, spielen Uno oder sehen Filme. Ich hab das Haus lange nicht ordentlich verlassen und bin froh, dass die Jahreszeit dazu passt.
Heute habe ich lange geschlafen und war mal wieder „zum letzten Mal, bevor das Baby kommt“ duschen.

Ich bin dankbar, dass sooo viele Freunde, Lehrer, Erzieher, Eltern mitfiebern und an uns denken. Ich bin dankbar, dass mein Mann alle Erledigungen übernimmt und dass unsere Situation das zulässt! Ich bin dankbar, dass meine Schwiegermutter die Kinder abholt. Und ich bin sehr dankbar, dass die Kinder so gut drauf sind.
Sie müssen viel auf mich verzichten und hören immer öfter: „Das machen wir wieder, wenn das Baby da ist!“ Es tut mir leid, dass wir sie so oft vertrösten – andererseits ist das auch die letzte ruhige Zeit, die wir zu viert haben und wir versuchen, den Moment zu genießen.

Ich freue mich darauf, mal wieder normal und ohne Schmerzen oder Zeitdruck einkaufen zu gehen. Ich freu mich darauf, mal wieder ohne Handy und Uhrzeit im Blick wegzugehen, auf die Toilette zu gehen oder spazieren gehen zu können. Ich freue mich auf den Frühling. Und auf das Baby! Lange kann es doch wirklich nicht mehr dauern..

10 Monate sind um!

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Keine 12 von 12 im Januar

Ich habe heute 4 Fotos gemacht… und dann war Abend.

Mein Mann und ich waren am Vormittag kurz bei IKEA, nun steht auch bald das Bettchen. Der Kinderwagen wurde vom Dachboden geholt, ich habe ihn geputzt, Felgen poliert und nun steht er hier und glänzt.
Oma hat Emilian von der Schule abgeholt und am Nachmittag durfte er bei einem Freund spielen. So viel Ruhe haben wir.

Mein Alltag ist sehr faul zur Zeit. Das ist komisch, irgendwie schön und wahrscheinlich zum letzten Mal für einige Zeit so. Also genieße ich es. Ich versuche es. Wenn sich nichts nach Geburt anfühlt, bin ich genervt und ungeduldig. Wenn es sich anfühlt, als würde es losgehen, bin ich aufgeregt und ängstlich. Dass das Baby irgendwann kommt, ist klar. Dass ich dann da durch muss, auch. Also…das Baby. Und ich.

Die Kinder sind entspannt und gesund. Wir alle haben schöne Familienzeiten, drinnen und draussen. Und, ähm, wir warten.

Seitdem die Jungs wissen, dass sie einen Bruder bekommen werden, sind in unserem Bekanntenkreis mindestens 6 Babys geboren. Und wir bekommen so süße Fotos. Liam sagt: „Alle Babys kommen, außer unsers. Du sagst immer nur ‚Bald, Bald, Bald…'“

Heute war also der 12. Januar.
Noch 6 Tage bis zum Entbindungstermin. Beide Jungs kamen ein paar Tage früher, theoretisch hat der dritte aber noch fast 3 Wochen Zeit. Puh..

Auf Caros Blog gibt es viele andere schöne Fotos von einem 12. Januar.
Viel Spaß beim Gucken.

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Wenn doch erst…

Wie dumm von mir, zu denken, der letzte Eintrag wäre der letzte vor dem Baby gewesen. Nichts ist los hier!
Obwohl, das stimmt nicht ganz.

Gestern wäre die Abfahrt nach Hannover gewesen, die mein Mann nun nicht angetreten ist. Wir verbrachten den Sonntag Nachmittag in der Kirche, um mit Freunden zu essen und zu spielen. Meine Freundinnen überraschten mich mit einer großen blauen Windeltorte und vielen Geschenken und Gutscheinen für mich und die Familie. Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet und war wirklich überrascht! Wie schön, dass so viele mit uns mitfiebern und unser Baby jetzt schon so willkommen und geliebt ist!

Emilian kam ganz müde und blass vom Kindergottesdienst. Seine Stirn war ein bißchen heiß und daran hat sich bis jetzt auch nicht viel geändert. Er isst nichts, trinkt nur ganz wenig und das kommt dann sofort wieder raus.
Wir alle hatten keine gute Nacht und ich bin in jeder Sekunde froh, dass mein Mann bei uns in Berlin ist! Am Abend und in der Nacht dachte ich auch irgendwie, dass sich das Baby auf den Weg macht – aber es blieb alles ruhig. Vielleicht wäre es gekommen, wenn es Emilian besser gegangen wäre? Ausser zu warten, das Ziehen im Bauch zu beobachten und die Spuckschüssel bereit zu halten, machen wir heute gar nichts.

Der Sekt ist kalt gestellt, die schöne Windeltorte steht hier neben dem Stubenwagen bereit und es fehlt nur noch das Baby. Die ganzen kleinen gewaschenen und gefalteten Bodys hab ich schon fast wieder vergessen. Das Bettchen ist noch nicht aufgebaut, aber ich glaube, mein Mann sucht nach einem Grund, das Baby mit in unser Bett zu nehmen.

Selbst das Wetter ist nicht mehr nur kalt und stürmisch – es ist ein schönes Winterwetter, bei dem man es sich auf der Couch mit einem kleinen Baby gemütlich machen könnte…

 

Ich hab vor ein paar Tagen mit einer Freundin geschrieben, die in eine neue Stadt gezogen ist und noch nicht so richtig angekommen ist. Und wir beide träumten von einem „Wenn doch erst…“.
Dann erinnerte ich mich an ein ähnliches Gespräch mit meiner Cousine vor 5 Jahren. Ich wartete damals ungeduldig auf die Geburt von Liam und sie auf das Ende ihrer Prüfungen. „Wenn doch erst…“

Mehr als bei anderen Personen kommt dieser Satz in Köpfen von Eltern vor, denke ich.
„Wenn ich endlich schwanger bin…“
„Wenn die Übelkeit endlich vorbei ist…“
„Wenn das Baby endlich da ist…“
„Wenn der Körper sich erst von der Geburt erholt hat…“
„Wenn das Stillen endlich richtig klappt…“
„Wenn es erst sitzen/laufen/allein essen/reden kann…“
„Wenn es erst in die Kita/Schule geht…“
„Wenn die Kinder erst aus dem Haus sind…“

Von einer Phase in die nächste. Es gibt auch wirklich genug Phasen im Leben mit Kindern, in die man sich wünschen oder aus denen man sich wünschen kann. Und die Phasen wechseln schneller und sind einigermaßen absehbar.

Es gibt dieses „Wenn doch erst…“ auch ohne Kinder.
„Wenn die Schule/Ausbildung/Uni erst vorbei ist…“
„Wenn ich erst einen Partner habe…“
„Wenn ich erst den richtigen Job habe…“
„Wenn ich erst die Probezeit überstanden habe…“
„Wenn ich erst im eigenen Haus wohne…“
„Wenn ich erst die Rentenzeit genießen kann…“

Es gibt unendlich viele dieser Gedanken und ich staune, wie oft einer von ihnen in meinem Kopf vorkommt.
Vielleicht helfen diese Gedanken, schwere, zähe Phasen besser zu überstehen. Aber es macht noch etwas mit uns: Wir verpassen, den Moment zu genießen. Wir verpassen einzigartige Momente.

Im gleichen Atemzug, in dem ich mir wünsche, das Baby wäre endlich, endlich da, sehne ich mich vielleicht nach den leichteren Monaten der Schwangerschaft im Sommer zurück. Ich sehe, was war und was noch nicht ist und verpasse, im Moment zu leben und das JETZT zu schätzen.

JETZT kann ich wunderbar ruhige Zeiten mit meinen beiden großen Jungs genießen. JETZT kann ich schlafen, einigermaßen, kann allein duschen und muss das Baby nicht im Arm schukkeln. JETZT muss ich mich nicht um das Essen und den Schlaf des Baby kümmern. JETZT kann ich frei und ohne Kinderwagen oder Autositz einkaufen und Freunde treffen.
Mein Mann saß mir eben beim Essen gegenüber, strahlte mich an und sagte: „Wir können die Zeit jetzt noch nutzen! Was können wir denn jetzt noch machen, was später für lange Zeit nicht mehr geht?“

Ich, schwerfällig und müde und ungeduldig, konnte ihm nicht sehr sinnvoll antworten und ganz schnell waren wir dann doch wieder bei der Vorfreude auf Sushi und Rotwein und meine Beweglichkeit und ordentliche Jeanshosen…

Ich bin immernoch ungeduldig und würde gern wissen, wann es endlich soweit ist. Und ich male mir das Leben mit dem Neugeborenen zur Sicherheit mal in rosarot, bzw. babyhellblau und verdränge die Phasen, die mich dann wieder nerven werden. Und das überhaupt größte „Wenn doch erst…“ ist mein „Wenn doch erst Frühling ist!“

Ich warte auf das Baby, wirklich.
Weil ich mir die Geburt dann nicht mehr vorstellen muss, sondern sie verarbeiten, bestaunen und hinter mir lassen kann.
Weil ich dann mein Baby sehen und halten kann.
Weil ich dann meinen Söhnen zeigen kann, wovon wir ihnen seit Monaten vorschwärmen.
Weil ich dann wieder ordentlich Treppen steigen, meine Fußnägel lackieren, liegen und stehen kann.

Aber ich weiß nicht, ob es in 10 Stunden oder 10 Tagen soweit ist. Und ich möchte hinterher nicht an verschwendete Momente denken, die ich besser anders hätte nutzen können.

Ich möchte die Wartezeit genießen.
Ich bin dankbar für die Ruhe, die uns umgibt.
Ich bin dankbar für unzählige Freunde, die auf den Anruf warten und bereit sind, innerhalb von Minuten hier zu sein, um sich um uns oder die Jungs zu kümmern.
Ich bin dankbar für ein warmes, gemütliches Haus, in das unser Baby bald einziehen wird.

JETZT habe ich Zeit.
JETZT habe ich Ruhe.
JETZT habe ich keine Schmerzen.
JETZT habe ich zwei Söhne, für die ich Mama bin.
JETZT sind die letzten Momente, in denen wir zu viert am Tisch sitzen.
JETZT können wir, wenn wir wollen, einfach spontan aufbrechen, Filme gucken, Freunde besuchen, zusammen UNO spielen.
JETZT.

In welchen Phasen steckst du gerade?
In welche Phasen wünschst du dich?
Welchen Moment kannst du JETZT genießen?

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Warten, warten, warten..

Schule, Kita und Home-Office laufen wieder. Der Wochen-Alltag läuft genauso weiter wie im letzten Jahr und wir versuchen, wieder Schritt zu halten. Vor allem ich. Eigentlich nehme ich jetzt lieber mal das Auto und lasse den Mann die zu-Fuß-Dienste übernehmen.

Es ist jetzt nicht so, dass ich in jeder Minute in mich horche und auf das Baby warte – aber dass es in den nächsten Wochen jederzeit losgehen könnte, wissen wir auch.

Ich bin echt glücklich, dass zuhause alles vorbereitet ist. Und ich bin ein bißchen überrascht, wie oft ich einfach auf der Couch liege und – nicht viel tue. Einige Nächte sind so schlecht, da brauche ich einfach einen Mittagsschlaf. Die langen, langen Nächte, in denen wir alle komplett durchschlafen konnten, sind schließlich bald vorbei. Und wir konnten mit unseren Jungs fast immer gut schlafen.

Immer und immer wieder denke ich daran, wie und wann und vor allem, wo es wohl losgeht. Ich denke an die Geburt und versuche, mich an Einzelheiten der letzten beiden Geburten zu erinnern. Ich versuche, abzuschätzen, zu hoffen oder sogar die Geschehnisse mit meinen Gedanken dazu zu zwingen, schön und einfach zu werden.
Ich denke manchmal, dass ich mit zwei Geburten ein bißchen Erfahrung und Gelassenheit haben könnte… und ich weiß aber, dass jede Geburt anders ist und ich überhaupt nichts planen kann! Gerade das dritte Kind soll ja so überraschend sein, höre ich immer wieder. Ich weiß, dass ich vorher schon Angst hatte und aufgeregt war – ich weiß aber auch, dass ich schon am nächsten Tag alles nicht mehr so schlimm fand. Das sind so Erinnerungen, an die ich mich klammere.

Es ist wunderschön und gleichzeitig zum verrückt-werden, dass ich in dieser Situation einfach gar nichts planen und vorher wissen kann. Es gibt nicht viele Momente im Leben, in denen ich echt unentspannt und unsicher bin – aber das jetzt ist so eine.
Ich hoffe und vertraue, dass alles gut wird, so wie es wird. Dass es für mich und die Kinder und den Mann und die Babysitter passt. Es muss einfach.

Wir haben viele Notfall-Kontakte, die Freunde und Verwandten sind informiert, die Schul- und Kita-Pläne sind aufgeschrieben und Erzieher und Lehrer wissen Bescheid und fiebern mit. Spannend!

Es ist ja eigentlich auch so, dass mit der Geburt nicht alles vorbei und überstanden ist. Im Gegenteil vielleicht. Die kurzen Nächte, die Nach-Schmerzen, die neuen Alltags-Planungen und Emotionen mal fünf, die aufeinander treffen, fangen dann erst an! Aber da bin ich noch nicht.

Die beiden anderen Kinder kamen vor dem Termin und ziemlich überraschend – ich erinnere mich daran, wie ich mit dem neuen Baby nachhause gekommen bin und eigentlich war alles so wie immer. Aber andererseits auch gar nicht. Einige Listen oder Aufgaben lagen da, Wäsche und Zeug in der Küche stand herum, weil wir einfach so aufgebrochen sind. Und dann kam ich zurück, immer nicht viel später, und trotzdem war alles so komplett anders!

Wie oft ich daran denke, wie es wohl sein wird, zum ersten Mal mit dem kleinen Bruder nachhause zu kommen! Vielleicht sind die Jungs im Bett, vielleicht in der Schule und Kita, vielleicht haben wir schön viel Zeit und Ruhe, um zu fünft in unserem Haus anzukommen. Haach, ist das aufregend! Diese Gedanken und Träume, die ich mir ja wahrscheinlich realistischer vorstellen kann, als die Geburt, geben mir gute Laune und Kraft.

Für meinen Mann steht in der nächsten Woche eine Dienstreise im Kalender. Von Sonntag bis Donnerstag.
Ich sag euch, das ist eine Entscheidung, die es in sich hat.
Habt ihr euch als werdende Mama mal gefragt, wen ihr im Notfall mit ins Krankenhaus ZUR GEBURT nehmen würdet?

Es gibt da schon Menschen, die ich mitnehme würde. Es gibt auch Leute, die bei mir schlafen könnten, mich fahren könnten, die mich fahren wollen, des Tempos wegen, die die Jungs bringen und holen könnten.. Aber das passt nicht immer zu jeder Tageszeit. Da müssen eigene Dienste beachtet und eigene Kinder versorgt werden. Und dann hab ich im Hinterkopf, wie flott meine Geburten sein können und dass das dritte Kinder bei meiner Mama am allerschnellsten kam…

In den letzten Tagen habe ich mich stündlich umentschieden.
„Klar, du kannst fahren. Es fühlt sich noch nichts nach Geburt an.“
„Nein, du fährst auf gar keinen Fall. Ich schaff das nicht!!!“
„Ach, bestimmt ist alles ruhig. Du fährst einfach.“
„Lieber doch nicht. Stell dir mal vor, dass Baby kommt schnell zuhause oder in einem fremden Auto…“

Also, ich bin stark und es fälllt mir schwer, um Hilfe zu bitten und Hilfe anzunehmen. Und ich kriege als Mama viel auf die Reihe. Aber in dieser Woche kam ich da an meine Grenzen. Im Moment haben wir uns zu 99% entschieden, dass mein Mann hier bleibt und per Webcam an seinem Seminar teilnimmt. Sowas geht ja heut alles.

Und ich bin erleichtert, wie gut es mir seitdem geht! Wirklich. Ich bin viel entspannter, ich habe weniger Panik vor der Geburt und bin wieder gelassener. Viel gelassener.
Es geht eben um eine Geburt, um ein drittes Kind, um Schmerzen und unmenschliche, außergewöhnliche Zustände… und da brauche ich meinen Mann an meiner Seite!

Ich mache hier im Haus viele Dinge bewusst „zum letzten Mal“.
Zum letzten Mal, bevor wir fünf sind.
Beim Haare waschen und Nägel lackieren denke ich: Ist das jetzt das letzte Mal?
Ich habe die Bäder geputzt, Wäsche gewaschen, Türen und Schränke gewischt, Zimmer entrümpelt… Alles andere kommt dann zum Frühjahrsputz dran und bis dahin kann und will ich mir Zeit für uns, für das neue Kindchen und für mich nehmen. Ob das funktioniert?

Es ist nicht so, dass sich jede Sekunde nur um das Baby dreht. Das möchte ich für mich und für die Jungs jetzt noch nicht.
Hausaufgaben, Schlafenzeiten, Mittagspause, Verabredungen und Einkäufe laufen weiter, wie bisher. So lange es geht.
Aber andererseits bietet sich die Jahreszeit eben auch an, innezuhalten, zu genießen und zu warten, auf den Frühling zum Beispiel…

Und in ein paar Tagen wird der kleine Bruder hier einziehen!

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