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papa. mama. drei jungs. haus und garten. berlin.

Letzter Beitrag mit Licht

Mein zweiter Arbeitstag hat gerade geendet.
Ich sitze mit einem Latte Macchiato am Küchentisch. Keine Lampe im Haus brennt. Es ist nicht dunkel.

Ich habe noch eine Stunde Zeit, bis ich die Jungs abhole. Gerne würde ich sie jetzt schon holen, weil ich doch soetwas wie ein schlechtes Gewissen habe. Aber es ist Mittagspause und ich freue mich, dass Liam ohne Probleme im Kindergarten schläft.

Heute Morgen sind wir alle extrem früh aufgestanden. Als Emilian mich gegen 6:00 Uhr fragte, wann Morgen ist, habe ich tatsächlich „Jetzt.“ geantwortet. Mein Mann ist verreist und ich war zum ersten Mal ganz allein für „Kinder in die Kita bringen“ und „pünktlich zur Arbeit kommen“ verantwortlich. Wir haben so ruhig gefrühstückt und waren so gut drauf. Vor 8:00 Uhr haben wir das Haus verlassen und hatten viel Zeit in der Kita. Beide Jungs sollten einen Ausflug machen. Aber dann verließ Emilian der Mut oder die gute Laune oder beides und er fing an zu weinen. Die Ausflugskinder zogen ohne ihn los, ich brachte ihn zurück in seine Gruppe, tröstete und küsste ihn tausendmal – und verpasste meinen Bus. Ich rannte nachhause, um mein Fahrrad zu holen und kam dann nass-getröpfelt ein paar Minuten vor dem Chef an. (Ein Hoch auf Super-Mütter.)

Meine Güte.. Es war mir wichtig, dass es Emilian gut geht und ich werde heute nochmal mit ihm besprechen, dass ich es eventuell in Zukunft manchmal eilig haben könnte. Ich weiß, dass er Zeit braucht und deswegen bin ich früh aufgestanden. Trotzdem.

Wir werden uns heute einen ruhigen Nachmittag machen und die Lampen zählen, die die Handwerker abnehmen. Morgen geht es los und es ist auch noch „12 von 12“-Tag – damit hier keiner sagen kann, er hätte von nichts gewusst.

Ich bin gespannt, wie der erste Abend wird.
Gruselig oder kuschelig?

Auf Lumizil gab es vor ein paar Tagen den ersten Beitrag über uns. Mir geht es so ähnlich wie vor einer Geburt …oder einer anders-großen Herausforderung: Es hört sich schlimm an, die Leute reagieren komisch, man weiß nicht genau, was es wird und wie es wird – und man möchte irgendwann einfach, dass es losgeht.

So ist es. Und morgen geht es los!

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Das Experiment

Vor ein paar Wochen sprang mir in meiner Facebook-Liste ein Post vor die Nase. Er wurde in die Gruppe „Gratis in Berlin“ gepostet und sah interessant aus. Es ging irgendwie um ein Experiment, „Leben ohne Licht“ oder so… Ich teilte den Beitrag in meiner Pinnwand. Niemand reagierte auf den Post und irgendwann sah ich ihn mir nochmal genauer an.

Ein Startup-Unternehmen in Berlin mit dem Namen „Lumizil“ hatte sich ein Experiment ausgedacht. 10 Tage ohne Lampen. Ich las alles durch, was ich finden konnte und zeigte es meinem Mann. Sein Kommentar: „Na los, bewirb‘ dich.“

Es dauerte noch ein paar Tage, bis ich dann tatsächlich sowas wie eine Bewerbung schrieb. Einerseits wollte ich gelesen werden und mir Zeit nehmen, um nicht einfach irgendwas zu schreiben. Andererseits.. wollten wir echt bei so einem komischen Experiment mitmachen?

Das Experiment heißt genau: „LOL – Leben ohne Lampen“

Es geht darum, 10 Tage ohne Lampen zu leben, nicht ohne Licht. Jeder Haushalt mit mindestens 3 und maximal 5 Personen darf sich bewerben.
Zu Beginn des Experiments kommt eine Firma, um alle Lampen und Leuchten aus dem Haushalt zu entfernen. Und dann wird es dunkel. Taschenlampen, Handylicht, Fernsehen, Kühlschrank, Kerzen sind erlaubt.

Wer „überlebt“ und das Experiment erfolgreich beendet, bekommt neue Lampen ins Haus – im Wert von 5.000 Euro!

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An einem Morgen, als die Jungs im Kindergarten waren, schrieb ich also unsere Bewerbung. Wir hatten niemandem und nicht den Kindern davon erzählt.. Es war ja nicht mehr als eine Idee und eine Bewerbung.

Zwei Tage später, an einem Samstag, kam die Antwort:

Liebe Familie,
danke für Eure sympathische Bewerbung: Klingt schonmal sehr interessant! Dass einer von Euch bereits bloggt, ist auch klasse. Und dass ihr Herausforderungen liebt – sehr schön, das ist natürlich die Voraussetzung für dieses Experiment 🙂

Wir könnten Euch jetzt einige weitere Fragen stellen, aber da ihr wie wir aus Berlin seid, möchten wir gerne vorschlagen, dass wir Euch einfach mal besuchen kommen. Wäre das in Ordnung für Euch? Dann können wir Euch kennenlernen und uns am besten ein Bild von Euch machen :)“

Voller Vorfreude und Aufregung verabredeten wir uns gleich für den nächsten Montag. Das war dann der Frühstücksgast, den ich hier schonmal erwähnte.

Wir tranken Kaffee und redeten. Er erklärte uns das Experiment ein bißchen genauer und stellte Fragen. Wir sahen uns das Experiment ein bißchen genauer an und stellten Fragen.
Zu dem Zeitpunkt erfuhr ich, dass nur ein Haushalt an dem Experiment teilnehmen sollte.. es würde also nicht sowas wie ein Wettbewerb sein. Und umso unmöglicher erschien es mir, tatsächlich ausgewählt zu werden.

Wir besprachen, wie weit wir im Rahmen des Experiments in die Öffentlichkeit gehen würden. Wir besprachen, wie oft wir als Familie mit Text oder Fotos oder Video berichten könnten. Wir besprachen kleine extra Herausforderungen, die das Experiment aufregend und spannend machen könnten. In Dunkelheit kochen, in Dunkelheit mit Freunden spielen, in Dunkelheit die Kinder baden, in Dunkelheit schminken, in Dunkelheit putzen und solche Späße.
Außerdem sollte es zwei besondere Tage während des Experiments geben. Ein Tag, an dem ein heller Schweinwerfer zur Verfügung gestellt wurde – und ein anderer Tag, an dem sogar die Fenster zugeklebt werden sollten.

Unser Gast erklärte uns, wie das mit dem „Gewinn“ aussehen könnte. Die Lampen, die am Anfang abgebaut werden, würden nicht zurückkommen. Also, wir könnten sie verschenken, aufheben oder wegwerfen. Mit Hilfe von Inneneinrichtern würde dann ein völlig neues und perfektes Beleuchtungskonzept für das Gewinnerhaus erstellt werden. Wir könnten natürlich selbst mitbestimmen und aussuchen. Während die Lampen aber eingebaut werden, würde die Familie dann in ein Café geschickt werden, um diesen Überraschungseffekt zu haben, den man ja von diversen TV-Sendungen kennt.

Es hörte sich alles wirklich toll und nicht zu verrückt an, wir hatten große Lust auf das Experiment. Wir merkten, dass auch wir als Familie mit Kindern und in eigenem Haus soetwas wie eine gute Zielgruppe und interessante Objekte für das Experiment sein könnten.

Bevor unser Gast von Lumizil verschwand, fotografierte er alle Lampen in unseren Zimmern. Wir fanden, dass uns die Trennung von einigen von ihnen nicht schwer fallen würde… Er sagte, dass sich knapp hundert ernstzunehmende Haushalte beworben hätten und noch so 20 im Rennen seien.

Dann erzählten wir den Kindern und einigen Freunden ein paar Einzelheiten vom Experiment. Ab und zu versuchten wir, zu üben und stellten fest, dass es dann wirklich sehr dunkel war – und dann hörten wir lange nichts. Bis heute Abend…

Ich war mit Emilian auf einem großen Kindergeburtstag. Als ich während des Abendessens kurz auf mein Handy sah, entdeckte ich mehrere Anrufe in Abwesenheit und eine Nachricht:

„Hallo Familie B.,
schonmal ’ne gute Nachricht: Ihr seid unter den zwei Haushalten, zwischen denen es sich jetzt noch entscheidet. Könntet ihr mich heute Abend noch zurückrufen?…

Ich leitete die Nachricht sofort an meinen Mann weiter und noch bevor wir vom Geburtstag wieder zuhause waren, schrieb er mir: „Wir sind erwählt!!!!!!“

Und jetzt sind wir ganz fürchterlich aufgeregt und gespannt und glücklich! Emilians erste Reaktion waren dicke Kullertränen: „Ich schaff‘ das nicht, Mama!“

– In den letzten Tagen sind einigen Lampen im Flur kaputt gegangen, als hätten sie es geahnt.

– Wir sehen jetzt, wie dunkel hier einige Ecken sind, wir denken, dass wir durchhalten und freuen uns riesig auf das neue Licht!

– Wir sehen Termine, die in diesen 10 Tagen schon feststehen und sind gespannt, wie unsere Gäste das finden.

– Wir sind gespannt, wie und wo wir in den Medien auftauchen und freuen uns auf das erste Interview am Samstag!

– Wir sind froh, dass die jetzigen Lampen wirklich abgebaut werden, weil Liam so oft und gern auf die Lichtschalter drückt.

– Wir stellen fest, dass wir uns eigentlich wirklich noch in der dunklen Jahreszeit befinden und wissen, dass es dann wirklich dunkel wird!

– Wir haben den Kindern schon versprochen, dass wir während des Experiments bei ihnen am Bett bleiben, wenn sie einschlafen, weil sie die Dunkelheit nicht gewohnt sein werden.

Aaaaaaaaah! Schon in der nächsten Woche geht es los und ich werde euch hier unbedingt auf dem Laufenden halten! Auch bei Lumizil gibt es einen Blog, auf dem ihr von uns lesen könnt!

Ich bin so gespannt!

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